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Thema: Aus den Erivan Haub Auktionen
Das Thema hat 37 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 12.12.2019 19:18:41 Gelesen: 1433# 13 @  
@ Heinz 7 [#12]

Lieber Heinz,

vielen Dank für deine vielen, engagierten Beiträge hier.

Den Zierbrief hätte ich auch genommen, wenn ich Schweizsammler wäre - nur den Zuschlag hätte ich nicht bezahlen wollen, aber du hast ja schon richtig geschrieben, dass es Sammler gibt, bei denen es auf ein paar Zehntausend Fränkli oder Euro nicht wirklich drauf an kommt und ich freue mich sehr, dass es solche Sammler gibt, auch wenn ich nie einer von ihnen werden werde.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
marlborobert Am: 12.12.2019 20:07:13 Gelesen: 1410# 14 @  
@ Heinz 7 [#12]

"Da hat der Käufer sich vom wunderschönen Fräulein auf Seite 26 vielleicht verführen lassen, besonders grosszügig zu sein?"

Ich gehe davon aus, dass er damit rechnet, dass auch diese Schönheit in Echtgröße der Sendung beiliegt. ;)
 
bayern klassisch Am: 12.12.2019 20:21:55 Gelesen: 1402# 15 @  
@ marlborobert [#14]

Da wäre sie aber von damals bis heute ziemlich stark skelettiert. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 13.12.2019 09:04:03 Gelesen: 1344# 16 @  
@ Heinz 7 [#12]

Es freut mich besonders, hier ein sehr seltenes Stück zeigen zu dürfen, das vielen Sammlern als Rarität gar nicht so richtig bewusst ist: ein Ganzsachen-Umschlag von 1846.

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die wirklich teure Ganzsachen (im konkreten Fall: Briefumschläge) haben, und wo diese Raritäten von den Sammlern auch nicht verschmäht werden. (In vielen anderen Ländern ist das anders, da lassen die Sammler auch heute noch seltenste Ganzsachen schnöde liegen)*. Den Briefumschlag gibt es in drei verschiedenen Formaten:

Zumstein Nummern:

07I = 140 x 55 mm
07II = 140 x 75 mm
07III = 140 x 110 mm

In der Sammlung Erivan Haub gab es gleich mehrere dieser Umschläge, und in der ersten Auktion wurde nun in Los 7010 einer der kleinformatigen angeboten. Es ist der "günstigste" der dreien, mit einem Katalogwert von immerhin satten CHF 65'000 (Händlerkatalog 2018). Natürlich ist er selten, ich zitiere aus der Losbeschreibung: "Schäfer Postgeschichte Genf kennt nur 24 gebrauchte Ganzsachenumschläge".



Ein Ausruf von CHF 15'000 für solch ein Stück ist sicher nicht übertrieben. Also war das Interesse an dem Stück da, und der Hammer fiel bei CHF 25'000. Das war das 7. höchste Ergebnis dieser Auktion.

* Vielleicht sollte ich besser schreiben: "… da lassen die Sammler seit längerer Zeit auch seltenste Ganzsachen noch immer schnöde liegen", denn sehr viel früher, im XIX. Jahrhundert, waren die Ganzsachen generell vergleichsweise sehr viel teurer als heute (mit wenigen Ausnahmen).

Heinz
 
marlborobert Am: 13.12.2019 09:34:17 Gelesen: 1332# 17 @  
@ bayern klassisch [#15]

da wäre sie aber von damals bie heute ziemlich stark skelettier. :-)"

Wenn man die Preise betrachtet, die selbst für Sachsen-Dreier KNOCHEN bezahlt werden, dann kannst davon ausgehen, dass es für einen ganzen Skelett sogar ganz günstig gewesen. ;)

Ich bleibe dabei, dass der Bieter nicht mal die untere Hälfte des Blattes beobachtet hat, um was es eigentlich ging.

Und nach den Meldedaten von Genf war die Absenderin eigentlich diese Dame:

Was wäre der Endpreis, wenn man auf dem Blatt deren Bild platziert hätte ? ;)

Herzliche Grüße,
marlborobert

[1] https://szm-media.sueddeutsche.de/image/szm/7f9d09ce6573f339189d94096b644e4d/640/image.jpeg?h=2033fb76530c1d9ee3ea29675bfbb36d&hv=1
 
bayern klassisch Am: 13.12.2019 10:18:21 Gelesen: 1314# 18 @  
@ marlborobert [#17]

Ja, da hast du natürlich Recht und zu der Dame: Grausame Optik. Aber nur von der Dame, nicht vom Briefchen selbst.

@ Heinz 7 [#16]

Ich finde diese ganz frühen Ganzsachenumschläge sehr attraktiv, vor allem in vorliegender Form, aber wenn es nur 24 davon geben sollte, noch dazu aufgeteilt in 3 Varianten, werden sich die Sammler erst gar nicht groß dafür interessieren, weil sie eh unerschwinglich bleiben werden.

Der heute zu beobachtende Trend weg von den Ganzsachen hin zu Briefen liegt m. E. daran, dass ein Brief immer individuell ist, während eine Ganzsache i. d. R. in vielen Bereichen immer gleich ist (Format, Zudruck usw.). Das lässt der Individualität weniger Raum, als frei gefaltete Briefe bzw. selbst zu gestaltende Kuverts, die viel mehr Abwechslung in eine große Sammlung bringen, als die oft etwas einseitig daher kommenden Ganzsachen.

Ich durfte mal eine ca. 10.000 Ganzsachen Bayerns umfassende Sammlung ansehen, in der Dutzende verschiedener Ganzsachen vereint waren - aber auch das war eher ernüchternd und fast schon langweilig, vor allem wenn Zusatzfrankaturen fehlen, die ja doch den Reiz derselben gewaltug erhöhen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 14.12.2019 18:41:52 Gelesen: 1262# 19 @  
@ Heinz 7 [#12]

Ich möchte ein wenig über die Sammlungen USA plaudern. Sie sind bei Erivan Haub einmalig stark vertreten. Über die Postmeister-Marken habe ich schon einiges erzählt (siehe Rubrik: "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt").

Die USA haben aber viel mehr zu bieten, als diese klassischen Seltenheiten. Anhand des Kataloges 2 will ich die Möglichkeiten ein wenig illustrieren. Ich habe anhand des Kataloges 7 Lose ausgewählt, 7 verschiedene Themen.

US Postal History, Foreign Destinations: 18 Lose
USA Carriers and Locals: 17 Lose
USA Pony Express: 16 Lose
Confederate States: Postmasters' Provisionals: 41 Lose
USA Hawaii: 4 Lose
USA Waterbury Fancy Cancellations: 21 Lose
USA/CSA: Civil War Patriotic Covers: 35 Lose

Foreign Destinations:

Viele Philatelisten lieben diese Kategorie am meisten: Briefe ins Ausland: Beispiel: Los 8



Ein Brief 1864 nach London ist nicht unbedingt eine grosse Rarität, aber wenn die Frankatur als Vierfarben-Variante gezeigt wird, schlägt das Sammler-Herz doch höher.

Ausruf? Sehr bescheidene US$ 150.

Wer will da nicht mitbieten?

Heinz
 
bayern klassisch Am: 14.12.2019 18:47:12 Gelesen: 1256# 20 @  
@ Heinz 7 [#19]

Lieber Heinz,

den würde ich für 150 Euro nehmen, auch wenn ich das Gebiet gar nicht sammle.

Ich war heute in Wiesbaden (mit ca. 20 Freunden und Bekannten) bis zum Ende des Bayernteils - das Aichach - Provisorium (eine glatte Mache des Expeditors dort) wurde mühsam zum Ausruf von 50.000 Euro zugeschlagen.

Für mich ein Witz, weil das mit echter Postgeschichte wenig zu tun hat, aber egal. Vielleicht passt es in deine umfängliche Aufzählung.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 14.12.2019 18:56:45 Gelesen: 1251# 21 @  
@ Heinz 7 [#19]

Das zweite Los, das ich mir ausgewählt habe, kommt aus der faszinierenden Abteilung "Carriers and Locals". Da gibt es unzählige, zum Teil sehr seltene, Stücke.



Los 26 - Aus der berühmten David Golden Sammlung - Scott Nr. 81L1, Boston, Mass., Hill's Post, 1849

Dieser Brief wurde von Oliver Hill selber geschrieben! Im Katalog Scott ist die Marke mit US$ 6'500 bewertet. Der Ausruf liegt aber bei nur US$ 500.

Das dritte Los ist das im Katalog am teuersten ausgepreiste: US$ 75'000

Es ist ein markenloser Brief mit einem seltenen Stempel des weltberühmten Pony Express. In den USA ist diese Sektion sehr beliebt. Dieser Brief ist von Senator Milton Latham geschrieben. Aussergewöhnlich ist die Express-Taxe. Der Brief kostete nicht weniger als fünf US-Dollar!

Dieser Brief zierte die weltbekannten Sammlungen von Hall und Thurston Twigg-Smith. Dass er der teuerste Brief sein soll, hat mich trotzdem gewundert. Ich bin gespannt auf das tatsächliche Resultat.

(heute kenne ich es, ich vermelde das Resultat so bald als möglich)



Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.12.2019 19:46:54 Gelesen: 1227# 22 @  
@ Heinz 7 [#19]

Die vierte Kategorie ist für mich die faszinierendste

Confederate States: Postmasters' Provisionals

Mit 41 Losen hatten die Sammler auch eine schöne Auswahl.

Das erste Los, Los 52, kostet nur US$ 250 (Ausruf), es sind also nicht ALLE Marken/Briefe aus diesem Bereich teuer. Es möge mir aber verzeihen, wenn ich mir das Spitzenlos ausgewählt habe, um es zu besprechen: Los 55.



Es ist das Unikat "Large Beaumont" auf Brief. Katalogwert Scott US$ 90'000, Michel Euro 100'000 (Michel 2010). Der Brief wird auch im Ankündigungsbuch breit besprochen und im Auktionskatalog hoch gelobt. Warum denn aber der Schätzpreis bei nur US$ 25'000 liegt, finde ich nicht "fair".

Klar - man kann verhindern, dass der Brief zu diesem Preis tatsächlich verkauft wird. Aber sollte man ihn nicht "fair" auspreisen? Vermutlich will man mit einer "Traum-Steigerungsrate" glänzen, wenn der Brief zu seinem wahren Wert verkauft wird. Man muss dazu wissen, dass der Brief schon 1956, also vor 63 Jahren (!) US$ 2000 kostete, bei der Caspary-Auktion (Los 67, sale 989).

Wir dürfen gespannt sein auf das Ergebnis. Ich verrate es morgen, sofern ich mir die Zeit dazu zusammenstehlen kann.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.12.2019 20:18:45 Gelesen: 1213# 23 @  
@ Heinz 7 [#19]

Sektion 5 - Hawaii - ist ein ganz grosses Sammelgebiet. Natürlich überragen die Erstausgaben (Missionaries) die übrigen, aber auch sonst hat Hawaii viel zu bieten.

Die Auktion bei HR Harmer New York bot aber nur eine kleine Auswahl von 4 Losen.

Besonders gefallen hat mir Los 94:



Ein Brief von 1863 von Honolulu nach Catskill NY (der Ort heisst wirklich so!), via Hafen San Francisco. Der Brief ist ein sogenannter "Patriotic cover", davon gibt es aus Hawaii nur wenige.

Ich habe nicht das "Kleingeld", um einfach so, zum Spass, da mitzubieten, aber beim Ausruf von US$ 1500 hätte ich kein schlechtes Gefühl. Im Gegenteil.

Ich bin sehr gespannt auf das Verkaufsresultat.

Sektion 6: USA Waterbury Fancy Cancellations: 21 Lose

Ein tolles Gebiet, ebenfalls! Wir haben diese Stempel in einem separaten Thema auch schon besprochen. Es gibt einige sehrsehr teure Briefe, aber auch einige, die sich ein Sammler ohne grosses Budget leisten kann. 12 der 21 Lose haben einen Schätzpreis von US$ 100 - US$ 1000.

Etwas mehr kostet Los 107.



Für mich ein Geheimtipp: Ein Valentinsbrief mit einem passenden Stempel! Unschlagbar, eigentlich. Dr. Glenn Jackson hatte diesen Stempel natürlich in seiner Sammlung (er hatte die wohl beste Waterbury-Sammlung "ever").

Ich bin sicher, dass der Ausrufpreis (US$ 1'500) bei Weitem übertroffen wird!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.12.2019 20:31:20 Gelesen: 1204# 24 @  
@ Heinz 7 [#19]

Unglaublich interessant und pittoresk ist die 7. Kategorie: die Patriotic Covers. Es gibt solche aus den USA und auch solche der Confederate States. Die Vielfalt dieser Umschläge ist verblüffend. Auch die Erivan-Auktion war diesbezüglich erfreulich: Aus immerhin 35 Briefen konnten die Sammler auswählen bei der 2. Erivan Haub-Auktion in New York.

Ein Los, das mir ins Auge fiel, war Los 150:



Ein Brief von ca. 1863 von Jacksonville nach Chicago. Ausruf/Schätzpreis nur US$ 300. Der Umschlag war Walcott nicht bekannt, ist also sehr selten (Walcott war ein grosser Sammler und Kenner dieser Patriotic Covers).

Ich habe alle diese 7 Lose vor der Auktion, ausgewählt, und war dann sehr gespannt auf die Auktion, die am Sitz des Collector Clubs New York stattfand.

Wie aus meinen Kommentaren ersichtlich erwartete ich von allen Losen, ausser Los 43, höhere Zuschläge als die Estimates. Zum Teil scheinen mir die Ausrufe unrealistisch tief.

Heinz
 
hajo22 Am: 14.12.2019 23:08:49 Gelesen: 1175# 25 @  
Ich habe gerade die Ergebnisliste der 2. Erivan-Auktion Altdeutsche Staaten online angesehen. Teilweise sagenhafte Zuschläge nach meinem Empfinden.

Habe leider nichts bekommen.

Schönen Abend,
hajo22
 
Martin de Matin Am: 14.12.2019 23:14:34 Gelesen: 1173# 26 @  
@ Heinz 7 [#21]

Als kleine Ergänzung zur Scott 81L1. 1999 wurde dieser Brief bei der Golden-Auktion bei Siegel mit einem Schätzpreis von 4000-5000 Dollar angegeben und der Zuschlag erfolgte bei 6000. In dieser Auktion wurde ein weiterer Brief mit dieser Marke zum gleichen Schätzpreis angeboten und der Zuschlag war 6750 Dollar. Bei dem zweiten Brief war die Marke dreiseitig rechteckig geschnitten und die Unterseite war durch reissen getrennt; aber zusätzlich geht der Stempel von Boston auf die Marke über.

Gemäß der Angaben im Auktionkatalog von Siegel soll es 7 Briefe mit dieser Marke geben. Sieben Briefe sind selten, aber es gibt einige von den Locals die noch viel seltener sind.

Bei diesem 3. Teil der Goldensammlung wurden von den rund 500 Losen mehr als 30 Lose höher zugeschlagen, als die oben genannten Briefe.

Gruss
Martin
 
bayern klassisch Am: 14.12.2019 23:18:12 Gelesen: 1168# 27 @  
@ hajo22 [#25]

Willkommen im Club. Ich kaufe dort seit über 30 Jahren, bin aber heuer erstmals leer ausgegangen, trotz nicht ganz unbeachtlichem Budget.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Martin de Matin Am: 14.12.2019 23:43:19 Gelesen: 1151# 28 @  
@ hajo22 [#25]

Es ist aber nicht alles mit sagenhaften Zuschlag. Als Beispiel nenne ich das Los 18 mit einer Mischfrankatur Bayern Nr. 1 mit Nr. 4. Der Ausruf war 15.000 und der Zuschlag war 30.000.

Auf den ersten Blick sieht das gut aus, aber dieser Brief wurde 2009 als Los 13 der 338. Köhlerauktion (Sammlung Fritz Kirchner) angeboten, und mit 29.000 Euro zugeschlagen. Mit Gebühren nenne ich dieses eher ein Verlustgeschäft.

Ein anderes Beispiel Los 4 mit Kehrdruckzwischensteg von Baden Nr. 5 Ausruf 30.000 und der Zuschlag war 38.000 Euro. 1990 wurde dieses Stück als Los 8063 der Kochsammlung bei Joachim Erhart mit 80.000 DM ausgerufen; den Zuschlag kenne ich leider nicht.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 15.12.2019 11:00:04 Gelesen: 1092# 29 @  
@ Martin de Matin [#28]

Wir wissen, dass Erivan Haub einige Preise bewilligt hat, die damals sehr hoch waren. Dass dies nun wieder relativiert wird, war zu erwarten und ist auch richtig. Eine sorgfältige Betrachtung der Ergebnisse ist aufschlussreich. Überraschungen "nach unten" - aber auch "nach oben" - sind normal und es ist gut, wenn wir das Aktuelle ein wenig einordnen können.

In Stockholm habe ich bei der Vorausschau einige sehr pessimistische Stimmen gehört. Es gab Stimmen, die haben vorausgesagt, dass viele Lose Deutschland/USA nur zu sehr tiefen Preisen verkauft werden können. Ich teilte diesen Pessimismus nicht.

Sicherlich waren/sind die Auktionatoren sehr vorsichtig. Offenbar haben sie bei der Ausruf-Preis-Gestaltung freie Hand, denn wenn wertvollste Weltraritäten zu Schnäppchenpreisen angeboten werden, geht der Verkäufer ein sehr hohes Risiko ein. Beispiele sind vor allem in den USA-Auktionen Teil 1 und Teil 2 zu sehen.

Wenn wir also mit unseren Beiträgen die Resultate ein wenig kommentieren, ist das für die Leser vielleicht von Interesse.

Ich will mich vorerst hauptsächlich zu den Schweiz und USA-Angeboten äussern, und berichte nun zur 2. Auktion in New York.

160 Lose wurden angeboten, in 8 Teilen, wie oben gezeigt (7 Teile), siehe [#19] = 152 Lose
plus 8 weitere Lose: 8 weitere "Fancy cancellations" (aber keine "Waterbury"s).

Schnäppchenjäger hatten es schwer, aber es war nicht aussichtslos. Nur wenige Lose wurden zum Ausruf verkauft, aber es kam doch vor. 5 Lose wurden nicht verkauft.

zwei Lose kosteten US$ 200 oder weniger
weitere 27 Lose kosteten US$ 500 oder weniger
weitere 39 Lose kosteten US$ 1'000 oder weniger
weitere 23 Lose kosteten US$ 2'000 oder weniger

Damit sind 60 % der Lose schon einmal "weg" (96 von 160). Es war also keine "Auktion nur für Millionäre", wie gelegentlich zu hören ist.

Die übrigen 64 Lose waren im Zuschlag höher:

weitere 26 Lose kosteten US$ 2'100 - 5'000
weitere 19 Lose kosteten US$ 5'100 - 10'000
weitere 8 Lose kosteten US$ 10'100 - 20'000
weitere 8 Lose kosteten US$ 20'100 - 50'000
und drei Lose kosteten über US$ 100'000

Mehrere Lose wurden massiv höher verkauft, als ausgerufen. Zum Teil durfte dies aber auch erwartet werden: siehe Beiträge [#19] und [#21] bis [#24].

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.12.2019 11:16:07 Gelesen: 1078# 30 @  
@ Heinz 7 [#29]

Die von mir vorgestellten Lose wurden meistens stark beboten und erreichten folgende Resultate:

Los 008 - Ausruf: US$ 150 - PR: US$ 500
Los 026 - Ausruf: US$ 500 - PR: US$ 4'250
Los 043 - Ausruf: US$ 75'000 - PR: US$ 160'000
Los 055 - Ausruf: US$ 25'000 - PR: US$ 210'000
Los 094 - Ausruf: US$ 1'500 - PR: US$ 9'000
Los 107 - Ausruf: US$ 1'500 - PR: US$ 9'000
Los 150 - Ausruf: US$ 300 - PR: US$ 4'000
 

Ich muss festhalten, dass diese Ergebnisse nicht repräsentativ für die ganze Auktion waren. Einige Lose sahen nur moderate Steigerungen, oder gingen gar zum Ausruf oder wurden nicht beboten (5 Lose).

Los 55 ist sicher das spektakulärste Ergebnis. Zu Recht hat HR. Harmer dieses Los in den Vordergrund gestellt, und mindestens zwei vermögende Sammler haben das Los unbedingt gewollt. Es erreichte einen sehr guten, meines Erachtens aber angemessenen Preis (nicht übertrieben hoch, angesichts der Bedeutung dieses Briefes). Siehe auch mein Kommentar auf "Die seltensten und wertvollsten Briefmarken der Welt".



Die Auktion ist sicherlich als grosser Erfolg zu werten. Wir freuen uns auf die Fortsetzung.

Heinz
 

Heinz 7 Am: 19.12.2019 00:26:35 Gelesen: 983# 31 @  
@ Heinz 7 [#12]

Ich wollte noch das fünfthöchste Resultat der 2. Erivan Haub-Schweiz-Auktion vorstellen:



Ein wunderbarer Brief von Fleurier nach Canton (China), frankiert mit Strubel-Dreifarbenfrankatur 300 Rappen.

Der Brief wurde hochgeboten von CHF 6'000 auf CHF 27'000 + 21 % Zuschlag

Heinz
 
bayern klassisch Am: 19.12.2019 09:33:34 Gelesen: 945# 32 @  
@ Heinz 7 [#31]

Hallo Heinz,

was für ein wunderbarer Brief - der Preis ist mehr als gerechtfertigt; sammelte ich die Schweiz und hätte den Geldbeutel dazu, wäre der auch auf meiner Wunschliste gestanden.

Danke fürs Berichten und Zeigen dieser wundervollen Stücke.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Richard Am: 23.12.2019 09:27:23 Gelesen: 803# 33 @  
Zweite Versteigerung ERIVAN-Sammlung Altdeutschland: Briefmarkensammler zieht mit dem „Großen Los“ den Hauptgewinn

(Wiesbaden/pcp-wm) - 307 berühmte Briefmarken und Briefe fanden am 14. Dezember 2019 stolze neue Besitzer, denn in Wiesbaden fand die zweite Auktion zum Sammelgebiet Altdeutsche Staaten der Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub statt. Sie zählt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre. Höhepunkte der Auktion: Das „Große Los“ mit einem der schönsten Stücke des „Sachsen Dreiers“ kam für 70.000 Euro (Startgebot 20.000 Euro) unter den Hammer. Ein Einschreibebrief aus Mecklenburg-Schwerin nach Dünkirchen wechselte für 60.000 Euro den Besitzer (Startgebot: 10.000 Euro). Insgesamt erzielten die am 14.12. versteigerten Briefmarken und Briefe bis zum Zwölffachen des Startpreises. Nur 11 der 307 Lose blieben erst einmal liegen und sind noch im Nachverkauf zu erwerben. Ausgerichtet wurde die Versteigerung vom ältesten Briefmarkenauktionshaus Deutschlands, dem Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden.

Auktionator Dieter Michelson kommentierte das spannende Geschehen bereits während der laufenden Versteigerung am Pult: „Manch einer schüttelt den Kopf ob dieser Preise!“ meinte er und die Zuschläge gaben ihm recht. So wurde ein Brief mit einem blauen 4er-Streifen der ½-Schilling-Marke von Bergedorf von 30.000 auf 75.000 Euro hochgesteigert. Ein sehr seltenes Brückenpaar des Baden-1-Kreuzers erhielt den Zuschlag bei 38.000 Euro (Ausruf: 30.000 Euro). Das Besondere ist die kopfstehende Ausrichtung der Marken zueinander.

Bereits die Auftaktauktion im Juni war eine Sensation in der philatelistischen Welt und sorgte für eine außergewöhnliche Medienresonanz. Die bis heute anhaltende Dynamik in der Branche war erneut in Wiesbaden zu spüren. „Auch bei der zweiten Auktion der Altdeutschland-Philatelie wurden unsere Erwartungen übertroffen. Das Interesse und die Motivation der Sammler sind riesig. Briefmarken aus Preußen hätten zum Beispiel vor wenigen Jahren einen weniger hohen Preis erzielt“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter des Auktionshauses Heinrich Köhler. „Über 1.100 Sammler und Händler aus der ganzen Welt haben heute mitgeboten. Sie beteiligten sich an teils intensiven Wettkämpfen im Saal, am Telefon oder online.

„Wir erleben zurzeit historische Momente der Philatelie, die Auswirkungen auf die gesamte internationale Branche haben. Wir sind sehr stolz, dass wir die Ehre haben, diesen philatelistischen Schatz von Erivan Haub den begeisterten Sammlern anbieten zu können“, sagt Karl Louis, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses.

Die nächsten Auktionen der bis 2023 geplanten Versteigerungen finden im Frühsommer 2020 statt.



Gespannt verfolgen die Auktionsteilnehmer den Verlauf der Versteigerung. Foto: Wolfgang Maassen
 
marlborobert Am: 23.12.2019 21:13:30 Gelesen: 718# 34 @  
@ bayern klassisch [#32]

"hätte den Geldbeutel dazu, wäre der auch auf meiner Wunschliste gestanden"

Alle bisher versteigerten Marken Erivan Haubs wären auf meiner Wunschliste gestanden.

Doch den wichtigsten Wunsch habe ich vergessen: Er hätte doch auch eine Tochter haben sollen, dann hätte ich eventuell eine Chance. ;)
 
bayern klassisch Am: 24.12.2019 09:02:24 Gelesen: 655# 35 @  
@ marlborobert [#34]

Ja, das wäre ein gangbarer Weg!

Als vor Jahren eine andere, große Bayernsammlung bei Köhler verkauft wurde, fand sich im Auktionssaal eine äußert attraktive junge Dame mit einer Freundin wieder, die niemand von uns Sammlern kannte. Einer fragte beim Auktionator nach und bekam zur Antwort, dass es die Enkelin des Sammlers war, der eingeliefert hatte (Kirchner). Sie wollte sich einfach mit ihrer Freundin mal ansehen, was wie so verkauft würde, auf einer Auktion. Kann man ja auch gut verstehen.

Da wäre ich gerne 20 oder 30 Jahre jünger gewesen, glaubs mir, und mit der Philatelie hätte es nicht mal etwas zu tun haben müssen.

Liebe Grüsse und Frohes Fest,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 24.12.2019 13:39:51 Gelesen: 604# 36 @  
@ Heinz 7 [#21]

Ich habe bereits gezeigt, dass an der 2. USA-Autkion von Haub eine Pony-Express-Brief ein schwindelerregendes Ergebnis erzielte: US$ 160'000 für Los 43, siehe oben, Beitröge [#21] und [#30].

Dies ist aber nicht das einzige Los aus diesem Sammelgebiet, das sehr teuer wurde. Bereits an der ersten Auktion kam eine mengenmässig zwar nur kleine, aber dennoch wichtige Sektion "Pony Express Letters" zum Verkauf.

9 Lose wurde angeboten im Juni 2019, und gleich das erste Los 109 war eine Grossrarität.



Es ist ein Ersttag-Umschlag des Pony-Expresses (Route nach Osten)

exakte Beschreibung (kopiert aus dem Auktionskatalog):

"Pony Express Apr. 3 San Francisco “Running Pony,” handstamp cancels 10c Green on white paste-up entire (Scott U17) with printed "Paid. Central Overland Pony Express Company" frank and dark blue "Saint Joseph Mo Apr 13 1860" postmark, reverse with large oval "The Central Overland California & Pike's Peak Express Company Apr 13 St. Joseph, MO." handstamp and addressed to "Hon. Milton S. Latham, U. S. Senate, Washington," cover with minor toning but in otherwise good condition for a paste-up, Fine, listed as E2 in the Frajola-Kramer-Walske census (...).

This cover was carried on the first eastbound trip of the Pony Express and is the finer of the two known covers carried on this first day of eastbound service."

Dieser Umschlag wurde für US$ 100'000 ausgerufen, und für volle US$ 250'000 zugeschlagen! Gemäss Auktionskatalog überlebten nur zwei Briefe der Route nach Osten von den 85 beförderten Briefen.

Heinz
 
Richard Am: 04.01.2020 09:36:12 Gelesen: 329# 37 @  
2. Erivan-USA-Auktion vom 10. Dezember 2019 bei H. R. Harmers erfolgreich!

(pcp-wm) Dieses Mal waren es 160 Lose USA-Konföderierte Staaten, die unter den Hammer kamen – und nahezu alles ging! Nahezu alles heißt genauer: nur drei Lose blieben während der Versteigerung unverkauft, was umgekehrt bedeutet: Über 98% wurden verkauft. Wahrlich eine Traumquote.

Der Gesamtausruf aller Lose lag bei ca. 376.000 US-$, war eigentlich – im Vergleich zur 1. Erivan-USA-Auktion – nicht sonderlich hoch. Es gab keine sechs- oder gar siebenstelligen „Kracher“, vieles war im vier- oder manchmal im fünfstelligen Bereich. Die Ergebnisse der Zuschläge dürften allerdings so manchen, der auf das billige Schnäppchen spekuliert hatte, eines Besseren belehrt haben. Denn nicht wenige Lose wurden zehn- oder gar 14fach hoch gesteigert und einige erreichten danach locker den sechsstelligen Bereich. So z.B. Los 62 (Goliad-Postmaster Provisional aus Texas im Paar): Es sauste von 10.000 $ auf 145.000 $! Ähnlich gut das Provisional aus Beaumont/Texas (Los 55), das bereits mit 25.000 $ angesetzt war, aber erst bei 210.000 $ zugeschlagen wurde.

Die Gesamtumsatzzahl von ca. 1.190.000 Euro bestätigte den Eindruck. Der Ausrufansatz – darunter waren allerdings auch eine Handvoll Lose, die gegen „Ausruf“, also ohne konkret bezifferten Preisansatz angeboten wurden – stieg um das 3,2 fache, lag also über 300% des Ausrufwertes! Kaum zu glauben!

Nun mochte der deutsche Betrachter aus der Ferne vielleicht annehmen, dass sich im Auktionssaal – dieser befand sich im edlen Collectors Club in New York – die Gemüter in Rage und Begeisterung gegenseitig getrieben und ständig im Übereifer überboten hätten. Weit gefehlt. Gemäß Angaben eines Beobachters waren – abgesehen von der Auktionatoren-Crew – nur vier Bieter im Saal (!). Völlig ungewöhnlich für europäische Verhältnisse. Dafür boomte das Internet und die Bieter am heimischen PC, die per live bidding für Sensationspreise sorgten, ließen kaum Langeweile aufkommen. In den USA findet das Auktionsgeschäft schon längst überwiegend im Internet statt. Angesichts der teils riesigen Entfernungen – man fliegt nicht einfach mal 4.000 oder 6.000 Km zu einer Auktion, wenn man es zu Hause leichter und kostenlos erledigen kann – ist dieses Prozedere gut verständlich.

Der Berichterstatter (Wolfgang Maassen) fühlt sich an seinen ersten New York-besuch Anfang der 1990er-Jahre erinnert. In der einst legendären Nassau Street, die einmal zu Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts hunderte von Briefmarkenhändlern-Geschäfte zählte, war kein einziges mehr, in Zeitschriftenshops gab es keine philatelistische Fachzeitschrift, Postämter waren kaum noch bestückt mit Briefmarken – das war schon damals Realität. Die Philatelie spielte sich auf dem Postversandweg ab, die Händler warben mit Preislisten, die sie über die Magazine anboten, ebenso die US-Post, die eigene Kundenzeitschriften/-angebotsofferten pflegte. Heute hat sich vieles davon ins Internet verlagert. Dies wird für die Philatelie – mit vielen Jahren Verspätung – auch in Europa der Weg der Zukunft sein. Auch, wenn dies so mancher bisher noch nicht verstanden hat oder nicht bereit ist, sich umzustellen.


 

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