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Thema: Wie sind wirklich grosse Sammlungen zu verkaufen ?
Schönberger Eins Am: 15.10.2008 10:54:08 Gelesen: 6063# 1 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich werde mich wohl im nächsten Jahr von meinen Sammlungen trennen.

Bis jetzt habe ich Marken und Briefe in den verschiedenen Gebieten in Höhe von ca. 1/2 Million Michel. Der Ankauf bestimmter Marken wird immer teurer. Das will ich nicht mehr zahlen.

Falls sich im Forum geeignete Interessenten finden: Ich habe Bayern, Württemberg, Bund, Deutsches Reich, Kolonien, Alliierte Besetzung, DDR, Generalgovernement, Saarland, Österreich, etc. alles komlett. Nachlässe, Engroware und vieles mehr.

Es kommt aber nur ein Komplettverkauf in Frage. Also keine Blabla-Sache. Mit Händlern habe ich natürlich auch Kontakte. Mir wäre aber ehrlich gesagt ein
privater lieber. Das hat seine Gründe.

Über dies Gründe kann man mit mir natürlich diskutieren. Da passieren schon die tollsten Dinge.

Also Freunde traut Euch.
 
duphil Am: 15.10.2008 13:19:56 Gelesen: 6041# 2 @  
@ Schönberger Eins [#1]

Hallo Schöneberger Eins!

Haben wir für solche Dinge nicht eine Seite, die sich "Verkaufsangebote" nennt?

Soll in diesem Fall nur ein Scherz sein, weil solche "Mengen" ja auch einigermaßen erklärt und vorgestellt werden müssen.

Aber ganz allgemein: Darf/ Muss/ Soll jeder für seine Verkaufswünsche ein eigens Thema eröffnen? Oder reicht unsere "Verkaufsangebote" Seite? Oder brauchen wir vielleicht ein eigenes Hauptthema für solche Angebote?

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
germaniafreund Am: 15.10.2008 20:42:38 Gelesen: 5999# 3 @  
@ Schönberger Eins [#1]

Komplett wird es nicht funktionieren, mach Dich damit vertraut, die Dinge splitten zu müssen.

Liebe Grüße

Klaus
 
Richard Am: 17.10.2008 11:08:34 Gelesen: 5944# 4 @  
@ Schönberger Eins [#1]

Hallo Helmut, willkommen auf den Philaseiten.

Wenn Dur wirklich nur komplett verkaufen möchtest und nur an einen Sammler, wirst Du finanziell nicht sehr gut abschneiden.

Ein Komplettkäufer wird nur nach seinem Gebiet suchen und den Rest für wenige Euro gezwungener massen mitkaufen. Klaus hat ja ähnliches geschrieben.

@ duphil [#2]

Ich habe das Thema hier im Forum zugelassen, weil es sich nicht um die auf anderen Philaforen üblichen "wertvollen" Kleinsammlungen handelt, die von Nichtsammlern bei Ebay in aller Regel nicht mehr als 10 oder höchstens 100 Euro bringen. Dabei habe ich heute auch die Überschrift geändert.

Wer mit dem Verkauf grosser Sammlungen Erfahrungen hat, darf sich gerne hier im Forum melden, natürlich auch Händler oder Auktionatoren (ohne direkte Eigenwerbung).

Schöne Grüsse, Richard
 
duphil Am: 17.10.2008 12:37:44 Gelesen: 5927# 5 @  
@ Richard [#4]

Hallo Richard!

Wie ich ja schon geschrieben habe, bin ich nicht grundsätzlich gegen solche Angebote, obwohl dieses Angebot meine Möglichkeiten weit überschreitet. ;))

@ Schönberger Eins [#1]

Hallo Schönberger Eins!

Wie hier schon geschrieben wurde, dürfte der Verkauf an Privat sehr schwer sein. Ich habe mich im letzten Jahr auch von einem Großteil meiner Sammlungen getrennt, teils aus Platzgründen, vor allem aber aus Zeitgründen.

Zuerst wollte ich, wie Du, meine Sammlungen komplett an einen Sammler verkaufen. Hat nicht funktioniert, weil a) den meisten zu teuer und b) keiner komplett kaufen wollte.

Meine zweite Überlegung war der Komplettverkauf gegen Bar an einen Händler. Da waren die Angebote teilweise so niedrig, das ich fast vor Wut explodiert wäre. Wirklich jeder der Händler, der sich meine Sammlungen angeguckt hat, hatte was zu meckern. Nach fünf Hausbesuchen hatte ich die Nase voll.

Also habe ich es so gemacht, wie ich es vor langer Zeit schon einmal gemacht habe:

Ich habe 1 (EINEN) Auktionator angerufen, am Nachmittag stand ein Mitarbeiter vor der Tür, nach dem Trinken einer Tasse Kaffee war klar, das meine Sammlungen grob aufgeteilt in einer der nächsten Auktionen verkauft werden sollten. Wir haben uns dann gemeinsam über die Startpreise geeinigt. Mal habe ich nachgegeben, mal er, teilweise waren die Auktionatoren-Startpreise wesentlich höher als die von mir vorgeschlagenen !

Ende vom Lied: Alles wurde in Kisten und Kartons gepackt, ins Auto des Auktionators geschleppt und ab damit.

Der Erlös des Auktionsverkaufs lag um ca. 25 % höher als mein ursprünglich geplanter Preis für einen Komplettverkauf an Privat. Dazu muß ich fairerweise sagen, das ich überwiegend exotische Sachen verkauft habe, wie Ländersammlungen von Nordafrika, Asien und Osteuropa, also nichts Deutsches.

Der einzige "Nachteil" war, das ich mein Geld erst nach ca. 4 Monaten in Händen hielt. Das war aber nicht weiter schlimm, da es bei mir ja kein "Notverkauf" war.

Fazit: Wäre ich von Anfang an zu einem Auktionator gegangen, hätte ich mir eine Menge Ärger und Verdruss erspart.

Wie Du dich letztendlich entscheidest, liegt allerdings ganz alleine bei Dir.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
AfriKiwi Am: 17.10.2008 12:54:29 Gelesen: 5923# 6 @  
Wenn sich Mitglied in [#1] sich sentimentlos trennen will von seiner Sammlung hilft am besten die Beratung eines Auktionhauses. Sie können es am besten beurteilen was wie anzubieten ist mit geschätzten Gewinn, kann einige Monaten dauern oder ganz rasch.

Plan B - Kaufangebote von drei Händler und nehme das beste Barangebot.
Plan C - Sich Zeit nehmen selber Stückweise zu verkaufen
Plan D - Schenke es einem Briefmarkenverein weit entfernt von zu Hause.

Erich
 
Stempelwolf Am: 17.10.2008 22:08:59 Gelesen: 5899# 7 @  
@ AfriKiwi [#6]

Hallo Erich

und da wäre noch Plan E - das ganze in eine Stiftung geben und sich eine Spendenquittung geben lassen und dann von der Finanzbehörde ein kleines Steuergeschenk erhalten.

Ich habe mich in der Vergangenheit des öfteren von größeren Posten trennen müssen (aus Platzgründen) und habe diese jeweils durch Auktionshäuser "an den Mann" gebracht.

Beste Grüße
Wolfgang
 
AfriKiwi Am: 17.10.2008 23:17:40 Gelesen: 5892# 8 @  
@ Stempelwolf [#7]

Dein Plan E ist auch sehr gut. Das Problem ist aber wohl daß alles bewertet werden muß von einer Firma wovon ein Attest akzeptiert wird.

Also vorerst gut nachforschen.

Erich
 
doktorstamp Am: 18.10.2008 12:01:37 Gelesen: 5876# 9 @  
@ Schönberger Eins [#1]

Da ich vor kurzem bei einem Auktionshaus eingestellt war, kann ich das von Peter bestätigen. Noch besichtige und bewerte ich Sammlungen für Auktionshäuser. Die leidlichen Geschichten die ich mir dann manchmal dabei anhören muß, genug gesagt.

Händler sind nur an Profit aus, sprich niedrigst kaufen, zu höchst Preisen verkaufen. Manche sind ehrlicher als andere.

Eine andere Möglichkeit wäre der Verkauf als "Private Treaty Sale". Aber hier muß(en) die Sammlung(en) was besonderes auf sich haben. Hier genügt alleine der Posthornsatz postfrisch mit Attest schon gar nicht. Um solch eine Möglichkeit nachzugehen muß sie Unikate und Seltenheiten aufweisen, und zwar in Mengen.

Da ich, sagen wir, in der Branche noch tätig bin, kann ich hier keine Namen nennen. Aber wenn du mich emailst, kann ich dir welche schon empfehlen.

Mit der Einlieferung grösseren Sammlungen kann man oft die zu zahlende Provision vereinbaren. Die erzielten Preise liegen oft höher als die Erwartungen. Dies ist nur ein Plus eines solchen Verkaufs, und keineswegs sollte man vom vornherein mit sowas rechnen.

@ duphil [#5]

Peter, ich gebe dir Recht.

mfG

Nigel
 
Richard Am: 19.10.2008 13:44:38 Gelesen: 5835# 10 @  
@ duphil [#5]

"Der Erlös des Auktionsverkaufs lag um ca. 25 % höher als mein ursprünglich geplanter Preis für einen Komplettverkauf an Privat. Dazu muß ich fairerweise sagen, das ich überwiegend exotische Sachen verkauft habe, wie Ländersammlungen von Nordafrika, Asien und Osteuropa, also nichts Deutsches."

Hallo Peter,

danke für Deine umfangreiche Schilderung (natürlich auch an Klaus, Erich, Wolfgang und Nigel).

"Meine zweite Überlegung war der Komplettverkauf gegen Bar an einen Händler. Da waren die Angebote teilweise so niedrig, das ich fast vor Wut explodiert wäre. Wirklich jeder der Händler, der sich meine Sammlungen angeguckt hat, hatte was zu meckern. Nach fünf Hausbesuchen hatte ich die Nase voll."

Wie war denn etwas das Verhältnis der Verkaufs-Nettoerlöse über die Auktion im Vergleich zu den Geboten der Händler, die Du besucht hast ?

Du darfst auch gerne den Namen des Auktionshauses nennen, mit dem Du so gute Erfahrungen gemacht hast !

Schöne Grüsse, Richard
 
duphil Am: 19.10.2008 16:16:06 Gelesen: 5826# 11 @  
@ Richard [#10]

Hallo Richard!

Das unverschämteste Angebot bei Komplettverkauf an einen Händler lag bei unter 3% Katalogwert. Zitat: "So´n Zeug krieg ich eigentlich überhaupt nicht verkauft!" Warum ist er dann zum Hausbesuch gekommen, obwohl ich meine zu verkaufenden Sammlungen am Telefon genau beschrieben habe?

Meine Vorstellungen für einen Komplettverkauf lagen bei 15% vom Michel.

Nach Abzug aller Kosten vom Auktionator hat mir mein Verkauf etwa 19% Katalogwert gebracht. Und das trotz teils sehr unterschiedlich besetzten Sammlungen. "Geläufige" Gebiete wie Indien und Hongkong z.B. haben prozentual weniger gebracht als zum Beispiel eine Tunesien- oder Marokko-Sammlung. Warum? Darauf hatten weder ich noch der Auktionator eine Antwort.

Aber grundsätzlich gilt wohl: Wenn Deutsche Gebiete als Briefmarkensammlung verkauft werden und einen guten Preis erzielen sollen, müssen alle Spitzen vorhanden sein in Superluxusqualität mit kompetenten Attesten. Oder die Sammlung ist sehr spezialisiert, dann wird sie aufgelöst und als Einzellose verkauft.

Dasselbe gilt wohl auch für die meisten europäischen Länder.

Allerdings ist das anscheinend bei "Exoten" nicht der Fall. Meine Ländersammlungen waren durchgehend gestempelt gesammelt und bei weitem nicht komplett. Trotzdem ist nicht eine Sammlung unverkauft geblieben.

Den Namen des Auktionshauses möchte ich nicht nennen. Werbung mache ich nur gegen Bezahlung! ;)))

Mit freundlichen Gruß
Peter

PS. Ich habe noch etwas vergessen: Jeder Auktionator hat ein ureigenes Interesse, Sammlungen von Einlieferern zu einem höchstmöglichen Preis zu verkaufen, denn seine Einnahmen setzen sich aus der Provision des Einlieferere und den Aufschlägen der Käufer zusammen.
 
AfriKiwi Am: 22.10.2008 06:21:45 Gelesen: 5779# 12 @  
@ Schönberger Eins [#1]

Verrate uns mal ob diese Antworten/Beiträge Dir geholfen haben.

Du willst sicher etwas als Ersatz haben für Deine 500.000 Michelmark, aber dafür muß man auch Einsatz liefern ?

Wenn nicht, Plan Omega. Ein Tag nachdem der Müll weggefahren wurde einfach auf dem Trottoir schön ablagern, am besten so einen Freitag-Feiertag. Es geht schneller weg als was Du denkst.

In Amerika starb eine ältere Frau die nur Altpapier sammelte. Das Haus mußte enträumt werden und einige Frachten, alles Papier wurden zum Müll gefahren. Fußgänger (Briefmarkensammler) gewahrten so einige alte Belege von rund 1930 und da fing der Spaß an.

Sammler und Freunde und Helfer habe so 6 Frachten Briefe usw weggefahren vom Trottoir und auch noch vom Müllhaufen. Eine wahre Geschichte was mal in der APS American Philatelic Society stand.

Erich
 
Schönberger Eins Am: 24.10.2008 11:57:19 Gelesen: 5746# 13 @  
Hallo Afrikiwi und andere,

natürlich helfen andere Meinungen und Erfahrungen. Aber die Sache mit dem Gehsteig hab ich natürlich nicht gemacht.

Eine Stiftung zu betreuen wäre gewiss sehr interessant. Aber eine gründen viel zu kompliziert.

Deshalb hab ich den Weg zu einem guten Auktionshaus gesucht und gefunden.

Weil wie gesagt kein Bla bla !

Falls es einige interessiert bleibe ich dem Philatelismus verbunden und sammle weiter, weil wie auch gemeint, man nicht so unsentimental aussteigen kann.

Grüße von Schönberger Eins an alle.
 
Richard Am: 26.10.2008 14:29:21 Gelesen: 5709# 14 @  
@ Schönberger Eins [#13]

Hallo Schömberger Eins,

vor den Fragen des Verkaufs stehen auch andere Sammler. Vielleicht kannst Du uns, wenn der Verkauf über das Auktionshaus abgewickelt ist, darüber berichten.

Von Interesse ist zum Beispiel ob Zusagen eingehalten wurden für Beschreibungen, für Kosten/Abzüge, für Fristen zur Aufnahme in die Auktion und zur Auszahlung, ob der vielleicht genannte mögliche Verkaufserlös erreicht wurde und ob Du insgesamt zufrieden warst.

Wenn Du die Auktionsfirma wirklich empfehlen kannst, ist die Nennung des Namens hier im Forum erwünscht.

Schöne Grüsse, Richard
 
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