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Thema: Schweiz Nachportomarken und Nachportotarife seit 1878
Das Thema hat 48 Beiträge:
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Cantus Am: 25.03.2014 02:00:53 Gelesen: 16576# 24 @  
@ JohannesM [#23]

Hallo Eckhard,

die Preise für Nachportobelege der Schweiz richten sich zunächst nach den jeweiligen Ausgaben der Portomarken, dann nach besonderen Spezialitäten dieser Marken, z.B. abweichende Zähnungsvariante oder kopfstehendes Mittelstück, und schließlich noch danach, wie weit der Verkäufer solcher Belege mit der Materie vertraut ist und die jeweils aktuellen Marktpreise dafür kennt. Nach meiner Erfahrung bewegen sich die Preise für Belege mit Portomarken der Schweiz zwischen etwa sieben Euro bis hin zu vielen hundert Euro. Ich will das einmal anhand von drei Beispielen erläutern.

Der erste Beleg datiert vom 17.1.1903. Hier wurde ein Brief mit unzureichender Frankatur von Wien nach Einsiedeln geschickt. Das in der Schweiz erforderliche Nachporto von 10 Centimes wurde durch eine Mi. 18 der Ausgabe ab 1883 abgedeckt. Das ist eine sehr häufige Nachporto-Stufe und auch die Verwendung dieser Nachportomarke ist recht häufig anzutreffen; entsprechend niedrig ist der Preis, wenn man dabei nicht Besonderheiten der Portomarke berücksichtigt, was für uns Sammler glücklicherweise meistens nicht der Fall ist (denn dazu braucht man Spezialliteratur).



Schon sehr viel seltener findet man Belege mit Portomarken aus Mi. 1 - 9 der Ausgabe ab 1878. Das folgende Beispiel ist eine portopflichtige Dienstsache vom Gemeindeamt in Aussersihl, die am 17.6.1882 von Aussersihl nach Zürich gelaufen ist. Hier wurde für die Frankatur eine Mi. 5 verwendet. Solche Belege sind üblicherweise preislich schon erheblich höher angesiedelt.



Ganz besonders selten findet man Belege wie die folgende Karte, bei der zunächst 5 Centimes der Ausgabe ab 1878 verklebt worden waren, die Nachkontrolle aber deren bereits eingetretene Ungültigkeit feststellte, die bereits verklebten Nachportomarken zu 2 und 3 Centimes (Mi. 2 und Mi. 3) mit dem Stempel "ungültig" außer Kraft setzte und die zu diesem Zeitpunkt erforderliche Nachgebühr mit einer Mi. 18 (10 Centimes in grün/rot) erhob.

Die Karte wurde am 23.6.1897 in Berlin abgesandt, am 25.6.1897 wurden die später ungültig gemachten Nachportomarken aufgeklebt und abgestempelt, noch am selben Tag wurden sie dann ungültig gestempelt und die grüne Nachportomarke aufgebracht und abgestempelt, bevor die Karte die Rückreise nach Berlin (wegen unzureichender Frankatur mit der Folge der Annahmeverweigerung) antrat.





Solche Belege werden üblicherweise über Auktionen oder bessere Briefmarkenhäuser gehandelt, der Preis kann dabei durchaus 200 bis 500 Euro erreichen, je nach Erhaltung des Gesamtbeleges und Seltenheit der jeweiligen Variante der einzelnen Marken.

Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, dann empfehle ich dir, dir unbedingt einen Spezialkatalog der Schweiz von Michel zuzulegen (kann durchaus gebraucht sein), denn nur anhand solcher Spezialliteratur können die Feinheiten der Schweizer Portomarken zuverlässig unterschieden werden. Ich habe heute darauf verzichtet, so weit in die Materie einzusteigen, kann dir aber versichern, dass so ein Sammelgebiet außerordentlich interessant und spannend ist.

Viele Grüße
Ingo
 
jahlert Am: 25.03.2014 12:10:44 Gelesen: 16554# 25 @  
@ JohannesM [#23]

Hallo Eckhard,

vielleicht ist es günstiger, sich zuerst um die Nachportomarken oder um die Portofreiheitsmarken zu kümmern. Es ist nicht einfach, schöne Belege zu bekommen. Als Kataloge empfehle ich die beiden Werke aus der Schweiz.

Mit Gruß aus dem Sauerland
Jürgen
 
JohannesM Am: 25.03.2014 23:05:27 Gelesen: 16519# 26 @  
@ Cantus [#24]
@ jahlert [#25]

Hallo Ingo und Jürgen,

vielen Dank fuer Eure Erläuterungen, ob das ein Sammelgebiet für mich wird, weiss ich noch nicht, aber ich werde in Zukunft mehr auf solche Belege achten.

Beste Grüsse
Eckhard
 
wuerttemberger Am: 27.07.2014 11:13:49 Gelesen: 15980# 27 @  
Ich stelle hier einen etwas kuriosen Beleg vor:



Eine Postkarte der Gebrüder Dietsche aus Koblenz (Schweiz), in Waldshut (Baden) aufgegeben und nach Gerlafingen (Schweiz) gerichtet.

Ein Remailing der besonderen Art, da die Karte unterfrankiert und eigentlich auch Nachporto zu erheben war. Der deutsche Postbeamte sah das zuerst auch so, dann wieder nicht und schlußendlich hat er sich doch wieder für Nachporto entschieden. Oder hat ihm bloss das kopfstehende "T." nicht gefallen? Wir werden es wohl nicht mehr erfahren.

Die schweizer Post scheint aber an einer Nachportoerhebung nicht interessiert gewesen zu sein, denn es sind keinerlei weitere Vermerke zu finden. Die rückseitige, blaue Beschriftung hat mit Nachporto jedenfalls nichts zu tun.

Was den Beleg noch attraktiver macht ist der Umstand, dass die Germaniamarke eine Firmenlochung der Gebrüder Ditsche zeigt. Offensichtlich wurde die Grenznähe eifrig zum Portosparen genutzt. Insgesamt ein nicht alltäglicher Beleg.

Gruß

wuerttemberger
 
Heinz 7 Am: 31.07.2014 22:27:01 Gelesen: 15892# 28 @  
@ Lars Boettger [#16]

Ein interessanter Brief.

Ich denke, das Schweizer Porto wurde geschuldet, weil der Brief von Davos nach Paris nachgesandt werden musste.

"Monsieur le docteur Karl Meyer" war nicht mehr im "Sanatorium Schweizerhof, Davos-Platz", sondern verreist nach Paris "chez (= bei) Monsieur Pinavro (?), Avenue le Villiers 96, Paris (die gibt es tatsächlich!)". Warum dann aber die Schweizer Nachportomarke (Zumstein Nr. P 36) mit "UNGÜLTIG" entwertet wurde, ist mir nicht klar (die Frankaturgültigkeit dieser Marke dauerte ja 1910-1942; der Brief ist von 1915).

Die blauen Farbstiftvermerke können kaum von Frankreich sein, denn sonst wäre wohl der Umleitzettel der Schweizer Post (mit der neuen Adresse) ja auch in Mitleidenschaft gezogen worden; ich vermute eher, der Vermerk wurde in Deutschland angebracht (in Trier?, wo der Brief ja zuerst durchlief).

Viele Fragen, alle ausgelöst von EINEM Poststück - die Philatelie ist eine einzige grosse Wundertüte.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
ziffer-freak Am: 15.11.2014 20:23:42 Gelesen: 15460# 29 @  
Heute habe ich an einer kleinen Börse diese interessante Karte erstanden:



Erfreut über den günstigen Kauf, eröffnete sich mir allerdings eine Frage: Wieso wurde die Karte überhaupt taxiert? Das Porto stimmte doch für eine Inland-Postkarte ?

Kann da jemand helfen?

Liebe Grüsse
Andy
 
wuerttemberger Am: 16.11.2014 11:43:33 Gelesen: 15424# 30 @  
@ ziffer-freak [#29]

Eine mögliche Interpretation: Eine Drucksache konnte nicht anerkannt werden, weil zu viele Mittelungen auf der Bildseite gemacht wurden. Als Postkarte wurde es nicht anerkannt, weil der Begriff Postkarte nicht aufgedruckt war (war mal eine Zeit lang obligatorisch). Somit wurde die Karte als Brief behandelt und entsprechend nachtaxiert.

Gruß

wuerttemberger
 
wuerttemberger Am: 16.11.2014 11:53:35 Gelesen: 15420# 31 @  
@ Cantus [#24]

Ganz besonders selten findet man Belege wie die folgende Karte, bei der zunächst 5 Centimes der Ausgabe ab 1878 verklebt worden waren, die Nachkontrolle aber deren bereits eingetretene Ungültigkeit feststellte, die bereits verklebten Nachportomarken zu 2 und 3 Centimes (Mi. 2 und Mi. 3) mit dem Stempel "ungültig" außer Kraft setzte und die zu diesem Zeitpunkt erforderliche Nachgebühr mit einer Mi. 18 (10 Centimes in grün/rot) erhob.

Interessante Geschichte, aber trotzdem nicht richtig. 1897 waren noch alle Portomarken, die seit 1878 ausgegeben wurden gültig. Der Taxvermerk "15" würde sonst auch überhaupt keinen Sinn ergeben. Alle Marken wurden gleichzeitig verklebt und wegen Annahmeverweigerung zur Entlastung des Nachportobuches als "ungültig" gestempelt.

Gruß

wuerttemberger

Quelle für die Gültigkeit aller Taxmarken zu diesem Zeitpunkt: Betriebsanleitung für die schweizerischen Poststellen vom 1. Januar 1914; S. 436 § 227. Wertzeichen Abs. 2b.

Ziffer-freak wird dieses Werk sicherlich auch besitzen und kann die Angaben bestätigen.
 
ziffer-freak Am: 17.11.2014 01:09:00 Gelesen: 15390# 32 @  
Hallo wuerttemberger,

@ wuerttemberger [#30]

Diese Interpretation klingt schon etwas weit hergeholt. Wenn auf einer (auch als solche deklarierten) Drucksachen-Karte eine Mitteilung mit mehr als 5 Wörter handschriftlich hinzugefügt wurde, galt sie damals als Postkarte, und wurde entsprechend auf diesen Wert auftaxiert. Bei Briefen galt dasselbe.

Eine etwas plausiblere Möglichkeit ist mir spontan noch eingefallen: Die Karte war als Drucksache deklariert (Porto 2 Rp.). Durch die ausführliche Mitteilung galt sie jedoch als Postkarte (5 Rp.). Wegen der falschen Deklaration kam die eigentlich übliche Regelung zum Zug: doppeltes reguläres Porto (2 x 5 = 10 Rp.), abzüglich der bereits vorhandenen Frankatur (5 Rp.), ergibt 5 Rp. Nachporto.

Dass 2 Rp.-Drucksachen mit 8 Rp. nachtaxiert wurden, findet sich nämlich häufig. Die vorliegende Version allerdings habe ich in dieser Form bisher noch nie gesehen. Sie zeugt ganz offensichtlich von einem enorm "kleinkarierten" Luzerner Postbeamten. Jeder andere hätte doch diesen kleinen "Mangel" grosszügig "übersehen", denn die Postkarte war ja als solche eigentlich korrekt frankiert.

Ich könnte mir vorstellen, dass folglich diese Art der Taxierung wohl zu den am seltensten zu findenden überhaupt gehört.

@ wuerttemberger [#31]

Richtig interpretiert: 10 Pf. wäre die reguläre Taxe gewesen (für eine Auslands-Postkarte), nur 5 Pf. (für eine Auslands-Drucksache) wurden frankiert. Zu der Zeit wurde Pf. : Rp. 1 : 1 gerechnet. Doppelte reguläre Taxe (2 x 10 Rp. = 20 Rp.), abzüglich der frankierten 5 Pf.(Rp.) ergeben einen fehlenden Betrag von 15 Rp.. Der Empfänger verweigerte deswegen bei Vorlage offensichtlich die Annahme, und drückte sogar noch seinen Firmenstempel (übergehend auf beide blauen Marken) drauf, und vermerkte handschriftlich die Nichtannahme. Somit verfielen die 15 Rp. Nachporto, wurden mit dem Stempel UNGÜLTIG annulliert, und die Karte nach Berlin zurückgesandt (Ankunftsstempel neben der Marke).

Das von dir erwähnte Werk besitze ich zwar nicht, jedoch lässt sich übrigens die Gültigkeitsdauer der Taxmarken, in diesem Muster und in allen Farben, auch aus dem gewöhnlichen SBK herauslesen: Werte 500 Rp. bis 30.04.1905, Werte 1 - 100 Rp. bis 01.07.1925.

Liebe Grüsse
Andy
 
ziffer-freak Am: 18.11.2014 04:04:27 Gelesen: 15346# 33 @  
@ ziffer-freak [#29]

Das Rätsel ist gelöst!

Vor ein paar Stunden traf ich einen Freund - Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortlicher für Auktions-Einlieferungen des Auktionshauses Rölli Philatelie, Luzern. Er konnte mir die seltsame Taxierung erklären, weil ihm mal ein Freund eine ähnliche Taxierung aus den 1960er Jahren gezeigt und erklärt hatte.

Ein teilweiser Bestandteil der Farbe der attraktiven Litho-Karte war Glitter (Fühlt sich an wie Sandpapier)! Dies war aber - wie z.B. auch ein aufgeklebter Faden - nicht statthaft, und die Karte musste deshalb als Brief behandelt werden. Das korrekte Porto für eine Postkarte betrug damals 5 Rp., für einen Brief allerdings 10 Rp. (Hier habe ich mich geirrt, denn anno 1900 wurde nur lediglich der noch fehlende Betrag - ohne zusätzlichen Zuschlag - fällig). Somit wurden korrekt 5 Rp. Nachporto erhoben.

Erstaunlich ist, dass diese Regelung noch so lange beibehalten wurde (Wahrscheinlich bis für Postkarten und Briefe einheitliche Taxen eingeführt wurden).

Jedenfalls bestätigte er mir die ausserordentliche Seltenheit dieser Taxierung. Trotz seiner langjährigen Erfahrung (zusätzlich auch als Leiter Ausstellungswesen des VSPhV) ist meine Karte erst der zweite Beleg dieser Art überhaupt, den er je zu Gesicht bekommen hat (Und er hat in seinen Funktionen wohl bestimmt schon einiges gesehen).

Liebe Grüsse
Andy
 
wuerttemberger Am: 18.11.2014 10:44:04 Gelesen: 15327# 34 @  
@ ziffer-freak [#33]

Da lag ich mit meiner Interpretation doch ganz nah dran. :-)
Ich interpretiere auch nicht so aus dem hohlen Bauch heraus, sondern weil ich einige Argumente dafür habe. Um 1900 trug jede Postkarte, die als solche benutzt werden sollte, auch die Bezeichnung Postkarte in der jeweiligen Landessprache. Das war überall auf der Welt so, sofern das Land Mitglied in der UPU war. In der Deutschen ADA (Allgemeine Dienst-Anweisung) stand, dass die Bezeichnung Postkarte auf privat hergestellten Karten zwingend erforderlich war. Postkarten, die nicht den Vorschriften entsprachen wurden als Brief taxiert.

Im Lauf der Jahre wurde diese Bestimmung abgeschafft, denn in der ADA von 1910 wurde ausdrücklich erwähnt, dass die Bezeichnung Postkarte nicht mehr erforderlich war.

Bei der Lektüre der Betriebsanleitung für die schweizerischen Poststellen vom 1. Januar 1914 ist mir klar geworden, dass es sich um das schweizer Pendant der deutschen ADA, V2 Postbetriebsdienst handelt. Viele Bestimmungen sind sehr ähnlich und ich vermute mal, dass sie aus den Vereinbarungen der UPU stammen. In der Betriebsanleitung wird immer wieder auf die schweizer Postordnung verwiesen. Dort sind die Bedingungen für die Verwendung von Postkarten auch exakt festgelegt. Leider habe ich im Netz nichts dazu gefunden.

Kannst Du mir etwas über die Firmenlochung in meinem Beitrag [#27] sagen? Hast Du diese Lochung auf Deiner Lieblingsserie belegt?

Gruß

wuerttemberger

PS. Ich sammle keine Schweizer Marken, aber als ich über die Betriebsanleitung gestolpert bin und der Preis lächerlich niedrig dafür war, hab ich sie natürlich gekauft. Sie erweist sich immer wieder als sehr hilfreich.
 
ziffer-freak Am: 21.11.2014 01:58:23 Gelesen: 15249# 35 @  
@ wuerttemberger [#34][#27]

Hallo württemberger,

nein, leider besitze ich kein entsprechendes Exemplar. Das mag auch damit zusammenhängen, dass bisher nur unzureichende Daten über diese "G.D."-Lochungen bekannt waren. Von der deinen (G10) ist offensichtlich lediglich der Abgangs-Ort KOBLENZ bekannt, in der Verwendungszeit von 1909-1924, Firma unbekannt. Eine weitere, etwas kleinere Version (G11) konnte zwar noch keinem Verwendungs-Ort oder Zeitraum zugeordnet werden, und lediglich die Anfangs-Buchstaben (Ge...) der Firma sind bekannt.

Diese Angaben sind alle dem bisherigen Perfin-Handbuch (R. Hürlimann/F. Ganz, 1985) entnommen, und betreffen ausschliesslich SCHWEIZER Marken. Die Verwendung dieser Lochung auf Deutschen Marken mutet wohl sehr ungewöhnlich an, erscheint jedoch angesichts der Verwendung deines Beleges sehr naheliegend. Interessant ist auch, dass die Karte das Datum von 1907 trägt, also 2 Jahre früher als im Handbuch notiert.

Beide Daten legen allerdings die Vermutung nahe, dass diese Lochung auf den "Kreuz/Wertziffern" noch keine Verwendung fand, sondern erst ab "Tellknabe", "Tell" und Helvetia mit Schwert".

Übrigens erscheint erst jetzt gerade eine neue, aktuell überarbeitete Version dieses Perfin-Werkes in Katalogform, inklusive Preisnotierungen.

Liebe Grüsse
Andy
 
deCoppet Am: 30.12.2014 21:36:22 Gelesen: 15008# 36 @  
@ mohler [#1]

Hello,

I read this discussion and thought I might show some postage due letters.

The first in my exhibit "Refused Mail of Switzerland" - http://www.rogerheath.com/#refused-mail

can be found on this page - http://rogerheath.com/~thernsp2/roger/refuse2014b/2_page05.html

There are many more throughout the exhibit.

My favorite item is this, where the post office did make a mistake marking the stamps as invalid, when in fact they were valid.



This is my favorite - I interpret the amount due this way. The sender thought they had placed 2 - 5 centimes stamps on the letter for the 10 centimes rate, but the letter was calculated as unpaid 10 + 10 centimes penalty = 20 centimes, but given credit for the 4 centimes in stamps. Therefore, due 16 centimes.



Roger
 
mohler Am: 18.01.2015 13:29:21 Gelesen: 14766# 37 @  
@ deCoppet [#36]

Hello

Thank you for your invitation to see your fine exhibit. It must have been a long-time job to find these items, because it is my experience, however seldom to see even just postage due letters in the market.

Thank you
Arne
 
DERMZ Am: 10.05.2019 18:23:49 Gelesen: 1854# 38 @  
Guten Nachmittag,

ich habe einen Beleg gefunden, der sich mir nicht ganz erklärt, aber vielleicht bekomme ich ja Hilfe:



Ende September 1966 machte sich ein Urlaubsgruß aus dem Fernen Sizilien auf den Weg nach Zürich. In Unwissenheit der gültigen Portotarife wurden statt 55 Lire für eine Auslandspostkarte nur 30 Lire verklebt. So weit, so gut.

Spätestens in Zürich fiel dieser Minderbetrag auf, und es wurde Nachporto erhoben, man klebte eine 30 Rappen Marke auf, versah sie mit dem Tax-Stempel und weiter ging die Reise - bis, ja bis entdeckt wurde, dass die 30 Rappen wohl falsch waren und für ungültig erklärt wurden. Neu wurde eine 50 Rappen Marke aufgeklebt und mit Tagesstempel entwertet.

Wie ist das mit dem Nachporto zu deuten, und war dieses ein übliches Verfahren? Hätte man nicht einfach weitere 20 Rappen aufkleben können?

Vielen Dank für eine kurze Antwort sagt Olaf
 
mohler Am: 16.05.2019 13:19:18 Gelesen: 1758# 39 @  
@ DERMZ [#38]

Es ist nicht zu sagen, wo/wer die 30-Rappen Marke angeklebt ist; wahrscheinlich nicht Zürich und deshalb "Ungültig" gestempelt und aus die Buchführung gezogen.

Dieses sieht man auch bei "Annahme verweigert".

Die interessante Frage ist den Tagesstempel auf 50 Rappen Marke. Die Taxierung ist zweimal die fehlende Porto.

MfG
Arne
 
mohler Am: 16.05.2019 13:30:38 Gelesen: 1755# 40 @  
In "Zack Sonderdruck: Die Posttaxen der Schweiz ab 1875 Band 2 Ausland" ist auf Seite 107 3 verschiedene Formeln angezeigt.

Formel 1: 1.7.1875 – 31.3.1879

Formel 2: 1.4.1879 – 31.12.1975

Formel 3: 1.7.1875 – 31.12.1975

Die genannten Datierungen für Formel 2 und 3 können ja nicht wahr sein. Hat jemand eine Berichtigung dazu?

MfG
Arne
 
SH-Sammler Am: 16.05.2019 18:33:11 Gelesen: 1723# 41 @  
@ württemberger [#27], [#35]

Hallo Württemberger,

ich lese gerade das Thema “Schweiz Nachportomarken ab 1878” und bin auf Deinen Beitrag [#27], die Postkarte der Gebrüder Dietsche, Maschinenfabrik in Koblenz (Aargau) gestossen. Auch habe ich die Teil-Antwort auf Deine Frage im Beitrag [#35] gelesen, mit dem Hinweis, dass (damals) noch nicht alle Daten zur Lochung der Marke bekannt waren.

Im Werk “CH Perfins” von M. Bär mit Ausgabe 1998 finde ich den Eintrag, welcher Dir alle Fragen nachträglich noch erklärt. Ich hoffe, es ist nicht zu spät, diese Karte nochmals hervorzunehmen und zu studieren.



Folgendes ist im Katalog zu den diversen Zahlen erläutert:

Klein h bedeutet: Horizontale Lochung
Zahl 7 ½: Höhe der Lochung in mm
Zahl 34: Anzahl Löcher in “G.D.”
Verwendungszeit, jetzt auch registriert ab 1907.
Zahl 7: Bewertung auf Einzelmarke, Stand 1998
Zahl 18: Bewertung auf Brief Stand 1998

Im Weiteren kann noch folgendes festgestellt werden:

Gelocht wurden die Marken bei Dietsche. Er konnte also auch Marken (gleichen Formates) vom Deutschen Reich in sein Gerät einlegen und lochen.

Warum er die Karte jedoch in Waldshut aufgab, kann höchstens dadurch erklärt werden, dass die verklebten 5 Pfennige damals weniger wert waren als 5 Rappen, der korrekten Frankatur bei Aufgabe einer Postkarte in der Schweiz.

Ja, da ist doch noch der T – Stempel drauf. Die deutsche Post hat jedoch vergessen, den fehlenden Betrag auf die Karte zu schreiben. Aus diesem Grund hat die Schweizer Post auch nichts eingezogen und nachträglich mit Deutschland verrechnet. Falls korrekt frankiert worden wäre, hätte die Schweiz auch nichts nichts erhalten, der Betrag wäre im deutschen Reich geblieben. So haben sie sich die Verrechnung mit der deutschen Post erspart.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 17.05.2019 07:47:06 Gelesen: 1700# 42 @  
@ DERMZ [#38]
@ mohler [#40]

Hallo Olaf, hallo Arne,

Eure Fragen haben mich angeregt, die Berechnung des Nachportos nachzuvollziehen.
Warum wurden zu erst 30 Rappen nachgefordert, nach Erkennen einer Fehlberechnung dann 50 Rappen?

So habe ich die Berechnung nachgestellt, auch unter Zuhilfenahme des Büchleins “Zack” (mit Formel 2).

Hier der Rechnungsweg:

Doppeltes fehlendes Porto (2 mal 25) multipliziert mit dem AUSLAND-BRIEFporto des Empfängerlandes (Schweiz, 50 Rappen) ergibt die Zahl 2500.

Diese Zahl wird jetzt dividiert durch das normale Auslandporto des Absenderlandes Italien. Welches Auslandporto kommt nun zum tragen? Das italenische Briefporto oder das italienische Kartenporto ins Ausland?

Rechnung A: 2500 dividiert durch das ausl. BRIEFporto (90 Lire) resultiert im Betrag 27.778, gerundet zu 30 Rappen. Das war anscheinend falsch. Es war kein unterfrankierter Brief, sondern eine unterfrankierte Karte! Obwohl gemäss Formel das ausl. BRIEFporto genommen werden müsste, hat der Postler wahrscheinlich die Rechnung gemacht und festgestellt, dass er mit dem ausl. Kartenporto mehr herausholen kann.

Rechnung B: 2500 dividiert durch das ausl. KARTENporto (55 Lire) resultiert im Betrag 45.4545, gerundet zu 50 Rappen.

Die Frage, warum der Postler keine 20-er dazugeklebt hat, wird wahrscheinlich niemand beantworten können.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
wuerttemberger Am: 18.05.2019 07:50:17 Gelesen: 1641# 43 @  
@ SH-Sammler [#41]

Vielen Dank für die Daten der Firmenlochung.

Bei der Verrechnung des Nachportos liegst Du aber falsch. Das fehlende Porto ist tatsächlich nicht angeschrieben und eigentlich hätte die Karte dem Absender zurückgegeben werden müssen zur korrekten Frankierung. Das ist unterblieben. Die Schweizer kannten das Nachporto natürlich ganz genau und hätten das aus dem Handgelenk taxieren können. Das unterblieb auch, obwohl sie das Nachporto einstreichen konnten. Da wurde nichts mit der deutschen Seite verrechnet.

Gruß

wuerttemberger
 
SH-Sammler Am: 18.05.2019 09:30:06 Gelesen: 1618# 44 @  
@ mohler [#40]

Hallo Arne,

ich habe Deine Frage aus Beitrag [#40] nochmals gelesen und sehe, dass Du an den Daten der 3 unterschiedlichen Berechnungsformeln zweifelst.

In "Zack Sonderdruck: Die Posttaxen der Schweiz ab 1875 Band 2 Ausland" ist auf Seite 107 3 verschiedene Formeln angezeigt.
Formel 1: 1.7.1875 – 31.3.1879
Formel 2: 1.4.1879 – 31.12.1975
Formel 3: 1.7.1875 – 31.12.1975
Die genannten Datierungen für Formel 2 und 3 können ja nicht wahr sein. Hat jemand eine Berichtigung dazu?


Die aufgeführten Daten sollten korrekt sein, jedoch ist die Art der Nachporto – Berechnung anders.

[IMG]https://www.philaseiten.de/up/15986213/6/3/f8cä719_h.jpeg[/IMG]

Bei genauem Lesen des Kommentars zur Formel 3 steht geschrieben, dass diese Taxierungsart “für Nachsendungen” angewendet wurde.

Die Briefaufgabe in der Schweiz mit anschliessender Nachsendung an einen anderen Ort in der Schweiz war möglich, wenn ein Brief frankiert war für den Nahverkehr bis 10km, die Nachsendung jedoch in den Bereich des Fernverkehrs erfolgen musste. Da war das ursprüngliche Porto korrekt. Also wurde das Nachporto in den Bereich Fernverkehr ohne “Bestrafung” erhoben.

Bei Briefen aus dem Ausland wurde anscheinend gleich verfahren. Leider habe ich aber keinen Beleg zum zeigen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ein Brief aus dem Grenzbereich (RL-Bereich, mit reduzierter Taxe) bei einer Nachsendung aus dem Grenzbereich hinaus mit der einfachen, fehlenden Taxe belegt wurde.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
mohler Am: 19.05.2019 12:08:45 Gelesen: 1576# 45 @  
@ SH-Sammler [#44]

Hallo Hanspeter,

danke schön für Deine Antwort meiner Frage. Ich habe mir nicht angeheftet, dass Formel 3 ja eine Sonderfalle gilt.

Ich habe Zumstein Spezialkatalog 24. Auflage. Im Abschnitt 15 - Portomarken - ist eine Tabelle der Nachportotarife, aber sie haben ein "Loch" zwischen 1.1.1899 und 1.1.1922.

Darf Ich fragen, ob Du eine neuer Ausgabe besitzt, wo dieser Loch nicht erscheint?

Ich habe nämlich 3 Belege aus den Jahren 1900 – 1905 gekauft.

Viele Grüsse
Arne
 
SH-Sammler Am: 19.05.2019 13:37:19 Gelesen: 1569# 46 @  
@ mohler [#45]

Hallo Arne,

auch in der 25. Ausgabe ist dieses Loch. Es scheint niemanden zu interessieren.
In dieser Tabelle sind zwar nicht die Portotarife, sondern die Berechnungsarten zur Erhebung des Nachporto, vor allem der Modus zum Aufrunden auf den vollen Rappen resp. die nächste 5-Rappen Stufe.

Ich stelle nochmals die Ausführungen vom ZACK ein. Dort ist es in der Formel 2 genau beschrieben: Ab 1879 bis 1975 doppeltes fehlendes Porto, umgerechnet in die Landeswährung. Und zwar basierend auf dem Tarif des schweiz. Ausland-Briefporto.



Ich hoffe, dass diese Aufstellung weiterhilft.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
mohler Am: 19.05.2019 14:14:15 Gelesen: 1563# 47 @  
Hallo,

eine interessante Karte, die aus Italien nach Schweiz gegangen ist, ist nur mit 10 Rp Nachporto gesetzt. Datum 26.12.1905.

Warum nicht 15 Rp?

Gab es Sondertarife für Karte, die mit weniger als 5 Wörter beschrieben war?

Die Annahme wurde verweigert, und die Portomarke ist mit deshalb mit "Ungültig" gestempelt. Weiter ist die handgeschriebene "Refuse" zugefügt, aber keine Absenderanschrift ist zu sehen.

Viele Grüsse
Arne


 
briefmarkenwirbler24 Am: 29.05.2019 19:12:23 Gelesen: 1419# 48 @  
Hallo zusammen,

heute zeige ich euch einen in der Form recht seltenen Beleg, der für den Laien vielleicht erst mal etwas unscheinbar aussieht.

Aufgegeben wurde der Portobrief am 06.10.1881 in Saignelegier und wurde adressiert nach Le Roselet. Die Entfernung per Luftlinie beider Orte zueinander liegt bei etwas mehr als 3 km, also handelt es sich hier um einen Brief im Ortsverkehr. Laut Tarifperiode vom 01.09.1876 bis zum 31.10.1881 mussten frankierte Briefe im Lokalrayon bis 15 g mit 5 Rappen freigemacht werden. Unfrankierte Briefe kosteten das Doppelte, also 10 Rappen, die vom Postler in "schwarz" notiert und in Form von 2x5 Rappen (Mi.Nr. 4) Nachportomarken verklebt wurden.

Unfrankierte Briefe aus diesem Zeitraum zu finden, stellt schon an sich eine echte Herausforderung dar, hinzu kommt noch die Tatsache, dass es sich hier um einen Lokalrayon-Beleg handelt, was nochmal etwas seltener ist, da man 3 km auch gut zu Fuß zurücklegen konnte.

Ich zitiere aus dem Buch "Über die Frankaturen der Sitzenden Helvetia gezähnt":

"Die Gebühren für unfrankierte Briefe bedürfen einer Erläuterung: sowohl vor als auch nach Inkrafttreten des Posttaxengesetzes von 1862 war dem Postbenützer die <<Freimachung>> oder Frankierung von Briefen anheim gestellt, jedoch mit dem Unterschied, dass mit dem neuen Gesetz unfrankierte Sendungen mit einer Ausnahme erstmals höher belastet wurden. Der Zweck dieser Massnahme lag in der reibungslosen Zustellung. Den offenkundigen Erfolg bezeugt die Tatsache, dass der Anteil der frankierten Inlandssendungen, der 1862 kaum die Hälfte ausmachte, im Jahr 1870 auf rund 80% und sieben Jahre später [1877] gar auf über 95% anstieg"

Alleine diese Zahlen belegen schon, dass ein unfrankierter Brief aus dem Jahr 1881 vielleicht 2% aller Postsendungen (die Tatsache, dass es sich um einen Lokalrayonbrief handelt mal ganz außen vor gelassen) ausmachte, wenn man den Gedanken jetzt noch weiter spinnt, wie viele von diesen Belegen noch erhalten sind, erhält man eine ungefähre Vorstellung von der Seltenheit.

Hinzu kommt, dass die erste Ausgabe der Portomarken unter Sammlern sehr beliebt ist, weswegen dieses waagerechte Paar der 5 Rappen den Brief zusätzlich etwas aufhübscht.

Der Inhalt ist eine Rechnung in Höhe von 18.90 Franken, die vom Empfänger beglichen werden mussten. Der Erhalt der Gebühr wurde am 29.10. quittiert.

Liebe Grüße,

Kevin


 

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