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Thema: (?) (775/783/793) Aptierte Stempel
Das Thema hat 793 Beiträge:
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juni-1848 Am: 28.12.2012 09:51:47 Gelesen: 290419# 69 @  
@ Wachauer [#62]
@ TomWolf_de [#63]

Vielen Dank Euch beiden für die Quellenhinweise. Irgendwo in den Bänden meines Bücherschranks müsste Ähnliches zu ein, zwei anderen RPDe schlummern. Ich setzte es auf meine Suchliste.

Heute eine andere Aptierung:



Bei diesem Kreisbrückenstempel "WÜLFRATH \ 16.4.38. \ * [aptiert] c" ist der Stern verblieben, jedoch die Bezeichnung des Postamtes aptiert. Wer kann den Stempel vor der Aptierung zeigen ?

Endlich wieder Sonnengrüße,
Werner
 
T-M 123 Am: 28.12.2012 14:59:57 Gelesen: 290389# 70 @  
@ filunski [#66]

Was war der Grund für diese Aptierung? Normalerweise wurden nach dem Krieg ja Stempel aptiert, wenn sie politisch nicht mehr genehme Inhalte hatten, wie "Hauptstadt der Bewegung" etc. Das kann ich hier nicht erkennen. Allerhöchstens hätte man vielleicht an der "Reichsautobahn" Anstoß nehmen können, aber gerade der Teil ist ja stehen geblieben.

Ich könnte mir vorstellen, dass von der "bedeutenden Möbelindustrie" nach dem Krieg vielleicht nicht mehr viel übrig war. Aber es scheint mir seltsam, dass man extra deswegen einen Stempel bearbeitet, zumal man doch sicherlich auf Wiederaufbau hoffte. Außerdem hätte es dann gereicht, den Text "und seiner bedeutenden Möbelindustrie" zu entfernen, dann hätte man sich die Bastelei, aus dem "auf" ein "an" zu machen, erspart.

Wo war also das Problem mit dieser Stempelinschrift?

Gruß
T-M
 
filunski Am: 28.12.2012 15:21:59 Gelesen: 290380# 71 @  
@ T-M 123 [#70]

Hallo Tim,

da kann ich leider auch nur Mutmaßungen anstellen.

Zum Einen musste ein wenig Platz geschaffen werden um die Gebietsleitzahl (10) einzufügen.

Dann hieß es in dem weggefallenen Text "Auf der Reichsautobahn nach Wilsdruff...". Zu Kriegsende wurde Wilsdruff heftig umkämpft und u.a. sprengte die SS die Wilsdruffer Autobahnbrücke im April 1945. Somit war wohl die Aussage "auf der Reichsautobahn nach......" nicht mehr zutreffend. Dies aber nur meine Vermutung. Vielleicht weiß noch jemand mehr dazu?

Beste Grüße,
Peter
 
juni-1848 Am: 30.12.2012 08:32:13 Gelesen: 290292# 72 @  
@ volkimal [#64]
@ filunski [#71]

Moin zusammen,

zufällig sah ich den korrigierten "An der ..." vom 15.5.1948:



Es scheint sich um ein und denselben Stempel zu handeln. Die Anfangsbuchstaben "A" und "d" zeigen die gleiche Stellung über Reichsautobahn.

Zur Brückensprengung siehe auch: [http://de.wikipedia.org/wiki/Autobahnbr%C3%BCcke_Siebenlehn] (Abschnitt "1945, kurz vor Ende des Krieges"). Gab es bei Wilsdruff mehrere Autobahnbrücken ?

Grüße,
Werner
 
volkimal Am: 30.12.2012 10:09:17 Gelesen: 290277# 73 @  
Hallo Werner,

bei Deinem Stempel sieht es schon in etwa aus wie ein "an" - ich bin aber noch nicht davon überzeugt. Das "u" und das "n" sind sich so ähnlich, dass schon eine kleine Verschmutzung oder Unebenheit genügt, so dass es wie der andere Buchstabe aussieht.

Wenn der Buchstabe wirklich geändert worden sein soll, dann müsste es zwischen dem 5.5.48 und dem 15.5.48 passiert sein.

Vergleiche http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/289. Ich kann es mir allerdings nicht vorstellen, wenn ich mir den Arbeitsaufwand vor Augen halte.

Es lässt sich aber relativ einfach überprüfen. Nach Bochmann ist der aptierte Stempel bis 1951 verwendet worden.

Wer kann einen Stempel nach dem 15.05.1948 zeigen, bei dem das "Au" oder "An" sehr sauber erkennbar ist?

Viele Grüße
Volkmar
 
Pommes Am: 06.04.2013 00:08:53 Gelesen: 287982# 74 @  
@ volkimal [#31]

@ Heinz 1 [#30]

Das kommt auf die Definition an. Früher dachte ich auch, dass "Aptiert" dasselbe bedeutet wie "Entfernt". Heute sehe ich es anders. Schau mal, was ich im Beitrag [#24] geschrieben habe.


Hallo Volkmar,

oder besser (?) @ reichswolf, der das Thema eröffnet hat oder Richard, der das Thema ggf. mal "verschoben" hat. What ever, schönes Thema!

Nach zahlreichen Beispielen, bei denen (hinweg) aptiert wurde - mal wieder eines, bei dem (hinzu) aptiert wurde:



Tagesstempel aus Elgersburg in Thüringen vom 20.07.1951 bei dem das Postleitgebiet "(15)" (hinzu) aptiert wurde ( (15) ELGERSBURG / a ).

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Pommes Am: 09.04.2013 21:40:26 Gelesen: 287829# 75 @  
@ Pommes [#74]

Hinzu oder hinweg, wie auch immer, es gibt auch Stempel, die beides vereinen.

Hier ein Poststellenstempel aus Minkwitz / über Leisnig.



Bei ihm wurde zunächst vom "Rechteckstempel mit Strich" die linke Seite abgeschnitten und der Kreis für die Postleitzahl (10) hinzugefügt. Später wurde die Zahl im Kreis (vermutlich aufgrund der Verwaltungsreform in der DDR 1952) wieder entfernt.

Solche Stempel sind sicher nicht häufig, aber immer wieder das "Salz in der Suppe" für die "Stempelforscher" und insbesondere auch die Heimatsammler.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
westfale1953 Am: 10.04.2013 09:43:30 Gelesen: 287780# 76 @  
@ filunski [#59]

Hallo und guten Morgen!

Ich habe hier einen Stempel von KÖLN 4 aus August 1957, bei dem wohl "vergessen" wurde, den Stern zu aptieren.



Bernhard
 
volkimal Am: 10.04.2013 10:59:21 Gelesen: 287764# 77 @  
@ westfale1953 [#76]

Hallo Bernhard,

es wurde nicht vergessen, die Sterne zu aptieren. Der Stempel dürfte während des Dritten Reichs in einer Schublade geschlummert haben. Erst nach dem Krieg wurde er dann wieder eingesetzt, weil andere Stempel fehlten oder zur Reparatur waren. Nach dem Krieg wurden dann die Sterne natürlich nicht aptiert.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 10.04.2013 12:24:23 Gelesen: 287749# 78 @  
@ westfale1953 [#76]
@ volkimal [#77]

Hallo Bernhard,

schönes Beispiel und auch noch eine ziemlich späte Verwendung dieses Stempels.
Volkmars Erklärung klingt ganz einleuchtend. Auf diese und ähnliche Weise, nämlich einfach weil mancher dieser Stempel zur, ich nenne es hier mal "Nazifizierungsphase" (Entfernung der "Davidsterne"), nicht verfügbar war, entging er der Aptierung.

In den Mangelzeiten nach dem Krieg, in diesem Fall anscheinend sogar noch im Jahre 1957, mussten dann die alten Stempel wieder herhalten, bis schließlich, spätestens ab der 1960er Jahre teure neue Stempelgeräte angeschafft werden konnten.

Danke für's zeigen! :-)

Gruß,
Peter
 
volkimal Am: 10.04.2013 20:08:45 Gelesen: 287706# 79 @  
@ westfale1953 [#76]

Hallo Bernhard,

hier als Beispiel ein Brief von meiner Urgroßmutter an meine Großeltern:



Von dem Stempel ist vor Ende des Krieges bisher nur der 08.01.1931 belegt. Danach kam er wieder ab August 1945 bis Ende 1953 zum Einsatz. Es war also nicht erforderlich den Stern zu aptieren, da er von 1938 bis zum Ende des Krieges nicht eingesetzt wurde. Siehe http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/353.

Ganz nett auch der Einschreibezettel mit der handschriftlichen Änderung. Der R-Zettel vom Postamt Berlin N 106 wurde beim Postamt Berlin N 58 verwendet.

Durchsuche die Datenbank bei der Kombisuche einmal folgendermaßen: 1) Zeitraum 1946 - 1960 2) Tagesstempel 3) Volltextsuche "*". So wirst Du einige weiter Beispiele zu sehen bekommen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Mondorff Am: 10.04.2013 23:44:04 Gelesen: 287670# 80 @  
@ T-M 123 [#70]

Was war der Grund für diese Aptierung? Normalerweise wurden nach dem Krieg ja Stempel aptiert, wenn sie politisch nicht mehr genehme Inhalte hatten

Das war auch der Grund für die Aptierung einer Anzahl von Tages- und Bahnpoststempeln nach dem Ende der deutschen Besetzung Luxemburgs. Marcel Staar schreibt in seinem grundlegenden Werk Das Postwesen in Luxemburg während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg:

Um die Eingliederung Luxemburgs in das Reich zu erleichtern, war das frühere Großherzogtum mit Teilen des südlichen Rheinlandes zum "Gau Moselland" vereinigt worden.

Damit der neuen politischen Lage auch im Postdienst Rechnung getragen werden konnte und um eine Verwechslung gleichnamiger Postorte innerhalb Großdeutschlands zu vermeiden, wurde bei manchen Postämtern eine Änderung des Stempeltextes durch Zufügen von "Moselland", "Kr Diekirch", "Kr Esch" oder "Sauer" vorgenommen.


Nach einer Postinstruktion vom 30.9.1944 sollten diese Zusatzbezeichnungen aus den Stempeln entfernt (aptiert) werden. Dies geschah oft erst zu Beginn des Jahres 1945. Hier einige Beispiele:



Der Originaltext im Stempel lautete (wie im R-Zettel) BAD MONDORF



Der Originaltext im Stempel lautete ESCH (ALZIG)



Der Originaltext der Stempel lautete KAPELLEN (KR ESCH) und MERSCH (MOSELLAND)



Als Ergänzung hier noch zwei aptierte Bahnpoststempel,



bei denen die Originaltexte PETINGEN (MOSELLAND)-ESCH (ALZIG) und LUXEMBURG-PETINGEN (MOSELLAND) lauteten.

Freundlichen Gruß
DiDi
 
volkimal Am: 20.04.2013 09:44:51 Gelesen: 287337# 81 @  
@ Mondorff [#80]

Hallo DiDi,

sehr schöne Beispiele, die Du hier zeigst.



Hier mal wieder ein Beispiel aus meiner Sammlung. Ein Poststellenstempel aus Ovelgönne bei dem die Postleitzahl aptiert (hinzugefügt) wurde. Dazu noch ein weiteres Exemplar, bei dem der Stern nicht aptiert wurde. Also ein Stempel, der vermutlich zwischen 1938 und 1945 nicht eingesetzt wurde und erst nach dem Krieg wieder eingesetzt wurde.

Viele Grüße
Volkmar
 
sachsen-teufel Am: 26.04.2013 19:53:04 Gelesen: 287101# 82 @  
Hallo,

hier ein weiterer Stempel, bei dem die Postleitregion (10a) "hinzugefügt-aptiert" wurde:



(10a) ZITTAU 2 / d vom 07.07.1947

Gruß
Michael
 
volkimal Am: 27.04.2013 07:32:07 Gelesen: 287048# 83 @  
@ sachsen-teufel [#82]

Hallo Michael,

von mir ein weiterer Stempel, bei dem die Postgebietsleitzahl (10a) "hinzugefügt-aptiert" wurde:



Viele Grüße
Volkmar
 
juni-1848 Am: 27.04.2013 08:05:49 Gelesen: 287045# 84 @  
Moin zusammen,

rückseitig auf "Sammler-Wertbrief" nach Mannheim "K3, 28". Dieser sehr späte Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten aus der Zeit des Deutschen Reichs:



"MANNHEIM \ 17.10.61. 9-10 \ 1 gg"

Der Stempel ist aptiert: Im Feld der Unterscheidungsbuchstaben wurde ein Stern entfernt.

Und die späte Verwendung machte wohl den Austausch des Jahreszahl-Rades notwendig, wie an der kleineren Zifferntype zu erkennen ist.

Schönen Samstag noch.

Ach ja, schiebe ich gelegentlich rüber in die Datenbank.
 
volkimal Am: 28.04.2013 11:53:53 Gelesen: 286982# 85 @  
Hallo zusammen,

diesen Stempel sieht man auch nicht alle Tage:



Ein Stempel der Postverteilstelle im Bahnpostamt 10 in Köln. Der Rest des Namens hinter Köln wurde entfernt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Postverteilstelle in Köln kriegsbedingt nicht mehr am ursprünglichen Standort war und der zweite Teil des Namens darum aptiert wurde.

Wer kennt den ursprünglichen Stempel? Bzw. wo war die Postverteilstelle des Bahnpostamtes 10 in Köln ursprünglich und später?

Desweiteren ist mir nicht klar, wieso der Brief diesen Stempel trägt. Ich denke, dass er eigentlich mehr ein Innendienststempel war und nicht als Tagesstempel benutzt wurde. Allerdings nach dem Krieg war vieles möglich. Als Absender ist angegeben Wuppertal Wichlinghausen - evtl. wurde der Brief in Köln nachträglich entwertet. Außerdem fällt auf, dass keine Uhrzeit eingestellt ist, sondern dass dort ein schwarzer Block ist.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.04.2013 17:17:45 Gelesen: 286920# 86 @  
@ volkimal [#85]

Hallo zusammen,

ich habe gerade in einem anderen Forum die Antwort auf die erste Frage erhalten. Der Stempel hatte ursprünglich den Text "Köln-Deutz".

Siehe http://www.befr.ebay.be/itm/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=111015917310

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 09.05.2013 11:10:34 Gelesen: 286537# 87 @  
Hallo zusammen,

zwei aptierte Sternchen Stempel aus dem Jahr 1956:



Volkmar
 
kauli Am: 09.05.2013 13:52:35 Gelesen: 286526# 88 @  
Hallo zusammen,

ein aptierter Stempel von Berlin-Charlottenburg 5 c. Bei dem Urstempel stand im unteren Bogen Reichssportfeld, bekannt ist bisher nur ein Datum vom 19.8.1936. Warum auch immer wurde der Namenszug Reichssportfeld in den fünfziger Jahren aptiert und wiederverwendet. Bisher bekannt vom 17.3.51-10.6.55. Zum Vergleich ein Stempel mit dem Unterbuchstaben d.



Viele Grüße
Dieter
 
volkimal Am: 10.05.2013 20:20:51 Gelesen: 286468# 89 @  
Hallo zusammen,

heute zur Abwechselung mal ein Rätsel.



Weshalb gehört dieser Stempel aus Neusalza-Spremberg zu diesem Thema?

Viel Spaß beim Raten
Volkmar
 
jahlert Am: 10.05.2013 23:59:12 Gelesen: 286443# 90 @  
@ volkimal [#89]

Hallo Volkmar,

vielleicht hätte hier mal beim R-Zettel 'aptiert' werden sollen, damit die Ortsbezeichnungen übereinstimmen. ;-) Das beantwortet allerdings die gestellte Frage nicht. :-(

Beste Grüße
Jürgen
 
volkimal Am: 11.05.2013 11:17:57 Gelesen: 286416# 91 @  
@ jahlert [#90]

Hallo Jürgen,

den Einschreibezettel meine ich nicht - es geht wirklich um den Stempel!

Volkmar
 
jahlert Am: 13.05.2013 14:00:22 Gelesen: 286332# 92 @  
@ volkimal [#91]

Hallo Volkmar,

ohne Vergleichsmaterial und ohne Literatur lebt man auf dem Mond. :-(

Hier ist ein Abschnitt aus meiner Sammlung:



Und ich habe die folgende Frage: 'Was ist das für ein Rest dort oben links?'

Jürgen
 
reichswolf Am: 13.05.2013 15:47:00 Gelesen: 286315# 93 @  
@ jahlert [#92]

Hallo Jürgen,

falls du mit "Rest dort oben links" die Ecke des Klebezettelchens meinst, das man am linken Rand noch sehen kann: Das ist ein Eilbotenzettel (vergleichbar einem Einschreibezettel). Daher kommt auch die für 1962 relativ hohe Gebühr von 100 Pfennig. Davon waren 60 Pfennig für die Eilzustellung, die restlichen 40 Pfennig vermutlich für einen Brief zwischen 21 und 250 g. Denkbar wäre aber auch ein Auslandsbrief bis 20 g.

Beste Grüße,
Christoph
 

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