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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 864 Beiträge:
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10Parale Am: 18.02.2021 19:23:45 Gelesen: 25835# 840 @  
@ bignell [#839]

Vielen herzlichen Dank für diese Antwort. Mittlerweile hat sich mein ungarischer Bekannter gemeldet und gemeint, dass der Text unglaublich schwierig zu lesen ist. Es handelt sich aber um einen Kirchenbrief. Der Absender scheint ein kirchlicher Würdenträger (Superintendent) zu sein.

Mich kribbelt und juckt es, was den Stempel NAGYYANY FRANCO betrifft in allen Gliedern. Anscheinend ist er in der Literatur noch nicht bekannt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 19.02.2021 17:20:47 Gelesen: 25586# 841 @  
@ 10Parale [#840]

Guten Tag

Ich bin leider sehr in Eile, darum nur kurz.

Könnte dies nicht ein Stempel sein von NAGY BANYA? Wenn das A beim Stempelabdruck fehlt, kann es sein, dass beim Einfärben des Stempels der Buchstabe "A" aus irgend einem Grund nicht erfolgte. Oder der Stempel war defekt?

Unter Nagy Banya katalogisiert Edwin Müller einen Stempel (siehe Nr. 1792, Handbuch der Entwertungen von Österreich und Lombardei-Venetien, 1961).

Ich sehe keinen direkten Bezug zu Rumänien. Nagy Banya lag damals (1836) in Ungarn und war nie rumänisch, erst sehr viel später. Oder irre ich mich?

Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 19.02.2021 21:13:23 Gelesen: 25537# 842 @  
@ Heinz 7 [#841]

Unter [1] findet man die Aufteilung des Königreichs Ungarn im Vertrag von Trianon (The Dismemberment of Hungary by the Treaty of Trianon - 4 June 1920),

Du hast natürlich Recht. Der Brief wurde 1836 im Königreich Ungarn geschrieben in ungarischer Sprache. Heute gehört Baia Mare zu Rumänien.

Interessant für Schweizer Eidgenossen dürfte sein, dass in dem Brief eine Wort Kombination auftaucht, die sich auf das sogenannte HELVETISCHE BEKENNTNIS bezieht (rot eingerahmt). Darauf hat mich heute Abend ein ungarischer Freund aufmerksam gemacht. [2]

Kurz zur Erläuterung: Vom 30. Januar - 4. März 1536 versammelten sich in Basel die reformierten Eidgenossen, um sich um eine Annäherung an die Lutheraner zu bemühen.

Das Zweite Helvetische Bekenntnis (1561 entstanden) wurde von allen reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz mit Ausnahme von Basel angenommen, zusätzlich auch von Genf, den Reformierten in Schottland, Polen, Österreich und Ungarn.

Man sehe mir bei allen Rumänien Sammlern diesen weiten Ausflug in ungarische und kirchliche Gefilde nach. Doch einen gewissen Berührungspunkt kann ich erkennen.

Liebe Grüße

10Parale



[1] httpy://images.app.goo.gl/qeXjFtNNwZUVLhey5
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Helvetisches_Bekenntnis
 
10Parale Am: 20.03.2021 21:53:35 Gelesen: 19620# 843 @  
@ 10Parale [#842]

Ja, wenn man mal was Seltenes ausgräbt, interessiert es vorerst niemanden. Anscheinend leben wir in einer Welt, wo wir für alles die Werbetrommel rühren müssen, um uns zu motivieren.

Ich möchte mal auf ein interessantes Los hinweisen. Stanley Gibbons Auctions in London bietet Ende des Monats folgenden Posten an:

"Old to modern, mint and used largely duplicated collection in albums, pages, glassines etc housed in three boxes including range of imperfs with shades, postmark interest, different papers, extensive Prince Karl issues, Postage Dues, Miniature Sheets, poofs, postal history including 1865 20pa. entire Alexandria to Bucharest, 1866 entire with 20pa. to Bucharest, 1869 entire with 18b. Braila to Bucharest, also few other countries included, a very interesting lot, viewing strongly recommended (thousands) Estimate £2000-£2500 (Estimate GBP)".

Das Los mit der Nummer 555 wird bei philasearch.com mit einer Videovorführung vorgestellt. Eine Besichtigung dringend empfohlen. Ich habe darin viele viele unerwartete und geheimnisvolle Stücke gesehen, u.a. 2 Ochsenköpfe des Fürstentums Moldau. Lückenfüller oder eventuell doch echt? Ich glaube, da sitzen einige Spezialisten im Auktionshaus, die hätten die Echtheit sofort erkannt und das Stück aussortiert. Mit einem Startpreis von 1.400 Britischen Pfund eigentlich doch gut vertretbar, sollte sich da nicht noch ein Schatz verbergen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 14.04.2021 12:01:14 Gelesen: 15028# 844 @  
@ 10Parale [#1]

das von Dir gegründete Thema ist ja gross, und gibt für viele Sammler die Möglichkeit, sich zu beteiligen.

Bei vielen Philatelisten nicht sehr hoch geachtet sind Ansichtskarten. Das finde ich eigentlich schade, denn ich denke, Ansichtskarten können wertvolle Dokumente sein, die oft auch posthistorisch / philatelistisch interessant sein können.

Die anbei gezeigte Ansichtskarte wurde bildseitig frankiert mit schönen Gedenkmarken:



Jeder Philatelist wird sich nun gerne auch die Rückseite ansehen. Ich kann das Original nicht selber betrachten, sehe aber ein zweites Foto, das vermutlich genau diese Rückseite zeigt.



Hier finden wir noch eine Marke zu 1 Ban; total also 5 Bani. Das würde passen.

Schön!

Heinz
 
10Parale Am: 28.04.2021 22:48:42 Gelesen: 11854# 845 @  
@ Heinz 7 [#844]

Curtea de Arges ist ja weltberühmt für dieses wunderschöne Kloster, welches auf Deiner Ansichtskarte abgebildet ist und von dem Woiwoden Neagou Besarab (1481 1521) erbaut wurde. Der Erbauer, der mit einer serbischen Frau namens Milita liiert war, soll auch ein Buch an seinen Sohn geschrieben haben mit dem Titel: "The Teachings of Neagoe Besarab." Neagu Djuvara, ein neuzeitlicher rumänischer Historiker schreibt in seinem Buch "A Brief Illustrated History Of The Romanians" (Humanitas Verlag Bukarest 2014): "A priceless document on the morals, vices and institutions of the time, containing advice written in a hesychastic style".

Was ist hesychestic style? - Die Erklärung folgt in der Fußnote: Hesychasm is a tradition of prayer in the Eastern Orthodox Church wihich preaches introspection and ignoring the senses". Dieses Buch würde ich gerne mal lesen.

Interessant ist sicher auch die Zeit nach der Inflation in Rumänien, die mit einer Währungsumstellung am dem 15. August 1947 endete. 20.000 alte Lei waren nun 1 neuer Leu.

Hier ein am 02. Oktober 1947 mit insgesamt 15 Lei freigemachter Brief von Bukarest nach Winterthur (Schweiz). Freimarken König Michael und Landesansichten. Hier eröffnen sich interessante Kombinationsmöglichkeiten, denn diese 11 Marken des Satzes wurden variantenreich verklebt. Der Michel nennt keine Auflagenzahl, ich habe die von Dr. Zoltan Neppel entnommen, demnach liegt die Auflage bei 15.000.000 Briefmarken, aufgelegt in mehreren Tranchen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 06.05.2021 19:15:01 Gelesen: 9432# 846 @  
@ 10Parale [#845]

Nein, es ist kein Satzbrief. Nein, ich brauche keinen Marinescu dazu. Wenn ich genügend Briefe zusammen habe, kann ich mir die Portostufen selbst zusammenbasteln.

Dieser Brief wurde mit insgesamt 87,50 Lei freigemacht, alle Marken aus dem ersten Satz König Michael nach Beendigung der Inflationszeit. Abgestempelt am 28. September 1947 lief das Einschreiben PRIN AVION mit dem Flugzeug nach Manhasset - Long Island (USA). Rückseitiger Ankunftsstempel vom 4. Oktober 1947.

Ein richtig schöner Brief, den man so noch für einen niederschwelligen zweistelligen Betrag bekommen kann.

Liebe Grüße

10Parale


 
Franz88 Am: 15.05.2021 14:23:44 Gelesen: 7232# 847 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Reko - Inlandsbrief vom 20.2.1888, von Bechet (Kleinstadt im Kreis Dolj in der Kleinen Walachei) nach Râmnicu Vâlcea.

Der Brief wurde mit 40 Bani frankiert.

Liebe Grüße
Franz


 
10Parale Am: 15.05.2021 21:14:06 Gelesen: 7136# 848 @  
@ Franz88 [#847]

dieser fantastische Beleg stärkt mich in meiner Auffassung, dass es noch viele philatelistische Preziosen innerhalb der Kirchen und Klöster gibt, die in irgendwelchen Archiven ruhen. Empfänger ist ja ein Priester und diese schrieben zu Ihrer Zeit viele Briefe, ebenso wie man vielen jüdischen Kaufleuten reiche Korrespondenzen zu verdanken hat.

Mich beschäftigt heute eine andere Sache. Ich zeige eine Ansichtskarte, die am 07.09.1900 in Warburg mit einer 10 Pfennig Germania mit Inschrift (REICHSPOST) abgestempelt wurde. Rechts daneben ist eine 5 Pfennig Germania Marke, die einen sehr undeutlichen Stempel hat.

Diese Briefmarke gab es aber im Jahr 1900 noch gar nicht. Wie kommt dann die Marke auf die Ansichtskarte?

Fakt ist, und nun sind wir wieder beim Thema "Rumänien für Sammler", diese Ansichtskarte wurde am 18. April ?? in Bukarest mit einem Ankunftsstempel abgeschlagen und dann sogar mit einem Briefträger-Stempelchen mit der Nr. 93 versehen.

Wie ist das ganze nun im Laufweg zu beurteilen? Jeder hat so seine Gedanken. War es so:

Die Ansichtskarte wurde in Warburg am 07.09.00 mit 10 Pfennig frankiert. Dann ging die Karte im deutschen Postamt verloren.

Im Jahr 1907 fand ein Postbeamter die verlorene Karte (...zum Beispiel hinter einem alten Schrank, den er gerade durch einen neuen ersetzte).

Die Karte wurde zusätzlich mit 5 Pfennig frankiert (Michel Nr. 70), damit die Ansichtskarte nun portogerecht nach Bukarest laufen konnte.

Ankunft in Bukarest am 18. April 1907, über 6 Jahre, nachdem sie abgesandt wurde.

Begründung: Auf dem undeutlichen Stempel auf der 5 Pfennig Marke erkennt man die Zahlen 7.7, könnte Hinweis auf das Jahr 1907 sein (siehe scan).

Es sind Abriebstellen auf dem Kartenpapier zu sehen am rechten oberen Rand der 10 Pfennig Marke. Dies kann ein Hinweis sein, dass die Ansichtskarte jahrelang an einem Ort lag, bis sie gefunden wurde. Sie wurde beschädigt, als sie irgendwo herausgezogen wurde.

Ich verlasse mich auf viele Spekulationen bei meiner Deutung. Es ist ein Wagnis.

Vielleicht kann jemand dazu noch etwas Passenderes sagen.

Liebe Grüße

10Parale




 
DERMZ Am: 15.05.2021 22:19:13 Gelesen: 7119# 849 @  
@ 10Parale [#848]

Guten Abend 10Parale,

so ganz glaube ich die Geschichte mit der verlorenen Karte nicht, ich vermute, daß die 5 Pf-Marke erst sehr viel später nachträglich von privat aufgeklebt wurde, aber sicherlich nicht in einem Postamt.

Schaue ich mir die Stempelfragmente an, die auf der Karte noch bei der 5er ersichtlich sind, dann ist dort Text geschrieben, wahrscheinlich der gleiche Stempel wie auf der 10 Pf Marke. Wenn ich den Stempel der 5 er vergleiche, so erkennt man an Stelle des Ortsnamens ein paar Sterne und das Datum ist kopfstehend - die Marke wurde meiner Ansicht nach NIE auf der Karte gestempelt, sondern passend-unpassend eingeklebt.

Mehr kann ich aber auch nicht zur Lösung beitragen.

Beste Grüße vom Hochrhein Olaf
 
lueckel2010 Am: 16.05.2021 00:07:25 Gelesen: 7098# 850 @  
@ DERMZ [#849]

Guten Abend, Olaf,

mein Deutungsversuch: Die Ansichtskarte von Werden/ Ruhr (seit 1929 Stadtteil von Essen) war wohl ursprünglich mit zwei 5 Pf-Germania-Marken (DEUTSCHES REICH) frankiert, da 1907 das Auslandsporto (Rumänien) für Postkarten 10 Pfennig betrug. Die Karte wurde dann in Bukarest zugestellt und an den Empfänger ausgehändigt (dokumentiert durch einen Briefträgerstempel).

Irgendein Banause (vielleicht ein "Philatelist", dem diese Marke noch in seiner Sammlung fehlte) hat dann irgendwann irgendwo die zweite 5 Pfennig-Marke unsachgemäß entfernt (deutlich sichtbare Spuren auf der Karte zwischen den beiden sich mittlerweile dort nun befindlichen Marken). Vielleicht wollte irgendwer das gute Stück ein wenig pushen und -vielleicht aus "optischen" Gründen- aufwerten und hat dazu die bereits gestempelte (Warburg/ 7. 9. (19)00) 10 Pfennig-Germania (REICHSPOST) hinzu geklebt.

Indizien, die für diese These sprechen:

1. Germania-REICHSPOST-Marken waren nur bis zum 31. 12. 1902 gültig,

2. Beide Stempel wirken meiner Meinung nach insgesamt ein wenig eirund. Vermutlich wurde in beiden Fällen etwas nachgepfuscht.

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Bergfreund15 Am: 23.05.2021 12:15:21 Gelesen: 5640# 851 @  
Liebe Community!

Mein Name ist Michael und ich habe vor 2 Jahren die Briefmarkensammlung meines Großvaters geerbt.

Seither beschäftige ich mich mit dem Thema Briefmarken und bin ein begeisterter Sammler geworden.

Nun habe ich 2 Steckkarten alter rumänischer Briefmarken entdeckt und es würde mich interessieren ob sich darunter eventuell Raritäten befinden und was diese in etwa wert sind? (Über eine grobe Schätzung würde ich mich wirklich sehr freuen, da ich mich auf diesem Gebiet noch gar nicht auskenne).

Ich hoffe jemand findet kurz Zeit sich meinen Post anzuschauen und ich freue mich über jede Rückmeldung.

Noch einen schönen Sonntag,

Michael



[Redaktioneller Hinweis: Die Karte mit Briefmarken war doppelt zu sehen (entfernt), die zweite Karte fehlte]
 
Heinz 7 Am: 24.05.2021 18:21:52 Gelesen: 5288# 852 @  
@ Bergfreund15 [#851]

Guten Tag, Michael,

ich finde es schade, dass Du bis jetzt keine Antwort erhalten hast, obwohl sich ja viele Rumänien-Kenner auf den Philaseiten "tummeln". Vielleicht will aber auch niemand Dir eine enttäuschende Mitteilung machen.

Damit Dir aber geholfen sei, anbei meine Meinung:

Du hast eine nette Auswahl von Rumänien 1864-1879. Diese Ausgaben sind grundsätzlich zur Zeit recht "hoch im Kurs", wenn sie denn folgende Bedingungen erfüllen:

als Einzelmarken, gebraucht: sauberer, lesbarer Stempel, gute Zähnung
als Einzelmarken, ungebraucht: guter Schnitt/gute Zähnung.

Wenn wir die 40 von Dir gezeigten Briefmarken betrachten, sehen wir nur wenige Marken, die diese Kriterien erfüllen.



Marken (lose, einzeln), die diese Kriterien nicht [1] erfüllen, haben keinen Wert, ausser ideellen (oder zum Vergleichen). Bei Einheiten oder Briefen gelten zum Teil deutlich grosszügigere Regeln, d.h. z.B. ein Brief kann auch mit erheblichen Marken-Mängeln trotzdem interessant und wertvoll sein. Oder eine grössere Einheit (Paar, Viererblock oder grösser). Aber Du zeigst uns nur Einzelmarken. Auf diese sollte der strenge Filter (siehe oben) angewendet werden.

Schöne Stempel haben nur folgende Marken:
1.6
1.8
2.1
4.1
und (Karte 2):
1.1
1.2

Betrachten wir das genauer:

1.6 = 9. Ausgabe, Bukarester Druck, Michel Nr. 53 = leider Eckzahnfehler
1.8 = 9. Ausgabe, Pariser Druck, Michel Nr. 39 = linke Seite Zahnfehler
2.1 = 9. Ausgabe, Pariser Druck, Michel Nr. 41a gut. Katalogwert Euro 22. Handelswert Euro 5 (weil kein Luxusstück)
4.1 = 9. Ausgabe, Bukarester Druck, Michel Nr. 50a = vermutlich grobe Zahnfehler (?)

Ka.2 1.1 = 7. Ausgabe (1869), hübscher Gratar-Stempel, Marke aber angeschnitten
Ka.2 1.2 = 6. Ausgabe (1868), hübscher Agraffen-Stempel, Marke aber mit fehlender Ecke links oben (oder ist das Stempelfarbe?)

Auf Zeile 3 von Karte 1 finden wir 7 ungebrauchte Marken. Sie sind Entwürfe 1864 (nicht verausgabte Marken) (3.1/3.2) bzw. Marken der 5. Ausgabe (1866). Von diesen 7 Marken gefällt mir nur die dritte, mit einem guten Rand an allen vier Seiten. Evtl. ist die Marke etwas knittrig? (Schatten). Mit dünnem Papier hat die Marke einen Katalogwert von Euro 40 (Michel Nr. 14y), mit dickem Papier wäre dieser höher (Euro 75 für Mi 14 x). Die 5.+6. Marke stimmen in den Farben nicht (das Papier sollte rosa sein, nicht weiss), die erste Marke (Unverausgabte, Michel Nr. III) scheint ein Loch zu haben.

Du siehst also, dass ich in Deiner Auswahl leider wenig finde, das ich für eine Sammlung empfehlen würde.

Ich hoffe nun aber sehr, dass Deine Begeisterung für das Briefmarkensammeln nicht wieder abklingt. Mit etwas Fleiss kannst Du die jetzt gesehenen Marken gut finden und mit wenig Geld kannst Du ähnliche, tadellose Stücke finden, die Dir dann wirklich ewig Freude machen.

Viel Glück beim Suchen und Sammeln!

Freundliche Grüsse
Heinz

(Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Rumänien)

[Wort "nicht" redaktionell eingefügt am 28.05.2020]
 
Bergfreund15 Am: 24.05.2021 19:47:14 Gelesen: 5270# 853 @  
@ Heinz7

Guten Abend Heinz!

Ich möchte mich wirklich von ganzem Herzen bedanken, dass du dir so viel Mühe gemacht hast. Das ist wirklich nicht selbstverständlich und das weiß ich sehr zu schätzen.

Auch finde ich es toll, dass du so ehrliche Worte gefunden hast. Das wird meiner Begeisterung sicher keinen Abbruch tun!

Nun weiß ich wie ich die Briefmarken einzuschätzen habe und habe einen Beginn die Sammlung aufzubauen bzw. die bestehen Briefmarken zu ordnen.

Es gibt nämlich noch einige weitere Briefmarken aus Rumänien die darauf warten bestimmt zu werden. ;-)

Welche Lektüre würdest du mir denn empfehlen? Den Michel Katalog für Südeuropa?
Bin über Tipps sehr dankbar.

Noch einen schönen Feierabend und vielen Dank nochmals,

Michael
 
Heinz 7 Am: 24.05.2021 21:04:10 Gelesen: 5254# 854 @  
@ Bergfreund15 [#853]

Ich bin erfreut über Deine Antwort. Gut so!

Du hast uns drei Marken der 8. Ausgabe gezeigt (2. Karte, 2 Zeile). Ich habe Dir nun dieselben Marken aus meiner Sammlung gescannt; es sind die Nummern Michel 26, 27, 28 und 29 I (alle 1871).



Ich sammle gerne ungebrauchte Marken/Einheiten oder ganze Briefe. Lose Marken wünsche ich mir in Einheiten. Bei Einzelstücken suche ich nur sehr schöne Stücke ohne (grobe) Fehler.

Solche Marken finden wir nur sehr selten. Für sie werden durchaus volle Katalogpreise (und mehr) bezahlt.

Um Marken zu bestimmen, benötigen wir Kataloge. Michel-Kataloge sind sicherlich zu empfehlen. Wenn Du nun aber z.B. ganz Europa sammelst, oder sogar noch Übersee zusätzlich, empfehle ich Dir, vielleicht mit Katalogen zu starten, die schon ein paar Jahre alt sind. So kannst Du einiges Geld sparen. Den Grossteil der gewünschten Informationen hast Du ja trotzdem.

Wenn Du sehr viele Gebiete abdecken willst, hilft Dir vielleicht ein Michel-Onlinekatalog ganze Welt am besten.

Heinz
 
10Parale Am: 24.05.2021 21:15:47 Gelesen: 5252# 855 @  
@ Bergfreund15 [#853]

Welche Lektüre würdest du mir denn empfehlen? Den Michel Katalog für Südeuropa?

Ich weiß nicht wie tief du in die Materie einsteigen willst, Michael. Heinz7 hat dir ja zu den eingescannten Marken eine detaillierte, hervorragende Analyse gemacht, meine Hochachtung vor dieser Arbeit.

Ich arbeite im Moment mit dem Michel Südosteuropa Katalog 2016/17 (Scan), der für den Einstieg ganz gut ist. Ich würde dir auch empfehlen, mal die Beiträge über Rumänien bei philaseiten durchzulesen. Da steht so viel interessantes drin.

Ich habe zu Hause auch noch einige rumänische Spezialliteratur, die sich mit Stempeln und Marken beschäftigt. Allerdings ist Rumänien nicht mehr mein Solo-Sammelgebiet. Ich hatte früher mal eine schöne Literatur-Sammlung, vor allem die sehr bedeutenden Werke von Fritz Heimbüchler über die Ochsenköpfe der Moldau ff. Dann verkaufte ich mal eine schöne Rumänien Sammlung und ich glaube, Heinz7 ist immer noch traurig darüber.

Ich baue gerade eine andere Sammlung auf, die ich so lange wie möglich pflegen und gar nicht veröffentlichen will. Das Hobby soll ja Spaß machen und ich glaube, mit Humor lebt es sich einfach besser wie mit Stress. Dort habe ich noch einige schöne Rumänien-Stücke. Ich hoffe ich kann sie später mal ein paar Lausbuben oder Lausbuben-Mädchen in Rumänien vermachen. Die freuen sich dann bestimmt und werden vielleicht mal junge Philatelisten, die das Erbe ihres Landes hochhalten.

Ich freue mich schon darauf, welche Stücke du uns noch zeigst.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.05.2021 22:24:42 Gelesen: 4923# 856 @  
@ Bergfreund15 [#853]

Lieber Michael,

ich habe mich über Deine Reaktion gefreut. Wenn Du viele Rumänien-Briefmarken hast, dann empfehle ich Dir, eine Sammlung davon anzulegen. Die Ausgaben ab 1868 (Michel Nr. 17= 6. Ausgabe) sind nicht mehr besonders teuer, und die Marken ab 9. Ausgabe (1872, Michel Nr. 36) sind meist sogar preisgünstig. Die verschiedenen Zähnungen und Wasserzeichen geben dem Spezialisten dazu ein reiches Betätigungsfeld.

10 Parale hat recht, natürlich freute ich mich gar nicht, als er - kaum war er in der ARGE Rumänien - dort wieder austrat und er sogar seine Rumäniensammlung verkaufte. Ich verstand das nicht, aber 10 Parale liess sich nicht umstimmen. Natürlich muss er dafür keine "Rechenschaft ablegen", aber ich freue mich natürlich über Sammlerfreunde, die dasselbe sammeln, wie ich.

Als ARGE-Mitglied erlaube ich mir, jetzt noch etwas "Werbung" zu machen für das schöne Sammelgebiet Rumänien. In Beitrag 854 habe ich vier schöne Einzelmarken gestempelt des Jahres 1871 gezeigt.

CMPR Nr. 26 = 5 Bani 1871 = Michel Nr. 26
CMPR Nr. 27 = 10 Bani gelb 1871 = Michel Nr. 27
CMPR Nr. 28 = 10 Bani blau 1871 = Michel Nr. 29 I
CMPR Nr. 29 = 25 Bani braun 1871 = Michel Nr. 28

Man kann diese Marken auch auf Brief sammeln; das finde ich noch schöner.



Eine Einzelfrankatur eines Postformulars



Eine Einzelfrankatur als Inland-Brief



dasselbe



Eine Einzelfrankatur als Auslandporto

Natürlich ist es nicht mehr einfach, schöne Briefe preisgünstig zu finden. Aber Sammler werden durch schwierige Aufgaben oft erst besonders "munter".

Ich wünsche gutes Gelingen bei Deinem Sammeln!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.05.2021 23:49:40 Gelesen: 4899# 857 @  
@ Bergfreund15 [#851]

Michael, Du zeigtest uns auch eine Reihe ungebrauchter Marken.

Heute wagen sich nicht mehr viele Sammler an ungestempelte Marken und Einheiten. Das hat zwei Gründe.

a) sie sind in der Regel schwerer zu finden
b) eine Albumseite für Ausstellungs-Sammlungen lässt sich mit ungebrauchten Marken / Einheiten nur langsam füllen. Ein Sammler, der Briefe zeigt, hat es viel einfacher: 2 Briefe, und die Seite ist voll!

Umso mehr bewundere ich die Sammler, die sich auch an dieses Gebiet heranwagen. Die ungestempelte Marke hat nämlich eine ganz besondere Anziehungskraft: das Markenbild wirkt ganz alleine; oft sind diese Marken auch farbfrisch wie am ersten Tag!

Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich in den vielen Jahren meiner Sammeltätigkeit auch auf diesem Gebiet schöne Stücke finden konnte.



Bei einem Achterblock sind 8 der 10 existierenden Typen der CMPR/Michel Nr. 26 vorhanden!



Viererblocks der 10 Bani gelb Vollbart sind selten. Im Handbuch 2 von Fritz Heimbüchler (2002) kommt dies meines Erachtens klar zu wenig zur Geltung; er bewertet auf Seite 255 den Viererblock nur mit Faktor 5.4 (im Vergleich zur Einzelmarke). Der CMPR '74 sah dies anders: er nennt einen Faktor 15.



Die CMPR-Nr. 28 (10 Bani blau), die bei Michel die unverständliche Nr. 29 I erhielt, habe ich lange gesucht, bis ich auch sie im Viererblock fand. Ich musste sie teuer bezahlen, habe dies aber nie bereut.



Zum Plattieren eignen sich Blockstücke natürlich besonders. Hier finden wir Type 1-2-3-4 des 25 Bani-Wertes in einem wunderbar vollrandigen Blockstück.

Ich bin natürlich stolz auf diese schöne Serie "Vollbart-Viererblocks"!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.05.2021 23:34:08 Gelesen: 3944# 858 @  
@ Heinz 7 [#857]

Die zwölfte Ausgabe von Rumänien zeigt König Karl I. im Doppeloval. 7 verschiedene Wertstufen wurden 1890-1894 herausgegeben:
1.5 Bani - 3 Bani - 5 Bani - 10 Bani - 15 Bani - 25 Bani - 50 Bani

Die Marken gibt es in x verschiedenen Varianten.

- Farbunterschiede
- Zähnungsunterschiede
- Papierunterschiede

Ich zeige anbei die Briefmarke zu 25 Bani. Im Michel-Katalog wird sie nur in der Farbe "ultramarin" gelistet, obwohl die Farbunterschiede zum Teil gewaltig sind. Im Catalog CMPR '74 (Catalogul Marcilor Postale Romanesti) finden wir viele Nuancen gelistet.

Obwohl die Marke bildgleich ist, listet Michel die Marke unter den Nummern 81, 88 und 97.



Wie aber können die Marken unterschieden werden?

Bei losen Marken ist dies meist zweifelsfrei festzustellen.

1. Gruppe: Papier mit Wappeneinpressung (Michel Nrn. 76-82)
2. Gruppe: Papier ohne Wappeneinpressung (Michel Nrn. 73-89)
3. Gruppe: Papier mit Wasserzeichen "PR" (Michel Nr. 95-98; nur 4 Wertstufen)

Ob diese Papierunterschiede Grund genug sind, um eine neue Hauptnummer zu verteilen, ist umstritten. Die früheren Briefmarken aus Rumänien hatten zum Teil auch unterschiedliche Papiere, die aber mit derselben Katalog-Hauptnummer erfasst wurden (z.B. 10 I w, 10 I x, 10 I z).

Diese Regel (neue Hauptnummer nur für bild-andere Marke) wurde bei der 12. Ausgabe aber gebrochen. Ich finde das schade/falsch (inkonsequent).

Es ist bei einem Brief oft nicht möglich, festzustellen, ob eine Briefmarken z.B. die Nummer 81, die Nummer 88 oder die Nummer 97 ist. Das ist unbefriedigend.

Heinz
 
Franz88 Am: 29.05.2021 14:20:20 Gelesen: 3545# 859 @  
@ 10Parale [#848]

Hallo 10Parale,

Ich habe dir eine Mail geschickt.

Liebe Grüße
Franz
 
Markdo Am: 29.05.2021 15:32:59 Gelesen: 3489# 860 @  
Gibt es den Cmpr denn noch irgendwo zu kaufen?
 
Heinz 7 Am: 29.05.2021 17:49:04 Gelesen: 3435# 861 @  
@ Markdo [#860]

Guten Tag.

ja, antiquarisch gibt es ihn hin und wieder. Mit einem Preis von Euro 40 musst Du mindestens rechnen, aber es ist natürlich jeden Cent wert. Viel Glück beim Suchen.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.05.2021 12:23:10 Gelesen: 3159# 862 @  
@ Heinz 7 [#857]

Wenn ein Sammler die Michel Nr. 29 II betrachtet, versteht sofort, warum diese Marke als "Notausgabe" bezeichnet wird. Nicht bei Michel, aber bei Zumstein (Bern), und in anderen Katalogen.

Ich zitiere zur Entstehungsgeschichte dieser Marke aus dem Buch von Hans Georg (1979), Seite 131



"Anfangs 1872 sollten neue, im Buchdruckverfahren hergestellte Marken in Umlauf gesetzt werden. Infolge Verzögerung der Markenlieferungen aus Paris, musste man zur Schaffung einer N O T A U S G A B E in Bukarest übergehen. Es erscheinen die beiden Werte zu 10 und 50 Bani, die die Hast mit der die eilige Herstellung erfolgen musste, in ihrer mangelhaften Ausführung deutlich zeigen."



Es ist nun kaum/nicht verständlich, dass Michel dieser Marke dieselbe Hauptnummer (29 II) gibt, wie der regulären Briefmarke 10 Bani blau von 1871 (29 I), die wir oben besprochen haben, und die hier nochmals gezeigt wird.



Bereits Senf katalogisierte diese zwei Marken leider unter derselben Hauptnummer (Senf 1912: Nr. 30) und Michel übernahm bekanntlich die Senf-Nummerierungen fast immer. Interessant ist, dass der damalige grosse Konkurrent zu Senf, Paul Kohl, im Handbuch 1915 aber sehr wohl zwei Nummern verwendete:

Nr. 32 = kobaltblau, Type I (allerdings: 1872/statt 1871)
Nr. 34 = fünf (!) verschiedene blau-Farben, Type II.

Auch Zumstein wählte diese meines Erachtens richtige Klassierung:

Nr. 28 = blau, 1871, (meine Anmerkung: Type I)
Nr. 34 = ultramarin, Notausgabe 1872 (meine Anmerkung: Type II)

Die Marke wird in zwei Typen beschrieben. Ein auffälliger Unterschied ist:

Type I (1871): Kopf zentrisch im Oval, zwei vollständige senkrechte Linien zwischen die Ziffer 10 und der Wertangabe BANI

Type II (1872): Kopf nach rechts versetzt, Bruchstücke einer dritten senkrechten Linie zwischen Ziffer 10 und der Wertangabe BANI

Wir sollten also diesen zwei nicht bildgleichen, unterschiedlichen Briefmarken auch zwei verschiedene Hauptnummern geben. So wie es viele Kataloge tun. Die Katalogisierung Michel ist hier, ausnahmsweise, weniger gut als bei anderen Katalogen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.06.2021 01:59:47 Gelesen: 363# 863 @  
@ Heinz 7 [#862]

Der Auktionator weiss genau, dass der unten gezeigte Brief die Sammler von Rumänien interessiert.



Zwar ist der Brief nicht aus der "ganz alten" Zeit, aber 1881 ist ja auch nicht schlecht und die Ausgaben der zehnten Ausgabe werden heute zum Teil auch gut nachgefragt...

Aber wenn es denn eine Mischfrankatur 9./10. Ausgabe ist, nach Südafrika... da wird ein mancher Sammler "rote Ohren" bekommen haben.

Los 1554 wurde heute in Zürich verkauft, bei Corinphila. Der Startpreis von CHF 100 war natürlich ein Witz. Da haben sich wohl viele Sammler darum gebalgt.

Früher hätte man den Brief vielleicht für CHF 400-500 bekommen. Aber heute? - Der Brief kletterte auf Zuschlag CHF 3'200.

Da kann ich nur sagen: gute Nacht!

Es gibt offenbar viele Rumäniensammler, die gar keine Geld-Limiten kennen...

Heinz
 
bayern klassisch Am: 12.06.2021 15:38:09 Gelesen: 328# 864 @  
@ Heinz 7 [#863]

Lieber Heinz,

das beweist doch nur, dass du einen sehr guten Geschmack hast - leider aber andere auch, darunter ein paar mit dickerer Brieftasche.

Aber ersteres ist m. E. viel wichtiger, als letzteres, auch wenn dir das im Moment kein starker Trost sein mag.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

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