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Thema: Marken mit Aufkleber verhunzt
muemmel Am: 30.09.2019 22:00:28 Gelesen: 879# 1 @  
Marken mit Aufkleber verhunzt

Guten Abend,

da ich am Samstag abwesend war, fand ich eine Benachrichtigung im Briefkasten, dass ich eine Briefsendung eingeschrieben mit Rückschein am Montag (also heute) bei der Post abholen darf, was ich heute dann auch tat.

Äußerst liebreizend war dann, dass der Benachrichtigungsaufkleber auf dem Brief einen großen Teil der Frankatur bedeckte:



Sieht doch toll aus, oder?

Gruß
Mümmel

P.S. Es gibt irgendwo hier im Forum schon etwas zu diesem Thema, habe es aber trotz intensiver Suche nicht finden können.
 
iholymoses Am: 30.09.2019 22:13:25 Gelesen: 870# 2 @  
Haha, das kriegen die Spezialisten von der Privatversendern noch besser hin - beim oberen Besipiel ist die Briefmarke komplett überklebt, nur noch "fühlbar"; und unten kein Stempel und dafür eine Marke fast komplett zugeklebt - da tränt das Philatelistenauge:



Schöne Grüße,
Reinhard
 
Fridolino Am: 01.10.2019 07:24:46 Gelesen: 832# 3 @  
Ich habe auch schon so was erlebt. Klebe die Marken von post-modern nun immer unten links hin, aber auch da kann einem sowas passieren:



Ich habe dann bei post modern nachgefragt, was das soll, und folgende Antwort erhalten:

Da wir leider aktuell innerhalb Deutschland keine flächendeckende Zustellung anbieten können, müssen bestimmte Sendungen über die Deutsche Post AG zugestellt werden. Seitens dieser ist es unbedingt erforderlich, alles, was auf Post Modern verweist, zu neutralisieren. Andernfalls werden diese Sendungen an uns zurückgeführt.

Daraufhin bat ich um eine Liste der Leitzahlen, in die mit der Deutschen Post verschickt wird. Antwort:

Leider können wir Ihnen so eine Liste nicht senden, da sich diese PLZ-Gebiete praktisch jede Woche ändern; es fallen Postleitzahlen weg und es kommen Postleitzahlen hinzu.

Also ist es ein Lotto-Spiel.

Gruß Frank
 
jmh67 Am: 01.10.2019 07:50:59 Gelesen: 824# 4 @  
Ja, das Thema hatten wir schon mehrmals.

Das sind wohl die "Segnungen" des 21. Jahrhunderts. Selbstklebende Etiketten mit Thermodruck sind genau genommen Sondermüll wegen der Chemikalien darin. Schon aus Umweltschutzgründen gehört das eigentlich verboten! Irgendjemand muss aber fest geglaubt haben, dass es auf irgend eine Weise effektiv ist, sonst würde das nicht gemacht. Mich ärgert das aber am meisten bei solchen Klebeaktionen. Wenn's nur Stempel wären oder handschriftliche Vermerke, das kennt man ja noch von früher.

Nun muss ja immer die Adresse lesbar bleiben, da ist es also nicht überraschend, wenn Vermerke usw. auch mal auf der Frankatur landen, zumal wenn diese einen großen Teil der Vorderseite der Sendung einnimmt. Dann muss alles schnell gehen, kein Wunder also, wenn Schönheit hintenan zu stehen kommt.

Das Überkleben bei der Privatpost hat freilich noch einen technologischen Grund. Frankaturen haben ihren bestimmten Platz, die enthalten heute auch Vermerke zur Sendungsverfolgung oder automatischen Abrechnung, daher die Strichcodes. Wenn nun die Sendungen durch die Automaten gehen (die sind ja nur so schlau, wie man sie programmiert), dann wird erwartet, dass alles richtig zueinander angeordnet ist. Also wird alles von Bedeutung oben hingeklebt oder -gestempelt. Außerdem ist jeder Briefdienst eine Welt für sich. Auch wenn die Informationen vom vorigen Beförderer übernommen werden, stört dann vielleicht dessen Aufkleber, also drüber mit dem neuen, und Kollege Blech mit dem Kameraauge ist zufrieden.

Etwas Standardisierung könnte vielleicht helfen, Arbeit, Papier und Klebstoff zu sparen, scheint aber bisher nicht für nötig erachtet worden zu sein.

Ob Post und Briefdienste freilich wegen der Forderungen eines kleinen Teils ihrer Kundschaft ihre Prozeduren ändern, ist zweifelhaft. So viele Philatelisten gibt es nicht. Aber beschweren könnt ihr euch trotzdem mal, steter Tropfen höhlt den Stein. Wegen der Benachrichtigungsaufkleber würde ich aber erst mal die Zusteller abpassen und ihnen freundlich mitteilen, dass sie die bitte nicht mehr auf die Marken kleben sollen. Wenn sie unfreundlich werden, kann man's immer noch höher anbinden.

-jmh
 
Pete Am: 13.10.2019 17:51:59 Gelesen: 660# 5 @  
@ iholymoses [#7]

Haha, das kriegen die Spezialisten von der Privatversendern noch besser hin - beim oberen Besipiel ist die Briefmarke komplett überklebt, nur noch "fühlbar"; und unten kein Stempel und dafür eine Marke fast komplett zugeklebt - da tränt das Philatelistenauge:

Beleg oben: die Mannheimer Morgenpost spart sich durch das Überkleben der Frankatur mittels Aufkleber aus der manuellen Sendungserfassung einen ganzen Arbeitsschritt - das Stempeln der verklebten Frankatur (Briefmarke). In der Masse an Belegen summiert sich dies. Grundsätzlich hat man als Briefdienstleister wenig Zeit zwischen Auflieferung von Sendungen im Briefzentrum (Bsp. Briefkastenleerung) bis hin zum Sendungsabgang Richtung Briefzustelldepot, wenn es bei der gewünschten Laufzeit (innerhalb des eigenen Zustellgebietes) bei E+1 bleiben soll.

Beleg unten: die beiden mittig gesetzten Aufkleber von LMF aus Augsburg stammen von einer Großbriefsortieranlage. Da die Empfängeranschrift der Sendung im ersten Durchlauf nicht maschinell gelesen werden konnte, musste die Sendung nach vorheriger Bearbeitung am Bildschirm (manueller Adresseingabe) ein zweites Mal durch - daher zwei Aufkleber auf der Frankatur.

@ Fridolino [#8]

Ich habe dann bei post modern nachgefragt, was das soll, und folgende Antwort erhalten:

"Da wir leider aktuell innerhalb Deutschland keine flächendeckende Zustellung anbieten können, müssen bestimmte Sendungen über die Deutsche Post AG zugestellt werden. Seitens dieser ist es unbedingt erforderlich, alles, was auf Post Modern verweist, zu neutralisieren. Andernfalls werden diese Sendungen an uns zurückgeführt."


Die Aussage von PostModern ist inhaltlich für deinen Beleg durchaus korrekt, wenn auch etwas pingelig bzw. in diesem Fall etwas ungünstig ausgefallen. Seitens der Deutschen Post AG wird gefordert, dass die sog. Frankierzone (oder Freimachungszone) keine Merkmale von Postmitbewerbern aufweisen darf. Bei C6-Sendungen befindet sich diese Freimachungszone rechts oben von 74 mm waagerecht und 40 mm senkrecht auf der Briefumschlagvorderseite, siehe auch [1]. Gleiches gilt auch für die sog. Codierzone rechts unten auf der Briefumschlagvorderseite (150 mm lang und 15 mm hoch). Die PostModern-Frankatur ragt in diesem Fall marginal in das Feld der Codierzone hinein. Wie eingangs geschrieben, pingelig.

Ich schließe generell nicht aus, dass manch ein Mitarbeiter eines annehmenden Briefzentrums der Deutschen Post AG die eigene Vorschrift etwas übergenau auslegt und darauf besteht, dass alle Merkmale, welche auf einen Postkonkurrenten hinweisen, briefumschlagvorderseitig überklebt sein müssen, obwohl dies faktisch nicht notwendig ist.

Gruß
Pete

[1] https://www.deutschepost.de/content/dam/dpag/images/D_d/dialogpost/downloads/automationsfaehige-briefsendungen-2016.pdf (pdf-Seite 18, Abbildung 10)
 
Ostbrandenburger Am: 04.12.2019 11:10:46 Gelesen: 512# 6 @  
Überklebung von Marken der Post Modern

Wer kann mir eine schlüssige Antwort geben, warum immer noch Briefmarken und auch die dazugehörenden Stempel zugeklebt den Empfänger erreichen?

Man macht einem Sammler eine Freude und versendet einen tollen Brief vom Striezelmarkt in Dresden, darauf ist eine Sondermarke und einer von den vielen Sonderstempel zum Striezelmarkt und freut sich ... bis dann ... eine nicht so erfreuliche Mail vom bedachten Empfänger des Briefes ankommt.

Der Blick auf das im Anhang befindliche Foto läßt dann schon Groll aufkommen (mein Foto hier). Ich habe auf diese unschöne Überklebung keine Antwort, warum ?


 
Seku Am: 04.12.2019 12:12:35 Gelesen: 494# 7 @  
@ Ostbrandenburger [#6]

Es trifft auch andere: Die "Dampfbahn-Route Sachsen" versendet Werbematerial mit eigenen Marken der "postMODERN", das dann so ankommt.



Es ist wohl so, dass bei mir in der Region um Nürnberg keine Privatpost mehr existiert, die zustellen könnte. So wird das von "postMODERN" an die Deutsche Post weiter gegeben und vorher frankiert.
 
Pete Am: 04.12.2019 19:59:28 Gelesen: 447# 8 @  
@ Ostbrandenburger [#6]

Das Thema und speziell PostModern aus Dresden hatten wir erst im Forum gehabt - siehe [1] (Beiträge 3 bis 5) ;-)

Die Ursache für die Frankatur Deutsche Post AG (Frankit) kann verschiedene Ursachen haben, vorausgesetzt es existiert ein Zustellpartner vor Ort:

- Zusteller erhält (wiederholt) keinen Zugang zur Innenbriefkastenanlage im Hausflur
-> Untervariante: Klingel unbeschriftet und kein Zugang zur Innenbriefkastenanlage (daher auf Verdacht an die DPAG gegeben, da der Empfänger doch dort erreichbar sein könnte)
- Zustellbezirk aufgrund Urlaub/Krankheit nicht besetzt und keine Vertretung greifbar (vor allem im Winter sicherlich nicht so unvorstellbar)
- an ein Postfach adressierte Sendung, wo manche Briefdienstleister nicht zustellen (in diesem Fall aufgrund der Postleitzahl eher nicht der Fall)
- witterungsbedingte Zustellhindernisse bei extremen Wetterlagen (Glatteis bzw. Dauerschneefall bei bergiger Lage - wer fährt gern mit dem Zustellfahrzeug auf Glatteis und riskiert dabei seine eigene Gesundheit?)
- Zustellerstreik (gab es bei PIN Berlin vor einigen Jahren für mehrere Wochen)
- maschinelle Fehlsortierung im Briefzentrum (Routingfehler)
- ...

Anhand der schwarzen Codierung ist ersichtlich, dass sich die Sendung in Berlin befunden haben muss. Das Kürzel "[DE]1154/MA1211" für PIN Berlin deutet wie der UPOC beginnend mit 010081 explizit darauf hin (dito Schrifttype und Schriftgröße). Die Frankiergerätenummer 3D06000850 gehört allerdings zu PostModern aus Dresden (Beispiel siehe [2]). Da keine Unzustellbarkeitsmerkmale auf der Briefumschlagvorderseite ersichtlich sind, gehe ich von einem Briefsortierfehler im Briefzentrum von PIN Berlin aus, wodurch die Sendung irrtümlich an PostModern aus Dresden zurückgeschickt wurde. Dort fiel der Fehler auf und man übergab die Sendung - um weitere Laufzeitverzögerungen zu vermeiden - der Deutschen Post AG.

Irrläufer können, wenn diese unerkannt bleiben und nicht separat behandelt werden, diverse Male zwischen zwei Briefzentren hin- und hergeschickt werden (Briefzentrum A liest den Empfänger als Empfänger, Briefzentrum B (meist) maschinell den Absender als Empfänger). Dies sollte in der Praxis nicht passieren, kommt allerdings vor. Um den "Teufelskreislauf" zu unterbrechen, wird die betroffene Sendung kurzerhand an die DPAG gegeben. Mich würde es nicht überraschen, wenn innerhalb des Netzwerkes der Mail Alliance eine entsprechende Richtlinie/Arbeitsanweisung existiert, in dieser Form derartige Sendungen zu bearbeiten.

Gruß
Pete

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=13275
[2] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/13636

[Beiträge [#6] bis [#8] redaktionell auf das von Pete genannte Thema verschoben]
 
marc123 Am: 08.12.2019 11:43:36 Gelesen: 377# 9 @  
@ muemmel [#1]

Hallo Mümmel,

ich habe dieses Problem leider auch häufiger hier in Luxemburg. Auch ich war nicht anwesend.



Obschon es sich um einen Aufbrauch älterer Marken handelt hat sich der Absender doch Mühe gegeben. Die Marken sind auch Colmar-Berg in blau abgestempelt, was man nicht alle Tage bekommt. Das Label zu entfernen bringt auch nicht, dann würde ich die Marken beschädigen.

Liebe Grüße
Marc
 
helfried Am: 10.12.2019 11:41:25 Gelesen: 314# 10 @  
Das klappt in der Neuzeit sogar mit den EDV - Stempelautomaten. Man überstempelt sogar schöne Handstempel.



SCHADE! Das bringt mich zu der Überlegung, ob das Sammeln noch Spaß macht.

FG an Alle
 
Seku Am: 10.12.2019 13:49:15 Gelesen: 288# 11 @  
@ helfried [#10]

Hallo Helfried,

zwar kein Aufkleber, aber genauso ärgerlich. Insbesondere, wenn es bei Sonderabstempelungen geschieht.



Sowas passierte mir schon mehrmals.

Gruß

Günther
 
Francysk Skaryna Am: 11.12.2019 11:09:49 Gelesen: 238# 12 @  
@ jmh67 [#4]

Moin,

nun muss ja immer die Adresse lesbar bleiben, da ist es also nicht überraschend, wenn Vermerke usw. auch mal auf der Franktur landen.

Das sollte man annehmen. Die Regel ist das aber offenbar nicht mehr. Dieser Tage bekam ich in der Filiale einen R-Brief ausgehändigt, bei dem der Absender zugelabelt war. Wie man im Falle der Nichtabholung den Brief wieder an den Absender zurückschickt bleibt ein Rätsel - am Schalter konnte man eine dahin gehende Frage nicht beantworten.

Gruss
 
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