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Thema: (?) (1) Deutsches Reich: Wasserzeichen erkennen, aber wie ?
newbie Am: 16.12.2015 22:51:30 Gelesen: 6705# 1 @  
Wasserzeichen, Deutsches Reich - Neuling braucht Hilfe

Ein freundliches Hallo aus Kanada in die Runde,

vor etlichen Jahren hatte ich von meinem Opa aus Deutschland ein paar Briefmarkenhefte aus seiner Sammlung geschenkt bekommen. Er war Kartograph von Beruf und sehr akribisch in diesen Dingen. Nun bin ich gestern beim Aufräumen auf eines dieser Hefte gestossen und habe mal geschaut was darin denn so alles enthalten ist wie z.B. Deutsche Briefmarken - Inflation 1918-1924, Vorweltkriegszeit, Deutsche Nothilfe, Jubiläumsmarken - Deutsches Reich usw. usf.

Ich kenne mich mit Briefmarken überhaupt nicht aus, wie man wohl unschwer herauslesen kann und habe mir unten abgebildete herausgesucht, weil ich es faszinierend finde, dass es überstempelte Marken gab. Davon glaube ich gibt es noch fünf weitere in dem Heft.

Aus Neugier habe ich ein wenig im Internet gestöbert gestern Abend und bin dabei über Begriffe wie "Wasserzeichen", "MiNr." usw. gestolpert und auch über dieses Forum. Bei den Wasserzeichen handelt es sich offenbar um "Musterungen" auf der Rückseite der Briefmarke? Nun versuche ich seit gestern Abend irgend eine Musterung auf der Marke zu erkennen. Mit viel "good will" meine ich kleine bräunliche Bögen erkennen zu können. Liege ich da richtig? Kann man das als Wasserzeichen bezeichnen oder eher als Einbildung?

Auch bin ich noch nicht darauf gestossen, was denn ein Vierpass Wasserzeichen ist? Wir wohnen hier in Kanada auf dem Lande, Philantologen gibt es nicht in der näheren Umgebung. Könnt ihr mir bitte einen Schubs in die richtige Richtung geben? Könnt ihr irgend etwas erkennen oder mir sagen, worauf ich achten muss?

Ich bedanke mich recht herzlich fürs Lesen und freue mich über Hinweise.


 
chuck193 Am: 17.12.2015 02:11:42 Gelesen: 6685# 2 @  
@ newbie [#1]

Hi there newbie,

so lange die Marken noch auf Papier sind, wirst Du kaum Wasserzeichen erkennen. Das wird normalerweise bei abgelösten Marken gemacht. Ich weiss nicht, was Du an Marken hast, aber Du kannst bestimmt fürs erste, einen älteren Deutschland Katalog kaufen. Ich möchte gerne wissen, wo Du wohnst. Vielleicht kann ich dir hier im Land weiter helfen. Let me know.

Greetings,
Chuck
 
newbie Am: 17.12.2015 03:05:12 Gelesen: 6682# 3 @  
Hey Chuck, danke fuer deine Antwort!

Die Marke hat auf der Rückseite anscheinend Klebereste. Nur an der unteren Kante wo ich eine Art Bogenmuster erahne (oder mir einbilde zu sehen), ist die Marke frei von irgendwelchen Rückständen. Die Aufnahmen sind im Gegenlicht entstanden.

Ich habe halt keine Ahnung, wie so ein Wasserzeichen auf einer alten Briefmarke vom Deutschen Reich auszusehen hat, also wonach ich suchen muss. Ist ja auch für die anderen Marken interessant zu wissen. Wir wohnen in British Columbia und ich habe vorhin noch einmal gegoogelt und jemanden gefunden, der coins, stamps und jewelry anbietet. Wahrscheinlich wieder ein pawn shop, aber werde trotzdem mal vorbei schauen. Vielleicht besitzt derjenige ein stampscope.

Oder es hat hier noch jemand eine Idee und kann auf den Bildern etwas erkennen?
 
chuck193 Am: 17.12.2015 17:29:12 Gelesen: 6621# 4 @  
@ newbie [#3]

Hi newbie,

wie Du vielleicht siehst, wohne ich im Okanagantal, Armstrong. Es wär gut, wenn Du die Philamail benutzt. Dann kann ich dir einiges zeigen.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
erron Am: 17.12.2015 19:50:33 Gelesen: 6595# 5 @  
@ newbie [#1]

Anhand deines Scanns deute ich das Stempeldatum auf den 27.8.23.

Wenn der Monat eine 8 ist, ist es eine DR Nr 278 X mit Wasserzeichen Rauten (WZ 1).

Siehe auch hier: http://www.philadb.com/?site=list&catid=&catuid=484&id=653

Um das Wasserzeichen auf Belegen oder Marken mit Papieranhaftungen zu erkennen, hilft manchmal diese Methode:

Man nehme eine sehr starke Lichtquelle und halte die betreffende Marke schräg gegen diese Lichtquelle. Mit etwas Glück sieht man dann das Wasserzeichen.

Ein Vierpass Wasserzeichen sieht so aus: http://www.philadb.com/?site=list&catid=&catuid=484&id=538

mfg

erron
 
newbie Am: 18.12.2015 03:37:03 Gelesen: 6559# 6 @  
Ich bedanke mich recht herzlich für eure Hilfe!

Erron, nun habe ich eine Idee bekommen, wie die Wasserzeichen aussehen. Verschiedene Lichtquellen und Winkel hatte ich ausprobiert und meinte leicht bräunliche Bögen erkannt zu haben an der unteren Kante.

Bei dem Stempel würde ich auf eine 3 oder eine 9 tippen? Für eine 8 sieht es so unproportioniert aus? Leider habe ich keinen Stempel aus der Zeit mit einer 'sauberen' 9 zum Vergleich.

Chuck, was für ein Zufall! Wir sind nach kanadischen Verhältnissen ja fast Nachbarn! Kennst du vielleicht einen vertrauenswürdigen Fachmann im Okanagan, den man für die ein oder andere Marke konsultieren könnte? Man kann hier offenbar keine privaten Nachrichten über das Forum verschicken (?), so wenn du magst kannst du mich auch gerne über meine email anschreiben.

Cheers, newbie


 
newbie Am: 18.12.2015 05:57:10 Gelesen: 6554# 7 @  
Hallo noch einmal,

nach einigen Stunden Recherche, auch nochmals in den eigenen Alben, habe ich nun doch eine weitere Marke mit einem zeitgleichen Stempel in Opa's Sammlung gefunden und auch aus "IDSTEIN" (siehe unten).

Wenn ich diesen Stempel nun mit obigen Bildern vergleiche, sieht es tatsächlich wie eine 9 aus, also der 27.9.23? Eine 3 kann es nicht sein, denn meine amateurhaften Recherchen führten mich auch auf wikipedia und der Überdruck "8 Tausend" wurde wohl nur in einem Zeitraum vom 24. August bis 30. November 1923 verwendet.

Liege ich soweit richtig?

Cheers, newbie


 
chuck193 Am: 20.12.2015 00:04:52 Gelesen: 6483# 8 @  
@ newbie [#6]

Hi newbie,

das ist eine 9, wie Du schon sagst, kein Zweifel.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
newbie Am: 20.12.2015 05:39:51 Gelesen: 6470# 9 @  
Hallo Chuck,

danke für deine Bestätigung!

Also ist es das Wasserzeichen Waffel. Das war die erste Briefmarke auf der ersten Seite des "Albums", die ich auswählte, um mal zu schauen, nach welchen Kriterien der Wert einer Marke ermittelt wird. Nun habe ich gesehen, dass solch ein Exemplar auf ebay in Deutschland für EUR 6000 angeboten wird? Unglaublich.

Wir sind mit den Briefmarken total überfordert und haben keine Ahnung, wie man am besten vorgehen könnte, um den Wert einer Marke zu ermitteln. Das ist alles so kompliziert mit den verschiedenen Farbnuancen, Wasserzeichen, Zähnungen (?), Plattenfehlern/Abarten etc. Da raucht einem der Kopf!

Wie geht man am besten vor? Braucht man ein Zertifikat eines Prüfers und wie sollen wir hier in Kanada jemanden finden?

Oder geht das auch online? Das man bspw. Fotos macht von den einzelnen Albumseiten und ein Spezialist drüber schaut, um abzuschätzen bei welcher Marke es sich lohnen würde nachzuforschen und eventuell ein Zertifikat zu bekommen?

Über jeglichen Tipp/Hilfe würden wir uns sehr freuen!
Cheers, newbie
 
beethoven_2014 Am: 20.12.2015 19:21:30 Gelesen: 6414# 10 @  
Für die Wasserzeichenbestimmung gibt es entsprechende Hilfsmittel z.B. von Safe.

Nach alter Väter Sitte kann mann sich auch mit folgender Methode helfen:

1) Gegen das Licht halten

2) Mit der Rückseite in Wasser legen, dann sollte das Wasserzeichen erscheinen, und anschließend trocknen also wie Briefmarken ablösen.

3)Saubere Briefmarke in chemisch reinem Benzin legen

Wenn im Stempeldatum der August benannt wird muss die abgebildete Marke (8 Tausend auf 30 Pfennig) nicht zwangsläufig das Vierpass Wasserzeichen haben.

Selber ist die Marke recht selten und deshalb recht teuer.

Das früheste Ausgabedatum dient nur zur Orientierung d.h. zeigt die Marke ein früheres Stempeldatum auf dann kann man sich die Prüfung sparen.

Mein Hauptsammelgebiet sind Inflationsmarken und ich könnte - wenn gewünscht - eine Ersteinschätzung geben.

Bitte keine Briefmarken von Briefen runterreißen damit werden diese so gut wie wertlos.
 
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