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Thema: Deutsches Reich Besetzung 2. Weltkrieg Ukraine
diva Am: 14.08.2014 20:15:43 Gelesen: 4708# 1 @  
Fernbrief von Mindelheim im Unterallgäu nach Oldenburg

Tarifgerecht mit 12 Pfg. frankiert, dabei die 10 Pfg. mit Ukrainischer Besatzungsmarke, kann jemand erklären, wie das 1945 noch möglich war.



[Redaktioneller Hinweis: Ukraine ist im Michel Deutschland Spezial 2014 auf Seite 1092 zu finden]
 
JimWentzell Am: 14.08.2014 22:39:35 Gelesen: 4668# 2 @  
Diva,

da es schon am Ende des 2. Weltkriegs war, vielleicht hatte man nur die 10 pf Ukraine-Aufdruck Marke gehabt, merkte das nicht, oder dachten, die Behörden bei der Post passen nicht darauf, wenn sie überhaupt noch am Dienst waren!
 
muemmel Am: 14.08.2014 23:03:39 Gelesen: 4658# 3 @  
Im Februar 1945 war die Ukraine längst durch sowjetische Truppen "befreit".

Vermutlich ist die 10-Pfg.-Marke mit Ukraine-Aufdruck von irgend einem Wehrmachtsangehörigen nach Bayern verschleppt worden und wurde irrtümlich oder aushilfsweise zur Frankatur verwendet.

Der Beleg gehört deswegen nicht in dieses Thema sondern wäre im allgemeinen "Hitler"-Thema besser aufgehoben.

Grüßle
Harald
 
hajo22 Am: 14.08.2014 23:40:39 Gelesen: 4651# 4 @  
@ muemmel [#3]

Grundsätzlich galt, daß Reichspostmarken, also z.B. Hitler Marken, in den Besetzten Gebieten gültig waren, nicht aber umgekehrt. Die Hitler Ukrainemarke war im Reichsgebiet ungültig, aber wen hat das im Februar 1945 noch interessiert, vor allem wer hat den Aufdruck überhaupt gesehen?

In diesem Sinne schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 08.02.2018 18:31:57 Gelesen: 3007# 5 @  


Bahnhofszeitungen der Deutschen Ukraine-Zeitung durch Deutsche Dienstpost Ukraine Luzk vom 3.8.1943 nach Duisburg.

Frankiert mit Hitler 40 Pf. mit Aufdruck "Ukraine" und 5 Pf. AH Reichspostmarke ohne Aufdruck (siehe dazu [#4]).

Bahnhofszeitungen gingen nach Gewicht: 45 Pf. entsprachen einem Zeitungsgewicht von 1000 gr - 1500 gr.

Beim Vordruck ist lediglich die Stückzahl mit "25" vermerkt. Es wurde also nicht mehr extra gewogen, sondern man hatte vermutlich eine Gewichtstabelle (Stückzahl "x" entspricht "y" Gramm dieser Zeitung) zur Hand. Das vereinfachte die Arbeit.

Es könnte aber auch sein, daß man keine Lust hatte die Grammangabe aufzuschreiben.

hajo22
 
hajo22 Am: 18.07.2018 15:40:32 Gelesen: 2471# 6 @  
Feldpostbrief Feldpost-Nr. 13199 H vom 6.1.1942 mit aptiertem russischen Stempel:



Der Couvertinhalt ist erhalten geblieben:



Auf der Rückseite des Schreibens handschriftlich zusätzliche Instruktionen.

hajo22
 
volkimal Am: 18.07.2018 20:05:56 Gelesen: 2454# 7 @  
Hallo zusammen,

wie dieses Postsparbuch von Onkel Walter Leibrock beweist, konnte man auch in der Ukraine konnte man den Postsparkassendienst benutzen.



Der zweite Stempel auf dieser Seite stammt von der Deutschen Dienstpost Ukraine in Nikolajew.

Wer mehr über das Postsparbuch erfahren möchte, sollte einmal hier hineinschauen: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=45773#M2

Als Ergänzung noch der Geldschein zu 5 Karbowanez, den mein Onkel im Krieg aus der Ukraine mitgebracht hat. Leider ist er sehr schlecht erhalten.



Aus Wikipedia: Zur Zeit der deutschen Besatzung 1942 bis 1945 wurden von der Zentralnotenbank der Ukraine mit Sitz in Rowno (heutiger Name Riwne) Karbowanez-Banknoten (zu 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500) ausgegeben. Diese waren in der Reichsdruckerei zu Berlin gedruckt worden. [1]

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Karbowanez
 
hajo22 Am: 18.07.2018 22:53:37 Gelesen: 2437# 8 @  
@ volkimal [#7]

Nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Ostland. Bei Gelegenheit zeige ich ein Postsparbuch der Deutschen Post Osten.

Natürlich auch in Luxemburg, Elsaß/Lothringen konnte man Geld vom Postsparbuch (PSB) abheben bzw. einzahlen. Auch im Generalgouvernement und in Böhmen & Mähren. Ob in allen besetzten Gebieten (z.B. Griechenland, Serbien, Zara, Zante usw.) weiß ich nicht. Auf den Kanalinseln aber wohl auch (habe aber noch keinen Beleg gesehen).

Bei Deinem PSB verblieb ein Guthaben von 340 RM. Was wurde daraus? Was steht auf Blatt 2 des Buches (blätter doch mal um).

Erfaßt wurde Dein Buch in Friedrichshafen (Bodensee/Frz. Zone Südwürttemberg-Hohenzollern) 1945(?). Merkwürdig.

hajo22
 
volkimal Am: 18.07.2018 23:16:08 Gelesen: 2428# 9 @  
@ hajo22 [#8]

Hallo hajo22,

hast du mal auf den Link [1] geklickt? Dort ist alles zu sehen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=45773#M2
 
hajo22 Am: 19.07.2018 21:33:42 Gelesen: 2377# 10 @  
@ volkimal [#9]

Sorry, glatt übersehen.

Tolles Postsparbuch.

hajo22
 
Regis Am: 16.01.2020 14:17:09 Gelesen: 866# 11 @  
Mit der Besetzung der Ukraine wurde die OPD Wien beauftragt, die Dienstpost einzurichten und den Generalpostkommissar zu stellen. Die ersten Dienstpostämter wurden im September 1941 eröffnet.







Der private Postverkehr beschränkte sich meist auf Zwangsarbeiterpost.
 
hajo22 Am: 16.01.2020 17:29:25 Gelesen: 849# 12 @  
Vordruck-Dienstcouvert "Deutsche Dienstpost Ukraine" frankiert mit 12 Pf. Hitler-Marke Aufdruck "Ukraine" und entwertet mit stummen Stempel vom 6.5.1942. Absenderin ist die Ursula, die unter Verwendung des Dienstumschlages vermutlich privat an ihre Familie in Berlin schrieb.

Der Tarnstempel ist natürlich ein Witz: Auf dem Dienststempel links unten ist der Absendeort "Nikopol" genauso angegeben wie auf der Rückseite von der Absenderin.



hajo22
 
Regis Am: 20.01.2020 22:01:33 Gelesen: 764# 13 @  
Bei der Deutschen Dienstpost Ukraine gab es Dienstpostämter und Postagenturen. Bei der Einrichtung aller Dienststellen behalf man sich bis zur Bereitstellung vorschriftsmäßiger Ausrüstungen mit Provisorien aus russischen und in Wolhynien polnischen Stempeln und Formularen. Daher jede Menge stummer Stempel, Gummi-Einzeiler usw. Postagenturen stempelten mit Gummistempel immer neben der Frankatur.



1. Blatt zum gebührenpflichtigen Postverkehr durch die Feldpost.
2. Blatt Dienstpostamt Bar Brief an einen Zwangsarbeiter über eine Postagentur. Briefe waren
nur möglich bis Februar 1943, danach folgten die bvorgeschriebenen Fremdarbeiter-Doppelkarten.
3. Blatt Kamenez - Podolsk Beispiel für einen stummen deutschen Stempel. Solche Stempel konnte
die Firma Gleichmann sofort bereitstellen.
 
hajo22 Am: 20.01.2020 22:48:43 Gelesen: 761# 14 @  
@ Regis [#13]

Durchlauf-Zensur "Ab" = Zensurstelle in Berlin nicht Königsberg das "Aa" hatte.

Viele Grüße,
hajo22
 
Regis Am: 21.01.2020 13:29:20 Gelesen: 742# 15 @  
@ hajo22 [#14]

Danke für den Hinweis, habe da keine Literatur und habe es registriert.

Ich stelle noch etwas zur Abwechslung ein.



3 Belege von Brest-Litowsk Normstempel mit Untersdcheidungsbuchstaben c f und a Luliniec mit unverändertem polnischen Stempel.
 
KaraBenNemsi Am: 21.01.2020 17:17:33 Gelesen: 706# 16 @  
Hallo Regis,

ich möchte mal anmerken, dass ich es immer toll finde, wenn sich jemand - so wie Du mit Deinen eigenen Blättern - die Mühe macht und etwas selbst gestaltet. Das bedeutet ja auch, dass man sich mit dem Material wirklich befasst und sich so über die Zeit immer mehr Kenntnisse in seinen Gebieten aneignet. Das sind auch tatsächlich viele interessante Stücke, die Du hier und in anderen Themen in der letzten Zeit gezeigt hast.

Zum letzten Bild eine kleine Anmerkung: Der Ort heißt Luninez/Luniniec (mit n).

Dann wollte ich Dir ganz gern eine E-Mail schicken, habe aber keine Adresse gefunden. Meine Philaseiten-Adresse ist hinterlegt, falls Du Dich mal austauschen magst zu Ukraine/Ostland.

Viele Grüße
Carsten
 
Regis Am: 23.01.2020 16:02:42 Gelesen: 629# 17 @  
Hier weitere Orte aus Wolhynien - Podolien



1. Luzk Normstempel c R-Zettel gedruckt ohne Zusatz
2. Kowel Normstempel a R-Zettel gestempelt
3. Luboml aptierter russ. Stempel a R-Zettel gestempelt
 
hajo22 Am: 23.01.2020 18:14:37 Gelesen: 611# 18 @  
Einlieferungsschein mit Gebühr Hitler 10 RPf. (Aufdruck Ukraine) aus Kiew vom 20.7.1943. Bescheinigung über einen (Post)Betrag von 4,05 RM (Paket?). Empfänger der Sendung war die Fettzentrale in Kamenz-Podolsk.



hajo22
 
Regis Am: 24.01.2020 11:34:33 Gelesen: 553# 19 @  
Hier weitere Orte von Wolhynien



1. Staro-Konstantinow aptierter poln. Stempel Gummistempel mit Kleinbuchstaben als Entwerter und R-Zettel-Kennung
2. Sarny stummer deutsch. Stempel, Gummistempel 3 Worte und R-Zettel handschriftlich
3. Rowno Bedarfsbrief mit Normstempel a
 
hajo22 Am: 24.01.2020 17:23:05 Gelesen: 521# 20 @  
Deutsche Dienstpost Ukraine.

Einschreibbrief mit Luftpost aus Krassilow (Bezirk Podolien) nach Berlin (Kurt Dahmann), Ankunft 16.12.1943. Frankiert mit 12,15 und 20 RPf. Hitler/Ukraine, gestempelt mit Einzeiler "Krassilow" und stummen Stempel vom 8.12.1943.
Blanko-Einschreibzettel mit Gummistempel "Krassilow".
Porto = 30 RPf. Einschreibgebühr + 12 RPf. Fernbrief bis 20g + 5 RPf. für Luftpost. = 47 RPf.



hajo22
 
hajo22 Am: 24.01.2020 18:17:18 Gelesen: 508# 21 @  
@ Regis [#19]

Hallo Regis,

ich verstehe Deine mail von heute nicht. Vielleicht kannst Du mich evtl. aufklären?

Ich denke Richard möchte gerne, daß Du die Belege von den Albumseiten löst und einzeln mit Erläuterungstext bei Philaseiten einstellst.

hajo22
 
Regis Am: 29.01.2020 19:41:56 Gelesen: 388# 22 @  
@ hajo22 [#18]

Die bezahlte Aufgabebescheinigung ist äußerst selten und vermutlich ein Beleg zur Geldüberweisung. Dazu herzlichen Glückwunsch - habe schon etliches gesehen, so etwas nicht. Aufgabebelege aus Gegenden wo sich Deutsche nur hastig entfernt haben gehörten zu den achtlos entsorgten Dingen.

@ hajo22 [#21]

Interessierte mich nur die von mir nicht erkannte vermeintliche Schädlichkeit.
 
Regis Am: 20.02.2020 10:50:01 Gelesen: 156# 23 @  
Zur weiteren Belebung



1. Proßkurow Dienstpostamt von Wolhynien / Podolien R-Brief Luftpost Normstempel e vom 23.12.41 R-Zettel gedruckt
Gebühr 12 + Lp 5 + R 30, Frankatur 47 Pf.
2. Nowgorod-Wolynsk Generalbezirk Shitomir R-Brief Luftpost stummer deutscher Stempel 27.10.41 neutraler R-Zettel gestempelt Gebühr 12 + Lp 5 + R 30, Frankatur 47 Pf.
 
Regis Am: 22.02.2020 12:44:38 Gelesen: 42# 24 @  
Weiter im Generalbezirk Shitomir



1. Brief aus Illinzi mit Einschreiben und Luftpost Gebühr 12 + 30 + 5 Frankatur 3 x 15 + 2 x 1 Pf. russischer aptierter Stempel + Gummistempel Illinzi 6.6.42 blanko R-Zettel Kastengummistempel ILLINZI

2. Brief aus Korosten mit Einschreiben und Luftpost Gebühr 12 + 30 + 5 = 47 Frankatur 6 x 8 = 48 russischer aptierter Stempel 9 0 42 Gummistempel Korosten blko. R-Zettel gestempelt Ankunftsstempel Chemnitz 1 bi 14.10.42 20 Uhr
 
hajo22 Am: 22.02.2020 18:03:31 Gelesen: 19# 25 @  
Einschreibbrief aus Rowno (Wolhynien) durch "Deutsche Dienstpost Ukraine" vom 26.1.1943 nach Duderstadt mit Numeratorstempel. Zensiert OKW "b" (Zensurstelle Berlin). Frankiert mit Viererblock 4 und 8 Pf. sowie Einzelmarke 6 Pf. jeweils mit Aufdruck "Ukraine" auf Hitlermarken. Portorichtig mit 54 Pf. (30 Pf. R-Gebühr + 24 Pf. Brief über 20 gr.).

Ankunftsstempel Duderstadt 2.2.43.



hajo22
 
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