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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 885 Beiträge:
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10Parale Am: 29.12.2017 15:40:16 Gelesen: 242668# 561 @  
@ Heinz 7 [#385]

Einen ziemlich kompletten CFR4 (siehe STAMPILOGRAFIE POSTALA, Kiriac Dragomir Seite 214) mit dem Datum außerhalb des Rahmens fand ich in einer Online Wühlkiste.

Der Bahnhof BALCA (Balca Gara) lag im Landkreis Putna. Er existierte vom 1.04.1892 (alter Kalender) bis ins Jahr 1916 (Quelle Marinescu).

P.M. beim Stempel bedeutet Post Meridian. Das Datum zeigt den Tag der Bahnbeförderung, 13. Januar 1893, der Bahnhof war noch kein Jahr alt auf dieser 5 Bani Ganzsache.


 
10Parale Am: 30.12.2017 10:16:49 Gelesen: 242576# 562 @  
@ forum [#561]

Ein weiterer schöner, meines Erachtens nicht so häufiger Stempel ist dieser mit der Bezeichnung PG 14 Abb. 1222 (Stampilografie Postala, S.208) mit der Ortsbezeichnung NEGRI * HALTA *, abgeschlagen am 24. Januar 1893.

Diesen Bahnhof im Bezirk Putna gab es seit dem 13.September 1872, ein Postamt wurde am 27. September 1892 eröffnet. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so handelt es sich um eine sehr frühe Abstempelung.

Für den Spezialisten: Unter "Date cunoscute", also "bekannter Verwendungszeitraum" schreibt K.Dragomir im o.g. Werk vom 10.OCT.1901 - 19.SEP.1907. Dies würde bedeuten, dass der Rahmen durch diesen Stempel gesprengt würde. Aber ich bin mir da auch nicht ganz sicher.

Dass der Zustand der Ganzsache (in der Mitte einen Knick) zu wünschen übrig lässt, zeugt lediglich von Ihrem wahren Gebrauch (Echtheit).

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 17.01.2018 19:30:17 Gelesen: 235554# 563 @  
@ 10Parale [#562]

Am 17. Juni 1901 mit 10 Bani (Michel Nr. 114 oder 1120 - wasserzeichenabhängig) portogerecht (C. Marinescu Tab. 217 Tarifele..vol.2) freigemachte Postkarte von Tirgoviste nach Stockholm.

In Stockholm schöner Ankunftsstempel. Schöner Sammlerbeleg.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 17.01.2018 21:06:44 Gelesen: 235509# 564 @  
@ 10Parale [#563]

Es ist schön, eine "Carta Postala" nach Schweden zu sehen. Der Beleg wird zwar als Postkarte bezeichnet, ist aber, genau genommen, KEINE Ganzsache, weil der Werteindruck fehlte.

Obwohl Spanien ein grosses Land ist, scheint Korrespondenz aus Rumänien nach Spanien ziemlich selten zu sein. Ich bin froh, dass ich im Mai 2004 die beiliegende Karte kaufen konnte. Sie war zwar nicht billig, aber bei meinem langen Suchen bei den Händlern war ich zuvor ohne Erfolg geblieben und war froh, doch noch ein interessantes Stück gefunden zu haben.



Die Postkarte P 42 (10 Bani) wurde mit den Michel Nummern 133+137 auf 35 Bani auffrankiert. Die Postkarte war eingeschrieben, das ist eher selten. Am 16.9.1903 fragte der Absender nach einer "Preisliste von Jerez-Weinen". In Sinaia wurde die Karte am 17.9.1903 aufgegeben und kam am 22.9.1903 in Spanien an. Ob die 35 Bani-Frankatur stimmt, habe ich noch nicht verifiziert.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
buzones Am: 17.01.2018 23:25:30 Gelesen: 235450# 565 @  
@ Heinz 7 [#564]

Ein wirklich schönes Stück, das du da zeigst! 10 Bani für die UPU-Karte + 25 Bani Einschreibegebühr - perfekt! :) Da wurde wohl Sherry bestellt.

Da die Karte in Sinaia aufgegeben wurde, könnte sie evtl. etwas mit Schloss Peleş, der nahegelegenen Sommerresidenz des rumänischen Königs, zu tun haben? Aber die hatten ja ein eigenes Postamt. Der Stempel STATIE TELEFONICA SINAIA war mir bislang nicht bekannt.

Was die Destination angeht: Sowohl Post aus Rumänien nach Spanien als auch vice versa ist tatsächlich rar. Bei Interesse wühle ich mal ein bisschen in meinen Beständen.

Philatelistische Grüße
Ralf
 
Heinz 7 Am: 18.01.2018 19:41:21 Gelesen: 235114# 566 @  
@ buzones [#565]

Lieber Ralf,

vielen Dank für Deine freundliche Reaktion! Ja, den Stempel "STATIE TELEFONICA SINAIA" habe ich sonst auch noch nie gesehen und im Stempelwerk von Kiri Dragomir 1822-1910 habe ich den Stempel auch nicht gefunden.

Wegen dem Absender habe ich mir auch Gedanken gemacht, aber ganz genau identifizieren konnte ich ihn bisher nicht.



Dass er sich für Jerez-Weine interessierte, habe ich ja schon geschrieben. Die Karte ist auf deutsch geschrieben.

Unklar ist mir die Bedeutung der blauen "30" auf der Rückseite der Postkarte. Das sieht nach einem Post-Porto-Vermerk aus, aber ich meine auch, dass die 35 Bani hätten ausreichen sollen. Anbei siehst Du auch die zwei Spanien-Ankunftsstempel.

Ich habe schon Interesse an Post Spanien <-> Rumänien, also wenn Du einmal in Deinen Beständen nachsehen würdest, würde mich das freuen. Ich sammle ja auch "incoming post" (bis 1905), und Spanien - Rumänien habe ich noch nicht!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
buzones Am: 20.01.2018 17:40:05 Gelesen: 234505# 567 @  
@ Heinz 7 [#566]

Lieber Heinz,

nach längerer Suche in meinen Beständen vulgo Sammlung(en) kann ich nun ganze zwei (!) Stücke zeigen, die von Rumänien nach Spanien und von Spanien nach Rumänien liefen – sogar nach Bulgarien habe ich da mehr!

Falls jemand etwas aus Spanien nach Rumänien aus dem 19. Jahrhundert zeigen kann: Nur zu!



1) Eingeschrieben Brief von Berlad nach Madrid vom 30. August 1899; Ankunfstempel des Madrider Auswechslungspostamts rückseitig (4. Sept. 1899). Die in meinen Augen ungewöhnliche Spic de Griu“-Frankatur besteht aus einem waagrechten 5er-Streife und einem Paar 5 Bani grün sowie einer 15 Bani schwarz – machte zusammen portorichtig 50 Bani.



2) Eine für den Auslandsverkehr auffrankierte Ganzsachenkarte von Zaragozaa (3. Dezember 1937) nach Oradea Mare (28. Dezember 1937). Die lange Beförderungsdauer ist sicher den Wirren des Spanischen Bürgerkrieges zu verdanken; der rechteckige Zensurstempel von Zaragoza verschwindet fast im Wellenband des Maschinenstempels.

Leider sind beide Stücke nicht abzugeben, aber dafür hast du sicherlich Verständnis. :-)

Mit besten Philagrüßen
Ralf
 
Heinz 7 Am: 20.01.2018 21:43:50 Gelesen: 234444# 568 @  
@ buzones [#567]

Lieber Ralf,

vielen Dank für das Suchen und Zeigen. Das sind zwei schöne Belege! Die 7 x 5 Bani geben ein sehr schönes Bild ab!

Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass Du diese zwei Seltenheiten behalten und nicht verkaufen möchtest. Ich kann mich trotzdem darüber freuen. Natürlich ist es am schönsten, solche Stücke SELBST in die Sammlung nehmen zu können, aber ich habe wirklich einen - nennen wir es: "grosszügigen" Charakter, der es mir erlaubt, Dir das Stück von Herzen zu gönnen und mich mit Dir darüber freuen zu können.

Ich bin selber froh, dass ich nicht alles selber haben "muss", denn solche Sammler sind ja oft auch mit eigenen prächtigen Sammlungen unzufrieden, weil sie nur sehen, was sie NICHT haben. Ich bin zwar auch ambitioniert (sehr sogar!) und versuche, meine Sammlung stets auszubauen, aber wir Sammler sollten Kollegen nicht primär als "Konkurrenten" sehen, sondern als "Sammlerfreunde" mit denselben Interessen. Zu viel Rivalität schadet der Sammlerfreude, finde ich.

Ich werde meine Bestände auch noch durchforsten; aber, wie erwähnt, kann ich mich nicht an einen Brief nach oder von Spanien erinnern.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
buzones Am: 24.01.2018 17:55:56 Gelesen: 231354# 569 @  
Lieber Heinz,

danke für dein Verständnis! :-)

Und jetzt mal was ganz anderes: Am 10/22 *. Mai 1891 verausgabte die rumänische Post eine Markenserie und eine Sonderpostkarte anlässlich des 25jährigen Regierungsjubiläums von Carol I. Marken und Karte waren nur vom 10/22.-12/24. Mai 1891 gültig und kommen bedarfsmäßig gebraucht so gut wie nicht vor.

Vor einigen Jahren konnte ich ein interessantes "Souvenierblatt" der rumänischen Postverwaltung mit dieser Ausgabe erwerben, das an die Delegierten des UPU-Kongresses in Wien, der dort vom 20. Mai bis zum 4. Juli 1891 stattfand, verteilt worden war. Marken und Karte sind alle mit einem "Ersttagsstempel" aus Bukarest vom 10/22.5.91 entwertet worden. Das hier gezeigte Exemplar war dem Delegierten De Craene zugeeignet, der auf dem Wiener UPU-Kongress den Kongostaat (seit 1908: Belgisch-Kongo) vertrat und trägt die eigenhändige Unterschrift des damaligen Generaldirektors der rumänischen Post und Telegraphie, Colonel A. Gorjean.

Da an dem Kongress insgesamt lediglich 74 Delegierten teilnahmen, dürfte die Menge der hergestellten "Souvenierblätter" ebenfalls in dieser Größenordnung liegen. Wie viele mögen bis heute überlebt haben?



* Das erste Datum ist nach dem julianischen, das zweite nach dem gregorianischen Kalender angegeben.

Beste Philagrüße
Ralf
 
Heinz 7 Am: 24.01.2018 23:10:04 Gelesen: 231109# 570 @  
@ buzones [#569]

Lieber Ralf,

das Souvenierblatt ist natürlich interessant. Nach meinen Eindrücken sind zwar Ersttag-Briefe dieser 13. Ausgabe nicht selten, sondern wurden damals emsig hergestellt!



Dieser Brief ist mit 50 Bani frankiert (Einschreiben nach Dresden), bestehend aus allen 5 Werten (Michel Nr. 90-94). Was uns auffällt:

Stempel 22. Mai 1891 (Bucuresci)= gregorianischer Kalender
Dein Beispiel = 10. Mai 1891 (Bucuresci) = julianischer Kalender.

Diese Abstempelung ist meines Wissens für die Post nicht vorgesehen, da sie sich seit Ende 1864 an den gregorianischen Kalender hielt. Ich möchte also die Abstempelung auf Deinem Beleg als "kurios" bezeichnen (oder: ungültige Gefälligkeitsabstempelung?). Aber ein Generaldirektor der Post (Gorjan) hat manchmal gewisse "Möglichkeiten".

Colonel August Gorjan war (nach Minescu) Generaldirektor der Post vom 26.2.1891 - 22.2.1892. In seine Zeit fällt auch die "Neudrucke schwarz auf weissem Papier" der runden Ochsenköpfe!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.01.2018 23:30:29 Gelesen: 231094# 571 @  
@ Heinz 7 [#570]

Zum Ersttag dieser Ausgabe:

Dieser Beleg macht mir etwas Kopfzerbrechen:



Der Beleg ist angeschrieben "9./21. Mai 1891" (julianischer/gregorianischer Kalender). Die Jubiläums-Ganzsache ist ergänzt mit allen Marken der 13. Ausgabe (Michel Nr. 90-94). Wir hätten nun wohl erwartet, dass der Beleg erst am Ersttag (= 22.5.1891) gestempelt wurde, aber offenbar wurde mein Beleg bereits am 21.5.1891 gestempelt.

Wie viele solche Vor-Ersttage tatsächlich echt befördert wurden, ist nicht ohne weiteres festzustellen.

Ich bin gespannt, ob andere Sammler auch solche Vor-Ersttage kennen.

Interessant ist aber, dass Westoby in seinem Werk den 21.5.1891 als ersten von drei Gültigkeitstagen nannte (21.-23.5.1891)! (The Adhesive Postage Stamps of Europe, Vol. II., 1900, Seite 205.)

Die Sachlage ist also noch nicht ganz klar. Sicher scheint mir, dass die Michel-Notierung: "10./24. Mai" unpräzise ist. Damals bestand ein Unterschied von 12 Tagen zwischen den Kalendern.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.01.2018 23:46:22 Gelesen: 231081# 572 @  
@ Heinz 7 [#571]

Möglicherweise gibt der Text der Karte zu der Stempelfrage einen Hinweis? Leider ist die Karte für mich schwer lesbar, aber fangen wir einmal an:



"Bucarest 9/21.Mai 1891
Mein lieber Alfred!
Besten Dank für Deine
Carte vom 17. _?_
Die Feier des 10. Mai _?_
_?_ bereits heute Abend
mit grossem Fackelzug und
Zapfenstreich.
_?_ _?_ _?_
Dir einige Jubiläumsmarken.
Herzliche Grüsse von _?_ _?_
_?_ _?_ Dein Papa & Mama"

Welcher Ersttag für die Post galt, ist mir noch nicht klar.

Heinz
 
JohannesM Am: 24.01.2018 23:55:28 Gelesen: 231074# 573 @  
@ Heinz 7 [#572]

Die Ganzsache ist doch gar nicht entwertet, da mußt du den Beleg wohl wegwerfen. :-)

Beste Grüße
Eckhard
 
buzones Am: 25.01.2018 13:44:56 Gelesen: 230434# 574 @  
Lieber Heinz,

es freut mich, dass mein kleiner Beitrag doch noch einige "Nachfolger" gezeitigt hat!

Du schreibst: Diese Abstempelung ist meines Wissens für die Post nicht vorgesehen, da sie sich seit Ende 1864 an den gregorianischen Kalender hielt. Ich möchte also die Abstempelung auf Deinem Beleg als "kurios" bezeichnen (oder: ungültige Gefälligkeitsabstempelung?). Aber ein Generaldirektor der Post (Gorjan) hat manchmal gewisse "Möglichkeiten".

Dass es sich bei der "Abstemplung" auf dem Souvenierblatt um eine Gefälligkeitentwertung handelt steht ausser Frage und bedarf keiner weiteren Erörterung. Als post- und zeitgeschichtliches Dokument ist mir das Stück dennoch lieb und teuer. In kleiner Auflage hergestellt, handschriftlich jedem einzelnen Delegierten zugewidmet und mit der Originalunterschrift des Generaldirektors der rumänischen Post: Das hat was! :-)

Nun zu deiner schönen (mit 41 Bani um 6 Bani überfrankierten – wenn man den Wertstempeleindruck der Ganzsache mit anrechnet) eingeschriebenen Jubiläums-Satzkarte in die Schweiz. M.E. ergeben sich die obsoleten 6 Bani aus der Tatsache, dass zum einen auch die 1,5 und 3 Bani-Werte auf die Karte sollten und zum anderen, dass die 1,5 Bani Werte mangels 0,5 Ban Münzen als Wechselgeld doppelt verklebt wurden. BTW: Wurden damals die 1,5 Bani-Marken und -Ganzsachen immer nur in Zehner-"Gebinden" abgegeben? Soweit ich recherchiert habe, existierte keine Scheidemünze zu 0,5 Ban.

Ich habe deine bereits erfolgte Transkription aus der deutschen Kurrentschrift ergänzt und lese hier folgendes:

Bucarest 9/21.Mai 1891
Mein lieber Alfred!
Besten Dank für Deine
Carte vom 17. crs. [= lat. currentis; hier: "des laufenden (Monats)]
Die Feier des 10. Mai be-
ginnt bereits heute Abend
mit grossem Fackelzug und
Zapfenstreich.
Die Vorderseite bringt
Dir einige Jubiläums Marken.
Herzliche Grüsse von uns allen
an alle. Dein Papa & Mama


Offenbar waren die Jubiläusmarken also schon am 9./21. Mai anläßlich des Festumzuges erhältlich und wurden noch am gleichen Tage – vor dem offiziellen Ersttag am 10./22. Mai – als gültige Postwertzeichen verausgabt und postalisch verwendet. Quod erat demonstrandum! :-)

Was die Stempeldaten einmal nach julianischem, einmal nach gregorianischem Kalender angeht: Könnte es sein, dass (zumindest in Bukarest) hier nach Inlands- und Auslandspost getrennt wurde? Wenig praktisch, aber dennoch denkbar.

Da ließe sich doch gleich (falls noch nicht geschehen) ein kleiner Beitrag für den "Rumäniensammler" zusammenstellen – ich nehme an, du bis Arge-Mitglied?

Beste Philagrüße
Ralf
 
Heinz 7 Am: 25.01.2018 14:22:14 Gelesen: 230381# 575 @  
@ buzones [#574]

Lieber Ralf,

ich freue mich, dass Du meine etwas kritischen Bemerkungen zur Abstempelung mir nicht übelnimmst. Natürlich ist das Souvenirblatt "trotzdem" etwas Besonderes! Die Bemerkung wegen der zwei Kalender (Inland/Ausland) ist interessant, aber ich meine, für die reguläre Post wurde NUR noch der gregorianische Kalender angewandt. Wenn vielleicht Postdirektor Gorjan 1891 eine "Huldigung" an den alten Kalender machen wollte, dann hat er vielleicht veranlasst, dass die Abstempelung "10.5." erfolgte? Wir wissen es nicht genau. Vielleicht gibt es zeitgenössische Berichte von den Jubiläumsfeierlichkeiten, worüber etwas zu diesen Souvenirblätter gesagt wird? - Bis auf Weiteres gehe ich aber davon aus, dass die Souvenirblätter 12 Tage VOR dem Ersttag gestempelt wurden, wenn der 22.5.1891 Ersttag war und nicht der 21.5.1891.

Besten Dank für die lückenlose Übersetzung der Karte!

Ja, ein ARGE-Mitglied bin ich und Deine Idee, einen Beitrag für den "Rumäniensammler" zu schreiben, finde ich gut! Redaktor Fritz Heimbüchler hat nicht mehr so viele treue Artikel-Schreiber wie früher und ist meines Wissens empfänglich für neue Beiträge.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.02.2018 22:57:38 Gelesen: 219239# 576 @  
@ Heinz 7 [#575]

In Zeiten des 2. Weltkrieges funktionierte die Post nicht immer reibungslos; gegen Ende des Krieges gab es meines Wissens keine oder nur noch eingeschränkte Luftpost. 1941 aber war diese noch in Betrieb. Gleichwohl dauerte es manchmal lange, bis Briefe ihre Destination erreichten.



Am 25. April 1941 wurde ein Einschreibe-Brief von Bukarest nach Santiago de Chile gesandt. Dies kostete 160 Lei. Die rote Notiz "18" scheint aber darauf hinzudeuten, dass der Brief noch nachfrankiert wurde.

Die Rückseite des Beleges ist sehr interessant, denn wir sehen, dass der Brief lange unterwegs war.

"Lisboa 3. Mai 41"
"New York 5 / 12, 1941"
"Santiago 17. May 41"

22 Tage für eine Luftpostbeförderung ist sicherlich nicht das, was wir jetzt erwarten würden. Dass der Beleg aber von Anfang an mit dem Flugzeug befördert wurde, darauf deutet der Stempel aus Bukarest hin, wir lesen hier klar "AVION".

Wir sehen aus den Durchgangsstempeln, dass der Brief auf allen Teilstrecken relativ viel Zeit benötigte: 8 + 9 + 5 = 22 Tage errechnen wir für die 3 Teilstrecken. Ob damals weitere Zwischenstationen angeflogen wurden, wissen wir leider nicht. Vielleicht wissen die Flugpost-Sammler darüber genauer Bescheid.

Heinz
 
10Parale Am: 22.02.2018 20:28:52 Gelesen: 217981# 577 @  
@ Heinz 7 [#406]

Du zeigst uns dort einen 100-er Bogen der Michel Nr. 34 mit den besonderen Leerfeldern auf der rechten Seite.

Der Ausruf für diesen seltenen Steindruckbogen war 7.000 US-Dollar bei Cherrystone. Kennst du das Ergebnis?

Ich habe das Vergnügen seit kurzem einen 9-er Block aus einem ehemaligen Bogen zu besitzen. Für knapp 100 Euro wohl nicht übertrieben.

Größere Einheiten der Steindruckmarken sind wohl sehr begehrt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 23.02.2018 09:48:14 Gelesen: 217829# 578 @  
Lieber Kollege,

ich gratuliere zu dem schönen "Eye-catcher"!

Entschuldigung, dass ich da mit "neu-deutschen" Wörtern um mich werfe, aber dieser Ausdruck fiel mir ein, als ich Deine Neuerwerbung sah: Ein Viererblock (oder: ein Neunerblock!) wirkt einfach immer wie eine "Symphonie in Stereo": überwältigend!

Die Steindruck-Ausgaben von Rumänien in Einheiten zu sammeln kann ganz schön kostspielig werden. Es gibt Marken, die sind schon als ungebrauchte Paare teuer (z.B. Michel Nr. 31). Viererblocks sind zum Teil fast nicht zu kriegen. Umso schöner ist es, wenn dann die eine oder andere grosse Einheit doch günstig zu haben ist.

Ganz klar zählt die Michel Nr. 34 zu den Stücken, die man hin und wieder auch in grösseren Einheiten antrifft und auch noch bezahlen kann. Keine Frage aber, dass Dein Preis sehr "sammlerfreundlich" ist.

Den bezahlten Preis für den Ganzbogen (Beitrag [#406]) kenne ich nicht.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.02.2018 22:21:39 Gelesen: 217411# 579 @  
@ Heinz 7 [#578]

Die Steindruck-Ausgaben von Rumänien in Einheiten zu sammeln kann ganz schön kostspielig werden.

Das ist wahr. Dieser 3-er-Streifen der Michel Nr. 29 ultramarin (sogenannte billigste Sorte, ein oft gebrauchter Begriff, den ich verachte!) konnte ich sehr sehr günstig erwerben. Weit entfernt von einer Rarität, nicht einmal ein eye-catcher, aber immerhin ein kleiner Dreier-Streifen.

Der Fleck auf der linken Marke stammt vom Scanner-Glas.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.02.2018 13:37:49 Gelesen: 217246# 580 @  
@ 10Parale [#579]

Ich freue mich, dass auch Du Einheiten von ungebrauchten Marken sammelst. Briefe und gestempelte Marken sind zwar hochinteressant, aber der Zauber, der von ungebrauchten Marken (vor allem von Einheiten!) ausgeht, hat mich immer in seinen Bann gezogen.

Die Katalogisierung der Notausgabe von Rumänien ist ein Beispiel, wie eine falsche Nummerierung zu völlig falschen Schlüssen führen kann.



Anbei ein sehr seltener Viererblock einer Michel Nr. 29 I. Bei Michel ist das katalogisiert wie folgt:

1871, 19. Nov. Freimarke Fürst Karl I. mit Vollbart im Oval, 10 Bani blau, Type I

Als Vergleich dazu die Marke Michel 29 II.



1872, 1. Aug. Freimarke Fürst Karl I. mit Vollbart im Oval, 10 Bani blau, Type II

Dass man zwei so unterschiedlichen Briefmarken dieselbe Hauptnummer geben kann, ist für mich nicht verständlich. Bei der Katalogisierung von Rumänien hat Michel (und Senf) vieles richtig gemacht, aber NICHT diese Katalogisierung! Diese zwei Marken sollten eigene Hauptnummern erhalten.

Im CMPR '74 ist die Ausgabe 1871 katalogisiert als Nr. 28, die Ausgabe 1872 als Nr. 34. Auch Zumstein (Bern) machte dies besser: 1871 = ZSt. 28, Notausgabe 1872 = ZSt. 34.

Es ist also Unsinn die Nr. 29 II als "billigste Sorte" der 10 Bani Vollbart zu bezeichnen; es sind zwei verschiedene Marken; ich denke, das sieht man ja auch. Heimbüchler behandelt die Ausgaben in seinem zweiten Handbuch 2002 auch getrennt:

Mi. 29 I auf Seite 268
Nr. 29 II auf Seite 301 ff.

Noch ein Hinweis: wenn Du die 29 I je zu dem Preis findest, den Heimbüchler in seinem Buch angibt (Euro 550), dann mein Tipp: sofort kaufen! Ein Viererblock ist extrem selten. CMPR wertet einen Viererblock mit Faktor 20 (Heimbüchler nur 5.5); die Bewertung CMPR trifft meines Erachtens viel besser zu.

Heinz
 
10Parale Am: 28.02.2018 14:32:41 Gelesen: 216772# 581 @  
@ Heinz 7 [#580]

Vielen Dank für diese Ausführungen. Ich habe die empfohlenen Seiten im zweiten Handbuch von Herrn Heimbüchler nachgelesen. Ein kompletter Bogen der Michel Nr. 29 I scheint nicht bekannt zu sein.

Vielleicht wird Michel eines Tages auf deine Einwendungen reagieren und eigenständige Markennummern für die 29 I und die Notausgabe kreieren.

Ich zeige im Folgenden noch ein senkrechtes Paar der Cuza-Marke zu 20 Parale. Wie viele wissen, gab es von dieser Marke 2 Auflagen (siehe 2. Handbuch Seite 150 ff.). Die 1. Auflage der 20 Parale im Bogen zu 192 Marken wurde restlos aufgebraucht, deshalb sind Einheiten davon sehr sehr selten und gesucht. Wie Herr Heimbüchler weiter ausführt, gibt es jedoch von der 2. Auflage im Bogen zu 200 Marken noch einige größere ungebrauchte Einheiten.

Nun, woran erkennt man den Unterschied zwischen den beiden Auflagen? Ein wichtiges Kriterium ist der Abstand (senkrecht bzw. waagrecht) zwischen den einzelnen Markenfeldern.

I. Auflage: mindestens 4 - 4,5 mm
II. Auflage: 3,0 - 3,8 mm (in der englischen Übersetzung ist im 2. Band von 3,0 - 3,5 mm die Sprache (evtl. Druckfehler)).

Bei dem senkrechten Paar vom Bogenrand habe ich nun das Lineal angelegt und messe exakt 4,00 mm. Mir fällt es dennoch schwer zu glauben, dass das senkrechte Paar von der seltenen 1. Auflage stammen soll.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.02.2018 21:02:47 Gelesen: 216698# 582 @  
@ 10Parale [#581]

Die Michel Nr. 13 wird im Katalog nicht nach den zwei Auflagen unterschieden. Dass Du dies machst, zeigt, dass Du ein Spezialsammler mit vertieften Kenntnissen bist. Diese ergattern dann hin und wieder seltene Stücke, die den Allgemeinsammlern nicht auffallen.

Die Michel Nr. 13x (auf einfachem Papier) ist nicht selten, und auch Einheiten davon findet man relativ einfach auch recht günstig. Der CMPR '74-Katalog bewertete einen Viererblock lediglich mit Faktor 5, also nur unwesentlich über dem Preis von 4 Einzelmarken.

Dragomir gibt im CMPR aber auch eine Bewertung von "Coala Md. A"; ich nehme an, das ist der seltene Bogen. Da wertet nun ein Viererblock immerhin mit Faktor 20! Das sagt doch einiges! Ein vertikales Paar wird mit Faktor 10 bewertet, also immerhin ein netter Betrag (Grundmarke: Euro 40 (Michel 2006/07)).



Anbei zeige ich einen 18er-Block vom linken Bogenrand. Ich finde es schön, auch grosse Blockstücke in die Sammlung einzubauen. Bei der 13 x kostet das nicht "alle Welt".

Heinz
 
Heinz 7 Am: 06.03.2018 20:51:26 Gelesen: 215451# 583 @  
@ Heinz 7 [#571]

Wir haben die Nummer 92 (Michel) bereits schon gesehen, aber wohl kaum mit diesem Stempel.

Es handelt sich um die 13. Ausgabe, die Jubiläumsausgabe 1891, die bekanntlich nur drei Tage lang gültig war. Die Angabe im Michel ist verwirrend (wir haben bereits darüber gesprochen), denn es steht: 24. Mai 1891 im Katalog (2006/07). Ist dies also ein Paar mit einem Ersttag-Stempel?



Nein.

Ersttag war 22.5.1891 und 24.5. war Letztag! Es gibt aber auch offiziell gültige Belege mit Stempel 21.5.1891, (siehe Beitrag [#571]), also Vor-Ersttag. Der Unterschied zwischen den Kalendern war damals 12 Tage, nicht 14 Tage, wie Michel vermuten liesse.

Das Paar ist also offenbar gültig gestempelt. Das ist nicht selbstverständlich; es gibt viele Stempelfälschungen zu dieser Ausgabe.

Sulina ist eine Stadt der Dobrudscha. Ab 1878 (Berliner Vertrag) kam der nördliche Teil der Dobrudscha zu Rumänien. Der Stempel "passt" also: rumänischer Stempel auf rumänischer Briefmarke.

Auffallend ist sicher die unklare, mangelhafte Perforation. Das gilt aber nicht für alle Stücke dieser Ausgabe.

Heinz
 
Sleeran Am: 07.03.2018 08:22:36 Gelesen: 215418# 584 @  
Hallo zusammen,

ich möchte hier auch gerne ein paar Stücke vorstellen und diskutieren.

Den Anfang macht eine gestempelte 8I:



Die Marke hat einen von hinten verklebten Riss und vermutlich eine dünne Stelle oben im Rand. Ich tue mich im Moment noch schwer, dünne Stellen bei diesem Papier zu erkennen, aber der Scan ist da ja deutlich. Der Stempel verdeckt zwar einen großen Teil des Markenbildes, aber ich denke, dass sich die Merkmale der Type I (Buchstaben bei SCRISOREI nicht verbunden) erkennen lassen und die Bestimmung nicht nur aufgrund des billigeren Katalogpreises erfolgt.

Den Stempel würde ich als authentisch einschätzen, zumindest habe ich diesen Typ im Heimbüchler gefunden. Für eine weitere Bestimmung ist vermutlich zu wenig vom oberen Teil des Stempels zu sehen.

Teilt ihr meine Einschätzung?

Viele Grüße,
Matthias
 
10Parale Am: 07.03.2018 21:56:45 Gelesen: 215388# 585 @  
@ Sleeran [#584]

Die Marke gefällt mir vom Gesamteindruck sehr gut. Gestempelte Marken sind echt selten. Es kann sich nur um einen M2 Stempel handeln (Kiriac Dragomir, Stampilografie Postala - Seite 84 Abbildungen 289 - 300).

Ich habe den oberen Teil des Stempels lange studiert, kann aber beim besten Willen keinen Ort identifizieren. Ich hoffe die Marke ist dennoch prüfbar.

Mögliche Orte wären:

ADJUD, BOLGRAD, FOKSCHANI, JASSY, ISMAIL, KAHUL, T.FRUMOS, T.NEAMZU und T.OKNEI - KILIA wurde nie benutzt, aber solch einen Stempel hat es gegeben.

Das Papier ist ja bei der Wertbestimmung bei dieser Marke auch ausschlaggebend. Wenn man die Marke gegen das Licht hält, erkennt man sehr schnell, ob es gestreift ist oder nicht (das wäre dann der Fall RARITÄT).

Also, guter Gesamteindruck, Gratulation, und nicht zerpflücken lassen, das ist ein schönes, seltenes Stück.

Grüsse

10Parale
 

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