Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: (?) (1002) Altdeutschland Preussen Belege
Das Thema hat 1009 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 11 21 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40   41  oder alle Beiträge zeigen
 
bayern klassisch Am: 15.03.2020 17:41:49 Gelesen: 7010# 985 @  
@ philast [#982]

Liebe Sammlerfreunde,

es gibt nur 2 kostenpflichtige Postsonderdienste: 1. Reco zu 2 Sgr., wie verklebt und 2. Express, welcher Dienst damals noch die Reco dazu vorsah, daher 2 Sgr. Reco und 2 1/2 Sgr. = 9 Kreuzer für den badischen Boten.

Das alles wurde aber letztlich weder gefordert, noch so gehandhabt.

Es gibt eine Reihe von Briefen, die Gebühren frankiert zeigen, aber ihrer Grundlage dafür entbehren.

Bei den wenigen, die ich sehen durfte und die noch Inhalt hatten, kann man davon ausgehen, dass sie in großer Eile geschrieben wurden. Bei dem Brief hier hätte auch "franco" und "recommandirt" vermerkt sein müssen, aber auch das wurde offensichtlich vergessen.

Ich unterstelle, dass man das schon wollte, aber man hätte sich in diesem Fall lange anstellen müssen, um endlich an den Schalter für seinen Recobrief zu kommen - die Zeit lief davon und man warf ihn einfach in den nächsten Briefkasten und ließ die 2 Sgr. 2 Sgr. sein, auch wenn es damals für einige Leute viel Geld war, für andere war es praktisch nichts.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 21.03.2020 11:33:18 Gelesen: 6767# 986 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute ein netter Portobrief Dessau - Hannover zu Zeiten des DÖPV:



Wie siegelseitig zu sehen ist, war der Absender die Anhalt-Dessauische Landes-Bank [1] und ging an Herrn Wölffer.

Erst wurde fehlerhalt 3 Sgr. Porto - richtig nun 4 Sgr. reduziert in 3 Ggr 3 Pfennige angeschrieben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

[1] http://www.stadtarchiv.dessau-rosslau.de/news/2013_06_11-1
 
bayern klassisch Am: 21.03.2020 12:34:16 Gelesen: 6761# 987 @  
@ Magdeburger [#986]

Lieber Magdeburger,

ein typischer Fall von Denkste, wie ich ihn bei Preußenbriefen schon mehrere Dutzend Male gesehen habe: Weil innerpreußisch kein Portozuschlag auf die Briefe kam, wurden sie immer erst mit 3 Sgr. taxiert, ehe man bemerkte, dass sie in den Postverein liefen und man dann auf 4 Sgr. erhöhte.

Aber immer schön, genau das zeigen zu können und die Reduktion in Gutegroschen gab es ja bei Hannover auch nicht ewig.

Danke fürs Zeigen und liebe, coronafreie Grüße von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 22.03.2020 09:24:00 Gelesen: 6737# 988 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier ein Brief vom 04.10.1854 von Magdeburg an den Gruben Dirigent W. Caspary wohlgeboren (in) Oschersleben.



Der Brief wurde mit 1 Sgr. bar frankiert. Schön ist es, dass der Ortsaufgabe-Stempel 2x abgeschlagen wurde. Beim oberen Abschlag ist der Ort nicht ganz vollständig und so wohl für den kontrollierenden Beamten so nicht eindeutig genug, so daß ein weiterer Abschlag von Nöten war.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 22.03.2020 10:20:35 Gelesen: 6732# 989 @  
@ Magdeburger [#988]

Lieber Magdeburger,

sonderbar: Im oberen Stempel ist der 4.10. dünn, aber die Uhrzeit 6 - 7 dick abgeschlagen.

Im Nachstempel darunter ist es genau anders herum.

Bin ich froh, kein Prüfer zu sein.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 22.03.2020 10:51:35 Gelesen: 6726# 990 @  
@ bayern klassisch [#989]

Lieber Bayern Klassisch,

ja, es sieht im ersten Moment so aus, als wären es zwei verschiedene Stempel - sind es jedoch nicht. Das Postaufkommen war zu dieser Tages-Zeit allgemein höher und so reicht ein wenig Verschmutzung schon aus, dass diese Stempelabschläge unterschiedlich sind.

Das Gerät kann ich ab 1843 nachweisen und meist auf Briefpostbelegen. Zu dieser Zeit war er schon 11 Jahre in Verwendung und blieb es noch bis 1863.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 22.03.2020 12:05:27 Gelesen: 6717# 991 @  
@ Magdeburger [#990]

Lieber Magdeburger,

vielen Dank für deinen Kommentar - klar ist da alles echt und man sieht wieder, wie unterschiedlich Abschläge in derselben Minute aussehen können.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 22.03.2020 13:21:32 Gelesen: 6711# 992 @  
Lieber Bayern Klassisch,

hier mal alle 6 verschiedene Stempelgeräte der Uhrzeit 6-7:



Der letzte Stempel der 1. Reihe ist der, welcher auf dem Beleg zu sehen ist.

Schon beim Vergleich würde auffallen, dass die "7" in der Uhrzeit schon ganz schön gelitten hat.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 22.03.2020 14:17:51 Gelesen: 6701# 993 @  
@ Magdeburger [#992]

Lieber Magdeburger,

sehr schön - fast schon eine kleine Prüfstempelsammlung!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Stempelfreund Am: 23.03.2020 08:28:41 Gelesen: 6664# 994 @  
@ Magdeburger [#992]

Lieber Magdeburger,

kann es sein, dass der letzte Stempel in der zweiten Reihe ein anderes Stempelgerät ist? Mir scheint die Schrift des Ortsnamens doch gedrungener als bei den anderen.

Grüße vom Stempelfreund
 
Magdeburger Am: 23.03.2020 12:44:57 Gelesen: 6646# 995 @  
@ Stempelfreund [#994]

Hallo Stempelfreund,

es sind alle mir bisher bekannten 6 K2-Geräte der Uhrzeit 6-7 ohne Jahr dargestellt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 27.03.2020 16:07:32 Gelesen: 6333# 996 @  
Liebe Sammlerfreunde,

wahrscheinlich um 1860 ging es vom Bahnhof Dessau an "Ihrer Hochwohlgeborn der Frau von Heyden-Bredenfelde geborene Freiin von Brandenstein Bredenfelde bei Stavenhagen Meckenburg-Schwerin"



Möglicherweise ging es an die Witwe[1], denn das Siegel scheint ein Trauersiegel zu sein.

Alle Orte Mecklenburg-Schwerins waren mehr als 20 Meilen von Dessau aus entfernt, so dass das Franco 3 Sgr. betrug, was mit dem Wertstempel abgedeckt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenhaus_Bredenfelde
 
bayern klassisch Am: 27.03.2020 16:30:12 Gelesen: 6331# 997 @  
@ Magdeburger [#996]

Nur ein Wort dazu: KLASSE !

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Lars Boettger Am: 18.04.2020 12:49:12 Gelesen: 4789# 998 @  
Faltbrief aus Trier nach Diekirch, abgestempelt am 10. März 1866 beim Postamt Trier, frankiert mit 1 Silbergroschen für den Tarif der ersten Entfernungsstufe DÖPV (bis 10 Meilen) und der ersten Gewichtsstufe. Beim Nachwiegen stellte es sich heraus, dass der Brief mit 1 1/10 Loth in der zweiten Gewichtsstufe ist. Der Postbeamte Pfeiffer vermerkte das Gewicht und "aus Briefkasten" auf der Vorderseite. In Blaustift wurde der Fehlbetrag von 2 Silbergroschen notiert. 1 Silbergroschen für die zweite Gewichtsstufe + 1 Silbergroschen, weil die zweite Gewichtsstufe nicht frankiert war. In Diekirch wurden die 2 Silbergroschen in Centimes umgerechnet und 25 Centimes mit Tinte vermerkt. Die 25 Centimes wurden vom Empfänger eingezogen.

Beste Grüße!

Lars


 
volkimal Am: 20.04.2020 14:46:51 Gelesen: 4528# 999 @  
Hallo zusammen,

ein Brief vom Amt Bork an den Justizrath Morsbach in Nordkirchen:





Oben links die Gewichtsangabe 1 ?? Loth. Wer kann mir den Vermerk unten links und die Taxvermerke erklären?

Viele Grüße
Volkmar
 
Magdeburger Am: 20.04.2020 15:40:33 Gelesen: 4515# 1000 @  
@ volkimal [#999]

Hallo Volkmar,

das Gewicht lese ich als 1 1/2 Loth. Unten links steht Post-Vorschuß 4 1/2 Sgr. Die Entfernung zwischen beiden Orten beträgt nur 1 Meile. Der Postvorschuß wurde oben mit 4 1/2 Sgr. angegeben. Des ist nur das Porto für den doppelt schweren Brief von weiteren 2 Sgr. berechnet worden. Die untere Notierung von Pro 4 1/2 ist die Wiederholung des Postvorschußes ohne Berechnung eines ProCuras, was zwischen dem 01.08.1852 bis 31.12.1860 beim Postvorschuß bis 5 Sgr. möglich war.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
volkimal Am: 20.04.2020 16:02:29 Gelesen: 4507# 1001 @  
@ Magdeburger [#1000]

Hallo Ulf,

super - vielen Dank für deine Hilfe. Jetzt kann ich den Brief in der Sammlung richtig beschriften.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 20.04.2020 16:23:25 Gelesen: 4504# 1002 @  
Hallo Ulf,

noch eine Frage. Du schreibst "Die Entfernung zwischen beiden Orten beträgt nur 1 Meile".

Laut Wikipedia gilt ab 1841:

1 preußische Meile = 7420,44 Meter. Die Entfernung zwischen Bork und Nordkirchen beträgt aber Luftlinie ca. 10 km. Wie passt das zusammen? Oder wurde die Entfernung in so einem Fall ganzzahlig abgerundet?

Viele Grüße
Volkmar
 
Magdeburger Am: 20.04.2020 16:36:16 Gelesen: 4501# 1003 @  
@ volkimal [#1002]

Hallo Volkmar,

laut den Infos, welche ich gefunden habe, ist das Amtshaus von Bork heute Teil von Selm [1] und so ist die Luftlinie nach Nordkirchen nur 5,71 km[2] und damit unter einer Meile.

Eine preussische Meile waren 2000 Ruten, was wiederum 7,532 km sind.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Bork
[2] https://www.luftlinie.org/Selm,Nordrhein-Westfalen,DEU/Nordkirchen,Nordrhein-Westfalen,DEU
 
volkimal Am: 20.04.2020 16:50:19 Gelesen: 4496# 1004 @  
@ Magdeburger [#1003]

Hallo Ulf,

es stimmt zwar, dass Bork heute zu Selm gehört. Damals war Selm aber noch sehr winzig und unbedeutend. Es wurde postalisch so weit ich weiß von Lüdinghausen versorgt. Die erste Postagentur in Selm öffnete erst 1873, in Bork gab es dagegen schon seit 1825 eine Postexpedition. Das Amtshaus der Stadt Selm steht auch heute so wie früher in Bork.

Viele Grüße
Volkmar
 
Fips002 Am: 25.04.2020 17:16:11 Gelesen: 4066# 1005 @  
Brief von Verden, 30.3.1867, über London, 01.04.1867, nach Liverpool.

Freigemacht ist der Brief Mi.Nr. 17 und 18. Gebühr nach Liverpool 5 Silbergroschen.




Dieter
 
Magdeburger Am: 26.04.2020 12:46:24 Gelesen: 3985# 1006 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier ein netter Beleg aus Rathenow:



Am 03.09.1867 wurde eine Kiste von 3 Pfund 20 Loth an den Uhrmacher Herrn C. Baumann (in) Magdeburg Neue Neustadt Breite Weg aufgegeben. Die Neue Neustadt war zu dieser Zeit kein Stadtteil von Magdeburg, sondern eine eigene Stadt. Allerdings wurde diese ursprünglich von den Landbriefträgern von Magdeburg aus versorgt. Mit der Aufnahme einer regelmäßigen Omnisbusverbindung wurde die Post auch zwischen den beiden Postämtern geregelt.

Der vorderseitige Stempel von Neustadt-Magdeburg resultiert von der Paketausgabe.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 30.04.2020 16:22:09 Gelesen: 3590# 1007 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier ein netter Beleg vom 25.08.1865:



Aufgegeben wurde er am Zug in Magdeburg, wo er von den Berliner Beamten des Eisenbahnpostamt Nr. 1 mit Sitz in Berlin, dem die Strecke Berlin-Magdeburg-Braunschweig-Minden zugeordnet war, bearbeitet wurde. Schon am Folgetag war er in Posen. Er ist mit 3 Sgr. tarifgerecht frankiert für einen einfach schweren Brief über 20 Meilen Entfernung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.05.2020 09:47:43 Gelesen: 2155# 1008 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal drei Umschläge an Pauline Schoch:



Beide Umschläge sind aus Zerbst nach Dessau gesendet wurden - siegelseitig jeweils nur ein Ausgabestempel.



Diesmal stammt er aus Dessau und lief nach Königsaue bei Aschersleben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 10.05.2020 10:07:32 Gelesen: 2150# 1009 @  
@ Magdeburger [#1008]

Lieber Magdeburger,

eine schöne Stempelstudie, wie ich finde: Faul mit nur einem Stempel, dann waagrecht Zweie und senkrecht Zweie; tolle Sache und kann man so auf einer A4 - Seite zeigen (wenn man will).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

Das Thema hat 1009 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 11 21 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40   41  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.