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Thema: Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit
Das Thema hat 738 Beiträge:
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merkuria Am: 12.04.2021 09:07:01 Gelesen: 18478# 714 @  
Am 1. Juli 1987 verausgabte Ruanda eine Sonderausgabe zum 25. Jahrestag seiner Unabhängigkeit (Mi Nr. 1366-1369). Ursprünglich war zu den verausgabten 10,40,70 und 100 Francs eine fünfte Wertstufe zu 5 Francs vorgesehen. Diese Marke blieb aus mir nicht bekannten Gründen jedoch unverausgabt. Trotzdem müssen aufgrund der tiefen Preise grössere Mengen in den Handel gelangt sein. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht.



Ein postfrisches Exemplar dieser Unverausgabten wird derzeit in Ebay um 10 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 15.04.2021 08:40:27 Gelesen: 17525# 715 @  
Am 12. Oktober 1945 sollte die Internationale Brücke zwischen Argentinien und Brasilien eröffnet werden. Dazu wurde sowohl in Argentinien wie auch in Brasilien eine Sonderausgabe vorgesehen und zu diesem Datum produziert. Aus verschiedenen Gründen konnte der Eröffnungstermin nicht eingehalten werden und wurde auf den 21. Mai 1947 verschoben.

Damit ereilte die brasilianische Marke das gleiche Schicksal wie die argentinische (siehe Beitrag [#324]) : Die vorbereitete Sondermarke konnte nicht ausgegeben werden und sollte eigentlich vernichtet werden. Eine unbekannte, anhand der erzielten Preise wohl grosse Anzahl dieser Unverausgabten wurde aber trotzdem an Sammler abgegeben. Diese Marken waren als Frankatur jedoch nicht zugelassen. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. III.



Ungebrauchte Exemplare dieser Unverausgabten werden auf dem US-Amerikanischen Markt zwischen 1 - 3 US$ gehandelt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 18.04.2021 09:00:40 Gelesen: 16363# 716 @  
1894 verausgabte die Französische Kolonie Benin (später Dahomey) eine Portomarkenausgabe (Mi Nr. Porto 1-4). Dazu verwendete man Portomarken der Französischen Kolonien (ex Mi 5-9) und versah diese mit einem einzeiligen Aufdruck BENIN.

Nebst den verausgabten Wertstufen von 5,10,20 und 30 Centimes war auch eine Wertstufe zu 1 Centime zur Ausgabe vorbereitet. Da für diese Wertstufe wohl kein Bedarf bestand, blieb diese jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 178. Cérés Auktion vom 3. März 2021 in Paris unter Los 3867 für 223 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 21.04.2021 08:47:32 Gelesen: 15727# 717 @  
1914 plante Haiti eine Freimarkenausgabe mit dem Portrait des neuen Präsidenten Oreste Zamor. Die Marken wurden bei der American Bank Note Company in New York bestellt und von dieser auch ausgeliefert. Nach der Auslieferung wurden jedoch grössere Mengen dieser Marken bereits vor Erreichen der Postschalter gestohlen, auch trat der am 8. Februar 1914 gewählte Präsident Zamor bereits am 29. Oktober 1914 zurück. Aus diesen Gründen blieben diese Marken unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. V-XIV.

Diese Unverausgabten wurden in zwei Währungen vorgesehen: 7 Werte in Piaster-Währung für die Verwendung von Sendungen nach dem Ausland




sowie 3 Werte in Gourde-Währung für die Inlandverwendung.



Diese Unverausgabten werden ohne Lochung und SPECIMEN-Aufdruck nur sehr selten angeboten. Gelochte und mit Aufdruck SPECIMEN versehene Exemplare werden hingegen auf dem US-amerikanischen Markt häufig um 30 US$ offeriert.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 24.04.2021 09:35:45 Gelesen: 15165# 718 @  
Für 1933/1934 plante Österreichisch eine weitere Winterhilfe-Ausgabe, ähnlich den 1933 verausgabten Mi Nr. 563-566. Dazu sollten die 3, 5 und 10 Heller Wertstufen der Kriegswitwen- und –waisenhilfe Ausgabe von 1915 (Mi Nr. 180-182) mit einem vierzeiligen Aufdruck WINTERHILFE / 1933/1934 / Wertangabe / GROSCHEN versehen werden. Aus mir nicht bekannten Gründen blieben diese jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.



Eine postfrische Zusammenstellung dieser drei Unverausgabten im Viererblock wurde an der Cherrystone Auktion vom 14. April 2021 in New York unter Los 477 für 950 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 27.04.2021 08:22:52 Gelesen: 14646# 719 @  
Im Oktober 1901 und 1902 verausgabte Nicaragua Freimarken-Aushilfsausgaben (Mi Nr. 144-148 und 156-157). Dazu verwendete man Freimarken der Ausgabe 1900 (ex Mi Nr. 121-132) und versah diese mit einem zweizeiligen Aufdruck der neuen Wertbezeichnung sowie der Jahresangabe 1901, respektive 1902.

Bei beiden Ausgaben wurde eine 1 Centavo auf 2 Centavo Wertstufe mit entsprechender Jahresangabe zur Ausgabe vorbereitet. Diese blieben aus mir nicht bekannten Gründen jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. III (1901) und IV (1902).



Ungebrauchte Exemplare dieser Unverausgabten werden auf dem US-amerikanischen Markt je für zwischen 2-5 US$ angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 30.04.2021 08:01:34 Gelesen: 13687# 720 @  
Am 11. November 1918 verausgabte Jugoslawien seine ersten eigenen Freimarken für das Gebiet von Bosnien-Herzegowina (Mi Nr. 1-16). Dazu verwendete man Marken der Ausgabe 1910 von österreichisch Bosnien-Herzegowina (ex Mi 46-59) und versah diese mit einem dreizeiligen Aufdruck DRZAVA S.H.S / 1918 1918 / Bosna i Hercegovina (teilweise auch in kyrillischer Schrift ausgeführt).

Bei der Herstellung der 4 Kronen Wertstufe (Mi Nr. 15) wurde eine nicht bekannte Anzahl Aufdrucke irrtümlich auf die 2 Kronen Marke grün (Mi Nr. 59) anstelle der vorgesehenen 1 Kronen Marke rotbraun (Mi Nr. 58) ausgeführt. Der Irrtum wurde erkannt und die 4 Kronen Marke auf der 2 Kronen grün blieb unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 65. Burda Auktion vom 26. März 2021 in Prag unter Los 100 für 197 € angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Ein ähnliches Missgeschick ereignete sich auch bei der Herstellung der Ausgabe 1919 für die Kriegsbeschädigten (Mi Nr. 30-32).

Bei der Herstellung der 10 x + 10 x Wertstufe (Mi Nr. 30) wurde eine nicht bekannte Anzahl Aufdrucke irrtümlich auf die 1 Heller Marke schwarz (Mi Nr. 39) anstelle der vorgesehenen 40 Heller Marke orange (Mi Nr. 29) ausgeführt. Der Irrtum wurde erkannt und die 10 x + 10 x Marke auf der 1 Heller schwarz blieb unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 65. Burda Auktion vom 26. März 2021 in Prag unter Los 105 für 295 € angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 03.05.2021 08:18:38 Gelesen: 12434# 721 @  
Am 1. Januar 1913 verausgabte Russland eine Sonderausgabe zum 300-jährigen Bestehen der Romanow-Dynastie (Mi Nr. 82-98). Für die in braun ausgegebene 7 Kopeken Wertstufe war ursprünglich die Farbe blau vorgesehen. Eine nicht bekannte Anzahl wurde in blau gedruckt, jedoch nicht ausgegeben. Als Grund für diese Farbänderung kann angenommen werden, dass die 10 Kopeken Wertstufe (Porto für den Auslandsbrief) gemäss Empfehlung des Weltpostvereins bereits in blau vorgesehen war. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. I .



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 72. Raritan Auktion vom 3. März 2017 in Cranbury / USA unter Los 611 für 4‘250 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 06.05.2021 08:51:48 Gelesen: 11534# 722 @  
Für den 30. Januar 1945 plante das Dritte Reich eine Sonderausgabe zu Ehren des NSKK [1] (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) und des NSFK [2] (Nationalsozialistisches Fliegerkorps). Infolge des Zusammenbruchs des III. Reichs gelangte diese Ausgabe jedoch nicht mehr zum Schalterverkauf. Es wurden nur wenige Exemplare von der Staatsdruckerei Wien per Handpresse für Vorlagezwecke hergestellt und auf Vorlagekartons montiert. Insgesamt sind uns bis heute nur insgesamt 18 Sätze bekannt geworden. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. X und XI.



Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 49. Christoph Gärtner Auktion vom 24. Februar 2021 unter Los 12666 für 36‘500 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistisches_Kraftfahrkorps
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistisches_Fliegerkorps
 
merkuria Am: 09.05.2021 08:07:36 Gelesen: 10781# 723 @  
Am 4. März /April 1922 verausgabte Russland eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 176-179). Nebst den verausgabten Wertstufen 5000, 7500,10000 und 22500 Rubel war auch eine Wertstufe zu 50000 Rubel vorgesehen. Infolge der Währungsreform vom 15. April 1922 wurde diese Wertstufe jedoch nicht mehr benötigt und blieb deshalb unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. III.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom 20. Februar 2014 in New York unter Los 3199 für 6‘250 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 12.05.2021 08:22:01 Gelesen: 9962# 724 @  
1895 plante Mexiko die Ausgabe von Dienstmarken (Mi Dienst Nr. 1-13). Dazu verwendete man Freimarken der Ausgabe 1895 (ex Mi 177-189) und versah diese mit einem diagonalen, einzeiligen Handstempelaufdruck OFICIAL. Währendem die Wertstufen zu 1, 5 und 10 Pesos (Mi Nr. Dienst 11-13) Verwendung fanden, blieben die Werte Mi Nr. Dienst 1-10 unverausgabt. Der Michel Katalog erwähnt diesen Umstand in einer Fussnote.



Eine ungebrauchte Zusammenstellung dieser zehn Unverausgabten wurde an der 49. Christoph Gärtner Auktion vom 22. Februar 2021 unter Los 8447 für 270 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 15.05.2021 09:00:50 Gelesen: 9027# 725 @  
Am 17. März 1922 verausgabte die Sowjetunion eine Freimarke zu 7500 Rubel (Mi Nr. 180). Dazu verwendete man die 250 Rubel Freimarke von 1921 (Mi Nr. 158) und versah diese mit einem diagonalen Aufdruck 7500 РУВ. Mit dieser Ausgabe war ein weiterer Wert zu 7500 Rubel geplant, welcher aber einen waagerechten Aufdruck 7500 P. erhalten sollte. Diese zweite Marke blieb aufgrund der Währungsumstellung vom 15. April 1922 jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. IV.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wird im Handel zu 15-20 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 18.05.2021 09:07:49 Gelesen: 8311# 726 @  
Im Februar 1916 verausgabte die Niederlande eine Portfreiheitsmarke für die in den Niederlanden internierten belgischen Kriegsgefangenen (Michel Portofreiheit Nr. 1). Ein weiterer Wert zum gleichen Anlass war vorbereitet, blieb jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. I.



Ein postfrisches Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Leandra Honegger Auktion vom 26. Februar 2021 in Lausen / Schweiz unter Los 196 für 100 CHF + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 21.05.2021 09:29:03 Gelesen: 7559# 727 @  
1923 plante die Sowjetunion ihre erste Ausgabe mit der Landesbezeichnung CCCP (Союз Советских Социалистических Республик = Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken). Dabei handelt es sich um geschnittene Flugpostmarken, welche jedoch infolge einer Währungsumstellung vom Oktober 1923 nicht in den Postumlauf gelangten. Die Marken wurden 1924 für eine Flugpostausgabe mit Aufdruck von neuen Wertbezeichnungen verwendet (Mi Nr. 267-270). Marken ohne diese Aufdrucke waren nicht frankaturgültig, noch vorhandene Restbestände wurden später an Sammler verkauft. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. XV-XVIII.



Ein kompletter ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wird im Handel zwischen 15-20 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Fledermaus Am: 21.05.2021 15:51:25 Gelesen: 7466# 728 @  


Für 2017 waren diese Marken mit Fledermäusen für Montserrat vorgesehen. Man kann sie auch im Internet angeboten finden.

Gültig sind sie aber nicht. Eher lässt sich wohl Zahnpasta in die Tube zurückdrücken als der Verkauf einmal gedruckter Marken verhindern.

Ich hatte die bebilderte Ankündigung der Marken Scott Pedersen gezeigt, der viel mit Fledermäuse auf Karibikinseln wie Montserrat geforscht hat. Überrascht musste er feststellen, dass die benutzten Aufnahmen zur Markengestaltung von seinem Team stammen und illegal benutzt wurden. Daraufhin hat Pedersen interveniert und der Gouverneur von Montserrat hat die Ausgabe der Marken untersagt.

2019 habe ich dann doch mal versucht diese Marken auf Briefen echt gelaufen zu erhalten, so in der Annahme, dass bei der Flut der Ausgaben sowieso keiner mehr den Überblick hat was nun echt oder falsch ist. Man war aber aufmerksam und hat mir die Briefe unbearbeitet zurück geschickt.

Grüße
Fritz
 
merkuria Am: 24.05.2021 09:01:44 Gelesen: 6821# 729 @  
Wie uns bekannt ist, war König Eduard VIII. [1] der englische Thronfolger mit der kürzesten Regierungszeit. Am 20. Januar 1936 als Nachfolger für den verstorbenen König Georg V. eingesetzt, amtete er gerade mal gut 10 Monate bis zu seiner Abdankung vom 10. Dezember 1936. Zu seiner Krönungsfeier ist es nicht mehr gekommen. Grossbritannien verausgabte am 1. September 1936 die erste und einzige Freimarkenausgabe mit dem Abbild von Eduard VIII (Mi Nr. 193-196). Weitere Ausgaben in den Commonwealth-Staaten sollten folgen. Über die australische Rarität wurde bereits in Beitrag [#40] berichtet.




Anlässlich der für den 12. Mai 1937 geplanten Krönung von Edward VIII. wurde von Harrison & Sons eine Sonderausgabe zu diesem Anlass vorbereitet. Diese blieb aus oben geschilderten Umständen natürlich unverausgabt. Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang diese Marken bereits hergestellt waren, auch sind bis heute keine dieser Unverausgabten im Handel aufgetaucht. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_VIII.
 
Quincy Am: 24.05.2021 09:30:29 Gelesen: 6815# 730 @  
Irland

Nach einem dreijährigen blutigen Bürgerkrieg erlangte Irland am 17. Februar 1922 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Aber für die gleichzeitige Ausgabe eigener Briefmarken war die Zeit zu knapp. So behalf man sich erst einmal mit britischen Marken, versehen mit entsprechenden Überdrucken. Gleichzeitig vergab man an an mehrere Druckereien Aufträge, Briefmarken zu entwerfen. Zahlreiche Entwürfe entstanden in den folgenden Monaten, bis die erste irische Marke (MiNr. 43 A) am 6. Dezember 1922 tatsächlich erschien. Von den nicht angenommenen Entwürfen zeige ich hier zwei Marken der Druckerei Dollard Printing House, Dublin (Hibernian-Katalog Nr. E10, E36).

Die obere gälische Inschrift der Marken 'Saorstat na héireann' lautet übersetzt 'Irischer Freistaat'.



Gruß
Hans-Jürgen
 
merkuria Am: 27.05.2021 08:31:26 Gelesen: 4962# 731 @  
1971 verausgabte das Scheichtum Sharjah eine Sonderausgabe anlässlich des 6. Jahrestages der Thronbesteigung von Scheich Khalid III. bin Muhammed Al Qasimi (Mi Nr. A863-Z863). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese Ausgabe wirklich durch die Postverwaltung von Sharjah selbst beschafft und auch herausgegeben wurde. Dies im Gegensatz zu den hunderten uns bekannten Motiv-Ausgaben früherer Jahre, welche durch zeitweilig mehrere Agenturen und teils ohne Genehmigung des Scheichtums vertrieben wurden!

Die Ausgabe umfasste 18 Werte mit Motiven des technischen Fortschritts sowie 8 Werte und einer Blockausgabe mit der Portraitdarstellung des Scheichs.



Bei den Portraitmarken kam es im Vorfeld der Ausgabe zu Problemen mit der beauftragten österreichischen Druckerei Rosenbaum in Wien. Die acht Portraitmarken sowie der Block zeigten den Scheich in Farbe, was diesem jedoch missfiel. Diese wurden so nicht verausgabt und durch eine überarbeitete Variante mit einem schwarz/weiss gestalteten Portrait ersetzt. Der Michel Katalog erwähnt diese Unverausgabten in einer Fussnote und bewertet diese auch.





Eine ungebrauchte Zusammenstellung der acht unverausgabten Portraits und des Blocks wurde an der Spink Auktion 21016 vom 15. April 2021 in London unter Los 1657 für 120 GB£ angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 30.05.2021 09:03:39 Gelesen: 3771# 732 @  
Für den 20. August 1966 plante Nordvietnam eine Sonderausgabe anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik Korea (Nordkorea). Nach Vorliegen der fertigen Marken bemerkte man die fehlerhafte Landesbezeichnung von Korea in der Bezeichnung des Ausgabeanlasses. Aus diesem Grund blieb diese Marke unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mit Nr. II.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 365. Status International Auktion vom 29. April 2021 in Sydney/Australien unter Los 3418 für 1‘000 A$ angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 02.06.2021 08:12:28 Gelesen: 2899# 733 @  
Zwischen 1957 und 1961 bildeten sich zwei Widerstandsgruppen gegen die 1950 geschaffenen Vereinigten Staaten von Indonesien. Während in Nord-Sulawesi die US-amerikanisch unterstützte PERMESTA (Piagram Perjuangan Semesta = Charta des universellen Kampfes) aktiv war, bildete sich in Sumatra die P.R.R.I. (Pemerintah Revolusioner Republik Indonesia = Revolutionäre Regierung der Republik Indonesien). Die PERMESTA verausgabte in Ihrem Gebiet auch eigene Briefmarken. 1958 wurde eine Partnerschaft zwischen der PRRI und der PERMESTA gegründet, welche auch Anlass zu einer Sonderausgabe der PERMESTA war.



Die PRRI in Sumatra bereitete ebenfalls eine eigene Briefmarkenausgabe vor, die aber infolge der Niederschlagung des Aufstandes durch die Regierungstruppen Indonesiens 1961 unverausgabt blieb. Diese Ausgabe hätte den Premierminister der PRRI, Sjafruddin Prawiranegara zeigen sollen. Der Michel Katalog listet weder die Ausgaben der PRRI noch der PERMESTA.



Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 248./249. Corinphila Veilingen Auktion vom 10. April 2021 in Amstelveen/NL unter Los 2727 für 320 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 05.06.2021 08:29:54 Gelesen: 2166# 734 @  
Am 15. März 1939 verausgabte Frankreich eine Sonderausgabe anlässlich des 100. Geburtstag von Paul Cézanne in der Farbe hellgrünlichblau (Abbildung rechts Mi Nr. 439). Die Marke sollte ursprünglich in der Farbe dunkelblau (bleu foncé) erscheinen und eine Auflage in nicht bekannter Grösse war bereits gedruckt als sich die Post entschloss, diese Marke in hellgrünlichblau auszugeben.

Die dunkelblauen Marken wurden verbrannt, jedoch entging eine nicht bekannte Anzahl der Vernichtung. Der Michel-Katalog listet diese Unverausgabte nicht, im französischen Yvert & Tellier Katalog wird sie unter YV Nr. 421A gelistet.



Ein postfrisches Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 179. Cérés Auktion vom 4. Mai 2021 in Paris unter Los 2723 für 5‘540 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 08.06.2021 08:40:07 Gelesen: 1758# 735 @  
Am 1. März 1945 verausgabte der später an Pakistan übergehende indische Feudalstaat Bahawalpur eine Dienstmarkenausgabe (Mi Nr. Dienst 7-9).



Dazu verwendete man nicht ausgegebene Freimarken früherer Ausgaben und versah diese mit einem einzeiligen Aufdruck Service sowie der neuen Wertbezeichnung in arabischer Schrift. Diese Marken gelangten ohne diesen Aufdruck nicht an die Postschalter. Der Michel Katalog listet die Marken ohne den Aufdruck nicht.



Eine postfrische Zusammenstellung dieser drei Unverausgabten werden in der Angebotsliste von Steve Drewett (Empire Stamp Auctions) in Grossbritannien für 250 GB£ angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 11.06.2021 08:32:03 Gelesen: 1401# 736 @  
Seit März 1917 verausgabte Österreich eigene Feldpostmarken für Montenegro (Mi Nr. 1-2). Für 1918 waren weitere Ausgaben geplant, für welche die allgemeinen Feldpostmarken (ex Mi 22-48) mit einem einzeiligen Aufdruck Montenegro überdruckt werden sollten. Diese bereits hergestellten Marken blieben jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Feldpostmarken für Montenegro Mi Nr. I-XXIII.









Eine ungebrauchte Zusammenstellung mit 13 Exemplaren aus dieser unverausgabten Serie wurde in der 1. Sellschopp Auktion vom 6. Mai 2021 in Hamburg unter Los 1090 für 1‘600 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 17.06.2021 11:20:02 Gelesen: 433# 737 @  
1905 plante das Deutsche Reich eine 10 Centimos Freimarkenausgabe für die Auslandspostämter in Marokko. Dazu sollte die 10 Pf Wertstufe der Germania REICHSPOST-Ausgabe (Mi Nr. 56) mit einem zweizeiligen Aufdruck Marocco / 10 Centimos in Frakturschrift versehen werden (analog der Mi Nr. 20). Diese Wertstufe blieb aus nicht bekannten Gründen jedoch unverausgabt. Die Existenz dieser Unverausgabten wurde erst 1922 durch die Versteigerung eines 100er Bogens durch die Reichspostverwaltung bekannt. Ausser diesem Bogen sind keine weiteren Exemplare dieser Unverausgabten bekannt geworden. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Deutsche Post in Marokko Mi Nr. VII.



Ein postfrisches Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 110. Gert Müller Auktion vom 27. Mai 2021 in Ettlingen unter Los 3024 für 1‘500 € angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 20.06.2021 08:34:09 Gelesen: 88# 738 @  
1934 beabsichtigte Spanisch Andorra die Ausgabe einer Flugpostausgabe zur Erhebung des Luftpostzuschlages. Diese zwölf Wertstufen wurden in Auflagen zwischen 50‘000 und 300‘000 Exemplaren produziert. Offenbar bestand aber kein postalischer Bedarf für diese Marken sodass diese unverausgabt blieben. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. I – XII. Diese Unverausgabten müssen jedoch später in grösseren Mengen in den Handel gelangt sein, was sich anhand der tiefen Preisen dokumentieren lässt.



Ein postfrischer Satz dieser Unverausgabten im Viererblock wurde an der 49. Christoph Gärtner Auktion vom 22. Februar 2021 unter Los 9030 für 60 € + Aufgeld verkauft.

Zum gleichen Zeitpunkt wurden jeweils 5000 Exemplare auch als Dienstmarken zum gleichen Zweck vorgesehen. Dazu versah man die zwölf Wertstufen mit einem dreizeiligen Aufdruck FRANQUICIA / DEL / CONCELL. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. XIII – XXIV.




Ein postfrischer Satz dieser unverausgabten Dienstmarken wurde an der 179. Cérés Auktion vom 4. Mai 2021 in Paris unter Los 4705 für 37 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 

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