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Thema: BDPh: Neue Bewertungsrichtlinien für Philatelistische Literatur
Richard Am: 11.07.2014 09:20:13 Gelesen: 2908# 1 @  
Vom BDPh Vizepräsidenten Alfred Schmidt erhielten wir soeben die folgenden Informationen:


Der Bundesvorstand hat im Mai neue Bewertungsrichtlinien für Philatelistische Literatur beschlossen. Dabei ging es vor allem um die Vereinfachung des bestehenden Reglements. Es wurde von der Literaturjury angeregt, bei der Multilateralen Ausstellung im August bereits das neue Reglement anzuwenden, wovon ich Sie hiermit in Kenntnis setzen möchte.

Die Neuerungen stellen sich folgendermaßen dar:

- Nur noch zwei Klassen: Printliteratur und elektronische Literatur

- Aufhebung der Trennung von forschende und werbender Literatur, für werbende Literatur wird anstelle des Forschungsgrades die inhaltliche Qualität mit Punkten bewertet

- Punktverteilung in der Printliteratur neu: 40/40/10/10 statt bisher 30/50/10/10, die 10 Punkte sind von der Forschung in die Inhaltliche Bearbeitung eingeflossen

- Bei der inhaltlichen Bearbeitung ist “das inhaltliche Konzept” ein neues Kriterium und wird mit 15 Punkten bewertet, in der elektronischen Literatur mit 10 Punkten. Damit sollen die Idee eines Werkes sowie die treffende Umsetzung bewertet werden, die sich in einer bestimmten Struktur des Werkes äußert

Straffung der Ausstellungsordnung Literatur

- Textliche Neubearbeitung der Bewertungsrichtlinien Für Print- und elektronische Literatur.

Den Text der neuen Ausstellungsordnung und Richtlinie habe ich als Datei angefügt. Für Aussteller wie auch Juroren sollen die neuen Regelungen für mehr Transparenz, eine bessere Vergleichbarkeit der Literaturarten untereinander und einfachere Anwendung des Reglements sorgen.

Wenn Sie noch Fragen oder Hinweise haben, können Sie sich gern an mich wenden. Ich hoffe, viele von Ihnen in Haldensleben persönlich begrüßen zu können.

Mit den besten Grüßen
Alfred Schmidt, Organisationskomitee Multilaterale

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BDPh-AUSSTELLUNGSORDNUNG FÜR LITERATUR (AOL)

1. Philatelistische Literatur

1.1. Definition

Literatur im Sinne dieser Ausstellungsordnung sind Publikationen in gedruckter oder elektronischer Form, die

• sich mit Forschungsanspruch philatelistischen und/oder postgeschichtlichen Themen einschließlich der Geschichte der Philatelie widmen oder

• in erster Linie der Werbung für die Philatelie dienen sowie auf dem Gebiet von Philatelie und Postgeschichte Organisationsfragen behandeln und Dokumentationsziele verfolgen.

Der Übergang von forschender zu werbender bzw. dokumentierender Literatur ist mitunter fließend.

1.2. Abgrenzung

Manuskripte in gedruckter oder digitaler Form sind vom Wettbewerb ausgeschlossen. Dagegen sind Vervielfältigungen mit dem Vermerk „Als Manuskript gedruckt“ oder Reproduktionen auf Datenträgern als wettbewerbsfähige Publikationen anzusehen, soweit sie erworben werden können und eine Bezugsmöglichkeit nachgewiesen wird.

2. Ausstellungen mit Literaturklasse und Literaturausstellungen

2.1. Ausstellungen mit Literaturklasse

Nationale Ausstellungen im Rang 1 und regionale Ausstellungen im Rang 2 müssen eine Literaturklasse einschließen. Für lokale Ausstellungen im Rang 3 wird eine Literaturklasse empfohlen.

2.2. Spezialisierte Literaturausstellungen

Spezialisierte Literaturausstellungen können als nationale oder internationale Literaturausstellung alle 5 Jahre durchgeführt werden. Für internationale Literaturausstellungen können vom BDPh beantragt werden: das FIP-Patronat, die FIP-Auspizien, die FIP-Anerkennung, das FEPA-Patronat oder FEPA-Support. Hierfür finden die GREX bzw. FREGREX entsprechende Anwendung. Die Ausrichtung einer Literaturausstellung erfolgt auf der Basis eines Spezialreglements.

3. Qualifikation und Vorprämierung

Für die Teilnahme an Ausstellungen im Rang 3 und Rang 2 ist keine Vorprämierung erforderlich.

Für die Zulassung bei nationalen Ausstellungen im Rang 1 gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Vorprämierung im Range einer Vermeil-Medaille bei einer Rang-2-Ausstellung

2. Der Philatelistische Ausschuss entscheidet bei Exponaten ohne Vorprämierung über die Eignung einer Teilnahme an einer Rang 1-Ausstellung.

Für Aussteller aus dem Ausland ist eine Vorprämierung nicht erforderlich. Literatur-Exponate bedürfen keiner Ausstellerpässe.

4. Ausstellungsgebühren

Für Literatur-Exponate ist bei Rang-1-Ausstellungen eine Ausstellungsgebühr in der Höhe einer Rahmengebühr verbindlich und für Rang-2- oder Rang-3-Ausstellungen empfohlen. Wird ein Werk von der Jury aus vom Aussteller zu verantwortenden Gründen aus dem Wettbewerb genommen, besteht für die Ausstellungsleitung keine Verpflichtung, dieTeilnahmegebühr zurückzuerstatten.

5. Einteilung der Literatur

5.1. Gruppen

Bei der philatelistischen Literatur sind Publikationen in gedruckter oder elektronischer Form zu unterscheiden. Es steht dem Veranstalter frei, Exponate diesen Literaturarten zuzuordnen – zumal bei Literaturspezialausstellungen ist dies zu befürworten – und diese weiterhin in die nachfolgend aufgeführten Gruppen zu unterteilen:

5.2. Printliteratur

Handbücher und Spezialstudien

Hierzu gehören Handbücher, Monographien, Spezialkataloge, Lexika und Bibliographien. Literatur dieser Gruppe kann sowohl in Buchform als auch als Loseblatt-Sammlung vorliegen. Bei Loseblatt-Publikationen ist das Datum der letzten Lieferung maßgebend. Neuauflagen sollten wesentliche Veränderungen aufweisen, die auf dem Anmeldebogen sowie im Vorwort aufzuführen sind.

Neben Buchpublikationen mit überwiegendem Forschungscharakter zählt zu dieser Gruppe auch werbende bzw. dokumentierende Literatur, wie z.B.:

• Verbands- und Vereinspublikationen ohne überwiegend fachlichen Inhalt,

• Ausstellungskataloge und Ausstellungsführer, die mehr als eine Liste der Exponate enthalten,

• Auktionskataloge, die sich durch gute Dokumentation und detaillierte fachliche
Beschreibung von Sammelgebieten oder Sammlungen auszeichnen,

• Sammlungsdokumentationen, Adressbücher, Kalender.

Allgemeine Kataloge

Weltweite, regionale oder auf ein einzelnes Gebiet bezogene Kataloge, deren Inhalt nicht so tiefgründig ist, dass sie zu Spezialkatalogen werden. Bei Loseblatt-Publikationen ist das Datum der letzten Lieferung maßgebend. Neuauflagen sollten wesentliche Veränderungen aufweisen, die auf dem Anmeldebogen sowie im Vorwort aufzuführen sind.

Zeitschriften

Hierzu gehören philatelistische und postgeschichtliche Zeitschriften (periodische Veröffentlichungen). Anzumelden und vorzulegen sind die beiden letzten Jahrgänge. Bei mehr als vier Ausgaben pro Jahr genügt der letzte vollständige Jahrgang.

Einzelartikel aus Büchern und Zeitschriften

Einzelbeiträge oder Artikelserien der philatelistischen und postgeschichtlichen Forschung aus Zeitschriften, Auktions- und Ausstellungskatalogen sowie Vorträge (auch aus Rundfunk und Fernsehen), soweit sie „als Manuskript gedruckt“ erhältlich sind. Tonbänder und Videos sind ausgeschlossen, sofern für sie kein Drehbuch (story book) eingereicht wird. Es sollten mindestens 10 Artikel bzw. Beiträge eingereicht werden.

5.3. Elektronische Literatur

Websites

Hierzu gehören Websites, bei denen es primär um die Darstellung philatelistischer Forschung und Postgeschichte geht sowie Websites, die in erster Linie der Werbung für die Philatelie dienen sowie auf dem Gebiet von Philatelie und Postgeschichte Organisationsfragen behandeln und/oder Dokumentationsziele verfolgen. E-Journals im Internet werden den E-Journals zugeordnet, E-Kataloge im Internet den E-Katalogen.

E-Books

Hierbei handelt es sich um Monographien, Handbücher, Spezialkatalog, Lexika, Bibliographien etc., die als Datei auf mobilen Datenträgern wie CD-ROM, DVD, USB-Sticks o.ä. gespeichert sind oder aus dem Internet heruntergeladen werden können. E-Books können überwiegend forschenden Inhalt haben oder vorrangig werblich-dokumentierenden Charakter haben.

E-Kataloge

Weltweite, regionale oder auf ein einzelnes Gebiet bezogene Kataloge auf mobilen Datenträgern wie CD-ROM, DVD, USB-Sticks bzw. Web-Kataloge im Internet, deren Inhalt nicht so tiefgründig ist, dass sie zu Spezialkatalogen werden.

E-Journals

Hierbei handelt es sich um elektronische Zeitschriften mit Forschungs- oder werbendem bzw. dokumentierendem Inhalt. Die ursprüngliche Form von E-Journals auf Datenträgern wird zunehmend durch E-Journals im Internet abgelöst. Bei E-Journals auf Datenträgern sind die beiden letzten Jahrgänge, die aber nicht älter als fünf Jahre sein dürfen, anzumelden. Bei mehr als vier Ausgaben pro Jahr genügt der letzte vollständige Jahrgang.

Einzelbeiträge aus Websites, E-Books und E-Journals

Hierbei handelt es sich um Einzelbeiträge auf mobilen Datenträgern oder aus Internetseiten.

5.4. Fristen für die Teilnahme

Zwischen Ausgabedaten und Anmeldedatum dürfen höchstens folgende Zeiten liegen:
Art der Literatur / Frist

Bücher: 5 Jahre
Allgemeine Kataloge: 3 Jahre
Zeitschriften: 5 Jahre
Einzelbeiträge aus Printliteratur: 5 Jahre
E-Books: 5 Jahre
E-Kataloge auf mobilen Datenträgern: 3 Jahre
E-Journals auf mobilen Datenträgern: 5 Jahre
Anwendungssoftware: 5 Jahre
Einzelbeiträge aus elektronischer Literatur: 5 Jahre

Bei Buch- und Katalogreihen muss der jeweils letzte Band innerhalb der genannten Frist liegen.

6. Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt auf einem speziellen Anmeldeformular für philatelistische Literatur. Anmelder können der oder die Verfasser sein, alternativ der Herausgeber, Übersetzer oder Verlag. Auf dem Anmeldeformular sind Erscheinungsjahr, Seitenanzahl, Erscheinungshäufigkeit (Periodika), Bezugsquelle und Bezugspreis und – soweit vorhanden – ISBN oder ISSN einer Publikation anzugeben. Diese bibliografischen Daten sind in jedem Katalog einer Ausstellung mit Literatur im Wettbewerb aufzuführen. Dem Anmeldeformular ist eine kurzgefasste Darstellung des Inhalts des Literaturtitels beizulegen, aus der Zielsetzung, eigene Forschung, wesentliche Besonderheiten sowie wichtige Elemente der Arbeit hervorgehen. Bei Neuauflagen sind die wesentlichen Neuerungen/Ergänzungen/überarbeiteten Kapitel anzuführen.

7. Einsendung

Zu einem vom Veranstalter veröffentlichten Termin, der für Literaturexponate mindestens drei Monate vor der Veranstaltung liegen sollte, haben die Aussteller ihr Exponat in jeweils zwei Exemplaren an die vom Veranstalter angegebene Adresse einzuschicken. Im Falle eines verspäteten Eingangs des Exponates hat der Veranstalter das Recht, eine Bewertung durch die Jury abzulehnen.

8. Prämierung

Die Bewertung von Literaturexponaten erfolgt auf der Grundlage des Spezialreglements für die Bewertung von philatelistischer und postgeschichtlicher Literatur durch eine vom Veranstalter berufene Jury. Nur der Anmelder eines Exponates hat Anspruch auf ein Diplom im Range einer Medaille bzw. auf eine Medaille; es ist dem Veranstalter überlassen, weiteren Personen diese Auszeichnung(en) zukommen zu lassen (z.B. Co-Autoren, Verleger, Übersetzer). Die Entscheidung der Jury ist unanfechtbar. Bei Ausstellungen, zu denen die Literatur bereits vor der Ausstellung bewertet worden ist, muss zum Gespräch der Jury mit den Ausstellern mindestens ein Juror anwesend sein, der die Literatur bewertet hat.

9. Präsentation der Literatur-Exponate

Der Veranstalter ist verpflichtet, während der Ausstellung je ein Exemplar des Exponates in einer Lese- und im Bedarfsfall auch in einer PC-Ecke zur öffentlichen Einsicht zugänglich zu machen. Der Veranstalter organisiert eine Aufsicht, übernimmt aber keine Haftung für Beschädigungen oder Abhandenkommen.

10. Rücksendung

Literaturexponate verbleiben im Eigentum der Aussteller, sofern diese nicht auf die Rückgabe eines oder beider vorzulegender Exemplare verzichten. Die Kosten einer gewünschten Rücksendung gehen zu Lasten des Ausstellers.

11. Schlussbestimmung

In allen Fällen, die in der Ausstellungsordnung für Literatur nicht vorgesehen sind, entscheidet die Ausstellungsleitung. Ihre Entscheidungen sind endgültig und unanfechtbar. Im Falle von internationalen Literatur-Spezialausstellungen und mehrsprachigen Spezialreglements eines Veranstalters ist der jeweilige deutsche Text der Ausstellungsbedingungen verbindlich. Der Gerichtsstand ist der jeweilige Veranstaltungsort.

Stand: (Lit-AO 11.05.2014)

Spezial-Reglement für die Bewertung von philatelistischer Literatur (Printliteratur, elektronische Literatur)

1. Wettbewerbsausstellungen

Dieses Spezial-Reglement gilt für die Bewertung von philatelistischer und postgeschichtlicher Literatur auf Wettbewerbsausstellungen im Bereich des Bundes Deutscher Philatelisten e.V.

2. Wettbewerbsexponate

Für die Zulassung zum Wettbewerb gilt die Ausstellungsordnung des BDPh für Literatur in der jeweils neuesten Fassung.

3. Gruppen der Wettbewerbsklasse Literatur

3.1. Printliteratur

- Handbücher und Spezialstudien

Hierzu zählt die primär forschende Literatur in Buchform oder als Loseblattsammlung, aber auch die Literatur, die der Werbung für die Philatelie dient, auf dem Gebiet von Philatelie und Postgeschichte Organisationsfragen behandelt und/oder Dokumentationsziele verfolgt

- Allgemeine Kataloge

- Zeitschriften

Philatelistische und postgeschichtliche Zeitschriften und periodische Veröffentlichungen von Arbeits- und Forschungsgemeinschaften, Vereinen und Verbänden, die ihrem überwiegenden Inhalt nach zur Forschungsliteratur zählen oder die in erster Linie der Werbung für die Philatelie dienen bzw. auf dem Gebiet von Philatelie und Postgeschichte Organisationsfragen behandeln und Dokumentation verfolgen.

- Einzelartikel aus Büchern und Zeitschriften

Einzelbeiträge oder Artikelserien aus Zeitschriften und Katalogen sowie Vorträge (auch aus Rundfunk und Fernsehen), soweit sie "als Manuskript gedruckt" erhältlich sind. Es sollten mindestens 10 Artikel eingereicht werden.

3.2. Elektronische Literatur

- Websites

Websites, bei denen es primär um die Darstellung philatelistischer Forschung und Postgeschichte geht sowie Websites, die vorrangig der Werbung für die Philatelie dienen oder auf dem Gebiet von Philatelie und Postgeschichte Organisationsfragen behandeln und/oder Dokumentationsziele verfolgen.

- E-Books

Monographien, Handbücher, Lexika, Bibliographien etc., die als Datei auf mobilen Datenträgern wie CD-ROM, DVD, USB-Sticks o.ä. gespeichert sind oder aus dem Internet heruntergeladen werden können. Es kann sich dabei um Forschungsliteratur oder werbende bzw. dokumentierende Literatur handeln.

- E-Kataloge

Kataloge auf mobilen Datenträgern wie CD-ROM, DVD, USB-Sticks o.ä. bzw. Web-Kataloge im Internet.

- E-Journals

Elektronische Zeitschriften mit forschendem oder werbendem bzw. dokumentierendem Inhalt auf mobilen Datenträgern wie CD-ROM, DVD, USB-Sticks o.ä. bzw. im Internet.

- Einzelbeiträge aus Websites, E-Books und E-Journals

Einzelbeiträge auf mobilen Datenträgern oder aus Internetseiten.

4. Bewertungskriterien für Printliteratur

1. Inhaltliche Bearbeitung 40 Punkte
2. Originalität, Bedeutung, Tiefe der Forschung / Inhaltliche Qualität 40 Punkte
3. Technische Gestaltung 10 Punkte
4. Präsentation 10 Punkte
Total maximal 100 Punkte

5. Bewertungskriterien für elektronische Literatur

1. Inhaltliche Bearbeitung 30 Punkte
2. Originalität, Bedeutung, Tiefe der Forschung / Inhaltliche Qualität 40 Punkte
3. Technische Realisierung 20 Punkte
4. Präsentation 10 Punkte
Total maximal 100 Punkte

6. Erläuterungen zu den Bewertungskriterien für Printliteratur:

1. Inhaltliche Bearbeitung 40 Punkte

Inhaltliches Konzept und Umsetzung 15 Punkte

Literarischer Stil, Klarheit und Übersichtlichkeit des Textes 15 Punkte
Auswahl, Zuordnung und Textbearbeitung von Abbildungen 10 Punkte

2. Originalität, Bedeutung, Tiefe der Forschung/Inhaltliche Qualität 40 Punkte

Bedeutung des Themas für die Philatelie 10 Punkte
Verständlichkeit der Darstellung, Korrektheit

Grad der Forschung, Neuentdeckungen (Forschungsliteratur)
Inhaltliche Qualität (werbende und dokumentierende Literatur)
Höhe des über die Zeit durchgehaltenen Niveaus (Periodika) 20 Punkte
Umfang und Tiefe 10 Punkte

3. Technische Gestaltung

Titelseite, Inhaltsverzeichnis, Impressum, Verwendung von Fußnoten, Bibliographie, Index, Vorwort, Danksagungen etc. 10 Punkte

4. Präsentation

Einband / Layout / Druck und Papier / Farbgestaltung 10 Punkte

7. Erläuterungen zu den Bewertungskriterien für elektronische Literatur

1. Inhaltliche Bearbeitung 30 Punkte

Inhaltliches Konzept und Umsetzung 10 Punkte
Stil und sprachliche Korrektheit, Klarheit der Texte 10 Punkte
Auswahl, Zuordnung und Textbearbeitung der Abbildungen 10 Punkte

2. Originalität, Bedeutung, Tiefe der Forschung / Inhaltliche Qualität 40 Punkte

Bedeutung des Themas für die Philatelie 10 Punkte
Korrektheit der Ausführung, Grad der Forschung (Forschungsliteratur)
Inhaltliche Qualität (werbende bzw. dokumentierende Literatur) 20 Punkte
Umfang, Tiefe, Aktualität der Inhalte (Websites Updates) 10 Punkte

3. Technische Gestaltung 20 Punkte

Navigation, Sitemap (Websites) 10 Punkte
Bedienerfreundlichkeit, Suchfunktionen, Archiv, Interaktivität,
Ladegeschwindigkeit (Websites), Kompatibilität 10 Punkte

4. Präsentation

Layout / Bild- und Textgrafik / Farbgestaltung 10 Punkte

Richtlinien für die Bewertung von Printliteratur

1 Inhaltliche Bearbeitung

1.1 Inhaltliches Konzept und Umsetzung

Unter diesem Punkt werden nicht nur Qualität und Niveau eines Werkes bewertet, sonderndie innovative Bearbeitung und Darstellung des Themas durch den Autor, d.h. in wieweit es sich von vergleichbaren Arbeiten abhebt. Eingeschlossen sind die Auswahl des Themas eines Buches, die Formulierung des Titels, die Art der Darstellungen sowie die Kreativität, mit der ein Werk bearbeitet wurde und von der es durchdrungen ist, aber auch die Art der Bearbeitung. Bei einem schon häufig bearbeiteten Thema wird es darauf ankommen, ob ein neuer Ansatz der Umsetzung gewählt wurde.

Bei einer Vereins- oder Verbandsgeschichte werden beispielsweise mehr Punkte erreicht, wenn die Art der Darstellung neuartig ist, wenn Fakten nicht nur mit Fotos oder Dokumenten, sondern auch mit philatelistischem Material belegt werden, wenn Statistiken interessant ausgearbeitet werden oder wenn sich umfangreiche Illustrationen zur Vereinsgeschichte finden.

Bei Sammlungsdokumentationen spielt es eine Rolle, ob bereits ähnliche Exponate dargestellt worden sind oder ob es sich um ein einmaliges, ähnlich nicht vorkommendes Exponat handelt und inwieweit die reine Dokumentation auch durch eigenschöpferische Leistung (z.B. eines ausführlichen Überblicks zum Sammelgebiet) ergänzt wird.

1.2 Stil und sprachliche Korrektheit

Einen flüssigen Sprachstil erreicht man durch aktive Verben anstelle des häufigen Gebrauchs der Hilfsverben, durch nicht zu lange Sätze und mit möglichst wenig Einschiebungen durch Klammern. Ergänzungen in Klammern lassen sich zumeist besser durch Fußnoten ersetzen; dadurch wird der Lesefluss nicht gehemmt. Ein guter Stil zeichnet sich durch klare, kurze, aussagekräftige statt ausschweifender Sätze aus.

Sprachliche Kontinuität wird erwartet in einheitlichen Verbzeiten. Zu vermeiden ist bei der Darstellung der Wechsel von Vergangenheits- und Gegenwartsformen. Daten sollten einheitlich durch das gesamte Werk geschrieben werden; ausgeschriebene Monatsangaben in Buchstaben (Oktober / Dezember) sind lesefreundlicher als lediglich Ziffern. Eine „0“ vor einziffrigen Tages- und Monatsangaben sollte auf Tabellen beschränkt bleiben oder nur dann gesetzt werden, wenn ein Stempeldatum direkt angesprochen wird. Es empfiehlt sich, das Manuskript einem sprach- und fachkundigen Philatelisten zur Korrektur vorzulegen.

1.3 Klarheit und Übersichtlichkeit des Textes resp. der Darstellung

Klarheit der Darstellung setzt eine genügend große Schrift voraus. Absätze bzw. neue Seiten erleichtern das Lesen. Bei Print-Periodika kann es die Lesbarkeit erleichtern, die Texte zwei- oder mehrspaltig zu setzen, wobei mehr als zwei Spalten nur bei großen Formaten sinnvoll sind. Ein Autor sollte stets versuchen, sich in den Kopf des Lesers und Benutzers zu versetzen, er sollte statt Innensicht Außensicht suchen. Überschriften z.B. sollten philatelistisch aussagekräftig sein, dies gilt besonders für Periodika. Titel wie „Der besondere Brief“ oder „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ ohne philatelistischen Zusatz sagen nichts aus. Notwendige Abkürzungen werden in einem Abkürzungsverzeichnis erfasst. Auch ein Verzeichnis immer wiederkehrender Abkürzungen in Periodika ist nützlich für den Leser. Wichtige Aussagen können durch Fettdruck hervorgehoben werden. Diesen sollte man jedoch sparsam einsetzen. So ist ein einzelnes Wort im Fettdruck oft wirkungsvoller als ein ganzer Satz oder ein ganzer Absatz. Fettdruck mit Unterstreichung wirkt dilettantisch und entspricht nicht üblichen Satznormen der Typografie. Einen Begriff hervorheben kann man auch durch die Wahl anderer Auszeichnungen, die aber ebenfalls nur sehr zurückhaltend einzusetzen sind.

Eine gute Bearbeitung zeigt sich durch Kontinuität im Werk, z.B. in den einheitlichen Größen verschieden gestufter Überschriften (Titel, Zwischentitel etc.) und eigener Titel für jede Tabelle, generell in einer einheitlicher Schrifttype und geschickter Verwendung der Schriftgrößen. Bildunterschriften sollten sich vom allgemeinen Text durch kleinere Schriftgröße und/oder anderen Schriftschnitt (z.B. kursiv) absetzen. Es sollten insgesamt nicht mehr als zwei Schrifttypen verwenden werden.

1.4 Auswahl, Zuordnung und Textbearbeitung der Bilder

Abbildungen, Skizzen und Tabellen lockern ein Werk auf und machen es lesefreundlicher. Je mehr der Text durch gute, passende Abbildungen ergänzt wird, desto mehr Freude wird der Leser bzw. der Benutzer an dem Werk haben. Belegabbildungen sollten möglichst nahe am zugehörigen Text platziert werden. Sofern dies nicht möglich ist, empfiehlt es sich, Abbildungen zu nummerieren, um sie im Text besser ansprechen zu können. Fakten, die auf einem abgebildeten Briefumschlag gut erkennbar sind, brauchen in der Regel nicht ausführlich beschrieben zu werden. Hintergrundinformationen in der Abbildungsbeschreibung sind sinnvoller als Selbstverständlichkeiten. Eine tabellarische Auflistung der einzelnen Bilder mit kurzer Erklärung am Ende der Publikation ist hilfreich.

Die Schrift einer Bildbeschreibung sollte sich unbedingt vom allgemeinen, fortlaufenden Text unterscheiden.

2 Originalität, Bedeutung und Tiefe der Forschung

2.1 Bedeutung des Themas für die Philatelie

Die Bedeutung eines Themas ergibt sich aus dem Stellenwert, den es in der Philatelie eines Landes hat, sowie gleichzeitig aus seiner relativen Wichtigkeit für die Weltphilatelie. Ein Thema ist grundsätzlich umso bedeutender, je mehr grundlegende und übergreifende Aspekte einer philatelistischen Erscheinung, einer philatelistischen Periode oder eines philatelistischen Territoriums es behandelt. Die Postgeschichte eines großen Territoriums oder einer zentralen Stadt hat demgemäß mehr Bedeutung als die eines kleinen Gebietes oder eines Ortes ohne überörtliche Verflechtungen. Länderübergreifende Themen sind bedeutsamer als ein Thema, das nur ein Land oder Gebiet behandelt. Zwei- oder mehrsprachige Bücher bekommen in der Regel mehr Bedeutungspunkte als einsprachige. Die Bedeutung hängt zudem natürlich auch vom Umfang eines Werkes, seiner inhaltlichen Vielfalt und Komplexität ab.

Bei einer reinen Dokumentation zum Zwecke der Bewahrung philatelistischer Geschichte wird die Punktzahl von der Bedeutung des Themas abhängen.

Bei der Dokumentation einer Ausstellungssammlung spielt es ebenfalls eine Rolle, welche Bedeutung das Thema für die Gesamtphilatelie hat. Auch wenn eine größere Auflage naturgemäß mehr Sammler erreicht, also eine höhere Werbewirkung erzielt als eine kleine Auflage, soll die Auflagenhöhe keine Auswirkung auf die Punktvergabe haben.

2.2 Korrektheit der Ausführung

Es wird vorausgesetzt, dass alle Ausführungen kritischer Betrachtung standhalten. Sollte ein Werk fachliche und inhaltliche Mängel oder gravierende Lücken aufweisen, so fließt dies je nach Grad und Menge in die zu vergebende Punktzahl ein.

2.3 Umfang und Tiefe der Forschung, bei periodischen Publikationen Höhe des über die Zeit durchgehaltenen Niveaus, inhaltliche Qualität

Die Tiefe der Forschung lässt sich u.a. sowohl aus dem Umfang wie auch aus der Art der benutzten Quellen ableiten. Ist der Autor zu neuen Erkenntnissen oder neuen Entdeckungen gekommen? Welche Auswirkungen haben diese auf den bisherigen Kenntnisstand über ein philatelistisches Gebiet?

Der Forschungsumfang zeigt sich zunächst in den Ausführungen im Werk selbst, wobei

a) der Vergleich mit analogen Werken den Beweis hierzu bringt und
b) vorausgesetzt wird, dass der Autor Werke anderer Forscher aus unterschiedlichsten Quellen (Printmedien, elektronischen Quellen, Internet, Forenbeiträgen) aufzeigt, falls er jene benutzt hat.

Honoriert wird der Grad, in dem es einem Autor gelingt, seine neuen philatelistischen Erkenntnisse dem Leser möglichst verständlich und einprägsam transparent zu machen. Auswirkung auf die Punktzahl hat auch der Schwierigkeitsgrad bei der Literatur-Recherche sowie bei der Erkenntnisgewinnung. Wenn nicht nur allgemein zugängliche Quellen benutzt, sondern auch schwieriger erreichbare Quellen gefunden wurden, wird das Niveau der Veröffentlichung steigen. Zu den allgemein zugänglichen Quellen zählen z.B. die Postamtsblätter, zu schwieriger erreichbaren zählen z.B. archivierte Postakten und Dokumente in Privatarchiven. Die Bearbeitung bisher unbekannter Quellen wird honoriert.

Bei den dokumentierenden und werbenden Medien wird zusätzlich der Begriff der inhaltlichen Qualität eingeführt, der die anderen Elemente erfasst, die nicht in den Bereich der philatelistischen Forschung fallen.

Bei Sammlungsdokumentationen wird hier beispielsweise die Qualität der zusätzlichen begleitenden Texte bewertet.

Bei Auktionskatalogen ist ein Kriterium der Beurteilung, dass die Texte über die reine Losbeschreibung hinausgehen. Das lässt sich erreichen durch Einführungstexte zu dem Gebiet oder zu Untergebieten, durch detaillierte Beschreibung unter Berücksichtigung von Postrouten, Tarifen, Provenienzen, philateliegeschichtlicher Fakten, Anzahl bekannter Stücke u.a.

Bei Ausstellungskatalogen macht sich die inhaltliche Qualität an der Güte der zusätzlich enthaltenen Fachbeiträge fest, die ein möglichst breites Spektrum zum Thema der Ausstellung oder generell zur Philatelie erfassen sollten und, soweit der Platz das ermöglicht, die Themen mit einer derartigen Tiefe darstellen sollten, dass Interesse für eine Beschäftigung erweckt wird.

Entscheidend wird auch sein, ob eigene Forschung erkennbar ist. Wie deutlich hat der Autor (Sammler) dem Leser neue Erkenntnisse transparent gemacht? Sind eigene Interpretationen erkennbar oder sieht man, dass überwiegend Formulierungen aus anderen Publikationen oder Quellen übernommen worden sind?

3 Technische Gestaltung

3.1 Gliederung

Jede umfangreichere Publikation, ob Buch, Zeitschrift oder Katalog benötigt ein Inhaltsverzeichnis. Je nach Umfang und Komplexität der bearbeiteten Themen sind die Kapitel sinnvoll zu gliedern. Eine gute Gliederung unterscheidet sich durch ihre logische Struktur von einer Aufzählung. Ein sinnvolles Hilfsmittel ist die DIN-Nummerierung, wobei mehr als drei Ziffernstellen vermieden werden sollten. Bei Periodika findet sich das Inhaltsverzeichnis stets an gleicher Stelle.

3.2 Quellen und Literaturangaben

Es ist selbstverständlich, dass verwendete Erkenntnisse anderer Autoren gemäß geltendem Urheberrecht und in der Wissenschaft gültigen Regeln durch Quellenhinweise kenntlich zu machen sind. Deshalb genügt es nicht, das Werk pauschal im Literaturverzeichnis aufzuführen. Hohe Bewertung gibt es hier, wenn

a) richtig zitiert wird - mit Titel, Autor, Erscheinungsort und -jahr, Verlag,
b) die jeweiligen Stellen mit Seitenzahl angegeben werden,
c) der Umfang des Literaturverzeichnisses entsprechend dem Werk bzw. dem Thema angemessen ist.

Wörtlich übernommene Textteile sind zu kennzeichnen: entweder durch Anführungsstriche oder durch Kursivdruck sowie durch genaue Quellenangabe mit Seitenzahl. Bei sinngemäßer Übernahme wird eine zutreffende Quellenangabe ebenfalls erwartet. Die Achtung vor anderen Autoren, aber auch das Urheberrecht, verlangen das saubere Zitieren. Gelegentlich ist es sinnvoll, wichtige Quellen als Faksimiledruck in einen Anhang aufzunehmen.

3.3 Lese-/Nutzerfreundlichkeit

Die Lese-/Nutzerfreundlichkeit und die „Außensicht“ prägen eine gute Publikation von der ersten bis zur letzten Seite. Besonders deutlich stellt sie sich dar durch angefügte Register, nicht nur über Personen oder geographische Begriffe. Oft ist es sinnvoll, philatelistische Fakten in einem Index zusammenzustellen. Ein Inhaltsverzeichnis gibt nur grob an, was in einem Kapitel behandelt wird. Zum schnelleren Finden wichtiger Fakten und Erkenntnisse sind Sach- oder Stichwort-Register ideale Hilfen.

Stempelübersichten und gut erstellte Tabellen können die Aufgabe von Registern erfüllen. In Periodika ist es lesefreundlicher, wenn ähnliche Themen nicht verstreut, sondern in Rubriken zusammenhängend gebracht werden. Auch hier gilt: Überschriften sollen philatelistisch aussagekräftig sein.

Die Lese-/Nutzerfreundlichkeit wird durch eine geltenden Normen der Mediengestaltung entsprechende Gestaltung von Satz und Layout deutlich erhöht. Der Wahl der Schriftart und Schriftgrößen, von Zeilen- und Absatzabstand, vom Textabstand zu Illustrationen und Fotos, von korrekter Typografie des Satzes (z.B. bei Unterschieden von Bis- und Bindestrichen, An- und Abführungen) kommt nennenswerte Bedeutung zu.

4 Präsentation

4.1 Einband

Die Qualität des Einbandes sollte dem Werk angemessen sein. Bücher entsprechenden Umfanges in ausreichend solider Bindung mit ansprechendem Umschlag werden höher bewertet. Es sollte einem Aussteller bewusst sein, dass ein besonders attraktiv erstelltes und gebundenes Buch nicht nur den Leser, sondern auch die Juroren so begeistern kann, dass sich der positive Eindruck auch auf andere Bewertungskriterien auswirkt. Eine aussagekräftige, farbig gestaltete Umschlagseite reizt zum Lesen und vielleicht auch zum Kauf. Wichtig ist die Buchrückenbeschriftung, die, wann immer es möglich ist, angebracht werden sollte, und zwar gemäß deutscher Norm von links unten nach oben.

Ein schlecht gebundenes Buch, bei dem nach kurzer Zeit Blätter lose sind, verleidet dem Leser die Lust, es zu benutzen. Bei manchen Publikationen, wie permanenten Ergänzungswerken, wird es sinnvoll sein, statt eines gebundenen Buches ein Loseblattwerk herauszugeben. Ein ansprechender, sinnvoll beschrifteter Ordner erfüllt die gleichen Kriterien wie ein gut gebundenes Buch.

4.2 Druck und Papier

Da ein Buch keine Wegwerfware ist, sollte es nicht auf Recyclingpapier, sondern auf alterungsbeständigem Papier gedruckt werden. Satiniertes Papier ist zwar deutlich werthaltiger, verliert aber bei schlechtem Druck seinen positiven Effekt.

Ein genügend dunkler, klarer Schriftdruck sollte selbstverständlich sein. Die Anzahl der Farbabbildungen, besonders aber die Druckqualität der Abbildungen, beeinflussen die Bewertung sehr.

Bei der Wiedergabe von Originaltexten [Faksimiledruck im Anhang] sollten „Verunreinigungen“ auf den Druckvorlagen beseitigt werden. Das Gleiche gilt bei Vorlagen von mehrfach kopierten Schriftstücken, aber auch bei kopierten Belegabbildungen, sofern damit keine Verfälschung des Originalobjektes einhergeht.

Stand: 11.05.2014

Richtlinien für die Bewertung von elektronischer Literatur

1 Inhaltliche Bearbeitung

1.1 Inhaltliches Konzept und Umsetzung

Dieser Punkt beinhaltet die Idee des Autors bei der Erstellung des elektronischen Mediums sowie die kreative Umsetzung des Konzeptes. Das umfasst den Titel, die Art des Aufbaues des elektronischen Mediums, aber auch innovative Ideen bei der Umsetzung des Konzeptes.

Bei bereits bekannten Themen stellt sich die Frage, ob ein neuartiger Weg der Bearbeitung gewählt wurde.

Ein kreativer Ansatz bei der Umsetzung einer Vereinsgeschichte wäre beispielsweise die Einfügung von Filmmaterial in das elektronische Medium.

1.2 Stil und sprachliche Korrektheit, Übersichtlichkeit der Texte

Für den Stil und die sprachliche Korrektheit gelten dieselben Anforderungen wie für die Printliteratur.

Bei elektronischer Literatur gilt besonders, dass eine gute Wirkung der Texte von Schrifttyp, Schriftgröße und der Anordnung der Texte abhängt.

1.3 Auswahl, Zuordnung und Textbearbeitung der Bilder

Bildliche Darstellungen wie Abbildungen, Grafiken, Faksimiles, Scans, Animationen sollten von hoher Qualität und für den Betrachter ansprechend montiert sein. Dabei ist es von Vorteil, wenn Bilder zunächst als Vorschau (Thumbnails) gezeigt werden, die vergrößert werden können. Alle Abbildungen sollten eine ausreichende Relevanz zum Thema haben. Abbildungen in Farbe, sofern solche vorliegen, sollten bei elektronischen Exponaten Standard sein, Abbildungen in Schwarz-Weiß die Ausnahme.

2 Originalität, Bedeutung und Tiefe der Forschung/Inhaltliche Qualität

2.1 Bedeutung des Themas für die Philatelie

Die Bedeutung beinhaltet den Stellenwert, den das gewählte Thema im Bereich von Philatelie und Postgeschichte einnimmt. Elektronische Literatur kann von lokalem, regionalem, nationalem, internationalem oder globalem Interesse sein.
Es wird außerdem eingeschätzt, ob das Medium auch eine Wirkung auf Außenstehende hat oder nur für Insider von Nutzen ist. Die Nützlichkeit eines Mediums macht sich daran fest, ob ein elektronisches Medium:

a) entbehrlich oder von geringem Interesse,
b) von Interesse für eine kleine Anzahl von Nutzern,
c) notwendig und nützlich für die Mehrheit der philatelistischen Welt oder
d) essentiell für das behandelte Thema ist und man ohne dessen Nutzung nicht auskommt.

2.2 Korrektheit, Grad der Forschung / Inhaltliche Qualität

Die Juroren schätzen ein, wie hoch der Grad der Forschung in dem elektronischen Medium ist. Dazu wird beurteilt, ob alle zu behandelnden Punkte ausgewogen tiefgründig analysiert und dargestellt sind. Hierbei ist auch darauf zu achten, dass die gemachten Aussagen korrekt sind. Besonders wichtig bei der Beurteilung des Grades der Forschung ist die Anzahl neuer philatelistischer Entdeckungen. Auch die benutzten Quellen und die Schwierigkeit beim Zugang zu den Quellen können Indiz für den Grad der Forschungstätigkeit sein.

Bei werbenden und dokumentierenden Medien wird anstelle des Forschungsgrades die inhaltliche Qualität bewertet.

2.3 Umfang, Tiefe, Aktualität der Darstellung (Updates)

Die Tiefe der Forschung korreliert häufig mit dem Umfang. Ein umfangreiches elektronisches Medium, welches stark untergliedert ist, bietet daher größere Chancen, ein Thema tiefgründig darzustellen als ein aus wenigen Seiten bestehendes Medium.

Bei Websites als ein sich ständig änderndes Medium ist zudem einzuschätzen, ob die Aktualität der Darstellung gegeben ist. Das lässt sich am einfachsten ablesen aus dem Datum der letzten Aktualisierung (Update). Fehlt dieser Hinweis, so ist die Aktualität der Meldungen, z.B. in Rubriken wie „News“, ein Indiz für die Aktualität. Bei Software sollte das Datum der Erstellung oder Aktualisierung auf der Startseite oder im Impressum enthalten sein.

3. Technische Realisierung

Bei Websites: - Benutzeroberfläche, Navigation und „back home“-Funktion. Anzahl Klicks, um zu der benötigten Information zu gelangen (Usability) Hier geht es um eine übersichtliche, leicht verständliche Benutzeroberfläche. Die Menüs und Untermenüs sollten leicht zu finden sein und korrekt funktionieren. Menüs müssen auf jeder Seite und Unterseite zugänglich sein. Bei Websites bietet sich eine Navigation über Buttons an, um an jeder Stelle ohne große Zeitverluste in andere Untermenüs zu gelangen. Je weniger Klicks benötigt werden, um die Informationen zu finden, desto besser ist es.

- Urheber (Kontakt- und Abonnement)

Die Angabe der Urheberschaft im elektronischen Medium ist unbedingt erforderlich. Wenn diese fehlt, kann das Medium nicht bewertet werden.

- Interaktivität – Gästebuch, Kontaktformular, Forum

Für den fachlichen Gedankenaustausch ist es nützlich, wenn Websites die Möglichkeit bieten, mit dem Betreiber der Website oder mit anderen Nutzern in Kontakt zu kommen. Die Interaktivität kann durch Kontaktformulare, Kontaktinformationen des Autors oder, für jedermann sichtbar, durch ein Gästebuch bzw. Forum erreicht werden.

- Links: Lokalisation, Funktion und Relevanz.

Die Verwendung von Links auf Websites ist sehr wichtig. Diese können interne oder externe Links sein und sollten hervorgehoben werden (unterstrichen oder in einer anderen Farbe). Wenn man mit dem Cursor auf den Link geht, sollte ein Handsymbol erscheinen. Links sollten aktuell und funktionstüchtig sein. Links sollten eine Relevanz zu dem behandelten Thema haben.

- Download-Bereich

Es ist positiv zu bewerten, wenn Websites über einen Download-Bereich verfügen, in dem Artikel, digitale Publikationen, Kataloge, Bilder oder andere interessante Informationen heruntergeladen werden können.

- Zugänglichkeit (Accessibility)

Elektronische Medien sollten für eine möglichst hohe Zahl von Menschen zugänglich sein. Grundvoraussetzung hierfür ist eine technisch einwandfreie HTML-Programmierung. So können auch Menschen mit Sehschwäche oder schlechtem Gehör die Seiten über entsprechende Browser nutzen. Um zu prüfen, ob die HTML-Sprache fehlerfrei ist, kann man die Zugänglichkeit der Seite überprüfen, z.B.: http://examinator.ws/ oder http://www.tawdis.net/

- Ladegeschwindigkeit (Loadingspeed)

Es ist negativ, wenn das Laden einer Website oder Software zu viel Zeit benötigt. Das kann Besucher veranlassen, eine Website zu verlassen oder ein Download abzubrechen. Der Grund für einen langsamen Download kann eine zu hohe Datenmenge, z.B. durch die Größe und Auflösung von Bildern, sein oder die Nutzung bestimmter Technologien (Java, JavaScript, Flash, etc.). Auch die übermäßige Anzahl von Werbebannern kann zu Lasten der Ladegeschwindigkeit gehen.

- Suche-Funktion

Die Exponate werden positiv bewertet, wenn sie über Indices, interaktive Lagepläne oder andere Arten von Suchfunktionen verfügen, die eine leichte Auffindbarkeit von Informationen für den Nutzer ermöglichen.

- Anpassungsfähigkeit an verschiedene Browser und mobile Geräte

Die elektronischen Programme und Websites sollten korrekt in allen gängigen Betriebssystemen und Browsern funktionieren (Internet Explorer, Chrome und Mozilla). Es wird auch ein ordnungsgemäßer Betrieb auf anderen Browsern für Notebooks, Tablets und Smartphones wie Opera, Safari u.a. erwartet.

Technische Fakten für mobile Datenträger:

- Aktueller Datenträger

Die Daten sollten auf den jeweils aktuellsten Datenträgern gespeichert werden. Es bringt nichts, wenn mit veralteten Datenträgern gearbeitet wird, ebenso sind veraltete Programmformate nicht von Vorteil. Bei Aktualisierungen von Programmen ist immer darauf zu achten, auch das Programmformat und den Datenträger auf den technisch neuesten Stand zu bringen.

- Lade- und Öffnungsgeschwindigkeit:

Die Software sollte sich in einem beliebigen Computer in jedem Land öffnen lassen. Die Medien sollten mit einem geeigneten Format aufgebaut sein, sodass sie korrekt in einem beliebigen Betriebssystem arbeiten können. Bei Datenträgern bietet es sich an, wenn diese mit der üblichen Software lesbar sind, z.B. Acrobat Reader®.

- Navigation über "Buttons"

Der Nutzer muss die Möglichkeit haben, zum Anfang des Buches zu gehen, zu den verschiedenen Kapiteln, zu Hinweisen oder zu einem Index. Ein interaktiver Index ist sehr nützlich.

Technische Fakten für E-Books:

- E-Book Reader und Lesesoftware

Die E-Books sollten sich mit den üblichen E-Book Readern herunterladen und öffnen lassen. Das sollte unabhängig davon sein, ob spezielle E-Book Reader genutzt oder zum Lesen der E-Books Tablet-Computer, Smartphones oder aber auch PCs oder Notebooks verwendet werden.

Die Reader sollten eine möglichst große Zahl an Dateiformaten unterstützen. Sollte eine Konvertierung notwendig sein, um das Dateiformat optimal auf die vorhandene Bildschirmgröße anzupassen, dann sollte diese Konvertierung unkompliziert und leicht handhabbar sein.

- Buchtypische Eigenschaften

Ein wichtiger Aspekt für die Nutzung von E-Books sind die buchtypischen Eigenschaften. Hiermit sind die von Printversionen gewohnten Vorzüge gemeint: z.B. Seitenübersicht, Blätterfunktion, Lesezeichen. Die handelsüblichen Reader übertragen diese Eigenschaften auf E-Books und ermöglichen einen Lesestandard, der mit Printliteratur vergleichbar ist.

- Suchfunktionen

Zusätzlich zu den buchtypischen Eigenschaften bietet das E-Book Vorzüge, welche die Printversionen nicht bieten können. Hierbei sind insbesondere die Suchfunktionen gemeint. Eine Volltextsuche ermöglicht das schnelle Auffinden von Textstellen.

4 Präsentation

Der Gesamteindruck des elektronischen Mediums ist ein entscheidendes Kriterium bei der Bewertung. Wie gelungen ist das Layout / Webdesign? Wie macht die Portalseite den User neugierig, sich die anderen Inhalte anzuschauen?

Die wichtigsten graphischen Elemente sind: Hintergrundfarbe, Schrifttypen, Textfarbe und Größe und die Verwendung von Bildern.

Graphische Elemente sollten helfen, Inhalte aufzufinden. Das kann über Text- bzw. Symbol Buttons erfolgen. Hierüber wird ein hoher Grad an Interaktivität erreicht, was letztlich einen Großteil des Komforts eines elektronischen Mediums ausmacht.

Für eine problemlose Navigation ist es wichtig, dass die Titel von Menüs und Untermenüs klar formuliert sind und den Inhalt exakt wiedergeben bzw. dass Symbole eindeutig den Inhalt identifizieren lassen. Überschriften sollten den Seiteninhalt treffend zusammenfassen, damit man über Suchfunktionen leicht zum gewünschten Inhalt gelangen kann. Bildliche Darstellungen wie Abbildungen, Grafiken, Faksimiles, Scans, Animationen sollten von hoher Qualität und für den Betrachter ansprechend montiert sein. Dabei ist es von Vorteil, wenn Bilder zunächst als Vorschau (Thumbnails) gezeigt werden, die vergrößert werden können. Die Bilder sollten in direktem Zusammenhang zum Thema stehen und nicht nur als Dekoration dienen oder irrelevante oder anekdotische Inhalte haben.
Die Schrifttypen sollten ausreichend groß sein, so dass die Texte gut zu lesen sind. Die Farben für Hintergründe und den Text sollten angemessen sein.
Datenträger sollten eine Beschriftung zeigen, die Titel, Verfasser und Datum der Erstellung beinhaltet. Der Datenträger muss in einer Hülle aus Kunststoff oder Pappe oder vergleichbarem Material eingelegt sein. Diese Schutzumhüllung sollte ebenfalls eine grafische Darstellung – ähnlich dem eines Bucheinbandes - zeigen, die ebenfalls auf den Titel, den Verfasser und das Datum der Erstellung hinweist. Außerdem sollte für den Nutzer eine Gebrauchsanweisung beiliegen. Ein farbig bedruckter Datenträger wirkt professioneller. Bildliche Darstellungen wie Abbildungen, Grafiken, Faksimiles, Scans sollten von hoher Qualität sein und für den Betrachter ansprechend platziert sein.

Elektronische Medien müssen ein ausführliches Impressum mit sämtlichen gesetzlich vorgeschriebenen Angaben enthalten, ferner ist ein Hinweis auf das letzte Update zu platzieren.
 
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