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Thema: Bund Ganzsachen Postkarten (nach Michel-Katalog)
Das Thema hat 109 Beiträge:
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Richard Am: 07.08.2019 18:19:59 Gelesen: 2335# 85 @  
@ piems [#83]

Sowohl zu den Ganzsachen mit Wertstempel "Heuss" als auch zur Nachfolgeserie "Bedeutende Deutsche" habe ich Ausstellungssammlungen aufgebaut, die jeweils Gold (Heuss im Rang 2 und Bedeutende Deutsche im Rang 3) errungen haben. Von allen Katalognummern ist mindestens eine gebrauchte Karte vorhanden. Die Sammlungen habe ich ausgebaut, indem ich besondere Verwendungsformen und postgeschichtliche Aspekte eingebracht habe.

Die beiden Sammlungen sind inzwischen im virtuellen Album anzusehen:

Die Ganzsachen mit Wertstempel "Bundespräsident Heuss" und ihre Verwendung:

https://www.philaseiten.de/album/zeige/280/1

Die Ganzsachen mit Wertstempel "Bedeutende Deutsche" und ihre Verwendung:

https://www.philaseiten.de/album/zeige/281/1

Zur Vergrössung bitte die Seiten anklicken.

Danke für die Einstellung !

Schöne Grüsse, Richard
 
StefanM Am: 08.08.2019 14:49:54 Gelesen: 2298# 86 @  
Tolle Sammlungen! Danke, daß wir teilhaben dürfen.
 
piems Am: 15.08.2019 15:25:37 Gelesen: 2107# 87 @  
Wegen meiner urlaubsbedingten Abwesenheit hat es etwas gedauert, bis ich nun hier weitermachen kann.

@ Michael Mallien [#84]

Hast Du eine Ahnung, warum die P 62 so selten ist?

Eine Ahnung habe ich, aber kein Wissen:

Ganzsachen waren damals nicht besonders im Fokus, das ging erst mit Erscheinen des ersten MICHEL Ganzsachen-Katalogs 1972 so richtig los. Das wäre eine Erklärung dafür, dass es gebrauchte Stücke der P62 kaum gibt. Sie ist aber auch ungebraucht recht selten. Die Ursache dafür könnte sein, dass von den Versandstellen im wesentlichen die Ausgabe mit Fluorbeidruck (P 69) verkauft wurde, wie im Amtsblatt vom 11.7.1961 angekündigt:



Nachdem die Marke zu 8 Pf. am 3. August erschien, dürften auch die Ganzsachen mit diesem Wertstempel frühestens ab diesem Datum verkauft worden sein.

Dazu kommt, dass es vorher im Bundesgebiet keine Doppelkarten für den Ortsverkehr gegeben hatte, gemäß dem Borek-Ganzsachen-Katalog wurden bei größeren Postämtern ersatzhalber die Berliner Doppelkarten der zweiten Bautenserie verkauft. Die Doppelkarten 'Bedeutende Deutsche' wurden dort erst bestellt, wenn die Berliner Karten vergriffen waren. Bereits ab Anfang 1962 wurden aber generell nur noch Karten mit Fluorbeidruck verkauft, so dass die mögliche Bestellfrist für die P 62 weniger als ein halbes Jahr ausmacht.

Von der Antwortkarte für das Ausland (P 64A) kann ich ein Exemplar zeigen, das es (noch) nicht in meine Ausstellungssammlung geschafft hat:



Der Absender hat wohl kurz vor der Rückreise aus den USA dafür sorgen wollen, dass seine Karte noch vor ihm daheim ankommt und dazu sowohl für Luftpost (Air Mail) als auch Eilzustellung (Special Delivery) insgesamt zusätzlich 37 Cent verklebt. Offenbar hat er die Karte am PanAm-Schalter abgegeben, wo sie sicherheitshalber mit einem Freistempel entwertet wurde, weil dem deutschen Wertstempel keine Frankaturkraft beigemessen wurde. Die Ortsangabe des Freistempelabdrucks ist leider auf der roten Marke gelandet und daher unleserlich.

Die deutsche Post hat den Aufkleber 'Special Delivery' allerdings nicht beachtet, die Karte trägt jedenfalls keinen Eingangsstemel, wie er für Express-Sendungen üblich gewesen wäre.
 
Michael Mallien Am: 16.08.2019 11:41:35 Gelesen: 2027# 88 @  
@ piems [#87]

Hallo Clemens,

die geschilderten Umstände erklären gut, warum die P 62 kaum in Umlauf gekommen ist. Danke dafür!

Deine Sammlung ist sehr eindrucksvoll, danke für das Einstellen als virtuelle Alben. Ich bin noch lange nicht durch mit dem Studium der einzelnen Stücke und werde sich noch öfter darauf zurückkommen. Interessant sind für mich auch die Heuss-Saarland-Ganzsachen und dabei vor allem die Stücke, die Stempel ab 1957 tragen. Ich zähle sie nämlich zu meiner Bundsammlung (vgl. [1]) und bei den Ganzsachen habe ich große Lücken.

Auch wenn schon mehr oder weniger alles in Deiner Sammlung zu sehen ist mache ich hier weiter mit der P 66, den Bedeutenden Deutschen nun mit Fluorezenz-Beidruck.

Ortspostkarte vom 20.3.1962 innerhalb Hamburgs gelaufen.



Mir gefällt der schöne Bedarf einer Kaffee-Bestellung und den zusätzlichen Vermerken auf der Vorderseite, die vermutlich die Bearbeitung der Bestellung dokumentieren.

Viele Grüße
Michael

[1] http://www.bund-sammlung.de/Saar.htm
 
piems Am: 17.08.2019 19:47:10 Gelesen: 1936# 89 @  
@ Michael Mallien [#88]

Hallo Michael,

ja, die Saar-Ausgaben "Heuss" sind in der gebrauchten Erhaltung fast am schwierigsten zusammenzutragen, wenn man die üblichen 'Staedel'-Verwendungen vermeiden will. Von der Ausgabe zu 15 F. habe ich noch gar keine 'Bedarfs'-Verwendung nach Frankreich gesehen, ganz zu schweigen von der entsprechenden Doppelkarte. Ich suche auch noch portorichtige Verwendungen des Frageteils der roten 18er Doppelkarte (P 46F) und der grauen 18er Auslandskarte (P 49).

Doch nun wieder zurück zum eigentlichen Thema. In meinem letzten Beitrag hatte ich ja schon beschrieben, dass im Raum Darmstadt die Ganzsachen mit Fluorbalken von Anfang an verkauft wurden und im übrigen Bundesgebiet erst ab 1962. Hier zeige ich die früheste mir bekannte Verwendung einer P 67 (durch einen Sammler, aber rückseitig mit ausführlicher Mitteilung) vom 24.8.1961, drei Wochen nach der Erstausgabe.



Solche Karten wurden früher mal ziemlich teuer (ca. 100,- DM) angeboten; ob diese Preise auch bezahlt wurden, weiß ich nicht. Ich habe von den 1961 verwendeten Karten auch nur Exemplare der einfachen Inlandspostkarte, aber keine Orts-, Auslands- oder Doppelkarten.

Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 20.08.2019 20:27:36 Gelesen: 1829# 90 @  
@ piems [#89]

Hallo Clemens,

auf Frühverwendungen der Bedeutenden Deutschen habe ich bisher noch nie geachtet. Wenn man bedenkt, dass eine frühverwendete P 67 einmal zu solchen Preisen angeboten wurde, dann sieht man den Standardkatalogpreis von 1,- Euro mit ganz anderen Augen. Meine P 67 ist wohl eher die "normale" Erhaltung mit einem Stempel vom 22.7.1962.

Diese Auslandskarte P 68 wurde gar erst 1966 verwendet. Ein "begeisterter Sport-Briefmarkensammler" antwortet auf ein Inserat in der DBZ an einen Empfänger in Trelleborg, Schweden.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 23.08.2019 18:48:24 Gelesen: 1713# 91 @  
Die Orts-Antwortkarte der 2. Ausgabe ist zwar nicht so selten, wie die der 1. Ausgabe (vgl. Beitrag [#83]), aber wohl alles andere als häufig, denn sie steht immerhin mit 450,- Micheleuro im Katalog.

Bei meinem Exemplar wurde nur der Frageteil verwendet. Offenbar in Berlin im Jahr 1962.



Die Karte birgt Geheimnisse über die man vortrefflich spekulieren kann. Hier der Frageteil inkl. Text vergrößert:



Eine Bundkarte in Berlin verwendet könnte ungewöhnlich sein, aber ich denke, dass dies Berliner Sammler durchaus gemacht haben um echt gelaufene Ganzsachen zu bekommen.

Vom Stempel ist außer der Jahreszahl "62" kaum etwas zu erkennen.

Der Text ist in Deutscher Schrift verfasst und etwas geheimnisvoll. Besonders auffällig ist das handgeschriebene Datum "4.10.18". Meine Schlussfolgerung ist, dass hier entweder eine "Fake"-Beschriftung vorliegt oder eine "codierte" Nachricht. Was meint ihr?

Viele Grüße
Michael
 
GSFreak Am: 25.08.2019 21:14:08 Gelesen: 1641# 92 @  
Leider habe ich keine P 69 gebraucht in meiner Sammlung. Ich mache mal weiter mit der P 70.

Hier ist der Frageteil, entwertet mit einem Maschinenstempel 6 FRANKFURT AM MAIN 2, UB mo, "Internationale / Frankfurter / Messe / 17.-21.2.1963" vom 28.11.1962, gelaufen nach München 13.



Gruß Ulrich
 
Michael Mallien Am: 26.08.2019 17:37:46 Gelesen: 1615# 93 @  
Ich sehe gerade, dass ich gar nicht die MiNr. der in [#91] gezeigten Karte genannt habe. Es ist eine P 69.

Von der Auslands-Antwortkarte P 71 kann ich nur das Antwortteil zeigen. Hier ist die P 71 A mit Stempel vom 28.5.1965 aus Senftenberg, Österreich, gelaufen nach Altheikendorf bei Kiel.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 01.09.2019 11:32:50 Gelesen: 1556# 94 @  
Die 3. Gruppe der Ganzsachen-Postkarten Bedeutende Deutsche beginnt 1962 mit der P 73. Das Kennzeichen der Ausgaben dieser Gruppe ist der Schriftzug "POSTKARTE" in Grotekschrift.

Bei der Ortspostkarte P 73 zu 8 Pfennig fällt abermals die vergleichsweise hohe Michelbewertung der gebrauchten Erhaltung auf. Sie beträgt im Michel Ganzsachenkatalog 2018 immerhin 125 Micheleuro. Diese Bewertung gilt für die bestimmungsgemäße Verwendung als Ortspostkarte. Hierin liegt wohl auch der Grund dafür, denn ab dem 1.3.1963 gibt es diesen Tarif nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland. Ich vermute, dass es nach Erscheinen der Ganzsache eine Zeit lang gedauert hat, bis diese verbreitet an den Schaltern vorlag, wodurch der mögliche Verwendungszeitraum stellenweise sehr eingeschränkt gewesen sein dürfte.

Hier ist eine P 73 verwendet innerhalb Stuttgarts am 27.2.1963, am vorletzten Tag des Tarifs.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 04.09.2019 19:46:51 Gelesen: 1506# 95 @  
Gewohnt häufig ist die einfache Fernpostkarte P 74. Mein Exemplar ging am 3.12.1962 von Hannover nach 3131 Gistenbeck.



Mir gefällt besonders die schöne akkurate Handschrift des Versenders.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 06.09.2019 10:28:55 Gelesen: 1477# 96 @  
Zur P 74 möchte ich ein rares Exemplar aus meiner Sammlung beisteuern.



Die Beförderung nach Frankreich ohne Zusatzfrankatur war nur zwei Monate lang möglich. Am 1.1.1963 wurde das sogenannte 'CEPT'-Porto (Standardbriefe und Postkarten zum Inlandstarif) eingeführt und am 1.3.1963 stieg das Postkartenporto auf 15 Pf.

Derartig verwendte Karten sind echte Seltenheiten. Ich kenne nur diese, sowie noch eine (philatelistisch beeinflußte) Antwortkarte (P 77A) aus Frankreich.

Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 09.09.2019 18:29:42 Gelesen: 1422# 97 @  
@ piems [#96]

Hallo Clemens,

das ist abermals eine sehr interessante Information! Sie könnte dazu beitragen, dass weitere Exemplare dieser Art gefunden werden. Jedenfalls habe ich nun ein Augenmerk auf diese Besonderheit, bei einer eigentlich sehr gewöhnlichen Karte. Vielen Dank dafür.

Mein Exemplar der P 75 ging am 13.6.1964 von Hamburg nach Mailand, Italien.



Korrekt verwendete Auslandskarten sind generell nicht so häufig. Mir gefällt auch, dass die Karte am 15.6.64 einen Ankunftsstempel erhalten hat, wenn ich auch nichts weiter zu dem Stempel ARRIVI DISTRIBUZ sagen kann.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 13.09.2019 10:44:57 Gelesen: 1364# 98 @  
Die 3. Gruppe der Ganzsachen-Postkarten Bedeutende Deutsche enthält keine Doppelkarte mehr für den Ortstarif (8/8 Pf). Gründe dafür könnten noch ausreichende Bestände aus den Gruppen 1 und 2 (beide erschienen 1961) sein, eine generell geringe Nachfrage und das bevorstehende Ende des Ortstarifs zum 1.3.1963. Die nächste Katalognummer wäre die P 76 gewesen. Im Michel steht dazu: P 76 entfällt. Möglicherweise war diese Katalognummer für die Orts-Doppelkarte reserviert worden.

Auch die Doppelkarte P 77 für den Ferntarif zu 10/10 Pf ist mit 100,- Micheleuro vergleichsweise hoch bewertet. Dafür könnten ähnliche Gründe die Ursache sein. Zum 1.3.1963 entfiel nicht nur der Ortstarif für eine Postkarte zu 8 Pf, sondern es wurde auch der Ferntarif von 10 auf 15 Pfennig erhöht. Mein kleiner Bestand an P 77 spiegelt die Situation wieder. Alle Karten sind nicht korrekt zu dem Zweck/Tarif verwendet worden, für den sie ausgegeben wurden.

1. Antwortteil P 77 A, gelaufen innerhalb Hamburgs am 16.11.1962
Hier wäre noch der Ortstarif zu 8 Pfennig möglich gewesen.



2. Antwortteil P 77 A, gelaufen innerhalb Bergneustadts am 4.6.1963 mit Zusatzfrankatur.

Der Ortstarif galt nicht mehr, aber 10 Pfennig waren nicht mehr genug, weshalb auffrankiert werden musste.



3. Frageteil P 77 F, verwendet als Drucksache und gelaufen am 17.3.1964 von Oldenburg nach Bad Ems.

Für Drucksachen war 10 Pfennig der korrekte Tarif ab dem 1.3.1963.



Offenbar ist es keine ganz leichte Aufgabe die P 77 bzw. deren Teile korrekt verwendet zu finden.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 14.09.2019 20:39:14 Gelesen: 1329# 99 @  
@ Michael Mallien [#98]

Hallo Michael,

ja, Deine Beobachtung kann ich bestätigen. Die Doppelkarte P 77F/A ist selten tarifgerecht verwendet worden und recht schwer zu finden. Aus meiner Sicht sind die Einzelteile im MICHEL unterbewertet (Frageteil 40 Euro, Antwortteil 50 Euro).

Aus meiner Sammlung hier der Frageteil, aus der ersten Briefkastenleerung nach der Portoerhöhung vom 1.3.63 noch ohne Zusatzfrankatur zum alten Tarif akzeptiert.



Dazu kann ich noch ein Schmankerl zeigen. Die Karte ist zwar erst im Folgetarif verwendet worden, als das Porto schon 15 Pf. betrug, lief aber im Grenzverkehr nach Holland:



Der Absender hatte eine alte 2-Pf. Marke "Heuss" zur Ergänzung der Zusatzfrankatur verwendet. Die 3-Pf.-Marke mit dem Brandenburger Tor kam da wie gerufen. Sie ist zwar eigentlich eine Berliner Ausgabe, wurde aber auch im Bundesgebiet verkauft und sollte dazu dienen, die noch vorhandenen 7-Pf.-Marken aufzubrauchen. Das Drucksachenporto war nämlich am 1.3.1963 auf 10 Pf. erhöht worden.

Der Antwortteil kann ich ebenfalls in regulär gelaufener Form zeigen, in diesem Fall wurde die Karte am Tag vor der Portoerhöhung aufgegeben:



Zusätzlich möchte ich noch das in meinem letzten Beitrag erwähnte Stück im CEPT-Tarif aus Frankreich zeigen. Die Einlieferung bereits am zweiten Tag nach der Gebührensenkung ist wohl einmalig:


 
piems Am: 14.09.2019 21:28:00 Gelesen: 1321# 100 @  
Ich erlaube mir, gleich im 100. Beitrag dieses Themas mit der Auslandsdoppelkarte P 78 weiterzumachen.

Bei den Auslandskarten muss man ab der Ausgabe 'Bedeutende Deutsche' bei gebrauchten Karten aufpassen, dass das Porto stimmt. Wie schon oben angesprochen, wurde ab 1963 im Europaverkehr Zug um Zug der Inlandstarif für Postkarten und Standardsendungen eingeführt, zuerst mit Frankreich und Belgien. Näheres dazu findet man in der Portotabelle am Anfang des Ganzsachen-Katalogs. Ab dem betreffenden Stichtag handelt es sich bei Auslandsganzsachen um überfrankierte Exemplare.

Im außereuropäischen Verkehr ist das kein Thema, wie bei diesem Frageteil (P 78F) in die USA:



Für die Luftpost wurden tarifgerecht 20 Pf. dazugeklebt.

Ein Beispiel für eine zwar im CEPT-Verkehr gebrauchte, aber trotzdem portorichtige Verwendung der Auslands-Antwortkarte (P 78A) zeige ich hier:


Von und nach Luxemburg galt zwar ab 1.4.1963 der ermäßigte CEPT-Tarif (Inlandsporto), welcher aber zum 1.4.1966 wiederum auf 20 Pf. gestiegen war. Somit entsprach in dieser Relation das Porto dieser Karte vom 4.10.1966 wieder dem aufgedruckten Wertstempel!

Die Eilzustellung (Exprès) musste den UPU-Bestimmungen entsprechend mit Marken der Postverwaltung des Absenders verklebt werden, in diesem Fall 13,50 Franc.

Die Karte hat zusätzlich zum Durchgangsstempel des Flughafens Köln/Bonn (vorderseitig) auch einen (leider unleserlichen) Eingangsstempel auf der Rückseite.

Viele Grüße
Clemens
 
GSFreak Am: 16.09.2019 09:42:23 Gelesen: 1269# 101 @  
Hier zwei "Bach-Karten" aus meiner Sammlung:



P75 aus 8 MÜNCHEN BPA vom 12.12.1963 (Maschinenstempel "Münchner Bier") nach Innsbruck in Österreich. Der erste Satz auf der Rückseite lautet: "Ich schreib heute wieder auf einem Postamt in der Stadt"; keine Absenderangabe, da Schreiber offensichtlich in Eile, wie er auf der Vorderseite schreibt.



P78F aus 635 BAD NAUHEIM vom 13.07.1964 nach Bern in die Schweiz.

Gruß
Ulrich
 
Michael Mallien Am: 21.09.2019 12:05:26 Gelesen: 1164# 102 @  
@ piems [#100]

Bei den Auslandskarten muss man ab der Ausgabe 'Bedeutende Deutsche' bei gebrauchten Karten aufpassen, dass das Porto stimmt. Wie schon oben angesprochen, wurde ab 1963 im Europaverkehr Zug um Zug der Inlandstarif für Postkarten und Standardsendungen eingeführt, zuerst mit Frankreich und Belgien. Näheres dazu findet man in der Portotabelle am Anfang des Ganzsachen-Katalogs. Ab dem betreffenden Stichtag handelt es sich bei Auslandsganzsachen um überfrankierte Exemplare.

Hallo Clemens,

vielen Dank für diesen Hinweis! Ich habe dies in der Vergangenheit nicht beachtet und auch das Kapitel im Ganzsachenkatalog schon länger nicht mehr zu Rate gezogen. Bei der P 78 habe ich ein Beispiel, welches am 16.4.1966 nach Meran, Italien versendet wurde.



Seit dem 1.4.1966 galt einer neuer Tarif für Auslandspostkarten (30 Pf), aber Italien war ab 15.8.1965 CEPT-Land, wodurch die Karte wieder portogerecht verwendet werden konnte, da auch der Inlandstarif am 1.4.1966 auf 20 Pf gestiegen war.

Das Zusammenspiel der Portostufen mit den unterschiedlichen Daten der CEPT-Länder birgt ganz sicher noch so manche Rarität.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 21.09.2019 15:28:34 Gelesen: 1146# 103 @  
@ Michael Mallien [#102]

Hallo Michael,

wenn man den CEPT-Tarif dokumentieren will, sind meiner Meinung nach die Inlandskarten am interessantesten. Derart verwendete Auslandskarten, wie die von Dir genannte oder auch die aus meinem letzten Beitrag sind als Nachverwendungen einzustufen, aber natürlich auch sammelwürdig.

In diesem Kontext stelle ich eine nach Holland gelaufene Karte (P 79) vor (CEPT-Tarif ab 1.8.1964, also vom 2. Monat nach der Gebührensenkung):



Das folgende Exemplar wurde als Inlandskarte (vom 31.5.1965) aufgegeben und wegen der Nachsendung nach Österreich zur Auslandskarte auffrankiert:



Der 15-Pf.-Tarif galt ab dem 1.3.1963 bis zum 31.3.1966, also drei Jahre und einen Monat. Schon 1965 wurde die Serie 'Bedeutende Deutsche' abgelöst, so dass die Karten mit Wertstempel 'Luther' etwa zwei Jahre verkauft wurden.

Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 04.10.2019 15:34:01 Gelesen: 974# 104 @  
Die P 79 erschien zur Portoerhöhung am 1.3.1963. Es gibt sie in zwei Farben des Kartons.

P 79 (weiß) vom 14.1.1964 aus Hannover nach Gistenbeck



P 79 (rahmfarben) vom 3.6.1965 aus Flintbek nach Berlin



Im Michelkatalog werden die Farben zwar aufgeführt, jedoch nicht in Form von Unternummern katalogisiert. Demnach gehe ich davon aus, dass keine wesentlichen Unterschiede in der Häufigkeit bestehen.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 18.10.2019 21:12:43 Gelesen: 733# 105 @  
Die Doppelkarte mit Wertstempel "Luther" ist unter der Michelnummer P 80 katalogisiert. Von den Doppelkarten der Serie "Bedeutende Deutsche" ist sie die am häufigsten gebrauchte Ausgabe und relativ leicht zu beschaffen.

Per Einschreiben beförderte Stücke sind etwas Besonderes:



Auf der Rückseite (die ich nicht zeige) bewirbt sich der Absender auf eine vom Empfänger inserierte Wohnung.

Hier auch noch der Antwortteil (P 80A), zurückgeschickt aus der DDR:


 
Michael Mallien Am: 03.11.2019 10:23:20 Gelesen: 496# 106 @  
@ piems [#105]

Hallo Clemens,

Du zeigst mit der P 80 die letzte noch ausstehende Ganzsache zur Dauerserie Bedeutende Deutsche in diesem Thema. Die P 81 ist eine Bildpostkarte und passt daher nicht hierher.

1965 kamen die Ganzsachen mit Wertstempeln der Dauerserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten I an die Schalter. Die P 82 als Postkarte für das Inland.



Die Auslandskarte P 83 bediente zunächst nur einen Übergangszeitraum bis zur Portoerhöhung am 1.4.1966. Mein Exemplar ging allerdings erst 1969 nach Luxemburg. Zu diesem Zeitpunkt war Luxemburg bereits ein CEPT-Land und die Unterscheidung zwischen In- und Ausland spielte keine Rolle mehr.



P 83 ab 1.4.1966 im Inland verwendet, werten im Michel deutlich niedriger.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 05.11.2019 20:04:55 Gelesen: 389# 107 @  
@ Michael Mallien [#106]

Hallo Michael,

die P 83 gehört portorichtig vor dem 1.4.1966 ins Ausland versandt zu den seltenen Bund-Ganzsachen, nach denen man u.U. lange suchen muss. Bei der Doppelkarte (P 85) ist es noch extremer. Das lag vermutlich daran, dass die Verwendungszeit (1965 - März 1966) relativ kurz war und die Ausgaben mit Wertstempel 'Bach' noch ausreichend an den Schaltern verfügbar waren. Außer von Sammlern wurden diese Ausgaben offenbar kaum verwendet.

Hier ein schönes Stück mit Maschinenstempel von Nürnberg nach Basel:



Dazu noch als Nonplusultra eine Eilkarte in die Schweiz:



Viele Grüße
Clemens
 
piems Am: 05.11.2019 20:14:26 Gelesen: 387# 108 @  
Die Doppelkarte für das Inland ist ohne Zusatzfrankatur ebenfalls eher selten.

Hier der Frageteil P 84F, im Inland verschickt:



Der Antwortteil (P 84A) wurde hier am 14.3.1966 aus Südtirol zurückgeschickt. Das ermäßigte CEPT-Porto galt nach und von Italien seit 15.8.1965:



Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 17.11.2019 12:26:38 Gelesen: 95# 109 @  
Exemplare der Doppelkarte P 84 möchte ich noch einmal zeigen. Hier zunächst eine komplette P 84 mit Stempel vom 27.2.1966.



Hier nun der beschriebene Frageteil P 84 F vergrößert und gedreht. Es fällt auf das geschriebene Datum auf, denn dort steht Tübingen, den 26.3.66. Entweder hat sich der Schreiber vertippt oder das Datum des Poststempels war falsch eingestellt. Es spielt jedoch keine Rolle, da die Portoerhöhung erst am 1.4.1966 erfolgte.



Die P 84 A kann ich auch in Einzelverwendung zeigen mit dem Stempel HASSFURT vom 20.11.1965.



P 82 und P 84 gibt es mit unterschiedlich breiten Fluoreszenzstreifen (3,8 bzw. 4,7 mm). Die beiden gezeigten Antwortteile lassen diese Unterschiede erkennen:



Über die Häufigkeit dieser Varianten habe ich keine Informationen.

Viele Grüße
Michael
 

Das Thema hat 109 Beiträge:
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