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Thema: Oberschlesien - Marken, Prüfer und philatelistische Zukunft
Das Thema hat 52 Beiträge:
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Pete Am: 18.09.2017 19:18:39 Gelesen: 17380# 28 @  
@ Meinhard [#27]

Nur der Satz: "Diese Briefmarken aus der Attesterie (mit Falz befestigt) würden heutzutage allesamt als Prüfzeichenfälschungen signiert werden". Warum werden Vorlagestücke als "FALSCH" bezeichnet und warum sollte hier eine Prüfzeichenfälschung vorliegen?

Da habe ich mich vertan, danke für den Hinweis. Es war gemeint, dass es sich aus heutiger Sicht um Aufdruckfälschungen handelt. ;-)

Gruß
Pete
 
Meinhard Am: 18.09.2017 20:04:58 Gelesen: 17360# 29 @  
@ Pete [#28]

Hallo Pete, alles klar, danke.

@ Cantus [#23]

Hallo Ingo,

eigentlich hat Markus ja schon alles geschrieben. Ich habe auch vor längerer Zeit dieses Sammelgebiet beackert. Aus verschiedenen Gründen liegt es derzeit brach. Die Gründe kann ich hier im Forum nicht öffentlich schreiben. Ich zeige mal einige Marken von meiner Sammlung. Gerne können sich die Spezialisten dieses Sammelgebietes dazu äußern (Prüfzeichen, Qualität, echt oder falsch oder auch zu der Bewertung postfrisch, mit Falz oder ähnlich). Es sind dies die 5 Höchstwerte eines Satzes mit Aufdruck.

LG, Meinhard






 
Meinhard Am: 18.09.2017 20:19:31 Gelesen: 17350# 30 @  
@ Pete [#25] und [#28]

Hallo Pete,

ich erlaube mir deine oben gezeigten Marken, es sind dies die Mi.Nr. 31 bis 35 mit echtem Aufdruck zu zeigen. Damit alle die diese Ausgaben nicht sammeln, auch einen Vergleich haben. Ich habe mir erlaubt, dein Bild auszuleihen und vor den echten Aufdrucken zu stellen. Ich hoffe, Du bist damit einverstanden. Ich meine, man hat dann einen besseren Vergleich.

Jetzt ziehe ich mich von diesem Sammelgebiet schon wieder zurück und hoffe, das Markus hier einiges noch zeigt.

Schöne Grüße, Meinhard





Mi. Nr. 31 bis 35, Aufdruck ECHT.
 
LK Am: 18.09.2017 20:31:13 Gelesen: 17346# 31 @  
@ Meinhard [#29]

Hallo Meinhard,

die Vorderseiten wären hilfreich.

Dr. Hochstädter hat offiziell Oberschlesien nicht geprüft.

Das Prüfzeichen von George Landre` ist auf Oberschlesien ein gutes Zeichen für Echtheit (wenn es echt ist).

Beste Grüße
 
Meinhard Am: 19.09.2017 18:03:49 Gelesen: 17233# 32 @  
@ LK [#31]

Das Prüfzeichen von George Landre`ist auf Oberschlesien ein gutes Zeichen für Echtheit (wenn es echt ist).

Hallo LK,

das Prüfzeichen ist echt.

Die kleinen Werte habe ich ja schon unter [#30] gezeigt. Hier nun die hohen Werte Mi. Nr. 36 bis 40. Die Nr. 38 in a-Farbe (dunkelgrün).

LG, Meinhard






 
Pete Am: 19.09.2017 19:16:55 Gelesen: 17216# 33 @  
@ Meinhard [#30]

ich erlaube mir deine oben gezeigten Marken, es sind dies die Mi.Nr. 31 bis 35 mit echtem Aufdruck zu zeigen. Damit alle die diese Ausgaben nicht sammeln, auch einen Vergleich haben. Ich habe mir erlaubt, dein Bild auszuleihen und vor den echten Aufdrucken zu stellen.

Dein Vergleich zeigt gut die unterschiedlichen Aufdruckfarben. Allerdings beinhaltet dieser Vergleich auch unterschiedliche Aufdrucke (echt und falsch), welche nachfolgend (hoffentlich) etwas besser zur Geltung kommen. Bedingt durch das Format der zu überdruckenden Briefmarken wurden in der Oppelner Druckerei Erdmann & Raabe zwei verschiedene Aufdruckformen zusammengestellt (Mi-Nr. 30-35 und 36-40). Eine recht häufig vorkommende Aufdruckfälschung (angeblich wenige Monate nach dem Abstimmungstermin in Paris auf dem Markt gekommen) sieht dem Original auf dem ersten Blick sehr ähnlich. Man beachte allerdings den abweichenden Kopf bzw. den Fuß der Ziffer "9" in der Jahresangabe "1921".



Mi-Nr. 34 - links Aufdruck echt und rechts Aufdruck falsch



Mi-Nr. 40 - links Aufdruck echt und rechts Aufdruck falsch; die Urmarke der Aufdruckfälschung stammt aus einer Nachauflage der Mi-Nr. 26 (welche vermutlich erst 1922 gedruckt wurde); das Original muss die Urmarkenfarbe der Mi-Nr. 26b aufweisen, bei der hier gezeigten Aufdruckfälschung handelt es sich um die Urmarkenfarbe der Mi-Nr. 26a

Die Briefmarken auf dem Attest aus Beitrag [#25] weisen allesamt einen solchen falschen Aufdruck auf.

Gruß
Pete
 
Markus Pichl Am: 20.09.2017 17:07:31 Gelesen: 17124# 34 @  
@ Pete [#33]

Hallo Pete,

vielen Dank für Deinen Hinweis mit den Druckfarben bzw. Druckauflagen der Urmarken. Dies bringt mich bei den Buchdruckaufdrucken wieder ein Stück weiter.



Beispiele für echte Aufdrucke:







Beispiele für falsche Aufdrucke:





Auch so etwas kommt vor: Prüfungsergebnis "Merkmale reichen nicht"



Die CIHS-Handstempelaufdrucke sind nach meiner bescheidenen Meinung einfacher in echt und falsch aufteilbar, als die Buchdruckaufdrucke der MiNr. 30 bis 40. Optimal wäre es wohl, je einen Bogen mit echten drei- und den zweizeiligen Aufdrucken zu besitzen (natürlich jeweils in rot und in schwarz), um besser beurteilen zu können. Grundsätzlich kann ich bei diesen hochgradig fälschungsgefährdeten Aufdruckmarken nur die Empfehlung geben, solche unbedingt prüfen zu lassen.

Beste Grüße
Markus
 
Meinhard Am: 20.09.2017 17:52:40 Gelesen: 17101# 35 @  
Nachdem wir schon mal bei diesem Gebiet sind, mache ich mal weiter.

Alle Angaben nach Michel-Spezial von links nach rechts:

Mi.Nr. 26a (dunkelkarmin), geprüft
Mi.Nr. 26b (lilabraun - Töne), ungeprüft
Mi.Nr. 39 (lilabraun), geprüft



Die Urmarken werden im Michel in 2 Farben unterschieden in dunkelkarmin (26a) und lilabraun (26b) - bei den Aufdrucken gibt es dann nur mehr 1 Farbe (lilabraun), also die 26b.

So wie ich es lese, wurde nur die 26b überdruckt, also alle Farben der 26a (dunkelkarmin) haben demnach falschen Aufdruck? Richtig oder falsch?

LG, Meinhard
 
Pete Am: 20.09.2017 18:50:36 Gelesen: 17085# 36 @  
@ Markus Pichl [#34]

vielen Dank, für Deinen Hinweis mit den Druckfarben bzw. Druckauflagen der Urmarken. Dies bringt mich bei den Buchdruckaufdrucken wieder ein Stück weiter.

Die zwei unteren Briefmarken auf dem ersten Scan (6x Mi-Nr. 40) fallen durch die Markenfarbe auf (a-Farbe) und sind dadurch als Fälschung erkennbar, dito das gestempelte Exemplar in der zweiten Reihe (Urmarke Mi-Nr. 26c). In Michel-Katalogen (älter als 30-35 Jahre) sind weitere Hinweise zum echten Aufdruck und der häufigsten Fälschung aufgeführt.

Zum Scan der gestempelten Mi-Nr. 30-32: bei dem verwendeten Prüfzeichen von Dr. Müller aus Leobschütz handelt es sich m.W. um einen frühen Prüfstempel, den er verwendet hatte. Dieser scheint eher auf echten Ausgaben vorzukommen. Dies gilt auch für Aufdruckfehler der Mi-Nr. 10-12.

Generell besteht bei den Mi-Nrn. 30-40 das Problem, dass der Fachliteratur (Handbuch von Oberschlesien bzw. Artikel in den Rundschreiben der ArGe) nach bereits kurz nach dem 20.03.1921 in der gleichen Druckerei begonnen wurde, Aufdruckfälschungen mittels Originaldruckmaterial (Druckstock, Druckfarbe) zu produzieren. Jene Ausgaben, welche die gleiche Druckfarbe (Restbestände der Aufdruckfarbe der am Schalter am 20.03.1921 verausgabten Mi-Nr. 30-40) aufweisen und nicht anderweitig auffallen, dürften am ehesten als Original durchgehen. Je weiter man sich von der Originaldruckfarbe entfernt, umso eher sollten Fälschungen auffallen, beispielsweise die rote Aufdruckfarbe anhand von unter UV-Licht erkennbaren Abweichungen.

Die CIHS-Handstempelaufdrucke sind nach meiner bescheidenen Meinung einfacher in echt und falsch aufteilbar, als die Buchdruckaufdrucke der MiNr. 30 bis 40. Optimal wäre es wohl, je einen Bogen mit echten drei- und der zweizeiligen Aufdrucke zu besitzen (natürlich jeweils in rot und in schwarz), um besser beurteilen zu können.

Das Problem ist bei dieser Ausgabe generell, Bogenmaterial zu finden. Selbst Einheiten sind bereits schwierig aufzutreiben. Diese Ausgabe durfte nicht bogenweise am Schalter verkauft werden. Die Nachfrage war der Literatur nach in diversen Postämtern größer als das vorhandene Material. Dadurch wurden diese Briefmarken lediglich rationiert (= einzeln) an das normale Publikum abgegeben. Abhängig vom Dienstalter bzw. Dienstrang erhielten bestimmte Postbeamte ganze Sätze bzw. kleinere Einheiten zur Erinnerung an den seinerzeit schicksalsträchtigen Abstimmungstag.

@ Meinhard [#35]

So wie ich es lese, wurde nur die 26b überdruckt, also alle Farben der 26a (dunkelkarmin) haben demnach falschen Aufdruck? Richtig oder falsch?

Der Logik nach handelt es sich bei Plébiscite-Aufdrucken auf der Urmarke Mi-Nr. 26a um Aufdruckfälschungen, dies ist richtig. Nachfolgend entsprechende Scans:



Mi-Nr. 39 - links Aufdruck falsch (Urmarke Mi-Nr. 25a) und rechts Aufdruck echt (Urmarke Mi-Nr. 25b)



Mi-Nr. 39 - links Aufdruck falsch (Urmarke Mi-Nr. 25a) und rechts Aufdruck echt (Urmarke Mi-Nr. 25b)

Gruß
Pete
 
Meinhard Am: 20.09.2017 19:42:26 Gelesen: 17065# 37 @  
@ Pete [#36]

Der Logik nach handelt es sich bei Plébiscite-Aufdrucken auf der Urmarke Mi-Nr. 26a um Aufdruckfälschungen, dies ist richtig.

Wenn unsere Bibel "Michel-Spezial" auch mal einen Buchstaben dazu schreiben könnte, bräuchten wir Sammler nicht unser Hirn einschalten. (Smile)

Habe mal einen lieben Scan von der Bibel gemacht und blaue Pfeile. Vielleicht liest ja jemand vom Michel hier mit. Zumindest bei diesen Ausgaben, wo bei den Urmarken verschiedene Farben unterschieden werden.



Gruß,
Meinhard
 
Markus Pichl Am: 20.09.2017 23:46:48 Gelesen: 17029# 38 @  
Hallo Meinhard,

in Beitrag [#35] hast Du da irgedwie die falsche MiNr. geschrieben und Pete hat sich davon auch etwas anstecken lassen.

Im Michel 2017 ist die MiNr. 25 wie folgt katalogisiert:

25 a rötlichkarmin
25 b lilabraun (Töne)

Nach meinem Farbensehen erachte ich die Farbbezeichnung "rötlichkarmin" als kritisch hinterfragbar, um es diplomatisch auszurücken. Karmin ist aber in jedem Fall in der a-Farbe vorhanden, die b-Farbe zeigt hingegen lilabraune Farbtöne.

Die oberste Aufdruckmarke ist die, bei der die Merkmale nicht ausreichen, um als eine echte signiert zu werden. Die anderen Aufdruckmarken sind je als Aufdruckfälschung sign. Gruber BPP. In Bezug der Urmarkenfarben sollte es sich bei den beiden linken Marken auf weißem Papier um MiNr. 25 a, bei den anderen drei auf gräulicherem Papier um Urmarke 25 b handeln?



Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 21.09.2017 05:19:28 Gelesen: 17012# 39 @  
Hallo,

im letzten Beitrag hatte ich mich zuerst wegen der Echtheit der Aufdrucke bei den beiden ungebrauchten Marken verhauen (nicht richtig auf die Rückseite gesehen. Die Marke, bei der gemäß Herrn Gruber die Echtheitsmerkmale nicht ausreichen, trägt eine Signatur "T. GRYZEWSKI", war AIEP-Mitglied). Der Text ist nun entsprechend korrigiert und ich habe in das Bild genau eingeschrieben, was die Prüfung bei Herrn Gruber ergab.

Jetzt komme ich aber wegen der Markenfarbe immer noch ein wenig ins Schleudern. Die einen haben mehr weiße, die anderen grauere bzw. gelblichere Papiere (im Prinzip ist der Unterschied vergleichbar mit den Papieren der französischen Marken aus dieser Zeit). Kann es sein, dass diese deutlich verschiedenen Farbtönungen dennoch alle "lilabraun" darstellen sollen? Sprich gleich Urmarke 25 b?

Nachstehend die zwei untersten Marken mit Aufdruckfälschungen, aus dem vorigen Vergleichsbild, mit einer weiteren Marke, die auch wieder weißeres Papier zeigt, im Vergleich.



Also selbst wenn diese unterschiedlichen Farbtönungen, die flankierenden haben m.E. einen Karminanteil in der Druckfarbe, dennoch alle zu lilabraun gehören sollten, dann handelt es sich doch aber dennoch um zwei verschiedene Papiersorten, oder nicht?

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 21.09.2017 06:30:00 Gelesen: 17006# 40 @  
Hallo,

meine Frage, nach der Urmarkenfarbe bei meinen Marken, konnte ich mir soeben selbst beantworten, weil mir wieder eingefallen war, wo ich das nachstehende Blatt vergraben hatte. Die Marken auf diesem sind alle von Herrn Gruber nach Farben signiert.



Die MiNr. 25 habe ich dann noch einmal einzeln eingescannt und zusammen mit dem Scan der im vorstehenden Beitrag ganz rechts gezeigten Marke, in den Scan von Meinhard eingefügt. Da Meinhard auf einem fast baugleichen Scanner mit vergleichbaren Einstellungen einscannt, mußte ich nur meinen Scan der Aufdruckmarke etwas aufhellen, um die Farbe an Meinhards Scan etwas anzupassen.

Somit wird klar, dass alle von mir gezeigten 80 Pfg-Marken in den b-Farbtopf fallen.



Hier die ursprünglichen Scans, wenn auch stark verkleinert, der Marke ganz rechts im Bild.



Wieder ein kleines Rätsel gelöst und einen Schritt weiter. Nur die Sache, mit den wahrscheinlich verschiedenen Papiersorten, ist noch offen.

MfG
Markus
 
Gerhard Am: 21.09.2017 09:42:25 Gelesen: 16976# 41 @  
@ Markus Pichl [#40]

Zu den Papiersorten fällt mir spontan ein, dass wenn es dort Unterschiede gibt, dies am ehesten im Ivert & Tellier vermerkt sein müßte, da die Marken doch französischen Ursprungs sind. Leider besitze ich diesen nur für Frankreich.

MphG
Gerhard
 
Pete Am: 21.09.2017 17:19:30 Gelesen: 16928# 42 @  
@ Markus Pichl [#39]

Also selbst wenn diese unterschiedlichen Farbtönungen, die flankierenden haben m.E. einen Karminanteil in der Druckfarbe, dennoch alle zu lilabraun gehören sollten, dann handelt es sich doch aber dennoch um zwei verschiedene Papiersorten, oder nicht?

Grundsätzlich kommen - analog den Ausgaben in Frankreich in dieser Zeit - Papiere verschiedener Qualität vor. Die Urmarken Mi-Nr. 1-9; 13-29 sowie die Aufdruckausgaben Mi-Nr. 41-43 wurden in der Pariser Staatsdruckerei "Atélier des timbres" gedruckt. Die Ausgabe Mi-Nr. 13-29 (bzw. vielmehr Mi-Nr. 15-29) wurde über mehr als zwei Jahre hinweg in verschiedenen Auflagen produziert, erkennbar an den unterschiedlichen Auftragsnummern, welche u.a. eine Tages- und Monatsangabe beinhalten (welche vor etwa 10 Jahren grob einer Jahreszahl zugeordnet werden konnten). Eine Ursache für die Nachauflagen war, dass die Abstimmung selbst erst verspätet stattfand wenn man die Termine in Allenstein, Marienwerder und Schleswig zum Vergleich nimmt. Des weiteren war der Bedarf an Briefmarken auch größer als ursprünglich geplant, daher auch zwei Dauerserienausgaben (Mi-Nr. 1-9 und 13-29 sowie die lokalen Provisorien Mi-Nr. 10-12 inkl. dem Aufdruckfehler Mi-Nr. 10F).

Zur Verwendung kam sog. GC-Papier (GC = "Grande consommation"). Dieses Papier war eher für den Massengebrauch ausgelegt und eher minderwertiger Qualität (im Vergleich zu Papier für bspw. Bücher). Die Farbe und Dicke der Papiere variiert, ebenso die Gummierung. Ich schließe nicht aus, dass einzelne Farbnuancen im Katalog daher rühren, dass einzelne Teilauflagen bedingt durch abweichendes GC-Papier im Laufe der Zeit nachgedunkelt sind (konkrete Beispiele Mi-Nr. 5c und 6c). Die Nachauflagen ex Mi-Nr. 15-29 wirken vom Druckbild her auch etwas ruhiger (bzw. fülliger) und nicht so sehr "ausgefranst".

Wenn ich es noch richtig im Hinterkopf habe, ließe sich die Mi-Nr. 25b meinem Eindruck nach grob in zwei "Farbtöpfe" aufteilen (von der Häufigkeit her ähnlich vorkommend), bedingt durch das GC-Papier und die Auflagen. Der zweite Scan in Beitrag [#39] zeigt dies recht gut: links Mi-Nr. 25a; Marke 2 und 3 als Mi-Nr. 25b ("Farbtopf" 1) und Marke Nr. 4 und 5 der Mi-Nr. 25b ("Farbtopf" 2).

Gruß
Pete
 
Meinhard Am: 22.09.2017 08:46:58 Gelesen: 16855# 43 @  
@ Pete [#42]

Hallo Pete,

lokalen Provisorien Mi-Nr. 10-12 inkl. dem Aufdruckfehler Mi-Nr. 10F.

Kannst Du die Farben 10-12 bzw. 10F hier mal zeigen?

Fange mal damit an: (von links nach rechts)

Mi. Nr. 10a, dunkelgraublau
Mi. Nr. 10b, blau
Mi. Nr. 10c, preußischblau (eindeutig anderes Papier)




Besser zum Betrachten der Farben sind die Paare mit Zwischensteg. Farben von oben nach unten die Gleichen. Auch hier noch besser zum Sehen - die c-Farbe hat ein anderes Papier.



LG, Meinhard
 
Pete Am: 23.09.2017 14:59:03 Gelesen: 16760# 44 @  
@ Meinhard [#43]

Kannst Du die Farben 10-12 bzw. 10F hier mal zeigen?

Nachfolgend ein Scan, welcher als Urmarken die Mi-Nr. 6a; 6b und 6c zeigt, entsprechend BPP-signiert.



Die o.g. Stücke zeigen Aufdruckfehler der Mi-Nr. 11 bzw. ein senkrechtes Paar der Mi-Nr. 10.

Die Mi-Nr. 10F basiert auf der Urmarke Mi-Nr. 5. Für diese Ausgabe sind drei Farben im Katalog registriert (von links nach rechts Farben a; b und c).



Ein echtes (BPP-attestiertes) Exemplar ist in der Attestdatenbank vorhanden [1].

Aufdruckfälschungen kommen allerdings wie im vorherigen Scan ersichtlich, auf allen drei Urmarkenfarben vor. Die echte Mi-Nr. 10F ist lediglich auf der Urmarke Mi-Nr. 5c bekannt.

Die Mi-Nr. 12 unterscheidet sich in diesem Fall in der Aufdruckfarbe und nicht anhand der Urmarkenfarbe. Der Unterschied zwischen Mi-Nr. 12a und 12b ist am besten am Original zu betrachten. In der Attestdatenbank befindet sich ebenfalls ein Kurzbefund für eine Mi-Nr. 12b [2].

Gruß
Pete

[1] http://www.briefmarken-atteste.de/atteste/zeigen/5
[2] http://www.briefmarken-atteste.de/atteste/zeigen/811
 
Meinhard Am: 24.09.2017 17:21:25 Gelesen: 16654# 45 @  
@ Pete [#44]

Danke fürs zeigen.

Ich möchte nochmals die Farben der Mi. Nr. 11 zeigen (von links nach rechts). Für mich sind die geprüften Farben a und c ident und nicht wirklich verschiedenen?

Mi. Nr. 11a, dunkelgraublau
Mi. Nr. 11b, blau
Mi. Nr. 11c, preußischblau




Und auch noch mit den Zwischenstegpaaren (gleiche Farben von oben nach unten)



Gruß
Meinhard
 
Meinhard Am: 24.09.2017 17:41:54 Gelesen: 16646# 46 @  
@ Pete [#44]

Ich möchte jetzt mal zu den Mi.Nr. F 10 kommen, wo es anscheinend jede Menge FÄLSCHUNGEN gibt.

Zuerst aber die bereits von Pete in Beitrag [#44] gezeigten Farben der Urmarke Mi. Nr. 5.

Mi. Nr. 5a - dunkelgrauviolett
Mi. Nr. 5b - dunkelbläulichviolett
Mi. Nr. 5c - dunkelviolett
(von links nach rechts)




Die Mi. Nr. 10F gibt es laut Unterlagen nur von der 5c = dunkelviolett. Wie der Michel ja schon schreibt sind Marken mit dem Prüfzeichen "Haertel", "Dr. Müller" und "Richter" unbedingt nachprüfen zu lassen. Wie man bei meinen nachstehenden Marken sehen wird, sind auch die Prüfzeichen anderer Prüfer keine Sicherheit, dass es sich um einen echten Aufdruck handelt.

3 falsche Marken habe ich in meiner Sammlung - ich bezeichne diese bei den Bildern mit "A", "B" und "C".

Marke A:

1.) Urmarke 5b (dunkelbläulichviolett)
2.) Aufdruck der "5" liegt über dem Stempel





Marke B:

1.) Urmarke 5b (dunkelbläulichviolett)
2.) Hier haben wir jedoch ein andere Prüferzeichen (beim Erwerb der Marke ging ich von echt aus)





Marke C:

1.) Urmarke 5b (dunkelbläulichviolett)
2.) Aufdruck der "5" liegt über dem Stempel
3.) Auch hier keinen der genannten Prüfer sondern andere Prüfzeichen







Bitte jetzt keine Diskussion über den Sinn dieses Beitrages, sondern einfach nur zum Schauen. Das hier gezeigte wurde unter "Lehrgeld" abgschrieben. Ob das Prüfzeichen "Dr. Müller Leobschütz" echt ist, überlasse ich den Experten hier im Forum.

Schöne Grüße, Meinhard
 
Pete Am: 25.09.2017 18:01:08 Gelesen: 16574# 47 @  
@ Meinhard [#45]

Ich möchte nochmals die Farben der Mi. Nr. 11 zeigen (von links nach rechts). Für mich sind die geprüften Farben a und c ident und nicht wirklich verschiedenen?

Ist bekannt, ob auf den gezeigten Exemplaren der Mi-Nr. 11 die Bleistiftsignatur von einem Prüfer vorgenommen wurde?

@ Meinhard [#46]

3 falsche Marken habe ich in meiner Sammlung - ich bezeichne diese bei den Bildern mit "A", "B" und "C".

Sehe ich das richtig, dass Herr Gruber BPP einen Kurzbefund für die gefälschten Aufdrucke der Mi-Nr. 10F (signiert Weinberg BPP als echt) ausgestellt hat?

Die Mi-Nr. 10F ist in punkto Häufigkeit echter Aufdrucke ein Thema für sich. Von 100 (ungeprüften) Exemplaren mögen (meinem Eindruck nach) im Durchschnitt vielleicht ein oder zwei echte Exemplare aufkommen. Der Katalogwert ist scheinbar etwas niedrig angesetzt, wenn man sich das Angebot eines ungebrauchten Exemplares mit der Aufdrucktype IIa (mit Falz, Fotoattest Gruber BPP) in [1] bzw. den Zuschlag in [2] anschaut (Auktion von 2015). Aktuell wertet ein ungebrauchtes Exemplar in der Erhaltung * im Michel-Spezial mit 200,00 Euro. Ein gelaufenes Exemplar der Mi-Nr. 10F auf Beleg (Mischfrankatur) wurde auf der gleichen Auktion für 1900 Euro zugeschlagen.

Generell sind Prüfzeichen von Dr. Weinberg auf Exemplaren der Mi-Nr. 10F meinem Eindruck nach schwierig. Mir liegen selbst entsprechend signierte Stücke vor. Von einer erneuten Prüfung habe ich nach Abgleich der Urmarkenfarbe und des Aufdruckes Abstand genommen, da die betroffenen Marken als Aufdruckfälschung gekennzeichnet zurückgekommen wären. Ich habe das Geld für den Erwerb der betroffenen Stücke gedanklich ebenfalls als Lehrgeld verbucht und die Marken als Referenzmaterial in die Sammlung aufgenommen.

Generell ist zu schreiben, dass die Mi-Nr. 10F dadurch ihre Existenz verdankt, dass einige Bogen (gemäß den Angaben in der Fachliteratur nach insgesamt 3-5 Schalterbögen à 150 Briefmarken = 450 bis 750 Stück) im März 1920 während der Produktion der Mi-Nr. 10 während des Überdruckvorgangs dazwischengelegt wurden. Im Nachgang wurde diese Ausgabe durch die Interalliierten Kommission anerkannt. Seitens interessierter Stellen erfolgte später ein bzw. mehrere Nachdrucke in der Druckerei Erdmann & Raabe in Oppeln mittels originalem Letternmaterial. Zur Mi-Nr. 10 (5 auf 20 Pf.) ist zu bemerken, dass die Ausgabe Schalterbogen für Schalterbogen an verschiedenen Tagen überdruckt wurde. Dabei benutzte die Druckerei im Verlauf der Produktion von der Zusammensetzung her unterschiedliche Druckfarben. Die heute als echt anerkannten Exemplare der Mi-Nr. 10F stammen aus der ersten Druckauflage, welche im Aufdruck selbst abweichende Merkmale im Vergleich zu den später vorgenommenen Überdruckaufträgen enthält. Die vorhandenen Nachauflagen dieser Ausgabe (inkl. der Mehrheit der Aufdruckfehler) wurden in späteren Druckauflagen produziert und weichen von der ersten Auflage ab.

Bei den in Beitrag [#46] gezeigten gestempelten Aufdruckfälschungen der Mi-Nr. 10F gehe ich davon aus, die Stempelentwertung ebenfalls gefälscht wurde. Zufällig weisen derartige Aufdruckfälschungen oftmals ein (angebliches) Stempeldatum aus dem Monat Mai 1920 auf (analog den Aufdruckfälschungen der Mi-Nr. 12), während die echte Mi-Nr. 10F (wie die echte Mi-Nr. 12a) im März 1920 produziert wurde.

Zur Mi-Nr. 12: die bis Mitte der 1990er Jahre als Mi-Nr. 12c katalogisierte Ausgabe von März 1920 wird heute als erste Aufdruckfälschung der Mi-Nr. 12a betrachtet. Demnach wurde damals bereits zeitnah der Aufdruck gefälscht. Der Fachliteratur nach (Handbuch von Oberschlesien) war die seinerzeitige Nachfrage auf dem Sammlermarkt auch gegeben (Angebot < Nachfrage) und von Oberschlesien gibt es quasi nichts, was es nicht gibt. Selbst die "C.G.H.S."-Aufdrucke auf den Dienstmarken (ex Mi-Nr. 1-20) wurden gefälscht!

Innerhalb einer Hauptnummer abweichende Druckfarbe trifft auch auf die Mi-Nr. 11 (10 auf 20 Pf.) zu. Man schaue sich die Druckfarbe von normalen Ausgaben der Mi-Nr. 11 sowie den Aufdruckfehlern der Mi-Nr. 11 (Doppel- bzw. Dreifachaufdrucke, dito Kopfsteher bzw. verschobene Aufdrucke) unter UV-Licht oder unter der Lupe bzw. Mikroskop an. Theoretisch kommen für die reguläre Mi-Nr. 11 drei (unter UV-Licht) gemäß der Fachliteratur (Handbuch von Oberschlesien) unterteilbare Aufdruckfarben vor, wobei die Mehrheit der normalen Mi-Nr. 11 eine Aufdruckfarbe (= aus der ersten Auflage) aufweisen dürfte, während die Aufdruckfehler meist eine der beiden anderen Aufdruckfarben zeigen. Meines Wissens werden lediglich o.g. Aufdruckfehler als echt anerkannt, wenn diese die erste Aufdruckfarbe aufweisen. Mir bekannte Exemplare der ungezähnten Mi-Nr. 11 weisen ebenfalls die erste Druckfarbe auf.

Die Mi-Nr. 10-12 inkl. der Mi-Nr. 10F wurden in der Reihenfolge Nr. 11 (10 Pf. auf 20 Pf.); Nr. 12a (50 Pf. auf 5 Mk. -> im Aufdruck "5" gegen "1" getauscht) und Nr. 10 inkl. Nr. 10F ("0" entfernt und die "5" neu ausgerichtet = zentriert) gedruckt, siehe auch die entsprechenden Erstausgabedaten im März 1920. Die Mi-Nr. 12b erfolgte im Mai 1920.

Gruß
Pete

[1] http://www.reinhardfischerauktionen.de/media/145_hk_text_gesamt.pdf (Los 8543, Ausruf 200,00 Euro und Los 8544, Ausruf 1000,00 Euro)
[2] http://www.reinhardfischerauktionen.de/media/145_rueck.pdf (Los 8543, Zuschlag 520,00 Euro und Los 8544, Zuschlag 1900,00 Euro)
 
Meinhard Am: 25.09.2017 18:59:11 Gelesen: 16560# 48 @  
@ Pete [#47]

Ist bekannt, ob auf den gezeigten Exemplaren der Mi-Nr. 11 die Bleistiftsignatur von einem Prüfer vorgenommen wurde?

Nein, kann ich nicht belegen, habe diese so erworben. War ja nicht bei der Prüfung dabei. (Smile)

@ Pete [#47]

Sehe ich das richtig, dass Herr Gruber BPP einen Kurzbefund für die gefälschten Aufdrucke der Mi-Nr. 10F (signiert Weinberg BPP als echt) ausgestellt hat?

Nein siehst du falsch - Hr. Gruber hat alle 3 als "Fälschungen" geprüft. Nur die Signatur "WEINBERG BPP" auf den Marken ist E C H T lt. Hr. Gruber. Die Prüfsignatur steht "RICHTIG" für Aufdrucke, also von unten nach oben ! Leider war mir zum Zeitpunkt des Kaufes nicht klar, dass auch die BPP Signatur WEINBERG nicht für ECHTEN Aufdruck steht. Über die Signatur von "Dr. Müller Leobschütz" hat er sich nicht geäußert ob echt oder falsch.

Besten Dank für die ausführliche Erklärungen.

Beste Grüße, Meinhard
 
Pete Am: 25.09.2017 20:34:59 Gelesen: 16543# 49 @  
@ Meinhard [#48]

Kannst du bitte die vollständigen Mitteilungen (Kurzbefunde?) von Herrn Gruber BPP zeigen? Etwas Derartiges habe ich über die Mi-Nr. 10F bisher noch nicht gesehen.

Nein siehst du falsch - Hr. Gruber hat alle 3 als "Fälschungen" geprüft. Nur die Signatur "WEINBERG BB" auf den Marken ist E C H T lt. Hr. Gruber. Leider war mir zum Zeitpunkt des Kaufes nicht klar, dass auch die BPP Signatur WEINBERG nicht für ECHTEN Aufdruck steht.

Herr Dr. Weinberg signierte die Stücke vor mehr als 20 Jahren als Original (siehe Prüfordnung des BPP [1] für eine gezähnte Aufdruckmarke - Prüfzeichen von unten nach oben - unter Punkt 6.5), Herr Gruber stellte eine Mitteilung darüber aus, dass es sich (korrekterweise) jeweils um eine Aufdruckfälschung handelt. ;-)

Über die Signatur von "Dr. Müller Leobschütz" hat er sich nicht geäußert ob echt oder falsch.

Ich gehe erst einmal davon aus, dass die Signatur von Dr. Müller aus Leobschütz echt ist. Diese Signatur dürfte aus den 1920er oder 1930er Jahren stammen. Dr. Müller war einem Artikel in einem Rundschreiben der ArGe Oberschlesien nach Arzt vom Beruf sowie jüdischer Herkunft und nahm sich 1944 auf der Flucht vor dem NS-Regime das Leben.

Gruß
Pete

[1] https://www.bpp.de/de/pruefordnung.html#Signierung
 
Meinhard Am: 25.09.2017 20:47:01 Gelesen: 16529# 50 @  
@ Pete [#49]

Kannst du bitte die vollständigen Mitteilungen (Kurzbefunde?) von Herrn Gruber BPP zeigen? Etwas Derartiges habe ich über die Mi-Nr. 10F bisher noch nicht gesehen.

Es handelt sich hier um 2 "Gutachten" von diesen Marken. Es ging damals um "Haftungsansprüche" an den Verkäufer und ich benötigte 2 Gutachten, dass die Aufdrucke falsch waren - was sie ja auch korrekterweise sind und auch so geprüft und beschrieben wurden.

Jetzt könnte man im Michel schreiben: Alle Prüfer nachprüfen lassen, außer "GRUBER BPP".

Ich sammle dieses Gebiet NICHT mehr - diese Marken sind halt übrig geblieben.

LG, Meinhard
 
waarnstadt Am: 23.12.2017 18:16:55 Gelesen: 14919# 51 @  
@ Meinhard [#50]

Es gibt noch eine Reihe von Prüfsigna, die verlässlich sind, so sind mir Vossen und Mikulski bisher als korrekt bekannt für die Echtheit.

[Redaktionell eingefügt: Oberschlesien Atteste: http://www.briefmarken-atteste.de/atteste/suchen/ablage/57 ]
 
Pete Am: 31.05.2018 10:55:50 Gelesen: 10203# 52 @  
Ein in der Fachliteratur [1] durchaus ausführlich diskutierter Fall, ob es sich nun um eine Eintagsfliege handelt, ist der Satz Mi-Nr. 30-40 des Abstimmungsgebietes Oberschlesien:



Oberschlesien Mi-Nr. 30-40 (ohne Nr. 38), Stempeldatum 20.03.1921 des Stempelgerätes ZABORZE *1*

Die seinerzeit heftig umworbene und mit Spannung erwartete Volksabstimmung im Abstimmungsgebiet fand am Sonntag, den 20.03.1921 statt. Zur Erinnerung an diesen Tag erschien eine elf Briefmarken umfassende Aufdruckmarkenausgabe, wobei es sich bei den Urmarken um die seinerzeit gängige Dauerserie (ex Mi-Nr. 13-29) handelt. An diesem Tag hatten auch verschiedene Postämter (teils stundenweise) geöffnet, so dass die Aufdruckausgaben vom Publikum regulär an diesem Tage erworben werden konnten. Gebrauchte Stücke (einschließlich der Aufdruck- und Stempelfälschungen) weisen im Regelfall ein Stempeldatum vom 20.03.1921 auf.





Häufigste Aufdruckfälschung auf Mi-Nr. 32 und 35 mit wahrscheinlich rückdatiertem Abschlag des Gerätes OPPELN *2* vom 20.03.1921, rückseitig Signatur "Dr. Müller / Leobschütz". Die sonst gut gelungene Aufdruckfälschung ist u.a. an der "9" von "1921" erkennbar.

Ganz selten kommen auch Entwertungen nach dem 20.03.1921 vor - laut Fachliteratur meist innerhalb weniger Tage nach dem Abstimmungstermin - wobei dann nicht klar ist, ob es sich um irrtümlich durchgerutschte Stücke handelt, welche u.U. bereits nicht mehr gültig waren.

In größeren Postämtern wurden die Aufdruckmarken (laut [1]) aufgrund der Nachfrage limitiert, d.h. begrenzt in der Quantität pro Nominalwert und Format abgegeben. Die Marken - wenn verklebt - fanden Verwendung als Frankatur auf Sendungen (Bsp. Grußkarten vom Abstimmungstag) oder als Souvenir auf Zetteln aufgeklebt (wie in diesem Beitrag gezeigt) und mit dem Datum vom Abstimmungstag gefälligkeitsentwertet.

Das Ergebnis dieser Abstimmung führte zur Teilung des Abstimmungsgebietes, welche im Juni/Juli 1922 umgesetzt wurde - Angliederung der zu Polen gekommenen Stadt- und Landkreise als Ostoberschlesien bzw. Rückgliederung der beim Deutschen Reich verbliebenen Stadt- und Landkreise.

Gruß
Pete

[1] „Handbuch vom Abstimmungsgebiet Oberschlesien 1920-1922“ der ehm. Arge Oberschlesien e.V. (1970-1990)
 

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