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Thema: Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit
Das Thema hat 786 Beiträge:
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saeckingen Am: 10.08.2021 15:30:44 Gelesen: 12929# 762 @  
@ saeckingen [#156]

Auch die unverausgabte Serie von Kenia zu den 13. Commonwealth Games 1986 wurden im neusten Michel Band 4/2 als "Nicht ausgegeben" unter den Nr. I-V katalogisiert und bewertet.

Grüße
Harald
 
merkuria Am: 10.08.2021 16:35:34 Gelesen: 12920# 763 @  
@ saeckingen [#762]

Besten Dank für die ergänzenden Hinweise und die Neuvorstellung.

Ich werde dies alles in der Übersichtstabelle berücksichtigen, welche schätzungsweise Ende Jahr wieder aktualisiert wird.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 13.08.2021 08:44:27 Gelesen: 12488# 764 @  
Am 2. Mai 1949 verausgabte Ecuador eine Sonderausgabe zum 400. Geburtstag des Schriftstellers Cervantes (Mi Nr. 708-717). Dabei wurde die Wertstufe 30 Centavos (Mi Nr. 708) in den Farben rot/blau und die 3 Sucre (Mi Nr. 715) in den Farben violett/braunorange ausgegeben.



Nun sind uns Marken dieser beiden Wertstufen auch in abweichenden Farben bekannt geworden: die 30 Centavos in den Farben blau/grün und die 3 Sucre in den Farben dunkelblau/grün. Diese beiden Wertstufen wurden in diesen Farben nie ausgegeben. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.



Ungebrauchte Exemplare dieser Unverausgabten werden bei Delcampe zu je 450 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Stefan Am: 13.08.2021 12:38:27 Gelesen: 12445# 765 @  
@ saeckingen [#761]

Zu meiner großen Überraschung konnte ich vor zwei Jahren einen Bedarfsbrief mit einem 20/- Wert Michel Nr. I finden. Der Brief lief bereits im August 1992 an die BBC, er wurde am 12.8.1992 beim Zweigpostamt (Branch Office - BO) in der Libya Street in Dar-es-Salaam gestempelt. Es müssen also Marken der ersten unverausgabten Ausgabe an die Postverwaltung nach Tansania geliefert worden sein und diese dann versehentlich unerkannt Jahre später zur Verwendung gelangt sein. Die Marke ist leider beschädigt, aber bei einem (bisherigen) Unikat einer bedarfsmäßigen Verwendung ist das sicherlich nebensächlich.

Wie Harald hege ich keine Zweifel, dass zumindest einige wenige Exemplare der (neuen) Mi-Nr. I - IV postalisch nach Tansania gelangten und dort unerkannt verwendet wurden.

Im Laufe der vergangenen Jahre sind mir etliche postfrische Briefmarken (lose sowie als Kleinbogen) in "Alle Welt"-Alben über den Weg gelaufen, sehr sehr selten auch die dazugehörenden Blocks. Zwei Mal tauchten auch gestempelte Briefmarken auf, leider mit schlecht bzw. nicht lesbarer Inschrift.



Tansania Mi-Nr. II gestempelt

Philatelistisch inspirierte Belege mit den "H.R.H."-Ausgaben kommen vor [1].

Gruß
Pete

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=90567#M15 (Beitrag 15, Beleg Nr. 1)
 
merkuria Am: 16.08.2021 08:10:58 Gelesen: 11867# 766 @  
Am 1. Oktober 1905 verausgabte das Deutsche Reich eine Freimarkenausgabe für seine Auslandspostämter in der Türkei (Mi Nr. 24-35). Dazu verwendete man Freimarken des Deutschen Reichs (ex Mi Nr. 70-82) und versah diese mit einem zweizeiligen Aufdruck in Frakturschrift PARA (oder Piaster) / Wertangabe in türkischer Währung.



Gleichzeitig wurde die gleiche Serie in nicht bekannter Menge mit Aufdrucken in lateinischer Schrift hergestellt. Diese blieben jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten unter Mi Nr. VII a - VII m.




Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 78. Aix Phila Sonderauktion vom 26. Juni 2021 in Aachen unter Los 435 für 3‘000 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 19.08.2021 09:11:41 Gelesen: 11163# 767 @  
Zwischen 1899 und 1908 verausgabte das malaiische Sultanat Sarawak Freimarken mit dem Portrait des Radscha Sir Charles Johnson Brooke (Mi Nr. 34-45). Innerhalb dieser Ausgaben war auch eine 5 Cents Wertstufe zur Ausgabe vorgesehen. Da für diese Wertstufe zu der Zeit jedoch kein postalischer Bedarf bestand, blieb diese unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. I. Diese nicht verausgabten 5 Cents Werte müssen trotzdem massenhaft ihren Weg in den Handel gefunden haben, was durch deren geringen Wert bestätigt wird.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wird im US-amerikanischen Handel um 10 US$ angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 22.08.2021 09:18:23 Gelesen: 10410# 768 @  
Während verschiedenen kriegerischen Konflikten verausgabte Spanien zwischen 1874 und 1939 Kriegssteuermarken (impuesto de guerra) welche als Zwangszuschlagsmarken Anwendung fanden. Am 1. Mai 1879 war die Ausgabe einer weiteren Kriegssteuermarkenausgabe (Mi Nr. 15-21) vorbereitet, blieb jedoch infolge Beendigung des Krieges gegen die USA unverausgabt. Der Michel Katalog verweist in einer Fussnote auf diesen Umstand.



Ein kompletter postfrischer Satz dieser Unverausgabten wurde an der Catawiki Auktion vom 27. Juni 2021 für 160 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 25.08.2021 08:57:56 Gelesen: 9896# 769 @  
Anfangs August 1920 verausgabte die französische Mandats-Verwaltung des Memelgebiets die erste Freimarkenausgabe für dieses Gebiet (Mi Nr. 1-17). Dazu verwendete man Marken des Deutschen Reichs (ex Mi Nr. 85-149) und versah diese mit einem zweizeiligen Aufdruck Memel= / gebiet in Frakturschrift.

Bei der 60 Pf Wertstufe sind nebst den regulär überdruckten Marken Deutsches Reich Mi Nr. 147 (dunkelgrauoliv) auch Aufdrucke auf der Mi Nr. 92 (violettpurpur) hergestellt geworden. Diese wurden jedoch nicht offiziell ausgegeben. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. A I.

Bei der 80 Pf Wertstufe sind nebst den regulär überdruckten Marken Deutsches Reich Mi Nr. 149 (lilaultramarin) auch Aufdrucke auf der zweifarbigen Mi Nr. 93 (dunkelrötlich/schwarz) hergestellt geworden. Diese wurden jedoch auch nicht offiziell ausgegeben. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. A II.



Ein postfrisches Exemplar der unverausgabten 60 Pf wurde an der 50. Christoph Gärtner Auktion vom 21. Juni 2021 mit Attest unter Los 1026 für 6‘800 € + Aufgeld verkauft.



Ein postfrisches Exemplar der unverausgabten 80 Pf wurde an der 50. Christoph Gärtner Auktion vom 21. Juni 2021 mit Attest unter Los 1027 für 4‘000 € angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 28.08.2021 09:04:41 Gelesen: 9204# 770 @  
Zwischen 1972 und 1998 verausgabte Senegal 46 Freimarken in der Zeichnung einer Afrikanerin (Mi Nr. 501-502, 589, 752, 770-774, 834, 1123-1124, 1264-1266, 1361-1372 und 1426-1434, 1473-1479, 1571-1573).

Innerhalb der Ausgaben 1996 (Mi Nr. 1426-1434) wurde auch eine Wertstufe zu 260 CFA Francs in mittellilabraun zur Ausgabe vorbereitet. Infolge von Portoänderungen fand diese Wertstufe jedoch keine Verwendung und blieb deshalb unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. 1433 I.



Trotzdem gelangten vereinzelte Stücke in den Handel und werden zu ca. 700 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 31.08.2021 08:32:11 Gelesen: 8335# 771 @  
Im August 1996 verausgabte Mexiko die ersten beiden Marken (Mi Nr. 2561-2562) einer geplanten Tourismusserie in welcher die für den Tourismus interessanten Bundesstaaten Mexikos vorgestellt werden sollten. 1997 folgte eine weitere Ausgabe für den Bundesstaat Coahuila (Mi Nr. 2675) und im März 2000 folgte die letzte Ausgabe in dieser Art für den Bundesstaat Yucatan (Mi Nr. 2832).



Weitere Marken für die Bundesstaaten Chiapas, Guanajuato, Sonora und Queretaro waren zur Ausgabe vorbereitet, blieben jedoch aus mir nicht bekannten Gründen unverausgabt. Trotzdem gelangte eine nicht bekannte Anzahl dieser Unverausgabten in den Handel. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.




Ungebrauchte Exemplare dieser vier nicht ausgegebenen Bundesstaaten werden bei Delcampe für 260 € pro Stück angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 03.09.2021 08:54:05 Gelesen: 7618# 772 @  
Am 17. Dezember 2015 verausgabten die 15 Mitgliedsstaaten der Wirtschaftsvereinigung der Westafrikanischen Staaten ECOWAS eine Gemeinschaftsausgabe zum 40-jährigen Bestehen ihrer 1975 gegründeten Vereinigung.



Man einigte sich, dass jedes Land seine Ausgabe in einer Auflage von nur 5‘000 Exemplaren herstellt. Entsprechend schwierig und auch kostspielig (ca. 800 US$!) ist es, sich in Anbetracht der kleinen Auflagen eine komplette Ausgabe aller 15 Staaten zu beschaffen.

Auch Guinea Bissau beteiligte sich an dieser Gemeinschaftsausgabe mit einer Wertstufe zu 150 FCFA (Mi Nr. ?). Im Vorfeld der Ausgabe plante Guinea Bissau, seine Marke mit einem Nennwert von 750 FCFA auszugeben, was von den beteiligten Staaten der Gemeinschaftsausgabe als zu hoch erachtet wurde. Daraufhin einigte man sich auf eine Wertstufe zu 150 FCFA und die bereits hergestellten 750 FCFA sollten vernichtet werden. Trotzdem gelangte eine nicht bekannte Anzahl der 750 FCFA in den Handel.



Ein postfrisches Exemplar dieser Unverausgabten wird bei Delcampe für 1'790 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 06.09.2021 08:40:48 Gelesen: 6939# 773 @  
Am 1. Februar 1975 verausgabte Jordanien eine Sonderausgabe mit Trachten (Mi Nr. 952-956).



Nebst den dabei ausgegebenen Wertstufen zu 5,10,15,20 und 25 Fils waren weitere 5 Wertstufen zu 35,40,45,50 und 60 Fils zur Ausgabe vorbereitet, blieben jedoch aus mir nicht bekannten Gründen unverausgabt. Trotzdem gelangte eine nicht bekannte Anzahl der unverausgabten höheren Wertstufen in den Handel. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.



Eine Zusammenstellung aller 10 Trachten im Paar, inklusive der nicht verausgabten Wertstufen wird im online-Handel für 100 US$ angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 09.09.2021 08:11:39 Gelesen: 6339# 774 @  
1922 verausgabte die Sowjet-Republik Georgien eine gezähnte und geschnittene Sonderausgabe für die Hungerhilfe (Mi Nr. 36-39A + B). Dazu verwendete man nicht ausgegebene Freimarken und versah diese mit einem dreizeiligen, diagonalen Aufdruck Hungerhilfe in georgischer Schrift.

Die dazu verwendeten Marken von 25, 50, 100 und 250 Rubel waren wohl als erste Freimarken der Sowjet-Republik bereitgestellt, fanden dann aber durch das Eintreten der rasenden Inflation keine postalische Verwendung mehr. Marken ohne diesen Aufdruck kamen nicht an die Postschalter. Der Michel Katalog listet die Marken ohne Aufdruck nicht.



Eine Zusammenstellung dieser vier ohne den Aufdruck unverausgabten Marken werden bei Delcampe für 75 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 12.09.2021 08:38:51 Gelesen: 5892# 775 @  
Die Republik Serbische Krajina [1] verausgabte am 1. November 1993 eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 17-20). Dazu verwendete man die Freimarken Mi Nr. 12-15 und versah diese mit einem zusätzlichen blauen Aufdruck eines kyrillischen Д vor der Wertangabe. Für dieser Ausgabe wurde auch die Wertstufe 100‘000 Dinar (Mi Nr. 16) mit diesem Aufdruck versehen, blieb jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. I.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wird bei Delcampe für 32 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Serbische_Krajina
 
merkuria Am: 15.09.2021 16:07:56 Gelesen: 5590# 776 @  
Nach Wiedererlangung der Unäbhängigkeit von der Sowjetunion verausgabte die nun selbständige Republik Aserbaidschan am 7. Mai 1992 ihre erste Freimarkenausgabe in eigener Währung (Mi Nr. 70-74).



Dazu verwendete man eine noch von der Sowjetunion vorbereitete, aber nicht mehr ausgegebene Marke in russischer Währung und versah diese mit einem zweizeiligen Aufdruck AZÄRBAYCAN / Nennwert in q (Gepik) und Durchbalkung der alten Bezeichnungen. Marken ohne diesen Aufdruck kamen nicht an die Postschalter und blieben somit unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte unter Mi Nr. II.



Ein postfrischer Viererblock dieser ohne den Aufdruck unverausgabten Marke wird bei Delcampe für 18 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 18.09.2021 17:33:49 Gelesen: 5377# 777 @  
Am 11. Dezember 1933 verausgabte Frankreich eine Freimarkenausgabe mit Bildnissen von Persönlichkeiten (Mi Nr. 287-289).



Von der 30 Centimes (Mi Nr. 287) grünlichblau und der 1.25 Francs (Mi Nr. 289) lilarot Wertstufe sind uns Marken in anderen Farben bekannt geworden, welche jedoch nicht verausgabt wurden. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht, der französische Maury Katalog listet diese unter No 291a und 293a.



Je ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wird vom Auktionshaus La Postale Philatelie aus Paris über Delcampe für je 3‘890 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 21.09.2021 09:23:13 Gelesen: 5220# 778 @  
Am 7. Dezember 1971 tauchten vier Marken zum 500. Geburtstag von Albrecht Dürer aus Barbuda auf (Mi Nr. 103-106). Barbuda hat jedoch am 15. August 1971 die Zusammenarbeit mit seiner Agentur gekündigt, weshalb dieser Satz nicht als postgültige Briefmarken Barbuda`s anerkannt wurde und somit als amtlich unverausgabt zählen muss. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten und verweist auf diesen Umstand in einer Fussnote.

Die 1973/1974 erschienen Marken von Barbuda (Mi Nr. 107-174) wurden alle mittels Aufdruck BARBUDA aus Marken von Antigua hergestellt. Ab Mi Nr. 175 wurden wieder Marken mit integrierter Landesbezeichnung hergestellt.



Scheinbar hat die Agentur diese Marken trotzdem zu ihren Gunsten verwertet und wohl grössere Mengen in den Handel gebracht. Dies zeigt sich auch am geforderten Preis von nur 3 € je Satz!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 24.09.2021 09:03:16 Gelesen: 4970# 779 @  
1945 verausgabte die Französische Somaliküste eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 268-275). Dazu verwendete man Freimarken der Ausgabe 1943 (ex Mi Nr. 246,248,255 und 256) und versah diese mit einem Aufdruck des neuen Wertes sowie einer Durchbalkung des alten Nennwertes.

Von den 3 Francs Aufdrucken sind uns auch Aufdrucke auf der Mi Nr. 249 ( 30 C), Mi Nr. 251 ( 80 C), Mi Nr. 253 ( 1.50 Fr) und Mi Nr. 254 ( 2 Fr) bekannt geworden. Diese Marken wurden aber nicht verausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.




Je ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wird vom Auktionshaus La Postale Philatelie aus Paris über Delcampe zwischen 230 € und 340 € je Stück angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 27.09.2021 08:08:51 Gelesen: 4725# 780 @  
Am 16. April 1953 verausgabte Indien eine Sonderausgabe zum 100. Jahrestag des Bestehens der Indischen Eisenbahn (Mi Nr. 227).



Nebst der verausgabten Wertstufe zu 2 Annas ist uns eine Wertstufe zu 4 Annas in gleicher Farbe und Zeichnung bekannt geworden, welche jedoch nicht ausgegeben wurde. Auch existieren Farbproben in hellblau zu dieser Unverausgabten. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht, im britischen Stanley Gibbons Katalog werden diese unter Nr. SG 343var gelistet.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 368. Status Internation Auktion vom 26. August 2021 in Forest Lodge/Australien unter Los 2231 für 230A$ (ca. 143 €) + Aufgeld verkauft.



Eine ungebrauchte Farbprobe zu dieser Unverausgabten wurde an der 368. Status Internation Auktion vom 26. August 2021 in Forest Lodge/Australien unter Los 2232 für 250A$ (ca. 155 €) + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 30.09.2021 08:56:46 Gelesen: 4510# 781 @  
Am 14. April 1980 plante Kongo-Zaire eine Sonderausgabe zu den Olympischen Spielen in Moskau. Viele Staaten boykottierten diese Spiele infolge des russischen Einmarsches in Afghanistan. Kongo-Zaire zählte auch zu diesen Ländern, hatte aber seine Briefmarken zu diesem Anlass bereits hergestellt. Diese blieben unverausgabt und sollten vernichtet werden. Aus nicht bekannten Quellen gelangten aber trotzdem grössere Mengen in den Handel. Der Michel Katalog erwähnt diesen Umstand in einer Fussnote.




Ein postfrischer Satz dieser Unverausgabten wird bei Delcampe für 28 €, mit Block für 45 €, und mit Kleinbogen für 300 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 30.09.2021 11:36:20 Gelesen: 4482# 782 @  
@ merkuria [#509]

Ich habe dank Deiner exzellenten Übersicht in Beitrag [#745] gesehen, dass Du die British Guiana-Marken Michel I-III bereits erwähnt hast.

Du zeigst sogar genau das Stück, (Michel Nr. II), das auch ich entdeckte:



siehe Auktion: Stanley Gibbons, London 4./5.10.2012 (Hans Eduard Arnhold-Sammlung)

Deine Fundstelle: Spink, London 17.9.2019 (Sammlung "Bartica").

Ich kann aber noch ein weitere Fundstelle vermelden:

H.R. Harmer, London, führte am 7.-9.5.1934 ihre zweite Auktion durch der Arthur Hind Sammlungen. "British Possession in the West Indies, Central and South America". Beachtenswert sind sicher die Lose 145+146: die Dienstmarken Stanley Gibbons O11+O12 (= Michel Nrn. I+II) von British Guiana.



Wir sehen dabei, dass der Viererblock der 24 Cent-Marke das oben besprochene Paar enthält! Der Viererblock wurde nach dem Verkauf der Sammlung Hind aufgetrennt! Die unteren zwei Marken bilden heute das Paar, das gemäss "Stanley Gibbons" "probably the only surviving multiple of this rare stamp" ist! (also wahrscheinlich die letzte existierende Einheit dieser seltenen Marke).

Dass bei diesem hervorragenden Verkauf die gezeigten zwei Lose auf den Fototafeln erschienen, zeigt, wie hoch diese Dienstmarken damals eingeschätzt wurden.

Was lernen wir sonst noch daraus?

- Erstens blutet sicherlich manch einem Philatelisten das Herz, wenn er den prächtigen Viererblock sieht, der aufgeteilt wurde
- zweitens wundert sich manch ein Philatelist, wie günstig solch eine Gross-Rarität heute gelegentlich zu kaufen ist. GB£ 1'000 als Erlös 2019 ist nun wirklich nicht viel (im Vergleich zu anderen Briefmarken)
- Unverausgabte Marken sind manchmal sehr selten, aber oft gar nicht teuer. Das zeigen uns eindrücklich die vielen Beiträge in diesem Thema.

Und ein Zusatz:

Die Michel Nr. III scheint eine richtig seltene Marke zu sein: die 48 Cent Marke "nicht ausgegeben" (gemäss Michel Katalog "Übersee, Band I, 1968/69, Seite 1093"). Die Marke ist aber nur bei Michel gelistet! Bei Stanley Gibbons müsste sie ja die O 13 sein, oder bei Yvert+Tellier O 13, aber in beiden Katalogen FEHLT diese Marke! (ich habe nur ältere Kataloge zur Hand). Warum die 48 Cent nur bei Michel erwähnt ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Heinz
 
merkuria Am: 17.10.2021 09:30:39 Gelesen: 1422# 783 @  
Am 1. Oktober 1916 verausgabte die französische Besatzungsbehörde von Arad (Stadt in Ungarn, heute Rumänien) eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 12). Dazu verwendete man die 15 Filler Marke von Ungarn (Mi Nr. 195 mit Wertziffer farbig) und versah diese mit einem zweizeiligen Aufdruck Occupation / française.

Bei der Herstellung wurde versehentlich auch eine nicht bekannte Anzahl der Mi Nr. 187 (15 Filler mit Wertziffer weiss) mit diesem Aufdruck versehen, blieb jedoch unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht, im französischen Yvert & Tellier Katalog wird diese unter Yv Nr. 9 A gelistet.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wird bei Delcampe für 90 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 20.10.2021 08:07:26 Gelesen: 959# 784 @  
Frankreich verausgabt in regelmässigen Abständen Freimarken, welche das Land durch eine allegorische Frauenfigur (Marianne) darstellen sollen. Für 1977 wurde eine Sabinerin aus einem Gemälde von David gewählt (Mi Nr. 2057). Dieses Motiv diente bis Anfang 1982 als Freimarke, bis es dann durch das Motiv der Liberté (Mi Nr.2299) nach einem Gemälde von Delacroix abgelöst wurde.

Zum Wettbewerb für die Ausgabe 1977 beteiligten sich zwischen 1975 und 1977 zahlreiche Künstler, darunter auch Roger Excoffon. Der Entwurf von Excoffon ist der nebst dem Wettbewerbssieger am weitesten verfolgte Mitbewerber. Von seinem Entwurf wurden Druckplatten für den Stichtiefdruck durch den bekannten französischen Stecher Durrens graviert und damit praktisch ausgabefertige Drucke hergestellt, welche aber aus drucktechnischen Gründen schlussendlich nicht zur Ausgabe ausgewählt wurden.

In dieser Phase wurden 1 Franc Wertstufen in den Farben rosa, grün und türkis gedruckt. Diese Drucke sollten nach dem abschlägigen Entscheid für das Marianne-Motiv eigentlich vernichtet oder zumindest in den Archiven der Druckerei verbleiben. Aus mir nicht bekannten Gründen gelangten diese Unverausgabten trotzdem in nicht bekannter Anzahl in den Handel. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht, der französische Yvert & Tellier Katalog listet diese unter Yvert Nr. 1895 A, B und C.



Ein ungebrauchter Zehnerblock der beiden unverausgabten Yvert Nr. 1895 B und C wird vom Auktionshaus La Postale Philatelie aus Paris über Delcampe für je 13‘500 € angeboten.



Einzelstücke der drei Farben werden zwischen 1‘200 € und 1‘600 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 23.10.2021 08:53:38 Gelesen: 497# 785 @  
1969 plante Kongo-Brazzaville eine Sonderausgabe zum 8. Jahrestag der Revolution. Gezeigt werden sollte Kommandant Marien Ngouabi, der am 31, Dezember 1968 ernannte Präsident der Republik. Diese Marken blieben jedoch aus mir nicht bekannten Gründen unverausgabt. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabten nicht.

Gemäss Literatur sind bis heute nur 6 Paare dieser Unverausgabten bekannt geworden und zählen damit zu den gesuchtesten Raritäten des modernen Kongo. Im August 1973 erschien dann eine Sonderausgabe zum 10. Jahrestag der Revolution, wiederum mit einem Bildnis von Ngouabi (Mi Nr. 383-385). Ngouabi wurde am 18. März 1977 bei einem Putschversuch ermordet.



Ein postfrischer Satz dieser Unverausgabten wird bei Delcampe für 750 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 24.10.2021 13:50:52 Gelesen: 213# 786 @  
@ merkuria [#745]

Wir haben offenbar eine sehr seltene Briefmarke hier noch nicht besprochen:

Fiji, 1881 (April) 2d. error of colour: ultramarine instead of yellow-green.

Der Fehldruck ultramarin statt grün wurde bereits bei der Lieferung bemerkt, und die Sendung wurde zurückgewiesen zur Zerstörung. Neun Jahre später wurde dieser Auftrag offenbar endlich ausgeführt, wobei allerdings nur 49'940 von ursprünglich 50'000 Marken zerstört wurden (gemäss Protokoll).

Vier Exemplare sind in den 140 Jahren seit 1881 bekannt geworden (vgl. Thema: "Die seltensten und wertvollsten Briefmarken der Welt", Beiträge 781-784); eines ist 1983 für immer verloren gegangen. Somit existieren heute offenbar nur noch drei Marken dieser Unverausgabten.



Zwei Exemplare sind zudem in festem Besitz in London, für Sammler gibt es also seit 1983 offenbar nur dieses eine Exemplar, das 1992 in der Sammlung Peter Robertson angeboten wurde.

Heinz
 

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