Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Neuheiten: Strategien gegen die Markenflut
Das Thema hat 37 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1   2  oder alle Beiträge zeigen
 
alemannia Am: 05.06.2016 14:44:56 Gelesen: 18265# 13 @  
@ Baber [#9]

Mich wundert es schon lange, dass nicht Michel, der für selbstklebend und nassklebend eine eigene Katalognummer vergibt, gegen diesen Wahnsinn protestiert.

Hallo zusammen,

das sind 2 unterschiedliche Marken (Grösse, Zähnung) und müssen nach meiner Meinung schon so katalogisiert werden.

Ich habe mich auch vor vielen Jahren für ein abgegrenztes Sammelgebiet entschieden.

Neuerscheinungen interessieren mich nur noch am Rande und werden nur für die Frankatur gekauft.

Gruß

Guntram
 
Baber Am: 05.06.2016 15:52:46 Gelesen: 18238# 14 @  
@ alemannia [#13]

das sind 2 unterschiedliche Marken (Grösse, Zähnung) und müssen nach meiner Meinung schon so katalogisiert werden.

Genau da liegt doch der Wahnsinn, warum müssen wir für ein Motiv zwei unterschiedliche Marken haben.

Genauso wie Du mache ich es auch und viele meiner Sammmlerkollegen, ein spezielles Sammelgebiet und Neuheiten nur noch für Frankaturzwecke.

Gruß
Baber
 
Baber Am: 05.06.2016 16:04:17 Gelesen: 18231# 15 @  
@ Francysk Skaryna [#12]

Hallo Francysk,

Warum sollte der Michel protestieren? Er katalogisiert, erfaßt - nicht mehr und nicht weniger.

Ich glaube nicht, dass es die ursprüngliche Geschäftsidee des Schwaneberger Verlages war und ist, Katalognummern zu produzieren. Wenn der Verlag weiter existieren will, muss er Kataloge gewinnbringend verkaufen.

Aber das wird bei der weltweiten Markenflut immer schwieriger.

Unser Verein, und so machen es sicher viele, hat z. B. beschlossen, bei den Überseekatalogen eine Ausgabe zu überspringen und nur jede zweite anzuschaffen. Wir können uns das einfach finanziell nicht mehr jedes Jahr leisten. Ganz abgesehen davon, das auch irgendwann der Stellplatz für alle Kataloge im Vereinsschrank nicht mehr ausreicht.

Das habe ich damit gemeint, dass Michel eigentlich ein Eigeninteresse haben müßte, dass die Kataloge kosten- und platzmäßig nicht ausufern.

Gruß
Baber
 
olli0816 Am: 05.06.2016 18:39:12 Gelesen: 18191# 16 @  
Ich war zum Glück noch nie jemand, der auf irgendeine Vollständigkeit Wert gelegt hat. Vor vielen Jahren (in den 80ern) habe ich z.B. ganz gerne französische moderne Marken gesammelt, weil mir die von den Motiven ganz gut gefallen haben. Da mir nicht alle gefallen haben, kaufte ich nur das, was ich wirklich wollte. Die heutige französische Ausgabepolitik ist wie die vieler Länder total uninteressant geworden. Es werden vermeintliche Raritäten mit Miniauflagen produziert, die am Ende für den Preis fast niemand haben möchten. Ich persönlich habe mich bei so etwas ausgeklingt.

Meine Sammelgebiete sind alle älter und komplett bekomme ich die meisten sowieso nicht. Mir kommt es darauf an, ob mir der Brief/die Briefmarke gefällt. Da ich gerne Sammlungen auf Auktionen kaufe, bin ich mit ziemlicher Sicherheit z.B. beim Deutschen Reich mit den Hauptnummern komplett. Aber ich habe keine Spezialisierung, dass ich z.B. alle Farben und Unternummern im Inflationsbereich besitze. Auch nicht die jeweils teuerste Variante jeder Hauptnummer vom Deutschen Reich. Das ist aber auch gar nicht mein Ziel.

Die Politik der Postverwaltungen der letzten 10 Jahre zeigt mir, dass die Briefmarke im täglichen Gebrauch überflüssig geworden ist. Das finde ich sehr interessant, da zu meinen Anfängen Ende der 70er Jahre niemand im entferntesten daran gedacht hat, dass dies passieren könnte. So ändern sich die Zeiten. Letztendlich ist fast jede Briefmarkenausgabe inzwischen unsinnig, weil sie einfach nicht mehr verwendet werden. Solange es ein Markt für die neuen Marken gibt, werden sie weiter herausgegeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in 50 Jahren fast unmöglich ist, komplett von sagen wir 2010 - 2030 von jeder Marke einen Bedarfsbrief zu bekommen. Die nassklebenden Marken werden heute kaum noch verwendet und am Postschalter bekommt man sie immer weniger. Wäre vielleicht als Sammelgebiet eine nette Idee.
 
Vernian Am: 05.06.2016 23:50:23 Gelesen: 18096# 17 @  
@ olli0816 [#16]

Die Politik der Postverwaltungen der letzten 10 Jahre zeigt mir, dass die Briefmarke im täglichen Gebrauch überflüssig geworden ist. ... So ändern sich die Zeiten. Letztendlich ist fast jede Briefmarkenausgabe inzwischen unsinnig, weil sie einfach nicht mehr verwendet werden.

Während ich dem ersten Teil des Beitrags uneingeschränkt beipflichten kann, muss ich der zitierten Aussage doch etwas widersprechen.

Es ist zwar richtig, das jeder, der nur noch sehr gelegentlich mal etwas zu verschicken hat und dies am Schalter abgibt -allein schon weil er nicht weiß wie viel Porto er aufkleben müsste - dann nur einen Barcodeaufkleber erhält statt einer Briefmarke; und fast Jeder, der Mengenversand macht dies ebenfalls nicht mehr mit Briefmarken tut sondern Freistempler oder andere Frankaturverfahren nutzt. So gesehen also immer weniger Briefmarken benötigt werden. Aber Kleinunternehmer mit geringem Postaufkommen, Urlauber mit 10-15 Postkarten und halt eben doch der ein- und andere Mensch, der öfters und von Zeit zu Zeit mal einen Brief oder eine Kleinigkeit verschickt, der mag nicht unbedingt dafür jedes mal zur Post gehen, sondern nutzt gerne den "Vorratskauf" von Briefmarken für seinen Bedarf und macht sich schlau welche Summe er auf welche Art Brief denn kleben muss, um dies dann bequem auch außerhalb irgendwelcher Öffnungszeiten in einen Postkasten zu werfen.

Unbestreitbar - dies ist gegenüber noch vor wenigen Jahren deutlich weniger geworden und nimmt noch weiter ab. Aber solange die Post die Dienstleistung "Postkasten" nicht einstellt wird es immer einen gewissen Prozentsatz Menschen geben die diesen Service auch gerne nutzen, und dafür Briefmarken benötigen. Das für diesen Prozentsatz die Flut an Marken, insbesondere Sondermarken, wie sie derzeit bei vielen Postverwaltungen verausgabt wird, unnötig ist (von Blockausgaben oder den angesprochenen Spezialausgaben in purer Sammlertaschenabsicht ganz abgesehen), ist vollkommen klar.

Auf Deutschland bezogen würde ein Dauermarkensatz mit den gängigsten Portostufen und kleineren Ergänzungswerten sowie eine auf beispielsweise 6-8 Sondermarken (in einfacher Ausführung, also entweder naß- oder selbstklebend, nicht beides) pro Jahr begrenzte Ausgabenpolitik vermutlich vollkommen genügen um diesen "Postkasten-Nutzer-Bedarf" zu genügen. Und bei einer solchen Ausgabepolitik würden sich möglicherweise auch wieder mehr Sammler dafür interessieren "vollständig" bzw. an sich Neuheiten auch zu sammeln...

Beste Grüße

Vernian
 
Cantus Am: 06.06.2016 00:52:04 Gelesen: 18087# 18 @  
Ich persönlich finde es langweilig, irgendwo "vollständig" zu sein. Meine letzten Briefmarkensammlungen Frankreich und Côte d'Ivoire enden im Jahr 1985 bzw. etwa um 1960, danach habe ich mich fast ausschließlich nur noch um unterschiedlichste Belegesammlungen gekümmert. Bei Belegen, welcher Art auch immer, kann man eigentlich nie vollständig sein, insbesondere dann nicht, wenn man so wie ich überwiegend gestempelt (bedarfsgebraucht) sammelt.

Im Übrigen könnte ich zu eurer Diskussion noch anfügen, dass mir bei der Deutschen Post in den letzten Jahren aufgefallen ist, dass es da wohl zwei konkurrierende Abteilungen gibt. Die eine Abteilung sorgt für massenhafte Neuausgaben bei den Briefmarken in auch immer neuen Kombinationen, Zehnerbögen, Markenheftchen mit vielerlei Deckelvarianten usw., die andere Abteilung aber, die für die Versorgung von Poststellen mit Markenmaterial zuständig ist, versucht alles, damit die Poststellen keine oder nur ganz wenige Briefmarken bekommen und absolut vorrangig die Gebührenausdrucke zur Frankatur verwenden. Wenn aber die Vielfalt der Briefmarkenausgaben nicht mehr am Postschalter oder bei den Poststellen zu bekommen ist, sondern nur noch über das Sammlerpostamt bezogen werden kann, dann sind das für mich nur noch nicht mehr sammelwürdige bunte Bildchen. Wer trotzdem sein Geld dafür rausschmeißen will, soll das tun, sich dann aber nicht mehr hier oder in anderen Foren über die Ausgabenflut beschweren.

Viele Grüße
Ingo
 
wajdz Am: 06.06.2016 17:39:06 Gelesen: 18005# 19 @  
@ Cantus [#18]

...Wer trotzdem sein Geld dafür rausschmeißen will, soll das tun, sich dann aber nicht mehr hier oder in anderen Foren über die Ausgabenflut beschweren.

Deine Meinung in allen Ehren, aber

„Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ ein alter Spontispruch, der immer noch Sinn macht. Die Klagen in den Foren bewirken natürlich nicht viel, da hast Du recht. Hilfreich wäre der Hinweis gewesen, sich an die richtige Adresse zu wenden.



Bundesministerium der Finanzen
Dienstsitz Berlin
Ref. Briefmarken und Sammlermünzen
Wilhelmstraße 97
10117 Berlin

Und nicht vergessen, die Briefe mit naßklebenden Postwertzeichen freizumachen. ;-)

MfG Jürgen -wajdz-
 
Holzinger Am: 06.06.2016 20:23:27 Gelesen: 17959# 20 @  
@ Cantus [#18]

die andere Abteilung aber, die für die Versorgung von Poststellen mit Markenmaterial zuständig ist, versucht alles, damit die Poststellen keine oder nur ganz wenige Briefmarken bekommen

Da liegt ein Trugschluß vor. Es wird bestellt, was jede Poststelle eigenständig zur Versorgung für nötig hält. Nur die Grundversorgung muß abgedeckt sein. Dazu reichen die Blumen aus dem Spender. Evtl. noch ein paar 10er-Blätter vom Stapel für den anspruchsvollen Kunden und das war es dann.
 
Stefan Am: 06.06.2016 22:30:28 Gelesen: 17922# 21 @  
@ olli0816 [#16]

Die Politik der Postverwaltungen der letzten 10 Jahre zeigt mir, dass die Briefmarke im täglichen Gebrauch überflüssig geworden ist. ... So ändern sich die Zeiten. Letztendlich ist fast jede Briefmarkenausgabe inzwischen unsinnig, weil sie einfach nicht mehr verwendet werden.

Da muss ich, wie Vernian in Beitrag [#17] widersprechen. Es existieren tatsächlich gewerblich tätige Absender, welche Briefmarken für die Frankierung der Tagespost (vollbezahlte Sendungen, keine Dialogpost) nutzen. In einem konkreten Fall hatte ich vor einiger Zeit mitbekommen, dass die monatlichen Kundenrechnungen (mehrere 100 Stück im Monat) mittels Briefmarken freigemacht wurden. Für dieses Unternehmen lohnte sich die Anschaffung einer Frankieranlage (Absenderfreistempel) nicht, da das Postaufkommen in den verbliebenen Arbeitstagen des Monats eher gering war. Daher wurden Briefmarken genommen. Die zur Frankatur verwendeten Marken waren allesamt selbstklebend von der Rolle à 100 Stück in den gängigen Wertstufen.

In einem weiteren mir bekannten Fall (gewerblich tätiger Absender) werden ebenfalls Briefmarken zur Frankierung der Tagespost genommen, da sich der Einsatz eines Absenderfreistempels nicht lohnt. Die Briefmarken werden allerdings ungern bei der Post in der Filiale gekauft (da dies generell Arbeitszeit und regelmäßig auch Nerven kostet) sondern online bei der Deutschen Post AG bestellt (ab einem gewissen Betrag - 15 Euro pro Bestellung? - portofreier Versand). Auch hier werden bevorzugt selbstklebende Marken verwendet.

Wenn man sich einen unberührten Posteingang eines Unternehmens im Verlauf von wenigen Wochen (Bsp. ein Monat) anschaut, fällt auf, dass vor allem kleinere, mittelständische Unternehmen (Bsp. Handwerksbetriebe, Arztpraxen usw.) weiterhin Briefmarken verwenden. Die Mehrheit natürlich selbstklebend.

Gruß
Pete
 
Eric Scherer Am: 06.06.2016 22:52:08 Gelesen: 17909# 22 @  
Wir sind auch ein Kleinbetrieb in der Schweiz. Wir verkleben nur Briefmarken, da ein Freistempler sich nicht wirklich lohnt. Bei Werbe- und Massensendungen sind wir von Freimachungsvermerken zurück zu Briefmarken gewechselt, da so frankerte Sendungen eher geöffnet werden und nicht direkt im Mülleimer landen. Für Massensendungen kaufen wir jeweils selbstklebende Sondermarken. Für die in reguläre Post verwenden wir Altfrankaturware, die wir zu 80% vom Portowert kaufen (wir sind in der Schweiz). Bei einem Frankaturaufkommen von ca. 10.000 EUR im Jahr lohnt sich das.
 
Baber Am: 09.06.2016 09:46:18 Gelesen: 17803# 23 @  
Hallo zusammen,

es ist interessant zu beobachten, wie bei vielen Threads in den Philaseiten die Diskussion ausufert und sich immer weiter vom Thmea entfernt.

So auch hier. Es ist natürlich interessant zu erfahren, dass immer mehr Sammler das Neuheitensammeln aufgeben und man nimmt auch dankbar zur Kenntnis, dass kleine Firmen sich noch die Mühe machen, ihre Firmenpost mit Marken zu frankieren. Nur was hilft das gegen die Neuheitenflut?

Ich hatte Uwe Decker zur seiner Wahl als neuen BDPh-Vositzenden gratuliert mit der Bitte, ob er nicht in seiner Funktion etwas gegen die unseligen Doppelausgaben selbstklebend/nassklebend unternehmen kann. Die Antwort war allerdings ernüchternd. Wir als organisierte Sammler (David) sind viel zu unbedeutend um uns bei der Deutschen Post bzw. beim Finanzminsterium (Goliath) Gehör verschaffen zu können.

Die Zusatzfrage, "wer denn dann wenn nicht der BDPH?" habe ich mir resignierend verkniffen.

Gruß
Baber
 
EdgarR Am: 09.06.2016 10:43:03 Gelesen: 17779# 24 @  
@ Francysk Skaryna [#1] und
@ Baber [#23]

Also gut, nochmal ganz eng zurück zum Thema Strategien gegen die Markenflut:

- Spezialfall Post AG, Deutschland (speziell nicht, weil die besonders viel oder besonders wenig oder sonstwie die brav die Neuheiten abonnierenden Sammler abzockt, sondern nur weil die Mehrheit hier wohl von deren Ausgabestrategie betroffen ist): Petitionen, Protestschreiben und sonstige Wege, sich Luft zu machen sind völlig wirkungslos. Sie landen in der "Rundablage". Helfen lediglich dem geärgerten Sammler kurzzeitig beim individuellen Frustabbau. Einzige dem einzelnen Sammler (und, wenn es denn Schule machte, schließlich auch der Sammlergemeinschaft) helfende Strategie ist strikte Kaufzurückhaltung oder mindestens -einschränkung. ES GIBT KEIN NATURGESETZ, DASS EINE SAMMLUNG "DEUTSCHLAND KOMPLETT" JEDEN ÜBERFLÜSSIGEN MIST (Entschuldigung!) ENTHALTEN MUSS. Noch nicht mal jede Michel-Nummer! DU bist der Sammler. DU entscheidest, was DU sammeln willst und was nicht.

Für den Verkaufs"wert" für Deine Erben ist es sowieso ohne jeden Belang. Die heutigen "bunten Papierle" werden selbst in 250 Jahren keinen Seltenheitswert haben!

- Allgemein bezogen auf alle den Bogen überspannende Postverwaltungen: Hier gilt schlicht und ergreifend das Nämliche: Kündige Dein Abo, beschaffe nur und einzig das, was Dir persönlich Spass und Freude macht. Übrigens: es hat schon Postverwaltungen gegeben, die durch massiven Rückgang der Abobezüge aus jenseits der Grenzen veranlasst wurden, ihre Ausgabenfreude zumindest zu zügeln! Liechtenstein fällt mir da spontan ein.

- BDPh, andere nationale Verbände und FIP: Rein theoretisch könnten ja die Sammlerverbände zu einem Mittel greifen, das in den 50-er und 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wohltuende Wirkung auf gewisse devisenhungrige sozialistische Postverwaltungen entfaltete. Die Verbände könnten Doppelausgaben und viele ähnliche Auswüchse als "unerwünschte Ausgaben" mit einem Ausstellungsverbot belegen. Keine Ausstellung - k(l)eine Nachfrage. Klappe zu - Affe tot. Aber dazu müssten natürlich die Philatelisten-Verbände die Interessenten der Philatelisten vertreten und nicht diejenigen der Händler.
 
Francysk Skaryna Am: 12.06.2016 15:06:14 Gelesen: 17670# 25 @  
Moin,

@ Baber [#9]

Wie wäre es, wenn wir Sammler eine Online-Petition zur Abschaffung der Doppelausgaben selbstklebend - nassklebend starten würden? Wenn wir 50.000 Unterschriften bekommen würden, müßte sich der Bundestag mit der Frage beschäftigen.

Nun haben wir ja mit der unglücklichen Übergabe der Petition zur Novellierung des Kulturschutzgesetzes schon erste Erfahrungswerte, wie sich so eine Petition gestalten wird. Da wird über den Weg diskutiert, obwohl das Votum eindeutig ist. So eine Petition wird ein Werbegag für die Philatelie, an der Sache und dem Status Quo aber wohl kaum etwas ändern.

Der Verband darf - im Kunstbeirat sitzend - durchaus etwas engagierter zur Sache gehen. Er ist medial, setzt seine digitalen Projekte um - ist in derartigen (und auch anderen) Belangen aber bestenfalls ein Schoßhund.

@ Baber [#15]

Ich glaube nicht, dass es die ursprüngliche Geschäftsidee des Schwaneberger Verlages war und ist, Katalognummern zu produzieren.

Da kommt mir doch gleich dieser leidige und insgesamt doch etwas unsportliche Rechtsstreit genau dieses Verlages gegen Philotax in den Sinn. Man konnte den Eindruck gewinnen, als wenn es dem Herausgeber ausschliesslich um die Generierung von Nummern ginge.

@ Baber [#15]

Wenn der Verlag weiter existieren will, muss er Kataloge gewinnbringend verkaufen.

Dabei sollte er aber seine Kunden nicht aus dem Auge verlieren. Neben großvolumiger Gesamtwerke wären auch Ergänzungskataloge ein für viele Sammler angenehmes Mittel zum Zweck. Man braucht eben nicht zwingend jedes Jahr einen neuen Katalog, vor allem, wenn darin keine neuen Erkenntnisse eingepflegt worden sind. Aber die Ergänzungen der abgelaufenen zwölf Monate hätte man vielleicht doch ganz gerne.

@ Cantus [#18]

Wenn aber die Vielfalt der Briefmarkenausgaben nicht mehr am Postschalter oder bei den Poststellen zu bekommen ist, sondern nur noch über das Sammlerpostamt bezogen werden kann, dann sind das für mich nur noch nicht mehr sammelwürdige bunte Bildchen.

Sperrwerte nennt man so etwas. Und die Sammelwürdigkeit von Sperrwerten kann jeder selber beurteilen.

@ Baber [#23]

Ich hatte Uwe Decker zur seiner Wahl als neuen BDPh-Vositzenden gratuliert mit der Bitte, ob er nicht in seiner Funktion etwas gegen die unseligen Doppelausgaben selbstklebend/nassklebend unternehmen kann. Die Antwort war allerdings ernüchternd. Wir als organisierte Sammler ... sind viel zu unbedeutend um uns bei der Deutschen Post bzw. beim Finanzministerium ... Gehör verschaffen zu können.

Mit der Logik ist die Teilnahme des BDPh im Kunstbeirat hinfällig.

@ Baber [#23]

Die Zusatzfrage, "wer denn dann wenn nicht der BDPH?" habe ich mir resignierend verkniffen.

Dann sei diese Frage doch mal hier offiziell gestellt! Vielleicht wir sie beantwortet.

Gruss
 
WPhV Stuttgart Am: 13.06.2016 10:20:58 Gelesen: 17601# 26 @  
@ Baber [#23]

Ich hatte Uwe Decker zur seiner Wahl als neuen BDPh-Vorsitzenden gratuliert mit der Bitte, ob er nicht in seiner Funktion etwas gegen die unseligen Doppelausgaben selbstklebend/nassklebend unternehmen kann. Die Antwort war allerdings ernüchternd. Wir als organisierte Sammler (David) sind viel zu unbedeutend um uns bei der Deutschen Post bzw. beim Finanzministerium (Goliath) Gehör verschaffen zu können.

Die Zusatzfrage, "wer denn dann wenn nicht der BDPH?" habe ich mir resignierend verkniffen.


Auch beim Besuch der WPhV-Sammlergruppe Sindelfingen am 02.12.2014 durch den BDPh-Präsidenten gab es auf unsere Frage zu den Einflussmöglichkeiten des BDPh auf die Deutsche Post AG die gleiche abwimmelnde David-Goliath-Alibi-Antwort. Unsere Forderung, dass man konsequenterweise dann alle Veranstaltungen der Deutschen Post AG (wie z.B. Briefmarkenpräsentationen) seitens des BDPh boykottieren müsste, um den Sammlerinteressen Nachdruck zu verleihen, wurde allen Ernstes seitens des BDPh zurückgewiesen mit dem "Argument", dass der BDPh bei einem Boykott dann auch nicht mehr beim Kunstbeirat mitmachen dürfte, was zur Folge hätte, dass dann hässliche Briefmarken erscheinen würden. Was soll man darauf antworten? Wir waren perplex!
 
Baber Am: 13.06.2016 10:46:48 Gelesen: 17591# 27 @  
@ WPhV Stuttgart [#26]

Über Kunst und Schönheit kann man bekanntlich nicht streiten, denn "Was dem einen sin Uhl ist dem anderen sin Nachtigall", aber meine Meinung zum Kunstbeirat ist die: Berlin hatte, solange es eigenen Marken herausgab, meines Wissens keinen Kunstbeirat und für mich waren die Berliner Marken immer schöner als die der Bundesrepublik.

Gruß
Baber
 
drmoeller_neuss Am: 13.06.2016 11:59:00 Gelesen: 17569# 28 @  
Nun macht mal halblang. Vor 30 Jahren gab es drei deutsche Sammelgebiete, Bund, Berlin und DDR. Alle wurde gerne besammelt und gejammert hat keiner, obwohl damals die Zuschläge immer die Hälfte des Markenwertes betrugen. Bund und Berlin brachten es im Durchschnitt auf knapp 15 Zuschlagsmarken, heute sind es deutlich weniger. Natürlich kann man sich über die selbstklebenden Parallellausgaben ärgern. Aber wären wir Sammler glücklicher, wenn alle Briefe jahrelang bis zur nächsten Portoerhöhung immer mit der gleichen Blumenmarke ankämen?

Ich werte seit Jahren den Posteingang von Versicherungen und Behörden aus. Naßklebende Marken werden durchaus im Alltag verwendet. Was man in der Tagespost nicht findet, sind Sport- und Jugendmarken. Selbst Wohlfahrtsmarken tauchen hier und da auf.

Auf den hiesigen Tauschtagen sind mindestens zwei Rentner da, die die Neuheiten gestempelt für 10 bis 20 Cent das Stück aus der Tagespost verkaufen. Man braucht kein Versandstellenabo. Wer sich an den schön gestalteten Marken erfreuen kann, kann natürlich ein Abo abschliessen. Es wird wirklich alles geliefert, und die Nennwerte entsprechen den benötigten Portostufen. Es gibt in Deutschland auch keine Marken aus Stoff oder Porzellan, die nur den Sammlern das Geld aus der Tasche ziehen sollen.

Mein Kritikpunkt geht eher in die Richtung, dass alle Marken selbstklebend sein sollten. Dänemark, Schweden, Finnland und die USA praktizieren das schon seit langem. Man könnte auch die Zehnersets mit zehn verschiedenen Motiven ausgeben. Die Herstellungskosten sind für die Post die gleichen, und die Sammler hätten mehr Abwechslung auch mit der "Alltagsware". Die selbstklebenden sind nun einmal hygienischer und praktischer und kleben auch besser auf der Unterlage.

Bei den Zuschlagsmarken schlage ich vor, pro Serie vier Marken à 70+30 Cent herauszugeben. Der Satz könnte dann als Folienblatt mit vier verschiedenen Motiven oder auf einer Rolle mit abwechselnden Motiven angeboten werden.
 
Francysk Skaryna Am: 13.06.2016 12:36:46 Gelesen: 17550# 29 @  
Moin,

@ drmöller_neuss [#28]

Es gibt in Deutschland auch keine Marken aus Stoff oder Porzellan, die nur den Sammlern das Geld aus der Tasche ziehen sollen.

Okay, beim Sammelgebiet Bund kann man die die Parallelausgaben elegant damit umgehen, dass man thematisch statt posthistorisch und hier konsequent nassklebend sammelt.

@ drmöller_neuss [#28]

Mein Kritikpunkt geht eher in die Richtung, dass alle Marken selbstklebend sein sollten.

Wie willst Du dann in zwanzig Jahren postfrisch definieren, wenn die Durchfettungsproblematik relevant wird? Es betrifft dann alle Ausgaben. Hier ist - sowohl postfrisch als auch auf Beleg - eine thematische Sammlung nassklebend nach derzeitigem Stand der Diskssionen der elegantere Weg.

Gruss
 
jmh67 Am: 13.06.2016 14:17:49 Gelesen: 17522# 30 @  
Von den selbstklebenden Marken halte ich auch nichts. Alle Welt spricht vom Umweltschutz, und hier wird doppelt Papier verbraucht. Von den Rückständen der Klebmasse im Altpapier ganz zu schweigen.

-jmh
 
drmoeller_neuss Am: 13.06.2016 15:48:58 Gelesen: 17497# 31 @  
@ Francysk Skaryna [#29]

Die ersten selbstklebenden von Sierra Leone (Westafrika, bekannt durch das Ebola-Virus) sind bis heute noch nicht durchgefettet und kleben perfekt auf der Unterlage.

@ jmh67 [#30]

Wenn Du nach Umweltgesichtspunkten handeln möchtest, dann schreibe lieber eine Email als einen Brief. Kostet fast keine Resourcen. Kaufe Deine Bücher beim Buchhändler in der Kleinstadt und fahre mit dem Fahrrad dort hin. In einer umweltgerechten Gesellschaft braucht man keine Briefmarken mehr. :(
 
Francysk Skaryna Am: 14.06.2016 10:59:10 Gelesen: 17428# 32 @  
@ drmöller_neuss [#31]

Die ersten selbstklebenden von Sierra Leone sind bis heute noch nicht durchgefettet und kleben perfekt auf der Unterlage.

Moin,

in Anspielung auf den Virus möchte man fast Sagen, dass einige Selbstkleber wie die Pest auf ihrer Unterlage kleben, was auch nicht im Sinne aller Sammler ist. Wir wissen doch alle, dass in diesem Feld viel Experimentiert wurde - auch recht umfangreich von der Deutschen Post. Ein schönes Beispiel ist die Expo - Marke.



@ drmöller_neuss [#31]

Wenn Du nach Umweltgesichtspunkten handeln möchtest, dann schreibe lieber eine Email als einen Brief.

Es gibt durchaus Ökobilanzen [1], die ein positives Bild zeichnen. Vom papierlosen Büro sind wir aber meilenweit entfernt.

[1] http://www.öko.de/ökodoc/282/2005-019-de.pdf
[2] http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article118736663/Das-grüne-Märchen-vom-papierlosen-Büro.html
 
StefanM Am: 14.06.2016 12:49:39 Gelesen: 17404# 33 @  
@ Francysk Skaryna [#29]

Wie willst Du dann in zwanzig Jahren postfrisch definieren, wenn die Durchfettungsproblematik relevant wird? Es betrifft dann alle Ausgaben. Hier ist - sowohl postfrisch als auch auf Beleg - eine thematische Sammlung nassklebend nach derzeitigem Stand der Diskssionen der elegantere Weg.

Ggf. gibt es dann "postfrisch" einfach nicht mehr, es sei denn jemand hat eine Methode gefunden den "postfrischen Zustand" zu konservieren.
 
jmh67 Am: 14.06.2016 15:08:56 Gelesen: 17374# 34 @  
@ drmoeller_neuss [#31]

Jetzt spiele ich mal Teufels Advokat: Briefmarken sind nur für gewöhnliche Sendungen nötig, für die der Absender keine andere Art der Frankierung zur Verfügung hat. Wer viel Post versendet, leistet sich einen Freistempler (zumal wenn man wie im Vereinigten Königreich dann weniger Franko bezahlen muss). Was am Schalter aufgeliefert wird und/oder quittiert werden muss (z. B. Einschreiben oder Sendungen, die nicht in den Briefkasten passen), kann dort freigestempelt werden. Extra-Aufkleber braucht man nur für unebene Sendungen. Freistempelautomaten könnte man auch aufstellen, nicht nur in Postagenturen, sondern z. B. auch in Supermärkten, auf Flughäfen oder in Krankenhäusern. Brief auflegen, messen und wiegen lassen, Geld 'rein (oder Bankkarte), Stempel drauf, ab die Post. Ansonsten gibt es Ganzsachen und vorfrankierte Verpackungen (inzwischen auch für versicherte Sendungen, siehe wieder UK). Die Post braucht nur noch so pfiffig zu sein, die Frankaturwerte derart abzustufen, dass man alles aus ein paar Grundwerten zusammensetzen kann, und diese Marken mit permanenter Gültigkeit herauszugeben (wie in den USA). Schwupp, sind kaum noch neue Markenausgaben nötig, höchstens als Ersatz für abgenutzte Druckformen. Dass trotzdem so viele neue Ausgaben gedruckt werden, kann wahrscheinlich wirklich nur durch konsequentes Nichtsammeln gebremst werden, nämlich bis an ihnen nichts mehr verdient werden kann.

Jan-Martin
 
HWS-NRW Am: 14.06.2016 15:17:02 Gelesen: 17371# 35 @  
@ jmh67 [#34]

Hallo,

aber auch in den USA kommen jährlich neue Postwertzeichen und zahlreiche Besonderheiten heraus, laßt doch Jeden das sammeln, was er mag und alle können zufrieden sein, der Sammler, die Post und der Handel.

mit Sammlergruß
Werner
 
Baber Am: 14.06.2016 15:48:20 Gelesen: 17360# 36 @  
@ HWS-NRW [#35]

Siehe [#23]

Das ist doch nicht das Thema, keiner will verbieten, dass jeder sammeln kann, was er möchte.

Gruß
Baber
 
Francysk Skaryna Am: 15.06.2016 11:15:10 Gelesen: 17276# 37 @  
@ StefanM [#33]

Moin,

Ggf. gibt es dann "postfrisch" einfach nicht mehr, es sei denn jemand hat eine Methode gefunden den "postfrischen Zustand" zu konservieren.

eher gehe ich von einer dem Ostropa - Block [1] vergleichbaren Definitionslösung aus.

Interessant wird sein, wie hierzu dereinst die Diskussion geführt werden wird. Auch für Ganzsachen ist das Thema schließlich von Bedeutung. Wird man entgummkierte und wieder aufgeklebte Selbstkleber als vollwertig anerkennen?

Gruss

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ostropablock
 

Das Thema hat 37 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1   2  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.