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Thema: Rumänien Ganzsachen
Das Thema hat 287 Beiträge:
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10Parale Am: 21.04.2021 20:39:19 Gelesen: 16047# 263 @  
@ buzones [#262]

Gerne geschehen.

Wir haben die 6 Portoperioden der Inflationszeit zwischen 1.5.1945 und 15.08.1947 von Heinz 7 wunderbar erläutert bekommen.

Die 5. Stufe dauerte demnach vom 1.4. bis zum 1.7.1947.

Aus dieser Zeit zeige ich diese Ganzsachen-Postkarte, die mit insgesamt 11.000 Lei freigemacht wurde. Sie wurde am 28. Juni 1947 in Sibiu frankiert. Der Nominalwert der Ganzsache von 40 Lei wurde also 275-fach gesteigert. Empfänger war ein Briefmarkensammler in Wien, vorderseitiger Zensurstempel.

Da mein Ganzsachenkatalog von Savoiu 1927 endet, kann ich die Ganzsache nicht präzisieren.



Liebe Grüße

10Parale
 
nor 42 Am: 26.04.2021 18:31:22 Gelesen: 15577# 264 @  
@ Heinz 7 [#260]

Nochmals kurz zu den 5 Bani Postkarten. Die verschiedenen Typen I u. II findet man auch bei den Doppelkarten wobei auch die Marken der beiden zusammenhängenden Karten verschieden sein können. Es ergeben sich daher vier Varianten. Näheres darüber auch in "Rumanian Philatelic Studies" 4/1983.

Viele Grüße,
nor 42
 
10Parale Am: 27.04.2021 21:33:22 Gelesen: 15435# 265 @  
Hier eine weitere Ganzsache von Rumänien mit Zusatzfrankatur aus der 3. Portoperiode der Inflation(01.03.1946 - 31.05.1946). Mit insgesamt 612 Lei sicher nicht portogerecht frankiert. Abgeschlagen in ARAD am 23. April 1946 lief die Postkarte in die Schweiz.

Die Ganzsache zeigt links oben das berühmte Casino in Constanta. Es wurde ursprünglich 1880 ganz aus Holz erbaut und diente als Einrichtung der Oberschicht. Heute ist es nicht mehr in Betrieb, gilt jedoch als ein nationales Baudenkmal.

Liebe Grüße

10Parale


 
Cantus Am: 29.05.2021 23:00:57 Gelesen: 12631# 266 @  
Von mir heute zwei ungebrauchte Karten. Zuerst eine P 108, die zwischen 1943 und 1945 am Postschalter zu haben war.



Außerdem eine Bildpostkarte, die, wenn ich das richtig lese, das Lyzeum von Mediaș zeigt. Mediaș ist eine Stadt in Siebenbürgen im Kreis Sibiu in Rumänien. Sie liegt an der Târnava Mare (Große Kokel) und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Zentralrumänien [1].



Viele Grüße
Ingo

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mediaș
 
Winni451 Am: 12.06.2021 21:28:03 Gelesen: 11347# 267 @  
Hallo,

Rumänien hat ja eine große Zahl von Ganzsachen zu bieten. Die Folgende ist einfach zu finden, war daher vermutlich häufig oder zeigt ein öfter gehandeltes Motiv.

Als Motivsammler überfordert es mich allerdings für alle Gebiete die ich berühre einen Katalog vorzuhalten, daher kenne ich keine Katalognummer und auch keine weiteren Einzelheiten zu dieser Ganzsache:

Ganzsache mit relativ schmucklosen (Olympische Ringe, stilisierte Fahne) Wertzeicheneindruck zu 2 Lei.

Dazu Text im Bildteil: "A XXIII - A EDITIE A JOCURILOR OLIMPICE DE VARA LOS ANGELES 1984" laut google "XXIII. AUSGABE DER OLYMPISCHEN SOMMERSPIELE 1984 LOS ANGELES". Dazu eine Zeichnung zweier kämpfender Judoka vor farbigen Streifen.
Diese Ganzsache postfrisch:



Und so hoffe ich echt gelaufen:



Nach Jimbolia (deutsch Hatzfeld, ungarisch Zsombolya, serbokroatisch Žombolj/Жомбољ ist eine Stadt mit etwa 11.000 Einwohnern im rumänischen Banat, im Kreis Timiș, 40 km westlich von Timișoara). Absender leider nicht eingetragen. Der Stempel vom 15.11.1987 von Tulcea (deutsch Tultscha), Hauptstadt des gleichnamigen Kreises Tulcea, an der Donau.

Auf der Rückseite ein Ankunftsstempel von Jimbolia vom 18.11.1987.

Etwas moderner ist diese postfrische Ganzsache:



Sportjahr 1999, Bildteil ein Foto einer Leichtatletin, drum herum viele Sportarten als kleine Bildchen (Zeichnungen). Darunter "Gabriela Szabo multibla campioana mondiala in probele de 1500, 3000, 5000 metri" laut google "Gabriela Szabo mehrfache Weltmeisterin über 1500, 3000, 5000 Meter".

Über Frau Szabo findet man in Wikipedia [1]

Der Wertzeicheneindruck zu 1500 Lei zeigt einen Wappenadler von Rumänien und einen Doppelstrich-Rahmen mit Läufer. Auch diese Ganzsache ist relativ schnell zu finden.

Grüße
Winfried

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriela_Szabo
 
Cantus Am: 17.06.2021 02:33:29 Gelesen: 11144# 268 @  
So eine Karte wie z.B. von 10Parale in Beitrag [#20] gezeigt, findet man immer einmal wieder und auch mein heutiges Beispiel passt dazu. Was mir dabei aber bis heute nicht klar ist, ist die Herstellungsart dieser Ganzsachenkarten. Es gibt sie allseitig gezähnt, aber auch mit Zähnung an drei Seiten (rechts, links und oben oder unten) oder an nur zwei Seiten über Eck. Wenn man alle diese Teile zusammensetzt, ergibt sich für die Herstellung mindestens ein Block von 12 Karten, die jeweils durch eine Lochung voneinander getrennt sind. Danach stammt meine heutige Karte von der rechten unteren Ecke, denn die Außenkanten des Gesamtblockes waren alle glatt geschnitten.

Weiß jemand mehr über die herstellungsbedingten Urblöcke der Postkarten?



Diese Karte, Mi. P 17, lief am 25.6.1889 von Rim.Sabat nach Bukarest, auch bei mir an Gustav Rietz.

Viele Grüße
Ingo
 
buzones Am: 20.06.2021 18:46:01 Gelesen: 10961# 269 @  
Ein Wahnsinnszuschlag von 1.200 Euro (Ausruf 100 Euro) für eine mit 10 1/2 Bani auffrankierte Ganzsachenkarte, versandt 1877 von Jassy an den berühmten Händler und Philatelisten Artur Maury in Paris für das Los Nr. 401 der 42. Harlos-Auktion!


 
Heinz 7 Am: 20.06.2021 22:45:16 Gelesen: 10953# 270 @  
@ buzones [#269]

Ich habe es auch gesehen! Ich war sogar an der Auktion "dabei", schriftlich; zwar weit über dem Ausruf, aber doch klar unter dem Zuschlag! Sicher eine tolle Kombination von Marken verschiedener Ausgaben, aber irgendwo habe ich meine Preisgrenzen, und dieser Zuschlag war mir deutlich zu hoch.

Ich gratuliere aber dem Käufer zu diesem tollen "Blickfang". Die 5 Marken zu 1.5 Bani sind von zwei verschiedenen Ausgaben, zudem gibt es Unterschiede in den Zähnungen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.06.2021 21:19:58 Gelesen: 10922# 271 @  
@ Cantus [#268]

Lieber Ingo,

Ich habe vergeblich Bilder von ganzen Ganzsachen-Bogen gesucht, sodass ich im Moment nur auf Beschreibungen zurückgreifen muss.

Im "altehrwürdigen" Grossen Ganzsachen-Katalog 1928 von Dr. Ascher lesen wir (auf Seite 958/Band 2):

"1873-85. Achteckiger Wertstempel mit Wertziffer.

Die Karten wurden zu 4 (später 8 u. 12) auf einem Bogen gedruckt. Die Abtrennung erfolgte 1877-1893 durch Schnitt, später durch Durchlochung. Sie wurden einzeln, zu zweien oder in ganzen Bogen abgegeben. (...)"

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Cantus Am: 22.06.2021 22:33:57 Gelesen: 10918# 272 @  
@ Heinz 7 [#271]

Hallo Heinz,

danke für den Hinweis. Es scheint so, dass ich meinen alten Ascher viel zu selten zu Rate ziehe. Du hast natürlich recht.

Viele Grüße
Ingo
 
buzones Am: 30.07.2021 17:05:50 Gelesen: 7716# 273 @  
Liebe Freunde der rumänischen Ganzsache,

um die Saure-Gurken-Zeit mal mit ein wenig Inhalt zu füllen, hier zwei GS-Karten aus einer Korrespondenz von Sibiu (Hermannstadt) bzw. Timișoara (Temeschburg) nach Wien aus dem Jahre 1946.

Die obere Karte (Michel P130) mit einer Nominale von 40 Lei wurde zwar, unter "Missachtung" des aufgedruckten Wertes, mit 600 Lei frankiert, was dem korrekten UPU-Postkartenporto bis zum 31. Mai 1946 entsprach. Rückseitig ist die Karte handschriftlich 31.V. datiert; der Ortsstempel von Sibiu stammt allerdings vom 1. Juni 1946, als die Gebühr für Auslandskarten auf 900 Lei angehoben wurde. Wahrscheinlich stammte die Karte aus der ersten Briefkastenleerung am 1. Juni und wurde von der rumänischen Post anstandslos weiterbefördert. Zwei Wochen später, in Wien, sah die Sache dann schon anders aus: Dort hatte man inzwischen die seit 1. Juni 1946 erhöhten Postgebühren Rumäniens zur Kenntnis genommen und taxierte den Fehlbetrag mit 33 Groschen, die von der Empfängerin am 15. Juli vom Postamt Wien 62 mittels zweier Portomarken zu 3 und 30 Groschen (Michel 177, 183) eingezogen bzw, wie es auf gut österreichisch heißt, "eingehoben" wurden.

Die untere der beiden Karten (Michel P106) mit einer Nominale von 3 Lei wurde am 17. Oktober 1946 geschrieben und am 22.10. in Timișoara abgestempelt. Der Absender machte sich diesmal die Mühe, die 900 Lei Porto korrekt darzustellen, und zwar mit einer Marke zu 600 Lei, zwei Marken zu 50 Lei, drei Marken zu 20 Lei sowie dem "krummen" Wert von 137 Lei, der die 3 Lei Kartennominale "begradigen" half.

Zur Berechnung der Taxierung in Wien muss ich noch ein wenig recherchieren; die sowjetischen Zonenzensurstelle in Wien war bis 12. August 1953 aktiv.



Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
10Parale Am: 31.07.2021 20:26:42 Gelesen: 7589# 274 @  
@ buzones [#273]

ich gratuliere zu diesen beiden hervorragenden Inflationsbelegen, die so selten sind, teilweise noch unterschätzt und immer mit dem Hauch der Einzigartigkeit versehen.

Danke fürs Zeigen.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 05.08.2021 22:25:12 Gelesen: 7199# 275 @  
@ Cantus [#268]
@ Heinz (#271)

Bei Savoiu (Romanian Postal Stationery 2014) habe ich einen Achterbogen der frühen Ganzsache zu 5 Bani (Ausgabe 1878) entdeckt, doch ich denke, es würde gegen das Copyright verstoßen, würde ich ohne Erlaubnis des Verfassers hier eine Abbildung einscannen.

Wer tief einsteigen und analysieren will, dem empfehle ich unbedingt dieses englischsprachige Buch von Emanoil Alexandru Savoiu.

Ich zeige heute eine Ganzsache Ausgabe 1883 zu 5 Bani (lt. Savoiu: PC 19C) - hier 4 von mehreren Details:

- Die Länge von CARTA POSTALA beträgt 64 mm
- Distanz zwischen Wappen und eingedrucktem Wertzeichen: 98 mm
- Die Adresslinie hat eine Länge von 137 mm
- Die Peforation (hier vierseitig) beträgt 11 ½
 

Was mich nun faszinierte, ist die russischgrüne Farbe der 5 Bani Marke, die als Zusatzfrankatur für Auslandsdestination "Böhmen" notwendig war (10Bani)
und der schöne Ankunftsstempel von GEORGSWALDE in Böhmen von 30.9.85. Absender war ein Getreidehändler aus Bottuschani namens SAMUEL ARAK, was auf jüdische Herkunft schließen lässt.

Georgswalde ist die tschechische Stadt Jirikov an der Grenze zu Sachsen.

Liebe Grüße

10Parale


 

10Parale Am: 06.08.2021 22:14:54 Gelesen: 7089# 276 @  
@ 10Parale [#275]

Der folgende Kartenbrief (15 Bani rosa) hat bei SAVOIU die Bezeichnung LC4 aus der Serie der WHEAT EAR ISSUES (1884-1904).

Interessant ist, dass SAVOIU Angaben macht über bekannte Früh- und Spätverwendungen. Bei dieser Ganzsache, die im ganzen Land erhältlich war ist der 12. Mai 1894 das früheste und der 30. Dezember 1896 das späteste bekannte Verwendungsdatum.

Die Tochter Ana Popescu schreibt ihren Eltern in Floresti ein paar sehr nette Zeilen, am 9. März 1897 in Bukarest abgestempelt. Der Brief trägt einen Ankunftsstempel von Baicoi Gara (PG10 bei Kiriac Dragomir). Dieser Bahnhof liegt etwa 5 km von Floresti entfernt an der 1879 eröffneten Strecke zwischen Bukarest und Oradea.

Nun komm ich noch mal auf das Datum zurück. Ich beziehe mich dabei auf den Ankunftsstempel von Baicoi. Ich bin sicher, dass der Brief am 9. März 1897 verfasst wurde. Wenn SAVOIU die bekannten Verwendungszeiten eingrenzt, ist das meiner Meinung mit einem großen Risiko verbunden.

Die Ganzsache LC4 wäre also eine neue bekannte späteste Verwendung. Ich bin aber sehr skeptisch.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.08.2021 00:28:39 Gelesen: 7071# 277 @  
@ 10Parale [#275]

Du zeigst uns eine schöne Ganzsache. Da stimmt alles:

Absender bekannt
Frankatur korrekt
Briefmarke (Zusatzfrankatur) in guter Erhaltung
Abgangs- und Ankunftsstempel sauber und klar lesbar
zeitliche Verwendung und Transportdauer eindeutig erkennbar.

Da nimmt man minime Fehler an der Ganzsache ohne Bedenken hin.

Ich gratuliere!

Heinz

@ 10Parale [#276]

Ich denke, grosse Skepsis ist hier nicht nötig. Der Ankunftsstempel deutet wirklich auf das Jahr 1897 hin, die Abgangsstempel oder die Karte geben uns offenbar keinen Hinweis auf das Verwendungsjahr.

Dass Herr Savoiu als (bisher) späteste Verwendung den 30.12.1896 nennt, würde ich nicht überbewerten. Dass Du eine Karte findest, die ausserhalb seines beobachteten Zeitraumes liegt, muss Dich meines Erachtens nicht misstrauisch machen. Du darfst Dich nach meiner Meinung darüber freuen. Ich halte die Postkarte für echt und korrekt verwendet. Diese Postkarten waren meines Wissens noch lange gültig. Die Farbänderung dieser Ausland-Postkarte (von rosa auf schwarz) kam erst 1899 zur Ausgabe. Vermutlich gibt es Verwendungen der 15 Bani rosa nahe bis zu dem Datum der Ausgabe der 15 Bani schwarz.

Heinz
 
Briefuhu Am: 25.08.2021 19:07:42 Gelesen: 5845# 278 @  
Hier eine Postkarte als Ganzsache vom 18.04.1886 von Bukarest nach Kopenhagen. Im Inhalt geht es um Angebote von Sammlermarken. Die Karte ist oben und rechts perforiert.



Schönen Gruß
Sepp
 
10Parale Am: 28.08.2021 20:13:58 Gelesen: 5522# 279 @  
@ Briefuhu [#278]

Solche Karten aus der "Frühzeit" des Sammelns und Zusammentragens von Briefmarken finde ich außerordentlich.

Ein ähnliche Ganzsache (4-seitig perforiert) lief am 1. Mai 1892 von Jassy nach Yverdon in die Schweiz. Auch hier geht es um Sammlermarken. Der Absender ist ein jüdischer Sammler oder Händler namens L. Gartenlaub.

Empfänger ist das nicht unbekannte Markenhaus Denis Meystre in Yverdon. Bei Ricardo.ch wurde 2019 eine uralte Preisliste dieses Markenhauses für 5 Schweizer Franken angeboten, siehe [1].

Liebe Grüße

10Parale



[1] https://www.ricardo.ch/de/a/uralte-preisliste-d.meystre-yverdon-1895-1087147344/
 
Briefuhu Am: 28.08.2021 20:49:48 Gelesen: 5518# 280 @  
@ 10Parale [#279]

Danke für die "Bewertung".

Schöne Grüße
Sepp
 
Cantus Am: 28.08.2021 23:36:30 Gelesen: 5503# 281 @  
Von mir heute wieder einmal eine Bildpostkarte aus der Serie von Mi. P 697. Den genauen Ort konnte ich leider nicht ermitteln, da es offenbar viele Orte mit dem Namensteil Secuiesc gibt.



Viele Grüße
Ingo
 
Martin de Matin Am: 29.08.2021 00:19:39 Gelesen: 5501# 282 @  
@ Cantus [#281]

Ich würde es mit dem Ort Târgu Secuiesc im Kreis Kreis Covasna probieren. Die kirche mit Vorplatz habe eine deutliche Ähnlichkeit.

Gruss
Martin
 
becker04 Am: 04.09.2021 07:38:02 Gelesen: 5103# 283 @  
Von mir hier eine Postkarte aus Bukarest nach Berlin, geschrieben am 13.6 1888, Ankunft in Berlin 3 Tage später.



Viele Grüße
Klaus
 
Heinz 7 Am: 11.09.2021 19:41:36 Gelesen: 4385# 284 @  
Die unten gezeigte Postkarte ist vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders sammelnswert. Die Postkarte ist leicht beschädigt, und die Stempel sind etwas unklar. Die P 14 (1879) ist ausserdem nicht selten, sondern war häufig in Gebrauch.

Ein zweiter Blick lohnt sich aber!

Erstens sehen wir, dass die Karte von Braila nach Wien lief. 1879 kamen die ersten Ausland-Postkarten heraus (10 Bani rot), warum der Absender eine Inland-Postkarte (5 Bani schwarz) wählte, wissen wir nicht. Dem Empfänger hatte aber Strafporto zu bezahlen, das zeigt uns der saubere "T". Stempel.

Die Karte wurde am 28.5.1883 versandt und kam in Wien an am 30.5.1883. Die Adresse können wir zum Glück gut lesen, mit dem Text der Karte wird es bedeutend schwieriger.



Der Empfänger der Postkarte war Herr Smolenski, Redakteur des Haschacher. Eine Konsultation von Wikipedia bringt Klarheit.

Peretz Smolenskin war ein damals ca. 41 jähriger russischer Jude, der 1868 in Wien die hebräische Monatsschrift Haschachar (dt. "die Morgenröte") gegründet hatte. Gemäss Wikipedia schaffte es das Magazin von 1868-1885 (dem Todesjahr Smolenskins) nur auf 12 Ausgaben, also im Schnitt nur eine Ausgabe pro eineinhalb Jahren!

Ich kann den rückseitigen Text nicht lesen, da er in hebräischer Sprache verfasst wurde.

Die Postkarte ist aber ein historisch interessantes Dokument!

Heinz
 
10Parale Am: 24.09.2021 15:19:26 Gelesen: 3818# 285 @  
@ Heinz 7 [#284]

Ein sehr schöner historischer Beleg, bestimmt auch selten und stets gesucht unter der Bezeichnung "Hebraica". Danke fürs Zeigen. Da wächst die reine Philatelie über sich hinaus.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich sehr erfreut war, als ich beim Studium des Auktionskataloges von Christoph Gärtner (51. Auktion am 19. Oktober 2021) sah, dass er die aktuellen Katalogbezeichnungen für rumänische Ganzsachen von SAVOIU übernommen hat.

Ich zeige hier eine PC 31 zu 10 Bani rot, die am 1. Dezember 1896 von Bukarest nach Gablonz an der Neisse lief. Die Stadt heißt heute Jablonec nad Nisou, was soviel bedeutet wie "Apfelbaum an der Neisse".

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 25.09.2021 21:29:40 Gelesen: 3792# 286 @  
@ 10Parale [#285]

Ich habe es angesprochen und zeige die seltene Ganzsache, die bei Christoph Gärtner nun bei der 51. Auktion in Kürze mit dem Ausruf von 500 Euro unter den Hammer kommt.

Savoiu No. 51A, anstatt 5 Bani ist der Werteindruck 15 Bani.

Von diesen Karten gibt es 2 von 3 Typen, deren Unterschiede in der vertikalen "Instruction line" begründet sind:

Pe aceasta parte se scrie Pe aceasta parte se scrie
numai adressa Typ III numai adressa Typ I
 

Typ II gibt es nur bei PC 50

Bei der von Christoph Gärtner angebotenen Karte handelt es sich also um die PC 51A type III (das a von adressa 1. Zeile ist etwas hinter dem e von "se" 2. Zeile).

Sicherlich eine "MAJOR RARITY OF ROMANIA POSTAL STATIONERY", wie das Auktionshaus das Los anpreist. Ein Blick auf die Rumänien Lose lohnt sich auf jeden Fall auch bei dieser 51. Auktion. Unter Los 4710 werden 2 sehr seltene Briefe aus Paris nach Bukarest (Fürstentum Wallachei) für 40.000 Euro angeboten. Bin mal gespannt.

Liebe Grüße


 

10Parale Am: 21.10.2021 13:07:20 Gelesen: 2398# 287 @  
@ buzones [#273]

Du zeigst uns herrliche Ganzsachen, zumal aus der Inflationszeit.

Die folgende Ganzsache zu 12 Lei wurde mit einer Gesamtfrankatur von 1430 (+12) Lei freigemacht und lief am 21.01.1947 von Sibiu in die Tschechoslowakei, also Auslandsporto.

Es wurden 6 Marken aus dem Satz "Rumänische Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen mit der Sowjetunion (ARLUS) vom 20. Oktober 1946 verwendet und einige Freimarken König Michael I.

Die Ganzsache lief nach Ceska Skalice (es fehlt ein Buchstabe in der Anschrift). Vielleicht noch ein Wort zur Herkunft. Den Brief erwarb ich bei einer Auktion von Milan Cernik (PAC) in Prag. So fanden sich einige Bieter und ich bin froh, den Zuschlag erhalten zu haben.

Interessant auch der französische Text. Der sich selbst als Rechtsanwalt und Journalist bezeichnende Absender, Mihai Vladoianu bietet ein Briefmarkentausch an, führt aber weiter aus (Übersetzung):

"Ich bin Rechtsanwalt und Journalist und ich liebe die Freundschaft zwischen den Völkern und den freundschaftlichen Gedankenaustausch. In Erwartung Ihrer Antwort hoffe ich das dieses Angebot einen festen Pfeiler für Freundschaft und gute Beziehungen bildet...."

Wie ich finde, gerade nach den Kriegswirren eine wunderbare Einlassung, die man sich heute auch wieder wünschen kann, auch wenn wir "scheinbar" schon viel weiter sind. Könnte man ja heute mal in Brüssel beim EU-Gipfel vorlesen.

Liebe Grüße

10Parale


 

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