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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 884 Beiträge:
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Lars Boettger Am: 30.05.2017 19:48:52 Gelesen: 279165# 485 @  
@ 10Parale [#483]

Heinz hat grundsätzlich in allen drei Punkten recht. Wenn man prüfen will, ob die Marke zu einem Beleg gehören, dann kann man sich eine Eigenheit der Metallstempel nutzen: Sie drücken sich in das Papier ein. Wenn der Stempel mit genügend Kraft abgeschlagen wurde, dann hat sich der Stempelabschlag durch das Papier der Marke in das Papier des Beleges gedrückt. Der Abschlag auf der Marke sollte mit dem Abschlag im Papier identisch sein. Wurde der Stempel nicht mit genügend Kraft abgeschlagen, dann kann man in der Tat nicht sicher sein, ob die Marken zum Beleg gehören.

Beste Grüße!

Lars
 
10Parale Am: 03.06.2017 20:03:18 Gelesen: 278559# 486 @  
@ Heinz 7 [#484]
@ Lars Boettger [#485]

Vielen Dank für diese sachkundigen Ausführungen. Auf einem Prüferseminar könnte man solche Geheimnisse nicht besser in Erfahrung bringen.

Es wird Zeit, dass ich mir wieder einen guten alten Metall-Stempel für Selbstversuche zulege. Stempel verraten doch viel mehr als man oberflächlich zur Kenntnis nimmt. Der Hinweis von Lars Boettger zur Interaktion zwischen Metallstempel und Papier beim Abschlag wäre wichtig zur weiteren Untersuchung des Beleges.

Mir erscheint es seltsam, dass die Marken auf dem Kopf stehen. Es kommt mir fast der Gedanke, sie müssen dies tun, damit der Stempel in die selbe Richtung weist wie der sehr schön abgeschlagene Stempel auf der linken Seite. Nun denn, ich freue mich schon auf Zürich.

Die 27 Parale Marke aus [#409] wurde nun meines Wissens nach bei Mohrmann unter Ausruf für 4.300,-- Euro verkauft. Gratuliere unbekannterweise dem Höchstbietenden.

Ich zeige hier auch einen 3-fach Abschlag, etwas flippy floppy abgeschlagena am 21. Februar 1896 auf einer Ganzsache von Bukarest nach Berlin. Interessant, es handelt sich um den Stempel der fahrenden Bahnpost auf der Linie Bukarest - Verciorova, die am 1. Mai 1876 in Betrieb genommen wurde und über eine Distanz von 382 Kilometer reichte.

Siehe auch K. Dragomir Seite 221 Posta Ambulanta (PA), fig. 1329 Stmepel PA2.1.

Die Portobestimmung ist einfach, 10 Bani. Weshalb der Brief nun mit insgesamt 7 zusätzlichen Marken zu 1 1/2 Bani = 15,5 Bani Gesamtfrankatur freigemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Postbeamte der Bahn hat auf jeden Fall 3 x abgeschlagen und wie man sieht, stehen alle 3 Abschläge ziemlich im selben Winkel zur Vertikalen. Da gibt mir persönlich für den obigen Brief mit den 4 Cuza-Marken zu denken.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.06.2017 22:02:02 Gelesen: 278013# 487 @  
@ 10Parale [#486]

Sauber überlegt! Sehr gut!

Wenn die Marken auf der Recepisse zweimal gestempelt wurden, so fragst Du zu Recht, warum der dritte Stempel auf dem Formular eine andere Richtung aufweist. Jedoch können wir feststellen, dass der Stempel auf dem Formular sehr sauber abgeschlagen ist, gut möglich also, dass der Stempel vorher frisch im Stempelkissen eingefärbt wurde. Dann ist aber auch eine Drehung um wenige Grad durchaus denkbar/logisch.

Wir haben eine weitere Möglichkeit zur Prüfung. Die Rückseite der Recepisse wurde fotografiert, da sieht man einen deutlichen Bug oben, der horizontal auch durch die Marken laufen müsste. Die Foto der Vorderseite zeigt nicht eindeutig, ob wirklich ein Bug an der entsprechenden Stelle durchläuft, aber gewisse Spuren deuten darauf hin. Ich werde mir das Stück in Zürich "in natura" ansehen.

Deine Ganzsache 5 Bani mit Mehrfach-Zusatzfrankatur nach Berlin gefällt mir! Das Porto (15.5 Bani) gibt auch mir Rätsel auf, ebenso die Tatsache, dass wir an demselben Tag zwei verschiedene Abgangsstempel haben: "Bucuresci" und "B.-Vercirova". Vielleicht war dies ein philatelistischer Beleg? Zuerst der Bahntransport (Sonderfahrt), und danach der (normale) Auslandtransport? 5 + 10 Bani ergäbe 15; das würde stimmen! Lies einmal den Text der Karte, vielleicht gibt es irgendwelche Hinweise? Möglicherweise wurde also diese Karte "zweimal befördert"? - Das wäre eine Erklärung für das Porto.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 19:05:30 Gelesen: 277794# 488 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Freund,

vor 12 Wochen hast Du uns diesen schönen Brief gezeigt und Dich gefragt, was der Brief an der Auktion in Zürich denn kosten wird. Als Du von einem Startpreis von Euro 6'000 gesprochen hast (Beitrag [#461]) habe ich "protestiert" und einen Startpreis von CHF 15'000 - 20'000 vermutet mit der Voraussage, dass der Brief dann auch verkauft werden wird (siehe Beitrag [#462]).



Ich erschrak dann etwas, als ich sah, dass der Brief wirklich mit einem Startpreis von nur CHF 5'000 "ins Rennen geschickt" wurde (Startpreis an der Auktion, Los 1402). Der kräftige vertikale Bug ist zwar ein markanter "Schönheitsfleck", aber die Rarität des Beleges ist dennoch bedeutend.

Seit heute wissen wir also, was der Brief "gebracht" hat: Der Hammer fiel bei CHF 32'000 + 20 % Zuschlag = CHF 38'400. Das ist sicher ein hohes Ergebnis. Damit stellte sich sogar meine optimistische Voraussage "vielleicht klettert er auch auf Euro 30'000 oder noch höher?" als ziemliche "Punktlandung" heraus.

Nun ja, auch ich kenne den Spruch: "auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn", und will mir auf die erfüllte Prognose nicht zu viel einbilden. Aber es ist doch tröstlich, dass viele "zu günstig" angesetzte Briefmarken-Lose erstaunlich oft dann ihren "richtigen" Wert doch noch erzielen. Dies natürlich nur, wenn "der Markt" auch spielt. Dies ist nicht an allen Auktionen der Fall.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 08.06.2017 19:28:27 Gelesen: 277788# 489 @  
@ 10Parale [#486]

Noch eine Anmerkung zu den Stempelabschlägen:

Wenn ich mir die zwei Stempelabschläge auf den Marken ansehe, dann war der Postbeamte Rechtshänder. Sie sind nach stark links geneigt. Bei einem Linkshänder sind die Abschläge leicht nach rechts geneigt. Der dritte Abschlag dagegen ist dagegen kaum nach links geneigt.

Das lässt jetzt folgende Schlussfolgerung zu:

Der Beamte hat nach dem ersten Abschlag bzw. den ersten beiden Abschlägen abgesetzt und die Recipisse noch einmal etwas gedreht. Oder er hat den Stempel noch einmal neu eingefärbt. Das ist beides nicht unmöglich, wenn es auch den Erfahrungen widerspricht.

Wie gesagt - Rumänien ist nicht mein Prüfgebiet. Aber ich habe leider schon zu viele Manipulationen an klassischem Material gesehen, als dass ich hier an einen Kauf ganz unbefangen herangehen würde.

Beste Grüße!

Lars
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 21:00:43 Gelesen: 277770# 490 @  
@ Lars Boettger [#489]

Lieber Lars,

danke für Deine Überlegungen. Ich habe mir heute dieses Los 1405 auch "in natura" unter die Lupe genommen.



Es ist natürlich nicht "erstrebenswert", dass eine Briefmarke Fehler hat. Aber wenn es zur Echtheits-Findung beiträgt, dann ist diesem Aspekt eben auch Beachtung zu schenken, das heisst, man ist "froh", dass ein Mangel ein Echtheitsmerkmal sein kann.

Corinphila hat auch die Rückseite der Recepisse abgebildet, und da sieht man einen klaren horizontalen Bug, der auch durch die Marken durchlaufen müsste. Darum habe ich heute den Viererstreifen dahingehend geprüft. Und ja, kein Zweifel, auch der Viererstreifen hat einen klaren horizontalen Bug. Das heisst also, dass die Marke auf der Drucksache klebt, BEVOR diese ihren Schaden erlitt (Bug).

Dies deutet darauf hin, dass die Marken original auf dem Postformular klebten und zeitgerecht verwendet wurden.

Der Zufall, dass die zwei Stempelabschläge nicht auf das Postformular übergehen, macht uns zwar zu Recht vorsichtig, daraus aber zu schliessen, der Streifen gehöre nicht auf das Formular, ist meines Erachtens nicht "zwingend". Über die drei Stempel BUCURESCI habe ich meine Meinung schon geäussert (siehe B. 487).

Ich komme also zum Schluss, dass der Beleg meines Erachtens nicht verfälscht wurde. Ich nehme an, Grossmeister Edouard Cohen hätte dieses Stück sonst auch nicht in seiner Sammlung belassen. Ich habe keine Hinweise darauf, dass er diesen Beleg als problematisch bezeichnet hätte.

Überraschend habe ich heute Herrn Heimbüchler in Zürich angetroffen. Er hat seine Sammlung Rumänien ja verkauft (2010-2013), aber er interessiert sich nach wie vor für sein ehemaliges Sammelgebiet, und die Sammlung Cohen ist natürlich sehr interessant. Da wollte er dabei sein.

Ich habe ihn auf das Los 1405 angesprochen. Er sagte mir, es sei ihm nicht zur Prüfung vorgelegt worden. Heute hat er keine Vorbehalte zum Beleg angebracht, er hielt ihn für echt. (Eine vollwertige "Prüfung" konnte er aber heute nicht vornehmen).

Noch ein Wort zur Auktion: Das Los wurde heute auf stattliche CHF 7'500 hochgeboten (Startpreis: nur CHF 2'000), dies ist meines Erachtens ein gutes, angemessenes, eher hohes Ergebnis.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 21:32:47 Gelesen: 277766# 491 @  
Ich weiss, dass viele Sammler sich durch hohe Preise abschrecken lassen.

Ich hoffe, die Tatsache, dass wir hier manchmal auch von wirklich teuren Stücken sprechen, weckt nicht den Eindruck, "man" könne nicht Rumänien XIX. Jahrhundert sammeln.

Das stimmt so nicht. Es gibt viele Marken und Belege (und Ganzsachen!), die sind schön, selten und ... gar nicht teuer! Anbei ein Beispiel der 14. Ausgabe



Also, liebe Sammler: Augen auf und Rumänien sammeln! Ein gutes Gebiet mit vielen Möglichkeiten! Auch für Sammler mit kleinem Geldbeutel.

Liebe Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 08.06.2017 21:50:55 Gelesen: 277762# 492 @  
@ Heinz 7 [#491]

Hallo Heinz,

interessantes Stück. Die 25 Bani sieht wiederverwendet aus, vielleicht Postbetrug?

Lg, harald
 
JohannesM Am: 08.06.2017 22:18:26 Gelesen: 277757# 493 @  
Ich habe heute einen Katalog von einem mir unbekannten Auktionshaus bekommen, der nur Lose einer einzigen Sammlung enthält, unter anderen auch Rumänien. Die Ausrufpreise erscheinen mir sehr niedrig. Da die Auktion auch im Netz präsent ist will ich euch den Link nicht vorenthalten.

https://www.weltphila.de/de/i_9455_661/5405_Rumaenien_Sammlungen/A3-200.html?breadcrumbId=1496952666.4896

Beste Grüße
Eckhard
 
10Parale Am: 09.06.2017 18:52:58 Gelesen: 277701# 494 @  
@ JohannesM [#493]

Ich habe mir das Los angeschaut. Sollten die Marken echt sein (bei einigen habe ich keine Zweifel - Scans sind halt immer schlecht zu beurteilen), ist der Mindestpreis von 300,-- Euro bestimmt angemessen. Immerhin befinden sich einige frühe Marken mit schönen Abstempelungen dabei, auch einige ungebrauchte Kopfausgaben, die natürlich auf Echtheit hin zu untersuchen wären.

Liebe Grüße

10Parale
 
JohannesM Am: 09.06.2017 19:25:09 Gelesen: 277694# 495 @  
@ 10Parale [#494]

Es soll sich ja um die Sammlung eines Apothekers handeln, die seit 1912 nicht mehr berührt wurde, aber selbst wenn das stimmt - es wurde ja auch damals schon gefälscht, was das Zeug hielt.

Beste Grüße
Eckhard
 
Heinz 7 Am: 09.06.2017 20:41:41 Gelesen: 277684# 496 @  
@ bignell [#492]

Lieber Harald,

Du hast recht, dass die 25 Bani-Marke irgendwie "gebraucht" aussieht. Ich habe mir den Brief nochmals angeschaut, die Marke ist in der linken oben Ecke beschädigt, und die ganze Marke ist etwas schmutzig, aber eine Spur eines früheren Stempels kann ich nicht entdecken. Ich nehme also an, der Absender hatte einfach eine beschädigte Marke verwendet. Der Absender war wohl kein Briefmarken-Liebhaber, er hat auch die 50 Bani Marke kopfstehend aufgeklebt.

Ein Postbetrug liegt aber meines Erachtens keiner vor.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.06.2017 21:34:46 Gelesen: 277677# 497 @  
@ JohannesM [#493]

Hallo Eckhard,

danke für das Zeigen dieser interessanten Sammlung. Man findet an fast jeder Auktion ähnliche Angebote, aber die gezeigte Sammlung ist meines Erachtens weit überdurchschnittlich! Ich bin froh, dass Du selber ein Problem ansprichst; selbst wenn die Sammlung seit mehr als 100 Jahren existiert, ist das keine Garantie gegen Fälschungen, denn, wie Du richtig sagst: "Es wurde ja auch damals schon gefälscht, was das Zeug hielt". 10 Parale hat darum recht, wenn er darauf hinweist, dass man die Sammlung selber besichtigen müsste, um Näheres sagen zu können.

WENN die Marken echt sind, dann ist diese Auswahl weit mehr wert, als ihr Ausruf vermuten lässt!

Die Auswahl gefällt mir und ich nutze die Gelegenheit, die rumänischen Briefmarken anhand dieser Sammlung vorzustellen, denn sie ist ziemlich "komplett" 1858-1906!

Seite 1 - die erste Ausgabe fehlt, das ist verständlich, denn da fehlen die weltbekannten runden Ochsenköpfe
Seite 1 - Zeile 2: Die 2. Ausgabe (Mi 5-7)
Seite 1 - Zeile 3: Die 3. Ausgabe (Mi 8-10)
Seite 1 - Zeile 4: Die 4. Ausgabe (Mi 11-13)
Seite 1 - Zeile 5: Die 5. Ausgabe (Mi 14-16)
Seite 2 - Zeile 1: 6. Ausgabe (Mi 17-20)
Seite 2 - Zeile 2: 7. Ausgabe (Mi 21-25)
Seite 2 - Zeile 3/4: 8. Ausgabe (Mi 26-34)
Seite 2 - Zeile 4/5, Seite 3, Seite 4/1: 9. Ausgabe (Mi 36-54)
Seite 4/Zeile 2: 10. Ausgabe (Mi 55-56)
Seite 4/Zeile 5 + Seite 5: 11. Ausgabe (Mi 57-75)
Seite 6/Zeile 2-4: 12. Ausgabe (Mi 76-89, 95-98)
Seite 7-13: 14. Ausgabe (Mi 99 ff.)
Seite 14: 13. Ausgabe (Mi 90-94) + Gedenkmarken 1903/1906

dazu viele Portomarken (Seite 4-11), Paketmarken (Seite 14) und Marken "Rumänische Post in der Levante" (Seite 19).

Es sind viele wirklich gut aussehende Marken enthalten:

Michel Nr. 5 Iy, (Katalog Euro 200)
Michel Nr. 8 I, gestempelt "Jassy 12 / 6" (Katalog Euro 300)
Michel Nr. 15, ungebraucht, gut gerandet (Katalog Euro 70 oder 80)
Michel Nr. 25, schön gestempelt
Michel Nr. 26+27, beide wunderbar gestempelt "GALATI" und "GALATI 8.JUN 71"
Michel Nr. 31, ungebraucht (Katalog Euro 250)

Auch viele kleinere Werte sind aussergewöhnlich schön gestempelt, z.B. auch Portomarken und Paketmarken; das sucht der Sammler oft vergebens.

Kurzum: Eine Besichtigung und eine ernsthafte Prüfung sind meines Erachtens sehr zu empfehlen! Vermutlich lohnt es sich!

Heinz
 
JohannesM Am: 09.06.2017 22:22:16 Gelesen: 277667# 498 @  
@ Heinz 7 [#497]

Kurzum: eine Besichtigung und eine ernsthafte Prüfung sind meines Erachtens sehr zu empfehlen! Vermutlich lohnt es sich!

Ich denke das auch, nach Katalogangaben sind die Marken schon damals bei namhaften Händlern erstanden worden, also könnte man Glück haben und es sind keine oder wenig Fälschungen dabei. Von mir brauchst du aber keine Konkurrenz befürchten, ich sammele Rumänien (noch) nicht, aber ich finde dieses Thema interessant und es ist auch trollfrei.

Beste Grüße
Eckhard
 
Heinz 7 Am: 10.06.2017 10:47:15 Gelesen: 277631# 499 @  
@ JohannesM [#498]

Hallo Eckhard,

ich werde auf dieses Los auch nicht bieten, da ich für meine Sammlung nur wenige Stücke hätte, die ich wirklich brauchen könnte. Aber für einen Anfänger wäre das (mit grosser Wahrscheinlichkeit) ein sehr guter Grundstock. Mit einem Schlag hätte man eine gehaltvolle Sammlung, die man problemlos gezielt weiter ausbauen könnte.

Ich hoffe, die Sammlung findet einen Sammler, der die Chance nutzt und viel Freude an seinem Einkauf hat.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.06.2017 11:47:34 Gelesen: 277626# 500 @  
@ 10 Parale [#1]

Liebe Freunde der Rumänien-Philatelie!

Vor etwas mehr als 4 Jahren startete unser Freund 10 Parale dieses schöne Thema "Rumänien für Sammler". Heute sind wir bei Beitrag 500 angelangt!

10 Parale hat rund 30 % aller Beiträge eingestellt, seine Begeisterungsfähigkeit ist einer der Hauptgründe, warum auch ich so gerne mitmache. Pepe hat mit seinen vielen schönen, grossformatigen Scan-Beiträgen wesentlich dazu beigetragen, die Schönheit der Briefmarken-Ausgaben sichtbar zu machen. Auch er hat über 50 Beiträge beigesteuert! Vielen Dank! Zonen Andy hat viele Beiträge geschrieben, leider in den Jahren 2016 und 2017 bisher keine Fortsetzung. Immer neue Namen erscheinen in der Autorenliste, bis heute 28 verschiedene.

Ich würde mir wünschen, dass Leute, die schönes Material haben und viel wissen, wie "wahewa" und "nor 42", noch verstärkt mitmachen würden; beide haben erst 4 Beiträge beigesteuert. Gerne würden wir mehr von ihnen lesen!

Wir haben nun in diesem Thema über 100'000 "Klicks" verzeichnet, also interessieren sich doch einige Leser dafür, das ist schön. Interessant und gut ist auch, dass wir für Spezialfragen auch "angrenzende" Themen eröffnet haben, so zu "Rumänien Ganzsachen" oder "Postrouten und Transportwege" oder Rumänien ab 1945.

Zu Ehren dieses wunderbaren Sammelgebietes "Rumänien" (das auch an der Auktion von Corinphila in Zürich aktuell mit hohen Preisen glänzte) stelle ich noch eine der schönsten Marken ein, die es zu dem Sammelgebiet gibt: das schönste Exemplar der Nummer 1:



Dieses riesenrandige, wunderschöne Exemplar zierte die Sammlung Caspary (und brachte vor 60 Jahren das Spitzenresultat, als seine phantastische Sammlung verkauft wurde). 1999 wurde es in Zürich wieder versteigert (Sammlung "Sarah", Los 4000). Ich bin zuversichtlich, dass das Gebiet Rumänien auch in Zukunft bei den Sammlern hoch im Kurs stehen wird!

Zudem danke ich dem Team "Philaseiten", dass wir diese Super-Plattform zur Verfügung haben! Das ist "Förderung der Philatelie" pur! Ohne finanzielle Interessen, das ist grossartig. Tausend Dank!

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Michael Mallien Am: 10.06.2017 11:59:53 Gelesen: 277622# 501 @  
@ Heinz 7 [#500]

Lieber Heinz,

es ist schön zu lesen, wie aus Dir die Begeisterung für die Rumänienphilatelie spricht. :)

Ich gehöre in diesem Thema zu den interessierten Mitlesern, denn schließlich beschäftige ich mich ja auch mit Rumänien, wenn auch eher mit jüngeren Postgeschichte des Landes.

Ich freue mich auf weitere Beiträge hier und in den anderen Themen zu Rumänien.

Herzliche Grüße
Michael
 
10Parale Am: 10.06.2017 21:34:19 Gelesen: 277587# 502 @  
@ Heinz 7 [#500]

An alle Freunde der Rumänien-Philatelie,

danke für die Blumen, lieber Heinz.

Am 21. Juli 1858 erschienen die ersten Briefmarken Rumäniens in der Hauptstadt des Fürstentums Moldau, Jassy (erster Verwendungstag: 22. Juli 1858!)

Ich möchte hier eine kleine Bestandsaufnahme zeigen, was von der 1. Moldau-Ausgabe noch erhalten ist (Stand 2008):

Wert ungebraucht gebraucht

27 Parale 14 178
54 Parale 25 290
81 Parale 35 27
108 Parale 20 189
 

Die 81 Parale scheint irgendwie aus dem Rahmen zu fallen, denn von ihr gibt es von den ungebrauchten die Meisten und von den gebrauchten die Wenigsten.

Es sind in den letzten 30 Jahren auch einige Marken neu aufgetaucht.

Ich möchte schließlich noch ergänzen, dass es auch verschwundene Marken gibt, besonders einige aus der Sammlung König Carols I., ie nach seinem Tod 1950 nicht mehr auftauchten.

Ich freue mich mit diesem Thema zumindest ein wenig, - so hast du, lieber Heinz es einmal ausgedrückt -, als ein "Botschafter" für ein Land in Südosteuropa tätig werden zu können, was allgemein heute noch zusammen mit Bulgarien und anderen kleinen Staaten den Status eines armen, entwicklungsbedürftigen Landes an der Außengrenze Europas genießt. Die Briefmarken zeigen, dass dieses Land seine kulturellen Schätze besitzt. Möchte hier mal meine Frau zu Wort kommen lassen und zitiere sie folgendermaßen:

"Rumänien hat es einfach nicht geschafft, seine Schätze ins richtige Licht zu stellen".

In diesem Sinne vielen Dank auch den passiven Mitlesern. Auch ich lese gerne andere Themenbereiche und danke wie Heinz 7 philaseiten für die Möglichkeit sich hier zu kostenfrei zu engagieren.

Liebe Grüße

10Parale

PS: Die von mir gezeigte Marke (Kehrdruckpaar der 27 Parale) gehörte einst zur Sammlung Carols I. und bleibt bis heute vermisst.


 

Heinz 7 Am: 12.06.2017 17:59:08 Gelesen: 277477# 503 @  
@ Michael Mallien [#501]

Lieber Michael,

Du bist mit grossem Fleiss ebenfalls breit eingestiegen bei "Philaseiten". Das Thema "Rumänien: Belege nach 1945" erhält von Dir viele Beiträge, und das Thema hat es in weniger als einem Jahr schon auf 176 Beiträge gebracht! Ich finde es gut, dass wir die Zeit nach 1945 in einem eigenen Thema behandeln.

Das Thema "Rumänien: Ganzsachen" ist auch bei Beitrag 172 (Start: 12.7.2013) und das Thema "Rumänien: Marken echt oder falsch?" bei Beitrag 124. Dazu kommt ein ähnliches Thema: "Rumänien Fürstentum Moldau: Marken echt oder falsch?", das zusätzlich 69 Beiträge aufweist.

Alles zusammen sind mehr als 1000 Beiträge zum Sammelgebiet Rumänien, das ja aus gutem Grund bei den Sammlern einen sehr guten Ruf hatte (die klassischen Ausgaben 1858-1872). Man beachte die älteren "Bestenlisten" von verschiedenen Autoren 1900-1980, da gilt (galt) Rumänien immer als "etwas vom Besten".

Gestern musste ich schmunzeln! Ich sah einen Uralt-Film mit Audrey Hepburn und Cary Grant: "Charade" auf ARTE, Jahr 1963. Ich wusste nicht, dass Briefmarken darin eine wichtige Rolle spielen. Doch ein Nichtganzehrlicher Mensch hatte seine Beute von 250'000 (guten alten!) US Dollars in Briefmarken angelegt! Die Auswahl würde mir auch gefallen:



Die 3 Marken im Film existieren exakt so nicht, sind aber alle täuschend ähnlich zu wirklichen Weltraritäten: die 4 Skilling Marke Schweden erinnert an den 3 Skilling Farbfehldruck, die Hawaii 3 Cent Marke an die gleich aussehende 2 Cents Marke und die 82 Parale-Marke an die 81 Parale-Marke Ochsenkopf-Erstausgabe!

Wenn Audrey Hepburn geahnt hätte, dass eine Briefmarke mit ihrem Konterfei auch einmal viel Aufsehen erregen würde, wäre sie bestimmt "amused" gewesen!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2017 23:57:29 Gelesen: 277430# 504 @  
@ 10Parale [#502]

Lieber Kollege,

die gezeigten Zahlen sagen meines Erachtens genügend klar:

Die 81 Parale Marke ist sehrsehrsehr selten, ungebrauchte runde Ochsenköpfe (1. Ausgabe) sind alles Weltraritäten, noch deutlich seltener als gestempelte Marken

Lange Zeit galt die 81 Parale Marke als die grösste Seltenheit von allen. Das stimmt ja auch, wenn wir die Gesamtzahlen betrachten. Dass in den letzten Jahrzehnten die Anzahl der bekannten Ungebrauchten erhöht hat, wurde vielleicht etwas zuwenig in den Katalogpreisen berücksichtigt. Die 81 Parale ungebraucht ist zwar etwas hoch bewertet, das hängt aber auch damit zusammen, dass manch ein Sammler eine ungestempelte Marke kauft, weil er keine gestempelte findet. Die 54 Parale ungebraucht sollte aber nicht so deutlich tiefer bewertet sein als die 81 Parale Marke *.

Ich finde es auch erstaunlich, wie hoch die Resultate der Auktionen sind in den letzten 15 Jahren, für die ungebrauchten Marken der 1. Ausgabe. Wenn ich das mit anderen europäischen Raritäten vergleiche, so muss ich sagen: die Katalogpreise für Rumänien haben durchaus ihre Berechtigung, was wir für viele andere Länder nicht unbedingt bejahen können.

Eine letzte Ergänzung zur Anzahl der 81 Parale Marken: auch diese Marke ist ungebraucht kaum zu finden! Das liegt nicht zuletzt daran, dass von den registrierten Stücken eine ganze Reihe verschollen sind (1950-2006, gemäss Beobachtung David Feldman, siehe Auktionskatalog 3.12.2006): 8 Stück! 5 weitere Exemplare sind in einem Museum. Das reduziert die Zahl der verfügbaren Exemplare empfindlich. Die drei Exemplare, die dann (2006) versteigert wurden, erreichten spektakuläre Preise:

Los 20015: Euro 120'000
Los 20016: Euro 80'000
Los 20017: Euro 70'000

Alle Lose übertrafen also den Katalogwert erheblich! Die 2006er-Auktion war zwar (preislich) ein Ausreisser nach oben, aber auch viele andere Resultate 1999-2017 sind hoch.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.06.2017 17:28:48 Gelesen: 275615# 505 @  
@ Heinz 7 [#504]

Wir müssen den ständig stattfindenden Auktionen nicht nur dankbar sein, dass Sie uns die Möglichkeit bieten, den Markt zu beobachten, sondern auch bei diesen sehr begehrten und raren Sammlerobjekten Forschungen über das Vorkommen und deren Bestand zu führen.

Leider ist der Rumäniensammler Nr. 34 aus dem Jahr 1979 nicht in meinem Besitz. Dort befindet sich auf Seite 41/42 ein Artikel über die violette 3-Bani Marke von 1870 (Quelle: F. Heimbüchler: Fürstentum Walachei, Vereinigte Fürstentümer).

Ich hoffe, ich kann bis zu unserem Treffen der ARGE Rumänien in München eine kleine Expertise über den Bestand der noch erhaltenen Briefe mit der 3-Bani Marke erstellen, die allein nur auf Drucksachen vorkommt, Misch- und Buntfrankaturen ausgenommen.

Während ab dem 13. Januar 1868 infolge der Währungsumstellung von Parale auf Bani die Drucksachen je 15 gramm 2 Bani kosteten (anstatt 2 Parale: sie CUZA-Marken), wurde am 15. Oktober 1870 die Gebühr für Drucksachen im Inland von 2 auf 3 Bani erhöht, und zwar bis zu einem Gewicht jetzt von je 40 gramm.

Aus aktuellem Anlass möchte ich es ein wenig spannend machen und allen Interessierten ein Brief vorstellen, der gerade bei einer eBay Auktion erhältlich ist und aus der berühmten Korrespondenz an den Bürgermeister von Dorohoi stammt. Ich halte den Brief im übrigen für echt, allerdings ist er nicht so schön wie die anderen 2 Briefe, die ich aus dieser Korrespondenz kenne.

Von diesen Drucksachen konnte ich bislang 5 Stück festmachen.

3 der Briefs wurden meines Wissens bislang bei Corinphila zum Verkauf gebracht (Februar 2007, Los 5145 - Ausruf: 1.500,-- SFr. Ergebnis: unbekannt)
(2013 - Los 5077 - Ausruf 1.000,-- SFr., Ergebnis: unbekannt) (Juni 2017, Los 1425, Ausruf 500,-- SFr. Ergebnis: 700,- SFr.).

Auf Seite 205 im o.g. Band von F. Heimbüchler ist eine weitere sehr schöne Drucksache an den Bürgermeister von Dorohoi abgebildet.

O.g. Brief, den ich nun völlig überraschend entdeckte, wird übrigens von rgadidov angeboten, ein Anbieter mit Sitz in Amerika.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.06.2017 22:27:13 Gelesen: 275454# 506 @  
@ 10Parale [#505]

Lieber 10 Parale,

es würde mich freuen, wenn Du im August eine Studie über diese schöne Briefmarke präsentieren würdest!

Den Rundbrief 34 vom Juni 1979 der ARGE, ein Aufsatz "Die 3 Bani Marke von 1870, violett" von Dr. Liviu Cristea und Fritz Heimbüchler, habe ich zwar nicht im Original, aber in Kopie. Die Abbildungen sind darum schlecht, aber trotzdem sind sie Dir meines Erachtens nützlich. Einzelne Fotos könnten wir heute durch neue Farbfotos ersetzen! Ich sende Dir die 7 Seiten zu (eine Kopie der Kopie).

Auch mit den Auktionsergebnissen kann ich Dir voraussichtlich helfen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.06.2017 23:35:13 Gelesen: 275439# 507 @  
@ 10Parale [#505]

Soviel vorweg:

Los 5077 der 179. Auktion 2013 blieb unverkauft (Limitpreis: CHF 1'000).

Los 7093 der 167. Auktion 2010, auch eine Einzelfrankatur, brachte einen Erlös von CHF 1'560 (+ 19.5 %). Das Resultat war so "krumm", weil der Auktionator in Euro ausrufen musste und der Erlös dann in CHF umgerechnet wurde.

Mehr Resultate gerne auf Anfrage.

Heinz
 
10Parale Am: 27.06.2017 20:03:26 Gelesen: 275292# 508 @  
@ Heinz 7 [#506]

"es würde mich freuen, wenn Du im August eine Studie über diese schöne Briefmarke präsentieren würdest!"

Lieber Kollege,

mittlerweile habe ich 6 Drucksachen (bis 40 gramm) mit der 3 Bani violett gefunden, die seit 1999 auf dem Markt angeboten wurden (werden). Eine Drucksache über 40 gramm ist mir noch nirgends aufgefallen. Da ist sicher noch einige Recherche nötig. Auf die Zusendung de o.g. Vortrages aus Heft 34 freue ich mich besonders, recht herzlichen Dank. Ich hoffe daraus noch Stoff für einen kleinen Power Point Vortrag ziehen zu können.

Ich möchte hier eine besonders schöne Drucksache zeigen, die am 31. Mai 1872 von Bukarest an den Landrat des Distrikts Vlasca lief. Sehr schöner Fingerhutstempel auf der Briefmarke. Dieser Brief wurde an der 149. Corinphila Auktion 2007 für 1.500 SFr. ausgerufen. Ich hoffe bald selbst Auskunft über den Zuschlag geben zu können. Wirklich ein wunderschöner Brief.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.06.2017 21:29:09 Gelesen: 275272# 509 @  
@ 10Parale [#508]

Los 5145 war wirklich aussergewöhnlich schön. Diese Einzelfrankatur kostete dann aber auch stolze CHF 2'400 + 18 %. 2006-2007 gab es viele sehr hohe Preise für Rumänien-Spezialitäten. An derselben Auktion erreichten 36 der 250 Rumänien Lose dieser Auktion einen Zuschlag von CHF 10'000 und mehr!

Auch Ausgaben der 6.-8. Ausgabe erreichten meist durchwegs hohe Preise.

Liebe Grüsse
Heinz
 

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