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Thema: Altdeutschland Bayern: Marken und Stempel
Holger Am: 24.06.2008 14:59:01 Gelesen: 8220# 1 @  
Hallo zusammen,

habe heute bei Ebay drei interessante Belege aus Bayern gefunden.







Mich würde interessieren um welche Art von Stempeln es sich hierbei handelt und wie solche Belege philatelistisch zu bewerten sind.

Wer kann helfen ?

fragt
Holger
 
- Am: 26.06.2008 03:26:09 Gelesen: 8181# 2 @  
Hallo Holger,

wenn hier keiner antwortet, will ich mal versuchen eine Antwort zu geben.

Der obere Brief ist eigentlich kein Brief sondern eine Partei Sache, von Immenstadt nach Staufen. Schön ist der Kastenstempel - Zweizeiler(R2) zu dem Wert kann ich nichts sagen.

Das zweite Bild zeigt einen Charge Brief nach Würzburg.

Oben geht der Schnitt der Marke, ins Markenbild, so ist die Marke nur noch Schrott!, für mich auch der Brief.

Interessant ist der Brief zwar, nur erspare ich mir weitere Details, da ich die Qualität dessen eigentlich für nicht sammelwürdig halte. Würde Dir vom Kauf abraten, das wäre Wertvernichtung, denn keiner würde Dir den Brief je abnehmen.

Auf den unteren Bild kann ich das Datum nicht bestätigen, bei der Qualität des Bildes ist mir eine Zuordnung der Marke nicht möglich.

Wenn es der gMR 143 ist wertet er 25.- € auf Brief, da könnte das Datum evtl. auch stimmen. In der II Verteilung wertet der gMR 224, 8.- €, auf Brief.

Der Nummernstempel "224" ist der II Verteilung zuzuordnen so würde dann das Datum von 1849 nicht stimmen.

Als Verwendung in der I Verteilung hätte der Brief einen Wert, inbesonderen wenn es die 2I währe.

Man bräuchte um die Marke zuordnen zu können einen besseren Scan.

Sammler Grüße
soaha
 
Holger Am: 28.06.2008 21:16:32 Gelesen: 8137# 3 @  
@ soaha [#2]

Hallo Soaha,

vielen Dank für die Infos. :-)

Was bedeutet denn die Abkürzung "gMR" ?

fragt
Holger
 
- Am: 28.06.2008 23:38:51 Gelesen: 8124# 4 @  
gMR steht für geschlossener Mühlradstempel
oMR steht für offener Mühlradstempel

Mühlradstempel nennt man die Stempeltypen von Bayern.

Die Mühlräder haben Nummern, die einer Postanstalt, Postexpedition zugeschrieben werden.

Offizielle Einführung der Mühlräder ist der 1. August 1850.

Geschlossene Mühlräder gibt es in zwei Verteilungen der ersten (I) und der zweiten (II).

I Verteilung Nr. 1-402

Ab den 1. Dezember 1856 die sogenannte II Verteilung.

Alle Postanstalten mussten ihre Stempel in das "Oberpostamt" in München einliefern.

"In dieser "Zwischenzeit" wurde mit sogenannten Umtauschstempel gearbeitet, die gesucht sind".

II Verteilung Nr. 1-606

So kann es sein, wie in deinem Beispiel:

dass eine Nummer in der I Verteilung einem Ort zuzuschreiben ist und in der II Verteilung einem anderem Ort.

z. B.: "224" ist in der ersten Verteilung "Nellenbruck" zuzuschreiben, in der II Verteilung gehörte er Immenstadt.

I Verteilung Wert "gMR.224" auf Brief, nach Sem 275.- €!
In der II Verteilung sieht es schon anders aus, nur noch 8.- €

gleiches Beispiel:
"143" I Verteilung Immenstadt, II Verteilung Fuchsmühl in der Operpfalz.

I Verteilung 25.- €.
II Verteilung hier wertet er schon 50.- €

Alle Postanstalten die ab der II Verteilung "neu öffneten" bekamen einen offenen Mühlrad.

Ab der Nr.606 offene Mühlräder.

Wenn man sich damit beschäftigt, kommen noch weitere interessante Sichtweisen und Blickwinkel hinzu die man sich erschließen muss.

Vor allem ist hier Literatur gefragt, die unentbehrlich ist.

Aber keine Bange wir sind ja da.

Sammlergrüße
soaha
 
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