Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: (?) (970) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 981 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 10 20 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39   40  oder alle Beiträge zeigen
 
Martin de Matin Am: 27.05.2022 13:28:07 Gelesen: 54417# 957 @  
Bei der 398. Auktion von Götz kommt eine Sammlung klassischer Marken Weltweit für 18.000 Euro zum Ausruf.

Es sind einige nicht so häufige Stücke enthalten, wie zum Beispiel von Grossbritanien Essays/ Proben im Motiv MiNr.3 und 4 ohne Eckbuchstaben bzw. Motiv Albert oder auch MiNr. III (nachgezähnt?)

Für den Rumäniensammler von Interesse eine 54P rundgeschnitten mit dazugehörigen Briefstück mit Stempel Bakeu. Im 1.Band von Heimbüchler wird dieses Stück unter Bakeu als Position 4 mit der Angabe rund geschnitten und keine weitere Angaben aufgeführt. Die Marke ist vom Briefstück gelöst (deutlich tiefer positioniert). Zumindest weiss man, das dies Stück noch existiert.

http://www.philasearch.com/de/i_9383_194940/7350_Sammlungen_und_Posten_Weltweit/9383-A398-137.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COGRP-4&postype=PH&euro_von=10000&euro_bis=25000&row_nr=5&breadcrumbId=1653648963.2748

Los 137 Sammlungen und Posten Weltweit

Beschreibung: ALLE WELT - Sammlung klassischer Ausgaben aus allen Bereichen der Philatelie in 2 Alben. Dabei sind alle Kontinente vertreten. Dabei viele seltene Marken, kaum angebotene Einzelstücke. Die Qualität variiert von unterschiedlich bis schön. Optisch alles ansprechend. Dabei auch guter Klassik-Teil Frankreich, Grossbritannien incl. 2 kaum angebotenen Essays, seltene Fehlfarbe, 5 Pfd. orange usw. Natürlich sind auch - wie üblich - einige fragliche Stücke enthalten. Viele Marken tragen Altsignaturen. Insgesamt ein Klasse-Objekt
Ausruf 18.000,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe: Donnerstag 23.06.2022



Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 27.06.2022 10:36:53 Gelesen: 44508# 958 @  
@ Martin de Matin [#957]

Auf 5 Seiten werden 112 Raritäten weltweit gezeigt, die in dieser Sammlung verkauft wurden. Der Hauptwert der Sammlung lag wohl kaum bei Rumänien, aber wir sehen u.a. 5 Schweiz-Klassiker, 12 Frankreich-, 11 Grossbritannien-Klassiker.

Betrachten wir nun den Zuschlagpreis für die Sammlung. Er lag bei Euro 17'000. Bei geschätzten 20 % Provision hat also der Käufer für die 112 Raritäten also nur Euro 20'400 bezahlen müssen.

Die Euro 182 Durchschnittspreis sind meines Erachtens sehr tief, denn dem Anschein nach sind mindestens die 5 Schweiz- und die drei Rumänien-Marken alle mehr wert als dieser Durchschnittswert (bzw. Michel 6by* = ungefähr Marktpreis zur Zeit). Der Käufer hat wohl einen guten Kauf gemacht!

Eine echte 54-Parale kaufen zu können ist immer etwas Besonderes. Zu einem Preis in der genannten Grösse eigentlich fast ein Ding der Unmöglichkeit, würde an meinen. Wir wurden eines Besseren belehrt!

Ich gratuliere dem Käufer des Loses!

Der Ansatz: "Durchschnittspreis" auf alle 112 abgebildeten Marken anzuwenden, ist natürlich problematisch, aber immerhin ein interessanter "Denkanstoss").

Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.07.2022 18:31:19 Gelesen: 38796# 959 @  
Ich freue mich, bekanntgeben zu dürfen, dass die Mitglieder der ARGE Rumänien in diesen Tagen das erste Rundschreiben der neuen Leitung der ARGE in ihrer Post finden sollten: Nr. 176.



Rundschreiben 176 umfasst immerhin 32 Seiten (plus 4 Umschlag-Seiten); das hatten wir seit mehr als 8 Jahren nicht mehr. Zudem sind die Beiträge von sechs verschiedenen Autoren; dies wünschen wir uns auch in Zukunft.

Ich bitte um Verständnis, dass wir das Rundschreiben nur an Mitglieder der ARGE abgeben, die ihre Mitgliedschaft bei uns erneuert haben und ihren Jahresbeitrag bezahlt haben. Natürlich können Sie auch jetzt noch Ihren Beitritt für das Jahr 2022 erklären und Ihren Beitrag entrichten; es sind nur Euro 50. [1]

Freundliche Grüsse

Heinz

[1] http://www.arge-rumaenien.ch
 
Heinz 7 Am: 26.08.2022 12:04:45 Gelesen: 30242# 960 @  
@ Martin de Matin [#952]

Ich habe es leider verpasst, Deinen tollen Kauf zu kommentieren! Nun hole ich das gerne nach.

Dass Du einen solchen Brief für Euro 30 kaufen konntest, gehört zu den seltenen Höhepunkten in einem Sammlerleben. Den meisten gelingt das nie, einigen aber "immer wieder". Es zeugt von einem guten Auge und von grossem Sachverstand.

Ein GANZES Markenpaar der 3. Ausgabe von Rumänien mit einem 90-Grad-Kehrdruck auf einem Brief würde bei einer ganzen Schar von Rumänien-Sammlern Begeisterungsstürme auslösen, und - falls der Brief in einer Auktion angeboten würde - hohe, ja sehr hohe Gebote auslösen. Es gibt nur ganz wenige von solchen Kehrdruck-Paaren, ob nun 90 Grad oder 180 Grad.

Die 90 Grad-Kehrdrucke sind eine Spezialität der Maschinendruck-Auflage. Während bei den Hand-Einzeldruck-Bogen (mit 32 Marken) nur 180-Grad-Kehrdrucke möglich waren (siehe Bild 1, aus Beitrag [#283]), gibt es bei den Maschinendruck-Bogen (mit 40 Marken) auch die mysteriösen 90-Grad-Kehrdrucke.



Einen ganzen Maschinendruck-Bogen habe ich von Harald kopiert, siehe [#317].



Ich habe nun Deine Briefmarke mit Anhängsel gedreht, damit die (fast) ganze Marke aufrecht steht.



Nun fällt es leichter, die Position auf dem Bogen (des 40er-Bogens) des nicht-ganz-Paares zu erkennen:

2.Reihe/5. Marke und 3.Reihe/5. Marke, oder
2.Reihe/6. Marke und 3.Reihe/6. Marke, oder
2.Reihe/7. Marke und 3.Reihe/7. Marke, oder
2.Reihe/8. Marke und 3.Reihe/8. Marke, oder
4.Reihe/1. Marke und 3.Reihe/1. Marke, oder
4.Reihe/2. Marke und 3.Reihe/2. Marke, oder
4.Reihe/3. Marke und 3.Reihe/3. Marke, oder
4.Reihe/5. Marke und 3.Reihe/4. Marke

Die Qualitätsmängel des Stückes (auch: Stempel) spielen für mich in diesem Fall nur eine untergeordnete Rolle; sie sind sogar fast so etwas wie ein Echtheitsmerkmal!

Ich gratuliere Dir zu diesem tollen Brief!

Heinz
 
bignell Am: 26.08.2022 12:57:55 Gelesen: 30216# 961 @  
@ Heinz 7 [#960]

Lieber Heinz, lieber Martin,

die Position ist eindeutig zuzuordnen, wenn Du Dir in meinem Bogen die letzte Marke in der zweiten Reihe ansiehst, dann findest Du dort dieselbe Abweichung der unteren 3 von "30.PAR.", der untere Bogen ist rechts anders geformt, ebenso wie auf dem Brief - also ist es Position 16, das Fragment Position 24 wenn man den Bogen so ausrichtet wie oben.

Liebe Grüße,
harald
 
Martin de Matin Am: 26.08.2022 19:44:42 Gelesen: 30094# 962 @  
@ Martin de Matin [#952]
@ Heinz 7 [#960]

Hallo Heinz,

da hast du etwas missverstanden, ich habe das Stück nicht ersteigert. Ich habe das Stück erst am Tag vor der Auktion oder am Auktionstag bei Philasearch gesehen; mein schriftliche Gebote für andere Lose waren da schon längst abgeschickt. Hätte ich es im Auktionskatalog wahrgenommen, dann hätte ich sicher über 100 Euro geboten. Für günstige klassische Seltenheiten bin immer zu haben, auch wenn sie nicht mein Hauptsammelgebiet sind. Das Stück mit seine günstigen Zuschlag zu zeigen fand ich wichtig, da es verdeutlicht, das mit Fachwissen auch überraschende Käufe machen kann.

Aber nicht vergessen es ist eine Briefvorderseite.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 06.10.2022 23:36:42 Gelesen: 19210# 963 @  
Bei Briefen wie dem gezeigten braucht man Kenntnisse, um abschätzen zu können, ob er selten und wertvoll ist, oder ob es kein spezieller Brief ist, den es oft gibt.



Briefe von Galatz nach Konstantinopel sind nicht selten, sondern eher häufig. Der Brief wurde 1861 befördert; damals war Konstantinopel ein wichtiges Zentrum für Rumänien, denn damals war Rumänien noch nicht ein unabhängiger Staat, sondern unterstand dem Osmanischen Reich.

Der Brief wurde nicht frankiert, sondern der Empfänger musste das Porto bezahlen, die grosse Ziffer "10" zeigte dies an.

Das "Beste" an dem Brief ist aber, dass er nicht durch die rumänische Post befördert wurde, sondern durch die französische! Erkennbar ist dies anhand dem blauen Stempel "GALATZ 10 MARS 61". Frankreich hatte für ein paar Jahre ebenfalls Postbüros in Rumänien betreiben dürfen, die hübschen Stempel sind bei den Sammlern sehr beliebt.

Dieses Los wurde bei Lugdunum in Frankreich angeboten, und erbrachte einen Zuschlag von Euro 231.

Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.10.2022 13:01:55 Gelesen: 15086# 964 @  
@ Heinz 7 [#963]

Gestern fand in Wien eine Auktion statt mit bemerkenswertem Material aus Rumänien. 11 Lose davon interessierten mich, und ich gab Gebote ab. Erfolg hatte ich aber nur einmal. Schade.



Die Michel Nr. 10 I ist nicht wirklich selten, aber ein Paar gestempelt mit dem schönen Stempel "FRANCO PIATRA" ist begehrenswert, besonders bei einem Ausruf im zweistelligen Bereich.

Im Gegensatz zu anderen Losen wurde dieses Los nicht sehr eifrig beboten, sodass ich mir das Stück sichern konnte. Es ist nicht Luxus, aber gut.

Andere Lose, vor allem mit Belegen aus dem Krimkrieges 1853-1856 wurden sehr teuer. Sogar lose Marken waren sehr gefragt.



Österreichische Post in Rumänien zur Zeit des Krimkrieges: Tekutsch. Den Ausrufpreis von Euro 600 hätte ich gerne bezahlt. Bei Euro 3200 Zuschlag war ich aber nicht mehr dabei.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 15.10.2022 13:31:05 Gelesen: 15076# 965 @  
@ Heinz 7 [#964]

Die 600 Euro Ausruf wären sicher kein schlechter Preis für einen fast vollständigen Stempel von Tekutsch gewesen. Edwin Müller bewertete ihn immerhin mit 3000 Punkten; somit gehört er nach Müller zur absoluten Spitzenklasse der österreichischen Stempel.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 16.10.2022 22:32:27 Gelesen: 14442# 966 @  
@ Martin de Matin [#965]

Das ist sehr richtig, Martin!

Ich bin froh, dass ich den Stempel auch schon habe, allerdings nicht auf Briefmarke. Aber auf Ganzbrief ist er auch ganz schön...



Dieser seltene Brief wurde zur Zeit des Krim-Krieges geschrieben. Wir erkennen den Abgangsstempel "K.K.FELDPOSTAMT / 3s Ae Cs" (= 3. Armée Corps, Fokschan), ungewöhnlich klar abgeschlagen. Der Stempel konnte früh schon Fokschan zugeschrieben werden, er trägt die Nummer Tchilinghirian fig. 737 (1966) bzw. Gmach Fok1.1FP (2014). Der Brief ist bestimmt für "Tecucy", und der Ankunftsstempel ist eben der gesuchte Stempel: "TEKUTSCH"

Tchilinghirian fig. 775 (1966)
Gmach Tek1FP (2014)

Besonders interessant und schön an dem Brief ist auch das Wachssiegel, mit dem der Brief rückseitig verschlossen war. Zwar ist das Wachssiegel nicht ganz intakt, aber ausgerechnet die Ortsangabe ist schön zu lesen "FOKSCHANI". Die ganze Bezeichnung des Wachssiegels lautete "K.K.AGENZIE IN GENERAL CONSISTAROSTJE IN FOKSCHANI"; das Siegel ist als Zeichnung im Buch von Gmach (Band I, Seite 55) gezeigt.

Der ganze Brief wurde beschrieben und gezeigt im Jahresband der Académie Européenne de Philatélie 2019, Seite 178.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 06.11.2022 19:21:42 Gelesen: 7157# 967 @  
Heute (an einem Sonntag) kamen in Griechenland einige wertvolle Briefmarken und philatelistische Briefe zur Auktion, die auch Rumäniensammler interessieren.

Los 5102 der Auktion Karamitsos zeigte einen interessanten Brief.



Ein Brief von ca. 1860 aus Jassy.

Befördert mit österreichischer Post ins Ausland, mit Ankunftstempel in Athen.

Ein Startpreis von nur Euro 50 weckte wohl die Hoffnung nach einem Schnäppchen nicht nur bei mir. Der Zuschlag erfolgte dann aber bei Euro 600. Ich hatte wie andere Bieter das Nachsehen.

Interessant ist bestimmt der Transportweg. Von Jassy ging der Brief nicht den Weg via Schwarzes Meer, sondern nach Westen, via Wien und Triest.

Heinz
 
10Parale Am: 14.11.2022 21:22:35 Gelesen: 3792# 968 @  
@ Heinz 7 [#967]

bei Karamitsos schaue ich auch ab und zu rein. Seine Startpreise sind meistens moderat. Ein wahrlich seltener Beleg mit einer interessanten Beförderungsgeschichte.

In Ulm (MESSE) habe ich diesen Beleg aus einer Kiste gezogen, der sich selbst als "RARITAET" anpreist. 8 Stempel sind darauf abgeschlagen, sogenannter Rumänisch - Bulgarischer Poststempel in zwei Schriftarten (28.VI.1913).

Geschichtlicher Hintergrund: Der bulgarische Südteil der Dobrudscha wurde 1913 infolge des Zweiten Balkankrieges durch Rumänien (im Friedensvertrag von Bukarest) annektiert.

Nun gut, eine Rarität war es wohl nicht gewesen. Der Dobrudscha geht es wohl wie dem Elsass, wurde zwischen den Mächten hin- und hergeschoben wie ein voller Bierkasten, der leerzutrinken war.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 21.11.2022 22:17:46 Gelesen: 2303# 969 @  
Wenn wir auf einer griechischen Marke (Katalog Hellas 39e) einen rumänischen Stempel entdecken, dann sollten wir die Marke sofort kaufen. Dieser Empfehlung müssen wir natürlich ein "Preisschild" umhängen, denn alles, was zu teuer ist, sollten wir NICHT kaufen, ausser es bestehen dafür besondere Gründe.



Wir fragen uns natürlich zuerst, wieso auf eine griechische Briefmarke ein rumänischer Stempel gelangt. Wir sehen den Stempel:

"GALATI 1 NOE. 76" und identifizieren diesen Stempel als Stempel der Gruppe "H" (Stampila Mica, din 1870; siehe Dragomir "Stampilografie postala" (1990), Seite 107+108, fig. 499).

Wir wissen, dass auch die griechische Post auf rumänischem Gebiet eigene Postdienste betreiben durfte. Dr. Gertlieb Gmach fasste die Situation zusammen wie folgt:

Im Jahr 1857 versuchte die griechische Post, sich ebenfalls in den Donaufürstentümern zu etablieren. Vor 1857 gab es keine griechische Auslandspost in den Donaufürstentümern (...) (siehe: "Österreichische und Ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern (Rumänien) 1782 bis 1880"; Band IV, Seite 160)

und...

Die griechischen Auslandpostämter in den Donaufürstentümern/Rumänien schlossen in Bukarest Ende Dezember 1863 oder im frühen Januar 1864, in Ibraila und Galatz im März 1866 (Band IV, Seite 170; Quelle: Nicolaides, Seite 13).

Unsere oben gezeigte Marke Griechenland von 1876 wurde also lange NACH dem Betrieb der griechischen Auslandpostämter verwendet. Wie aber kam man dazu, im Fürstentum Rumänien eine griechische Briefmarke zu verwenden?

Zwei Varianten sind denkbar:

1) Galati als Abgangsstempel. In Galati lebten auch 1876 einige griechisch-stämmige Menschen. Vielleicht wollte der Absender einen Teil der Gebühr für einen Auslandbrief nach Griechenland im Voraus bezahlen; der rumänische Postbeamte aber stempelte die Briefmarke schon in Rumänien?

2) Galati als Ankunftsstempel: Wenn ein Brief aus Griechenland nach Galatz geschickt wurde (oder durch Galatz), war die Frankierung mit griechischen Marken naheliegend. Eventuell blieb die Marke beim Abgang ungestempelt, sodass in Galatz der rumänische Postmann die Marke (nachträglich) entwertete?

Heinz
 
10Parale Am: 23.11.2022 19:46:34 Gelesen: 2258# 970 @  
@ Heinz 7 [#969]

Hallo Heinz,

bist du sicher, dass die oben gezeigte Marke auch aus dem Jahr 1876 stammt?

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass es eine der früheren griechischen 5 Lepta Marken ist?

Ist es vielleicht eine Michel Nr. 18 (Athener Buchdruck, Reliefdruck) aus dem Jahr 1862 ? Mir erscheint die Marke eher wie eine 18a, gelbgrün auf grünlich, und gar nicht cremefarben wie die Ausgaben von 1876.

Eine logische Erläuterung für den Stempel gibt es tatsächlich nur mit deinen Erklärungen 1) und 2).

Ich würde die Marke sicherheitshalber prüfen lassen, eine wunderschöne Rarität, die man selten günstig findet.

Ich zeige beigefügt ein Einschreiben als Drucksache zu 69 gramm, welches ich heute aus Cluj-Napoca zugesandt bekam. Mit 23,50 LEI Gesamtfrankatur aus dem wunderschönen Satz von Christoph Kolumbus (Europamarken) aus dem Jahr 2005 (Michel Nr. 5974-5977).

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 24.11.2022 21:12:40 Gelesen: 2214# 971 @  
@ 10Parale [#970]

Mein lieber Pater Coelestine,

bin nach zweimonatlicher Abwesenheit glücklich wieder von Bukarest nach Hause gekommen. Diese Aufnahme zeigt wie in Ungarn u. Rumänien bei der jetzigen Verkehrsnot gereist wird.

Mit freundlichem Gruß

Klaus


So lautet die Botschaft auf der Bildpostkarte, die am 6. Mai 1920 in Basel Kannenfeldplatz mit einem Tellknaben zu 7,5 Rappen frankiert wurde und ins Kloster Dornach lief, siehe [1].

Wir sehen den Bahnhof von Kronstadt (Rumänien) und einen völlig überfüllten Zug, so dass die Reisenden sich sogar auf dem Dach tummeln. Es sind viele Soldaten auf dem Bild zu sehen.

Es macht Spaß, solche seltenen Bilder aus Rumänien auf alten Karten zu sehen. Sie haben auch einen historischen Bezug.

Liebe Grüße

10Parale



[1] https://klosterdornach.ch/ueber-uns
 
Zinnenstadt Am: 25.11.2022 09:02:29 Gelesen: 2174# 972 @  
Hallo 10Parale,

ein dokumentarisch sehr interessanter Beleg.

Das Foto zeigt allerdings nicht den Bahnhof von Kronstadt, sondern jenen von Predeal ("ob Kronstadt" vermutlich im Sinne von "oberhalb von Kronstadt").

Predeal war bis nach dem Ersten Weltkrieg die Grenzstation zwischen Österreich-Ungarn und Rumänien ("Altreich"). Die Züge halten hier (auch heute noch) länger als in anderen Bahnhöfen, da die Bremsen der einzelnen Waggons überprüft werden müssen. Das Gefälle in beide Richtungen (Kronstadt bzw. Ploiesti / Bukarest) ist erheblich, eine gute Bremswirkung entscheidend.

Viel Erfolg bei weiteren Entdeckungen,
Zinnenstadt
 
Heinz 7 Am: 25.11.2022 12:00:50 Gelesen: 2151# 973 @  
Die Wege, die uns manchmal zu neuen Belegen führen, sind oft etwas zufällig.

Gestern, an der Nationalen Briefmarken-Ausstellung in Burgdorf, habe ich bei einem Händler nach "Belegen zu Rumänien" gefragt. Der Händler zuckte mit den Schultern und verwies auf seine Beleg-Kiste "Europa".

Ich blätterte also ca. 250 Belege durch. Rumänien habe ich nichts gefunden, aber mein Blick blieb hängen an diesem Beleg aus Irland.



Ca. 1925 versandte wohl ein Ferien-Reisender ein ganzes Postkartenset an ein (sein?) Fräulein Riemer in "Germany"-Elberfeld. In dem blaugrünen Karton sind 5 zusammenhängende Postkarten (als Faltblatt) eingeklebt. Die erste Karte habe ich gescannt.



Sie zeigt den schottischen See "Loch Lomond".

Ich war noch nie in Schottland, doch diesen Ortsnamen kenne ich seit Kindsbeinen. Nicht der See ist dafür der Grund, sondern ein alter Band von "Tim und Struppi"



In dem Band spielt der "Loch Lomond"-Whisky eine wichtige Rolle. Nicht Kapitän Haddock frönte dem Alkohol - damals war Tim noch alleine unterwegs - sondern der kleine Hund "Struppi" entdeckte seine Liebe für das gebrannte Wasser.







Was ich in den Tim-Büchern vor 50 Jahren gelesen habe, weiss ich heute noch, das hat sich eingebrannt.

Dass das Postkartenset eine irische Marke trägt, dürfte damit zusammenhängen, dass der mutmassliche Ferien-Reisende von Schottland weitergezogen ist ins nahe Irland, von wo aus er den Kartengruss nach Deutschland sandte.

Die Rumänien-Sammler mögen mir verzeihen, dass meine "Europa-Reise" statt nach Rumänien in Südosteuropa in den kühlen Nordwesten von Europa führte.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Gerhard Am: 25.11.2022 14:27:19 Gelesen: 2133# 974 @  
@ Heinz 7 [#973]

Na dafür ist Dein Beitrag doch schön genug, als dass man es Dir nachsehen kann nicht noch einen neuen thread aufgemacht zu haben. Ich habe mich jedenfalls gut amüsiert und freue mich schon auf den nächsten Beitrag zur Rumänienphilatelie.

MphG
Gerhard
 
10Parale Am: 25.11.2022 21:46:17 Gelesen: 2094# 975 @  
@ Heinz 7 [#973]

Lustige Episode. Es ist nicht mehr lange bis zur Corinphila Auktion. Ich freue mich schon darauf und hoffe auch ein oder zwei Lose zu ersteigern.

Vom kühlen Norden mit Tim und Struppi (lool!) wieder zurück nach Südosteuropa. In Ulm fand ich die Tage diesen Brief in der Preiskategorie "G".

Der Händler hatte eine alphabetische Preistafel, jeder Buchstabe eine Farbe und je höher im Alphabet, desto teurer der Brief. Allerdings war er sehr großzügig im Einräumen von Rabatten, sofern man mehrere Briefe kaufte. Ein sympathischer Händler.

Er lief am 28. September 1889 von Bukarest nach Braila. Freigemacht mit 15 Bani (Freimarke König Karl I., Michel Nr. 66). Der rückseitige Ankunftsstempel lässt keine Wünsche offen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 01.12.2022 13:11:53 Gelesen: 916# 976 @  
@ 10Parale [#975]

Heute bin ich sehr glücklich. Nach einem erwarteten Bietergefecht konnte ich diese wunderschöne Ansichtskarte erwerben, die am 29. Mai 1909 in Bukarest mit 5 Bani als Drucksache nach Bodenmais in Bayern lief. Laut Calin Marinescu (Tabelle Nr. 230, Seite 105, blauer Band Posttarife in Rumänien) müsste es sogar portogerecht frankiert sein.

Sehr schön der senkrechte Fünferstreifen der Freimarke von König Karl I., meiner Ansicht nach die grau-schwarze 1 Ban Marke Michel Nr. 129. Es müsste sich um einen Maschinenstempel handeln.

Gekauft habe ich die Marke aber nicht nur wegen all dieser Besonderheiten, sondern auch weil sie bildseitig eine Gruppe von TIGANI (Sinti, Roma, Zigeuner) zeigt, wie sie vor ihrem Nomanden-Zelt aufgereiht sind. Auffällig ist, dass Kinder und Frauen (es sind insgesamt 15 Personen auf dem Bild) alle barfuß sind, lediglich die Männer tragen ledergegerbte Stiefel. Die Frauen scheinen schon im frühen Alter Kinder geboren zu haben. Die Männer blicken stolz, die Kinder etwas müde und gezwungen. Ob es alltäglich war, dass solche Bilder gemacht wurden, oder ob der Fotograf anschließend den leeren Kesseltopf (den die Romas wahrscheinlich selbst hergestellt haben) mit Suppe oder Fleisch füllte, bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen.

"SATRA DE TIGANI" meint übersetzt "Zigeunerdorf".

Es handelt sich um philatelistische Korrespondenz, sehr schön die Abschlussformel des Schreibers "Weltvereinsgruss".

Na, ob dies nun mit der UPU zu tun hatte oder ein früher Ausdruck der globalisierten Welt war, weiß ich nicht zu sagen.

Liebe Grüße

10Parale
Stephan c.M.


 
buzones Am: 01.12.2022 16:31:03 Gelesen: 895# 977 @  
@ 10Parale [#976]

Der „Weltvereinsgruss“ stammt offensichtlich von einem Mitglied des Welt-Vereins (für Marken- und Ansichtskartensammler) mit Sitz in München.

Um die Jahrhundertwende war das Ansichtskartensammeln sehr populär und es gab zahlreiche Sammlervereinigungen, deren Mitglieder fleissig AKs im Tausch verschickten.

Anbei der Scan einer Anzeige des Welt-Vereins aus dem Handbuch für Briefmarken- und Ansichtskarten-Sammler von M. Teichmann. Leipzig, 1898:



Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Heinz 7 Am: 01.12.2022 23:52:10 Gelesen: 866# 978 @  
@ 10Parale [#976]

Ein Fünferstreifen ist natürlich schöner als ein 5 Bani-Wert. Ich freue mich, dass Du Erfolg hattest und dass Du glücklich bist.

Bei Classicfil, Corinphila und Viennafil waren diese Tage gleich drei Auktionen mit Rumänien-Material. Meist wurde dieses "anständig" verkauft; einige Lose wurden hoch beboten, vor allem Österreichische Post in Rumänien.

Viennafil hatte viele Rumänien-Lose im Angebot, viele davon eher "kleine" Werte. Aber einige davon scheinen mir sehr attraktiv zu sein.



Los 3071 zeigt einen schönen Einschreibebrief mit einer Einzelfrankatur (Michel Nr. 69). Der Ausruf lag bei Euro 90. Das ist nicht viel, aber auch nicht wenig, es scheint mir angemessen. Der Zuschlag erfolgte bei Euro 110.

Damit darf auch der Käufer zufrieden sein; er hat einen schönen Beleg erworben.

Heinz
 
10Parale Am: 02.12.2022 22:03:49 Gelesen: 830# 979 @  
@ buzones [#977]

Hätte nie gedacht, dass der Gruß tatsächlich auf der Geschichte dieses nicht mehr existierenden Welt-Vereins mit Sitz in München fußt. Sehr interessant!

@ Heinz 7

Lt. Tabelle 217 (Seite 95 Volume 2) bei Marinescu´s blauem Posttarifband waren die 50 Bani (eine Hammermarke!) auch die portogerechte Frankatur. Auch der Stempel von Zimnicea ist fantastisch abgeschlagen, so dass der Beleg diesen Zuschlag meiner Ansicht nach mehr als verdient hat.

A propos ZIMNICEA, diesen Stempel fand ich auf einer 50 Bani Marke (Michel Nr. 107), abgeschlagen am 18. August 1895 mit einem ähnlichen, aber violetten 2-K-Stempel (offener Stern). Bei Kiriac Dragomir (Stampilografie Postala) habe ich diese beiden Stempelfarben nicht gefunden.

Bei Corinphila konnte ich leider arbeitsbedingt (hatte einen Gerichtstermin am Tag der Rumänien Versteigerung) nicht online dabei sein. Die seltenen und begehrten Ochsenköpfe (Michel Nr. 1,2,3) fanden bei 1 - 40.000, 2 - 36.000 und 3 - 40.000 Euro unerreichbare, aber verdiente Zuschläge. Ich selbst habe mir einen Brief vom Königreich Neapel ersteigern können, den ich, - sobald er mir vorliegt -, in einem anderen Bereich einmal vorstellen will.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.12.2022 23:15:28 Gelesen: 818# 980 @  
@ 10Parale [#979]

Ich war in Zürich persönlich vor Ort und habe mir alle drei "Super-Lose" noch einmal angeschaut. Das letzte Mal sah ich die Marken vor 12 Jahren.

Ich bin besonders begeistert von der 81 Parale-Marke. Sie ist weitgehend unbekannt, war erst ganz selten auf dem Markt. Ihr Originalpapier zu studieren, war ein Erlebnis, und das allein war die Anreise wert.

Ihr besonders schöner Erhaltungszustand war dann wohl auch der Grund, warum die Marke wirklich hoch beboten wurde. Zuschlag CHF 40'000 + 22 % Aufgeld; das ist mehr als voller Katalogwert für diese Marke.

Ich hätte sie gerne gehabt. Aber ich konnte die Marke nicht erwerben, mein Maximal-Gebot war zu tief.

Das erleb(t)e ich oft bei meinen Versuchen. Ich bin dann immer dankbar für die Marken, die ich bei anderen Gelegenheiten mit meinem begrenzten Budget erwerben konnte.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.12.2022 12:48:37 Gelesen: 763# 981 @  
Die rumänische Postverwaltung gab zu verschiedenen Zeiten schöne Geschenkbücher heraus. Ich habe kein Verzeichnis und kann auch über die Seltenheit von solchen Spezial-Anfertigungen recht wenig sagen.

Neu wurde mir folgendes Heft vorgelegt (siehe Bild):



Es umfasst sechs Seiten mit

11 Marken König Michael (1.4.1942): Mi. 652+655+657+660, 667+671+673+675+676+677+679
Gedenkblock 1942 (Mi. Block 19)
Ausgabe Kriegsgefangenenhilfe: Mi. 743A-745A
1. Jahrestag der Eingliederung Transnistrien: Mi. 752-754
1. Jahrestag der Wieder-Eingliederung von Bessarabien: Mi. 749-751
1. Jahrestag der Wieder-Eingliederung der Bukowina: Mi. 746-748

Ausser der Michel Nr. 755, die erst am 30.12.1942 herausgegeben wurde, umfasst das Geschenkheft also offensichtlich die gesamte Briefmarkenausgaben 1942.

Weiss jemand, wie solche Geschenkhefte gehandelt werden? Als Einzelmarken haben die oben genannten 23 Marken und der Gedenkblock einen Katalogwert von Euro 64.80 (Michel 2021).

Heinz
 

Das Thema hat 981 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 10 20 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39   40  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.