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Thema: (?) (515) Zensurpostbelege
Das Thema hat 532 Beiträge:
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wuerttemberger Am: 07.01.2023 18:09:45 Gelesen: 64961# 508 @  
@ TomWolf_de [#507]

Hallo Thomas,

den 06.08. habe ich nicht belegt, aber dafür den 07.08., 08.08., 11.08. und 16.08.! Es fehlt auch gänzlich der Bezug zu einer militärischen Stelle und ich nehme mal an, dass diese Stempel postalischen Ursprungs sind. Genauso geht es mit den Zensurstempeln von Köln oder München, die die Auslandsstelle explizit im Stempeltext benennen, und das war eine postalische Dienststelle, die im Vorfeld der eigentlichen Zensurmaßnahmen vieles abgewickelt hat.

Gruß
Axel
 
volkimal Am: 09.02.2023 20:53:57 Gelesen: 59190# 509 @  
Hallo zusammen,

ein postlagernder Brief von Herrn Schellenberg nach Übersee. Einen weiteren seht ihr hier [1]. Der Luftpostleichtbrief ist mit 70 Pfg. portogerecht. Er trägt eine nette Frankatur aus einem Markenheftchenbogen.



Ein Luftpostleichtbrief nach Kampong Cham in Kambodscha. Herr Schellenberg hat den Brief am 19.5.1970 in Velbert aufgegeben. Am 29.5.1970 war der Brief in Kampong Cham und bekam rückseitig einen Eingangsstempel.



Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist wurde unten rechts handschriftlich notiert „Non réclamé“ = „nicht abgeholt“. Zusätzlich wurde ein Stempel abgeschlagen: „Retour a l’envoyeur“ = „Zurück an den Absender“. Leider hat man kein Datum notiert.



Interessant finde ich den roten Zensurstempel auf der Rückseite. Rechts ein Bild des Stempels aus dem Internet. Dort steht:

Censuré: Cambodge agressé par impérialistes Vietcong et Nord-Vietnamiens

= Zensur: Kambodscha wird von Vietcong und nordvietnamesischen Imperialisten angegriffen

Der Brief wurde oben geöffnet und anschließend mit einer Heftklammer verschlossen. Ihr seht sie im Randstreifen oberhalb des Leerfeldes und auf der Rückseite unten. Ich habe die Rückseite umgedreht, damit man den Text auf der Rückseite besser lesen kann. Da der Brief keinen Text enthielt, musste Herr Schellenberg ihn nicht öffnen. Daher ist die Heftklammer erhalten geblieben.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=313491
 
Totalo-Flauti Am: 21.02.2023 22:07:35 Gelesen: 58603# 510 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich hoffe, weil ich mir nicht so sicher bin, das ich in diesem Thema richtig bin. Es geht wohl auch eher um die Überwachung des Inhalts der Briefsendung als eine echte Zensur des Geschriebenen.

Am 1.2.1918 sandte die Firma Gebrüder Senf eine eingeschriebene Nachnahme aus Leipzig nach Göteborg in Schweden. Der Brief wurde am 5.2.1918 zugestellt. In Leipzig durchlief der Brief die Überwachungsstelle des XIX. Armeekorps, das in Leipzig ursprünglich sein Generalkommando hatte. Auf der Rückseite wurde ein Siegel der Überwachungsstelle abgeschlagen. Der zuständige Überwachungsoffizier hat sich mit einem entsprechenden Gummistempel, auf dem auch sein Name graviert wurde, verewigt.

Die verwendeten 40 Pfennig (MiNr.86 II und 89 II) lassen eine Drucksache bis 100 Gramm mit 10 Pfennig in's Ausland vermuten. Dazu kamen 20 Pfennig für das Einschreiben und 10 Pfennig für die Nachnahme.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.



 
Christoph 1 Am: 26.02.2023 22:12:13 Gelesen: 58545# 511 @  
Guten abend,

ich habe diesen Brief gefunden, der im November 1942 von Luzern nach Godesberg gesendet wurde. Er wurde geöffnet und zensiert, mit diversen Stempeln versehen (1 Stempel auch vorderseitig).



Gruß
Christoph
 
BANANA60 Am: 27.02.2023 09:26:10 Gelesen: 58530# 512 @  
Eingeschriebener Brief, gelaufen am 8.1.1918 von Lugano über die K.u.k. Zensurstelle in Feldkirch nach Wien.



Liebe Grüße
Harald
 
Totalo-Flauti Am: 01.04.2023 10:41:50 Gelesen: 54434# 513 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ein Brief aus Leipzig vom 03.02.1949 nach Dillenburg/Hessen lag der russischen Zensur vor. Auf der Rückseite erfolgte die Dokumentation mit einem Zensurstempel mit der Nummer 5358. Ich gehe mal davon aus, das die Zensurstelle in Leipzig ihren Standort hatte.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
wuerttemberger Am: 05.05.2023 14:20:16 Gelesen: 51685# 514 @  
@ Totalo-Flauti [#510]

Es handelt sich eindeutig um einen Brief, denn Drucksachen mußten offen versandt werden. Es ist eine typische Auslandsnachnahme, die immer als Einschreiben versandt werden mußte. Eine Nachnahmegebühr wurde dabei nie erhoben.

Gruß

wuerttemberger
 
bovi11 Am: 23.06.2023 20:36:40 Gelesen: 45445# 515 @  
Hallo,

ich habe hier einen Zensurbeleg mit 20 Pfennig Freistempel Wirsberg 24.11.52.

Weil der Brief offenbar ins Ausland adressiert war, wurde in Nürnberg mit einer 10 Pfennig Posthornmarke nachfrankiert und mit Stempel 25.11.52 entwertet.

Weiter trägt der Brief einen Stempel "Alliierte Zensurstelle" sowie einen weiteren Stempel

Eingelangt:
-1.DEZ.1952
????post

Kann jemand die Buchstaben interpretieren, die ich durch die 4 Fragezeichen dargestellt habe?


 
Briefuhu Am: 07.07.2023 17:03:18 Gelesen: 43904# 516 @  
Tschechoslowakei Ganzsachenpostkarte P107 mit rotem Wertstempel Gottwald 3 Kronen vom 17.03.1949, gelaufen am 11.11.1950 von Teplice nach Düsseldorf mit rotem Zensurstempel.



Schönen Gruß
Sepp
 
GSFreak Am: 17.10.2023 00:14:29 Gelesen: 28840# 517 @  
Hallo zusammen,

hier eine Schweizer Auslandsganzsache, entwertet am 06.11.1948 per Maschinenstempel ZÜRICH 1 BRIEFVERSAND, nach Hervest-Dorsten in der Britischen Zone.

Rückseitig findet sich der Zensur-Durchlaufstempel der Zensurstelle Bonn ("10" im Kreis mit Wellenlinien).



Mit Durchlaufstempel sollten Postsendungen gekennzeichnet werden, die von der Zensur angefordert und zu einer Zensurstelle umgeleitet, jedoch dort nicht geprüft, kontrolliert oder zensiert wurden. Im Rundbrief 5 (Dezember 1996) der Arge DEUNOT findet sich ein 7-seitiger Beitrag von H.-H. Mücke zu dem Thema "Zensur-Durchlaufstempel" in der britischen Zone. Weitere Zensurkennungen sind die "11" (OPD-Ebene Münster), "12" (OPD-Ebene Dortmund), "13" (OPD-Ebene Düsseldorf), "20" (Hamburg), "21" (OPD-Ebene Braunschweig), "22" (OPD-Ebene Hannover), "23" (OPD-Ebene Kiel), "24" (OPD-Ebene Bremen) und die "30" (OPD-Ebene Berlin) jeweils im Kreis.

Beste Grüße
Ulrich
 
fogerty Am: 02.11.2023 12:26:01 Gelesen: 25623# 518 @  
Von Olten nach Fulda am 6.7.1943, zurück laut Stempel am 26.7..Vielleicht kann mich jemand über die verschiedenen Kontrolleurstempel sowie das Datum auf der Rückseite 12.7.1943 aufklären.



Grüße
Ivo
 
Jürgen Witkowski Am: 02.11.2023 14:05:51 Gelesen: 25601# 519 @  
@ fogerty [#518]

Zu den Kontrollstempeln kann ich wenig beitragen. Allerdings handelt es sich um eine interessante Korrespondenz zwischen Jenny Meister, einer Schriftstellerin und schweizer Frauenrechtlerin und Paul F. Wagner, ihrem späteren Ehemann. Aus dieser Korrespondenz habe ich schon zahlreiche Briefe gesehen. Sie stand mit Sicherheit unter besonderer Beobachtung der deutschen Zensurbehörde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen

Siehe auch: https://docplayer.org/112346766-Privatarchiv-jenny-wagner-meister.html
 
GSFreak Am: 02.11.2023 14:31:05 Gelesen: 25593# 520 @  
@ fogerty [#518]

Hallo Ivo,

der violette Stempel "30 im Kreis" über dem Namen "Wagner" ist ein Zensur-Durchlaufstempel der Zensurstelle Berlin (siehe auch die Ausführungen in [#517].

Beste Grüße
Ulrich
 
fogerty Am: 02.11.2023 15:55:26 Gelesen: 25579# 521 @  
@ Jürgen Witkowski [#519]

Danke für diese interessanten Infos.
 
fogerty Am: 02.11.2023 17:46:06 Gelesen: 25560# 522 @  
Von Grenchen an die Firma A.E.G. in Berlin am 22.11.1942.



Grüße
Ivo
 
volkimal Am: 20.11.2023 21:01:53 Gelesen: 21900# 523 @  
Hallo zusammen,

eine zweisprachige Postkarte (Ungarisch/Kroatisch) aus der Zeit des Ersten Weltkriegs von Ungarn nach Deutschland:



Die Karte wurde entsprechen des zweisprachigen Zensurstempels Felulvizsgalva/Überprüft (Ungarisch/Deutsch) in Badapest kontrolliert. Wer hat diese Zensur vorgenommen? Militär, Staat, Post oder eine andere Institution?

Weitere Informationen zur Karte und den Text auf der Rückseite siehe [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=329805
 
becker04 Am: 19.01.2024 11:01:42 Gelesen: 17933# 524 @  
Guten Morgen,

von mir heute ein Brief aus Bône - ab 1962 Annaba - im damals zu Frankreich gehörendem Algerien nach Genf. Aufgegeben am 27.1.1943 durchlief er die britische Zensur - Examiner 4122 - und erhielt dort den Kreisstempel (A. x.). Leider ohne Ankunftstempel.



Viele Grüße
Klaus
 
BANANA60 Am: 19.01.2024 11:55:49 Gelesen: 17919# 525 @  
@ volkimal [#523]

Entschuldige, habe die Anfrage zum Zensurstempels erst jetzt gesehen.

Es handelt sich um einen Stempel der Zivilpost-Zensur. In diesem Fall war die Post-Überprüfungskommission in Budapest zuständig.

Postüberwachung nach Deutschland wurde wie das übrige Ausland gesehen. Eine Änderung dieser Praxis gab es dann mit Verordnung vom 27.10.1916.

Der hier gezeigte Stempel ist der meistverwendetet dieser Zensurstelle. Bisher wurden Zensornummern zwischen 1 und 60 registriert. Selten gibt es ihn als Oberzensorenmerkmal in roter Farbe. Verwendung: Okt. 1914 - Feber 1916.

Liebe Grüße
Harald
 
Briefuhu Am: 28.01.2024 10:37:21 Gelesen: 17430# 526 @  
Luftpostbrief vom 16.02.1941 von Helix, Oregon, USA nach Cottbus. USA Zensur von Examiner 4430 und vom Oberkommando der Wehrmacht, also zweimal geöffnet. Benutzt wurde ein Ganzsachenumschlag über 3 Cent mit Zusatzfrankatur von 27 Cent, u.a. waagrechtes Paar der Michel Nr. 441, gesamt 30 Cent. Helix ist laut Wikipedia eine Kleinstadt mit 184 Einwohner (Census 2010).



Schönen Gruß
Sepp
 
Regis Am: 28.01.2024 11:14:34 Gelesen: 17420# 527 @  
@ Briefuhu [#526]

Es ist keine US-Zensur, sondern die Bermuda-Zensur. Der Brief flog mit PanAm am 19. Februar 1941 von North Beach, N.Y., Flug 267 mit Yankee-Clipper nach Bermuda, dort diese Zensur und war am 20. Februar in Lissabon.

Gruß Dietrich
 
Briefuhu Am: 28.01.2024 11:44:34 Gelesen: 17414# 528 @  
@ Regis [#527]

Hallo Dietrich,

vielen Dank für die Ergänzung.

Schönen Gruß
Sepp
 
dithmarsia43 Am: 30.01.2024 17:24:53 Gelesen: 17133# 529 @  
@ Briefuhu [#526]

Hallo,

aus dem Jahre 1915 die USA Ganzsachenkarte UX25 als Trauerkarte/Sterbeanzeige nach Brunsbüttelhafen/Schleswig-Holstein mit dem Stempel "KAISERLICHE MARINE / GEPRÜFT". Leider nicht ersichtlich für mich, in welcher Stadt die Prüfung vorgenommen wurde.

Beste Grüße,

Uwe


 
wuerttemberger Am: 21.03.2024 10:21:56 Gelesen: 13529# 530 @  
@ Regis [#506]

Die Stuttgarter Postüberwachungsstelle hat überhaupt nicht vorauseilend gehandelt, sondern exakt nach Vorschrift.

In der Anlage J des Mobilmachungsplans für das Deutsche Heer ist im §10 ganz klar geregelt, was bei einer drohenden Kriegsgefahr - die wurde am 31.07.1914 festgestellt - zu tun ist:



Gruß
wuerttemberger
 
wuerttemberger Am: 21.03.2024 16:12:50 Gelesen: 13468# 531 @  
Letztens habe ich folgende Karte erwerben können:



Ansichtskarte aus Tanne vom 31. Juli 1914 nach Brüssel. Die Karte wurde angehalten weil Post ins Ausland erst von einer Überwachungsstelle freigegeben werden musste. Die Karte wurde mit dem Stempel "ZURÜCK" versehen und laut handschriftlichem Vermerk am 15. August dem Absender zurückgeschickt. Auf der Ansichtsseite hat der Absender einen interessanten Text geschrieben:
Magdebg, den 26.8.914 Lieber Hans! Wie Du siehst, hat Dich diese Karte nicht mehr erreicht.
 
Regis Am: 21.04.2024 10:59:59 Gelesen: 10519# 532 @  
Ein Brief aus Charlottenburg 26. August 11-112 Uhr 1922 mit Einschreiben und Luftpost nach Danzig Langfuhr.

Nach der Aufgabe Zuleitung zur Postüberwachung Berlin W 8. Vermutlich zur Inhaltskontrolle / Devisen.

Der Brief wurde nicht geöffnet, von Aussen kontrollierbar. Gebühr: Brief 3 Mark, Einschreiben 2 Mark; Luftpost 20 Pfennig.

Frankatur um 20 Pfennig überfrankiert. Flug mit Lloyd Ostflug / Junkers Luftverkehr 7 Uhr 45 ab Berlin-Danzig Ankunft 12 Uhr 45. Ankunft / Zustellung ? Zielpostamt Danzig Langfuhr 27.8.22. 6-7 N.



Da ein Flugbestätigungsstempel fehlt, ist eine Nichtflugbeförderung möglich. Dabei ist zu beachten, dass der Zug Berlin - Stettin - Danzig über 503 km mit umsteigen Stettin zu lange braucht.

Wer weiß wer was weiß. Viel Spaß beim Nachdenken Dietrich
 

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