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Thema: DDR: Dienstpost, ZKD-Post und drum herum
Das Thema hat 95 Beiträge:
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Pilatus Am: 29.03.2009 21:09:30 Gelesen: 101978# 1 @  
Eigentlich ein kleines Spezialgebiet, doch es gibt eben viel "drum herum".

Es gibt Dienstpost und Dienstpost, die keine war, es gibt ZKD-Post und ZKD-Post, die keine war, und es gibt ZKD-Post, der man es nicht gleich ansieht.

Fangen wir mit einem "Vorläufer" der Dienstpost, der Geschäftspost an.

Gruß Pilatus


 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:13:53 Gelesen: 101977# 2 @  
Hier eine Postkarte mit der 5 Pf. Dienstmarke. Schon gibt es ein Problem. Dienstpost war nicht für Post an Privatpersonen vorgesehen.


 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:15:31 Gelesen: 101976# 3 @  
Als Ergänzung dazu die Rückseite.


 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:24:12 Gelesen: 101973# 4 @  
Dienstpost mit mit 10 Pf.-Marken. 2 x je 10 Pf. weil Innerortsverkehr, 1 x mit 2 10 Pf.-Marken Außerortsverkehr.

Vielleicht kann uns Pete bei der Zuordnung der Marken helfen. Wie gesagt ich beschäftige mich jetzt erstmals damit.


 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:27:24 Gelesen: 101971# 5 @  
Jetzt 2 Briefe aus Ilmenau nach Berlin mit der 20 Pf.-Marke.


 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:33:02 Gelesen: 101969# 6 @  
Nun ein Beleg, der als Dienst - (ZKD) Post gelaufen ist, aber eigentlich keine war. Das lag nicht vordergründig daran, daß mit der Dauerserie 5-Jahrplan frankiert wurde, sondern der Absender war kein ZKD-Mitglied, hat aber die ZKD-Anschrift verwendet.


 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:40:07 Gelesen: 101966# 7 @  
Hier wurde es extrem weit getrieben, es wurde rigoros zurückgeschickt. Das lag in diesem Fall nicht nur daran, daß der Absender kein ZKD-Mitglied war, sondern zusätzlich hat er den Brief per Einschreiben geschickt. Zusatzdienste wie Einschreiben, Eilbote usw. waren im ZKD-Verkehr nicht zugelassen.


 
Pete Am: 29.03.2009 21:46:40 Gelesen: 101964# 8 @  
@ Pilatus [#4]

Beitrag [#67]: Datum der Postkarte 04.10.1958, Fasern im Papier und Zirkelkopftype 2 in der Zeichnung -> Mi-Nr. 29yII (Wz. 2) oder 34A (Wz. 3)

Beitrag [#4]: Beleg 1 und 2 Mi-Nr. 4x; Beleg 3 Mi-Nr. 19xI (Zirkelkopftype 1, Stempeldatum 21.06.1956)

Beitrag [#5]: die Marken auf beiden Belegen vermutlich 22xI (Zirkelkopftype 1), da ich keine Fasern im Papier erkennen kann (sonst auch Mi-Nr. 32yI möglich)

Die Scans sind leider etwas zu klein in der Auflösung, um genauere Aussagen treffen zu können.

Gruß
Pete
 
Pilatus Am: 29.03.2009 21:49:01 Gelesen: 101961# 9 @  
Es ging aber auch ohne Marke. Hier ist verwunderlich, daß der Absender Lieferant vieler Genossenschaften verschiedener Art war und er mußte wissen, daß Genossenschaften grundsätzlich nicht ZKD-Mitglieder sein konnten. Möglicherweise wurde ein Lehrling (Azubi) in die Poststelle geschickt. Tranportiert und ausgeliefert wurde die Post trotzdem.

Lassen wir es für heute genug sein.

Freundliche Grüße Pilatus


 
Sammler-Henn Am: 30.03.2009 14:03:43 Gelesen: 101926# 10 @  
@ Pilatus [#67]

Dienstpost war nicht für Privatpersonen vorgesehen

Hallo Pilatus,

diese Feststellung ist nicht richtig. 1959 habe ich eine Lehre in einem Volkseigenen Betrieb begonnen. Als Lehrling oblag mir die Führung der Portokasse, wir haben alle ausgehenden Briefe mit Dienstmarken frankiert, auch mein Vater hat als Privatperson Post von amtlichen Behörden erhalten, die mit Dienstmarken frankiert waren.

Nach Einführung der ZKD Post änderte sich dies, die wurde nicht an Privatpersonen versandt.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang
 
HEFO58 Am: 30.03.2009 15:56:36 Gelesen: 101916# 11 @  
Hallo

Kann dazu auch etwas beisteuern - Portogerechte Drucksache bis 250 Gramm mit der Mi.-Nr. 11x mit Stempeldatum vor dem 1.10.54.

Gruß
Helmut


 
Pilatus Am: 05.05.2009 23:06:48 Gelesen: 101815# 12 @  
@ Sammler-Henn [#10]

Hallo Wolfgang,

man konnte eben unterschiedliche Erfahrungen sammeln. In dem Betrieb, in dem ich damals gearbeitet habe, wurde recht streng darauf geachtet, keine Dienstmarken an private Empfänger zu senden. Vermutlich waren die Vorschriften zum Anfang noch nicht so eindeutig, so daß sie unterschiedlich interpretiert werden konnten. Im DDR-Universalkatalog steht dazu nur, daß sie nicht an Privatpersonen abgegeben werden durften. Aber da fängt das Dilemma schon an. Ist ein Rechtsanwalt oder Rechtsanwaltsbüro, ein Architekt oder Architektenbüro Privatperson oder nicht?

Doch nun zu weiteren Belegen, auf die eigentlich hinaus will:

Ein Brief mit 2x 10 Pf. Dauerserie und Postschließfachadresse, Absender eine Privatperson mit Reklamation "keine ZKD-Post"

Ein Brief mit 20 Pf. Dauerserie und Z K D - Nr. als Anschrift, Absender ein Architekt, ebenfalls Stempel "keine ZKD-Post".


 
Pilatus Am: 05.05.2009 23:19:55 Gelesen: 101813# 13 @  
Oder hier eine Postkarte mit der ZKD Nr. 6 an den VEB Elektro-Apparate-Werke Bln.Treptow.

Da hier aber die normale Postanschrift und nicht die ZKD.Nr. angegeben wurde, konnte sie nicht direkt zugestellt werden, sondern ging an den Rat des Stadtbezirkes (Eingang am 7.11.1956). Von dort wurde sie an den VEB weitergeleitet (Eingang am 8.11.1956).

Doch eine recht interessante Konstellation - oder ?

Freundliche Grüße Pilatus


 
MAXX Am: 15.05.2009 16:56:44 Gelesen: 101741# 14 @  
Hier noch 2 Belege mit Stempeln:



"Aushändigung als gewöhnliche Postsendung - Empfänger ist kein ZKD-Teilnehmer - 1405 -" (Karl-Marx-Stadt Landkreis) sowie



"Aushändigung als gewöhnliche Postsendung - ZKD-Kontrolle 117" (Berlin-Köpenick)

Wer hat ähnliche Belege in seinem Besitz ?

Beste Grüße
 
Pilatus Am: 20.05.2009 22:56:51 Gelesen: 101654# 15 @  
Als in den 60er Jahren die ZKD-Marken abgeschafft wurden, genügte der Stempel "Nur für den Dienstgebrauch" und die Briefe wurden als ZKD-Post befördert.

Freundliche Grüße Pilatus


 
Richard Am: 14.06.2009 08:20:50 Gelesen: 101404# 16 @  
Im Philaforum hat 'Gernesammler' den folgenden DDR ZKD Beleg vorgestellt:

Ich habe den Brief hier heute bekommen da ich mich mit DDR Dienst-ZKD nicht so auskenne und im Katalog nichts über diese Marke geschrieben wird geschweige denn den Stempel wäre es nett wenn mir da Jemand Auskunft darüber geben könnte.



Die gewünschte Erklärungen kamen im zwei Teilen von unserem Mitglied Totalo-Flauti:

Hallo Gernesammler,

Über die Auslieferung von ZKD-Sendungen an Empfänger, die dem ZKD nicht angeschlossen waren, konnte nur eine ZKD-Kontrollstelle entscheiden. Bei postiver Entscheidung, sprich, die Sendung konnte ausgeliefert werden, wurde die Sendung mit dem von Dir gezeigten Aufkleber versehen. Diesen Aufkleber kann man in 2 Farben finden (fahlbraun und scharlachrot). Später wurde ein Gummistempel von den Kontrollstellen verwendet.

Eines noch zum ZKD allgemein. Es handelt sich ja hier um eine Form der Dienstpost im Besonderen. Sozusagen eine Post neben der Post. In der Präambel der am 26.9.1955 herrausgegebenen Anordnung des Ministers des Innern heißt es:

"Der jetzige allgemeine Briefverkehr der zentralen staatlichen Organe, Institutionen und Einrichtungen und volkseigenen Betrieben in der Deutschen Demokratischen Republik entspricht nicht den Notwendigkeiten der Sicherheit, indem er imperialistischen Sabotage- und Spionageorganisationen, die die Arbeit der Staats- und Wirtschaftsorgane hemmen und desorganisieren wollen, Möglichkeiten zur Versendung von Fälschungen jeder Art bietet."

Aus den oben genannten Gründen musste also jede Sendung, die an Empfänger gerichtet war, die nicht dem ZKD angegliedert waren, kontrolliert werden. Der Empfänger konnte ja zu diesen subversiven und revanchistischen Saboteuren gehören bzw. die Sendung einen entsprechenden Inhalt haben.

Im übrigen gab es eigene Gebührensätze für die einzelnen Versendungsformen Brief und Päckchen (anfangs noch in Orts- und Fernverkehr unterschieden). Als Zusatzleistungen waren Vertrauliche Dienstsache und Zustellungsurkunde vorgesehen.

Gruss Totalo-Flauti

---

Hallo Gernesammler,

der Zentrale Kurierdienst (ZKD) entsprach dem "Schutzbedürfnis" der Staatsführung. Man muss bedenken, dass die Grenze noch offen und sehr durchlässig war. Und nach dem Mauerbau 1961 bestand das "Schutzbedürfnis" einfach weiter bzw. vergrößerte sich mit der Zeit sogar noch, da hinter jeder Ecke ein "Bösewicht" vermutet wurde.

Ich denke auch, dass die Teilnehmer im ZKD wusten, was beim ZKD geschah. Im § 1 Abs.2 der Anordnung über die Förderung staatlicher Postsendungen vom 10.07.1960 waren die Aufgaben des ZKD formuliert:

a) die Organisierung der Beförderung der ZKD-Sendungen,
b) der Anschluß an den Zentralen Kurierdienst der zur Teilnahme verpflichteten Stellen,
c) die Kontrolle der ZKD-Sendungen,
d) die Kontrolle und Anleitung der ZKD-Teilnehmer,
e) die Kontrolle der für den Zentralen Kurierdienst tätigen postalischen Einrichtungen.

Anfangs wurden nur die Sendungen der zentralen staatlichen Organisationen und Institutionen innerhalb Berlins, von und nach Berlin, zwischen den Räten der Bezirke und Kreise befördert. In den folgenden Anordnungen zum ZKD wurde der Kreis der ZKD-Teilnehmer immer größer. So wurden die Volkseigenen Betriebe (VEB), die Deutsche Post, die Deutsche Reichsbahn und die Hoch- und Fachschulen dem ZKD angeschlossen.

Für den Transport der Sendungen wurde die Logistik der Deutschen Post und der Deutschen Reichsbahn genutzt.

Den ZKD gab es in unterschiedlichen Varianten als Vorläuferformen wie Behördenpost, Verwaltungswertpost, Verwaltungspost B und A seit Gründung der DDR bis zum 30.06.1990.

Gruss Totalo-Flauti
 
BSG/BSW Am: 14.06.2009 19:12:58 Gelesen: 101387# 17 @  
Bei der Durchsicht meiner Belege "DDR Dienstpost" ist mir der folgende Beleg aufgefallen:



Handelt es sich um einen Frachtbrief? Wurde er offen versandt? 15 Pfg war 1955 das Porto für Geschäftspapiere bis 100 Gramm.

Zur besseren Sichtbarkeit habe ich nur die obere Hälfte der Vorderseite fotografiert.
 
Pommes Am: 17.06.2009 21:24:07 Gelesen: 101334# 18 @  
Hier habe ich noch einen gefunden. Aus dem selben Betrieb wie im vorhergehenden Beitrag als vertrauliche Dienstsache nach Gößnitz. Daher auch "Zentraler Kurierdienst" statt "Deutsche Post"; leider fehlt ein Stück des Stempels. War das dann eine völlig andere Maschine oder konnte man diese Einsätze auswechseln?



[Redaktionell aus dem Thema Post- und Absenderfreistempel kopiert]
 
Hawoklei Am: 03.01.2010 12:49:25 Gelesen: 99505# 19 @  
@ MAXX [#14]

Hallo MAXX,

bin in diesem Forum neu, weil ich DDR bisher nicht sammle. Bei den 2 hier abgebildeten Belegen weiß ich nicht, ob das solche sind, die Du suchst?

Meine Fragen dazu:

1) Kann es sein, dass ich irgendwo gelesen habe, dass es diese Belege eigentlich nicht geben dürfte, weil sie hätten vernichtet werden müssen?

2) Was bedeuten die gelben, vierstelligen Nummern auf den Briefen und wer hat sie drauf gemacht?

3) Gibt es irgendwo Bewertungen?

Freundliche Sammlergrüsse
Hans


 
AhdenAirport Am: 03.01.2010 17:33:01 Gelesen: 99479# 20 @  
@ HAWOKLEI [#19]

Hallo Hans,

Zu 1) Das ist richtig, aber speziell vom VEB Elektroprojekt Berlin sind vor Jahren tausende (!) dieser Belege aufgetaucht.

Zu 2) Ich habe hier selber 100+ dieser Belege von verschiedenen Absendern und nach meiner Beobachtung stammt der gelbe Numerator vom Posteingang des VEB Elektroprojekt.

Zu 3) Je nach Händler fanden sich die Briefe in den Grabbelkisten zu 50 Cents oder 1 Euro.

Grüße aus Berlin,
joey
 

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