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Thema: (?) (810-811/817/827) Aptierte Stempel
Das Thema hat 827 Beiträge:
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Jürgen Witkowski Am: 05.06.2016 11:04:55 Gelesen: 298920# 278 @  
@ Pete [#503]
@ LOGO58 [#504]

Das Beispiel von Stefan ist ein Hinweis, dass es sich um einen aptierten Poststellen-Stempel handeln könnte.

Andererseits haben wir in Philastempel einen Stempel von Zellin aus dem Jahr 1921 der das Wort Neumark zeigt.

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/114537

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
klinhopf Am: 05.06.2016 15:00:45 Gelesen: 298892# 279 @  
In meinem Großen Weltatlas von 1910 gibt es

- Zellin, rechts der Oder in der "Neumark" und
- Zellin, wie bei Wikipedia bei Neustadt in Oberschlesien
 
volkimal Am: 05.06.2016 15:21:23 Gelesen: 298887# 280 @  
Hallo zusammen,

es gab laut Ritter 1905 sogar drei Orte Namens Zellin:

Zellin,
1) Flck. in Brandenb., Rgb. Frankfurt, Kr. Königsberg, AG. Bärwalde, an der Oder, 1469 E. P.T.
2) Gutsbz. ebd., 120 E. Hopfenbau, Torfstich.
3) Df. in Schlesien, Rgb. Oppeln, Kr. u. AG. Neustadt, 666 E. P. Kujau (Oberschlesien).

Davon hatte nur der erste Ort eine eigene Post (P.). Daher gab es zunächst Stempel ohne einen Zusatz beim Ortsnamen. Später hieß der Ort Zellin (Neumark).

Der dritte Ort (Kreis Neustadt) hatte 1905 kein eigenes Postamt sondern gehörte postalisch zu Kujau. Nachdem der Ort eine eigene Post bekam wurde er zu Zellin (Oberschlesien).

Jürgen, deine Vermutung, dass das Wort Neumark aptiert wurde kann es also nicht sein. Ob dort Neustadt aptiert wurde oder wie Pete vorschlägt der Name des übergeordneten Postamtes kann ich nicht sagen. Da müssen wir warten bis ein passender Stempel auftaucht.

Viele Grüße
Volkmar
 
Pete Am: 05.06.2016 17:46:28 Gelesen: 298868# 281 @  
@ Concordia CA [#278]

Als Ergänzung zu den Ausführungen der anderen Sammlerkollegen: Nach [1] wies der Handstempel von 1920-1922 während der Zeit des Abstimmungsgebietes Oberschlesien als Zusatz die Angabe "(OBERSCHL)" (ohne Sternchen) und nicht "(NEUMARK)" auf.

Gruß
Pete

[1] Gunnar Gruber: "Stempelkatalog Abstimmungsgebiet Oberschlesien 1920-22" (Seite 439)
 
Jürgen Witkowski Am: 05.06.2016 18:31:21 Gelesen: 298854# 282 @  
@ volkimal [#264]

c) Das Wort "Rīga" und der Unterscheidungsbuchstabe "A" wurden ausgegossen
Die dritte Form habe ich leider nicht in meiner Sammlung


Hallo Volkmar,

da kann ich Abhilfe schaffen.

Der Stempel mit dem ausgegossenen A wurde nach meinen Unterlagen zwischen Dezember 1942 und Juni 1943 verwendet.



Bevor die Maschine bei der deutschen Feldpost eingesetzt wurde, lief sie im lettischen Postbetrieb sowohl mit Werbung, als auch mit dem Wellenentwerter.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 05.06.2016 19:52:13 Gelesen: 298833# 283 @  
Hallo Jürgen,

sehr schön, jetzt sind alle 3 Formen hier zu sehen. Auch schön, dass Du auch einmal die ursprünglichen Stempel zeigst.

Als Ergänzung zur Frage nach Zellin einmal die Links für Wikipedia. Dort ist auch jeweils eine Karte mit der Lage des Ortes zu sehen:

Zellin (Neumark): https://de.wikipedia.org/wiki/Czelin
Zellin (Oberschlesien): https://de.wikipedia.org/wiki/Zellin

Eine Möglichkeit gibt es doch noch, die Frage der Aptierung ohne einen Stempelabdruck zu klären. Ich habe leider keine Postamtsverzeichnisse aus der Zeit von 1931 bis 1944 und den Jahren davor. Älter kann der Stempel nicht sein, da die Zweikreisstegstempel erst 1931 eingeführt wurden.

Kann einer von Euch einmal nachschlagen wann in dieser Zeit in Zellin (Kr. Neustadt, Oberschlesien) ein Postamt bzw. eine Poststelle war und wie der genaue Name lautete ? Vielleicht lässt es sich auch so die Aptierung erklären.

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 05.06.2016 22:29:01 Gelesen: 298818# 284 @  
@ volkimal [#283]

Es wird wohl ziemlich sicher Zellin (Oberschlesien) gewesen sein. Das Ortsverzeichnis der Reichspost, Ausgabe Mai 1944 gibt allerdings keine weiteren Erkenntnisse. Darin ist Zellin (Neumark) mit einem x als Poststelle 1 gekennzeichnet, das andere Zellin jedoch nicht (mehr?). Zur Klärung bedarf es wohl einer früheren Ausgabe des Ortsverzeichnisses.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
JohannesM Am: 05.06.2016 22:58:45 Gelesen: 298809# 285 @  
@ Concordia CA [#275]

Ich lese ZELLIN / a / (OBERSCHL ES), danach würden links 8 Buchstaben fehlen, NEUSTADT würde also hinkommen.

Beste Grüße
Eckhard
 
volkimal Am: 05.06.2016 23:06:08 Gelesen: 298805# 286 @  
@ Concordia CA [#284]

Hallo Jürgen,

jetzt fehlt noch ein Eintrag von zum Beispiel 1940. Wie war der Name des Postamtes bzw. der Poststelle in dem Jahr? 1944 konnte der Name nichts anderes als deine Angabe sein, denn das ist die Angabe des aptierten Stempels aus dem Jahr 1944.

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 06.06.2016 22:16:32 Gelesen: 298714# 287 @  
@ Concordia CA [#282]

Es gibt auch noch einen Stempel Riga B, der ebenfalls zur Zeit der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg aptiert wurde. Dieser Stempel wurde allerdings im normalen Postbetrieb eingesetzt.

Es handelt sich um einen Maschinenstempel mit Werbung. Der Text "Apelo dzamto zerni!", zu Deutsch "Reist um die Heimat!", wurde entfernt, die Abbildung blieb unverändert. Zudem wurde die Datumsgruppe in der Reihenfolge den Gepflogenheiten der Reichspost angepasst. Da es sich hierbei um Stecktypen handelt, war das ohne Probleme möglich.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 07.06.2016 11:21:20 Gelesen: 298671# 288 @  
@ Concordia CA [#287]

Hallo Jürgen,

eine schöne Ergänzung. Den Stempel habe ich bisher noch nicht gesehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
JohannesM Am: 07.06.2016 22:58:20 Gelesen: 298624# 289 @  
Hier noch ein Beispiel für die Entfernung der Plz in der DDR Mitte der 50-er Jahre. Mägdesprung mit und ohne (19).



Diese Aptierung ist wohl genauso häufig wie die Entfernung des linken Sterns bei den Reichspoststempeln.

Beste Grüße
Eckhard
 
Manne Am: 08.06.2016 20:40:56 Gelesen: 298572# 290 @  
Hallo zusammen,

habe bei der Erfassung der Schwenninger Uhrenstempel festgestellt, dass hier aus den Vorkriegstempeln die ersten neuen Uhrenstempel hergestellt, aptiert wurden.

Gruß
Manne

Der Vorkriegsstempel:



Die neuen Stempel, Werbung links und Werbung rechts.



Einmal k mit (14b) und i (14)

Der neue korrekte Stempel:


 
volkimal Am: 08.06.2016 21:49:02 Gelesen: 298561# 291 @  
@ Manne [#290]

Hallo Manne,

richtig, im Stempelkopf des "Vorkriegstempels" (1943 war schon Krieg) wurde die Postgebietsleitzahl nachträglich eingesetzt. Das Werbeklischee ist aber eine Neuanschaffung.

Danach wurde das Werbeklischee weiterverwendet, aber der Stempelkopf wurde ausgetauscht.

Schön, dass Du alle drei Formen zeigst!

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 08.06.2016 22:00:26 Gelesen: 298557# 292 @  
@ volkimal [#291]

Hallo Volkmar,

danke für den Hinweis, ich hätte den nachfolgenden Stempel nehmen sollen.

Gruß
Manne


 
HWS-NRW Am: 08.06.2016 23:47:45 Gelesen: 298543# 293 @  
Hallo und einen noch Guten Abend,

ich hätte da auch einen schönen Beleg anzubieten:



Zweisprachiges sowjetisches Formular (in russischer und lettischer Sprache), ausgegeben am 8.6.1942 für eine in Riga aufgelieferte Sendung, die Gebühr ausgewiesen mit einer Freimarke (MiNr 7) und entwertet mit einem zweisprachigen Kreisstegstempel mit Gittersegmenten von RIGA (die Landesbezeichnung LATVIJA aptiert)

mit Sammlergruß
Werner
 
Lutwinus Am: 09.06.2016 14:51:09 Gelesen: 298495# 294 @  
Hallo liebe Stempelfreunde,

der folgende Beleg passt vielleicht ganz gut hierher. Es handelt sich um eine Eingeschriebene Postkarte von "Wallerfangen" im Saarland aus 1947. Vom 01.04.1946 bis zum Januar 1953 wurde durch Beschluss des damaligen Gemeinderates der ursprüngliche Ortsname "Vaudrevange" wieder eingeführt. Die Wallerfanger Tagesstempel wurden aptiert - der Ortsname komplett entfernt. Zusätzlich zu diesen stummen Stempeln wurde ein Gummistempel (Vaudrevange 1 / über Saarlouis) ohne Datumsangabe abgeschlagen. Das Datum war dem stummen Stempel zu entnehmen. Die Karte weist zudem einen Gummi - Einschreibestempel auf, welcher ebenfalls die Ortsbezeichnung "Vaudrevange" trug.



Liebe Grüße Joerg
 
volkimal Am: 09.06.2016 16:06:13 Gelesen: 298482# 295 @  
@ Lutwinus [#294]

Hallo Joerg,

eine sehr schöne Karte! Danke fürs Zeigen.

Volkmar
 
volkimal Am: 11.06.2016 12:47:25 Gelesen: 298396# 296 @  
Hallo zusammen,

heute wieder einmal ein Tarnstempel aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges:



Bei diesem Stempel gibt es gleich zwei ungewöhnliche Dinge:

1) Wie bei allen Tarnstempeln wurde der Ortsname aptiert. 1938 wurden üblicherweise die Sternchen aus den Stempeln entfernt. Bei diesem Stempel sind sie aber noch vorhanden.

2) Die zweite Ziffer der Jahreszahl "41" steht Kopf.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 20.06.2016 16:14:32 Gelesen: 297597# 297 @  
Hallo zusammen,

einen aptierten Stempel aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges habe ich noch - auch wenn er nicht danach aussieht:





Es ist ein ausgegossener Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten. Das Stempeldatum 30.6.37 stimmt allerdings nicht. Wie man der Rückseite entnehmen kann, hat mein Vater die Karte am 27.09.1940 geschrieben.

Wie kommt es nun zu dem ungewöhnlichen Datum, bei dem sowohl der Monat als auch beide Zahlen des Jahres - insgesamt also mindestens drei Zahlen - falsch eingestellt sind? Eine Idee ist, dass mein Vater den Brief am selben Tag, also dem 27.09. aufgegeben hat. Der Feldpostbeamte hatte wenig Übung und hat Tag und Monat beim Stempel auf dem Kopf stehend eingestellt. Dann würde zumindest der Monat passen und es käme eine "7" in der Tagesangabe vor:



Ob es wirklich so war lässt sich natürlich nicht überprüfen.

Viele Grüße
Volkmar
 
klinhopf Am: 20.06.2016 19:57:39 Gelesen: 297562# 298 @  
@ volkimal [#297]

Der 30.6.37 ist gegenüber dem 27.9.40 um jeweils 3 Zahlen verdreht: Monat und Jahr wären dann rückwärts, Tag aber vorwärts - von der inneren Zahlen-Stellung machbar ?

Fragt und stellt fest mit phil. Gruß
Ingo Pfennig
 
volkimal Am: 20.06.2016 20:17:05 Gelesen: 297551# 299 @  
@ klinhopf [#298]

Hallo Ingo,

das ist mir noch nicht aufgefallen - interessant. Kann so etwas beim Einstellen eines Stempeldatums passieren - keine Ahnung. Wer kann etwas dazu sagen?

Viele Grüße
Volkmar
 
klinhopf Am: 20.06.2016 20:58:24 Gelesen: 297538# 300 @  
@ volkimal [#299]

Verdrehungen in EINER Richtung schon, doch hier liegen zwei Richtungen vor, die mir aus der Erinnerung heraus unbekannt sind!

Aber vielleicht gibt es ja doch noch. Wer kann etwas dazu sagen?
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2016 13:08:47 Gelesen: 296716# 301 @  
Am 26. April 1963 gab es im Werkspostamt "Leverkusen Bayerwerk" noch keinen Stempel mit der neuen Postleitzahl, weswegen man die alte Postleitzahl herausgefeilt hat.


 
volkimal Am: 14.07.2016 19:46:18 Gelesen: 295627# 302 @  
Hallo zusammen,

ich versuche, beim Zeigen der aptierten Stempel in etwa chronologisch vorzugehen. Zuletzt habe ich die aptierten Feldpoststempel aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorgestellt. Ich bleibe also bei dieser Zeit und stelle andere kriegsbedingte Aptierungen vor. Als erstes ein schönes Beispiel aus Posen:





Obwohl der Stempel symmetrisch ist, sieht man sofort, dass er aptiert wurde. Im Polenfeldzug besetzte die Wehrmacht Poznan am 10. September 1939. Die Stadt bekam ihren deutschen Namen zurück und wurde zur Hauptstadt des neugeschaffenen „Reichsgaus Wartheland“ erklärt. Den polnischen Namen im Stempel weiterzuverwenden - das war natürlich nicht gewünscht!

Vom ursprünglichen Stempel mit dem Ortsnamen Poznan habe ich leider keinen kompletten Abschlag. Dadurch, dass der ursprüngliche Stempel stark abgenutzt war, erkennt man sofort, dass beim Stempel vom 23.10.1939 der Ortsname und die Zahl 3 ausgetauscht worden sind.



Es wurden aber auch sehr schnell neue deutsche Stempel angeschafft wie hier der Stempel vom 09.11.1939. Vielleicht irritiert Euch, dass der deutsche Stempel auf einer polnischen Postkarte abgeschlagen wurde. Die polnische Wertzeichen verloren mit dem Einmarsch deutscher Truppen ihre Gültigkeit und waren als Frankatur auch nicht mehr zugelassen.

In diesem Fall handelt es sich um eine Formularverwendung der polnischen Postkarte. Wie man am Absender links sieht wurde die Karte mit der Feldpost befördert und musste nicht frankiert werden.

Viele Grüße
Volkmar
 

Das Thema hat 827 Beiträge:
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