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Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 624 Beiträge:
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briefmarkenwirbler24 Am: 16.04.2019 16:47:43 Gelesen: 17446# 575 @  
@ jahlert [#574]

Hallo Jürgen,

Recht hast du! Dieses Mal hat mir mein Auge keinen Streich gespielt. :D

Die Aufgabe erfolgte durch die Bahnpost Bern-Zürich, immer schön anzusehen wie ich finde.

LG

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 13.05.2019 18:24:22 Gelesen: 15732# 576 @  
Hallo zusammen,

manchmal benötigt es keine Rarität, um einen Brief gerne anzusehen. Der nachfolgende Beleg gefällt mir einfach aufgrund seines Formates und der akkuraten Schrift.

Aufgegeben wurde das Briefchen am 02.05.1871 in dem kleinen Örtchen Steckborn (Kanton Thurgau) und adressiert nach (?) campagne près Génève. Laut Tarifperiode vom 01.07.1862 bis zum 30.08.1871 mussten Briefe der 1.Gewichtsstufe (bis 10 gr.) außerhalb des Lokalrayons mit 10 Rappen frankiert werden, wie auch hier geschehen. Siegelseitig befindet sich nur der Bahnpoststempel "Genf-Basel".

LG

Kevin


 
SH-Sammler Am: 14.05.2019 05:54:39 Gelesen: 15670# 577 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#576]

Hallo Kevin,

der Name Varembé ist keine Ortschaft, sondern eher ein Quartier. Früher wurde es wohl mit x am Ende geschrieben, siehe Korrektur von Varembez mit z zu x. Heute wird der Name nicht mehr so geschrieben. Und heute ist Genf so gross, dass es kein "Genf / Landschaft" mehr gibt.

Siehe hier den Link zu Varembé: https://map.search.ch/Genève,Varembé-Station-Stop

Liebe Grüsse
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 14.05.2019 09:35:39 Gelesen: 15654# 578 @  
@ SH-Sammler [#577]

Hallo Hanspeter,

vielen Dank für deine Mithilfe!

Kaum vorstellbar, dass man damals keine Straßennamen benötigte, um den Brief dem richtigen Empfänger zuzustellen. Die Briefträger schienen wohl genau zu wissen wer wo wohnte.

Liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 30.05.2019 11:46:05 Gelesen: 14103# 579 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#549]

Hallo zusammen,

da ich meine Sammlung für die Ausstellung in Sindelfingen im Oktober nochmal vollends überarbeite, setze ich mich mit jedem Beleg erneut auseinander, um ihn dann auch möglichst perfekt beschreiben zu können.

Bei der im Post [#549] vorgestellten Einladungskarte ist mir aufgefallen, dass die Orte Großhöchstetten und Oberdiessbach, von denen die Transitstempel abgeschlagen wurden, genau in der entgegengesetzten Richtung von Diessbach liegen.

Der Absender vermerkte "Diessbach bei Thun", meinte jedoch vermutlich "Oberdiessbach bei Thun", da dieses viel näher an Thun liegt (10 km Luftlinie) als Diessbach (45 km Luftlinie). Demnach schienen die Postbeamten damals stets gut mitgedacht zu haben. :D

Liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 05.06.2019 21:00:01 Gelesen: 12812# 580 @  
Hallo zusammen,

für 5 € konnte ich mir diesen Beleg nicht entgehen lassen, ich wäre auch bereit gewesen deutlich mehr hierfür zu bezahlen.

Wie man gut auf den ersten Blick erkennen kann, handelt es sich um einen sog. "Forwarded-letter", da der Absender "X.NITHART &CO (?)" aus Mülhausen, Frankreich stammte. Um Kosten zu sparen, brachte ein Forwarder den Beleg über die Grenze nach Basel (etwa 30 km Luftlinie), um ihn dort in Richtung Berlingen aufzugeben. Ein Brief von Mülhausen nach Berlingen hätte laut Tarifperiode vom 01.10.1865 bis zum 30.06.1875 30 Centimes gekostet (entspricht auch 30 Rappen), sodass der Absender 20 Rappen sparte, indem er ihn von Basel als einfachen Brief im Fernverkehr abschickte.

Solche "Forwarded-letter" sind nicht allzu häufig, weswegen ich mich über diesen hübschen Brief freue.

Liebe Grüße,

Kevin


 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 22:57:34 Gelesen: 12801# 581 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#580]

In Basel gab es im XIX. Jahrhundert doch einige Forwarder-Briefe, worüber der verstorbene Philatelist Joseph Uebelhart einen schönen philatelistischen Beitrag schrieb. Natürlich ist es aber trotzdem richtig, diese Belege besonders zu beachten, sie sind wirklich nicht allzu häufig.

Die Adresse ist übrigens nicht & CO. sondern & Cie = et Compagnie (französisch).

Dein Beleg ist sehr schön, Kevin!

Liebe Grüsse
Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 06.06.2019 17:57:52 Gelesen: 12780# 582 @  
@ Heinz 7 [#581]

Hallo Heinz,

In Basel gab es im XIX. Jahrhundert doch einige Forwarder-Briefe, worüber der verstorbene Philatelist Joseph Uebelhart einen schönen philatelistischen Beitrag schrieb.

Ich nehme an, der von dir angesprochene Beitrag befindet sich in einer Ausgabe der SBZ o.Ä., vielleicht hast Du diesen sogar noch und könntest mir einen Scan zusenden?

Prinzipiell würde ich behaupten, dass Forwarder-Briefe eher die Ausnahme sind, da es jedoch einen regen Postverkehr zwischen Frankreich und der Schweiz gegeben hat und sowohl Basel als auch Mühlhausen größerer Städte waren, wird es hier vermutlich verhältnismäßig etwas mehr Belege geben. Auf jeden Fall ein hochspannendes Thema wie ich finde!

@ alle

Dann möchte ich gerne mit dem nächsten Beleg fortfahren, der ebenfalls nicht so häufig ist.

Aufgegeben wurde der Beleg in Hochdorf am 22.03.1870 und wurde adressiert nach xxx? Für mich war es leider unmöglich den Ort zu entziffern, vielleicht kann hier jemand helfen.

Die Taxierung lässt sich dennoch vornehmen: Es handelt sich um einen eingeschriebenen Ortsbrief, für den 10 Rappen zu verkleben waren. Die Gebühr für den Brief im Lokalrayon betrug 5 Rappen und die Einschreibe-Gebühr zu dieser Zeit das Doppelte der Briefgebühr, also ebenfalls 5 Rappen. Der Ankunftsort muss sich demnach in einem Radius von etwa 10 km von Hochdorf befinden.

Liebe Grüße,

Kevin


 
SH-Sammler Am: 06.06.2019 18:35:10 Gelesen: 12771# 583 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#582]

Hallo Kevin,

es könnte FERREN sein, 3 km nördlich von Hochdorf, bei Baldegg.

Viele Grüsse

Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 06.06.2019 18:55:51 Gelesen: 12767# 584 @  
@ SH-Sammler [#583]

Hallo Hanspeter,

könnte tatsächlich hinhauen, nur ich kann "Ferren" nirgends finden, weder auf Google Maps noch in der Poststellenchronik.

Liebe Grüße,

Kevin
 
ginonadgolm Am: 06.06.2019 20:28:35 Gelesen: 12758# 585 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#584]

Hallo Kevin,

Such doch mal bei google: Ferren Kleinwangen

Viel Erfolg wünscht
Ingo aus dem Norden
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.06.2019 00:21:11 Gelesen: 12743# 586 @  
@ ginonadgolm [#585]

Hallo Ingo,

wenn ich "Ferren Kleinwangen" eingebe, erscheint ein Busbahnhof. Zudem habe ich noch eine Straße in Baldegg gefunden, die diesen Namen trägt. Scheint wohl ein Quartier o.Ä. gewesen zu sein.

Vielen Dank für eure Mithilfe!

Liebe Grüße,

Kevin
 
SH-Sammler Am: 07.06.2019 05:37:27 Gelesen: 12740# 587 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#586]

Hallo Kevin, und guten Morgen an alle

Nutze das Programm "http://www.luftlinie.org";, gib Baldegg auf der ersten Zeile ein, dann Ferren auf der zweiten Zeile, und schwupps… wird es angezeigt. Nur beim Eingeben der Gemeinde Hochdorf hat das Programm Probleme und sucht im Raum Emmen bei Luzern nach dem Namen Hochdorf, Das ist natürlich falsch und liegt nicht nur ein bisschen daneben, warum auch immer. Aber Ferren habe ich mit dem Entfernungsrechner luftlinie.org gefunden.

Allen einen schönen Tag

wünscht SH-Sammler
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.06.2019 16:07:37 Gelesen: 12724# 588 @  
@ SH-Sammler [#587]

Hallo Hanspeter,

vielen Dank für die Bemühungen! Ich hätte den Ort wahrscheinlich niemals ausfindig machen können.

@ alle

Wie bereits kurz erwähnt, überarbeite ich nochmal meine kompletten Ausstellungsseiten, da ich einige davon im Alter von 14 Jahren gemacht habe und zu diesem Zeitpunkt noch einiges weniger an Wissen hatte, sodass sich mitunter doch ein paar Fehler eingeschlichen haben.

Den nachfolgenden Brief habe ich 2014 im Thema "Belege Schweiz - Altdeutsche Staaten" (Post #21) vorgestellt, wo er natürlich nichts zu suchen hatte.





Anton gab mir damals folgende Antwort:

Hallo Kevin,

zu Deinem Brief kann ich Dir ein bißchen helfen. Es liegt natürlich kein Brief nach Deutschland vor, es handelt sich um eine "Bestellung gerichtlicher Akten" hier eine Vorladung, wie sie seit 1.11.1875 innnerhalb der Schweiz möglich war. Diese Vorladung wurde in zwei gleichlautenden Doppeln am Postschalter aufgegeben, eines wurde dem Adressaten zugestellt, das andere dem Versender mit der Erklärung über die erfolgte Bestellung zurückgesandt.

Die Taxe war die eines eingeschriebenen Briefs mit Rückschein. Hier also 5 Rappen (Brief im Lokalrayon) + 20 Rappen Einschreibgebühr + 20 Rappen für den Rückschein und war auf dem für die Rücksendung bestimmten Exemplar anzubringen. Die Stempel dokumentierem m. M. nach die Ankunft in Magenwyl und Durchgangsstempel BADEN bei Hinweg und Rückweg.


Nachdem ich nochmal alles überprüft habe, musste ich feststellen, dass ein Punkt an der Erklärung nicht stimmen konnte. Die Entfernung von Birmensdorf nach Mägenwil beträgt etwa 17 km Luftlinie, also außerhalb des Lokalrayons, weswegen 5 Rappen mehr, also 50 Rappen, hätten verklebt werden müssen. Demzufolge liegt hier ein unterfrankierter Brief vor, was für mich natürlich schöner ist.

Korrigiert mich bitte, wenn ich mit dieser Erkenntnis falsch liege.

Liebe Grüße,

Kevin
 
SH-Sammler Am: 08.06.2019 07:10:22 Gelesen: 12688# 589 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#588]

Hello Kevin,

schon wieder ein Beitrag von mir.

Gratulation zu Deinem Brief mit der seltenen Tarifstufe. Es gibt jedoch eine winzige Korrektur zu machen. Und zwar liegt der Fehler nur in einem (1) Buchstaben. Die Auflösung findest Du nicht unbedingt im Stempel, weil er zu schlecht abgeschlagen wurde. Die Lösung findest Du im Begleittext, im Absenderteil am Ende des Briefes, beim Datum.

Der Absendeort ist nicht Birmens Dorf (im Kt. Zürich) sondern im nur knapp 6 km entfernten BIRMENS tORF (Kt. Aargau). Somit wurde Dein Brief im Lokalrayon befördert. Die Taxe dafür war ab 1. 09. 1876 = 45 Rappen.

Beiliegend noch die Tariftabelle.



Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 08.06.2019 09:36:08 Gelesen: 12683# 590 @  
@ SH-Sammler [#589]

Hallo Hanspeter,

Der Absendeort ist nicht Birmens Dorf (im Kt. Zürich) sondern im nur knapp 6 km entfernten BIRMENS tORF (Kt. Aargau)

Unglaublich, Du scheinst wirklich Adleraugen zu haben! Es gibt keinen Ort, den Du nicht entziffern kannst. :D Mir bereitet die alte Schrift immer wieder Probleme, so macht es natürlich viel mehr Sinn.

Die Regularien und Taxierungen für Einschreiben mit Rückschein bzw. hier Bestellung gerichtlicher Akten waren mir vertraut. In dem Büchlein "Über die Frankaturen der Sitzenden Helvetia gezähnt" steht in etwa das Gleiche. Aus welcher Literatur stammt deine Abbildung?

Liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 27.06.2019 23:00:07 Gelesen: 11442# 591 @  
Guten Abend an die Liebhaber der Sitzenden Lady,

ich möchte euch gerne eine neue Errungenschaft vorstellen, die es in sich hat.

Wer traut sich dran den Brief richtig zu beschreiben?

Liebe Grüße,

Kevin




 
SH-Sammler Am: 28.06.2019 07:34:00 Gelesen: 11429# 592 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#591]

Hallo Kevin,

interessanter Brief, sieht ja aus, als ob hier noch ein Teil der Brieftaxe fehlen würde. Beim zweiten Blick sieht es aber anders aus.

Was ich sehe, ist eine…

Drucksache von Couvet vom 13. Juli 1879 in das UPU – Ausland nach Wien, mit 5 Rappen gemäss Tarif ab 1.07.1875 für Drucksachen bis 50 Gramm frankiert.
In Wien war der Empfänger “nicht zu ermitteln”, “der Adressat ist im Tiefengraben nicht bekannt”, auch nicht, nachdem die österreichische Post noch die Hausnummer 15 notiert hatte.

Die Drucksache wurde anschliessend für die Rücksendung vorbereitet. Weil der Postbeamte in Wien kein französisch konnte, hat er auf dem Brief mit Rotstift “no french” notiert. Am Schalter mit dem Poste Restante Stempel war jedoch ein Beamter angestellt, der mehr Sprachkenntnisse hatte. Dieser hat in französisch “parti” notiert (was so viel heisst wie abgereist), WIEN abgestrichen, den Drucksachenbrief am 16. Juli 1879 gestempelt und zurück nach Couvet umadressiert.

2 Tage später ist die Drucksache wieder in Couvet angekommen, was in meinen Augen ein beachtliche Leistung war.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter

Hier noch ein Nachtrag zu Deinem Beitrag [#590]. Meine Tarifangaben finde ich im Sonderdruck ZACK, Kommission für Jugendphilatelie des Verbandes Schweizer Philatelistenvereine.
 
Heinz 7 Am: 28.06.2019 12:21:42 Gelesen: 11416# 593 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#591]

Interessante Sache!

@ SH-Sammler [#592]

Super erklärt! Bravo, Hanspeter!

Heinz
 
bayern klassisch Am: 28.06.2019 12:30:51 Gelesen: 11411# 594 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#591]

Hallo Kevin,

ein Stück ganz nach meinem Geschmack - traumhaft!

Aber "no french" steht da nicht, sondern "nochmals", d. h. man sollte nach Anbringen der Hausnummer 15 erneut versuchen, die Drucksache zuzustellen.

Hanspeter hat aber das Stück sehr gut interpretiert und du hast es gut gekauft - so soll es sein.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 28.06.2019 21:30:38 Gelesen: 11389# 595 @  
@ SH-Sammler [#592]
@ Heinz 7 [#593]
@ bayern klassisch [#594]

Hallo zusammen,

freut mich, dass euch das gute Stück genauso gut gefällt wie mir!

Hanspeter hat die Drucksache perfekt beschrieben!

Drucksache von Couvet vom 13. Juli 1879 in das UPU – Ausland nach Wien

An der Stelle habe ich das Datum etwas anders interpretiert, nämlich als 03. Juli 1879, und die vermeintliche "1" als optische Täuschung interpretiert. Aber wenn ich das Datum etwas näher betrachte könnte auch der 13.07. richtig sein, obwohl die Drucksache bereits am 30.06. geschrieben wurde (was jedoch bei Dauerserien nicht unbedingt auf ein früheres Datum hindeuten muss, da diese ja zumeist in großen Mengen aufgegeben worden sind).

Die Tatsache, dass retournierte Drucksachen noch bis heute verblieben sind, kann als Glücksfall bezeichnet werden, da es für den Absender keinen Grund mehr gab, diese weiterhin aufzubewahren.

Vielleicht eine interessantes Nebeninformation: Für die Nachsendung ins Ausland gab es im Fall Frankreichs eine eigene Regel. Im Tarif "Frankreich und weiter gelegene Länder" vom 12.08.1872 wurde festgelegt, dass wenn der Empfänger der Drucksache verreist gewesen ist, Sendungen aus der Schweiz nach Frankreich nur dann weiterspediert wurden, wenn jemand die zusätzliche Frankatur nachbezahlte. Meistens wurden aber Drucksachen ins Ausland, wenn der Adressat unbekannt oder verreist war (oder die Sendung nicht haben wollte), von dort unfrankiert an den Absender in die Schweiz zurückgesandt, wie es auch bei meiner DS der Fall war.

Ein Sammlerfreund hatte vor zig Jahren mal einen Archivposten solcher retournierten Drucksachen aufgekauft, die für ihn interessantesten Stücke entnommen und den Rest weiterverkauft. Aus diesem Archivfund stammt auch die meinige. Er hat die dazugehörigen Pendants nach Algerien, Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien, aber das nur am Rande.

Liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.07.2019 12:42:20 Gelesen: 10942# 596 @  
Hallo zusammen,

einfache Inlandsbriefe der 5 Rappen kann man wirklich schon für sehr kleines Geld kaufen.

Aufgegeben wurde der Beleg am 28.07.1876 in Ennenda um 6 Uhr morgens und dürfte folglich noch am gleichen Tag zugestellt worden sein, da es sich um einen Ortsbrief handelt. Der Brief fällt in die Tarifperiode vom 01.09.1871 bis zum 31.08.1876, 5 Rappen für einen einfachen Brief der 1. Gewichtsstufe im Ortsverkehr. Dies war auch mein Beweggrund den Brief zu bebieten, da ich aus der Periode noch keinen einfachen Ortsbrief hatte. Gefühlt sind Belege aus der Periode auch etwas seltener als aus den anderen (was auch an der kürzesten Dauer gelegen haben dürfte).

Ennenda hatte zum damaligen Zeitpunkt (1870) laut Wikipedia 2783 Einwohner und galt einst als die reichste Gemeinde der Schweiz, was schon eine Leistung war, denn die Schweiz war schon immer verhältnismäßig allgemein gut betucht. Der Postler von Ennenda war ein "Schönstempler", ich kenne zahlreiche Belege und auch lose Marken, die immer einen wunderschönen Abschlag genossen, meist sogar perfekt zentrisch.

Liebe Grüße,

Kevin


 
bayern klassisch Am: 07.07.2019 13:24:11 Gelesen: 10935# 597 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#596]

Hallo Kevin,

ein Luxuxstück! So macht Altschweiz Spaß.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 07.07.2019 14:01:45 Gelesen: 10926# 598 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#596]

Das ist ein sehr schöner Brief, Kevin!

Einzelfrankaturen mit der 5 Rappen braun sind natürlich keine Seltenheit, aber als hübscher Ortsbrief dennoch sehr begehrenswert. Auch im Nahverkehr war die Marke so eine gültige Frankatur, wie der nachstehende Brief zeigt.



Aufgegeben wurde dieser Brief 1867 in Aeugst (Knonauer-Amt). Da dieser Ort kein Postbüro hatte, nur eine Postablage, erhielt der Brief zwei Stabstempel "AEUGST". Vorschriftsgemäss wurde der Brief dann ein zweites Mal gestempelt im Durchgangsort Affoltern. Der kleine blaue Stempel "AFFOLTERN A/A" (= am Albis) ist sehr schön und bei den Schweiz-Sammlern beliebt.

Der Brief ist adressiert an Herrn (Herrn) Gemeindeammann Huber in Rifferswil. Dieser Ort ist nicht weit von Aeugst entfernt, darum genügte eine Frankatur von 5 Rappen, was der Absender auch vermerkte (handschriftlich: "franco").

Solche kleinformatigen Briefchen sind bei Sammlern auch sehr beliebt.

Kevin, die Information, die Du uns gibst, über Ennenda, ist sehr interessant. Widersprechen muss ich Dir aber in einer anderen Aussage: der allgemeine Wohlstand der Schweiz zu dieser Zeit war nicht etwas hoch, sondern im Gegenteil: In weiten Teilen der Schweiz herrschte bittere Armut, die viele Einwohner sogar zur Auswanderung zwang, oder - noch schlimmer - zur Reisläuferei: Junge Männer liessen sich im Mittelalter von fremden Armeen zum Militärdienst verdingen, bis diese verboten wurde!

Die Schweiz war damals ein karges Land mit wenig Rohstoffen, mit oft schlechten Erträgen in der Landwirtschaft auf oft kargen Böden (Gebirge; kalte Winter; "Mini-Eiszeit 1850").

Erst später erschuf sich die Bevölkerung mit viel Fleiss einen Wohlstand. Seidenband-Weberei, Uhrmacherkunst, Maschinenbau, Pharmazie u.s.w. verhalfen der Schweiz ab Ende XIX. Jahrhundert zu mehr Wohlstand. Auch der Eisenbahn-Bau und der aufkeimende Tourismus brachte neue Einkommensmöglichkeiten für die notleidende Bevölkerung.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.07.2019 14:24:20 Gelesen: 10922# 599 @  
@ Heinz 7 [#598]

Hallo Heinz,

dein Brief ist ebenfalls eine Wucht! Ich liebe diese kleinformatigen Briefe, nicht umsonst sind diese Formate, wie Du bereits sagtest, unter Sammlern sehr beliebt. In Kombination mit dem Stabstempel ein Augenschmaus!

Du hast natürlich Recht mit der Armut in der Schweiz zur damaligen Zeit, mein Fehler.

Liebe Grüße,

Kevin
 

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