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Thema: Deutsche Lokalausgaben 1945: Strausberg
alsa Am: 08.01.2016 16:49:07 Gelesen: 7974# 1 @  
R-Brief DR 889-893

Ich habe einen R-Brief, frankiert mit DR 889-893, 2 Werte Schwarzaufdruck u. 3 Werte Goldaufdruck "Stadt Strausberg 1945". Wie ist der Brief mit Plattenfehler 890 III zu bewerten?

Vielen Dank.


 
Pete Am: 09.01.2016 09:53:55 Gelesen: 7862# 2 @  
@ alsa [#1]

Ich bin kein Spezialist für Lokalausgaben ab 1945, sehe in einem quasi Satzbrief (es fehlt die Nr. 888) allerdings keine höhere Bewertung.

Bei den zur Frankatur verwendeten Marken Strausberg 13; 15 und 17-19 handelt es sich den Angaben im Katalog nach um "Nichtamtliche Ausgaben / Privaterzeugnisse". Die Auflage des gesamten Satzes Strausberg Nr. 7-33 betrug angeblich 2400 Sätze.

Die Urmarke Deutsches Reich Nr. 890 wurde in Schalterbogen per 50 Marken verausgabt und der Plattenfehler Nr. 890 III befindet sich auf Feld 8 einer Teilauflage. Selbst wenn sich dieser Plattenfehler auf allen überdruckten Schalterbögen befände, wäre die überdruckte Auflage nicht sehr hoch (48 überdrucke Schalterbogen = maximal 48 Stück).

Fazit: als Plattenfehler auf einem gelaufenen, m.E. philatelistisch beeinflussten Beleg wäre der Preis als Liebhaberpreis anzusehen.

Gruß
Pete
 
briefefan Am: 09.01.2016 21:29:42 Gelesen: 7794# 3 @  
@ alsa [#1]

Die überdruckten Marken des Dritten Reichs hat der als Empfänger genannte Briefmarkenhändler damals in einer Auflage von mindestens 3000 Sätzen herstellen lassen. Mit solchen Marken frankierte Briefe hat das Postamt Strausberg trotz Verbots und Ungültigkeit der Marken in großen Mengen angenommen.

Von deiner abgebildeten Sorte hat die Oberpostdirektion Potsdam 1173 Briefe als unzulässig beschlagnahmt, und außerdem über 2700 Briefe mit anderen überdruckten Marken.

Wie die Briefe wieder in den Handel gelangten, ist nicht bekannt.

Grüße von briefefan.
 
mausbach1 Am: 10.01.2016 09:16:03 Gelesen: 7743# 4 @  
@ briefefan [#3]

Das sind die berühmt/berüchtigten "Fundsachen".
 
alsa Am: 10.01.2016 10:43:45 Gelesen: 7726# 5 @  
Vielen Dank für Ihre Infos.

Auf der Rückseite des Briefes ist der Ankunftsstempel Berlin-Steglitz 28.2.46 abgeschlagen. Ich als Laie nehme an, dass der Brief echt gelaufen ist. Ich bin kein Belegspezialist, wollte aber noch mehr über diesen PF 890 III auf der 12Pf Marke von Ihnen erfahren. Ist die Bewertung in meinem Mi.-Spezial 2011 mit gestempelt 110 € (auf Brief keine Angabe), auf dieser Marke (Strausberg- Aufdruck) nicht zutreffend?

MFG


 
briefefan Am: 10.01.2016 18:11:33 Gelesen: 7669# 6 @  
@ alsa [#5]

Ich als Laie nehme an, dass der Brief echt gelaufen ist.

Ja aber nicht bis zum Empfänger, nur bis zum Postamt Berlin-Steglitz, dort von der Oberpostdirektion als unzulässig beschlagnahmt. Siehe [#3].

Ist die Bewertung in meinem Mi.-Spezial 2011 mit gestempelt 110 € (auf Brief keine Angabe), auf dieser Marke (Strausberg- Aufdruck) nicht zutreffend?

Als Anhaltspunkt vermutlich ja, mit dem üblichen Abschlag. Manche Sammler sammeln auch solche Marken. Genaueres erfährt man nur, wenn man versucht, den Umschlag zu verkaufen.

Gruß von briefefan.
 
Richard Am: 11.01.2016 09:10:08 Gelesen: 7624# 7 @  
@ alsa [#5]

Hallo alsa,

einige Gedanken von mir:

- Der von Dir genannte Michelpreis betrifft die nicht überdruckte (!) private (!) Ausgabe.

- Der Michelpreis bezieht sich zudem nur auf portorichtige Briefe, ob dies bei Deinem Beleg zutrifft, kann ich nicht ermitteln.

- Es gab vor 2 oder 3 Jahren eine zweiteilige Serie über die Strausberg Marken, vermutlich in der Philatelie oder in der DBZ, soweit ich mich erinnere. Autor war Herr Strobel, auch Autor der Potschta Publikation [1]. Vielleicht kannst Du Dir diese Serie besorgen.

- Alle nichtamtlichen und privaten Erzeugnisse werden vom BPP nicht geprüft, auch der VP prüft diese Strausberg Marken oder Belege nicht.

- Wenn die überdruckte Auflage Deiner Plattenfehler Marke bei 48 Exemplaren liegt [#2] und diese sich auf postfrisch, gebraucht und Belege aufteilen, sind die Belege sehr selten. Die Nachfrage für diese privaten (!) Überdrucke scheint aber eher gering zu sein, sonst würden bereits die losen Marken teurer gehandelt als im Michel Spezial Band 2 [2] auf Seite 87 angegeben.

- Zu Deiner Kernfrage: Solange Briefe mit dem seltenen privat überdruckten Plattenfehler nicht in Händler Preislisten oder Auktionsergebnissen auftauchen, wird es im Michel keine Katalogpreise dafür geben.

- In der PPA wurden für privat überdruckte Ausgaben meistens weniger als 10 % Michel bezahlt [3].

Schöne Grüsse, Richard

[1] http://www.philaseiten.de/philabuch/show/167
[2] http://www.philaseiten.de/philabuch/show/164
[3] http://www.philawert.de/index/ref/cg/4242
 
briefefan Am: 11.01.2016 16:05:37 Gelesen: 7581# 8 @  
@ Richard [#7]
@ alsa [#5]

Hallo alsa, hallo Richard,

der von Richard erwähnte Beitrag über die Strausberg-Marken erschien in der DBZ Heft 1/1994 und 2/1994.

Du kannst den Beitrag vermutlich in einer der Philatelistischen Bibliotheken (München, Hamburg ...) oder im Verkehrsmusuem Berlin ansehen oder dir vielleicht Kopien schicken lassen.

Gruß von briefefan.
 
alsa Am: 13.01.2016 18:28:31 Gelesen: 7510# 9 @  
Hallo zusammen,

ich werde nun versuchen, diesen Beleg gegen Höchstgebot zu verkaufen. Vielleicht meldet sich der eine oder andere Beleg-Spezialist.

MFG
 
Heinrich3 Am: 13.11.2016 11:50:42 Gelesen: 6092# 10 @  
Kopfsteher der Lokalausgabe vom 3.11.1945 aus der Stadt Strausberg, postfrisch und gestempelt jeweils mit dem korrekten Aufdruck im senkrechten Paar:



Mi. Nr. 3K bzw. 3 auf Deutsches Reich Mi.Nr. 827 Kat.Wert 310 €, Ausruf 60 €

Aus Bayern grüßt
Heinrich

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Kopfstehende Auf- oder Überdrucke"]
 
hajo22 Am: 11.04.2017 16:20:09 Gelesen: 5232# 11 @  
Angebot eines Berliner Briefmarken-Großhändlers an einen Briefmarkenhändler in Ffm., als Drucksache frankiert mit 6 Pf. AS (= Arbeiterserie) und gestempelt Berlin O 112 am 29.9.1947. Im "Sonderangebot Nr.7" die amtlich genehmigten Lokalausgaben von Strausberg zu RM-Preisen von 1947.



BG, hajo22
 
hajo22 Am: 11.04.2017 16:38:03 Gelesen: 5223# 12 @  
Angebot eines Westberliner Briefmarkenhauses an den in [#11] benannten Händler in Ffm., als Drucksache frankiert mit 6 Pf. ZF (= Zifferserie) und gestempelt Berlin-Neukölln am 7.12.1946.

Im Angebot neben den amtlich genehmigten Lokalausgaben von Strausberg die als "Strausberg I" bezeichneten nichtamtlichen Ausgaben. Man beachte die schon damals enormen Preisunterschiede zwischen den amtlichen und nichtamtlichen Strausberg-Ausgaben zu RM-Preisen. Kommentar überflüssig.



VG, hajo22
 
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