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Thema: Österreich Dauerserie Trachten
Baber Am: 07.08.2019 20:57:37 Gelesen: 2647# 1 @  
Auch in meinem Heimatland Vorarlberg ist die Textil- und Bekleidungsindustrie, die bis in die 1980-Jahre der überwiegende Arbeitgeber war, fast total verschwunden. Die Fabriken sind in Industrie-Parks umgewandelt und die ehemaligen Eigentümer leben nun von der Vermietung.

Von dieser Firma in Götzis habe ich während der Schul- und Studienzeit meine Bekleidung gekauft.



Gruß
Bernd

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Kleidung und Wäsche - Rohmaterial, Herstellung, Vertrieb" / Da sollte es sicher noch mehr schöne Trachten Belege geben ?]
 
jmh67 Am: 03.12.2022 23:07:54 Gelesen: 1846# 2 @  
Irgendwo muss ich noch ein paar Briefumschläge mit Trachtenmarken haben - mal suchen, wir haben ja jetzt die langen Winterabende.

Aber ich habe auch eine Frage zu dieser Ausgabe: Kann man irgendwie mit einer normalen Lupe unterscheiden, welche Marken grobes und feines Raster haben? Mein Schülermikroskop lässt mich da ein wenig im Stich, da ich idealerweise entsprechende Bildausschnitte zweier Marken nebeneinander sehen müsste. Vermute ich richtig, dass die feingerasterten Marken insgesamt heller und auch feiner in der Zeichnung erscheinen? Die grobgerasterten wären dann eher dunkel im Bild mit flauem Kontrast. Hab' ich das so richtig herum erfasst, oder bin ich auf dem falschen Donau-Dampfschiff?

Scans von Beispielen kann ich gern nachreichen, aber nicht mehr heute.

-jmh
 
jmh67 Am: 04.12.2022 09:40:25 Gelesen: 1824# 3 @  
Erst mal einen Scan, um meine obige Frage zu illustrieren. Gehe ich richtig in der Annahme, dass die linke Marke grobes und die rechte feines Raster hat?



Noch eine andere Frage: Die folgende Marke sieht im Druckbild etwas "verwischt" aus, als hätte beim Druck etwas geprellt oder gewackelt. Geht das in Richtung Schmitzdruck?



-jmh
 
jmh67 Am: 04.12.2022 10:44:09 Gelesen: 1811# 4 @  
Damit auch noch ein Beleg gezeigt wird: Eine Ansichtskarte mit einem Urlaubsgruß von 1959 in deutscher Schreibschrift, die damals noch viele in der Schule gelernt hatten. Sage keiner, krumme Preise (ausgerechnet 1,45 Schilling) seien eine heutige Erfindung.

Ist die Marke eine mit grobem Raster?


 
HWS-NRW Am: 04.12.2022 11:50:44 Gelesen: 1799# 5 @  
Hallo in die Runde,

hier könnte ich eine größere Anzahl von UPU-Ausweisen präsentieren:



(MiNr 916) Schwarzau am Steinfelde - 17.7. 1958 ----- (MiNr 922) 7 WIEN 60 - 23.6.1958

Die Gebühr von 3 Schillingen war meines Wissens nach vom 01.09.1951 bis zum 31.01.1960 gültig. Interessant ist auch, dass der überwiegende Teil der Ausweise für Damen ausgestellt wurde.

mit Sammlergruß
 
HWS-NRW Am: 04.12.2022 12:05:18 Gelesen: 1792# 6 @  
Hallo,

beim Suchen von geeigneten Belegen habe ich noch das gefunden:



Der Brief wurde nach Schalterschluß (um 21.00 Uhr) eingeliefert, so dass auch eine "Spätlingsgebühr (im dt. Spätgebühr) gefordert wurde, der Postbeamte vermerkte es auch noch auf dem Brief, verwendet wurden die Ganzsachen-Postkarte P 335 sowie die MiNr 923).

mit Sammlergruß
Werner
 
Cantus Am: 04.12.2022 12:06:22 Gelesen: 1792# 7 @  
@ jmh67 [#3]

Hallo,

es gibt diese Marken in dunkelviolett (ANK Spezial 894) mit waagerechter oder senkrechter Gummiriffelung, beide Varianten werten je 0,20 Euro (die linke Marke), sowie in violett (ANK Spezial 895) mit dem Wert von 0,30 Euro (die rechte Marke).

Der ANK schreibt dazu:
1948/1952, Fr.-A. "Österreichische Volkstrachten"." RaTdr. Kz 13 3/4. Ausgegeben im 70er- und 100er-Raster. (Dadurch Farbtönungen bei allen Werten.) Graustichiges bis gelblicjgraues Papier, gelblicher bis grauweißer Gummi, Papierstärke = 0,09 mm.

Bei der 30 Groschen-Marke sind in meinem Katalog 11 Plattenfehler genannt und in Farbe abgebildet, vielleicht aber hat man inzwischen noch mehr gefunden.

Wenn du dich intensiv mit dieser Serie beschäftigen möchtest, dann empfehle ich dir, dass du dir den aktuellen ANK Österreich-Spezialkatalog zulegst.

Viele Grüße
Ingo
 
HWS-NRW Am: 04.12.2022 12:27:26 Gelesen: 1787# 8 @  
Hallo, ich noch einmal.

Habe mal meine Einträge durchgesehen, um nicht alles doppelt und dreifach vorzustellen, dabei habe ich gemerkt, dass ich vor 7 Jahren, auch in der Adventszeit, zu den Philaseiten gefunden habe.



(MiNr 912) Berechtigungsschein FAHRT MIT EINEM POSTKRAFTWAGEN 1951

Man kann den Beleg auch unter dem Thema "fiskaler Verwendung" einsortieren, da hier eine Gebühr ausgewiesen wurde.

Damals hatte ich gerade mein Formulare-Buch in Arbeit, seinerzeit wurden es über 730 Seiten, jetzt kommt es im nächsten Jahr noch einmal heraus, dann über 1.000 Seiten und auf einem USB-Stick, lasst Euch überraschen.

mit adventlichem Gruß
Werner
 
BANANA60 Am: 04.12.2022 13:12:09 Gelesen: 1769# 9 @  
@ jmh67 [#3]

Hallo!

Für den Interessierten habe ich hier einmal eine Übersicht mit den wichtigsten Eckdaten zur Trachtenserie.



Zum Druck: speziell die 30 Groschen Marke gibt es von feinst gestochen scharf bis farbübersättigt (patzig) in sehr vielen Farbvarianten.

Der damaligen Zeit geschuldet brauchte man sehr viel Material und da war die Qualität wohl zweitrangig.

Der GINDL-Spezialkatalog nennt alleine für die 0,30 in violett 143 Plattenfehler und natürlich gibt es auch noch unzählige Druckzufälligkeiten.

Die Rasterung als Solche, ist mit einer einfachen Lupe leicht zu unterscheiden.

Liebe Grüße
Harald
 
jmh67 Am: 04.12.2022 13:13:59 Gelesen: 1768# 10 @  
@ Cantus [#7]

Hallo Ingo,

ich habe hier einen Michel-Spezialkatalog für Österreich, der reicht mir, und Katalogwerte halte ich sowieso für eitel Schall und Rauch. In Michel sind jedenfalls die beiden Raster als Haupttypen der Marken genannt, deswegen suchte ich nach einer einfachen Möglichkeit, diese auseinanderzuhalten, ohne mir die ohnehin schon schlechten Augen weiter zu verderben ;-). Dafür nennt er keine Farbunterschiede bei der 30er (und sonst auch nur bei der Marke zu 1,50 S). Dass aber nach dem ANK die Rasterarten Farbtönungen verursachen, bestätigt meine Vermutung - nur in welche Richtung gehen diese Abweichungen, gibt es eine Korrelation?

-jmh
 
Baber Am: 04.12.2022 13:37:57 Gelesen: 1761# 11 @  
@ HWS-NRW [#6]

Hallo Werner,

Bei der von Dir gezeigten Karte stimmt die Gebühr irgendwie nicht, außer es klebt auf der anderen Seite auch noch eine Marke.

1959 kostete die Ortspostkarte 0,70 S, die Expressgebühr 1,50 und Einschreiben 2,00 S. Die beiden Zuschläge sind mit der 3,50S Marke abgedeckt. Die Spätlingsgebühr wurde für Einschreibesendungen nach Schalterschluss (18 Uhr) erhoben und betrug 1959 zusätzlich 1,50 S. Entweder wurde 1,50 bar kassiert oder der Schalterbeamte hat sich verrechnet.

Gruß
Bernd
 
HWS-NRW Am: 04.12.2022 13:42:25 Gelesen: 1759# 12 @  
Hallo Bernd,

das mit dem "Bar einnehmen" könnte stimmen, deshalb auch der Vermerk auf dem Brief.

Werde gleich mal in meinem neuen Manuskript reischauen und es eventuell so wie von Dir vorgegeben einbauen.

Im Buchmanuskript habe ich es tatsächlich schon korrekt beschrieben.

Besten Dank und einen schönen 2. Advent.
Werner
 
Martin de Matin Am: 04.12.2022 13:56:19 Gelesen: 1755# 13 @  
@ jmh67 [#3]
@ jmh67 [#10]

Manche scheinen die Frage die gestellt wurde, nicht richtig gelesen zu haben. Ich kann auch keine direkte Antwort zu den beiden 30 Gr. geben.

Man könnte vielleicht die 1 Schilling-Marke als Vergleich nehmen, da die rote und blaue nur im weiten Raster existieren und im Gegensatz dazu die grüne nur im enge Raster. Ich habe nur bei meiner Hauptsammlung (ohne Dubletten) mit einer Lupe (7-fach Vergrösserung) verglichen. Beim betrachten des linken unteren Bildbereichs (Berg, Himmel) ist bei der weiten Rasterung eine deutliche Netzstrucktur zu sehen. Dagegen ist bei der grünen 1S eher ein vollflächiger Farbeindruck ohne deutlich weisse Stellen zwischen den Rasterpunkten. Ich habe den mittleren Farbbereich, also nicht den sehr hellen oder farbintensiven, ausgewählt da hier das Raster bester zu sehen. Meine Beobachtung müsste man weiter überprüfen; vielleicht hilft es weiter.

Es könnte gut sein, das deine linke Marke enges Raster hat, da die engen Rasterung weniger weisse Stellen hat und somit die Marke dunkler erscheint.

Gruss
Martin
 
jmh67 Am: 04.12.2022 14:34:01 Gelesen: 1744# 14 @  
@ BANANA60 [#9]

Danke für die Übersicht! Anhand der Daten wird sich einiges sortieren lassen können.

Plattenfehler interessieren mich eigentlich weniger, höchstens wenn sie schon dem bebrillten Auge auffallen. Wenn es so viele gibt, sind es ja schon kaum noch Fehler, sondern Gesetzmäßigkeiten. ;-)

@ Martin de Matin [#13]

Den Tipp mit der 1-Schilling-Marke will ich mal ausprobieren, gleichfalls danke!

-jmh
 
BANANA60 Am: 04.12.2022 16:12:38 Gelesen: 1724# 15 @  
@ jmh67 [#14]

Hier der Unterschied beim Raster anhand der 60 Groschen Marke.

Speziell auf der linken Seite unter dem Ellenbogen gut zu erkennen.



Liebe Grüße
Harald
 
jmh67 Am: 04.12.2022 18:44:09 Gelesen: 1695# 16 @  
@ BANANA60 [#15]

Danke, das ist ja wirklich deutlich. Nun kann ich sortieren.

Nun noch einen Beleg mit dem karminroten 1,45-S-Wert, wieder eine Postkarte aus dem Urlaub mit einem Bild aus der Gegend von Mayrhofen, gestempelt 1957 in Finkenberg.


 
jmh67 Am: 26.12.2022 17:54:43 Gelesen: 1573# 17 @  
Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage!

Nachdem das Problem der Rastererkennung geklärt ist und ich eine neue Brille habe, ;-) stellt sich noch eins: Wie kann ich die Papiersorten auseinanderhalten? Oder wie macht ihr das? Ich kann da bei Tageslicht, bei Lampenlicht oder unter der UV-Lampe schauen, das Papier sieht bei allen Marken, die ich haben leicht gelblich-gräulich aus, seblst bei denen, die es eigentlich nur auf weißem Papier gibt, kann ich kaum einen Unterschied zu den älteren Ausgaben feststellen. Welche mit optischem Aufheller habe ich jedenfalls nicht.

Für zweckdienliche Hinweise dankt
-jmh
 
BANANA60 Am: 26.12.2022 18:17:23 Gelesen: 1570# 18 @  
@ jmh67 [#17]

Es bedarf einiger Übung um die Papiersorten wirklich unterscheiden zu können.

Sollte der Poststempel nicht weiterhelfen, lege ich sie mit der Rückseite nach oben. Man kann hier die umgangssprachlich "gelben" (hier ist das Papier grau-gelb) von der späteren Ausgabe, den "weißen" Trachten meist recht gut auseinanderhalten.

Auch die Gummiriffelung kann weiterhelfen; waagrechte Riffelungen gibt es nur bei den älteren (gelben) Trachten.

Liebe Grüße
Harald
 
Cantus Am: 26.02.2023 14:36:03 Gelesen: 1307# 19 @  
Mi. 902 (Trachtenmarke zu 40 Groschen) am 22.11.1958 als Frankatur zum Versand einer Filmzeitung.



Viele Grüße
Ingo

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Österreich: Marken und Belege in Schillingwährung 1946-2001"]
 
alex11 Am: 08.02.2024 07:46:11 Gelesen: 362# 20 @  
Hi,

ich habe einen Eckrand-Viererblock Michel 926, gelbliches Papier, mit senkrechter Riffelung, in meiner Sammlung entdeckt (926 | a xb, postfrisch **).

Im Michel Spezial Österreich 2021 steht so eine Marke mit 900 € bewertet.

Hat sich seitdem bei der Bewertung noch etwas geändert, in den beiden nachfolgenden Ausgaben ?

Danke und Grüße
Alexander
 
dithmarsia43 Am: 10.02.2024 15:59:19 Gelesen: 293# 21 @  
@ alex11 [#20]

Hallo,

aus den Jahren 1953/54 2 Ansichtskarten nach Deutschland; interessant die aus Mittelberg/Kleinwalsertal zum Sondertarif.

Das Kleinwalsertal ist eine österreichische Enklave auf dem Gebiet der Bundesrepiblik und straßenmäßig auch nur von hier zu erreichen.

Beste Grüße,

Uwe


 
alex11 Am: 11.02.2024 07:14:36 Gelesen: 272# 22 @  
@ dithmarsia43 [#21]

Der Mittelberg/Kleinwalsertal Sondertarif ist ein interessantes Thema, zu dem es viele sehenswerte Belege gibt, auch - wie in Deinem Fall - mit Trachten-Frankatur.

Mit meinem Post [#20] hat das allerdings nicht wirklich etwas zu tun.


Ich hatte mich da im Katalog 2021 verschaut - die 900 € beziehen sich nicht auf Michel 926 I a xb, sondern auf 926 I x xd, also die flache Netzriffelung und nicht auf die senkrechte Riffelung.

Diese Preisangabe ist auch im 2023er-Katalog unverändert geblieben.

Die senkrechte Riffelung für die gelbliche Gummierung ist sowohl im Michel als auch im ANK für die 10 S Trachten unbekannt bzw. nicht bewertet.
 
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