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Thema: Katastrophenbelege / Unfallpost
Fips002 Am: 21.02.2015 19:10:13 Gelesen: 9247# 1 @  
Ich hoffe, dass wir hier noch sehr interessante Belege sehen werden.

Von mir Katastrophenpost aus der Argentinischen Antarktis 1951.

Die beiden Briefe von der Decepcion Insel und der Marinebasis Melchior sollten ganz normal nach Deutschland befördert werden. Das Schiff mit dem sie befördert werden sollten erlitt Schiffsbruch und war in der Nähe der Inseln "Orcadas del Sur" (Süd Orkneys) gesunken. Die Post wurde erst später geborgen. Die geretteten Briefe wurden über die Malvinas (Falklandinseln) nach Buenos Aires gebracht. Von dort wurden die Briefe in einem amtlichen Brief des Ministeriums für Kommunikation und einem Begleitschreiben an den Adressaten nach Bremen-Hemelingen geschickt. Der Empfänger war aber nicht zu erreichen. er Brief wurde dann zum Empfänger in die Schweiz weitergeleitet, Ankunftstempel auf der Rückseite des Briefes-Fribourg/Schweiz 04.VI.51.



Decepcion-Antartida



Melchior-Antartida





Briefumschlag des Ministeriums für Kommunikation Schiff "John Biscoe"



Übersetzung des Begleitschreibens

Gruß Dieter
 
drmoeller_neuss Am: 02.03.2015 17:44:26 Gelesen: 9157# 2 @  
Bei dem Flug AF 109 von Paris nach Lima lief am 15. Juni 1961 nicht alles glatt; bei einer Zwischenlandung in Lissabon platzte ein Reifen und das Flugzeug fing Feuer. Zum Glück wurden nur 3 der 109 Passagiere leicht verletzt.

Die Fracht hat es härter getroffen; einige hundert Hühner, die auf dem Weg zu einer Hühnerfarm in Mittelamerika waren, überlebten das Unglück nicht. Auch die Post hat gelitten, wie dieser Brief zeigt. Die portugiesische Post hat die Reste mit Klebeband verschlossen und an den Empfänger zugestellt.

Wenn man den Briefumschlag gegen das Licht hält, kann man den Absenderfreistempel der Fa. Endres aus Altroggenrahmede im Sauerland erkennen.

Quelle: http://www.flightglobal.com/pdfarchive/view/1961/1961%20-%200866.html (Seite 882, siehe unten, "Brevities")


 
Arrows Am: 24.01.2017 15:09:24 Gelesen: 8732# 3 @  
Unfallpost (Katastrophenbelege)

Arrows

Leider fehlen mir Informationen zum Flugzeugunglück dieser beiden Belege.

Unfalldatum: August 1944, Unfallort: Deutschland, genauer Unfallort unbekannt.

Näheres zum Flugzeugunfall ist nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich um den Unfall des Kursflugzeuges der Lufthansa Berlin-Lissabon. Briefe aus der Schweiz wurden nach Basel und Zürich zurückgesandt. Die Schweizerische Post brachte den Vermerkzettel „Dieser Brief wurde bei einem Flugzeugunfall in Deutschland beschädigt. 3.X.44 Basel 2 Briefversand“ an.



Taxe für Briefe Schweiz - Ausland bis 20g = 30 Rp. (1.10.1924 – 28.2.1948) plus Luftpostzuschlag je 20g für Europa = 20 Rp. (1.3.1942 – 28.2.1948)



Taxe für Briefe Schweiz - Ausland bis 20g = 30 Rp. (1.10.1924 – 28.2.1948) plus Luftpostzuschlag je 20g für Europa = 20 Rp. (1.3.1942 – 28.2.1948). Brief mit Brieftaxe bis Lissabon freigemacht, obwohl nach Johannesburg adressiert (unter Vermerkzettel „jusqu’à Lisbonne“ ersichtlich).

Kann jemand mit Details zum Flugzeugunglück weiterhelfen?

Besten Dank,
Arrows
 
calliostoma Am: 24.01.2017 16:12:57 Gelesen: 8718# 4 @  
Sieh mal hier:

http://www.wreckandcrash.org/Aircraft%20Accident%20Databases%20&%20Archives.htm

Einige Datenbanken zu Flugzeugunfällen von der "The Wreck & Crash Mail Society", da wird sich sicher etwas finden.

Gruß

Dirk
 
Kalmimaxiss Am: 25.01.2017 13:31:11 Gelesen: 8629# 5 @  
Die Bibel des Airmail Crash covers-Sammler ist der Nierinck-Katalog:



Die von Arrows vorgestellten 2 Belege sind im Katalog unter der Nr. 44080a gelistet. Eine Angabe über den Ort des Absturzes, Ursache und Art des Flugzeuges fehlen, ebenso Angaben über Opfer.

Es gibt noch weitere gerettete Post mit anderen Aufklebern und in französischer Sprache. Bei einem wird in deutscher Sprache darauf hingewiesen, dass
die Postverbindung mit England eingestellt und über Schweden umgeleitet wurde, aber "anlässlich des Fluges nach Engelland (!) abgeschossen wurde"!

Gerade in den Kriegsjahren gab es einige Crash Post von Flugzeugabstürzen, von denen wenig Informationen existieren.

Die Belege werten nach Nierinck bei 420.-Sfr pro Beleg.
 
saintex Am: 17.02.2017 08:21:12 Gelesen: 8523# 6 @  
@ Arrows [#3]

Bist Du noch an weiteren Informationen zu den von Dir eingestellten Katastrophenbelegen aus dem August 1944 interessiert ? Ich habe mal was ausgearbeitet, das ich über das Wochenende hier im Forum einstellen könnte.

MfG saintex
 
Arrows Am: 17.02.2017 09:17:45 Gelesen: 8511# 7 @  
@ saintex [#6]

Ja, sehr gerne.

Jeder philatelistische Beleg hat seine Historie, welche ich gerne beschreiben möchte. Ich bin nicht nur am postalischen Wert oder schönen Bild einer Briefmarke, einer Karte oder Briefes interessiert, sondern auch an dessen Geschichte. Hinter jedem Beleg als Kommunikationsmittel waren Menschen und deren Emotionen, Nachrichten, Schicksale, Freud und Trauer, Mitteilungsbedürfnisse etc. miteinander verbunden. Wenn man dies in einen historischen Kontext stellt, entstehen tolle lehr- und lernreiche Geschichten, welche unser Hobby doch wirklich spannend erscheinen lassen. Geographie, Geschichte, Thematik, Drucktechnik, Verwendungszwecke etc. Was gibt es Schöneres als die Philatelie?!

Liebe Grüsse, Arrows
 
Ron Alexander Am: 17.02.2017 09:33:02 Gelesen: 8506# 8 @  
Schönen guten Morgen,

wirklich sehr interessant, hatte ich bisher gar nicht auf dem Schirm diesen Bereich der Philatelie! Ich würde mich auch über weitere Informationen darüber freuen!

Grüße,
Ron
 
saeckingen Am: 08.03.2017 13:26:43 Gelesen: 8420# 9 @  
Lufthansa Absturz in Nairobi

Nachfolgend gezeigter Brief von Worms 17.11.74 nach Rhodesien befand sich an Bord der Lufthansa Boeing 747 "Hessen", die am 20. November 1974 von Frankfurt über Nairobi/Kenia nach Johannesburg/Südafrika fliegen sollte. Das Flugzeug stürtzte kurz nach dem Start in Nairobi mit 157 Personen an Bord ab, wobei 59 Menschen starben. Details zum Unglücksflug LH540 gibt es z.B. bei Wikipedia [1]

Aus den Trümmern konnten Teile der nach Südafrika und seltener einige südafrikanischen Nachbarländern gerichtete Post geborgen werden, die aber größtenteils deutliche Spuren des Unglückes davontrugen.



Die geborgene Post erhielt einen zweisprachigen roten Hinweisstempel in Englisch und Afrikaans, da der vorwiegende Teil der Post für Südafrika bestimmt war. Ob dieser Hinweisstempel in Nairobi oder in Südafrika angebracht wurde ist nicht bekannt. Der englische Text lautet:

RETRIEVED FROM AIRCRASH ON 20
November 1974 AT NAIROBI


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Lufthansa-Flug_540
 
Martinus Am: 19.02.2019 22:22:27 Gelesen: 6498# 10 @  
Ich brauch mal eure Hilfe

Wo kann man einen solchen Beleg ansiedeln (nach Rückschau im Internet habe ich in Erfahrung gebracht - das Do X damals in Passau das Seitenruder gebrochen hatte - es sind auch einige Postsäcke in Mitleidenschaft gekommen!) ?

Hier der Beleg:



Schöne Stempel - schöne Frankatur - nur leider sehr mitgenommen!

Gruß Martinus
 
Jürgen Witkowski Am: 20.02.2019 10:18:26 Gelesen: 6460# 11 @  
@ Martinus [#10]

Hallo Martinus,

der Beleg zählt zur Kategorie Katrastrophenpost.

Mit besten Sammlergrüße
Jürgen

[Beiträge [#9] und [#10] in das von Jürgen genannte Thema verschoben]
 
Razlo Am: 16.12.2019 18:52:56 Gelesen: 4987# 12 @  
Hier ein Beleg vom "Pan-Am-Flug 708" mit angehängter Information der Landespoststelle.



Am 15. November 1966 stürzte eine Postfrachtmaschine auf ihrem Weg von Frankfurt am Main nach Berlin ab. Alle 3 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, die Absturzursache ist bis heute nicht erklärt.

Dieser Absturz hatte wohl sehr schwierige Ermittlungen zufolge, da die Maschine über dem Gebiet der damaligen DDR abgestürzt ist und nur 50% der abgestürzten Maschinenteile an die ermittelnde Behörde übergeben wurden. Wichtige Teile, wie der Flugdatenschreiber blieben in der DDR.

Weitere Infos, inklusive Verschwörungstheorie zu einem möglichen Abschuss, kann man leicht ergoogeln - einfach nach "Pan-Am-Flug 708" schauen.

Der Umschlag wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, jedoch macht auch gerade dieses den "Reiz" an so einem geschichtsträchtigen Stück aus.

Beste Grüße vom Razlo!
 
Baber Am: 01.03.2022 19:44:25 Gelesen: 2885# 13 @  
Eine moderne Katastrophen/Unfallpost, wobei die Ursache nicht erkennbar ist.

Im Brief war ein Los von Delcampe, das der Verkäufer am 4.1. an mich abgeschickt hat. Der Brief kam bis heute nicht an. Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben als der Brief heute mit dem Zusatzstempel DISASTER SUPPORT vom 24.1.22 mit dem Inhalt wohlbehalten im Briefkasten lag.
Was der Buchstabenkombination SWLF CFCP 462 bedeutet, kann ich nicht erklären.



Gruß
Bernd
 
Ecksammler Am: 01.03.2022 20:54:44 Gelesen: 2872# 14 @  
@ Baber [#13]

Die "katastrophe" bei deinem Brief war, dass er einen kleinen Umweg über Australien genommen hat. "SWLF" steht für Sydney West Letter Facility und "CFCP" für Culler Facer Canceller Preparation. Sinngemäß sagt der Stempel, dass die Sendung in der Briefsortiermaschine Nummer 462 im "Briefzentrum" Sydney West bearbeitet wurde.

Viele Grüße
Josef
 
Baber Am: 01.03.2022 21:20:13 Gelesen: 2863# 15 @  
@ Ecksammler [#14]

Hallo Josef,

danke für die Erklärung. Da wurde also wieder einmal Austria bzw. Autriche mit Australia verwechselt. Langsam könnte ich eine eigene Sammlung dazu aufbauen. Aus USA sind auch schon einige Briefe zuerst nach Australien gelaufen.

Gruß
Bernd
 
philapit Am: 02.03.2022 08:12:48 Gelesen: 2839# 16 @  
Hallo,

habe gerade einen Katastrophen Brief gefunden.



Ein privater Raketenstart von 1963 der etwas aus dem Ruder lief mit interessanten
Stempeln und Unterschriften. Eigentlich sehr interessant.

Mit freundlichem Gruß
Philapit
 
Baber Am: 07.11.2022 08:46:10 Gelesen: 1905# 17 @  
Am Sonntag ist das Briefverteilzentrum, welches auch meine Post in Götzis zustellt, total abgebrannt. Ob es nun moderne Katastrophenpost gibt ist ungewiss, denn die dort gelagerte Post ist wahrscheinlich totel verbrannt.

Ich erwarte eine Briefmarkensendung aus Südafrika, aber die war warscheinlich am Sonntag noch nicht dort.



Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 07.11.2022 17:38:27 Gelesen: 1866# 18 @  
@ Baber [#13]

Und nur noch kurz zur Ergänzung: Der Beleg hat selbst nichts mit Katastrophen- bzw. Unfallpost zu tun. Das Zusatzklischee mit dem Text "DISASTER SUPPORT" ist nur eine Werbung für den Katastrophenschutz bzw. für Unterstützungsmassnahmen für Betroffene von Katastophenfällen.

Beste Grüße
Thomas
 
Baber Am: 08.11.2022 07:57:11 Gelesen: 1829# 19 @  
@ DL8AAM [#18]

Hallo Thomas,

ist schon klar. Den Brief hatte ich schon für verloren erklärt und der Absender hatte mir Ersatz für den Inhalt geschickt.

Als er nun plötzlich im Briefkasten lag und ich den großen Stempel "DISASTER" sah, tippte ich gleich auf Katastrophenpost ohne näher zu schauen, dass der Brief statt nach Österreich nach Australien gesendet worden war. Dies ist eingentlich ungewöhnlich Englisch Austria und Australia wird zwar oft verwechselt aber dass Französisch Autriche auch mit Australie verwechselt wird, war mir neu.

Gruß
Bernd
 
Gerhard Am: 08.11.2022 09:41:38 Gelesen: 1815# 20 @  
@ Baber [#19]
@DL8AAM

Vielleicht ein Brexit-Flüchtling. :-)

MphG
Gerhard
 
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