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Thema: Luftangriff: Kommt das Paket bald per Drohne?
Francysk Skaryna Am: 27.06.2016 11:45:03 Gelesen: 3420# 1 @  
Moin,

die Post plant Einbindung des DHL-Paketkopters in ihre Logistikkette [1] und hat entsprechende Tests mit der dritten Generation ihrer Paketdrohnen im Rahmen eines Forschungs- und Innovationsprojektes in Bayern abgeschlossen. Bereits im Vorfeld gab es Versuche mit Paketdrohnen zur Insel Juist [2]. Bei diesem Test der Deutschen Post ging es erstmals um den Einsatz von Drohen im Alltagsbetrieb. Dabei brachte ein Paketkopter ohne Eingriff von außen Medikamente zu einer Apotheke.

Der Einsatz dieser Drohnen ist nicht ganz unumstritten [3]. In Bayern liefen die Bürger gegen die Drohnen Sturm - unter anderem aus Sorge vor Schaden für den Tourismus. Immerhin fliegen die Drohnen autonom. Der Postkonzern hält sich mit Einzelheiten derzeit zurück - obwohl die Versuche in der Nordsee bereis ausgewertet sind. Bei den Flügen nach Juist gab es Wetterprobleme. So ließen Sturm und Regen keinen regelmäßigen Flugverkehr zu. Der Einsatz von Logistikdrohnen im öffendlichen Raum ist nicht ganz einfach [4]. Derzeit gibt es für den Betrieb der Drohnen bestimmte Regeln [5] hinsichtlich Flughöhe und der Nutzung des Luftraumes über bewohntem Gebiet. Mittlerweile plant das Bundesverkehrsministerium Neuregelungen [6]. Bislang ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers grundsätzlich verboten. Landesbehörden können künftig Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Steuerers erlauben, wenn der sichere Betrieb nachgewiesen wird.

Die Deutsche Flugsicherung hält es zudem für notwendig, Drohnen registrieren zu lassen [7]. Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flugsicherung, fordert, dies in der geplanten Neufassung der Luftverkehrsordnung festzuschreiben um bei einer wachsenden Zahl von Drohnen die Sicherheit im deutschen Luftraum zu gewährleisten.

Auch die US-Luftfahrt hat mittlerweile Regeln für kommerziell genutzte Drohnen veröffentlicht [8]. Auch Amazon setzt auf Technik statt Mitarbeitern undtestet derweil fleißig die Paketzustellung per Drohne [9] + [10].

Wie der Nachweis des sicheren Fluges aussehen soll, bleibt wohl erst mal ein Geheimnis. Aus wirtschaftlichen Gründen werden die Drohen wohl den direktesten Weg zum Ziel und zurück nehmen - und dabei sicher wenig Rücksicht auf Menschen und andere Luftfahrezuge nehmen. Auch Gleitflieger sind in diesen Flughöhen unterwegs. Wie soll denn eine autonom fliegende Drohne angemessen reagieren können? Und selbst wenn sie vom Boden aus gesteuert wird, dürfte eine einfache Kamera an Bord der Drohne kaum ausreichen, um Situationen angemessen einschätzen zu können? Wie will man mit Abstürzen umgehen? Wird man menschlichen Schaden - soweit vom Absturz betroffen - als Kollateralschaden verbuchen? Das ist wohl kaum akzeptabel! Die Wetteranfällugkeit der Fluggeräte, die sich bei den Flügen nach Juist offenbarte, zeigt auch die (zumindest derzeitigen) Grenzen dieser Technik auf.

Es bleiben Fragen und die Frage nach der Perspektive dieser Dinger an sich.
Vielleicht gibt es ja ein paar Optimisten im Forum, die die passende Lösung schon im Petto haben.

Gruss

[1] http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2016/einbindung_dhl_paketkopter_logistikkette_erfolgreich_getestet.html
[2] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutsche-post-testet-paket-drohne-zur-insel-juist-13171134.html
[3] http://www.welt.de/wirtschaft/article149529313/Die-Angst-der-Bayern-vor-Post-Drohnen-auf-der-Alm.html
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Logistikdrohne
[5] http://www.drohnen.de/vorschriften-genehigungen-für-die-nutzung-von-drohnen-und-multicoptern/
[6] https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/151108-drohnen.html
[7] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Flugsicherung-fordert-Registrierung-von-Drohnen-3246707.html
[8] http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Luftfahrt-Regeln-für-kommerziell-genutzte-Drohnen-veröffentlicht-3244655.html
[9] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-Prime-Air-Lieferdrohne-soll-Pakete-bis-zu-2-5-kg-Gewicht-transportieren-können-3074817.html
[10] http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgüter/prime-air-mit-mini-drohnen-achtung-da-kommt-ein-amazon-paket-geflogen/9155732.html
 
olli0816 Am: 27.06.2016 15:23:58 Gelesen: 3374# 2 @  
Es gibt tatsächlich einen Anbieter, der ganz öffentlich ab August eine Drohne anbieten wird, die auf Gegenverkehr achtet und diesem automatisch ausweichen kann. Das macht natürlich Flugverkehr für Logistikanbieter wesentlich berechenbarer. Angeblich wurden die Gesetze in den USA vor kurzem sehr gelockert, damit mehr Drohnenverkehr möglich wird. Die Drohnen sind im Verhältnis sogar recht preisgünstig (ca. 1.800 €) und bei größeren Stückzahlen kann ich mir vorstellen, dass der Preis um einiges niedriger ist. Das macht das Versenden von Paketen natürlich preislich attraktiv. Wegen Schleichwerbung nenne ich keine Hersteller. Aber Google richtet das schon, wenn man sich dafür interessiert.

Trotzdem denke ich nicht, dass wir sehr schnell diese Technologie bekommen werden, obwohl mehr Vorteile als Nachteile entstehen.

Ein wesentlicher Nachteil ist natürlich, das viele Arbeitsplätze verloren gehen. Es werden weniger LKWs gefertigt und benötigt, dafür Drohnen gebaut. Andererseits weniger Verkehr auf den Straßen. Die Auswirkungen sind sicher aus heutiger Sicht nicht abzusehen.

Regen und vor allem Schneefall machen es wie bei den selbstfahrenden Autos ggw. noch schwierig, diese Technologie komplett einzusetzen. Wobei Wettereinflüsse bis auf Extreme wie z.B. Sturm bei Drohnen nicht ganz so schlimm sind wie bei den selbstfahrenden Autos, da es nicht so viele Hindernisse gibt. Aber diese Sachen müssen natürlich gelöst werden, bevor man die Technik sicher einsetzen kann. Wer möchte denn ein Packet auf seinen Kopf bekommen, während er spazieren geht :).
 
Cantus Am: 27.06.2016 16:46:31 Gelesen: 3362# 3 @  
Diese ganze Technik hört sich zwar erst einmal recht interessant an, aber bestimmte Details werden dabei bisher kaum bedacht. Möglicherweise wird der postinterne Posttransport zu einem heute noch nicht definierten Zeitpunkt einen Wandel weg vom LKW und hin zur Drohne vollziehen, auch wenn mir nicht ganz klar ist, wie denn eine Drohne den mengen- und gewichtsmäßigen Inhalt eines LKW transportieren soll. Für die Zustellung an einen Postkunden wie mich wird es aber davon unabhängig weiterhin menschlicher Aktivitäten bedürfen.

Vor kurzem habe ich irgendwo gelesen, dass es Bemühungen gibt, auch solche Drohnen zu konstruieren, die von Menschen für die eigene Fortbewegung genutzt werden können. Man stelle sich nur einmal vor, alle die Menschen, die heute glauben, ohne Handy nicht mehr leben zu können, würden nun mit Freude solche neuen technischen Errungenschaften - koste es, was es wolle - für sich selber nutzen, ihre tägliche Fortbewegung also nicht mehr auf der Erde, sondern in der Luft realisieren. Was für ein absehbares Chaos da wohl entstehen würde, es sei denn, mit riesigen Infrastrukturinvestitionen würden temporegulierte Luftverkehrswege für diese Art der Fortbewegung geschaffen werden. Das sind aber Zukunftsvisionen, die ich zeit meines Lebens mit Sicherheit nicht mehr erleben werde.

Viele Grüße
Ingo
 
Holzinger Am: 27.06.2016 19:21:50 Gelesen: 3337# 4 @  
Wir wollen auch den philatelistischen Hintergrund nicht ganz vergessen.

Wir brauchen dann ja spezielle "Drohnenpostmarken" bzw. bzw. Zuschlagmarken für die persönliche Zustellung/Entgegennahme bzw. "Eildrohnenzuschlag" usw.

Ein interessantes, neues, Sammelgebiet. Spezialsammler orientieren sich dann auch an "Drohnenkatastrophenpost" aus Abstürzen !

Warten wir es ab. :-) :-)
 
wajdz Am: 27.06.2016 20:54:23 Gelesen: 3319# 5 @  
Die heutige Situation:

Der Paketzusteller, unterbezahlt und überfordert, klingelt kurz, zückt seinen Scanner, druckt die „nichtangetroffen-Botschaft“ aus und eilt weiter. Der Empfänger darf sich nun während der nächsten 7 Tage zum Postlager begeben, bei uns in Berlin-Pankow in eine entlegene Nebenstraße verzogen und sich sein Paket selber holen. Praktisch seine eigene "Drohne".

Wie der private Autoverkehr, der in der Stadt mangels Parkplätzen bald nur noch Bodenfläche-Eigentümern möglich ist, wird die Güterzustellung per "Drohne" auch nur Leuten mit eigenem Landeplatz vorbehalten bleiben. Alles eine Geldfrage. Wer heute schon genug ausgeben kann, braucht sich nicht in vollen Discountern rumzudrängeln, sondern bestellt im Netz und läßt liefern.

Die Schöne Neue Welt winkt uns schon mal zu.

Vielleicht ein neues Geschäftmodell für Jung-Unternehmer: Seebestattung per Drohne. Koordinaten eingeben, kurze Verabschiedung auf dem Startplatz des Bestatters und Tschüss. ;-)

MfG Jürgen -wajdz-
 
merkuria Am: 27.06.2016 23:00:51 Gelesen: 3301# 6 @  
@ wajdz [#5]

Guten Abend Jürgen,

Dein vorgeschlagenes Geschäftmodell für Jung-Unternehmer existiert bereits! [1] Unter dieser Seite gibt es am Schluss ein Kapitel mit dem Titel "Himmelsbestattung (Elektrodrohne)". Es gibt heute fast nichts, dass es nicht gibt!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://www.bestattungshaus-kuhnert.de/bestattungsarten/feuerbestattung/ballon-luftbestattungen/
 
wajdz Am: 28.06.2016 00:21:52 Gelesen: 3293# 7 @  
@ merkuria [#6]

Ich versichere, daß ich von dieser Variante nichts wußte. Aber wie beim Zoll: Wo ich ein Versteck im Auto für Konterbande austüfteln würde, haben die Fahnder schon eine genaue Liste der Möglichkeiten.

Ich habe es zwar nicht eilig, aber jedenfalls gefällt mir diese Idee bei genauerem Nachdenken immer besser.

MfG Jürgen-wajdz
 
olli0816 Am: 28.06.2016 06:03:35 Gelesen: 3282# 8 @  
@ Cantus [#3]

Das sehe ich nicht so schnell kommen. Die Leistungsfähigkeit der Drohnen sind noch sehr eingeschränkt, um Personen zu befördern. Ausschliessen für die Zukunft würde ich es aber nicht. Auch einen kompletten Inhalt eines LKWs oder eines Containers wird noch dauern, wenn es überhaupt technologisch Sinn macht. Aber wer weiß, was sich in dieser Richtung in 20 Jahren tut?

Was die Zustellung von Postpaketen betrifft, ist das logistisch gar nicht mal so schwer zu lösen, auch ohne Lagerplatz. Man bekommt eine Nachricht, wann es denn genehm ist, dass das Packet angeliefert wird, am besten per Handy. Man gibt den Liefertermin ein mit einem definierten Lieferplatz, quittiert bei Ankunft mit seinem Handy und das wars. Da die Post viele Drohnen besitzen wird, kann sie auf Liefertermine flexibel reagieren und sich nach dem Kunden richten. Das kann man sogar so automatisieren, dass die Drohnen untereinander kommunizieren und sich selber möglichst effektiv einsetzen können anhand der Anzahl, der Aufträge, Gebiete und Entfernungen. Das nennt sich IoT (Internet of Things) und ist technisch gesehen nicht mehr so weit weg. Ob es da noch Briefmarken für geben wird, bezweifle ich stark. Übrigens kann man das sogar umgekehrt andenken: Ich möchte ein Packet versenden, rufe mit meinem Handy eine Drohne, packe das Packet da rein, quittiere es, dass es abgegeben wurde und los gehts. Spart den Gang zur Post.

Dazu kommt die Lieferzeit: Wenn man bei Amazon etwas bestellt, kann man es vielleicht schon innerhalb ein bis zwei Stunden geliefert bekommen. Sofern man sich die Dinge in 10 Jahren nicht selber ausdruckt :).

Die Welt verändert sich und das immer schneller. Die neue Methode ist sicher praktisch, aber kostet natürlich eine Menge Arbeitsplätze. Ist nicht der einzige Bereich, wo das passieren wird.
 
drmoeller_neuss Am: 28.06.2016 09:54:13 Gelesen: 3249# 9 @  
Immer wenn es etwas neues gibt, sind die Bedenkenträger zur Stelle. Da ist in der Überschrift sogar von "Luftkrieg" die Rede. Die "Bild-Zeitung" hätte es nicht besser gekonnt.

Bleiben wir realistisch. Auch in hundert Jahren wird es betriebswirtschaftlich sinnvoller sein, 500 Pakete in der Großstadt mit einem Transporter und einem Fahrer auszuliefern als mit 500 autonom fliegenden Drohnen.

Aber es gibt in Deutschland immer noch Postboten und Paketzusteller, die eine Stunde mit dem Boot oder Langlaufskiern zum Kunden unterwegs sind, um eine Werbedrucksache zuzustellen. Die Post hat schliesslich einen Versorgungsauftrag.

Zukünftig kann die Drohne die zwei Kontoauszüge für die Bewohner der Hallig zustellen, und auf dem Rückflug gleich die drei Urlaubspostkarten mitnehmen. Denkbar sind Drohnen auch zur Versorgung von einsamen Gehöften. Dort ist auch Platz zum Landen und Platz im Luftraum.

Ich denke auch an den Rettungsdienst. Blutkonserven können mit der Drohne zum Einsatz geflogen werden und der Rettungshubschrauber oder der Krankenwagen können stehen bleiben.
 
DL8AAM Am: 29.06.2016 02:40:41 Gelesen: 3184# 10 @  
@ Cantus [#3]

Vor kurzem habe ich irgendwo gelesen, dass es Bemühungen gibt, auch solche Drohnen zu konstruieren, die von Menschen für die eigene Fortbewegung genutzt werden können.

Ingo, nur zur Info, wenn Du einen Facebook-Zugang hast, hier ist ein aktuelles Video:

https://www.facebook.com/cheechmarin/videos/10154890935384867/

Diese Menschendrohnen (im Prinzip fliegende Skateboards) fliegen schon und sind scheinbar bereits sogar "serienreif", das ist also keine Zukunftsvision mehr. Nur das Gleichgewichthalten stelle ich mir dabei aber noch als echte Herausforderung vor ;-) Noch ..., ich denke aber das man da konstruktiv (mit Rahmen und "Wackelautomatik") recht leicht etwas machen kann.

Gruß
Thomas
 
olli0816 Am: 29.06.2016 09:30:16 Gelesen: 3160# 11 @  
@ DL8AAM [#10]

Danke für das Video. Das kannte ich noch nicht. Ich habe mal ein bisschen gegoogelt und der Erfinder besitzt ein kleines Unternehmen, hat aber schon erstaunlich viele Verkaufspartner:

http://zapata-racing.com/flyboardair-en/

Trotzdem ist das noch weit weg von massentauglich. Die Werte auf seiner Webseite sind zwar beeindruckend:

Autonomous flight up to 10,000 feet -> also über 3.000 Meter (würd ich mir nicht zutrauen :))

– Top speed of 150km/h (93,2 mph)
– 10 min autonomy

Die 10 Minten Flug sind noch das KO-Kriterium für Massentauglichkeit. Auch denke ich mir, dass Unfälle bei 150 Kilometer/h fast immer tödlich sind und damit die Zulassung Probleme bereitet. Absturz bei sagen wir mal 50 Meter Höhe ist wahrscheinlich auch Ende. Die Lautstärke ist noch ein Problem, finde ich. Wenn das Gerät ausfällt während dem Flug, ist auch interessant, ob es Sicherheitssysteme gibt und wenn ja, welche.

Trotzdem ist die Webseite und die Möglichkeiten sehr beeindruckend. In 5 Jahren schauen die Leistungswerte sicher ganz anders aus. Da sieht man mal, wie schnell sich das weiter entwickelt.

Was ich hier auch noch interessant finde ist die maximale Last, was der tragen kann. Ein Mensch wiegt schon viel und damit kann man ohne Probleme alle möglichen Pakete damit transportieren. Gewicht scheint zumindest für Lasten bis 50 Kilo kein Problem zu sein.

Der ist wirklich gut und die Webseite ist klasse. So stelle ich mir gute Webseiten vor.
 
Francysk Skaryna Am: 01.07.2016 11:55:41 Gelesen: 3077# 12 @  
Moin,

@ drmöller_neuss [#9]

Immer wenn es etwas neues gibt, sind die Bedenkenträger zur Stelle.

Man muss auch nicht blind allem ungefragt hinterher laufen, nur weil es neu ist. Ein paar Fragen sind meine ich schon gerechtfertigt. Wer will die Dinger denn steuern und wie? Bei den Google - Autos sehen wir, dass die Technik für autonomes Fahren alles andere als reif ist [1] + [2]. Dynamische Umgebungen sind einfach zu komplex, als dass man der Technik alles alleine überlassen kann. Und auch in der Luft ist die Komplexität nicht geringer. Derzeit ist die Technik - von sehr begrenzten Ausnahmen (wie dem Katastropheneinsatz) abgesehen - nicht mehr als Spielerei und taugt bestenfalls als Assistenzsystem des Fahrers. Mit zunehmender Komplexität steigt zwangsläufig auch der Umfang der Programmsteuerung. Wer will denn hier für Fehlerfreiheit sorgen?

Ferner:
Wie findest Du es, wenn Dein Grundstück permanent von Drohnen überflogen wird? Dafür fahren aber weniger Autos auf der Straße! Wie paßt das zusammen? Und wie findet es Deine Frau, wenn sie im Garten liegt und mal wieder eine Drohne über ihr schwebt? Die tut doch nichts, die bringt nur das Päckchen für den Nachbarn und schaltet während der Landung ihre Kamera ein - aus Sicherheitsgründen versteht sich! Habt Ihr doch sicher vollstes Verständnis für!
Ach ja, und die Banditen brauche ja nun nicht mal mehr die Arbeit machen, Packstationen zu Hacken [3]. Sie Warten, bis eine Drohne ein Paket anliefert und fischen es ab. Geht doch ganz locker!

Kurz:
Die Technik ist unausgegoren oder braucht einen erfahrenen Piloten, der genauso gut die Sendungen konventionell zustellen kann, zudem bleiben rechtliche Fragen hinsichtlich Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten (über die wird man ja hoffentlich noch selber entscheiden dürfen!).


@ DL8AAM [#10]

Diese Menschendrohnen ...

... sind fliegende E-Boards. Der Begriff trifft ´s besser als Skateboard. Hoverboard [4] nennt man das wohl. Dazu gab es schon eine Komödie. [5]

[1] http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-03/google-auto-selbstfahrend-unfall-technik
[2] http://www.tagesschau.de/ausland/tesla-unfall-101.html
[3] http://www.heise.de/ct/artikel/Hintergruende-des-Packstation-Hacks-3248029.html
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Hoverboard
[5] https://www.youtube.com/watch?v=TkyLnWm1iCs
 
EdgarR Am: 01.07.2016 13:53:45 Gelesen: 3061# 13 @  
@ Holzinger [#4]

Luftpostmarken plus Luftpost-Aufkleber müsste doch wohl reichen ?
 
olli0816 Am: 01.07.2016 15:40:53 Gelesen: 3043# 14 @  
@ Francysk Skaryna [#12]

Der Gedanke ist sicher dabei, dass niemand etwas per Hand steuert. Ich war vor etwa zwei Jahren auf einer Veranstaltung eines bekannten Chipherstellers, wo das obere Management vorgestellt hat, wie man eine ganze Stadt inkl. Auto-, Zug und Flugverkehr automatisch steuern kann. Diese Sachen sollen per IoT realisiert werden und es waren Pläne dabei, dass die Autos autonom fahren. Letztendlich hat man bei Drohnen noch die dritte Dimension dabei, wobei ich denke, das hier die Komplexität geringer ist, da man keine "unbeherschbaren" Menschen berücksichtigen muß. Dafür hat man Vögel.

Die Fortschritte der letzten Jahre sind enorm und wenn man sich die technologischen Sprünge der nächsten Jahre anschaut, wird einiges möglich werden, was wir uns heute schwerlich vorstellen können. Du hast Fragen gestellt, die nicht von der Hand zu weisen sind. Stichwort: Wie viel Privatspähre soll es noch geben? Andererseits kannst Du davon ausgehen, wenn Du einen Garten dein eigen nennst, dass da schon viele Drohnen drüber geflogen sind. Die sind nicht mehr teuer und es gibt nicht wenige, die so etwas besitzen. Mir ist vor kurzem im Wald einer begegnet, der mir gesagt hat, das er per Drohne auf Hasenjagd geht. War ein ganz junger Typ und die Art der Hasen überlasse ich jetzt mal deiner Fantasie.

In Japan sind sie auf Technikspielereien noch wilder als wir hier in Deutschland. Da muß das Aufkommen der Drohnen so groß sein, dass die Städte und der Staat sich Strategien überlegen, wie sie den Luftraum wieder drohnenfrei bekommen. Wenn man sich die Leistungswerte bei der oben genannten anschaut und dafür eine kleine nimmt, die keinen Menschen tragen muß, kann man sich vorstellen, dass die noch schneller und wendiger sind.

Was die Technik betrifft: Ja, sie sind alles andere als perfekt. Aber sie werden mit jedem Jahr besser. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dass die gröbsten Probleme gelöst sind. 5 Jahre gebe ich dem ganzen noch.
 
Francysk Skaryna Am: 02.07.2016 11:03:30 Gelesen: 3013# 15 @  
Moin,

@ olli0816 [#14]

Wie viel Privatspähre soll es noch geben? Andererseits kannst Du davon ausgehen, wenn Du einen Garten dein eigen nennst, dass da schon viele Drohnen drüber geflogen sind

Das ist auch eine gesellschaftliche Frage. Ein interessantes Detail beim Bau der Wuppertaler Schwebebahn ist, dass sich vor allem die Anwohner in den Ortsteilen Vohwinkel und Sonnborn einwandten, dass nun jeder in ihre Wohnungen [die in der 1. oder 2. Etage lagen und auch heute noch liegen] schauen könne [die Schwebebahn verläuft hier über der Straße zwischen den Häusern]. Das war vor über 100 Jahren und am gesellschaftlichen Selbstverständnis hat sich nichts wesendliches geändert. Außer dem Maß der gegenseitigen Rücksichtnahme.

@ olli0816 [#14]

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dass die gröbsten Probleme gelöst sind. 5 Jahre gebe ich dem ganzen noch.

Die Technik entwickelt sich - wie Du ganz richtig anführst - rasend schnell. Aus welcher Zeit stammen eigentlich diese heute phantastisch anmutenden Visionen früherer Entwickler, dass wir zur Jahrtausendwende nur noch selbstfahrende Autos hätten? Das war irgendwann in den 1960er und man meinte mit der Jahrtausendwende die bereits vergangene (1999/2000) und nicht die noch kommende.

So weit sich die Technik entwickelt, je mehr Fragen wirft sie auf. Das Entwicklungstempo steigt dabei genauso inflationär wie die Anzahl der offenen Fragen und ungelösten Probleme.

Das Thema hole ich in genau fünf Jahren wieder heraus. Wenn die Frage dann in Deinem Sinne geklärt ist, geht das Bier auf meinen Deckel. ;-)

Gruss
 
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