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Thema: (?) (16/22) Deutsches Reich: Zeitungssache
stampmix Am: 09.06.2015 19:10:57 Gelesen: 8376# 1 @  
Hallo zusammen,

als ich dieses Los entdeckte, fragte ich mich, warum eine Ganzsachenkarte (P30-I), die den Wertstempel für das Inlandporto trägt, bei Inlandverwendung mit weiteren 5 Pf. auffrankiert wurde. Ein Blick in die Portotabellen zeigte, dass dafür eigentlich nur eine Zeitungssache infrage kam. Und so wusste ich das "Z-S." links unten zu interpretieren, da die Rückseite nicht abgebildet war.

Die Recherche, was eine Zeitungssache ist, war nicht wirklich ergiebig. Weder im "Grossen Lexikon der Philatelie" von Bungerz, noch von Häger, fanden sich zur Zeitungssache Informationen. Online fand ich dann die Veröffentlichung der Postordnung vom 8.März 1879:

§. 42. Nachlieferung von Zeitungen.

Bei verspätet erfolgender Bestellung auf Zeitungen ist, wenn von dem Bezieher die Nachlieferung der für die Bezugszeit bereits erschienenen Nummern einer Zeitung gewünscht wird, für das an die Zeitungs-Verlags-Postanstalt wegen der Nachlieferung abzulassende besondere Bestellschreiben das Franko von 10 Pf. zu entrichten. Ebenso ist, wenn Bezieher von Zeitungen die nochmalige Lieferung einzelner ihnen fehlender Nummern der Zeitung verlangen, für das dieserhalb an die Verlags-Postanstalt zu richtende postamtliche Schreiben das Franko von 10 Pf. zu erlegen.


Ausweislich des Michel Postgebühren-Handbuches war die Zeitungssache von April 1877 bis November 1923 möglich und es konnten mit einer Karte auch mehrere Zeitungen angefordert werden, wobei dann ein entsprechend Vielfaches zu frankieren war.



Ganzsachenkarte P30-I mit 5 Pf. Zusatzfrankatur, am 3.4.1894 als Zeitungssache von Lunzenau an das Kaiserliche Postzeitungsamt Berlin W.41 gesandt.

mit bestem Gruß
stampmix
 
stampmix Am: 13.07.2015 20:41:23 Gelesen: 8217# 2 @  
Hallo zusammen,

obwohl Zeitungssachen nach Erledigung der Angelegenheit entsorgt werden sollten, haben doch einige den Weg zum Sammler gefunden. Im letzten Beitrag zeigte ich den Berliner Bearbeitungsstempel K1, hier jetzt den Kreis-Obersegmentstempel, der auf einer Zeitungssache aus Pakosch an das Kaiserliche Postzeitungsamt Berlin an Silvester nachmittags abgeschlagen wurde. Das waren noch Dienstzeiten.

Postzeitungsamt / * a / Nachm. / 31/12.03



Ganzsachenkarte P64-X mit 5 Pf. Zusatzfrankatur, am 30.12.1903 als Zeitungssache von Pakosch an das Kaiserliche Postzeitungsamt Berlin W9 gesandt.

mit bestem Gruß
stampmix
 
stampmix Am: 21.11.2015 08:05:45 Gelesen: 7772# 3 @  
Hallo zusammen,

diese Zeitungssache zeigt einen weiteren Bearbeitungsstempel des Kaiserlichen Post-Zeitungsamt Berlin, leider in doppelter Ausführung - der einfache Abschlag wäre mir lieber gewesen. Am 15.7.1891 bittet das Postamt Gützkow um Nachlieferung der Deutschen-Militär-Musiker-Zeitung.



mit bestem Gruß
stampmix
 
HWS-NRW Am: 24.04.2016 14:31:43 Gelesen: 7230# 4 @  
@ stampmix [#1]

Hallo und einen guten Tag.

Zeitungssachen waren im Deutschen Reich theoretisch bis zum Mai 1945 möglich, mein bekanntestes letztes Datum war vom Oktober 1943.



(MiNr 826) UETERSEN (Holstein) 04.10.1943

mit Sammlergruß
Werner
 
Michael Mallien Am: 26.10.2016 20:08:41 Gelesen: 6594# 5 @  
Zeitungssache ohne Frankatur, mit Stempel WINDSHEIM vom 28.9.44



Warum der Beleg ohne Frankatur ist weiß ich nicht. Der Stempel ist leider sehr schwach abgeschlagen.

Umso spannender ist die andere Seite:



Zentralverlag der NSDAP:



Ich habe mal nach Belegen Zeitungssache gegoogelt. Es gibt sie auch aus der Nachkriegszeit. Bei Delcampe und bei eBay sind einige im Angebot.
 
HWS-NRW Am: 26.10.2016 20:42:33 Gelesen: 6581# 6 @  
@ Michael Mallien [#5]

Hallo,

nach meiner intensiven Forschung sind das Belege, die nur intern bei der Post als "Postsachen" verwendet und in Umschlägen intern versandt wurden.



Zeitungssache-Ortskarte Berlin-Schöneberg 04.07.1944. Damit hat sich auch mein früher gepostetes Spätdatum [#4] "erledigt".



Das wurde auch zu Bundespost-Zeiten ab und zu gehandhabt.

mit Sammlergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 26.10.2016 20:51:36 Gelesen: 6575# 7 @  
Hallo,

präsentiere Euch mal eine "frühe" Zeitungssache, hier noch ohne ein Postwertzeichen als Gebührenausweisung:



4.1.1863, Zeitungssache von Appersdorf nach Passau

mit Sammlergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 10.08.2021 14:18:11 Gelesen: 1160# 8 @  
Hallo in die Runde,

ich sitze derzeit an der Überarbeitung meines Formulare-Buches und möchte weitere, inzwischen "aufgetauchte" Belege einfügen.

Bei diesem Beleg bin ich mir nicht sicher, ob es sich um eines "Zeitungssache" oder "Zeitungsbestellung" handelt, aus der Abkürzung lese ich "Z.S.", aber ich beherrsche die alte Schrift nicht optimal.

Laut dem gefundenen Auktions-Text soll es aber eine Zeitungsbestellung (bisher einzig bekanntes Exemplar in der 50-Pfg-Gebührenstufe (PP 1) handeln.



MiNr 18 KEETMANSHOOP 19.05.1913 (ZtgÜberweisung, 50 Pfg-Wertstufe bisher einzig bekanntes Stück)

Kann mir einer von Euch Fachmännern/Fachfrauen weiterhelfen, eventuell auch den Besitzer/in nennen, damit ich nachfragen kann,
ob ich den Beleg im Buch zeigen darf.

mit Sammlergruß
Werner
 
philast Am: 10.08.2021 16:41:32 Gelesen: 1077# 9 @  
@ HWS-NRW [#8]

Hallo,

das gehört zwar nicht ganz zum Thema Inflation, aber wenn es eine Zeitungssache ist, dann müssten 5 Exemplare einer Zeitung/Zeitschrift nachbestellt worden sein.

Wenn es eine Zeitungsbestellung ist, dann sind 50 Pf OK.

Siehe auch im Forum: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=8457&F=698#newmsg

Wichtig ist was auf der Rückseite steht.

Grüße
philast

[Beiträge [#8] und [#9] redaktionell verschoben aus dem Thema "Deutsches Reich Inflationsbelege"]
 
HWS-NRW Am: 10.08.2021 19:01:47 Gelesen: 990# 10 @  
@ philast [#9]

Hallo und Danke für Deine Info.

Mir ging es erst einmal um die Abkürzung in der 1. Zeile,

die Tarife kenne ich, habe aber keine Abbildung der Rückseite (oder muss noch einmal danach suchen).

Mit Sammlergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 25.08.2021 22:26:22 Gelesen: 913# 11 @  
Hallo in die Runde,

ich habe einen weiteren Beleg gefunden, bei dem die Gebühr Fragen aufwirft:



Vom Datum her "17.12.1923" gehört der Beleg in die Portoperiode 27, aber:

Die Gebühr von 3 Pfg. (MiNr 338) wurde im Dezember ausgegeben, aber die Zustell-Gebühr betrug seinerzeit bereits 100 Milliarden Mark bzw. in der PP 27b dann 10 Pfg., aber hier kamen ja nur 3 Pfennig zur Ausweisung.

Kann mir einer aus der Runde weiterhelfen ?

Mit Dank und Sammlergruß
Werner
 
muemmel Am: 25.08.2021 23:34:38 Gelesen: 905# 12 @  
@ HWS-NRW [#11]

Guten Abend Werner,

eine Abbildung der Rückseite könnte zur Auflösung des Rätsels evtl. sehr hilfreich sein.

Grüßle
Mümmel
 
HWS-NRW Am: 26.08.2021 00:31:40 Gelesen: 901# 13 @  
@ muemmel [#12]

Hallo Harald,

habe noch einmal im Netz gesucht und noch eine Abbildung der Rückseite gefunden, eventuell hilft sie tatsächlich bei der Einstufung dieses Beleges.



Noch einmal herzlichen Dank für Eure Hilfe.

mit Sammlergruß
Werner
 
muemmel Am: 26.08.2021 10:29:52 Gelesen: 884# 14 @  
@ HWS-NRW [#13]

Moin Werner,

danke für das Bild der Rückseite. Damit ist klar, dass es sich um eine ganz normale Drucksache handelt, portorichtig mit 3 Rentenpf. frankiert.

Das Wort "Zeitungssache" auf der Vorderseite hatte dort eigentlich nichts zu suchen, da solche ausschließlich zur Nachbestellung von Zeitschriften dienten.

Schönen Gruß
Mümmel
 
HWS-NRW Am: 26.08.2021 12:39:00 Gelesen: 868# 15 @  
@ muemmel [#14]

Danke Harald, hatte ich auch daran gedacht wegen des Portos.

mit Sammlergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 26.09.2021 14:11:33 Gelesen: 688# 16 @  
Hallo in die Runde,

ich sitze tatsächlich immer noch an der Überarbeitung meines Buches und fand jetzt einen Beleg aus Danzig, der mir "Kopfschmerzen" bereitet:



Aus der PP 16 ein Beleg, die Gebühr von 2.500 Mark ausgewiesen mit den MiNr 144+145, gestempelt am 31.8.1923.

Da die Gebühr zu dieser Zeit aber bereits 10.000 Mark betrug, warum wurde hier nur 1/4 der Summe bezahlt?

Gab es damals schon eine "Vierfach-Aufwertung" der Marken oder was sind die Gründe für diese Gebühr?

Ich danke für weitere Informationen und wünsche einen schönen Wahlsonntag.
mit Sammlergruß
Werner
 
inflamicha Am: 26.09.2021 15:32:10 Gelesen: 679# 17 @  
@ HWS-NRW [#16]

Hallo Werner,

zunächst mal handelt es sich um die Mi-Nrn. 144 und 151, letztere ist im Gegensatz zu Mi 145 nur einfarbig. Zu den Gebührensätzen für Zeitungssachen kann ich leider nichts sagen, da meine Quellen zu Zeitungssachen schweigen. Die 10.000 Mark die Du anführst sind jedenfalls die Inlandsgebühren des Deutschen Reiches, die kann man nicht einfach auf Danzig übertragen. Dort galten andere Gebühren und andere Portoperioden, nach Deutschland war es ab 1.7.22 sowieso ganz anders, da galten eigene Sätze (meist mit Ermäßigung zum allgemeinen Auslandstarif). Als Inland galt das Reich für Danzig ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. Vielleicht weiß ja ein Danzigsammler mehr.

Gruß Michael
 
LK Am: 26.09.2021 16:07:13 Gelesen: 671# 18 @  
@ HWS-NRW [#16]

Hallo Werner,

es ist davon auszugehen das die Lösung in dem Vermerk " Postsache " liegt.

Eine Nachfrage bei einem Prüfer für Danzig wäre ratsam.

Beste Grüße
 
inflamicha Am: 26.09.2021 16:14:11 Gelesen: 667# 19 @  
@ LK [#18]

Zeitungssachen sind immer als Postsache unterwegs und somit portofrei. Die verklebte Gebühr ist eine Schreibgebühr. Damit hat es also nichts zu tun. Ein Danzigprüfer ist sicher die beste Lösung, da hast Du nun wieder recht. ;-)

Gruß Michael
 
philast Am: 26.09.2021 16:32:11 Gelesen: 663# 20 @  
@ HWS-NRW [#16]

Hallo,

ja, den Beleg habe ich schon mal in Beitrag [1] veröffentlicht. Ist auch schon eine Weile her. Inzwischen hat sich bzgl. der Gebühren für Danziger Zeitungssachen eine Lösung ergeben. Diese findet man hier [2].

Ausgehend von diesen Unterlagen ist die Zeitungssache portogerecht frankiert. Die Karte habe ich in 2013 auf Verdacht erworben und es hat mehrere Jahre gedauert, bis ich diese Literaturstelle dann gefunden habe.

Von den Verbandsprüfern wurde mir mitgeteilt, dass die Zeitungssachengebühr gleich der im DR ist, was partiell richtig ist. Ich habe mir damals so beholfen, dass bei praktisch jeder Gebührenveränderung sich die wertmäßigen Verhältnisse der Gebühren kaum verändert haben. In diesem Fall war es meist so dass eine Zeitungssache der Gebühr einer Fernpostkarte im Freistaatgebiet * 1,25 entsprochen hat. In diesem Fall 2000 * 1,25 = 2500 Mk und deshalb habe ich damals angenommen die Karte könnte doch portogerecht sein.

Grüße
philast

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=4081#M10#
[2] http://www.danzig.org/en/wp-gallery/177/?cat_id=113&gallery-img-id=17417
 
HWS-NRW Am: 26.09.2021 17:39:18 Gelesen: 656# 21 @  
@ philast [#20]

Hallo "philast",

es wäre super, wenn Du mal mit mir Kontakt aufnehmen könntest, dann könnten wir direkter über den herrlichen Beleg reden.

Würde mich riesig freuen.

mit Sammlergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 29.09.2021 22:00:53 Gelesen: 613# 22 @  
Hallo noch einmal in die Runde.

Ich habe noch eine weitere Abbildung einer höchst interessanten Zeitungssache und hoffe, dass eventuell einer der User diesen Beleg kennt oder sogar besitzt.



Das Datum kann ich leider nicht erkennen, auch eine Abbildung der Rückseite liegt nicht vor, ich würde diesen Beleg aber sehr gerne in mein Formulare-Buch (Neuauflage) aufnehmen.

Ich danke für Eure Hilfe.

mit Sammergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 17.10.2021 15:26:11 Gelesen: 365# 23 @  
Hallo und einen schönen Sonntag,

könnte mir einer aus der großen Runde sagen, um welche Ganzsache (MICHEL-Nummer) es sich handelt ?



Mit bestem Dank
Werner
 
inflamicha Am: 17.10.2021 16:21:58 Gelesen: 353# 24 @  
@ HWS-NRW [#23]

Hallo Werner,

ist die Ganzsache P 14/02.

Gruß Michael
 
HWS-NRW Am: 17.10.2021 19:17:16 Gelesen: 333# 25 @  
@ inflamicha [#24]

Hallo Michael.

Danke !

mit Sammlergruß Werner
 
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