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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 1100 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 05.11.2023 18:54:55 Gelesen: 34725# 1076 @  
1955 wurden neue Freimarken herausgegeben, die in Grossauflagen viele Sammleralben füllten. Das Motiv "Berufe" war zuerst mit 10 Werten (von 3 Bani bis zu Lei 2.55) vertreten, später kamen Ergänzungswerte hinzu.

Im November 1955 kam als Michel Nr. 1546 der 40 Bani-Wert zur Ausgabe. Als Zeichnung sehen wir eine "Studentin".



Als Viererblock wirkt jede Marke besonders schön, finde ich.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 11.11.2023 22:13:17 Gelesen: 32413# 1077 @  
@ Heinz 7 [#1076]

Die Briefmarken der Ährenausgabe sind nicht einfach genau zu bestimmen, sofern man die Details gemäss CMPR alle berücksichtigen will. Ein Blick in diesen Katalog lohnt sich aber immer dann speziell, wenn Besonderheiten zu betrachten sind, die im Michel-Katalog keinen Platz finden.

Die Marke Michel Nr. 140: Ährenausgabe 50 Bani orange kommt, wie viele rumänische Briefmarken dieser Zeit, in verschiedenen Zähnungen vor. Besonders interessant sind die Mischzähnungen "C" und "D".

Anbei zeige ich nun ein solches Exemplar



Oben und unten ist die Marke eng gezähnt, senkrecht auf den beiden Seiten eher weit.

Die Zähnung ist nach meiner Messung eine 13:11. Das Problem ist, dass keiner der Kataloge diese Zähnung kennt. Vermerkt ist aber die Zähnung "D" = 13.5 : 11.5. Sie ist im Katalog CMPR immerhin mit dem Faktor 150 bewertet, d.h. aus einem Katalogwert von Euro 2.00 werden so immerhin Euro 300.

Ich habe diese Marke in einem Sammellos von 16 Marken der Ährenausgaben gefunden. 4 Briefmarken davon waren nicht gut, alle anderen 12 sind sammelwürdig. Einen Kaufpreis von CHF 10 an der Basler Sammlerbörse bezahlte ich gerne.

Heinz
 
Histrianorum Am: 20.11.2023 09:37:04 Gelesen: 30651# 1078 @  
Lieber Heinz,

diese Briefmarke stammt aus der "Moldawien"-Ausgabe.

Mit freundlichen Grüßen
 
10Parale Am: 20.11.2023 19:25:16 Gelesen: 30535# 1079 @  
@ Histrianorum [#1078]

Du meinst mit Moldawien-Ausgabe wohl die Michel-Nr. 243-247 und hier speziell Michel Nr. 245 mit einer Zähnung von 13.5 : 11.5 bzw. 11.5 : 13.5 oder 11.5 bzw. 13.5.

Wie der Michel ausführt, übernahm die rumänische Post Mitte November 1918 wieder das gesamt Gebiet von Rumänien mit den Teilgebieten Siebenbürgen, Marmarosch, Banat und Bukowina. Auch das von Russland abgetrennte Bessarabien (also vor knapp 105 Jahren!) gehörte zu diesem Gebiet, Bessarabien hier = Moldawien. Musste mich auch erst mal schlau machen. Allerdings ist es mir auch schon passiert, dass ich diese Marken (140/245) verwechselt habe. Der Stempel (ich denke es ist Bucuresci) vom Nov.1919 spricht eindeutig für die Nr. 245.

Der Michel führt weiter aus: Um die Verwendung der beim Rückzug (welcher Rückzug?, von wem?) im Oktober - Dezember 1916 zurückgelassenen Markenbestände zu verhüten, wurden alle bis dahin gültigen Werte außer Kurs gesetzt und nur die im Gebiet Moldau ausgegebenen Marken Michel Nr. 240 - 47 für gültig erklärt.

Ich verstehe es so, dass in den o.g. Gebieten Markenbestände von Österreich-Ungarn bzw. Russland zurückgelassen wurden, die aber nicht mehr gültig waren, sondern eben die 240-247 ?

Vielleicht kann dies jemand mal erklären.

Liebe Grüße

10Parale
 
Histrianorum Am: 20.11.2023 23:23:19 Gelesen: 30437# 1080 @  
Es gibt viel Geheimnisvolles hinter dieser Briefmarkenausgabe. Die rumänische Regierung zog sich nach Iași zurück und hinterließ die in Bukarest bei der "Fabrica de timbre" gedruckten Briefmarkenbestände. Die Werte bis zu 50 Bani wurden in Iași gedruckt, und die Werte von 1 Leu und 2 Lei wurden 1919 in Bukarest gedruckt.

Es ist sehr einfach, diese Briefmarken von denen mit dem Weizenmuster zu unterscheiden, da sie auf Kriegspapier minderer Qualität gedruckt wurden. Halten Sie eine Briefmarke gegen eine Lichtquelle, und Sie können ein Siebmuster erkennen.

Mit freundlichen Grüßen
 
Heinz 7 Am: 20.11.2023 23:28:05 Gelesen: 30432# 1081 @  
@ Histrianorum [#1078]
@ 10Parale [#1079]

Besten Dank für die Hinweise. Meine Sammlung endet generell 1903; bei den späteren Ausgaben habe ich wenig Erfahrung. Ihr scheint recht zu haben. Es gab offenbar einen "Nachzügler" 1919. Michel Nr. 245, allerdings wird bei Michel die Farbe "hellrosa" angegeben, was hier ja wohl nicht zutrifft.

Im CMPR finden wir die Marke wohl unter Nummer 240 mit der Farbe "roz". Bei Zumstein finden wir die Farbe: "fleischrot" (No. 251), das passt wohl am besten.

Sicher bemerkenswert ist, dass bei dieser Marke die Zähnung 13.5:11.5 oft vorkommt. Also ist mein vermeintlicher "Fund" einer seltenen Zähnung ein Irrtum. Schade, eigentlich.

In der Philatelie kann man jeden Tag dazu lernen.

Heinz
 
Histrianorum Am: 20.11.2023 23:32:30 Gelesen: 30426# 1082 @  
Ich muss mich korrigieren, die Werte, die "Gravate" ähneln, wurden in Bukarest gedruckt.
 
22028 Am: 21.11.2023 11:06:21 Gelesen: 30040# 1083 @  
Im aktuellen Kundenmagazin "Markenzeichen" [1] des Auktionshauses Heinrich Köhler, Wiesbaden, werden die Ochsenköpfe von Moldau behandelt.

[1] https://hk-files.s3.eu-central-1.amazonaws.com/PDFs/Markenzeichen/Markenzeichen-06_deutsch.pdf
 
10Parale Am: 21.11.2023 19:26:11 Gelesen: 29887# 1084 @  
@ 22028 [#1083]

vielen Dank für´s Zeigen und die Info. Bald kann man ja in Zürich wieder Ochsenköpfe ersteigern. Für mich ein Traum, aber ich freue mich, dass Rumänien mit dieser Briefmarke sicherlich ganz weit oben im Ranking der Berühmtesten und Teuersten steht.

Bei meinem letzten Aufenthalt im alten Dakerland schenkte mir ein guter Freund eine alte Glocke aus der Moldau mit einem Halbrelief eines Ochsenkopfes. Der Klöppel ist aus Holz. Sie klingt ein wenig wie eine Schweizer Kuhglocke.

A propos...heute abend spielt die Schweiz gegen Rumänien. Dann kann ich ja die Glocke läuten, wenn ein Tor fällt. (Spaß).

Wer mal meine Sammlung erbt, bekommt die Glocke mit dazu.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.12.2023 22:42:53 Gelesen: 28658# 1085 @  
Es kommt nur selten vor, dass gleich drei grosse Sammler ihre Rumänien-Spitzenstücke verkaufen. Ende November war es bei Corinphila wieder einmal soweit:

Die Sammlung Dr. Geza Homonnay (Teil 2) - Ungarische Postämter in Rumänien -
Teile der Sammlung von Gabriel Sassower - Rumänien (im allgemeinen Katalog)
Die Sammlung ‘PENELOPE’- Europas “Nummer 1” auf Brief

Zugegeben, "Penelope" enthielt nur ein Los für die Rumäniensammler, aber was für eines! Ein wunderbarer Brief der ersten Briefmarke von Rumänien überhaupt, ein Brief von Bakeu nach Jassy.



Es gibt Sammler, die betrachten diesen Brief als minderwertig, weil die 27 Parale-Marke rund geschnitten ist; sie bevorzugen viereckig geschnittene Marken. Doch sollten wir bedenken, dass die Marken aus Bakeu alle (?) rundgeschnitten wurden, weil der Posthalter von Bakeu dies so handhabte. Wir erkennen daraus also auch ein Echtheitmerkmal für diese sehr seltenen Briefe aus Bakeu.

Der Brief wurde am Freitag in Zürich verkauft. Erwartungsgemäss interessierten sich mehrere Sammler für das schöne Stück und der Startpreis von - immerhin! - Euro 20'000 wurde weit übertroffen. Erst bei Euro 50'000 fiel der Hammer! Ein weiterer Spitzen-Erlös für Rumänien. Ich gratuliere dem Käufer. Er hat viel bezahlt, aber ein Spitzenstück erworben!

Auch die Stücke aus der Homonnay-Sammlung wurden zum Teil eifrig beboten. Besonders gefallen haben wir die Belege, als Briefe mit den gelben 2-Soldi-Marken (Michel Nr. 1) angeboten wurden. Gleich mehrere davon kamen zum Angebot:



Los 2983 und Los 2998 sind vielleicht die schönsten.



Eine wunderbare Drucksache von Bukarest ins Ausland nach Wien und eine einmalige Zeitung adressiert nach Prag. Natürlich waren auch diese Stücke nicht "billig", aber solche Seltenheiten in vorzüglicher Qualität findet man nur sehr selten.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.12.2023 23:04:10 Gelesen: 28651# 1086 @  
@ Heinz 7 [#1085]

Dutzende von hoch-interessanten Briefen am Freitag stammen aus der Sammlung von Gabriel Sassower, London. Postgeschichtlich hat dieser Sammler über Jahrzehnte mit wachem Auge geforscht und im "London Philatelist" (und in anderen Zeitschriften) wichtige Erkenntnisse veröffentlicht. Von viele Belegen hatte er besonders schöne Exemplare (Stempel, Formulare, Briefmarken).



Los 3108:

Beschreibung:
"Austrian PO's 1850: Entire letter to Lyons, France struck with superb two line dated "IBRAILA / 23. MAG" datestamp in blue (Tchilinghiian fig. 728, early use in this colour), rastel punched for disinfection with "AT" transit in black and reverse with Lyons arrival cds, where charged "32" décimes due in manuscript. Ex collection Sassower."

Dass ein so schönes Lot zum Ausrufpreis verkauft wurde (CHF 160), wundert mich. Bei anderen Losen mussten die Sammler tiefer in die Tasche greifen.



Ein hochinteressanter Brief war Los 3154, von Galatz in die Schweiz, aus der berühmten Joost-Korrespondenz. der Brief war zu wenig frankiert, was auch ausführlich dokumentiert wurde. Der Brief wurde von moderaten CHF 250 auf sehr hohe CHF 1'800 hoch geboten, für eine Einzelfrankatur mit einer Michel Nr. 34 sicher stolzer Preis.

Und und und... Ich habe selten in den letzten Jahren eine so lange Gebotsliste platziert; die effektive "Einkaufsliste" ist dann allerdings recht kurz geworden. Weil Rumänien - Qualitätsware eben fast immer gute Preise erzielt!

Heinz

[DeepL: "Österreichische Post von 1850: Ganzer Brief nach Lyon, Frankreich, gestempelt mit herrlichem zweizeiligem Datum "IBRAILA / 23. MAG" in blau (Tchilinghiian fig. 728, frühe Verwendung in dieser Farbe), Rasterstempel zur Desinfektion mit "AT" Transit in schwarz und rückseitig mit Lyons Ankunft cds, wo belastet "32" décimes due in Manuskript. Ex Sammlung Sassower".]
 
10Parale Am: 03.12.2023 19:03:27 Gelesen: 28454# 1087 @  
@ Heinz 7 [#1085]

Es war wirklich eine Marathon-Auktion von Corinphila in Zürich. Die Wochenzeitung "The Economist" (London) hat ja kürzlich Zürich als die teuerste Stadt der Welt ausgemacht, aber hier kam wirklich Qualität und Rarität am laufenden Band unter den Hammer.

Deine gezeigten Beispiele aus der Sammlung von Gabriel Sassower, London, gehören zweifelsohne zu den Spitzen Rumäniens. Los 3154 (der zu wenig frankierte Brief nach Langnau) konnte ich selbst online mitverfolgen. Ich dachte mir schon, dass hier auch ein paar Schweizer Bieter am Werk sind. Es wundert dich, dass Los 3108 ((IBRAILA /23 MAG" - to Lyon (France)) zum Ausrufpreis zugeschlagen wurde. Mich wundert es nicht so sehr, weil ich glaube, bei dieser Auktion waren die unter sich, die es sich leisten konnten. Die weniger gut betuchten (ich zähle mich mal offen dazu) waren höchstens aus Interesse online oder sonst wie vor Ort.

Besonders erstaunt hat mich eine Reihe von Briefen wie beispielsweise Los Nr. 3156, 1872, Michel Nr. 37 + 39, also die ersten Ausgaben der Freimarken Fürst Karl I. im Kreise (Pariser Bdr.) mit einem waagrechten Paar der 3 Bani hellgrün auf grünlich und einer 10 Bani blau (Gesamtfrankatur: 16 Bani) mit einem schönen Abschlag (BRAILA - GALATZ / CURSA II) vom 18. November. Dieser leicht überfrankierte Brief war mit 120 Schweizer Franken ausgerufen. Da hatte ich noch Hoffnung. Aber zugeschlagen wurde er mit enormen 1.100 Schweizer Franken. Das ist erstaunlich, denn solche Briefe findet man meines Erachtens noch des öfteren in Privatsammlungen. Zudem zeigt es mir, dass portogerechte Abschläge nicht immer ausschlaggebend sind bei der Wertermittlung.

Dennoch ist es mir bei diesem Auktionsreigen ebenfalls gelungen, etwas an Land zu ziehen. Doch davon mehr später. Rumänien ist bei mir im Moment "out of reach".



Der Scan zeigt nicht den ganzen Brief, der übrigens (vergessen wir den Preis für eine Sekunde!) wunderschön ist.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 03.12.2023 23:24:37 Gelesen: 28418# 1088 @  
@ 10Parale [#1087]

Los 3156 wurde wirklich sehr teuer. Offenbar wollten (mindestens) zwei Sammler den Brief "unbedingt", darum wurde er erst sehr hoch zugeschlagen. Jeder Sammler muss selber wissen, wofür er sein Geld ausgibt.

Es gab an der Auktion im Gebiet Rumänien ein paar Lose, die waren "preiswert", aus meiner Optik. Ich erwähnte Los 3108, Österreichische Post in Rumänien, früh, 1850. Wir wissen, dass Auslandpost damals praktisch nur über Auslandpostämter von fremden Ländern (Russland/Österreich) möglich war. Auch solche Briefe sind m.E. sehr begehrenswert.

Doch viele andere Lose erzielten Preise, die mir (eher) zu hoch scheinen. Insgesamt ist eben die Nachfrage für GANZ Rumänien doch recht hoch, und das Angebot an wirklich schönen Sachen doch recht gering.

Für Leute mit schmalem Budget lohnt es sich, beharrlich zu suchen und immer wieder neu zu versuchen. Stück für Stück kommt man weiter, zwar ohne jede "Garantie", aber den Versuch sollte man immerhin wagen.

Zum Abschluss noch ein Los (3166), bei welchem mein Gebot leider etwas zu knapp war:



1906: 40th Anniversary Issue, Bradbury Wilkinson Proofs (8), imperforate and each perforated SPECIMEN, each in different colours to the issued set, all applied to part salesman's card, together with 1906 multicoloured background only Proof without Duty Plate. Scarce and most attractive. [1]

Ein ungemein attraktives Stück, wie ich finde. Proofs sind vor allem bei britischen Sammelgebieten sehr beliebt, in "Resteuropa" kann man sie gelegentlich günstig erhalten, obwohl sie doch meist sehr selten sind. CHF 650 scheinen mir im vorliegenden Fall sicher nicht "zu viel". Ich gratuliere dem Käufer.

Heinz

[1] 1906: 40th Anniversary Issue, Bradbury Wilkinson Proofs (8), ungezähnt und jeweils gezähnt SPECIMEN, jeweils in verschiedenen Farben zu den ausgegebenen Satz, die alle auf Teil Verkäufer Karte angewendet, zusammen mit 1906 mehrfarbigen Hintergrund nur Proof ohne Duty Plate. Selten und sehr attraktiv.
 
Histrianorum Am: 05.12.2023 10:28:31 Gelesen: 28027# 1089 @  
Dies ist die vollständige Seite, anscheinend hat der Besitzer beschlossen, das spezielle Präsentationsalbum zu trennen. Es war Teil des Loses #1590 - 2014 und später #1705 - 2016 bei der Cherrystone-Auktion. Ein sehr schönes Stück.

Grüße.


 
10Parale Am: 05.12.2023 20:31:31 Gelesen: 27861# 1090 @  
@ Histrianorum [#1089]

Eigentlich mag ich Proofs gar nicht so, weil die doch nicht dazu bestimmt waren, an die Öffentlichkeit zu kommen. Aber sie machen tatsächlich etwas aus und gerade in britischen Sammelgebieten (Heinz 7 hatte es bereits erwähnt) es gab es da auch enorme Preise.

Ein anderes Los aus der Sammlung Sassower hat mich auch zum Staunen gebracht. Eine 30 Parale Marke (10 I) mit einem roten P.P. Stempel, der von BRAILA nach Bukarest lief wurde mit 200 Franken ausgerufen und mit 700 Franken verkauft, wow!

War es der private FRANCO Rahmenstempel? War es der rote P.P. Abschlag? Oder war es die Kombination der einzelnen Details?

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.12.2023 15:06:21 Gelesen: 27623# 1091 @  
@ 10Parale [#1090]

Als Fritz Heimbüchler 2002 seinen zweiten Band zu dem Briefmarken von Rumänien herausgab (Rumänien; Fürstentum Walachei 1820-1862, Vereinigte Fürstentümer 1862-1872), bewertete er die 30 Parale blau (Mi Nr 10) mit Euro 50 (einfaches Papier). Einen Brief (Einzelfrankatur) bewertete er mit Euro 300.

Dass diese Marken besonders schön aussehen mit roten "P.P." Stempeln sah man auf Seite 103 und 104, als eine Einzelmarke und ein Brief in Farbe gezeigt wurden. Interessant: der gezeigte Brief kommt ebenfalls aus Braila und ging an Leon in Bukarest, wie nun der Brief ex Sassower!

Ich habe mir bereits 1998 einen ähnlichen Brief gekauft



Auch mein Brief hat den sehr schönen roten C 5-Stempel "P.P." im Kästchen, rot. Rückseitig hat der Brief Durchgangsstempel von Galatz und einen Ankunftsstempel von FOKSCHANI (K.Dr. fig. 299). Die Farben der Stempel sind rot, blau und schwarz. Er stammt aus der Sammlung von Paul Laptev, London. Dieser war Gastgeber an meinem ersten Symposium der ARGE Rumänien 1990 in London!

Ich habe bereits vor 25 Jahren die Summe von CHF 401 für diesen Brief bezahlt. Aber ich habe es nie bereut. Gute Qualität ist immer überzeugend, und wird in der Regel beim Verkauf auch gewürdigt.

Oft sind die vermeintlich "teuren" Stücke die werthaltigsten. Briefe mit 10 I finden wir oft, gelegentlich auch zu tiefen Preisen (CHF 100 oder sogar noch weniger). Aber schöne Stücke erzielen fast immer gute Preise. Das gilt für Rumänien seit rund 30 Jahren.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.12.2023 18:39:48 Gelesen: 27201# 1092 @  
@ Heinz 7 [#1091]

Heute war bereits der nächste "Grosseinsatz" nötig, um ein aussergewöhnliches Angebot zu würdigen.

Bei David Feldman kam u.a. die Sammlung "Marcel" zum Angebot, immerhin 221 Lose. Imposante 21 runde Ochsenköpfe standen im Angebot (Nrn. 1-4), doch die ganz grossen Erlöse wurden mit anderen Werten erzielt:

Los 40404: Ersttag-Brief der 40 Parale-Marke (2. Ausgabe), Mi 6 ax - Zuschlag = Euro 95'000 (siehe Foto unten)
Los 40369: 5 Parale-Zeitungsmarke, gestempelt Jassy, Mi 5x = Euro 65'000
Los 40429: 6 Parale Einzelfrankatur auf Ortsbrief, Mi 9Ixb = Euro 40'000

Alle diese Grossraritäten wurden erst nach heftigen Bietgefechten zugeschlagen. Die Preise sind hoch, aber sie sind, international gesehen, gerechtfertigt (Seltenheit, Renommee, Philat. Bedeutung).



Aber es war überraschend festzustellen, dass andere, sehr gute Lose gar nicht teuer wurden, oder sogar unverkauft blieben! Das Angebot an alten Briefen mit seltenen Stempeln war beeindruckend. Viele wurden gut bezahlt, andere aber auch nicht. Es war sehr uneinheitlich.

Als Beispiel möge Los 40501 dienen: ein Desinfektionsbrief nach Galatz, der einen äusserst seltenen Karantäne-Stempel trägt "SAU KURATIT LA KARANTINA PORTULUI / GALATII". Bei Kiriac Dragomir ist dieser Stempel gezeigt auf Seite 58 (fig. 158) und bewertet mit "8 R".

Nach der Losbeschreibung: "an important item being the finest known of the very few existent". War die fehlende Referenz-Angabe auf das Handbuch von Dragomir der Grund dafür, dass dieser Brief zum Ausruf verkauft wurde?



Auch sonst waren mehrere Lose günstig zu haben. Das tröstet uns über die vielen Gebote hinweg, als "unsere Arme zu kurz waren".

Heinz

[DeepL: ein wichtiger Artikel, da er der bekannteste der wenigen existierenden]

Ergänzung zu Deepl: bessere Übersetzung wäre wohl: "ein wichtiges Exemplar, das schönste bekannte der wenigen existierenden" (Heinz)
 
10Parale Am: 15.12.2023 22:05:49 Gelesen: 24458# 1093 @  
@ Heinz 7 [#1091]

Ich habe bereits vor 25 Jahren die Summe von CHF 401 für diesen Brief bezahlt. Aber ich habe es nie bereut.[i]

Ein fantastischer Brief. Gerne erinnere ich mich der Zeiten, als die 30 Parale Marke mein Herz so erwärmt hat.

[i]Los 40404: Ersttag-Brief der 40 Parale-Marke (2. Ausgabe), Mi 6 ax - Zuschlag = Euro 95'000
[#1092]

Hier fehlt ja nicht mehr viel zur 6-Stelligkeit. Ein Wahnsinnsbrief, nun ja, der erste Tag ist schon was besonderes, wie auch die One Penny Black beweist. Ich freue mich, dass diese Briefe überhaupt erhalten wurden und nun hoffentlich sicher aufbewahrt für die Nachwelt und Sammler konserviert werden.

Wenn der Preis durch die Decke geht, mag es wirklich oft daran liegen, dass wenige Bieter um ein Objekt in Konkurrenz stehen. Das Klassikgebiet Rumänien (Fürstentum Moldau, Königreich und auch die Auslandspostämter und viele andere Teilgebiete der k.u.k. Monarchie) bietet dafür offene Flanken und wie wir wissen, sind auch in Rumänien sehr potente Käufer und Interessenten am Werk. Das ist gut so.

Heute zeige ich eine 10 Bani Marke, ich denke es ist die "indigo"-Farbe (kann aber auch blau sein!), also die Michel Nr. 22c (oder a), Freimarke Fürst Karl I. mit Backenbart im Oval, aus dem Jahr 1869 mit einem Stempel S62 "cu stea" - mit Stern - (Kirac Dragomir fig. 360, Seite 93) von Zimnicea (Aussprache: SSSimnicha) vom 31.3. - Da dieser Stempel bis 15. August 1872 bekannt ist und die Marke selbst Ende März Anfang April 1869 erschien (20. März/ 1.April), ist die Verwendung des Stempels auf dieser Marke auf einen Zeitraum von knapp 3 Jahren begrenzt. Hier tippe ich auf eine Verwendung im Jahr 1871 bzw. 1872. Beweisen kann man es wohl nie. Sicher findet man solch einen schönen Abschlag nicht jeden Tag auf einer frühen Marke.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 17.12.2023 09:38:38 Gelesen: 24199# 1094 @  
Und weil das Zusammenwirken von Stempel und Marke auf diesen frühen Ausgaben so wirkungsvoll ist, zeige ich aus dem selben Satz den Höchstwert von 50 Bani mit einem bekannten Einkreisstempel von Galatz (Stampila Mica fig. 100 Seite 108 K.D.) "ohne Ornament", abgeschlagen am 30. November 1871.

Für die 10 Bani Marke aus Zimnicea musste ich fast doppelt so viel bezahlen wie für die 50 Bani Marke aus Galati. Das Interesse an seltenen Stempeln ist viel höher als für Stempel, die als häufiger vorkommend betrachtet werden. Dabei ist nicht allen bewusst, dass es von diesem kleinen Stempel 3 verschiedene (mit Stern gibt es 2 unterschiedliche Radien, Galati I mit 19 mm und II mit 20 mm x 3 mm, und ohne Stern Galati III ) gibt.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 20.01.2024 19:36:41 Gelesen: 20306# 1095 @  
Ein guter Freund aus der ARGE Rumänien hat mir diese schöne Postkarte des Weltpostvereins mit dem Wappen des Königreichs Rumänien vermacht. "NIHIL SINE DEO", "Nichts ohne Gott", der Slogan des Königshauses der Hohenzollern in Sigmaringen.

Da mein Neffe im Frühjahr den Bund des Lebens eingeht, musste ich meine Pläne, nach Bukarest zur EFIRO 24 zu fahren, leider aus meinem Terminkalender streichen. In einer Familie gibt es schließlich Prioritäten. Ist ja schön, wenn die jungen Leute überhaupt noch heiraten heutzutage, "Nihil sine Deo". Man merkt, es gibt auch wichtigeres als die Philatelie.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 04.03.2024 19:06:17 Gelesen: 15313# 1096 @  
Ich bleibe am Ball, was Rumänien betrifft. Besonders angetan haben mir es alte Ansichtskarten mit Bildern aus dem Leben des fahrenden Volkes. Wir nennen sie heute "Sinti" oder "Roma", weil das althergebracht Wort uns nicht mehr erlaubt ist zu verwenden (warum eigentlich?).

Wer die Familie hinter dem Zweispänner mal genau ins Visier nimmt, stellt fest, dass Schuhmacher bei diesem Volk nicht viel Geld verdienen konnten. Jedoch die Hutmacher hatten ihre Freude, denn jedes männliche Familienmitglied trägt einen Hut. Die Jeanshose des etwas größeren Jungen mit Hut wäre auch 120 Jahre später wieder in. Die Frauen tragen selbst entworfene Tücher und Röcke.

Freigemacht wurde die Ansichtskarte am 18. Juni 1906 in Bukarest und sie lief mit großer Geschwindigkeit nach Tuttlingen, wo sie nur 2 Tage später mit einem AK dokumentiert wurde. Die 10 Bani Marke ist verschwommen, es dürfte sich um die Michel Nr. 134 in der Farbe anilinrosa handeln.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 05.03.2024 21:16:52 Gelesen: 15132# 1097 @  
@ 10Parale [#1095]

Das ist eine sehr schöne Postkarte! Ich freue mich für Dich!

Mich beeindruckt das Wappen sehr. Eine beeindruckende Übersicht dazu zeigt die Broschüre von Prof. Constantin Moisil des Jahres 1931



deepl.org übersetzt den Titel der Broschüre wie folgt:

"Das Wappen von Rumänien. Sein Ursprung und seine historische und heraldische Entwicklung"

Auf 24 Seiten wird die Entwicklung des Staatswappens dargestellt. Das Heft ist mit 54 Abbildungen ausgeschmückt. Wertvoll ist für mich besonders Seite 24, auf welcher eine französischsprachige Zusammenfassung ("Résumé") gegeben wird.

Heinz
 
10Parale Am: 07.03.2024 22:18:54 Gelesen: 14853# 1098 @  
@ Heinz 7 [#1097]

Ein hochinteressantes Broschüren-Buch, das ich gerne lesen würde, wird wahrscheinlich kaum zum Kauf angeboten. Moisil war auch Leiter des Nationalarchivs in Rumänien in Bukarest.

Heute zeige ich einen Proof, ein Essay oder auch Probedruck. Dies ist der zweite Probedruck des Satzes "Einweihung des neuen Postgebäudes in Bukarest" von 1903, diesmal der Wert zu 25 Bani in blau (Michel Nr. 155), den ich über einen Sammler in die Hände bekomme.

Der Michel sagt: Geschnittene Marken dieser Ausgabe sind Probedrucke und/oder Fälschungen. Eine Bewertung wird nicht vorgenommen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 08.03.2024 22:08:18 Gelesen: 14623# 1099 @  
Heute zeige ich einen Brief, der am 12. Juni 1899 mit insgesamt 25 Bani in BUJOR freigemacht wurde. Den Stempel findet man auf Seite 144 bei Kiriac Dragomirs STAMPILOGRAFIE, B4 (mit Posthorn), Zählnummer 21.

Absender war ein A.Leibovici, der in POCHISCANI ein Landgut (MOSIEI rückseitig) besaß (namens POCHISCANI). Der Brief, der mit den beiden Freimarken aus dem Satz von 1893/99 König Karl I. (Michel Nr. 103,104) portogerecht freigemacht wurde, lief nach "Les Trois Moutiers" in Frankreich, wo er am 25. Juni mit einem Ankunftsstempel versehen wurde. Empfängerin war eine Virginie Lacoste.

Ich freue mich sehr über diesen Beleg.

Stephan


 
buzones Am: 09.03.2024 16:12:09 Gelesen: 14484# 1100 @  
@ 10Parale [#1098]

Probedruck? Wohl eher ein Abruck von einem Klischee für ein Vordruckalbum oder einen Briefmarkenkatalog.

Die Originalmarken wurden im Stichtiefdruck hergestellt, das ist dieses Exemplar definitiv nicht.

Ich vermute, dass es sich hier um den Abruck von einem Zinkklischee für den Buchdruck handelt.

Vergleiche doch allein einmal die beiden S-Bordüren rechts und links mit den feinen und gleichmäßigen einer Originalmarke!

Nix für ungut
Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 

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