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Thema: Die unterschiedlichen Kalender
Das Thema hat 199 Beiträge:
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volkimal Am: 01.04.2019 15:10:31 Gelesen: 17222# 175 @  
Hallo zusammen,

wie im Beitrag [#165] beschrieben, gab es am Ende des Jahres 5 „jour complémentaire“. Bis auf wenige Ausnahmen kann man diese Tage nur am Datum des Briefes erkennen.





Brief von Montpellier nach Agde vom 1 jour complémentaire an 8. Der letzte Tag im letzten Monat (fructidor) des Jahres an 8 ist der 17.09.1800. Der Brief wurde also einen Tag später am 18.09.1800 geschrieben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.04.2019 18:42:51 Gelesen: 16291# 176 @  
Hallo zusammen,

auch von den "jour complémentaire" gibt es die entsprechenden Pariser Ankunftsstempel. Diese Stempel sind natürlich deutlich seltener als die Stempel der anderen Tage.



Brief von Metz nach Paris, geschrieben am 3 jour complémentaire an 11. Entsprechend des Ankunftsstempels kam der Brief zwei Tage später, am 5 jour complémentaire an 11 in Paris an.



Das Jahr 11 = XI war ein Schaltjahr und hatte 6 jours complementaire. Schade, dass der Brief nicht einen Tag später angekommen ist. Ich weiß nicht, ob es den Stempel vom "6 jour complémentaire an 11" überhaupt gegeben hat. An 11 = 1803 ist das einzige Jahr, in dem der Stempel vorgekommen sein könnte.



Dieses sind die letzten Tage des Jahres 11:

30 fructidor an 11 = 17.09.1803
1 jours complémentaire an 11 = 18.09.1803
2 jours complémentaire an 11 = 19.09.1803
3 jours complémentaire an 11 = 20.09.1803
4 jours complémentaire an 11 = 21.09.1803
5 jours complémentaire an 11 = 22.09.1803
6 jours complémentaire an 11 = 23.09.1803
1 vendémiaire an 12 = 24.09.1803
 

Der Brief aus Metz ist also am 22. September 1803 in Paris eingetroffen. 

Viele Grüße
Volkmar
 

volkimal Am: 30.04.2019 14:43:05 Gelesen: 14937# 177 @  
Hallo zusammen,

der republikanische Kalender galt bis zum 31. Dezember 1805. Napoleon I. führte 1806 den gregorianischen Kalender wieder ein. 1871 kam er nochmals während der linksradikalen Pariser Kommune zum Einsatz.





Ab 1806 wird in den Stempeln wieder unser Kalender verwendet. Roter Ankunftsstempel auf einem Brief von Abbeville nach Paris vom 29. Mai 1806.





Schwarzer Ankunftsstempel auf einem Ortsbrief aus Paris vom 20. September 1814.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 19.05.2019 09:05:08 Gelesen: 13306# 178 @  
Hallo zusammen,

auch bei modernen Stempeln sieht man gelegentlich Daten nach dem französischen Revolutionskalender. Dieses sind Stempel, deren Ausgabeanlass im Zusammenhang mit der französischen Revolution stehen. Ein erstes Beispiel:



Der Stempel kommt aus La Roche-sur-Yon, einer französischen Stadt mit 53.578 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Vendée.



Die Stadt La Roche-sur-Yon in ihrer heutigen Gestalt wurde unter Napoleon erbaut. 1804 verlegte er den Sitz der Präfektur von Fontenay-le-Comte in die neu erstandene Stadt. Dementsprechend steht auf dem Stempel das Datum 25. Mai 1804 = 5 Prairial an XII.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 30.05.2019 11:37:01 Gelesen: 12231# 179 @  
Hallo zusammen,

zur Feier des 200jährigen Jubiläums der Französischen Revoltion gab es in Frankreich zahlreiche Briefmarken und Sonderstempel. Auf den Stempeln und den Marken steht dementsprechend bicentenaire = Zweihundertjahrfeier.





Zu den Briefmarken:

1. Marke: 25.02.1989, Bedeutende Persönlichkeiten der Französischen Revolution
2. Marke: 01.01.1989, 200. Jahrestag der Französischen Revolution
3. Marke: 27.05.1989, Verkündung der Menschen- und Bürgerrechte

Bei diesen drei Stempeln ist auch das Stempeldatum nach dem französischen Revolutionskalender angegeben. Die Stempel sind vom:

1. Stempel: 11.11.1989 = 21 brumaire an 198
2. Stempel: 12.11.1989 = 22 brumaire an 198
3. Stempel: 25.06.1989 = 7 messodor an 201

Wie man sieht, weicht die Jahreszahl beim dritten Stempel von den beiden anderen ab. Beim letzten Stempel ist man bei der Jahreszählung fälschlicherweise vom Datum der Französischen Revolution, also von 1789, ausgegangen. Die Jahreszahl „201“ ist falsch. Der Grund: Am 22. September 1792 schaffte der Nationalkonvent die Monarchie ab; zugleich beschloss er, mit diesem Stichtag das „Jahr 1 der Republik“ (An 1 de la République) beginnen zu lassen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 08.06.2019 12:19:14 Gelesen: 11515# 180 @  
Hallo zusammen,

diesen Stempel habe ich gerade gefunden:



Hier ist nur ein Datum nach dem französischen Revolutionskalender angegeben: "22 frimaire an VIII". Entsprechend der Umrechnungstabelle [1] findet man das Datum 13. Dezember 1799.

Wenn man dann noch bei Wikipedia unter "Conseil d’État" nachliest [2] erfährt man:

Der Conseil d’État (deutsch: Staatsrat) ist eine französische Institution mit Sitz im Palais Royal in Paris...

Der Conseil d’État geht auf Napoleon zurück. Er wurde am 13. Dezember 1799 unmittelbar nach dem Staatsstreich durch den Ersten Konsul und späteren Kaiser gegründet.


Wie man sieht, ist das Datum im Stempel korrekt angegeben.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Frimaire
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Conseil_d%E2%80%99%C3%89tat_(Frankreich)
 
volkimal Am: 26.06.2019 19:30:29 Gelesen: 10240# 181 @  
Hallo zusammen,

mit dem letzten Beitrag hatte ich den Französischen Revolutionskalender beendet. Es folge ein Kalender, der aber auch etwas mit der Französischen Revolution zu tun hat.

Der Positivisten-Kalender [1]

Der Positivisten-Kalender (auch Comte-Kalender genannt) ist ein Solarkalender, der von Auguste Comte im Jahr 1849 zur Reform des Gregorianischen Kalenders vorgeschlagen wurde. Er erreichte jedoch, wie auch andere Entwürfe von Comte, niemals weitere Verbreitung.



Isidore Marie Auguste François Xavier Comte (1798 - 1857) war ein französischer Mathematiker, Philosoph und Religionskritiker. Vor allem ist er jedoch als Begründer des Positivismus und Mitbegründer der Soziologie bekannt - deren Benennung auf Comte zurückgeht.



Das System des Positivisten-Kalenders:

Der Kalender hat 13 Monate zu je 28 Tagen plus einen Festtag zu Ehren der Toten zum Jahresende. Dieser Extratag wird weder einem Monat noch einem Wochentag zugeordnet. Auf diese Weise können Woche und Monat synchronisiert werden, das heißt, jeder Monat beginnt grundsätzlich mit einem Montag.



Neben dem Gemeinjahr mit 365 Tagen sieht der Kalender ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Extratag am Jahresende vor, der dem Andenken an weibliche Heilige gewidmet sein soll. Die Jahresanfänge und die Schaltregel stimmen mit jenen des Gregorianischen Kalenders überein.

Allerdings sollte die christliche Jahreszählung durch eine positivistische ersetzt werden: Als Jahr 1 (Epoche) sollte das christliche Jahr 1789 gelten, in dem die Französische Revolution ihren Anfang nahm.

Die Monate des Positivisten-Kalenders wurden nach berühmten Persönlichkeiten benannt und gehen jährlich die Weltgeschichte unter fortlaufenden Themensetzungen durch – eine Weltgeschichte, die zur Verwissenschaftlichung führt:



Die Gegner des Kalenderentwurfs bemängeln u. a. seine ideologische Grundlage, die in den Monatsnamen zum Ausdruck kommt, und die Unteilbarkeit der Monatsanzahl 13. Dadurch ist es nicht möglich, das Jahr in statistisch sinnvolle Abschnitte wie Halbjahre oder Quartale aufzuteilen. Auch eine Integration der traditionellen Jahreszeiten in den Kalender ist schwierig.

Da der Positivisten-Kalender niemals weitere Verbreitung gefunden hat, gibt es natürlich auch keine Stempel mit dem Datum nach dem Positivisten-Kalender.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Positivisten-Kalender
 
volkimal Am: 15.07.2019 11:16:58 Gelesen: 8920# 182 @  
Hallo zusammen!

Internationaler ewiger Kalender [1]

Außer in positivistischen Kreisen wurde der Kalender in der Praxis nie verwendet. In den 1930er Jahren erlebte er als leicht modifizierter Internationaler ewiger Kalender e vorübergehend größere Aufmerksamkeit. Damals wuchs weltweit die Forderung nach einem reformierten modernen Kalender, der den als zu kompliziert empfundenen gregorianischen Kalender ersetzen sollte.

Als Internationaler ewiger Kalender (engl. International Fixed Calendar, abgekürzt IFC) wird ein Kalenderentwurf von Moses Cotsworth (1859–1943) bezeichnet, den dieser 1923 vorgestellt hat.



Dieser Kalender teilte das Jahr in 13 Monate zu je 28 Tagen plus einen Extratag am Jahresende (im englischen auch als „a year and a day“ bezeichnet, für ein Mondjahr und einen Tag). Dieser Extratag wird weder einem Monat noch einem Wochentag zugeordnet. Auf diese Weise können Woche und Monat synchronisiert werden, das heißt jeder Monat beginnt grundsätzlich mit einem Sonntag und besteht jeweils aus vier vollständigen Wochen.

Die Monatsbezeichnungen entsprechen jenen des Gregorianischen Kalenders. Der zusätzliche dreizehnte Monat wird in die Jahresmitte zwischen Juni und Juli gelegt und erhält den Namen Sol („Sonne“) oder Midi („Mitte“).


* In Schaltjahren liegen diese Daten einen Tag früher. Der Schalttag wird als Extratag zwischen Samstag, den 28. Juni und Sonntag, den 1. Sol eingefügt. Genau wie der Extratag am Jahresende liegt er außerhalb des Wochenzyklus und gehört zu keinem Monat.

Ein wesentlicher Vorteil des Kalenders liegt darin, dass alle Monate gleich aufgebaut sind, sowohl was ihre Länge angeht, als auch die Zuordnung der Wochentage. Woche und Monat sind also in Phase. Der Kalender ist damit äußerst übersichtlich strukturiert. Darüber hinaus könnten monatliche Ereignisse – zum Beispiel die Auszahlung des Gehaltes – regelmäßig stattfinden.

Die Gegner des Kalenderentwurfs von Cotsworth bemängeln u. a. die Unteilbarkeit der Zahl 13. Dadurch ist es nicht möglich, das Jahr in statistisch sinnvolle Abschnitte wie Halbjahre oder Quartale aufzuteilen. Auch eine Integration der traditionellen Jahreszeiten in den Kalender ist schwierig. Die Unterbrechung des Wochenzyklus ist für Judentum, Christentum und Islam nicht akzeptabel.



Wie man im Michel lesen kann, handelt es sich bei dieser Darstellung um ein Detail des ewigen Kalenders. Diese Briefmarke hat allerdings nichts mit dem Internationalen ewigen Kalender zu tun. Diese Erklärung zur Briefmarke fand ich auf einem Ersttagsbrief:



Frei übersetzt steht dort:

Bild einer 200 Jahre alten Planke eines Ameland-Kapitäns, die im Fries-Museum in Leeuwarden aufbewahrt und als ewiger Kalender verwendet wird… Beim Kalender wird das Datum jeweils mit losen Holzklötzen angegeben. Diese Holzklötze werden auf der Briefmarke für die Jahre verwendet.

Das „ewig“ bezieht sich also nur darauf, dass das Datum mit Hilfe der losen Klötze für alle Zeit angegeben werden kann.

Viele Grüße
Volkmar

[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Ewiger_Kalender
 
volkimal Am: 28.07.2019 14:58:15 Gelesen: 7847# 183 @  
Hallo zusammen!

Julianischer und gregorianischer Kalender

bei den ersten Beiträgen zu diesem Thema [#1] bis Beitrag 12 ging es um den Unterschied zwischen dem julianischen und gregorianischen Kalender. Damals habe ich nur sehr wenige Beispiele gezeigt. Daher möchte ich noch einmal auf diese Kalender eingehen.

Der julianische Kalender wurde in Ägypten entwickelt und von Julius Caesar im Jahre 45 v. Chr. im Römischen Reich eingeführt. Der julianische Kalender an sich war im gesamten Römischen Reich anerkannt, die Jahresanfänge jedoch wurden von Region zu Region verschieden gehandhabt. Auch die Jahreszählung war in den verschiedenen Teilen des Römischen Reiches verschieden. Details dazu siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Julianischer_Kalender . Es gab mehrere Reformen des julianischen Kalenders. Eine davon kann ich philatelistisch belegen.



Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Edikt_von_Roussillon :
Das Edikt von Roussillon aus dem Jahr 1564 legte den Jahresbeginn in Frankreich auf den 1. Januar fest.
Auf einer seiner Reisen durch das Land stellte König Karl IX. fest, dass der Jahresbeginn in Frankreich je nach Diözese unterschiedlich festgelegt war: im Erzbistum Lyon war es Weihnachten, im Erzbistum Vienne – wenige Kilometer weiter – der 25. März. Andere Daten waren der bereits im Römischen Reich übliche 1. März und Ostern. Die abweichenden Regelungen erzeugten nicht nur in der damaligen Zeit Verwirrung; sie wirken als Unsicherheit zu historischen Jahreszahlen bis heute fort.
Nachdem er den Jahresbeginn für das gesamte Land vereinheitlicht hatte, fügte er einem Edikt, das er Anfang Januar 1563 in Paris erlassen hatte, vier Artikel (Nr. 39 bis 42) hinzu, die er am 9. August 1564 in Roussillon verkündete: der Jahresbeginn wurde im Artikel 39 nun auf den 1. Januar festgesetzt


Die Abbildung im Stempel zeigt das alte Schloss, in dem Karl IX. 1564 das Edikt unterzeichnete, das den 1. Januar Anfang des Jahres festlegte.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.08.2019 12:24:38 Gelesen: 7400# 184 @  
Hallo zusammen,

das julianische Jahr ist gegenüber dem Sonnenjahr um 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang. Dies führte zu einer zunehmenden Abweichung vom Sonnenlauf, die im 14. Jahrhundert schon mehr als sieben Tage betrug. Papst Gregor XIII. führte im Jahre 1582 den gregorianischen Kalender mit einer verbesserten Schaltregel ein.
Für den Übergang bestimmte Gregor XIII. weiterhin, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582 (julianisch) direkt Freitag, der 15. Oktober 1582 (gregorianisch) zu folgen hatte, womit 10 Tage übersprungen wurden (unter Beibehaltung der Wochentagfolge).



Da der neue Kalender vom Papst eingeführt wurde, benutzten ihn zunächst überwiegend die römisch-katholischen Staaten. Die meisten protestantischen Staaten behielten den julianischen Kalender bis ins 18. Jahrhundert bei, was vor allem in konfessionell gemischten Gebieten Deutschlands zu einem umständlichen Nebeneinander von „altem Stil“ neben „neuem Stil“ führte.

Zum Beispiel änderte das Herzogtum Preußen am 02.09.1612 (jul.) das Datum zum 23.08.1612 (greg.).

Die orthodoxen Länder Osteuropas, behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Hier muss der Philatelist aufpassen, wenn er das Datum eines Beleges angeben will. Dazu mehr in den nächsten Beiträgen.

Wann in den einzelnen Ländern der Übergang vom julianischen zum gregorianischen Kalender erfolgte ist bei Wikipedia nachzulesen [1]

Viele Grüße
Volkmar

https://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Kalender#%C3%9Cbernahme_des_gregorianischen_Kalenders
 
volkimal Am: 13.08.2019 20:55:34 Gelesen: 6541# 185 @  
Hallo zusammen,

beim julianischen Kalender gilt: Alle Jahre, bei denen die Jahreszahl durch 4 teilbar ist, sind Schaltjahre. Das julianische Jahr ist damit um etwa 11 Minuten länger als das tatsächliche Jahr.

Die von Papst Gregor eingeführte Schaltregelung war dagegen genauer. Beim gregorianischen Kalender gilt: Alle durch vier teilbaren Jahre sind Schaltjahre. Alle Jahreszahlen, die durch 100 teilbar sind, sind keine Schaltjahre. Ausnahme: Die durch 400 teilbaren Jahreszahlen sind Schaltjahre. Daraus folgt: 1600 und 2000 sind Schaltjahre, 1700, 1800, 1900, 2100 sind keine Schaltjahre.

Der 29. Februar 1900 (greg.), ein Tag den es bei uns nicht gibt:





Diese Postkarte wurde am 12.03.1900 (greg.) = 28.02.1900 (jul.) geschrieben und einen Tag später aufgegeben. Der Poststempel ist also vom 29.02.1900 (jul) = 13.03.1900 (greg.). Diesen Schalttag, den 29.02.1900, gab es bei unserem gregorianischen Kalender nicht. Es war gar nicht so einfach, einen Beleg von diesem besonderen Tag zu finden. Durch diesen Tag ergibt sich Folgendes:

Umrechnung vom julianischen zum gregorianischen Kalender:

18.02.1800 (jul.) = 01.03.1800 (greg) bis zum 16.02.1900 (jul.) = 28.02.1900 (greg):
julianisches Datum + 12 Tage = gregorianisches Datum
(1800 und 1900 ist der 29. Februar dabei mitzuzählen.)
Seit dem 17.02.1900 (jul.) = 01.03.1900 (greg.):
julianisches Datum + 13 Tage = gregorianisches Datum



Noch einmal zurück zum Stempel und der Postkarte. Interessant finde ich den Aufgabeort und den französischen Text der Karte. Im Stempel steht:
ШАБО БЕССАР. Г. = Шабо Бессар. г. = Шабо Бессарабская губе́рния = Schabo Gouvernement Bessarabien
ПОЧТ ТЕЛ.ОТД. = ПОЧТЫ И ТЕЛЕГРАФА ОТДЕЛ = Почты и телеграфа отдел = Post- und Telegraphenabteilung

Auf der Karte hat der Absender J.A. Grigorieff als Anschrift angegeben: „Chabag prés de Akkerman gouvern Beßarabie“.

Die Kolonie Chabag ist eine Kolonie, die 1822 von Schweizern aus dem Kanton Waadt am Ufer des Schwarzen Meeres gegründet wurde. Zar Alexander I. von Russland förderte zu dieser Zeit die Kolonialisierung der Region. Die Schweizer Siedler widmeten sich fortan hauptsächlich dem Weinbau. Alexanders Lehrer Frédéric-César de la Harpe stammte selbst aus dem Waadt und bewog den Zaren dazu, Schweizer Auswanderer als Kolonisten in die neu eroberten russischen Gebiete ziehen zu lassen.

Der Name der Siedlung geht auf die türkische Bezeichnung Ascha Abag (wörtl. „untere Gärten“, das heißt unterhalb der Festung Akkerman liegende Weinbau-Gebiete) zurück, wobei die Zusammenziehung Schabag später von den französisch-schweizerischen Siedlern zu Schabo umgeformt wurde, um französischer zu klingen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schabo
[2] https://fr.wikipedia.org/wiki/Colonie_de_Chabag
 
volkimal Am: 20.08.2019 10:00:46 Gelesen: 6071# 186 @  
Hallo zusammen,

wie ich schon schrieb, galt der julianische Kalender am längsten in den orthodoxen Ländern Osteuropas. Einige der Länder kann ich belegen und ich werde sie der Reihe nach vorstellen. Allein aufgrund der Größe sind Belege aus oder nach Russland am häufigsten. Beim Thema „Griechenland Ganzsachen: Postkarten“ ging es um die doppelte Datumsangabe auf Postkarten. Diese Angabe des Datums nach dem gregorianischen und nach dem julianischen Kalender sieht man auch auf dieser Postkarte von Italien nach Russland:





Das handschriftliche Datum ist Rom, den 29. Januar 1880 (julianisch) = 10. Februar 1880 (gregorianisch). Der Unterschied zwischen den Kalendern betrug 1880 genau 12 Tage. Die Karte wurde am selben Tag aufgegeben, denn der Stempel aus Rom trägt das Datum 10.02.80.

Obwohl die Anschrift und der Empfänger der Karte in kyrillischer Schrift angegeben sind, wurde die Karte in Deutsch geschrieben. Adressiert ist die Karte an Dr. Erdberg in St. Petersburg. Er wohnte an der Ecke Litejnyj Prospekt/Simeonowskaja. Der Absender kannte ihn wohl aus einer Burschenschaft. Ihr Zirkel (Zeichen einer Burschenschaft) steht oben links auf der Rückseite.



Erstaunt war ich, als ich den blauen Rechteckstempel über der Marke entziffert hatte. Da die Marke keinen Werteindruck hat, wurde dort der Stempel ФРАНКИРОВАНО = frankiert abgeschlagen.

Der Ankunftsstempel aus Санкт-Петербург = St. Petersburg ist vom 3. Февраль 1880 = 3. Februar 1880. Das Datum wird im unteren Kreis durch die Uhrzeitangabe „5 часа“ = "5 Uhr" ergänzt. Das Zeichen "Ъ" hinter dem Ortsnamen ist das sogenannte Härtezeichen. Das war früher oft gebräuchlich und zeigt die Aussprache des davor stehenden Konsonanten an.

Unten im Stempel steht zusätzlich „ЭКСП. ВЫД. ИНОСТР. КОР.“ Es ist die Abkürzung von Экспедиция для выдачи иностранной корреспонденции = Expedition für die Ausgabe ausländischer Korrespondenz.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 27.08.2019 11:11:42 Gelesen: 5440# 187 @  
Hallo zusammen,

bei Belegen aus oder nach Russland aus dem westlichen Europa oder Übersee erkennt man den Unterschied zwischen dem julianischen und dem gregorianischen Kalender sehr leicht. Die Daten von Aufgabe- und Ankunftsstempel weichen deutlich voneinander ab. Siehe z.B. Beitrag [#186].

Anders ist es bei Belegen die zum Beispiel bis 1918 innerhalb Russlands verschickt wurden. Alle Stempel zeigen in dem Fall nur das Datum nach dem julianischen Kalender. Hier ein Beispiel:





Der Brief wurde am 16 MAИ 1869 = 16. Mai 1869 (jul.) aufgegeben. Um das Datum nach unserem gregorianischen Kalender zu berechnen musste man damals 12 Tage addieren. Damit ist der Brief am 28. Mai 1869 (greg.) - heute vor 150 Jahren aufgegeben worden. Der Brief kommt aus Новая Ладога = Nowaja Ladoga = Neu Ladoga. Das ist eine Kleinstadt am Südufer des Ladogasees.

Adressiert ist er nach Варшава = Warschau. Nach dem Wiener Kongress (1815) wurde Warschau die Hauptstadt des Königreiches Polen (Kongresspolen), das vom russischen Zaren in Personalunion mit Russland regiert wurde. Damit gehörte die Stadt zum russischen Reich. Der Brief kam entsprechend des Ankunftstempels am 20.05.1869 (jul.) = 01.06.1869 (greg.) in Warschau an. Die Beförderungszeit betrug also vier Tage.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 06.09.2019 09:30:00 Gelesen: 4550# 188 @  
Hallo zusammen,

jetzt noch einmal die beiden Fälle, bei denen Stempel nach dem julianischen und nach dem gregorianischen Kalender auf einem Beleg zu finden sind. Bei einem Brief aus einem der westlichen Länder nach Russland kommt die Post scheinbar vor dem Aufgabedatum an.





Modena: 12.12.1892, Рига: 4. Декабрь 1892 = Riga: 4. Dezember 1892

Die Postkarte scheint acht Tage vor dem Aufgabedatum angekommen zu sein. Tatsächlich war die Karte aber vier Tage unterwegs, denn der Unterschied zwischen den beiden Kalendern betrug 1892 genau 12 Tage: 04.12.1892 (jul.) + 12 Tage = 16.12.1892 (greg.).

Bei welchem почт. конт. = Postkontor der dritte Stempel abgeschlagen wurde ist nicht zu erkennen.

Post aus Russland in ein westliches Land scheint dagegen sehr lange unterwegs gewesen zu sein.





Калиш вокза́л = Kalisch Bahnhof: 10.04.1908, Ankunftsstempel Leipzig L 13 vom 24.04.1908.

Die Postkarte scheint 14 Tage unterwegs gewesen zu sein. Tatsächlich war die Karte aber schon nach einem Tag am Ziel, denn der Unterschied zwischen den beiden Kalendern betrug 1908 genau 13 Tage: 10.04.1908 (jul.) + 13 Tage = 23.04.1908 (greg.).

Am 01.02.1918 (jul.) = 14.02.1918 (greg.) wurde laut Wikipedia [1] in Sowjetrussland der gregorianische Kalender eingeführt. Interessant wäre es festzustellen, wann das Datum in den Stempeln tatsächlich umgestellt wurde.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Kalender#%C3%9Cbernahme_des_gregorianischen_Kalenders
 
volkimal Am: 15.09.2019 08:48:17 Gelesen: 3452# 189 @  
Hallo zusammen,

nach Russland heute möchte ich heute mit den anderen orthodoxen Ländern beginnen, in denen ebenfalls der julianische Kalender galt. Als erstes Bulgarien. Diese Postkarte aus Vidin (Widin) in Bulgarien an die Gebrüder Senf in Leipzig habe ich schon beim Thema "Briefmarkenhändler und Briefmarkensammler früherer Zeiten" gezeigt:



Der Absender hat die Karte am 10.07.1894 (julianisch) = 22.07.1894 (gregorianisch) geschrieben und aufgegeben. Freundlicherweise hat er das Datum gleich nach beiden Kalendern angegeben "10/22. VII. 94".





Beim Stempel aus Widin ist das Datum nach dem julianischen Kalender angegeben. Der Stempel aus Calafat in Rumänien auf der gegenüberliegenden Donauseite trägt dagegen das Datum nach dem gregorianischen Kalender. Ich habe die fehlenden Teile zur Verdeutlichung ergänzt. In Rumänien galt ebenfalls der julianische Kalender, bei Auslandspost nach Deutschland hat man aber das gregorianische Datum benutzt. Am 25.07.1894 kam die Karte in Leipzig an. Die Beförderungszeit betrug also 3 Tage.

Auf der Karte steht:

Ersuche um höfl. umgehende Mitteilung, ob Sie die Marke Bulgarien 5 Stotinki rosa Fehldruck (laut Ihrem Katalog 80 Mark) vorrätig haben. Und zu welchem Preise Netto Cassa sie mir dieselbe liefern können. Baldige Antwort erwarte hochachtungsvoll. A. Biskup Widin



Es geht um die Marke Bulgarien Nr. 15, 5 Stotinki grün/grünlich als Farbfehldruck Nr. 15F in der Farbe rosa/weißorangerot = Farbe der 10 Stotinki-Marke (Michel 3.600 Euro). Links die beiden Marken mit der richtigen Farbe. Rechts ist der Farbfehldruck. Er ist gerade beim Auktionshaus Weiser im Angebot (Nachverkauf). Der Ausruf beträgt 1.000,- €.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 22.09.2019 11:24:30 Gelesen: 2871# 190 @  
Hallo zusammen,

diese Postkarte aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist leider nicht gut erhalten.



Die Postkarte wurde am 14.08.1894 (jul.) + 12 Tage = 26.08.1894 (greg.) aufgegeben. Empfänger ist der deutsche Theologe, Slawist und Orientalist Rudolf Abicht in Breslau. Er arbeitete ab 1892 an der Breslauer Universität als Lektor für polnische und russische Werke. 1900 wurde er zum Professor ernannt und habilitierte sieben Jahre später für slawische Philologie. [1]



Die Postkarte kam nach zwei Tagen am 28.08.1894 (greg.) in Breslau an. Da die Karte in bulgarischer Sprache und kyrillischer Schrift geschrieben ist, kann ich den Text nicht lesen. Der Absender ist entsprechend des Stempels von der Buchhandlung (Librairie) J.B. Hasuroff.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Abicht
 
wer.indja Am: 23.09.2019 17:22:46 Gelesen: 2841# 191 @  
@ volkimal [#118]

Ich habe soeben einen Beleg mit einem Datum entdeckt, das es aus unterschiedlichen Gründen nicht geben dürfte: der 2.8.2538 war der 24.10.1979.



Wie ausgeführt, dürfte es als letzte Jahreszahl nach dem Imperial Calendar noch 2537 geben. Das hier verwendete Datum liegt 14 Monate nach der Rücknahme der Kalenderänderung, 8 Monate nach Beginn der Revolution und 6 Monate nach Ausruf der Republik. Die Verwendung war beim Postamt Universität Teheran.

Die Verwendung der Sondermarken aus März 1979 war in Ordnung, da diese nicht für ungültig erklärt wurden; die Marke der Ds. Schah wurde offiziell überdruckt und die Zwangszuschlagsgmarken wurden bis zur Umwandlung von Roter Löwe und Sonne Iran in Roter Halbmond bis 30.6.1980 weiterhin verwendet.
 
volkimal Am: 23.09.2019 17:52:20 Gelesen: 2833# 192 @  
@ wer.indja [#191]

Hallo Werner,

sehr interessant. Ich kenne zwar einen Stempel aus der Zeit der persischen Ära, bei denen der normale iranische Kalender benutzt wurde. Solch einen Stempel aus der Zeit des normalen iranischen Kalenders aber mit einem Datum nach der persischen Ära habe ich noch nicht gesehen. Danke fürs Zeigen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 03.10.2019 14:08:40 Gelesen: 2140# 193 @  
Hallo zusammen,

diese Karte geht an Monsieur M.R. Bründel in Philippopoli beim Österreichisch-Ungarischen Konsulat:





Philippopoli auch Phillipopel oder Philippopolis (heute Plowdiw) ist eine Stadt an der Maritza im heutigen Bulgarien. Ende der 1870er Jahre wurde Plowdiw an die Linie des Orient-Express zwischen Istanbul und Sofia angeschlossen.

Der Aufgabestempel vom deutschen Postamt in Konstantinopel ist vom 30.05.1902 (greg.) = 17.05.1902 (jul.). Der Ankunftsstempel aus Пловдив = Philippopel vom 16.05.1902 (jul.).

Einer der beiden Stempel muss falsch eingestellt sein, denn die Karte kann nicht vor der Aufgabe angekommen sein. Da die Karte am 08.05.1902 (jul.) = 21.05.1902 (greg.) geschrieben wurde, gehe ich davon aus, dass der Stempel aus Konstantinopel falsch eingestellt ist.

Viele Grüße
Volkmar
 
Martin de Matin Am: 03.10.2019 15:59:10 Gelesen: 2124# 194 @  
@ volkimal [#193]

Kann es sein, das der Ankunftsstempel nicht der 16.5 sondern der 18.5. ist. Die Zahlen im Ankunftsstempel sind alle etwas unsauber. Bei einer Entfernung von ca. 400 km zwischen den Orten könnte ich mir vorstellen, das der Brief auch am nächsten Tag angekommen ist, da du ja auch die Eisenbahnverbindung zwischen beiden Orten aufgeführt hast. Die heutige Strassenverbindung ist eine ziemlich gerade Strecke. Woran erkennst du, das die Karte am 8.5.1902 / 21.5.1902 geschrieben wurde? Für mich ist die Zahl vor der Jahresangabe 02 eine 6.

Gruss
Martin
 
volkimal Am: 03.10.2019 16:22:48 Gelesen: 2119# 195 @  
@ Martin de Matin [#194]

Hallo Martin,

da habe ich wohl nicht richtig hingeschaut. Du hast recht, die Karte kam wahrscheinlich am 18.05.1902 (jul.) = 31.05.1902 (greg.) am Ziel an. Dank der Bahnstrecke des Orient-Express betrug die Beförderungszeit der Karte nur einen Tag.

Wenn man die Karte im Original ansieht, so scheint der Absender das handschriftliche Datum von 8.6.02 auf den 8.5.02 korrigiert zu haben.

Viele Grüße
Volkmar
 
Thomas S. Am: 06.10.2019 19:15:43 Gelesen: 1842# 196 @  
Hallo Zusammen,

momentan versuche ich, dabei eigentlich völlig überfordert, für einen Bekannten vom Philatelistenstammtisch in Nürnberg einen Brief aus der Zeit der ersten Französischen Republik zu transkribieren und zu übersetzen. Ich habe schon frustriert nahezu aufgegeben. Möchte aber meine Umrechnung des Briefdatums hier sehr gerne von Euch überprüfen lassen.
Im Brief ist folgendes Datum vermerkt:



Ich habe versucht mit der in wikipedia vorhandenen „Umrechnungstafel zwischen gregorianischem und republikanischem Kalender“ [1] das Datum umzurechnen:

- Das 4te republikanische Jahr entspricht dem Jahr 1795 -1796

- Alle Monate auf die Endung -idor sind die Sommermonate, damit handelt es sich hier um das Jahr 1796

Ich habe im Brief gelesen: Ehermidor diesen Begriff finde ich jedoch nicht in der Tabelle. Meine Vermutung ist, daß Thermidor gemeint ist. In diesem Fall wäre es dann der 15. Juli 1796

Liege ich völlig daneben?

Freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Herzliche Grüße
Thomas

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Umrechnungstafel_zwischen_gregorianischem_und_republikanischem_Kalender
 
volkimal Am: 06.10.2019 22:15:27 Gelesen: 1812# 197 @  
@ Thomas S. [#196]

Hallo Thomas,

mit dem 27. Thermidor an IV liegst du richtig. Bei der Umrechnung hast du dich aber vertan. Ich finde die Tabelle auf der angegebenen Seite relativ unübersichtlich. Du hättest die Zeile A benutzen müssen. Das richtige Datum nach unserem Kalender ist der 14. August 1796.

Ich selbst ziehe die Tabelle der einzelnen Monate vor [1]. Wie sie benutzt werden müssen findest du im Beispiel [#165].

Es gibt aber auch Seiten, die einzelne Tage direkt umrechnen wie zum Beispiel [2].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Thermidor#Umrechnungstafel
[2] http://pierre.collenot.pagesperso-orange.fr/Issards_fr/outils/calrepub.htm
 
Thomas S. Am: 06.10.2019 22:41:58 Gelesen: 1805# 198 @  
@ volkimal [#197]

Hallo Volkmar,

vielen Dank. Die Tabelle ist tatsächlich verständlicher und das „Rechenprogramm“ natürlich perfekt. So bekommt mein Bekannter wenigstens das korrekte Datum des Briefes und ich habe wieder etwas dazu gelernt.

Herzliche Grüße
Thomas
 
volkimal Am: 13.10.2019 10:10:26 Gelesen: 1002# 199 @  
Hallo zusammen,

Die letzten beiden Karten aus Bulgarien haben eine eingedruckte Marke mit dem Bild des Fürsten Ferdinand I. Die Karten haben die Michel-Nummer P 26 I (Ganzsachen-Katalog Europa Ost1994/95).





Die erste Karte wurde vom Absender, Herrn Georges H. Janischeff am 03.10.1904 (greg.) = 20.09.1904 (jul.) in Varna = Варна geschrieben. Der Stempel aus Varna ist aber schon vom 19.09.1904 (jul.). Entweder hat sich der Absender vertan oder der Stempel ist falsch eingestellt.



Die Gebrüder Hagenmüller hatten in der Karthäuserstr. 14 in Erfurt ein Geschäft für Brauerei- und Kellereibedarf [1]. Herr Janischeff möchte ihren Katalog haben. Christian Hagenmüller, der Empfänger der Karte, ließ verschiedene Artikel patentieren. Diese Anzeige und mehrere Patentschriften sind zur Zeit bei Delcampe im Angebot [2].

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://www.familie-thurm.de/images/dokumente/adressErfurt/Seite_0230.jpg
[2] Delcampe.net, Suchbegriff „Hagenmüller“ 
 

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