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Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 650 Beiträge:
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SH-Sammler Am: 01.01.2018 15:01:19 Gelesen: 156483# 451 @  
@ Heinz 7 [#450] und die Liebhaber der Sitzenden Helvetia

Hallo Sammlergemeinde, allen erst mal die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel.

Nachstehend ein neuer Beitrag, um das Thema der sitzenden Helvetia aus der Versenkung zu holen.

Grosser Briefteil mit einer Nachnahmefrankatur mit schwieriger 40-Rappen Marke auf Faserpapier. Leider hat die Marke etwas gelitten. Es wäre ja zu schön gewesen, wenn mit diesem Brief(teil) alles perfekt gewesen wäre. Die Katalogpreise lassen grüsssen.





BEERINGEN, 29 IV 1882, nach Schaffhausen
Stempel der Stempelgruppe AW 141B.
Taxe: Brief bis 250g im Nahverkehr = 10 Rappen,
Nachnahmezuschlag für Fahrpost = 30 Rappen, total 40 Rappen.

Der Stempel Beeringen mit 2 EE wurde ab ca. 1873 bis mind. August 1882 eingesetzt. Ab Mitte Januar 1883 ist der gleiche Stempel mit nur noch 1 E nachgewiesen. Dass dadurch die Stempelsymmetrie gelitten hat, wurde in Kauf genommen. Der adaptierte Stempel war danach für mehrere Jahrzehnte bis Sommer 1934 im Einsatz.

Allen noch einen schönen Tag und guten Start ins neue Jahr.

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 01.01.2018 15:22:41 Gelesen: 156479# 452 @  
@ SH-Sammler [#451]

Hallo Hanspeter,

danke für das wunderbare Beispiel!

Gedanken eines Fachfremden: Wäre es möglich gewesen, dass in diesen Stempeln alle Buchstaben steckbar waren, also nicht nur, wie sonst auch, die veränderlichen Angaben? Nur das würde m. E. erklären, dass der "neue Stempel" so aussieht. Man hätte nur ein "E" entfernen müssen und das "B" herauf schieben - fertig!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 01.01.2018 16:46:34 Gelesen: 156461# 453 @  
@ bayern klassisch [#452]

Hallo Ralph,

steckbare Stempel wie bei der Kinderpost? Eigentlich kein abwegiger Gedanke. Nur kann ich das nicht einfach so bestätigen. Ich denke, dass das eher nicht der Fall war.

Falls Deine Annahme stimmen würde, müsste es öfters mal zu falsch zusammengesetzten Ortsnamen kommen. So wie bei einer kopfüber eingesetzten Datumbrücke. Nur habe ich dies bei Ortsnamen noch nie festgestellt.

Aus Sicht eines Mechanikers wurde der erste Buchstabe abgeschliffen, des erste E aufgelötet (mit Hartlot) und der Buchstabe erneut graviert. Durch leichtes Überschleifen des ganzen Stempels waren wieder alle Buchstaben gleich hoch, dafür etwas breiter in der Schriftdicke. Ich meine sogar, dass die Schriftbreite beim adaptierten Stempel etwas breiter ist.

Vielleicht gibt es in unseren Reihen einen Stempelspezialisten, der mehr weiss.

Viele Grüsse

Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 01.01.2018 17:42:41 Gelesen: 156450# 454 @  
@ SH-Sammler [#453]

Hallo Hanspeter,

so kann es natürlich auch gewesen sein. Vorteil bei "meiner" Methode wäre aber, dass man den Ort nur ein Mal stellen muss, einen Probeabschlag macht und nie wieder den Ort falsch einstellen würde.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 10.02.2018 14:49:17 Gelesen: 136641# 455 @  
@ bayern klassisch

Dass es sich lohnt, einen Brief auch "VON HINTEN" anzusehen, zeigt folgendes Beispiel:



Wenn wir nur die Vorderseite sehen, werden wir noch nicht viel verstehen. Ein Brief, offenbar 1872 von Zimmerwald wird nach Schwarzenburg gesandt, daneben sehen wir Vermerke des Posthalters. Richtig spannend ist aber die Rückseite!



Wenn wir das alles studieren, scheint Folgendes wahrscheinlich:

Der Brief 28.1.1872 wurde ursprünglich ohne Frankatur versandt und wurde nachtaxiert mit satten 45 Rappen (siehe blaue Farbstift-Notiz).

Offenbar ging der Brief dann zurück nach Bern und dann "ping-pong-mässig" hin und her! Wir sehen drei weitere "ZIMMERWALD"-Stempel zwischen dem 1. und dem 8. Februar; "BERN"-Stempel gibt es offenbar sogar 3 oder 4 verschiedene 28.1.-8.2.1872, und auch vier "SCHWARZENBURG" (alle mit verschiedenen Daten!).

Die Briefmarken (50 Rappen) wurden erst am 8.2.1872 abgestempelt! Es ist anzunehmen, dass der Brief x-Mal hin- und hergeschickt wurde, bis schliesslich jemand gefunden wurde, der die Gebühr auch tatsächlich bezahlte!

Kurios!

Was ist solch ein Brief wohl wert? Immerhin ist die 40 Rappen-Frankatur ja selten.

Heinz
 
bayern klassisch Am: 10.02.2018 15:13:58 Gelesen: 136631# 456 @  
@ Heinz 7 [#455]

Lieber Heinz,

das ist ein Spitzenstück und wer den in der Sammlung hat ist ein glücklicher Mensch!

Was er wert ist, wird schwer zu bestimmen sein. Ein Banause rechnet den Wert der besseren Marke auf Brief und gibt den der günstigeren Marke lose dazu, damit der Witz komplett ist.

Ich würde, wäre ich innerschweizerischer Sammler, gerne 50 oder 60 Euro für ihn geben und keine Sekunde diesen Preis bereuen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 08.03.2018 00:14:39 Gelesen: 133646# 457 @  
@ Kanalsauger [#154]

Kanalsauger hat uns eine perfekt gestempelte 25 Rappen-Marke gezeigt.

Ungestempelt ist die Marke nicht besonders selten, und auch Einheiten kann man günstig finden. Ich erachte dies als tolle Möglichkeit, mit wenig Geld einen schönen Blickfang erwerben zu können, denn solche Viererblocks wirken einfach immer gut.



Zumstein Nr. 40, Michel Nr. 32.

Diese Marke wird in diesem Jahr 150 Jahre alt! Ausgabejahr 1868, man muss sich das einmal vorstellen! Sie ist aber farbfrisch, als wäre sie frisch vom Postschalter. Klasse!

Heinz
 
SH-Sammler Am: 10.03.2018 14:14:16 Gelesen: 133488# 458 @  
@ Heinz 7 [#457]

Hallo Heinz,

ich erlaube mir, wieder mal einen Brief zu diesem Thema zu zeigen. Wir wollen die Schweizer Beiträge doch immer etwas im Vordergrund halten.

Nachfolgend ein nicht anbringbarer Brief.

,

UNTERHALLAU mit feinstem Zweikreisstempel (AW 149B) vom 5 XII 1873 nach Wien, ALSERGRUND, IX. Bezirk in WIEN, in der Doppelmonarchie Österreich – Ungarn.

Da der Adressat weder auffindbar noch polizeilich registriert war, wurde der Brief retourniert. Siehe postalische (und polizeiliche?) Hinweise auf der Briefrückseite.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
Cantus Am: 10.03.2018 15:10:42 Gelesen: 133480# 459 @  
@ SH-Sammler [#458]

Hallo,

ich habe hier einen Brief vom 9.1.1875, der einen Stempel "Aarau / fahrendes Postamt" trägt und nach Bozen gelaufen ist. Das Papier des Umschlages ist so dünn, dass der rückseitig aufgedruckte Text vorderseitig als spiegelverkehrter Druck erscheint. Zur Briefmarke kann ich leider nichts sagen, da gegenwärtig bei mir kein Katalog greifbar ist.





Viele Grüße
Ingo
 
SH-Sammler Am: 10.03.2018 16:44:12 Gelesen: 133471# 460 @  
@ Cantus [#459]

Hallo Ingo,

wer kennt schon alle die kleinen Schweizer Gemeinden?

Auch ich habe mich zuerst vergewissern müssen, dass Dein gezeigter Brief von Aarau NICHT ins tirolische Bozen lief, sondern in eine kleine Gemeinde mit dem Namen BÖZEN. Dieser Ort liegt nahe der Eisenbahnlinie Zürich - durch den Bözbergtunnel nach Basel; in der Nähe von Frick, Stein-Säckingen am Rhein, Rheinfelden. BÖZEN ist in direkter Luftlinie ca. 12 km von Aarau entfernt.

Die Taxe für den Brief setzt sich zusammen aus dem Brief"porto" von 10 Rappen plus Nachnahmegebühr + 10 Rappen.

Auch viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
H.G.W. Am: 10.05.2018 20:54:33 Gelesen: 125521# 461 @  
{b]Zweite Linie neben Randlinie bei sitzender Helvetia[/b]

Hallo liebe Schweizer,

hier habe ich eine sitzende Helvetia, bei der ich eine parallele Linie zum rechten äußeren Rand entdeckt habe. Ist es möglich, dass diese Linien für unperforierte Marken zum Ausschneiden gedacht waren?

Gruß Horst


 
remstal Am: 11.05.2018 07:57:07 Gelesen: 125474# 462 @  
Hallo H.G.W.,

nach den Ausführungen des Spezialkatalogs Schweiz (Zumstein) handelt es sich um immer wiederkehrende kleinere Abarten, entstanden beim Ausrichten der Druckstöcke.

mfG remstal
 
H.G.W. Am: 11.05.2018 08:40:58 Gelesen: 125457# 463 @  
Hallo und Danke für die Info!

Das könnte ich mir auch so vorstellen. Es ist ja auch auf der linken Seite an den Zähnen und an einem oberen Zahn noch ein Rest Linie zu erkennen.

Gruß Horst
 
Heinz 7 Am: 21.05.2018 15:38:14 Gelesen: 124379# 464 @  
@ SH-Sammler [#458]

Lieber Hanspeter,

die 10 Rappen rot Sitzende Helvetia (Zumstein Nr. 38) ist die wohl am meisten vorkommende Frankatur der Jahre um ca. 1870. Damit ich mir davon einen Brief kaufe und dafür auch einen nicht unbeträchtlichen Betrag investiere, muss dies schon einen Grund haben. Ich denke, im vorliegenden Fall habe ich diesen Grund gefunden!

Ein Tübli-Brief mit der Zusatzfrankatur von gleich 5 Briefmarken aus meinem (Heimat-Sammlung-) Gebiet habe ich noch nicht oft gesehen! Schön ist auch, dass nicht alle 5 Marken die exakt gleiche Farbe haben, sondern feine Farbnuancen bestehen.

Anbei ein Schreiben der Steuer-Verwaltung an den Pfarrer Meili in Wülflingen.



Es war ein Nachnahme-Beleg, gekennzeichnet: "Armensteuer Stallikon". Somit war der Brief portofrei! Die 60 Rappen aber waren geschuldet als Nachnahmetaxe für das Erheben des Nachnahmebetrages von 54 Franken und 60; ein relativ hoher Betrag. Da wurde ein Betrag eingefordert, der um ein viel-Mehrfaches über der Mindeststeuer lag, die damals von wirklich armen Menschen eingefordert wurde, vgl. z.B. Heinz 7 [#135]. Warum dies unter dem Titel "Armensteuer" lief, weiss ich nicht. Vielleicht ergaben die Abklärungen, dass der Steuerpflichtige doch nicht arm war? - ?

Abgangsstempel "WETTSCHEIL" (Postablage), daneben Bahnstempel "LUZERN-ZÜRICH", rückseitig Durchgangsstempel "ZÜRICH" und "WINTERTHUR".

Ein meines Erachtens spektakulärer, schöner und seltener Brief!

Liebe Grüsse

Heinz
 
bayern klassisch Am: 21.05.2018 15:52:16 Gelesen: 124377# 465 @  
@ Heinz 7 [#464]

Hallo Heinz,

dem Tenor deines letzten Satzes kann wohl jeder uneingeschränkt zustimmen - was für ein Brief! Ja, so schön kann eine sitzende Helvetia sein.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 27.05.2018 15:36:55 Gelesen: 123193# 466 @  
Wir haben in diesem Thema schon viele schöne Briefe gesehen. Es ist mir bewusst, dass der nachfolgend gezeigte Brief kein Wunderstück ist, dazu ist, leider, die Marke zu schadhaft; die Marke hat ein paar kurze Zähne.



Aber den Brief habe ich hauptsächlich wegen dem schönen Stempel gekauft (vor längerer Zeit). Diese kleinen Zweikreisstempel ohne Datum sind bei Schweiz-Sammlern sehr beliebt, und auch ich habe mich dafür begeistern können.

Das Jahr lässt sich leider nicht genau bestimmen, weil kein Vermerk auf der Briefhülle angebracht wurde und der Briefinhalt fehlt. Es gibt auch keinen Ankunftsstempel.

Dieser hätte mir auch geholfen, die Adresse vollständig zu entziffern. Manchmal fällt mir dies noch immer schwer.

Absender war nach meiner Lesart das Gemeindeamman-Amt Ottenbach (abgekürzt: Gmdamamt (mit Verdoppelungs-Strich über dem "m"). Es wurde eine Nachnahme über 20 Rappen (abgekürzt: "Ct." für "Centimes"), dazu kam das Briefporto und die Nachnahme-Provision von nochmals 20 Rappen. Darum erhielt der Brief den Rötel-Vermerk "40". Der Brief wurde adressiert an "Tit. Gemeinderatskanzlei Ob. xxx".

Na, da weiss ich nicht weiter. Auch heute kann ich die Schrift nicht entziffern. - Obwohl: So schwierig sollte das ja gar nicht sein!

Wer kann das lesen?

Heinz
 
SH-Sammler Am: 27.05.2018 16:00:01 Gelesen: 123167# 467 @  
@ Heinz 7 [#466]

Hallo Heinz,

wie wärs mit Ob.Winterthur?

Ich habe auch lange schauen müssen.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 27.05.2018 18:08:16 Gelesen: 123104# 468 @  
@ SH-Sammler [#467]

Lieber Hanspeter,

Ober-Winterthur!

Jetzt, wo Du es sagst, scheint es mir auch klar und nachvollziehbar. Ich denke, ja, Du hast recht! Das dürfte stimmen!

Herzlichen Dank!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.06.2018 21:31:19 Gelesen: 119535# 469 @  
@ bayern klassisch [#465]

Lieber Ralph,

im Thema "Schweiz Dauerserie Strubel Ausgabe 1854 ff" hast Du in Beitrag 171 mir zu einem Beleg gratuliert, den ich gar nicht besitze! Ich habe nur darüber geschrieben, aber dieses Auktionslos habe ich nicht beboten und darum auch nicht erhalten. Schade eigentlich, aber ich konzentriere mich natürlich auf meine Kern-Sammlungen.

Jemand hat sich kürzlich bei mir beklagt, ich würde zu viel über sehr teure und sehr wertvolle Briefmarken schreiben. Ich nehme aber für mich in Anspruch, dass ich auch viel über kleinwertige Marken/Briefe/Stempel/Ganzsachen schreibe. Ich ermuntere z.B. andere Sammler "pausenlos", auch Ganzsachen zu sammeln. Die meisten davon sind sehr preiswert.

Zur Sitzenden Helvetia (dem Thema hier!) kann ich aber eine Neu-Erwerbung vorstellen:



Dieser Nachnahmebrief von 1882 aus Affoltern am Albis nach Knonau ist besonders interessant, weil die 15-Rappen Marke Faserpapier hat, und darum recht selten ist. Die Katalognummer ist 47 (Zumstein) bzw. 39 (Michel).

Ich hatte die Marke gestempelt bereits, aber auf Brief ist es für mich eine Neuerwerbung.

Heinz
 
SH-Sammler Am: 20.06.2018 15:34:27 Gelesen: 117432# 470 @  
Hallo,

in diesem Beitrag gibt es schon viele Briefe mit allen möglichen Frankaturen. Auch Briefe nach Frankreich wurden schon vorgestellt.

Was ich bisher jedoch noch nicht sah, stelle ich mit dem folgenden Belege vor.

,

Brief von Schaffhausen nach Gübwyler im Elsass vom 1. März 1865. Der Brief lief ab Schaffhausen nach Zürich, von dort mit der Eisenbahn „Romanshorn – Bern“ nach Olten (rückseitig Fragment des Bahnstempels), dann weiter nach Basel. Obwohl Schaffhausen einen eigenen PD Stempel (mit Umrandungslinie) im Einsatz hatte, wurde dieser in Schaffhausen offensichtlich vergessen. Das holten die Basler nach und brachten den P.D von Basel an, so wie es die Vorschrift verlangte. Im Austauschbüro zur französischen Post kam der rote Rundstempel SUISSE – St. LOUIS sowie der französische Teilfranko-Ovalstempel 7 / AED drauf.

AED bedeutet „Affranchie Etranger jusq’à Destination“, also frankiert im Ausland bis Enddestination.

Taxierung: 40 Rappen für Briefe vom 2. Schweizer Rayon in „übrige Departemente“ in Frankreich.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 20.06.2018 17:03:51 Gelesen: 117413# 471 @  
@ SH-Sammler [#470]

Hallo Hanspeter,

wenn das wirklich ein "nachgeholter" P.D. - Stempel von Basel ist, dann hast du da ein sehr seltenes Belegstück für diese Spielart, wie man es kaum einmal findet und besser schon gar nicht. Respekt!

Du hast geschrieben:

Im Austauschbüro zur französischen Post kam der rote Rundstempel SUISSE – St. LOUIS sowie der französische Teilfranko-Ovalstempel 7 / AED drauf.

Das ist nicht richtig - die französischen Auswechselbüros, die mit ausländischen Poststellen in direkter Verbindung standen (Kartenschluß genannt), hatten bei frankiert einlangenden Briefen diesen Postvertragsstempel abzuschlagen, aus dessen Nummer in alphabethischer Reihenfolge der Grenzübergang zu ersehen war.

Die Nr. 7 war der Übergang - Basel - St. Louis. So konnte man später, wenn Briefe unanbringlich waren, oder wegen Nachporto nicht zustellbar, diese an genau diesen Grenzübergang retournieren, von wo aus sie dann wieder in das Land der Aufgabe zurück liefen.

Mitte/Ende der 1850er Jahre kamen dann neue Verträge mit vielen Ländern heraus, die an Frankreich grenzten, welche diese Stempel entbehrlich machten. Sie sind gewissermaßen noch eine Reminiszenz an alte, vormarkenzeitliche Postverträge und Zeiten, die mit der beginnenden Moderne zurecht als antiquiert angesehen und abgeschafft wurden.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
ReinierCornelis Am: 20.06.2018 18:42:46 Gelesen: 117397# 472 @  
@ remstal [#462]

Nach den Ausführungen des Spezialkatalogs Schweiz (Zumstein) handelt es sich um immer wiederkehrende kleinere Abarten, entstanden beim Ausrichten der Druckstöcke.

https://de.wikipedia.org/wiki/Blindmaterial

Wenn Blindmaterial in der Druckform beim Drucken so weit nach oben rutscht, dass es mitgedruckt wird, nennt man es Spieß.

Ausrichten sagt mir nichts! Zwischen die Druckstöckel/Klischees wird Blindmaterial gefügt. Und das kann mitdrucken!
 
briefmarkenwirbler24 Am: 05.08.2018 12:31:48 Gelesen: 108800# 473 @  
Guten Morgen allerseits,

lange ist es her, dass ich mich aktiv im Forum beteiligt bzw. mich diesem schönen Hobby gewidmet habe. Im Forum "Altpostgeschichte" habe ich mich bereits wieder zurückgemeldet und auch schon einige Belege, die sich über die lange Zeit angesammelt haben, vorgestellt.

Ich hatte, wie es sicherlich nicht untypisch für mein Alter ist, eine Pause hinsichtlich der Philatelie eingelegt, um mich anderen Dingen zu widmen, habe währenddessen auch erfolgreich mein Abitur geschafft und meinen Führerschein gemacht, jetzt steht als nächstes das Studium bevor. Dennoch will ich mich nun wieder der Philatelie widmen, insbesondere meiner Lieblingssammlung, nämlich der Schweizer Klassik. Ich hatte ja vor 2 Jahren (zumindest meine ich das in Erinnerung zu haben) bereits in der Jugend erfolgreich ausgestellt und will ggf. daran anknüpfen, an Belegen mangelt es auf jeden Fall nicht. :D

Um wieder langsam reinzukommen, fange ich mal mit einem Trauerbrief nach Frankreich an. Die Mitglieder von "altpostgeschichte" werden die Briefe, die ich vorstelle, wahrscheinlich alle kennen, da ich dort wie gesagt früher aktiv gewesen bin, dennoch möchte ich auch hier wieder aktiv mitschreiben.

Wie dem auch sei, das Trauerbriefchen wurde am 27.11.1864 in Vevey aufgegeben und nach Cannes adressiert. Die Adresse des Empfängers lautet "Mademoiselle L.Couve(r), chez M.Luigi, pension Italienne". Der Brief wurde dann per Bahnpost "Sion-Genève" weitergeleitet und passierte Genf noch am gleichen Tag. Vorderseitig ist der Grenzübergangsstempel "Suisse Amb. Marseille", ebenfalls noch vom 27.09., abgeschlagen. Am darauf folgenden Tag kam der Brief dann in Cannes an, wie man der Siegelseite entnehmen kann.

Bezüglich der Taxierung lässt sich sagen, dass der Beleg laut der 4.Tarifperiode (15.08.1859-30.09.1865) zwischen der Schweiz und Frankreich portogerecht frankiert wurde, nämlich 80 Rappen für einen Brief der 2.Gewichtsstufe (7,5 g bis 15 g).

So viel zu diesem Brief, weitere folgen dann in den nächsten Tagen. :D

Liebe Grüße

Kevin


 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.08.2018 21:41:35 Gelesen: 108378# 474 @  
Guten Abend,

heute möchte ich euch einen, wie ich finde, schönen Brief nach Spanien vorstellen:

Aufgegeben wurde er am 02.03.1875 in Neuchâtel und adressiert nach Madrid. Er brauchte ganze 5 Tage bis er dort ankam und trägt den Ankunftsstempel "Estafeta de Cambio Madrid" (Austauschpostamt zum Versand und Empfang der Auslandspost in Madrid). Der Transitstempel ist für mich leider nicht lesbar, dennoch ist sicher, dass er über Frankreich im geschlossenen Briefpaket gelaufen sein muss.

Zur Frankatur ist zu sagen, dass laut Tarif vom 01.11.1867 bis zum 30.06.1875 einfache Briefe bis 7,5 g nach Spanien mit 50 Rappen zu frankieren waren.

Die Buntfrankatur macht den Brief, zumindest für mein Auge sehr ansprechend :D

Vor-UPU Briefe nach Spanien sind nicht allzu häufig zu finden, darum bin ich froh, einen schönen Brief gefunden zu haben.

Liebe Grüße

Kevin


 
SH-Sammler Am: 08.08.2018 06:05:01 Gelesen: 108286# 475 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#474]

Hallo Kevin,

schön, dass Du wieder dabei bist, nach all den Jahren. Ich verstehe. dass Deine Ausbildung wichtiger ist als ein (noch so schönes) Hobby.

Der Transitstempel ist von GENEVE (Genf), von wo aus der Brief nach Frankreich überging.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 

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