Thema: Eine Frage zum Umgang miteinander im Forum (Nettiquette)
wajdz Am: 25.10.2018 17:30:34 Gelesen: 3429# 1 @  
Wenn ich in einem Beitrag einen Fehler entdecke, habe ich die Möglichkeit, den Verfasser mit einer Mail darauf aufmerksam zu machen. Ist noch kein weiterer Beitrag erschienen, kann er den Schraubenschlüssel nutzen und korrigieren. Aber eben nur bis zu diesem Zeitpunkt. Danach muß er sich mit Hilfe der Klammerfunktion [#..] auf seinen fehlerhaften Beitrag beziehen und nachbessern.

Ist nicht sehr schön, kommt auch nicht dauernd vor, ich sehe da kein Problem. Auch nicht darin, wenn ich per PM auf den Fehler hingewiesen werde. Jedenfalls besser als das dafür extra einen Beitrag eingestellt wird, der erstens das Forum unnötig aufbläht und auch ziemlich besserwisserisch daherkommt.

Ein hier sehr häufig und auf einigen Gebieten schon fast mit Alleinanspruch agierender User hat mir per PM nahegelegt, nach seinem Posting 24 Stunden zu warten, damit er die Chance behält, bei eventuellen Fehlern noch nachbessern zu können. Konsequent weitergedacht bedeutet es, daß erstens in einem Thema nur alle 24 Stunden ein neuer Beitrag eingestellt werden sollte und zweitens, wenn ihn sein Mitteilungsdrang und die Fülle seines Materials überwältigt, er zum Alleinunterhalter würde.

Nach meinem Einwand, daß wir hier keine Zeitschrift mit feststehenden Erscheinungsterminen sind und jeder, der einen Beitrag, oft mit viel zeitlichem Aufwand gestaltet und formuliert, einstellen sollte, wann er es für richtig hält, wurde ich sinngemäß als Sturkopf bezeichnet.

Im gleichen Zusammenhang wurde mir vorgeworfen, in den Texten, die Motiv und/oder Ausgabeanlaß der gezeigten Marke beschreiben oder erläutern, WIKI abzukupfern. Natürlich ist das eine von mir neben anderen Medien (Bücher, Zeitschriften sowie eigenes Wissen) genutzte Informationsquelle, die den relevanten Informationsgehalt aber oft nur nach aufwändiger Suche preisgibt und in jedem Fall für den Beitrag formuliert wird. Für mich ist das einfache Zeigen einer Marke und der Verweis auf einen Link nicht ausreichend, weil langweilig. Da leistet ja jeder heute meist farbige Katalog mehr, Wer schaut sich heute noch die Alben von Sammlern an, die neben der Marke nur noch die Länderangabe und die MiNr zeigen? Außer, er darf die ihm fehlenden Marken entnehmen. ;-)

Vielleicht sehe ich das alles wirklich falsch. Mich würde schon sehr die Meinung anderer Philaseiten-Poster interessieren.

Auf eine interessante Diskussion hoffend mfG Jürgen -wajdz-
 
jmh67 Am: 26.10.2018 08:11:05 Gelesen: 3268# 2 @  
Das Ansuchen, 24 Stunden mit der Antwort auf einen Beitrag zu warten, halte ich auch für Unsinn. Aber warum sollte es nicht möglich sein, Korrekturen auch während einer gewissen Zeit nach dem Erscheinen von Antworten vorzunehmen? In anderen Foren geht das. Die Autoren der betreffenden Beiträge müssen dann aber insoweit Zurückhaltung üben, als sie den Sinn nicht verändern dürfen. Aber das sollte unter gebildeten Menschen, wie wir uns hier versammeln, selbstverständlich sein.

Lange Zitate aus anderen Medien scheinen mir nur in Ausnahmefällen angebracht. Ich finde Querverweise ins Netz meist praktischer, weil kürzer, und wer's wissen will, kann ja nachsehen. Wer nicht, braucht im Forum weniger zu lesen. ;-) Im Album oder in Ausstellungsrahmen kann man natürlich keine "Links anklicken", da sind ausführlichere Erläuterungen durchaus angebracht.

Soweit meine bescheidene Meinung.

-jmh
 
Cantus Am: 26.10.2018 10:23:01 Gelesen: 3213# 3 @  
@ wajdz [#1]

Hallo Jürgen,

fast alles, was ich hier im Forum tue, geschieht ausschließlich zugunsten des Forums und seiner Mitglieder und im Allgemeinen zur Förderung und zum Fortbestsnd der Philatelie. Natürlich kann ich als Ganzsachensammler nur eine kleine Nische füllen, aber neben mir gibt es nur wenig Andere, die sich absolut vorrangig mit Ganzsachen im Allgemeinen beschäftigen.

Was mich privat bei dem Thema beschäftigt, mache ich überwiegend außerhalb des Forums, denn die andauernde mangelhafte Resonanz auf meine sehr umfangreichen Tausch- und Ankaufswünsche hat gezeigt, dass meine Hauptsammelgebiete hier niemanden wirklich interessieren. Da finde ich den Gedanken- und Materialaustausch im privaten Bereich und bei Vereinen und ARGEn, mitunter auch als Autor philatelistischer Fachartikel oder bei unterschiedlichen Forschungsprojekten.

Wenn ich also bei meinen Beiträgen hier im Forum Fehler mache, was gelegentlich auch mir passiert, dann finde ich es angemessen, wenn Andere das in einem Folgebeitrag berichtigen, denn das Ziel ist ja die allgemeine Information und nicht die Unantastbarkeit meines Beitrages. Und wenn Richard etwas verschiebt, weil er meint, das sei woanders besser aufgehoben, dann mache ich da weiter, wenn ich damit einverstanden bin, und wenn nicht, dann mache ich mit diesem Thema eben in anderen Foren weiter. Bloß eine Mail jedoch an mich zur Fehlerberichtigung finde ich falsch, denn wenn jemand meint, seine Wahrnehmung sei eine Andere, dann soll das auch offen im Forum tun und damit auch die Verantwortung für seine Art der Darstellung übernehmen.

Die Philaseiten sind das für mich wichtigste Forum, aber es muss eben auch Spaß machen, sich hier einzubringen. Da ich oft erst nachts die Zeit finde, mich her einzuloggen, rutschen mir manchmal unbeabsichtigte Flüchtigkeitsfehler beim Schreiben durch, das verbessere ich aber nicht nachträglich, obwohl mir die Pflege der deutschen Sprache sehr am Herzen liegt. Eines meiner Lieblingsbücher ist die Manesse-Handschrift im Original, den meisten hier wohl kaum bekannt, aber beim Lesen der Texte wird mir immer wieder bewusst, nach welchen Regeln sich die deutsche Sprache entwickelt hat, und mit Grausen nehme ich dann oft zur Kenntnis, wie wenig die deutsche Sprache heute vielen meiner Mitbürger bedeutet.

Viele Grüße
Ingo
 
chuck193 Am: 26.10.2018 17:39:59 Gelesen: 3068# 4 @  
@ Cantus [#3]

Guten Morgen Ingo,

nichts gegen den Beitrag von dir, "aber, wie wenig die deutsche Sprache heute vielen meiner Mitbürger bedeutet",da fühlte ich mich doch angesprochen. Ich war mit 15 Jahren mit meiner Familie nach Canada ausgewandert, und während der letzten 67 Jahre kaum die deutsche Sprache benutzt habe, ausser vielleicht auf Briefen, da vergisst man einiges. Als ich noch zur Schule ging, hat mein Lehrer einen meiner Aufsätze der Klasse vorgelesen, (zu meinem Entsetzen), aber er fand den so gut, dass er den der Klasse nicht vorenthalten wollte. Heute würde so etwas kaum noch vorkommen. Heutzutage gibt es ja soviel Ausländer, die der Native Language nicht ganz mächtig sind, in Deutschland wie auch in Canada, dann muss man falsche Ausdrücke manchmal übersehen. Du hast sonst immer gute Beiträge.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
Seku Am: 27.10.2018 22:59:49 Gelesen: 2908# 5 @  
@ wajdz [#1]

Guten Abend Jürgen,

lange habe ich gewartet, um hier zu antworten. Richard hatte mich gebeten immer nur drei Beiträge (von fünfzig pro Seite) zu schreiben.

Fakt ist: Du wurdest in der Vergangenheit mehrfach auf Flüchtigkeitsfehler per PN aufmerksam gemacht. So hattest Du immer die Chance binnen 24 Stunden den Fehler zu korrigieren, was auch geschehen ist. So erst jüngst im Motiv Eisenbahnen.

Nun wurdest Du aber auch mehrfach (nicht nur von mir) gebeten, nicht sofort nach einem Eintrag etwas zu posten, um dem Schreiber die Möglichkeit zu geben noch was zu ändern.

Diesen Wunsch hast Du ignoriert. Wie soeben auch. Das nenne ich schlichtweg Sturheit.

Dass Du aus Wikipedia und anderswoher Dein Wissen holst ist ja okay. Aber bitte mit Quellennachweis.

Ich wünsche allen Lesern eine Gute Nacht.

Günther
 
Cantus Am: 28.10.2018 02:38:00 Gelesen: 2866# 6 @  
@ chuck193 [#4]

Hallo Chuck,

Leute wie du sind bei meinem Beitrag doch gar nicht gemeint. Das, was mich ungemein stört, ist zum Beispiel die Tatsache, dass früher das Abitur wirklich den Namen "Reifeprüfung" verdiente, während man heute an den Universitäten und Hochschulen viele Studierende trifft, auch für das Lehramt, die noch nicht einmal richtig Deutsch schreiben können, obwohl sie deutsche Vorfahren haben und ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht haben und die zukünftig ihre Kultur und Sprache an die nächste Generation weitergeben wollen.

Es wird bei vielen Gelegenheiten immer wieder die deutsche Kultur beschworen, die gleichen Leute aber legen oft keinen Wert darauf, das Wichtigste dabei, nämlich die deutsche Sprache, also das, was trotz aller Dialekte und regionaler Besonderheiten die Gesamtheit der Deutschen verbindet, möglichst perfekt zu erlernen und im täglichen Gebrauch auch so zu verwenden. Es darf einfach nicht sein, dass Jugendliche in die 11. oder 12. Klasse versetzt werden und noch nicht einmal ein durchschnittliches Diktat fehlerfrei niederschreiben können. Und trotzdem werden sie von Schuljahr zu Schuljahr mit durchgeschleift, nur weil die zuständigen Schulleiter ihren eigenen Vorgesetzten gegenüber nicht zugeben wollen, was da alles an ihrer Schule schlecht läuft.

Alle meine Vorfahren waren Lehrer oder sonstwie mit dem Schulbetrieb verbunden, zum Beispiel auch als Schulhausmeister (zuvor 1. Violine beim Symphonieorchester Berlin) oder als Landesschulrat und es mag sein, dass mein Bruder und ich dadurch besser in unserer schulischen Entwicklung gefördert worden sind als andere Kinder, das ist aber keine Entschuldigung dafür, gleichgültig mit der deutschen Sprache umzugehen, egal, wie alt man ist.

Da, wo ich wohne, gibt es eine gute Tageszeitung, die Märkische Oderzeitung, die von ihren Inhalten her mit vielen anderen Tageszeitungen in Deutschland gut mithalten kann, gleichzeitig strotzt aber jede Ausgabe vor vermeidbaren Rechtschreib- und oft auch Grammatikfehlern, auch in Überschriften zu Leitartikeln, das empfinde ich einfach nur fürchterlich und für eine so große Zeitschrift als außerordentlich peinlich.

Viele Grüße
Ingo
 
chuck193 Am: 28.10.2018 17:23:35 Gelesen: 2706# 7 @  
@ Cantus [#6]

Hi Ingo,

ich möchte mich für Dein Schreiben bedanken. Vor ein paar Jahren schickte mir meine Kusine einen Ausschnitt von einer Zeitung, wo sich der Artikel mit allem, was in der Deutschen Masse so anders geworden ist, wie die Rechtschreibung, Aussprache usw. Ich war erstaunt. Mit den Schulen, na die haben sich auch hier geändert, die Zeit geht weiter, ob wir wollen oder nicht.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
Detlev0405 Am: 28.10.2018 19:10:05 Gelesen: 2639# 8 @  
@ wajdz [#1]

Hallo Jürgen
und selbstverständlich auch alle anderen hier,

ich vermag der Diskussion zu den Fehlerteufeln hier nicht so richtig zu folgen. Warum ? Bei mir ist zumindest ein Korrekturprogramm aktiv, auch wenn ich direkt hier reinschreibe (ich denke von Richard installiert) und werde sofort auf Fehler aufmerksam gemacht durch ein rotes Unterstreichen des betreffenden Wortes. Das sollte eigentlich jedem ins Auge stechen. Bei der Vorbereitung meiner Artikel nutze ich eh ein separates Schreibprogramm - auch mit aktivierter Rechtschreibkorrektur - und kann so auch meine Fehler korrigieren. Erst dann stelle ich ein. So umgehe ich auch meine Faulheit bezüglich der Unterscheidung von "alter" und "neuer" Rechtschreibung.

Wie Du Deine Beiträge ausgestaltest sollte eigentlich auch weiterhin in Deiner Hand liegen. Bei groben Regelverstößen wird Dich Richard schon eindringlich mit einer PN oder Mail darauf aufmerksam machen. Hat bei mir auch schon einmal geklappt und ich habe es korrigiert. Ansonsten finde ich es schon gut, wenn einige Beiträge (wie bei mir zur Tschechoslowakischen Luftpost) nicht ausschließlich wissenschaftlichen Charakter tragen, sondern auch unterhaltsam sind. Und so habe ich meinen Beitrag primär angelegt. Und die Diskrepanz zwischen fremden Beiträgen in diesem Thread und den Lesern insgesamt zeigt mir, das ich wohl einen Nerv getroffen habe.

@ Cantus [#6]

In meiner Jugend war es der "Neue Tag" und der Fehlerteufel war eher selten. :-)

Gruß
Detlev
 
22028 Am: 28.10.2018 19:16:43 Gelesen: 2631# 9 @  
@ Detlev0405 [#8]

Das Korrekturprogramm ist bei Dir am Rechner installiert bzw. der Browser nutzt das von Deinem Textprogramm wenngleich es auch externe Plugins/Addons für den Browser gibt.

Aber, auch ich kann der Diskussion nicht folgen, kurz, ich verstehe sie nicht, mag aber auch meinem scheinbar geringen Intellekt geschuldet zu sein.
 
Henry Am: 28.10.2018 19:39:33 Gelesen: 2604# 10 @  
@ wajdz [#1] und alle anderen:

Wenn ich das Eingangsproblem richtig verstehe, geht es gar nicht primär um die Korrektur von Rechtschreibung, sondern auch um sachliche Korrekturen. Ich finde es gut und richtig, wenn der Schreibende seine Korrekturbedürfnisse nur so lange korrigieren kann, bis ein Folgebeitrag geschrieben wurde. Eine nachträgliche Änderung nimmt den Folgebeiträgen ihren Sinn und macht das Thema unverständlich. Wenn sachliche Korrekturen erfolgen und weitere Beiträge generieren, so fördert das das Verständnis für die Argumente dann, wenn man sich auf die faktischen Punkte beschränkt. Rechtschreibfehler passieren immer mal und brauchen auch nicht verbessert werden, sofern sie nicht sinnentstellend sind. Mehr als Schreibfehler regen mich eigentlich Beiträge auf, die sich auf einen Vorbeitrag beziehen, aber nicht durch den @-Hinweis darauf Bezug genommen wird. Da muss man dann schon unnötig suchen, um zu verstehen, was der Schreiber sagen will. Und höflich sollte man dabei selbstredend auch sein.

Ich hoffe, damit das Einstiegsproblem richtig verstanden zu haben.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
doktorstamp Am: 28.10.2018 21:16:26 Gelesen: 2543# 11 @  
Wer einen Thread anfängt, oder auf ihn antwortet sollte vorher den Anfang, die Antwort in Word oder ein ähnliches Programm verfassen. Dann gewinnt man Zeit, vor allem nachzudenken, bzw. Redewendungen zu ändern.

Rechtsschreibfehler mache ich, ist mir klar, aber dafür auf eine Streckbank werde ich nicht gezogen. Es hilft auch wenn man vor dem Tippen sein Gehirn einschaltet.

Ein alter Spruch, der auf Plato zurückzuführen ist; Halte ich den Mund (Tippe ich nicht), können sie meine Dummheit nur vermuten, oder machen ich ihn auf (Tippe) und belege sie.

Und noch etwas was manche beherzigen sollte; man hat zwei Ohren und einen Mund, und in diesem Verhältnis sind sie zu verwenden.

Ansonsten stimme ich Henry zu; wenn der Ursprung stetig korrigiert und berichtigt wird verlieren die darauf folgenden Beiträge ihren Sinn.

mfG

Nigel

PS Shakespeare verfasste es kurz und bündig; Much ado about nothing
 
Detlev0405 Am: 28.10.2018 21:20:01 Gelesen: 2537# 12 @  
@ 22028 [#9]

Danke für den Hinweis. :-)

Gruß Detlev