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Thema: Die unterschiedlichen Kalender
Das Thema hat 237 Beiträge:
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volkimal Am: 20.01.2020 21:35:03 Gelesen: 25697# 213 @  
Hallo zusammen,

zu meiner Frage, welcher Kalender innerhalb Rumäniens benutzt wurde erhielt ich von 10parale den entscheidenden Tipp. Die Antwort findet sich im Beitrag 273 beim Thema „Rumänien für Sammler“ https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=96699#M273

Heinz 7 schreibt dort: „In Rumänien galt weitherum noch bis 1919 der julianische Kalender, aber die Post verwendete ab 1.1.1865 den gregorianischen Kalender“. Auf der Suche nach einem entsprechenden Beleg fand ich bei Delcampe die folgende Karte. Den Preis von 6,- € halte ich aber bei der Erhaltung für übertrieben [1].





Die Postkarte wurde am 17. Oktober 1888 (jul.) in R. Sarat geschrieben und am selben Tag bei der Post aufgegeben. Der Unterschied der beiden Kalender betrug damals 12 Tage. Der Stempel entsprechend vom 29. Oktober 1888 (greg.).

Viele Grüße
Volkmar

[1] delcampe.net Suchwort: R.Sarat
 
volkimal Am: 08.02.2020 14:38:36 Gelesen: 23476# 214 @  
Hallo zusammen,

das Großfürstentum Finnland war seit 1809 ein mit einer weitgehenden inneren Autonomie ausgestatteter Teil des Russischen Reiches. Es entstand, nachdem das seit Jahrhunderten zu Schweden gehörende Finnland infolge mehrerer russisch-schwedischer Kriege an Russland abgetreten werden musste, und endete 1917 infolge der russischen Revolutionen in der Unabhängigkeit Finnlands.



Da Finnland zum russischen Reich gehörte stellt sich mir natürlich die Frage, welcher Kalender in Finnland galt. Bis 1980 gehörten über 90 % der Bevölkerung Finnlands der Evangelisch-Lutherischen Kirche an. Zur orthodoxen Kirche Finnlands zählten nur 1-2 % der Bevölkerung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in Finnland schon 1753 der gregorianische Kalender eingeführt wurde.

Diese Postkarte wurde am 28.12.1896 in Wyborg aufgegeben und erreichte das Ziel Helsinki am selben Tag. Das Datum ist natürlich nach dem gregorianischen Kalender, man kann es aber bei einer Inlandskarte nicht beweisen.



Wie man an der Postkarte sieht, gab es in Finnland drei offizielle Sprachen: Schwedisch (links), Finnisch (rechts) und Russisch (unten). Auch die Stempel aus der Zeit um 1900 waren dreisprachig. Die drei Ortsnamen beim Stempel sind in derselben Reihenfolge angegeben. 

Weitere Informationen zu den Stempeln siehe [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=170605
 
Journalist Am: 16.02.2020 16:28:02 Gelesen: 22503# 215 @  
Hallo an alle,

ich bin mir nicht ganz sicher ob der folgende Scan hier am besten hinpasst, interessant ist aber die Schreibweise des Monats.



Dieser Stempelabschlag war auf einer Einschreibenpostsache aus Kirgisistan.

Viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 16.02.2020 16:38:31 Gelesen: 22502# 216 @  
@ Journalist [#215]

Hallo Jürgen,

natürlich passt der Stempel hierhin. Es ist zwar kein fremder Kalender sondern unser gregorianischer Kalender. Der gehört natürlich auch zu diesem Thema.

Die Monatsangabe ist in der kirgisischen Sprache angegeben aber abgekürzt. Der Stempel ist vom 01. НОЯБРДАН 2019 = 01. November 2019.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 26.02.2020 20:59:46 Gelesen: 21361# 217 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Kalender in Finnland:



Auf dieser Karte aus Finnland erkennt man gut, dass beim Stempel das Datum nach dem gregorianischen Kalender eingestellt ist. Die Postkarte wurde in Helsingfors aufgegeben und über St. Petersburg = С. Петербург nach Berlin geleitet. Helsingfors ist der schwedische Name von Helsinki.



Helsingfors = Helsinki, 10.02.92 (greg.)



С. Петербургъ = St. Petersburg, 30.01.92 (jul.), 5 Зксп. = 5 Экспед = 5. Expedition



Berlin Bestellt vom Postamte 64, 13.02.92 (greg.)

Die beiden Stempel aus Helsingfors und Berlin haben ein Datum nach dem gregorianischen Kalender. Der Stempel aus St. Petersburg zeigt das Datum nach dem julianischen Kalender. Man musste 1892 um 12 Tage von dem julianischen Kalender aus weiterzählen, um das Datum nach unserem Kalender zu erhalten: 30.01.92 (jul.) = 11.01.92 (greg.)

In Russland verwendete man 1892 den julianischen Kalender. Finnland gehörte damals zwar zum russischen Kaiserreich, man benutzte aber dennoch den gregorianischen Kalender.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 07.03.2020 16:48:49 Gelesen: 20305# 218 @  
Hallo zusammen,

2014 habe ich mit den unterschiedlichen Kalendern auf Philaseiten begonnen. Im Schaltjahr 2016 hat es nicht geklappt. Dieses Jahr habe ich zum Glück daran gedacht, mir am 29. Februar einen Brief zu schicken:



Gut, dass ich die Marken so aufgeklebt habe, dass 3 Stempel abgeschlagen werden mussten. So ist das Datum zumindest beim mittleren Stempel relativ gut zu erkennen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 15.03.2020 11:12:14 Gelesen: 19688# 219 @  
Hallo zusammen,

leider habe ich diese Karte von Delcampe nicht bekommen.



Es ist eine Postkarte aus С. Петербург = St. Petersburg nach Turku (finnisch) = Abo (schwedisch) vom 2. November 1896.

Der Absender wollte das Datum nach beiden Kalendern angegeben. Er schrieb 2./13. November 1896. Dabei hat er aber nicht aufgepasst, denn der Unterschied der beiden Kalender betrug 1896 genau 12 Tage. Richtig wäre gewesen 2.11. (jul.) = 13.11. (greg.).

An diesen beiden Daten kann man gut erkennen, dass das Datum des Ankunftsstempels aus Turku vom 5.XI.96 nach dem julianischen Kalender sein muss. Die Karte kam also am 05.11.1896 (jul.) = 17.11.1896 (greg.) an.

Dieses ist bisher der einzige finnische Stempel nach dem julianischen Kalender den ich gesehen habe.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 05.04.2020 13:54:23 Gelesen: 17705# 220 @  
Hallo zusammen,

den julianischen Kalender beende ich vorerst einmal. Er galt zwar auch noch in anderen Gebieten z.B. in Serbien. Von dort habe ich aber bisher keine Belege. Heute möchte ich mit Folgendem beginnen:

Chinesische Gebiete unter japanischem Einfluss



Während des 2. Japanisch-Chinesischen Kriegs (1937 – 1945) besetzte Japan große Teile im Nordosten Chinas. Schon vorher kam es 1932 zur Bildung des japanischen Marionettenstaates Mandschukuo. Seit 1941 galt Mengjiang formal als autonomes Gebiet. In Mandschukuo und in Mengjiang gab es eigene Kalender. In den anderen besetzten chinesischen Gebieten wurde weiterhin der Minguo-Kalender benutzt. Bei Briefen ins Ausland kommt auch unser Kalender vor.



In den japanisch besetzten Gebieten wurden zunächst die chinesischen Marken weiterverwendet. Zum Beispiel bei dieser Postkarte aus Tsingtau (heute Qingdao) an Großvater von seiner Schwester Dora Matzat, die in Tsingtau als Missionarin arbeitete. Die Postkarte wurde mit der transsibirischen Eisenbahn transportiert und trägt einen Zensurstempel aus Berlin.



Der Stempel zeigt in diesem Fall das Datum nach dem Minguo-Kalender. Links vom Strich steht die Uhrzeit. Dann folgen Tag, Monat und Jahr. Man muss zur Jahreszahl nach dem Minguo-Kalender die Zahl 1911 addieren um unsere Jahreszahl zu erhalten. Der Stempel ist also vom 24.9.29 ROC = 24.09.1940 AD.
Zwischen dem Ortsnamen 青島 = Tsingtau in chinesischer Schrift steht oben noch das Zeichen „丁“ (ding). Es ist der vierte von zehn Himmelsstämmen und entspricht damit dem Unterscheidungsbuchstaben "d".



Erst 1941 gab es eigene Marken der japanischen Besatzer. Die linke Marke von 1941 hat den Aufdruck 山東 = Schantung (heute Shandong). Das ist die Provinz, in der Tsingtau liegt. Im Juni 1942 gab es dann gemeinsame Ausgaben für alle 5 japanisch besetzte Provinzen in China. Die rechte Marke hat dementsprechend den Aufdruck 華北 = Nordchina. Die Zeichen sind jeweils von rechts nach links zu lesen.

Nächstes Mal beginne ich dann mit einem schwierigen Kapitel: Die Kalender in Mandschukuo".

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.05.2020 21:34:16 Gelesen: 14165# 221 @  
Hallo zusammen,

wie beim letzten Mal angekündigt beginne ich heute mit den Stempeln in Mandschukuo. Es ist schwierig und zum Teil unmöglich, die verschiedenen Kalender in Mandschukuo richtig zuzuordnen. Zur Erklärung eine Übersicht über die verschiedenen Kalender in Mandschukuo:



Es gibt zwei verschiedene Kalender aus Mandschukuo. Bei beiden gibt es die Jahreszahlen von 1 bis 3. Zumindest bei Sonderstempeln aus Mandschukuo wurde zusätzlich das japanische Gengō-System benutzt. Bei den Sonderstempeln kommen die Jahreszahlen 7 bis 12 doppelt vor. Sie gibt es beim Kalender aus Mandschukuo und beim Gengō-System. Zusätzlich wurde vor allem bei Post ins Ausland auch noch unser Kalender benutzt.

Eine sehr gute Übersicht über die Marken und Stempel aus Mandschukuo findet ihr hier [1]. Dadurch ist es zumindest möglich, den Kalender bei den Sonderstempeln eindeutig zu bestimmen [2]. Eine eindeutige Zuordnung des Kalenders bei Stempeln mit den Jahreszahlen 1 bis 3 nach den Kalendern aus Mandschukuo ist häufig nicht möglich. Hier ein Beispiel:



Am Anfang hatten die Stempel meistens noch chinesische Ziffern wie bei diesem Exemplar. Der Stempel ist vom 11.1.3 (mand.). Tag und Monat stimmen mit unserem Kalender überein. Entsprechend der Tabelle kann der Stempel vom 11.1.1934 AD oder vom 11.1.1936 AD sein.

Manchmal hilft die Briefmarke weiter. Diese Marke ist auf normalem Papier ohne Wasserzeichen gedruckt. Sie stammt vom 26.07.1932 AD. Daher hilft sie bei der exakten Bestimmung des Jahres nicht weiter. In diesem Fall kann ich das Jahr nicht genau bestimmen.

Um Stempel aus den Jahren 1 bis 3 der Republik Mandschukuo (1932 bis 1934) eindeutig zu bestimmen muss entweder z.B. unser Datum auf einer Postkarte notiert sein oder der Beleg geht ins Ausland und hat einen weiteren eindeutigen Stempel. Solch ein eindeutiger Beleg fehlt mir bisher.

Viele Grüße
Volkmar

[1] allgemein: http://manchukuostamps.com/Postmarks.htm
[2] Sonderstempel: http://manchukuostamps.com/CommemorativeCancellations.htm
 
volkimal Am: 30.05.2020 11:25:18 Gelesen: 12256# 222 @  
Hallo zusammen,

am 01.03.1934 AD wurde der bisherige Staatspräsident Puyi zum „Kaiser von Mandschukuo“ gekrönt. Aus diesem Anlass erschienen in Mandschukuo vier Briefmarken. Sie zeigen den Kaiserpalast bzw. zwei Fenghuangs (Hôô-Vögel) vor Glückswolken. Der Fenghuang ist ein mythologischer Vogel und ein Glückssymbol in der chinesischen Kultur, das den südlichen Teil des Kaiser-Palastes beschützt. Unten auf der Marke sind zwei Sorghumhirsen abgebildet.

Das Zeichen in der Mitte des Ersttagsstempels steht für ein langes Leben. Rechts und links davon sind wieder zwei Fenghuangs zu sehen. Diesen Stempel gibt es aus ca. 180 Orten. Mein Exemplar kommt aus 哈爾濱 = Harbin. Oben im Stempel steht 登極紀念. Man kann es mit Gedenkfeier übersetzen. Sowohl dieser Text als auch der Ortsname sind von rechts nach links zu lesen.



Gleichzeitig mit der Kaiserkrönung begann in Mandschukuo eine neue Zeitrechnung. Als japanischer Marionettenstab hat man dieses typische japanische Prinzip auch in Mandschukuo übernommen. Als Stempeldatum ist angegeben „1.3.1.“. Links steht die Jahreszahl, in der Mitte der Monat und rechts der Tag. Die Tagesziffer war auswechselbar. Der Stempel kommt mit den Tagen 1, 2 und 3 vor.

Am Datum 1.3.1 (mand.) = 01.03.1934 AD erkennt man, dass sich das mandschurische Datum nur in der Jahreszahl von unserem Kalender unterscheidet. Tag und Monat stimmen mit unserem Kalender überein.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 08.06.2020 18:12:26 Gelesen: 11137# 223 @  
Hallo zusammen,

die ersten Freimarken aus Mandschukuo haben als Motiv eine Pagode bzw. das Bildnis vom dem Präsidenten und späterem Kaiser Henry Puyi. Insgesamt gibt es drei verschiedene Ausgaben dieser Freimarken:



1. Ausgabe, 26 Juni 1932, normales Papier ohne Wasserzeichen



2. Ausgabe, Januar 1934, Faserpapier mit Wasserzeichen



3. Ausgabe, November 1934, Faserpapier mit Wasserzeichen

Die 1./2. Ausgabe bzw. die 3. Ausgabe haben einen unterschiedlichen Text oben in der Marke.
1./2. Ausgabe: 滿洲國郵政 (5 Zeichen) = Postverwaltung von Mandschukuo
3. Ausgabe: 滿洲帝國郵政 (6 Zeichen) = Kaiserliche Postverwaltung von Mandschukuo
Die Bestimmung der Briefmarke kann bei Stempeln mit den Jahreszahlen 1 bis 3 weiterhelfen.





Dieses Pärchen wurde am 26.3 im ersten Jahr (Mand.) in einem Ort in der Provinz Fengtian abgestempelt. Der Name der Provinz Fengtian = 奉天省ist dabei von rechts nach links zu lesen. Als Stempeldatum kommen der 26.03.1932 (Republik Mandschukuo) oder der 26.03.1934 (Kaiserreich Mandschukuo) in Frage.
Die Marken haben normales Papier ohne Wasserzeichen, sie stammen also von der ersten Ausgabe vom 26. Juni 1932. Der Stempel ist aber schon vom März. Damit scheidet die Republik Mandschukuo aus und der Stempel muss aus dem Kaiserreich und vom 26.06.1934 AD sein.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.06.2020 10:20:13 Gelesen: 9713# 224 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit zwei Beispielen aus Mandschukuo. Bei beiden Stempeln ist das Datum in chinesischen Ziffern angegeben.





Der Stempel auf dieser Briefmarke ist vom 九日.三月.二年= 9 Tag 3 Monat 2 Jahr = 9.3.2. (mand.). Das Datum kann entsprechend der Tabelle im Beitrag [#221] dem 09.03.1933 AD (Republik Mandschukuo) oder dem 09.03.1935 AD (Kaiserreich Mandschukuo) entsprechen. Die Briefmarke ist auf weißem Papier und hat oben 5 Zeichen. Damit gehört sie zur 1. Ausgabe vom 26.06.1932.

Das Stempeldatum ist nicht eindeutig zu bestimmen. Aufgrund des weißen Papiers ist es wahrscheinlicher, dass die Briefmarke am 09.03.1933 AD abgestempelt worden ist. Sie war aber auch noch am 09.03.1935 AD gültig.



Dieser Stempel kommt vom 五日.一月.三年 = 5 Tag 1 Monat 3 Jahr = 5.1.3. (mand.). Die Briefmarke ist auf Faserpapier und hat oben 6 Zeichen. Damit gehört sie zur 3. Ausgabe vom November 1934. Der 03.01.1934 (Republik Mandschukuo) scheidet also aus. Der Stempel muss vom 03.01.1936 AD = 3.1.3 (Kaiserreich Mandschukuo) sein.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.07.2020 12:46:26 Gelesen: 9403# 225 @  
Hallo zusammen,

spätere Stempel aus Mandschukuo sind häufig im japanischen Typ. Der Ortsname wird in chinesischen Zeichen angegeben. Für das Datum und die Uhrzeit werden unsere Ziffern verwendet. Beim Datum steht die Jahreszahl links. In der Regel wird dabei der mandschurische Kalender verwendet.



Stempel vom 30.1.4 (Kaiserreich Mandschukuo) = 30.01.1937 AD. Vor der Uhrzeit 8 – 12 steht das Zeichen „前“. Es ist das Zeichen für „vor“, „后“ das Zeichen für „nach“. Dieses entspricht dem „V“ für „vormittags“ bzw. „N“ für Nachmittags in deutschen Stempeln.



Postkarte mit eingedruckter Marke zu 2 Fen. Diese Karten erschienen in verschiedenen Ausführungen 1937/38. Der Text der Karte ist senkrecht geschrieben. Ich bin mir nicht sicher, ob es die chinesische, die mandschurische Schrift oder eine Mischung aus beiden ist. Die mandschurische Schrift gehört zur mongolischen Schrift.



Der Stempel ist vom 25.11.5 (Kaiserreich Mandschukuo) = 25.11.1938 AD. Leider ist der Ortsname nicht erkennbar.



Stempel vom 19.1.6 (Kaiserreich Mandschukuo) = 19.01.1939 AD.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 07.08.2020 11:20:34 Gelesen: 5333# 226 @  
Bei den Sonderstempeln kommen sowohl der mandschurische als auch der japanische Kalender nach dem Gengō-System vor. Auch hier ist es teilweise nicht möglich, ohne weiteres festzustellen, um welchen Kalender es sich bei dem Stempel jeweils handelt. Zum Glück gibt es im Internet eine Auflistung der mandschurischen Stempel, in denen diese Angaben zu finden sind. [1]

Aus der Zeit der Republik Mandschukuo besitze (1932 bis 1934) besitze ich bisher keinen Sonderstempel. Den ersten Sonderstempel des Kaiserreiches Mandschukuo vom 1.3.1 (mand.) = 01.03.1934 AD habe ich schon im Beitrag [#222] vorgestellt.



Auch der zweite Stempel in meiner Sammlung ist nach dem mandschurischen Kalender. Der Stempel wurde vom 1.12.1 bis zum 3.12.1 (mand) = 1.12.1934 bis zum 3.12.1934 AD eingesetzt. Am häufigsten sind die Stempel vom ersten Tag, dem 1.3.1 (mand). Auch mein Stempel kommt von diesem Tag.



Der Sonderstempel wurde zum „Gedenken an die Reform des regionalen Verwaltungssystems“ = 改変地方行政行政紀念 (Mitte) herausgegeben. Die Tauben symbolisieren den Frieden und Sonnenstrahlen den Beginn des neuen Wohlstands.
Die elf Zeichen im unteren Bereich sind jeweils das erste Zeichen der Namen der einzelnen Verwaltungsregionen:

Heihe = 黑河
Sanjiang = 三江
Binjiang = 濱江
Jiandao =間島
Andong = 安東
Fengtian = 奉天
Jinzhou = 錦州
Rehe = 熱河
Jilin = 吉林
Longjiang = 龍江
West Xing’an = 興安

Den Stempel gab es in 16 verschiedenen Postämtern. Der Name steht in der Mitte. Mein Stempel kommt aus 安東 = Andong (heute Dandong =丹東 / 丹东). Man sieht, dass Andong dem heutigen Dandong entspricht, wenn man bei Wikipedia den Ort auf der chinesischen Landkarte ansieht [2]. Eine Karte der Provinzen in unserer Schrift ist auf der englischsprachigen Seite zu sehen [3]


Viele Grüße
Volkmar

[1] http://manchukuostamps.com/CommemorativeCancellations.htm
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Mandschukuo
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Manchukuo
 
volkimal Am: 16.08.2020 16:39:16 Gelesen: 4230# 227 @  
Hallo zusammen,

bei diesem Sonderstempel aus Mandschukuo ist das Datum mit chinesischen Ziffern angegeben:



Links steht: 一月二十六日 = 1 Monat 2 10 6 Tag = 1. Monat 26. Tag, rechts steht: 三年 = 3. Jahr. Der Stempel ist also vom 26.1.3. Damit kommen entsprechend der Tabelle beide mandschurische Kalender in Frage. Entsprechend der Liste der mandschurischen Sonderstempel [1] ist dieser Stempel aus dem Kaiserreich Mandschukuo und damit vom 26.1.1936 AD. Man kann es zusätzlich an den beiden Zeichen vor der Jahreszahl erkennen: 康德 = Kāngdé. Damit werden die Jahre des Kaiserreiches Mandschukuo gekennzeichnet.

Der Ausgabeanlass war: 満日郵便條約締結紀念 = Gedenken an den Abschluss des Postvertrags zwischen Mandschoukuo und Japan. Es gibt den Stempel in 46 verschiedenen Postämtern. Mein Exemplar kommt aus 新京 = Xinjing (heute Changchun). Die bekannten Farben sind violett, rot, zinnoberrot, blau und schwarz.

Das Bild in der Mitte zeigt eine Taube mit einem Brief im Schnabel. Auf dem Brief steht der Ortsname. Links und rechts die Flaggen von Japan und Mandschukuo.

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://manchukuostamps.com/CommemorativeCancellations.htm
 
ligneN Am: 16.08.2020 20:55:39 Gelesen: 4190# 228 @  
@ volkimal [#225]

Zur Ganzsachenkarte 2 f. grün; sie ist in japanisch verfasst und nach Japan gelaufen, Präfektur Gunma.

Der Stempel ist Mukden-Zentral.

Belege in mandschurischer Schrift sind selten, es finden sich fast immer nur solche in chinesischer oder japanischer Schrift.
 
volkimal Am: 16.08.2020 21:31:46 Gelesen: 4175# 229 @  
@ ligneN [#228]

Hallo,

ganz herzlichen Dank für die Ergänzungen. Ich habe sie sofort in meine Sammlung eingearbeitet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 24.08.2020 15:01:32 Gelesen: 3485# 230 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit zwei Stempeln, die beide aus dem Jahr 10 kommen. Ist es 10 (Mand.) = 1943 AD oder ist es das Jahr 10 (Shōwa) = 1935? Beim ersten Stempel sind unsere Ziffern, beim zweiten chinesische Ziffern verwendet worden.



Sowohl bei der Zeitrechnung aus Mandschukuo als auch bei der Zeitrechnung in Japan steht die Jahreszahl normalerweise links. Wieder ist das Datum ohne Hilfe nicht zu bestimmen. Auf der Seite [1] stehen die notwendigen Informationen.

In diesem Fall zeigt der Stempel die japanische Jahreszahl und kommt vom 01.10.1935 AD aus Dairen = 大連. Der Stempeltext ist 大連市政卄周年記念. Es bedeutet „Gedenken an das 20-jährige Bestehen der Stadtregierung von Dairen“. Das Emblem ist das Stadtemblem von Dairen.



Beim diesem Stempel ist das Datum mit chinesischen Zeichen angegeben. Im Stempel steht unten 日一月五年十 = Tag 1 Monat 5 Jahr 10. Diesmal steht die Jahreszahl rechts.

Bei diesem Stempel entspricht das Jahr 10 der Zeitrechnung aus Mandschukuo. Der Stempel wurde am 01.05.1943 AD in 新京 = Hsinking (heute Changchun), der neuen Hauptstadt abgeschlagen.

Der Sonderstempel erinnert an den zehnten Jahrestag der Einführung des Postsparens in Mandschukuo (郵政儲金創始十周年紀念). Der Baum ist das Wahrzeichen von Mandschukuos Postsparen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://manchukuostamps.com/CommemorativeCancellations.htm
 
Heinrich3 Am: 26.08.2020 12:31:38 Gelesen: 3179# 231 @  
Hallo Volkmar,

bei Beschreiben eines Stempels aus Israel für die Stempeldatei möchte ich gerne auch als Zusatz-Info das Datum in der Originalschrift hebräisch eingeben.

Hast Du eine Quelle, bei der man nach der Konversion aus dem Gregorianischen Kalender dies direkt kopieren kann?

Danke im voraus
Heinrich
 
volkimal Am: 26.08.2020 13:08:03 Gelesen: 3172# 232 @  
@ Heinrich3 [#231]

Hallo Heinrich,

schick mir einmal per Email einen Scan des Stempels. Ich schicke dir dann den Text.

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 26.08.2020 22:39:46 Gelesen: 3107# 233 @  
@ volkimal [#232]

Hallo Volkmar,

danke für das Angebot! Doch ich würde Dich nicht gerne als Mit-Arbeiter ausnutzen. Wie ich bei einer Sichtung der 27 Stempel aus Israel gesehen habe,
wäre ich neben Dir der Einzige, der diese Zusatz-Info liefert. Ich verzichte also.

Falls Du aber die 3 Belege willst, ich überlasse sie Dir gerne und umsonst. Bei mir liegen sie nur rum.

Schöne Grüße
Heinrich
 
volkimal Am: 27.08.2020 09:20:42 Gelesen: 3039# 234 @  
@ Heinrich3 [#233]

Hallo Heinrich,

du würdest mich nicht ausnutzen, bei so etwas helfe ich gerne mit. Ich habe gerade zwei Umrechner gefunden, die das Datum auch in hebräischer Schrift anzeigen. [#1] [#2]

Zum Teil sind allerdings noch Punkte usw. unter den Ziffern, die im Stempel nicht angegeben werden. Du kannst es ja einmal ausprobieren. Wundere Dich aber nicht, wenn beim Kopieren nach Word oder Philastempel die Zeichen auf einmal in einer anderen Reihenfolge angegeben werden. Manchmal gebe ich in Word bewusst eine andere Reihenfolge der Zeichen an, damit sie hinterher bei Philaseiten oder Philastempel so aussieht wie im Stempel.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.hebcal.com/converter/
[2] https://www.calj.net/en/convert
 
volkimal Am: 30.08.2020 11:48:09 Gelesen: 2684# 235 @  
Hallo zusammen,



zum Abschluss der Kalender in Mandschukuo noch ein weiterer Stempel aus dem Jahr 10. Auch in diesem Fall kann ich nur anhand der Literatur [1] sehen, dass es sich um die japanische Zeitrechnung handelt. Der Stempel ist vom 21.3. Showa 10 und damit vom 21.3.1935 AD.

In diesem Fall wurde eine japanische Postkarte in Mandschukuo benutzt. Der Stempel wurde zum 50. Jahrestag des Beitritts von Japan zum Austauschabkommen des Weltpostvereins herausgegeben. Es soll ihn in Mandschukuo, im Kwantung Pachtgebiet (KLT), der südmandschurische Eisenbahnzone (SMRZ) und in Japan gegeben haben [1]. Mein Exemplar kommt aus 新京 = Hsinking (heute Changchun) der Hauptstadt von Mandschukuo.

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://manchukuostamps.com/CommemorativeCancellations.htm
 
volkimal Am: 18.09.2020 18:20:43 Gelesen: 192# 236 @  
Hallo zusammen,

als Nachtrag noch den Ausschnitt eines Einschreibebriefes, den ich von 10Parale bekommen habe:



Die beiden Briefmarken zur Mandschurisch-japanischen Freundschaft aus dem Jahr 1944 wurden zusammenhängend gedruckt. Die Inschrift der Marken lautet „Japans Wohlstand ist der Wohlstand der Mandschurei“ = 日本之興即滿洲之興 (chinesisch, obere Marke) = 日本の興は満洲の興 (japanisch, untere Marke). Je nachdem, wie ich den Text eingebe ergibt sich anstelle des Wortes Wohlstand auch die Übersetzungen Fortschritt, Erfolg bzw. Aufstieg.



Der Brief wurde am 9.10.11 (mand.) = 09.10.1944 AD in新京中央 = Hsinking-Zentral abgestempelt. Auf der Seite [1] habe ich gerade gesehen, dass die Briefmarken an diesem Tag erschienen sind. Die Angabe 1943 aus dem Michel dürfte falsch sein. Damit handelt es sich um einen Ersttagsstempel. Dazu passt auch der Druckvermerk eines FDC-Herstellers unten links.

Schade, dass es sich nur um einen Briefausschnitt handelt. Der Stempel oben rechts bedeutet Einschreiben. Ein zugehöriger R-Numeratoren-Stempel mit Amtsangabe ist aber auf dem Ausschnitt nicht zu sehen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://manchukuostamps.com/1944.htm
 
ligneN Am: 20.09.2020 00:57:46 Gelesen: 148# 237 @  
@ volkimal [#236]

Ja, dieser Satz erschien erst 1944. Das Ausgabejahr im MICHEL sollte berichtigt werden.
 

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