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Thema: Bund Dauerserie Blumen: Farbunterschiede und fehlende Farben
Das Thema hat 37 Beiträge:
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Stefan Am: 14.12.2022 20:44:42 Gelesen: 8453# 13 @  
Ergänzend zu den in Beitrag [#11] vorgestellten Briefmarken ein Foto dder Fluoreszenz unter UV-Licht.

Die UV-Lampe ist nicht besonders gut, eine bessere UV-Lampe habe ich vor Ende dieser Woche nicht griffbereit. Es ist allerdings zu erkennen, dass die Fluoreszenz flächendeckend auftritt. Am Original ist ersichtlich, dass augenscheinlich keine Fluoreszenzschädigung vorliegt.



Hat jemand eine Idee, wie dieser eher türkisfarbene Farbton (anstelle von Grün) zustande kommt?

@ Flieger [#12]

kannst Du Dich noch an das Entfernen des Werteindruck erinnern?

Ich glaube es könnte sich hier auch um eine chemische Verfärbung handeln.


Ja, an dein Experiment kann ich mich erinnern :) Man nehme ein gerade zufällig griffbereites gestempeltes Exemplar der Bund Dauerserien Blumen zu 5 Cent (Mi-Nr. 3296 von 2017), eine Chemikalie (welche?) und wische auf der Nominale "5" [Cent] herum. Ruckzuck war die Farbe der Ziffer "5" verschwunden. Optisch sah diese Briefmarke mit der fehlenden Wertziffer ganz gut aus. Allerdings ließ sich die chemische Entfernung problemlos unter UV-Licht erkennen (Schädigung der Fluoreszenz an der Wischstelle).

Gruß
Stefan
 
Flieger Am: 15.12.2022 07:31:16 Gelesen: 8414# 14 @  
Ich werde mir mal Mühe geben und eine vorlegen wo Du den Unterschied unter UV nicht siehst.

Auf Tauschtagen habe ich schon etliche vermeintliche Abarten gesehen.

Fakt ist: Die Farbe ist extrem empfindlich gegenüber Lösemittel.
 
uli Am: 15.12.2022 08:57:42 Gelesen: 8401# 15 @  
@ Stefan [#13]

Meine Vermutung: Grün wird zu Türkis, wenn man den gelben Anteil runterschraubt.

Entweder wurde zu wenig Gelb verwendet (Farbausfall) oder die gelben Rasterpunkte werden durch andere Punkte (teilw.) überdeckt oder das Gelb ist durch äusseren Einfluß verschwunden.

Gruß
Uli
 
Ben 11 Am: 15.12.2022 10:12:35 Gelesen: 8388# 16 @  
@ Stefan [#13]

Guten Morgen Stefan,

danke für das interessante Thema, dass Du hier zeigst. In der Vergangenheit hatte ich bereits mehrfach Blumenmarken mit fehlender gelber Farbe unter meinem Mikroskop zur Untersuchung. Aktuell liegt mir ein kompletter Kleinbogen vor, an dem teilweise diese Farbe fehlt. Ein erster Überblick dazu wurde in der "philatelie" Nr.544 bereits veröffentlicht. Allerdings stehen wir noch ziemlich am Anfang der Erforschung des Phänomens. Die Ursachen lassen sich noch nicht so richtig greifen. Ideen gibt es mehrere. Sehr schnell auf chemische Beeinflussung zu zeigen, ist zugegeben nicht mein Ding. Ich suche da eher erstmal nach technischen Ursachen.

Interessant, was die Farbwahrnehmung so erzielt, wenn plötzlich eine Komponente fehlt.

Drucktechnisch liegen die Rasterpunkte der Farben annähernd übereinander. Sie bilden einen kleinen Kreis, die s.g. Rosette. In der Reihenfolge wurden die Farben mit Gelb als erstes, gefolgt von Cyan (was Du als Türkis beschreibst) und Magenta gedruckt. Schwarz bildet den Schluss. Die Kombination von Gelb und Cyan ergibt in der Mischung die grüne Farbe, eigentlich den grünen Farbeindruck. Fehlt die gelbe Farbe, bleibt Cyan allein stehen. Oder in Kombination mit Magenta, der benachbarten Farbe im Kreis.

Viele der von mir untersuchten Marken zeigen auch eine massive Störung der UV-Fluoreszenz. Deshalb lege ich als erstes immer die Marke unter UV-Licht, wie Du das auch gemacht hast. Anschließend erfolgt der IR-Test, zur Sicherstellung der Echtheit. Die UV-Pigmente sind sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Wenn also die UV-Fluoreszenz keine Schäden zeigt, können wir die Frage nach der Entstehung des Phänomens ernsthaft stellen. Der Einsatz mit Lösemitteln würde alle Farben, einschließlich der UV-Pigmente massiv schädigen.

Leider gab es bislang noch keine postfrischen Marken, die diese Auffälligkeiten hatten, so dass eine drucktechnische Ursache nicht ganz so einfach zu erklären ist. Erklären kann man das aber schon.

Deine gezeigte Marke zeigt im Bild in den Bereichen oberhalb der Blüte durchaus gelbe Farbe, bzw. "grüne Stellen". Das könnte man durchaus noch mal genauer ansehen. Lass die Marke bitte auf dem Papier drauf.

Wenn Du möchtest, kannst Du mir die Marke mal zur Untersuchung schicken. Die Wertstufe hatte ich noch nicht.

Viele Grüße
Ben.
 
uli Am: 15.12.2022 16:23:09 Gelesen: 8351# 17 @  
@ Ben 11 [#16]

Vielleicht ist es bislang nur mir aufgefallen: Die rechte Marke weist zwischen Rahmen und Bild einen schmalen Spalt auf. Das deutet auf eine Verschiebung des Drucks einzelner Farben hin.

Gruß
Uli
 
Stefan Am: 15.12.2022 20:21:50 Gelesen: 8319# 18 @  
@ Ben 11 [#16]

Deine gezeigte Marke zeigt im Bild in den Bereichen oberhalb der Blüte durchaus gelbe Farbe, bzw. "grüne Stellen". Das könnte man durchaus noch mal genauer ansehen.

Ich habe versucht, mit einem ganz einfachen elektronischen (klapprigen) Mikroskop ein paar Fotos zu machen. Die Qualität (Bildschärfe) der Fotos vom Mikroskop hält sich in Grenzen. Es sind gelbe Farbpunkte zu sehen:



Die Passerverschiebung wurde bei den Fotos auch berücksichtigt.



Kann es sein, dass die Briefmarke in einer falschen Farbreihenfolge gedruckt wurde? Ergäbe dies u.U. eine solche Farbschwankung?

Gruß
Stefan
 
Ben 11 Am: 15.12.2022 21:31:56 Gelesen: 8302# 19 @  
@ Stefan [#18]

An der Farbreihenfolge kann man nicht so viel ändern. Man könnte vielleicht Gelb und Cyan tauschen. Ändern könnte man ggf. auch die Rasterwinkel, das ergäbe dann möglicherweise einen anderen Farbeindruck. Bei den Buntstiften der neuen Dauerserie haben wir das gesehen.

Üblicherweise beginnt man mit der hellsten Farbe auf 0° (Gelb) und geht dann weiter zu den dunkleren Cyan 75°, Magenta 45° und Schwarz 15°. Die stärkste Farbe mit der größten Fläche liegt immer auf 45°.

Bei der Marke kommen noch Braun für den Rahmen und Wertziffer/ Länderkennung und die Lackierung mit den Seltenen Erden hinzu (= 6 Druckwerke). Bei den Rasterwinkeln stimmt Deine Marke mit meinen überein. Kleinere Unterschiede in der Größe der Rasterpunkte können sich ergeben, wenn die selbstklebende Marken in einer andern Druckerei als die nassklebenden hergestellt wurden.

Die Rosette sieht man links unten ganz gut. In den anderen Bereichen sind die Rasterpunkte recht groß.



VG Ben.
 
Journalist Am: 20.01.2023 19:41:07 Gelesen: 8029# 20 @  
Hallo an alle,

hier schon einmal vorab eine kurze Info zur Ergänzung des ersten Artikels in der philatelie über die fehlende Farbe Gelb bei der Blumendauerserie.

Im Rahmen dieses Artikels habe ich unter anderen die nun kurz vorgestellte 10 Cent Marke mit dem Motiv Tulpe leihweise zugeschickt erhalten. Dazu zuerst ein Scan mit 300 dpi



Wie man bei diesem Scan erkennen kann, fehlt links die gelbe Farbe. Dies kann durch zwei folgende erste schnelle USB-Fotos gut belegt werden:



Links nun die Marke mit gelb, die allerdings eine leichte Passerverschiebung der blauen Farbe nach links hat, wie man bei den Buchstaben gut sehen kann, die aber im Bereich der Blüte am leichtesten sichtbar, kein gelb aufweist.



Dies sieht man auch bei einem entsprechenden Vergleich der Blüte links mit gelb rechts ist hier nichts erkennbar.

Kann denn hier nicht doch jemand mal auch solche Marken postfrisch vorlegen ?

Nur noch zur Anmerkung, nicht gezeigt aber mittels UV Licht überprüft, es gibt bei beiden Marken keine sichtbaren Flecken die auf irgendwelche eventuellen chemischen Einflüsse hindeuten könnten.

Der Artikel in der philatelie soll bezüglich der Blumendauerserie in einer der nächsten Ausgaben fortgesetzt werden, soweit nur hier schon einmal vorab zur Info.

Viele Grüße aus dem Forscherlabor - Jürgen
 
Henry Am: 21.07.2023 10:59:59 Gelesen: 7218# 21 @  
Ich zeige hier mal 2 Marken der 110 Cent Wildgladiole, die mir ein Sammlerkollege im Verein vorgelegt hat:



Die linke Marke ist insgesamt dunkler als die rechte, was an der Nominale besonders deutlich erkennbar ist. Unter UV-Licht zeigen sich keine Unterschiede.

Die Mikroskop-Bilder sind mit der gleichen Einstellung gescannt worden.



Ich sehe den Unterschied als herstellungsbedingte Zufälligkeit. Es kann auch in der Herstellungsform Bogen oder Rolle begründet sein. Für die Sammlung aber doch eine interessante Variante.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Shinokuma Am: 21.03.2024 23:43:09 Gelesen: 6070# 22 @  
Liebe Freunde der Dauerserie Blumen!

Nachstehend zeige ich zwei Belegausschnitte, frankiert mit der selbstklebenden Ausgabe der 28Cent-Marke "Tausendgüldenkraut" vom gleichen Absender.

Dennoch sehen die beiden Marken farblich sehr unterschiedlich aus.





Die rechte Marke scheint mir die hinlänglich bekannte Normalmarke mit hellem kontrastreichen Hintergrund zu sein.

Bei der linken Marke hingegen ist der Hintergrund fast schwarz. Ein Raster ist so gut wie nicht mehr zu erkennen.

Die übrigen Merkmale wie Rasterwinkel etc. sind bei beiden Marken identisch, sodass ich nicht von einer Fälschung ausgehe, zumal ja beide Marken vom selben Absender verwendet wurden.

Hat einer von Euch auch so ein "schwarzes" Exemplar oder kann uns diese Schwärze drucktechnisch erklären?

Mit herzlichen Grüßen

Gunther
 
Ben 11 Am: 23.03.2024 14:54:02 Gelesen: 5998# 23 @  
@ Shinokuma [#22]

Hallo Gunther,

... kann uns diese Schwärze drucktechnisch erklären?

Meine Marken zeigen diesen Zustand nicht.

Ich biete Dir an, die Marken zu untersuchen, wenn Du mir diese mal leihweise schickst. Meine Mail ist in den Kontaktdaten hinterlegt. Schreibe mir einfach mal eine Nachricht und ich schicke Dir meine Adresse.

Sollte es eine drucktechnische Ursache geben, kann man diese bestimmt auch erklären.

Viele Grüße
Ben.
 
Ben 11 Am: 15.04.2024 22:10:04 Gelesen: 5841# 24 @  
@ Shinokuma [#22]

Hallo Gunther,

vielen Dank für die Zusendung Deiner beiden Umschläge. Wollen doch mal sehen, ob es für den Farbunterschied eine plausible Erklärung gibt.

Ich fange heute Abend mal mit den Sicherheitsmerkmalen an.

Beide Marken sind echt. Die UV-Fluoreszenz bei 365 nm ist sauber und ohne Fehler zu sehen. Und auch das IR-Merkmal bei 980 nm ist gut erkennbar. Die IR-Pigmente dürften sich in der gelben Farbe befinden, d.h., wir sehen das grüne Leuchten am stärksten in den Bereichen der Blütenblätter. Der Hintergrund trägt viel Deckfarbe über dem Gelb, weshalb der Leuchteffekt dort abgeschwächt ist. Von dem IR-Merkmal mache ich keine Bilder, es wäre nur ein grüner Punkt vom Laserpointer auf der Fläche zu sehen.



zum Vergleich die Marke mit viel Schwarz. Es gab keine externe Beeinflussung.



Als Nächstes werde ich mir die Farben ansehen.

Viele Grüße einstweilen.
Ben.
 
Ben 11 Am: 18.04.2024 19:02:51 Gelesen: 5671# 25 @  
Hallo Zusammen,

machen wir mal weiter mit den Farben. Und das ist eigentlich nichts Besonders, nämlich: Standardfarben.

Die Winkel der Farben gebe ich aus der Senkrechten gemessen im Uhrzeigersinn an.

In den Blüten finden wir Gelb auf 0°. Magenta ist auch gut zu erkennen auf 45°. Im Bild daneben, in den Blütenblättern, kommt Cyan auf 75° zur Geltung. Und schließlich in den dunkleren Umgebungsbereichen auch Schwarz auf 15°.

Wenn sich die Rasterpunkte berühren, dann immer an den 4 Quadranten gleichzeitig, heißt, es gibt nur runde Rasterpunkte und keine Ellipsen. Im rechten Bild sehen wir unten rechts die typische kreisförmige Anordnung der farbigen Punkte als Rosette.



Da die Rasterpunkte einem 90° Muster folgen, können wir keine Aussage zur Herkunft der Marken machen. Interessanter ist es aber, zu wissen, aus welche Rolle die Marken stammen könnten. Ohne Folie gibt es natürlich auch keine rückseitige Zählnummer.

Es gibt aber drucktechnische Merkmale, wie z.B. farbige Fahnen, die bei stehenden Marken nach oben zeigen und so die Druckrichtung anzeigen.



Bei liegenden Marken müssen die Fahnen auch nach oben, in Druckrichtung zeigen. Bei einzelnen, aufrecht betrachteten, Marken zeigen die Fahnen dementsprechend zur Seite.



Genug zur einleitenden Theorie. Im nächsten Beitrag werden wir uns mal den beiden Briefumschlägen widmen.

Bis dahin viele Grüße
Ben.
 
Michael Mallien Am: 19.04.2024 11:08:19 Gelesen: 5620# 26 @  
@ Ben 11 [#25]

Hallo Ben,

ich erfreue mich sehr an Deinen Ausführungen! Du illustrierst sehr gut, wie spannend die akurrate Forschung sein kann und machst eine richtige Story daraus.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :)

Bis nächste Woche in Hosenfeld und viele Grüße
Michael
 
Ben 11 Am: 21.04.2024 10:09:55 Gelesen: 5498# 27 @  
@ Ben 11 [#25]

Guten Morgen,

machen wir mal weiter und schauen uns die beiden Umschläge genauer an. Zu Beginn der Umschlag mit dem normalen Zustand der Farben.



Die Rasterwinkel der Farben nochmal dargestellt: alles richtig. Eine kleine Besonderheit im linken Bild ist die Farbe der Entwertung, diese ist nicht deckend und wird von der Druckfarbe abgewiesen, während sie an unbedruckten Flächen angenommen wird. Oder die Farbe ist stark durchscheinend, die Rasterpunkte von Magenta werden jedenfalls nicht beeinflusst. Im rechten Bild die erkennbare farbige Fahne, die die Druckrichtung anzeigt. Und der Hinweis auf die sauber umrandete Schrift.



Der Umschlag mit der dunklen Farbe.



Auch hier die Anzeige der Druckrichtung durch die farbigen Fahnen. Das Problem an der Marke ist hier bereits zu sehen: viel schwarze Farbe. Die Umrandung der Schrift ist nicht mehr herausgestellt.

Auch hier die Stempelfarbe nur im weißen Bereich.



Zwei Details der Marken in der Gegenüberstellung (links im Normalzustand, rechts mit der Abweichung).





Sehr gut zu erkennen gibt es einen Überschuss an schwarzer Farbe, der dazu führt, dass die Rasterpunkte vollständig geschlossen werden. Die schwarze Farbe ist dominant, in einigen Bereichen sehr erhaben und kräftig glänzend.

Das Problem ist jedoch nicht die schwarze Farbe allein. Auch Magenta wird sehr kräftig aufgetragen und ist in den schwarzen Bereichen leuchtend zu sehen (fast wie ein Rubin).



Ein erstes Fazit.

Die nach oben gerichteten Druckfahnen zeigen einen aufrecht stehenden Druck an. Die Herkunft der Marken könnte eine Maxirolle mit 5000 Marken sein. Ich ordne die Marken einer 2018 hergestellten Nachauflage zu (Rollenmarkenspezialisten können das sicher noch genauer beschreiben). Dialogpost für Briefe bis 20g zu 0,28 Cent war bis 31.12.2019 gültig.

Es gibt einen Überschuss an schwarzer Farbe, der die Bereiche der Umgebung deutlich dunkler erscheinen lässt.

Es gibt weiter einen möglichen Überschuss an Magenta.

In der Druckmaschine gibt es zwei Stellen, die die zu übertragene Farbmenge definieren oder beeinflussen können. Die erste ist der s.g. Farbheber unmittelbar nach dem Farbkasten und die zweite ist das Feuchtwerk unmittelbar am Druckplattenzylinder.

Die Beschreibung wird etwas technisch, zum Verständnis der Funktion brauche ich hier etwas Vorbereitungszeit. Es gibt also einen weiteren Beitrag

Bis dahin viele Grüße
Ben.
 
Journalist Am: 20.08.2024 15:16:29 Gelesen: 4324# 28 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute hier zuerst den auf den ersten Blick nicht besonders tollen Briefausschnitt zeigen:



Wenn man etwas genauer auf den rechten Teil schaut, dann wird es richtig interessant:



Die linke 20 Cent Marke hat faktisch keine gelbe Farbe, die selbe Marke nur nebenan hat fast wieder komplett gelb und noch weiter links sieht alles so aus, als wäre nicht passiert.

Wer kann denn durch Zufall auch solche Kleinbogenteile zeigen ? Oder besitzt vielleicht so einen postfrischen Kleinbogen ?

Was ist denn eure Meinung zu diesem Stück ?

Viele Grüße Jürgen
 
Dieter Hischemöller Am: 21.10.2024 11:15:07 Gelesen: 4042# 29 @  
Hallo zusammen,

ich bin hier eher nicht aktiv aber da ich mich nun seit einiger Zeit mit den Blümchen beschäftige, zeige ich hier mal meinen Fund aus einer Kiloware. Nicht ein gelber Punkt unter dem Mikroskop.

Viele Grüße Dieter


 
Michael Mallien Am: 21.10.2024 14:23:50 Gelesen: 3975# 30 @  
@ Dieter Hischemöller [#29]

Weitere Beispiele dieser Abweichung findest Du in Beitrag [#6].

Viele Grüße
Michael
 
Journalist Am: 21.10.2024 16:21:13 Gelesen: 3945# 31 @  
@ Dieter Hischemöller [#29]

Hallo Dieter,

danke für das Zeigen dieses tollen Fundes. Wer kann weitere Funde dieser Art, egal von welcher Blumenmarke zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Dieter Hischemöller Am: 28.10.2024 22:09:20 Gelesen: 3809# 32 @  
Hallo Jürgen,

wie der Zufall doch manchmal zuschlägt. Ich bin im Moment wieder mit einer Kiloware beschäftigt und gestern fiel mir folgende Kuhschelle in die Finger.

Handelt es sich hier noch um eine Farbabweichung innerhalb der Toleranz? Mir kommt sie doch recht stark vor. Was liegt hier vor?

Viele Grüße Dieter


 
Koban Am: 28.10.2024 23:19:42 Gelesen: 3784# 33 @  
@ Dieter Hischemöller [#32]

Wie bei (wohl) allen hier vorgestellten Marken, hat ein äusserer Einfluss, vermutlich Sonneneinstrahlung, zum weitgehenden verblassen der gelben Farbe geführt.

Die Tatsache, dass bei verschiedenen Wertstufen der Blumenserie immer die gelbe Farbe betroffen ist, lässt eine druck- bzw. herstellungsbedingte Ursache (Abart) extrem unwahrscheinlich erscheinen. Zudem wurde der Effekt bereits reproduziert.

Gruß,
Koban
 
Journalist Am: 29.10.2024 08:48:38 Gelesen: 3732# 34 @  
@ Koban [#33]

Hallo Koban,

deiner angebliche Vermutung, das ein äußerer Einfluss (nach deinem Verdacht Sonnenstrahlung) zu diesen auffälligen Marken geführt hat, kann ich nach der Untersuchung von etlichen dieser Marken, die mir zeitweilig vorgelegen haben in keinster Weise folgen.

Du kannst aber gerne entsprechende Versuche machen und über diese dann berichten, ob du aber nach langen Liegen in der Sonne dies erreichen wirst, bezweifle ich sehr stark.

Richtig ist, das fast immer die gelbe Farbe betroffen ist. Aber wie soll alleine durch Sonnenstrahlen sich eine Farbe restlos auflösen ? Dafür gibt es keinen naturwissenschaftlichen Nachweis !

Vermutungen, die nicht nachweisbar sind, helfen in keinster Weise weiter. Gesucht sind eindeutig nachweisbare Fakten oder chemische Reaktionsformeln, die dies belegen würden.

Es darf hier also nach weiteren Marken gesucht werden, die eventuell helfen, das Rätsel zu lösen - noch besser wäre es, wenn man hier durch Zufall auch mal entsprechende postfrische Marken mit diesem Fehler vorlegen könnte.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 29.10.2024 09:14:19 Gelesen: 3724# 35 @  
@ Journalist [#34]

Richtig ist, das fast immer die gelbe Farbe betroffen ist. Aber wie soll alleine durch Sonnenstrahlen sich eine Farbe restlos auflösen ? Dafür gibt es keinen naturwissenschaftlichen Nachweis !

Du hast natürlich recht, Materie kann sich nicht einfach auflösen.

Die Sonnenstrahlen, d.h. genauer das energiereiche UV-Licht, kann aber Farbstoffe chemisch verändern. Sie wandeln sich dann von farbigen Substanzen in farblose Substanzen um. Der Normalbürger denkt dann, die Farbe sei "verschwunden".

Das lässt sich auch messen und nennt sich in der Druck- und Textilindustrie "Wollskala" [1]. Der Begriff ist ein wenig missverständlich, aber er bezieht sich auf alle Farbstoffe.

Im Zweifelsfall hilft einfach das Experiment. Einfach die Marken für längere Zeit auf die Fensterbank legen. Briefmarkenhändler mussten auch schon die Erfahrung machen, dass ihre Marken im Schaufenster ausgeblichen sind.

Eine weitere Variante ist die chemische Umsetzung, z.B. mit Säuren, Laugen oder Oxidationsmittel. Hier wurden in der klassischen Philatelie schon zahlreiche "Farbabarten" hergestellt.

Eine unerwünschte Farbumwandlung ist die Reaktion von klassischen orangen Marken (Bleichromat) mit Schwefelverbindungen (Weichmacher) aus Albenhüllen zu schwarzem Bleisulfid.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Wollskala
 
Ben 11 Am: 29.10.2024 10:43:22 Gelesen: 3701# 36 @  
@ Koban [#33]

Wie bei (wohl) allen hier vorgestellten Marken, hat ein äusserer Einfluss, vermutlich Sonneneinstrahlung, zum weitgehenden verblassen der gelben Farbe geführt.

@ drmoeller_neuss [#35]

Im Zweifelfall hilft einfach das Experiment. Einfach die Marken für längere Zeit auf die Fensterbank legen. Briefmarkenhändler mussten auch schon die Erfahrung machen, dass ihre Marken im Schaufenster ausgeblichen sind.

:) "Daumen-Hoch-Smiley" :)

Ich stelle mir dabei immer vor, wie der Absender den Brief nochmal im Sonnenlicht betrachtet und sich fragt, ob denn alles richtig drauf steht, bevor er diesen im dunklen Kasten versenkt. Und der Zusteller schaut sich den Brief natürlich genau an, bevor er diesen in den Briefkasten steckt.
Vielleicht freuen sich auch beide über die gelungene Gestaltung der Marken.

Dabei ist die Beurteilung durchaus plausibel und auch richtig, hat doch Sonnenlicht mit dem energiereichen UV-Anteil durchaus das Potential, die Farbeeigenschaften zu verändern.

Es gibt auf den Marken aber noch eine zweite Komponente, die lichtempfindlich ist, und das sind die Pigmente im Papier, die bei UV-Licht gelblich fluoreszieren.

Und so ist nicht die Fensterbank der geeignete Ort für das Experiment, sondern der Schreibtisch in den dunklen Abendstunden. Und das Werkzeug ist nicht die Sonne, sondern die UV-Lampe, die jeder Sammler hat.

Ist die UV-Fluoreszenz in Ordnung, war es nicht das Sonnenlicht.

@ Journalist [#34]

Jürgen hat hier recht, wir haben noch keine postfrischen Marken in diesem Aussehen gefunden. Ein Produktionsfehler kann hier also erst einmal nicht nachgewiesen werden.

Was haben wir noch?

Es gibt bekanntlich die Seltenen-Erden Pigmente, die meist in der gelben Farbe drin sind und bei IR-Licht grün fluoreszieren.

IR-Licht allein ist jedoch recht energiearm. Um die Seltenen-Erden zum Leuchten anzuregen, braucht es eine hohe Energiedichte pro Fläche. Ein Laser z.B. würde die erzeugen.

Vielleicht reicht diese Energiedichte aus, um auch die gelben Farbpigmente zu verändern?

@ Dieter Hischemöller [#32]

ich biete Dir an, die Marken mal unter meinem Mikroskop auf ihre drucktechnischen Merkmale zu untersuchen. Wenn Du mir die Marken leihweise zusenden möchtest, schicke mir eine eMail und Du bekommst meine Adresse.

Viele Grüße
Ben.
 
Taschentuch Am: 11.04.2025 21:19:26 Gelesen: 2441# 37 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ich habe diese Diskussion nur am Rande mitbekommen, den Artikel der philatelie kenne ich leider nicht.

Aus einer kürzlich erworbenen, wirklich sehr großen Sammlung habe ich eine Steckkarte mit Blumen, bei denen 14 von 31 der Marken die Farbe gelb ganz oder teilweise fehlt.

Hier ein Foto der Steckkarte, inkl. der Originalzettel des Vorbesitzers. Die Marken, bei denen keinerlei Farbveränderung festzustellen war, habe ich entnommen.

Die Fluoreszenzen auf den Marken sind oft fleckig und fehlen stellenweise. Die Klarsichtstreifen der Steckkarte zeigen klar, dass etwas von den Marken in die Klarsichtstreifen übergegangen ist. Allerdings leuchten diese in die Klarsichtstreifen übergegangenen "Stoffe" nicht fluoreszierend.

Anbei ein Scan der Marken mit der ganz oder teilweise fehlenden gelben Farbe. Es ist allerdings auch so, dass die Farbe gelb ganz oder teilweise auch dort fehlt, wo sich kein Klarsichtstreifen über der Marke befand.

Bei der 10-Cent-Marke scheint die Farbe gelb am rechten Markenrand noch vollständig erhalten zu sein. Dort befand sich überlappend die 20-Cent-Marke.

Vielleicht hilft dies für die Forschung irgendwie weiter, keine Ahnung.

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael


 

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