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Thema: Schweiz Ganzsachen Streifbänder
Heinz 7 Am: 06.07.2019 17:44:07 Gelesen: 1071# 1 @  
Anbei ein Streifband:



Massenware, klar - aber 99% der Bestände wurden weggeworfen oder sind später vernichtet worden.

Für mich als Philatelist eine Freude, diese Postwertzeichen zu sammeln!

Neu-Leser: Merke: "Die Ganzsache ist die Schwester der Briefmarke"

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.07.2019 11:03:40 Gelesen: 1064# 2 @  
@ Cantus

Lieber Ingo,

ich habe gestern freudig reagiert, als Du ein Ganzsachenthema Schweiz eröffnet hast, habe aber offenbar nicht fertiggelesen, denn heute erkenne ich, dass Du ja nur "Postkarten" in Deinem Thema besprechen willst. Ich jedoch habe ein "Streifband" vorgestellt. Ich bitte Richard, meinen Beitrag zu verschieben und bitte um Entschuldigung.

Zum Land Schweiz existieren über 100 Themen auf Philaseiten. Ich habe nun ein Kapitel gefunden, wo ALLE Ganzsachen hineinpassen; es wurde im August vor 9 Jahren (!) eröffnet, erlebte aber nur 7 Beiträge und ist seither in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Gestern habe ich ein Streifband zu 5 Rappen vorgestellt, anbei ein sehr ähnliches, aber zu 2 Rappen. Die Beschreibung dazu ist auf dem Foto.



Solche Sammelstücke finden wir bei vielen Händlern für "einen Apfel und ein Ei". Wir sollten uns aber nicht in falscher Sicherheit wiegen: viele Ganzsachen sind in schöner Erhaltung gar nicht einfach zu finden!

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!

Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.07.2019 12:21:31 Gelesen: 1049# 3 @  
@ Heinz 7 [#2]

Hallo Heinz,

schön, dass Du das Thema "wiederbelebst", indem Du uns dein schönes Streifband zeigst!

Ich konnte bisher noch keines in meine Sammlung integrieren, allerdings liegt mein Zeitraum auch nur bis zum Ende der Gültigkeit der Ausgabe der Sitzenden Helvetia gezähnt (also bis zum 30.09.1883). Gerade die ersten Streifbänder (S1 bis S6), die zwischen 1871 und 1874 erschienen, sind echt gelaufen kleine Raritäten, besonders wenn Marken der Sitzenden Helvetia als Zufrankatur verklebt wurden.

Im Zumstein-Katalog Ganzsachen Schweiz wird die Einführung der Streifbänder folgendermaßen geschildert:

Auf Anregung bernischer Handel- und Industriekreise lieferte das Postdepartement mit Zirkularschreiben vom 13.Mai 1871 den elf Kreispostdirektionen je einige hundert Frankobänder und beauftragte sie, den interessierten Firmen vom versuchsweisen Verkauf von Streifbändern Kenntnis zu geben. Anfänglich fand dieser versuchsweise Verkauf von Streifbändern nur durch die Bureaux am Sitze der Direktionen statt. Erst nach Genehmigung der allgemeinen Einführung der Streifbänder durch den Bundesrat am 01.11.1871 wurden nach und nach weitere Poststellen mit denn versuchsweise eingeführten Streifbändern beliefert.

Eine weitere Anweisung seitens der Post war die "Instruktion betreffend die Erstellung und den Verkauf gestempelter Frankobande" vom 21.12.1872:

Es werden für einmal Bande vom Taxwerthe von 2 und 5 Rp. im verschiedenen Formate angefertigt und verkauf. Wenn die Taxe der Sendung den Stempelbetrag des Bandes übersteigt, so ist der überschießende Taxbetrag durch Auflegung von Brieffrankomarken des entsprechenden Werthes zu ergänzen. Diese Ergänzungsmarken sind auf dem Bande unmittelbar neben dem Taxstempel aufzukleben.

Die Berechnung der Herstellungskosten wurde ebenfalls offengelegt und definierte sich wie folgt:

a) Bande der Taxe von 5 Rp., für jedes Blatt von 7 Banden

b) Bande der Taxe von 2 Rp., für jedes Blatt von 11 Banden, auf 25 Rp. Einzelne Bande werden je ein Stück der Sorte von 5 Rp. Taxe zu 6 Rp. und je 2 Stücke der Bande der Sorte von 2 Rp. Taxe zu 5 Rp. verkauft.

Ab dem 01.09.1876 wurden die Fabrikationskosten nicht mehr erhoben und die Streifbänder zum Nennwert verkauft.

So viel zum Thema Streifbänder und deren Hintergrundinformationen. Vielleicht hat ja noch jemand hier Streifbänder der ersten 3 Jahre und kann sie hier zeigen?

Liebe Grüße,

Kevin

[2 Beiträge redaktionell ausgegliedert aus dem allgemeinen Thema "Schweiz: Ganzsache"]
 
Manne Am: 08.07.2019 09:01:09 Gelesen: 1019# 4 @  
Hallo,

ein Streifband aus Lausanne vom 23.07.1897 gelaufen nach Stuttgart.

Gruß
Manne


 
Olilux Am: 08.07.2019 21:53:41 Gelesen: 981# 5 @  
Hallo,

anbei ein Streifband (Michel S 12) gelaufen von Bern nach Luxemburg am 15. September 1893



Grüsse

Olivier
 
Heinz 7 Am: 29.07.2019 22:42:27 Gelesen: 875# 6 @  
@ Heinz 7 [#2]

Nochmals ein Streifband (Ganzsache Nr. 19), aber es ist gar nicht so einfach, schöne Exemplare zu finden, die in die eigene (Heimat-) Sammlung passen.



Diese Ganzsache wurde verwendet 1905 für eine Sendung von Knonau nach Ober-Mettmenstetten. Diese Orte liegen nahe beieinander. Mettmenstetten war nicht gross, aber gelegentlich finden wir die Bezeichnung Ober-M. oder Unter-M., Poststempel haben sie aber nur "gemeinsame": Mettmenstetten (hier auf der Rückseite des Streifbandes abgeschlagen).

Heinz
 
SH-Sammler Am: 30.07.2019 05:47:48 Gelesen: 868# 7 @  
@ Heinz 7 [#6]

Hallo Sammlerfreunde,

bevor offizielle Streifbänder durch die eidgenössische Post herausgegeben wurden, waren selbst in Auftrag gegebene Bänder von Firmen im Umlauf. Ich kenne solche Eigenkreationen schon aus der Vormarkenzeit, so ab 1839. Obwohl der Versand “unter Band” schon längst bekannt war, druckte die eidgenössische Post als erstes mal Versuchs-Streifbänder mit Wertstempel 2 Rappen für die Schweiz und 5 Rappen für den Versand ins Ausland. Dass wir heute nur wenige von diesen Versuchsbändern finden, hat seinen Grund darin, dass die Postkunden für zwei 2 – Rappen Bänder 5 Rappen bezahlen mussten. Die 5-er Bänder für das Ausland kosteten 6 Rappen pro Einzelstück.

Hier zeige ich ein Streifband der Versuchsausgabe vom 20.3.1871. Dieses Datum ist auf der Banderole unter dem Wort “Centimes” aufgeführt.



SCHAFFHAUSEN, 1. Jan. 1873 nach Magdeburg. Seltenes Streifband 4b der ersten Versuchsausgabe, 5 Rappen für Drucksache bis 50 g. Rückseitig Bahnstempel Constanz

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 30.07.2019 06:20:40 Gelesen: 867# 8 @  
@ SH-Sammler [#7]

Hallo Hanspeter,

ein ganz feines Stück - klasse!

Bei Bayern gibt es dazu die Parallele - viele gedruckt, wenige verkauft (das haben sich die Firmen lieber selbst gebastelt) und noch weit weniger erhalten - ins Ausland größte Seltenheiten, schon ins Inland kennen wir da fast nichts.

Die, die es überhaupt in den Postverkehr geschafft haben, wurden bei ihrer Ankunft abgerissen und der Inhalt studiert. Im Mülleimer waren sie dann am Folgetag nicht mehr so begehrenswert.

Wenn du mal ein solches nach Bayern fändest, wäre ich über eine Meldung entzückt!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 01.08.2019 10:23:21 Gelesen: 783# 9 @  
@ SH-Sammler [#7]

Hallo Hanspeter,

wow, ein tolles Streifband, um das ich dich nur beneiden kann!

Vielleicht hat ja noch jemand hier Streifbänder der ersten 3 Jahre und kann sie hier zeigen?

Genau solche Schmankerl wollte ich doch sehen, klasse. :D

@ briefmarkenwirbler24 [#3]

Das genaue Prozedere hatte ich ja hier schon einmal angeführt, schön, dass es nun bildlich belegt wurde!

Liebe Grüße,

Kevin
 
Heinz 7 Am: 08.08.2019 21:01:11 Gelesen: 695# 10 @  
@ Heinz 7 [#1]

Ein Streifband Zumstein Nr. 17 hat gemäss Katalog eine Höhe von 81 mm. Das stimmt genau bei meinem Exemplar, das im letzten Jahr des XIX. Jahrhunderts in St. Imier verwendet wurde.

Dass das Streifband nach Rumänien geschickt wurde, freut mich besonders. Hinten zeugt ein sauberer Stempel "BUCURESTI; 1 JUL 899" davon, dass die Sendung wie vorgesehen transportiert wurde.



Das Streifband ist gemäss Katalog gar nicht teuer. Aber es ist gar nicht so einfach, ein sauberes Stück zu finden. Philatelie muss nicht teuer sein!

Heinz
 
Gernesammler Am: 09.08.2019 19:52:33 Gelesen: 659# 11 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Streifband zu 5 Rappen vom 12.10.1901 aus Genf an M. I.D.Albadie in Haiphang Indo China. Spediert wurde hier eine Fachzeitschrift der Philatelie die zweimal monatlich erschien und hier als Probenummer versendet wurde. Einen Ankunftsstempel gab es leider nicht, wie immer bei den Streifbändern.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 13.08.2019 19:48:35 Gelesen: 575# 12 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Streifband mit Wertdruck 3 Rappen Tellknabe und Zusatzfrankatur Tellknabe zu 2 Rappen (Zumstein Nr. 123 II) an G. Langerbeck in Offenburg.

Dieser war dort ansässig im 172. Infanzerie Regiment II. Depot 17 den Rest kann ich leider nicht entziffern (es könnte Korporal heißen).

5 Rappen Gesamtfranko für Drucksachen ins Ausland, was befördert wurde entzieht sich meiner Kenntnis.

Gestempelt wurde mit Bahnpost Stempel den Text unterhalb im Stempelbogen kann ich leider nicht lesen.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 19.08.2019 19:29:36 Gelesen: 504# 13 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Streifband zu 2 Rappen von der Firma Jouets & Fantaisies Jn Roux aus Genf spediert an Madame Vattey in der Le Cedre Cour (am Zedernhof) in Lausanne. So wie sich die Firma anhört, wurde hier wohl ein Spielzeugprospekt versendet Jouest (Spielzeug).

Gestempelt wurde mit Stempel von Genf am 17.05.1888.

Gruß Rainer


 
JohannesM Am: 03.10.2019 18:39:29 Gelesen: 273# 14 @  
@ Gernesammler [#12]

Hier zeige ich dein Streifband ohne den Aufdruck "3 Rappen", gelaufen am 9.4.1920 innerhalb Zürichs. Der Rote-Kreuz-Stempel hat wohl etwas mit dem Inhalt des Streifbandes zu tun.



Beste Grüße
Eckhard
 
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