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Thema: DDR Briefe
B-reeze Am: 12.10.2014 10:03:52 Gelesen: 4938# 1 @  
Ich habe auf einem Flohmarkt einen ganzen Packen DDR-Briefe erstanden und bin schon fasziniert von der Vielfalt der Frankaturen, die wohl auch dazu dienten, westeuropäische Sammler mit Material zu versorgen. DDR Briefe sind für mich ein neues Gebiet und ich versuche jetzt mit diesem Beitrag in Kontakt mit Experten zu kommen. Von deren Kommentaren oder auch eigenen Materialien kann ich sicherlich viel lernen und learning by doing funktioniert bei mir besser als Bücher wälzen.

Also bitte ich interessierte Mitglieder hier im Forum um rege Teilnahme, Anregungen und auch darum ihr eigenes Material zu zeigen.

Ich fange hier mit drei Briefen an, die ich einfach schön finde:

dem Ersten konnte ich entnehmen, dass diese Brief als Eilbrief am 30. September 1986 von Leipzig nach Sehnde bei Hannover gelaufen ist. Der Block ist die Block 85. Zu dem Porto: ich nehme an, dass 1986 ein Auslands-Eilbrief 90 Pf. kostete. Also ist dieser Brief überfrankiert.

der Zweite Brief gefällt mir besonders gut. Er lief am 30. November 1956 von Magdeburg nach Hamburg an ein Postfach. Auch eine Eilzustellung. Dieser 4er Block der 5-Jahresplanserie mit dem schön zentrierten Stempel hat es mir angetan. Sogar der Inhalt des Briefes ist erhalten: es ist ein Brief einer Frau an ihren in Westdeutschland lebenden Freund. Herzzerreissend. War das Porto damals nicht 70 Pf. für einen Eilbrief ins Ausland? Die Mi.-Nr. müsste die 456 sein und zwar in der Original-Ausgabe und nicht als Neudruck.

Der dritte Brief ist von 1982, bunt frankiert mit den Mi.-Nrn: 2574, 2621/2622 als Dreierstreifen, 2627 und 2657. Ist der Brief mit 90 Pfennig portogerecht für den Weg von Freital (Sachsen) nach Riehen bei Basel in der Schweiz?

Freue mich auf Resonanz.

Thomas




 
wajdz Am: 12.10.2014 18:29:22 Gelesen: 4883# 2 @  
@ B-reeze [#1]

Als DDR-Experten würde ich mich nicht bezeichnen, aber als in der DDR gelebt habender deutscher Bürger waren die DDR-Marken naturgemäß Sammelobjekt. Beim Postverkehr innerhalb der DDR waren die Frankaturen lange nicht so abwechslungsreich, wie es uns die Briefe in die "nicht sozialistischen Wirtschaftsgebiete" annehmen lassen. Vor allen Dingen die Sperrwerte, künstlich verknappte Nominale aus einem Satz, sind kaum auf Briefen innerhalb der DDR zu finden.

Briefmarken waren ebenso wie Münzen ein Mittel, um an dringend benötigte Devisen zu gelangen.

Aber nun zu meinem Beitrag:



Brief bis 250g =185 Frankierung vermutlich philatelistisch beeinflußt

MF MiNr Block 54 mit 2402 (1M); 2438(35); 2439(50) = 185; TSt 9159 LUGAU (ERZGEB) f 16.-8.79

MfG wajdz
 
wajdz Am: 19.10.2014 23:57:31 Gelesen: 4754# 3 @  
Beispiel für einen Satz mit Sperrwert, dazu den passenden Beleg



DDR Mi. 512-515
 
jmh67 Am: 20.10.2014 10:02:09 Gelesen: 4720# 4 @  
@ B-reeze [#1]

Du schriebst:

Der dritte Brief ist von 1982, bunt frankiert mit den Mi.-Nrn: 2574, 2621/2622 als Dreierstreifen, 2627 und 2657. Ist der Brief mit 90 Pfennig portogerecht für den Weg von Freital (Sachsen) nach Riehen bei Basel in der Schweiz?

Brief ins Ausland 35 Pf, Eilsendung 50 Pf, macht 85 Pf. Vielleicht noch 5 Pf für Luftpost eingerechnet? War die obligatorisch bei Eilsendungen ins Ausland? Habe leider das alte Postgebührenheft nicht zur Hand. Dann würde es freilich stimmen, aber man hätte dann wahrscheinlich trotzdem einen blauen Zettel draufgeklebt oder "Luftpost" draufgeschrieben. Sind hinten drauf Stempel, die den Transportweg nachvollziehen lassen?

Wajdz, dass die Sperrwerte im Inlandsverkehr wenig vorkamen, lag nicht nur an den geringeren Auflagen; meistens waren es ja höhere Werte, von den Anfangsjahren mal abgesehen, wo auch 5er, 10er und 15er als Sperrwerte vorkamen. Allerdings wurden nach Ablauf der Sperrfrist auch übriggebliebene Sperrwerte frei verkauft und/oder im normalen Postdienst aufgebraucht.

Jan-Martin
 
jmh67 Am: 30.10.2014 20:30:34 Gelesen: 4578# 5 @  
Habe eben noch einmal ins Postgebührenheft von 1981 (Nachauflage) geschaut: Dass Luftpost bei Eilsendungen obligatorisch gewesen wäre, steht nicht drin, man kann es aber logisch nachvollziehen, da bei Überseeverkehr aufgeführt ist, in welche Länder Eilsendungen zugelassen waren, und dort der Eilzuschlag zusätzlich zum Luftpostzuschlag erhoben wurde.

Jan-Martin
 
Cantus Am: 18.06.2015 23:58:43 Gelesen: 4239# 6 @  
Von mir eine sicherlich sehr seltene Frankatur, ein Luftpostbrief vom Deutschen Buch-Export und -Import in Leipzig, befördert am 5.4.1956 nach Zürich. Für die Frankatur wurden geschnittene Marken der DDR verwendet, und zwar je zwei Mi. 464 B und 466 B. Der Brief ist portogerecht verschickt worden. Das Gesamtporto betrug 50 Pfennig, dabei kostete der Brief = 35 Pfennig, der Luftpostzuschlag = 15 Pfennig.



Viele Grüße
Ingo
 
Sachsendreier53 Am: 19.06.2015 11:22:59 Gelesen: 4209# 7 @  
@ Cantus [#6]

Hallo Ingo,

sehr interessanter, seltener Beleg. Die Marken stammen aus der Blockausgabe vom 30.4.1955, SCHILLER-JAHR 1955.

Die linke 5 (Pf) Marke trägt einen Prüfstempel; SCHONER. Ist der Prüfer bekannt ?

mit Sammlergruß,
Claus
 
mausbach1 Am: 19.06.2015 11:54:32 Gelesen: 4200# 8 @  
@ Sachsendreier53 [#7]

Schoner war kein Prüfer, sondern der Entwerfer der Marken - u.a.
 
Martinus Am: 28.10.2015 17:39:43 Gelesen: 4053# 9 @  
Nicht so wertvoll

sagt man mir auf dem Tauschtag - doch ich kann entgegnen, so einen Beleg findet man kein zweites mal!



Handelt es sich hier um eine Mehrfachfrankatur oder ist es eine Mischfrankatur oder ist der Beleg einfach nur "schön"?

30 Jahre ist es her! Kein Ersttagsbrief! Aber mit einem der Selbstbedienungspostämter und dazu portogerecht!

Da wären 50 Pfg. Einschreiben - 50 Pfg Eilzustellung und 80 Pfg Briefe bis 50g!

Nur mal so mit einem "Lächeln" auf dem Gesicht.

Übrigens - kam dann doch ein Sammler, der mir dafür 25,- Euro geboten hat! Ich habe ihn in meiner Schule der Philatelie Sammlung untergebracht - weil so etwas kommt mir doch nie wieder in die Finger!

Als Anmerkung - das zahlt doch keiner dafür - wem es gefällt, der bezahlt für seine Sammlung gern diesen Preis!

mit Sammlergruß Martinus
 
WUArtist Am: 28.10.2015 18:14:27 Gelesen: 4026# 10 @  
@ Martinus [#9]

Hallo Martinus,

der Beleg gefällt mir ebenfalls sehr gut. Glückwunsch!

Mit Sammlergruß
Joachim

[Beiträge [#9] und [#10] verschoben aus dem Thema "Alliierte Bes SBZ M-V: Warum kostet dieser Sammlerbrief 458 Euro ?"
 
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