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Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 650 Beiträge:
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remstal Am: 25.06.2014 18:46:19 Gelesen: 272194# 201 @  
@ bayern klassisch [#200]

Hallo Ralph,

5 Rp. Marke aus einem anderen Brief abgerissen und wieder verwendet ?

Gruß Anton
 
bayern klassisch Am: 25.06.2014 19:07:08 Gelesen: 272190# 202 @  
@ remstal [#201]

So ist es!

Die 5 Rappen Marke war auf einem blauen Brief gewesen, entging aber ihrer Entwertung und wurde hier erneut eingesetzt. Elegant mit Leim aufgeklebt blieb nur ein kleiner Rest des blauen Briefpapiers in der linken oberen Ecke der Marke hängen, was der Post nicht auffiel. Aber dir ... :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 25.06.2014 19:28:17 Gelesen: 272183# 203 @  
@ Pepe [#188]

Guten Abend,

um die zweite Ausgabe der Sitzenden Helvetia zu beenden, zeige ich euch nun zwei meiner Werte der 50 Rappen:



Roswyl/Ruswyl, 17.05.1879, dunkellila (35a)



Lediglich das Jahr 1879 erkennbar, purpurlila (35b)

Die 50 Rappen ist sicherlich keine Seltenheit, aber in guter Erhaltung bestimmt nicht oft zu finden. Ich bin auf eure Rückmeldungen sowie eure Exemplare gespannt!

MfG

Kevin
 
Pepe Am: 25.06.2014 20:00:48 Gelesen: 272176# 204 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#203]

Um bei den Farben zu bleiben schnell diesen Vergleich. Gescannt wurde mit einen Flachbrettscanner (kein Kombigerät und erst in diesem Jahr neu angeschafft) mit 800 dpi.



1867 09 01, Mi 35a, dunkellila, gestempelt 21 08 76, Mi 35b, dunkelpurpurlila, Genf 2 03 71

Noch ein weiterer Vergleich zieht die Mi 43, rötlichlila, hinzu.



Irgendwann wird die Technik auch die Farbenproblematik lösen. Bis dahin bleibt aber immer ein subjektiver Einfluss an der Tagesordnung.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 25.06.2014 21:47:28 Gelesen: 272159# 205 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#203]

Hallo Kevin,

die 50 Rappen Marke ist ein schwieriger Wert, obwohl die Auflage beträchtlich war.

Mein Brief ist nicht makellos, aber natürlich bin ich sehr froh, ihn zu haben. Ein Wertbrief von Winterthur nach Aeugst. Absender des rückseitig 5 x gesiegelten Briefes sind die Volkart Brothers Winterthur bzw. Sigg-Sulzer, Winterthur. Die Marken haben eine "Perfin"-Lochung ("G V").



Toll finde ich, dass ein Brief, der vor 8 Tagen 136 Jahre alt wurde, noch heute so frisch aussieht! Die schöne Schrift und die sauberen, zentrischen Stempel machen das Ganze zu einem Schmuckstück.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
remstal Am: 27.06.2014 21:28:47 Gelesen: 272074# 206 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#203]
@ Heinz 7 [#205]

Hallo Kevin,

toll, dass Du von diesem Wert zwei Exemplare aufweisen kannst, ich finde diese Marke schon für etwas besonderes !

Glückwunsch Heinz zu dieser herrlichen Dreifarbenfrankatur ! M.W. im Inlandsverkehr der Schweiz eine Seltenheit. Von mir zu diesem Wert ein portogerechter Brief 1877 nach Chemnitz (4. Gewichtsstufe) Zweierlei Farbtöne auf einem Beleg.



herzliche Grüße Anton
 
briefmarkenwirbler24 Am: 29.06.2014 11:06:28 Gelesen: 272000# 207 @  
@ remstal [#206]

Hallo Anton,

ich finde diese Marke ebenfalls sehr besonders und bin froh zwei Exemplare zu haben.

Dein Beleg ist, genau wie der von Heinz, sicherlich auch ziemlich selten, also ich habe von diesem Wert noch keine zwei Farben auf einem Beleg angetroffen!

Herzlichen Glückwunsch und einen schönen Sonntag wünscht

Kevin
 
Gernesammler Am: 30.06.2014 19:35:49 Gelesen: 271959# 208 @  
@ Heinz 7 [#205]

Hallo Heinz,

der Perfin G.V gehört zu der Firma Gebrüder Volkart [1] und wurde von 1876 bis 1931 verwendet, die Lochung besteht aus 20 Löchern.

Gruß Rainer

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Gebr%C3%BCder_Volkart
 
Heinz 7 Am: 01.07.2014 22:49:35 Gelesen: 271904# 209 @  
@ Gernesammler [#208]

Lieber Rainer,

super! Danke für Deine Erklärung. Diese Lochung G.V. passt zum Absender-Namen!

Besten Dank - Heinz
 
Heinz 7 Am: 06.07.2014 01:45:55 Gelesen: 271805# 210 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#280]

Hallo Kevin,

wir haben mit der 2 Rappen-Marke angefangen, und obwohl ich schon einen Beitrag dazu gezeigt habe (Nr. 159), will ich heute einen interessanten Beleg vorstellen.

Am 26. Mai wurde in Affoltern am Albis ein Mädchen geboren, worüber sich seine Eltern, Pfarrer Denzler und Frau, freuten, und welches sie mit einer Geburtsanzeige verkündeten. Am 26. Mai, Nachmittag, 15 Uhr, wurde das Mädchen geboren, und sofort wurde die Drucksache erstellt, denn noch am selben Tag (!) wurde das Poststück versandt.



Das Briefchen wurde nach Berg gesandt (schwer zu lesen für Leser von heute, alte Schrift). Es gibt vier "Berg" in der Schweiz*, darum vermerkte der Sender "Ct. Zürich" (= Kanton Zürich). Berg am Irchel liegt in Zürich, also hat der Absender die Angaben korrekt gemacht.



Noch am selben Tag (!) wurde der Brief versandt. Der Brief ging nach Nordosten, ca. 89 Kilometer, via Weinfelden (Thurgau, Stempel rückseitig: 27. Mai) und weitere 5 Kilometer nach Osten nach Berg (Thurgau); ein Dorf mit 1221 Einwohnern



Dort bemerkte man, dass der Brief an die falsche Adresse gesandt wurde, darum ging am nächsten Tag der Brief zurück nach Weinfelden (28. Mai) und weiter nach Zürich (28. Mai) (weitere 66 Kilometer). Dort angekommen wurde er dem richtigen "Berg" zugeteilt, und nach Norden, via Andelfingen, nach Berg am Irchel gesandt (Distanz ca. 36 Kilometer). In Andelfingen wurde der Brief rückseitig gestempelt (Ankunfts- bzw. Durchgangsstempel: 29. Mai, 9 M = 9 Uhr morgens) und westwärts gesandt (Berg am Irchel liegt rund 7 Kilometer weiter westlich, 468 Einwohner).

Obwohl der Brief also fehlgeleitet wurde und insgesamt über 7 Stationen lief (2. und 4. identisch = Weinfelden) und dabei über 200 Kilometer Weg zurücklegte kam der Brief doch weniger als 3 Tage nach der Geburt des Mädchens beim Empfänger an. Eine stolze Leistung der Schweizer Post, die damals Postzustellung mehr als einmal am Tag ausübte!

Anbei noch eine aktuelle Karte, wo der Weg des Briefleins eingetragen ist.



Herzliche Grüsse

* P.S. Laut alten Ortsverzeichnis von 1862 werden sogar 13 verschiedene "Berg" aufgelistet! Eine genaue Bezeichnung war also unerlässlich!

Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 06.07.2014 19:29:59 Gelesen: 271717# 211 @  
@ Heinz 7 [#210]

Hallo Heinz,

ein fantastischer Beleg, da kann man ja fast neidisch werden, und sicherlich ein kleines Stück Schweizer Postgeschichte!

Wenn man mal sieht, wie schnell damals die Post befördert wurde, obwohl es kleine Unstimmigkeiten gab, kann sich unsere heutige Post ein Liedchen von singen. Vielen Dank auch für die tolle grafische Darstellung, die den Postweg des Briefchens sehr schön widerspiegelt! Gerne mehr von diesen Belegen!

MfG

Kevin
 
Pepe Am: 06.07.2014 21:04:45 Gelesen: 271696# 212 @  
Nun mal eine einfache Einzelmarke



1881 11 02, Mi 37a, dunkelbraun

Stempeldatum 21 II 82, erst der zweite Blick macht sie interessant.

Kontrollzeichen von vorne, rechte Rahmenlinie gespalten, obere linke "5" mit Unregelmäßigkeiten, alles nicht im Katalog.

nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 06.07.2014 21:27:36 Gelesen: 271693# 213 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#211]

Lieber Kevin,

Deine begeisterte Reaktion freut mich sehr! Ja wirklich, solche "Schätze" zu haben, ist wirklich beglückend, und ich hoffe Du kannst Dich mit mir freuen und bist nicht zu sehr neidisch. ;-) Ich könnte das noch erhöhen, indem ich Euch verrate, wie wenig mich dieser wundervolle Beleg gekostet hat.

Das dünkt mich sehr wichtig: Dass man - natürlich! - versucht, die schönen Dinge selber zu erwerben, aber auch, dass man sich freuen kann über die Schätze anderer! Wenn eine kleine Gruppe Gleichgesinnter in einem Verein oder in einer Arbeitsgemeinschaft gemeinsam "auf die Jagd geht" und man sich nicht in erster Linie als Konkurrent sieht, sondern als gleichgesinnten Freund, der dieselbe Leidenschaft teilt! - Geteilte Freude ist doppelte Freude! Dieses Sprichwort ist wirklich wahr!

Und plötzlich ergeben sich Gelegenheiten. Ich habe viel von meinen Lehrern gelernt, indem ich mir ihre Schätze anschaute, verinnerlichte und später dann wusste (wenn sich die Gelegenheit bot): "jetzt musst du die Chance packen", "jetzt kaufen".

Die meisten philatelistischen Sammlungen, die ich kenne, sind über viele Jahre gewachsen, über Freude, Enthusiasmus, Ausdauer und Engagement. Auch Du kannst ganz bestimmt viel erreichen, Du bist ja noch sooo jung! Du musst jetzt vermutlich noch viel Geduld aufbringen, weil Dein Geldbeutel vermutlich nicht allzu grosse Käufe erlaubt. - Aber das schärft nur Deinen Blick für das Wesentliche und hilft Dir letztendlich, Dich zu fokussieren.

Behalte Deine Freude, deine Begeisterungsfähigkeit und deine Lernbereitschaft. Du wirst über die Zeit (längerfristig) reich belohnt dafür, diese Voraussage wage ich dir mit gutem Gewissen zu geben.

@ ziffer-freak [#186]

Ziffer-Freak zeigt uns einen tollen Probedruck - der kam VOR den Briefmarken. NACH der Gültigkeitsdauer der Briefmarken hatten aber die Post gelegentlich noch unverkaufte Restbestände. Manchmal wurden diese vernichtet, manchmal aber auch für ungültig erklärt, z.B. mittels Aufdruck.

Anbei zeige ich ein Beispiel einer Marke, die nicht verwendet/verkauft wurde und darum von der Post "ausser Kurs" gesetzt wurde, vermutlich, als die neuen Postmarken eingesetzt wurden.



Viele Sammler verschmähen solche Stücke, beachten Sie nicht - wie bei den Probedrucken - beides halte ich für sehr schade, denn solche Stücke sind meist ziemlich selten und postalisch sehr interessant!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Gernesammler Am: 08.07.2014 10:47:29 Gelesen: 271634# 214 @  
Hallo zusammen,

hier eine Drucksache von Zürich nach Schwyz von Carl Flad an eine Spinn und Weberei innen eine Preisliste über Oele und Fettwaren für Maschinen. Verklebt wurde hier eine Zumstein 28 a.



Die nächste Drucksache auch an von Zürich nach Schwyz, wahrscheinlich an die gleiche Spinn und Weberei, gestempelt in Zürich am 21.1.1866, rückseitig Bahnpoststempel Zürich - Luzern, wobei der Brief nur bis Cham spediert wurde und von dort weiter mit Postboten nach Schwyz.

Was mir zu denken gibt ist der Absender, Bremen 19.1.1866, ein Bremen in der Schweiz gibt es nicht, was bedeuten würde der Brief wurde bis Zürich privat mitgenommen und dann als normale Drucksache aufgegeben. Verklebt wurde hier eine Zumstein 28 b.




 
ziffer-freak Am: 08.07.2014 20:52:21 Gelesen: 271601# 215 @  
Wieder einmal möchte ich euch ein etwas aussergewöhnliches Stück vorstellen:



Hier wurde das Kontrollzeichen so stark geprägt, dass es sogar gleich komplett ausgestanzt wurde! Leider fehlt das ausgestanzte Stück, aber es ist trotzdem ein schönes Beleg-Exemplar für diese äusserst seltene Abart. Meist wird sie erst nach dem Ablösen von der Unterlage sichtbar! Die entsprechenden Marken landeten leider meist im Abfall, da sie irrtümlich für "defekt" gehalten wurden!

@ ziffer-freak [#185]

Übrigens Kevin,

dies ist eine der Marken aus dem Lot, von dem ich dir erzählt hatte. Den Rest sende ich dir in den nächsten Tagen wie versprochen!

Liebe Grüsse aus Helvetia
Andy
 
briefmarkenwirbler24 Am: 12.07.2014 18:47:56 Gelesen: 271394# 216 @  
Guten Abend,

nach etwas längerer Abstinenz melde ich mich wieder zu Wort.

Nachdem wir so tolle Belege der 2 Rappen gesehen haben, können wir guten Gewissens in die nächste und gleichzeitig letzte Serie der Sitzenden Helvetia einsteigen. Bei dieser Serie wurden die Marken, bei denen immer noch Kontrollzeichen verwendet wurden, auf Faserpapier gedruckt. Diese Marken sind weitaus seltener als die von den vorhergegangen Ausgaben, nicht zuletzt weil sie nur noch 2 Jahre gültig waren.

Ich fange mal mit dem ersten Wert an, nämlich mit der 2 Rappen oliv, Michelnummer 36:



Die ungebrauchten Marken sind wesentlich häufiger zu finden, aber trotzdem zeigenswert.



Die obige Marke hat leider einen Zahnfehler.

Ich bin auf eure Exemplare gespannt!

MfG

Kevin
 
Heinz 7 Am: 13.07.2014 10:57:44 Gelesen: 271365# 217 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#216]

Ein wahres Wort von Kevin!

Eigentlich sind die Auflagen ja immer noch hoch und eine Zeitdauer von zwei Jahren sollte eigentlich ausreichen, um genügend Material "entstehen zu lassen", aber die Marken auf Faserpapier sind wirklich recht selten, mehr jedenfalls, als es ihr Katalogwert vermuten lässt. Die 40 Rappen-Marke grau auf Brief ist mit CHF 4'200 gestempelt bzw. CHF 19'000 auf Brief eine Ausnahme, sie ist hoch bewertet, aber die Preis-Notierungen sind völlig zu Recht so hoch! Eine Zumstein Nr. 50 (Michel Nr. 42) auf Brief ist meines Wissens deutlich seltener als eine Doppelgenf auf Brief (mit viel höherem Katalogwert!) oder wenn Ihr je das Glück habt, dass Euch eine Zauberfee die Frage stellt:

"willst Du einen Basler Taube - Brief oder einen Brief 40 Rappen Faser ?"

dann macht NICHT den Fehler, den 99 % (?) der Menschheit machen würde, und wählt die Basler Taube!

Wohlverstanden: Ich LIEBE die Basler Taube-Marke, sie ist eine der schönsten und populärsten Marken der Welt, und schöne Briefe mit Basler Taube haben schon sehr hohe Preise gekostet, ABER, ein Brief mit einer 40 Rappen Sitzende Faser ist etwas vom Besten, was das Sammelgebiet "Schweiz" zu bieten hat.

So, nach diesem "Plädoyer" für die Faserpapier-Sitzenden Helvetia zeige ich Euch auch noch ein hübsches Exemplar bzw. ein Paar: 5 Rappen-Marke mit Stab-Stempel "ZWILLIKON"



Ich habe die Marke mit 400 dpi gescannt, damit Ihr die Fasern suchen könnt. Einzelne Marken haben nur sehr wenig von diesen Fasern, andere haben viele Fasern. Ein Beispiel mit VIELEN Fasern seht Ihr in Beitrag [#213].

Ich wünsche einen schönen Sonntag!
Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 13.07.2014 15:42:16 Gelesen: 271340# 218 @  
@ Heinz 7 [#217]

Hallo Heinz,

mir ist ebenfalls aufgefallen, dass Briefe der Marken auf Faserpapier sehr selten zu finden sind, aber trotzdem weniger Beachtung finden, als die Kantonalmarken, dass liegt m.E. daran, dass zu viele Sammler zu oberflächlich sammeln oder gar "Basler Tauben" als Wertanlage benutzen. Es ist wirklich schwieriger diese Serie zu vervollständigen als eine Basler Taube zu bekommen, denn findet mal einen vernünftigen Stempel der Michelnummer 50 und dann vielleicht noch auf Brief. Doch leider wird diese Serie zu wenig beachtet, was ich aber vollkommen schade finde!

Dein Pärchen ist in der Tat sehr sehenswert und sicherlich auch eine kleine Rarität!

MfG

Kevin

PS: Weiter so!
 
ziffer-freak Am: 13.07.2014 15:49:40 Gelesen: 271338# 219 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#216]

Ja so ist es Kevin,

aber hast du auch gewusst, dass die gefaserten Helvetias sehr eng mit den Kreuz/Wertziffern verknüpft sind?

Bereits noch Ende 1880 begann man nämlich damit, die ersten Marken der neuen Ausgabe Kreuz/Wertziffer auf dem dafür extra ebenfalls neuartigen Faserpapier zu drucken. Die ersten Vorräte waren aber schon bald erschöpft, und es kam zu einer Liefer-Verzögerung der Papierfabrik, sodass der Drucker - wohl damit die Maschinen nicht stillstanden - die noch vorhandenen Restbestände des weissen Papiers (vom Druck der Porto-Marken) aufbrauchte, die im selben Betrieb gedruckt worden waren. So entstanden die Kreuz/Wertziffern auf weissem Papier!

Ursprünglich war geplant, die neue Serie per 1. April 1881 herauszugeben. Da aber erkannt wurde, dass zum Ausgabetermin nicht genügend neue Marken bereitgestellt werden konnten, verschob die Ober-Postdirektion kurzerhand den Ausgabetermin auf den 1. Februar 1882, und verfügte - aufgrund des enorm hohen Marken-Bedarfs - nochmals Marken mit dem alten Bild der Sitzenden Helvetia zu drucken. Da allerdings nun auch kein weisses Papier mehr vorhanden war, druckte man diese halt kurzerhand auf das neue Faserpapier!

Im Verlauf des Jahres 1881 wurden dann auch noch zusätzliche Maschinen angeschafft, um dem Ziel gerecht werden zu können. Die Papierlieferungen funktionierten jetzt zwar, aber der Ausgabetermin musste wegen der Verzögerungen durch den erneuten Druck der alten Serie trotzdem noch einmal um 2 Monate (auf den 1. April 1882) verschoben werden.

Somit ist die Faserpapier-Ausgabe der Sitzenden Helvetia eigentlich nur eine unbeabsichtigte "Papier-Änderung" und keine eigene Ausgabe, und de facto sogar jünger als die Erstauflage der Kreuz/Wertziffern auf Faserpapier, und deren Ausgabe auf weissem Papier (die ja ebenfalls keine eigene Ausgabe ist)!

Die Tatsache, dass die ungebrauchten Werte der Faser-Helvetias im Vergleich zu den Gebrauchten stark in der Überzahl sind, ist wohl dem Umstand zu verdanken, dass man es beim Neudruck etwas "zu gut" meinte...!

Liebe Grüsse
Andy
 
ziffer-freak Am: 13.07.2014 19:20:18 Gelesen: 271320# 220 @  
@ ziffer-freak [#219]

Etwas "off-Topic" möchte ich an dieser Stelle einmal die komplette Ausgabe aller 25 ungebrauchten Exemplare vorstellen. Sie sind - aufgrund der oben erwähnten Gründe - integrierter Bestandteil meiner Spezial-Sammlung Kreuz/Wertziffer. Zuerst die ursprüngliche Serie auf weissem Papier:











Dann deren Farbänderungen:





Und die späteren Ergänzungswerte:





Und zum Schluss noch auf Faserpapier:











Ein paar weisspapierige Marken wirken auf den Abbildungen wie Faserpapier-Ausgaben. Dies sind nicht etwa falsch klassierte Marken, sondern das ist auf Verschmutzungen auf der Steckkarte oder dem Scanner zurückzuführen!

Liebe Grüsse aus Helvetia
Andy
 
Heinz 7 Am: 13.07.2014 23:46:00 Gelesen: 271298# 221 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#218]
@ ziffer-freak [#219]

Hallo Kevin,

Andy weiss das ganz genau und ja, diese Überschneidung mit der Folgeausgabe und der Kreuz und Wertziffer ist interessant; bei der Sitzenden Helvetia ist "Faserpapier" selten und bei der "Kreuz und Wertziffer" ist es das weisse Papier.

Die hohen Werte der "Sitzenden Faser" sind gebraucht oder gar auf Brief kaum zu finden; bei den tiefen Werten ist es einfacher. Ich freue mich, Euch ein Briefchen der 10 Rappen-Marke zeigen zu können.



Damit die Marke und ihre Fasern genauer studiert werden können, anbei noch ein Scan nur der Marke in höher Auflösung.



Ich wünsche eine gute neue Woche

Heinz
 
ziffer-freak Am: 14.07.2014 02:34:02 Gelesen: 271286# 222 @  
@ Heinz 7 [#221]

Ja Heinz, diese Überschneidungen sind tatsächlich sehr interessant, und die Faser-Helvetias ziemlich selten!

Da ich nun meinen Scanner wieder hingekriegt habe, kann ich hier endlich auch Beiträge aus meiner Sammlung zeigen. Um die Reihenfolge hier mal nicht allzusehr durcheinander zu bringen, schliesse ich mich vorerst mal mit den Faserpapier-Helvetias aus meiner Sammlung an. Ich zeige hier gleich meinen kompletten Satz, da wohl wegen der Seltenheit gewisser Stücke eher wenige hier gezeigt werden dürften:











Dazu kann ich euch auch noch eine interessante Nachnahme-Karte zeigen. Sie besteht aus zwei Faserpapier-Helvetias, und trägt den bereits weiter oben besprochenen Fahrpost-Stempel von BERN:



Liebe Grüsse
Andy
 
Pepe Am: 14.07.2014 21:14:01 Gelesen: 271248# 223 @  
@ ziffer-freak [#222]

Sehr sehr schöne Marken. Herrliche kleine Kunstwerke. Ein Hoch auf die Schweizer Klassik.

Zum Vergleich mal die wenigen aus meiner kleinen Sammlung.



1881 06 22, Mi 38, Stpl. AARAU, 23 XII 81, Kontrollzeichen vorderseitig, Farbe nach ehem. LIPSIA Katalog anilinrot



1881 10 29, Mi 40, Stpl. ANDELFINGEN, 22 XII 81, orange, Kontr.-z. vorderseitig, doppelte rechte u. untere Randlinie



1881 10 18, Mi 41b, Stpl. WINTERTHUR, 13 IV 82, gelblichgrün ?, Kontr.-z. vorderseitig, geprüft Franz, Prüfung vor 1984



1881 10 01, Mi 43, Stpl. BASEL, 18 I 8?, rötl. lila ?, Kontr.-z. vorderseitig, geprüft Franz, Prüfung vor 1984

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 15.07.2014 21:44:20 Gelesen: 271148# 224 @  
@ ziffer-freak [#222]

Andy, Du zeigst uns da eine beeindruckende Serie von zum Teil grossen Seltenheiten. Gratuliere!

@ briefmarkenwirbler24 [#178]

Kevin, je wertvoller die Marke wird, desto mehr ist der Philatelist bereit, auch Exemplare mit Fehlern in die Sammlung aufzunehmen. Du erinnerst Dich, dass ich Dir riet, bei wert-tiefen Marken auf wirklich FEHLERFREIE / weit überdurchschnittliche Qualität zu achten. Bei solch guten Marken, wie Andy sie nun zeigt, nimmt man dann auch einen Zahnfehler hin (z.B. Mi Nr. 42 = 4o Rappen Faser) oder 5 Stempel (-spuren) auf EINER Marke (Mi 43 = 50 Rappen).

Auch ich zeige heute einen Brief, bei welchem die Marke einen klaren Mangel hat; die Ecke links unten fehlt völlig. Da passt auch die Bezeichnung "runde Ecke" nicht mehr.



Aber, wie gesagt, wenn die Einheit selten ist, dann drückt man schon einmal ein Auge zu. Der Brief sonst ist hübsch: eine Nachnahme von Wettswil (oder Wetschweil) nach Sellenbüren bei Stallikon (alle drei Orte sehr nahe beieinander im alten Knonauer-Amt).



Hoffentlich gefällt euch der Brief, trotz des Fehlers der Briefmarke.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 16.07.2014 10:25:20 Gelesen: 271120# 225 @  
@ ziffer-freak [#220]

Guten Morgen,

es ist wirklich faszinierend zu sehen, was du alles in deiner Sammlung vorzuweisen hast! Sicherlich dauert es jahrelang alle Werte ungebraucht zusammen zu bekommen, oder man kauft sich die Sätze für hunderte Euro in Auktionshäusern. Ich habe mich bislang meistens auf die gestempelten fokussiert, nicht zuletzt weil es doch deutliche Preisunterschiede gibt und mein "Kapital" doch etwas begrenzt ist.

@ ziffer-freak [#222]

Gratulation auch zu dem kompletten gestempelten Satz mit zum Teil einzigartigen Stempeln, die bei dem Faserpapier mit großer Wahrscheinlichkeit sehr rar sind. Das eine oder andere Exemplar kann natürlich noch ausgetauscht werden, aber wenn man alles komplett und in exzellenter Qualität hat, hat man ja kein Ziel mehr, ^oder^?

@ Pepe [#223]

Hallo Peter,

auch deine "wenigen" Exemplare dieser Serie sind sehr schön anzuschauen und der ein oder andere Stempel ist sicherlich, genau wie bei Andy, etwas seltener!

@ Heinz 7 [#224]
@ ziffer-freak [#222]

Briefe mit Faserpapiermarken habe ich noch nie zu Gesicht bekommen. Nun meine Frage: Ist der Katalogpreis hier angebracht oder zu stark unterbewertet?

MfG

Kevin
 

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