Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Fehlprüfungen von BPP und VP Prüfern
Das Thema hat 215 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6   7   8 9 oder alle Beiträge zeigen
 
Carsten Burkhardt Am: 01.12.2016 07:47:30 Gelesen: 80512# 141 @  
@ Markus Pichl [#140]

Wenn man sich die Abschläge genau ansieht, sind sie doch sehr unterschiedlich. Ich würde im Falle von Stempeln nur das prüfen, was ich zeitnah selbst ausreichend belegt habe. Bei Benneckenstein müsste ich passen, weil ich nur Abschläge von 1950 und 1960 (bzw. davor und dahinter) belegt habe in meiner Vergleichssammlung. Wahrscheinlich geht es Herrn Paul ähnlich.

Eine andere Problematik sind die unzähligen Stempel in Privathand. Dazu gibt es einen akribisch geführten Thread in einem anderen Forum
http://www.ddr-spezial.de/Forum/topic.php?id=100&

Dort versuche ich auch auf dem Laufenden zu bleiben. Leider funktioniert die Suche nur rudimentär. Als Treffer kam Benneckenstein nicht heraus. Ich handhabe es bei Stempeln, die ich nicht habe, so, dass ich Anfragen an Kollegen stelle und erhalte auch Antworten von den befreundeten BPP-Prüfern. Ebenso erhalte ich Anfragen zu Farben von Kollegen. Vorige Woche hatte ich einige grenzwertige Marken von Schönherr hier.

Viele Grüße
Carsten
 
drmoeller_neuss Am: 01.12.2016 07:55:21 Gelesen: 80506# 142 @  
@ Markus Pichl [#138]

Pichl schreibt: Somit ist der BPP der einzige dieser drei Prüferverbände, der von Dritten legitimiert ist. Die Verbände APHV und BDPh gelten auch nach wie vor als Träger des BPP, die Trägerschaft für einen zweiten oder gar dritten Prüferverband zu übernehmen, ist ausgeschlossen. Um auch hier im Klartext zu Schreiben, die beiden Trägerverbände des BPP haben zwar vernommen, dass es weitere Prüferverbände im näherem Umfeld gibt, aber eine Anerkennung des VP oder des VPEX ist nicht erfolgt und kann auch aus der Logik heraus nicht erfolgen.

Ganz ketzerisch frage ich weiter: Und wer hat den APHV und den BDPh legitimiert? Die Unterstützung des BPPs durch den BDPh und den APHV hat in der Gründungsphase sicher Sinn gemacht, ist aber jetzt überholt und kontraproduktiv. Der BPP steht auf eigenen Füssen, und das sollte er als Gutachterverband auch tun.

Ein Gutachterverband sollte unabhängig sein. Das kann er nicht, wenn er von einer Partei, hier der Verkäuferseite unterstützt wird. Natürlich ist ein geschickter und legitimer Schachzug des APHVs und anderer, wie zum Beipiel der BDB, auf den Prüferverband Einfluss zu nehmen. Schliesslich verkaufen sich Atteste mit einer wohlwollenden Formulierung besser als ehrlich geschriebene aka "die Marke ist kaputt".

Der BDPh hat sich (indirekt) per Satzung der Fälschungsbekämpfung verpflichtet:

§2 (3) h: "Beratung der Mitglieder durch allgemeine Aufklärung über Missstände und deren Bekämpfung im Bereich der Philatelie."

Auch hier ist eine alleinige Festlegung auf einen bestimmten Prüferverband nicht notwendig. Zur Fälschungsbekämpfung können BPP-, VP- und freie Prüfer beitragen. Hier sollte der BDPh keinen Unterschied machen, allerdings könnten Probleme des Prüfwesens aufgezeigt werden, wie das jetzt in diesem Forum passiert.

Der BPP wäre gut beraten, sich unabhängiger aufzustellen. Leider sehe ich diese Bereitschaft bei BPP nicht. Auf den Webseiten des BPPs findet sich eine meines Erachtens recht eindeutige Werbeeinblendung des "Schwaneberger Verlages". Möchte man sich mit dem Herausgeber der Michel-Kataloge gut stellen, im Interesse hoher Katalogpreise, die zu besseren Prüfvergütungen führen?
 
Harald Wimmer Am: 01.12.2016 10:51:34 Gelesen: 80400# 143 @  
Markus Pichl Am: 01.12.2016 11:00:17 Gelesen: 80396# 144 @  
@ drmoeller_neuss [#142]

Mir persönlich ist es vollkommen egal, welches Verbandskürzel oder ob überhaupt kein Verbandskürzel hinter dem Namen eines Prüfers steht. Hauptsache, der Prüfer kommt auf das richtige Prüfungsergebnis und dies ohne, dass man ihm erklären muß, wie man Briefmarken prüft, selbst für das Vergleichsmaterial sorgen oder immer wieder Atteste zur Korrektur hin und herschicken muß. Gut, dieser Art Prüfer, bei denen das der Fall war oder ist, sind glücklicherweise selten.

Einfacher wäre es, wenn es einen Prüferverband geben würde, bei dem alles rund läuft. Dies ist leider nicht der Fall und es ist Wettbewerb entstanden. Der eine oder andere, mag mit diesem Wettbewerb nicht umgehen können oder wollen.

----

@ Carsten Burkhardt [#141]

Im Moment kann ich mit dem Satz: "Wenn man sich die Abschläge genau ansieht, sind sie doch sehr unterschiedlich.", leider recht wenig anfangen. Können Sie bitte genauer definieren, was genau Sie für unterschiedlich aussehend halten?

Nachstehend weitere Abschläge

vom 09.02.1953



vom 28.12.1955



Hier ein rückdatierter Stempel, angebracht mit nicht auf Öl basierender Stempelfarbe, welche ab ca. 1959/60 eingeführt wurde (habe vergessen, wie diese heißt, Herr Paul benannte es mir) und der Abschlag zeigt einen kürzeren Stummel, links in der unteren, gebrochenen Sehne der Datumsbrücke.



Hier ein R-Brief von Wanne-Eickel nach Mühlheim/Ruhr, rücks. selbiger Ankunftsstempel, wie auf dem gezeigten DDR-Brief. Diesen zeige ich deshalb, weil Herr Hans-Dieter Schlegel aufgrund einer Sammleraussage gegenüber Herrn Paul angab, den Stempel hätte es in Mülheim erst Ende der 50er-Jahre gegeben. Der R-Brief stammt aus einem völlig anderen Nachlass und es gibt weitere Belege, die den Ankunftsstempel in genau dieser Zeit tragen.



Alle vorstehenden Marken und auch dieser Beleg befinden sich in meinem Eigentum.

MfG
Markus
 
Kontrollratjunkie Am: 01.12.2016 11:24:17 Gelesen: 80369# 145 @  
@ Harald Wimmer [#143]

Beschreibung des verlinkten Angebotes:

1946, Bodenreform auf sog. "Zigarettenpapier" mit Wasserzeichen 2 W, 12 Pf. lebhaftrosa, postfrisches Kabinettstück dieser sehr seltenen Farbe, besonders farbfrisch und für diese schwierige Ausgabe gut gezähnt, immer fehlende Marke, unsigniert mit FA Schulz (2016) "einwandfrei, selten", zusätzlich FA Ströh (2002) "einwandfrei, selten".


In welchem Prüfverband sind Sie denn organisiert ? Oder worauf gründen sich Ihre "tiefschürfenden Kenntnisse" über die Ausgaben der SBZ ?
 
Carsten Burkhardt Am: 01.12.2016 11:54:15 Gelesen: 80344# 146 @  
@ Markus Pichl [#144]

Ich kann gerne meine nächsten Abschläge mit beisteuern:



Abschlag von 1950 mit breiten Stegresten



Mein Problem ist, dass ich jede Menge Abschläge des Ortswerbestempels habe, aber der Tagesstempel mit UB a in der Zeit bei mir gänzlich fehlt. Den Ortswerbestempel könnte ich geben, den anderen nicht.

Bei der Lack 80 ist der Stegrest links noch viel kürzer als beim Abschlag von Ende 54, also ist er rückdatiert oder es ist ein gänzlich falscher Stempel.

Viele Grüße
Carsten
 
Markus Pichl Am: 01.12.2016 12:07:47 Gelesen: 80327# 147 @  
@ Carsten Burkhardt [#146]

Das beantwortet meine Nachfrage, was genau Sie für unterschiedlich halten, nicht.

Über den Abschlag auf der 80 Pfg Lack, werden wir uns keinen Gedanken machen müssen, der ist rückdatiert (aus gleichem Nachlass, wie der R-Brief aus Benneckenstein und die losen Marken). Nahezu die ganze DDR-Sammlung, war in Benneckenstein gestempelt und mir lagen dutzende von R-Briefen vor.

Lange Rede kurzer Sinn, ich kann kein einziges Indiz entdecken, bei den hinterfragten vier losen Köpfe-Marken, was gegen "echt und zeitgerecht" sprechen könnte.

Hier noch weitere Bilder, diese aber aus meinem Archiv (diese Stücke waren einst mir).







Der Ortswerbestempel, wurde in der Regel für gewöhnliche Post (normale Briefe und Postkarten) verwendet.



MfG
Markus
 
Harald Wimmer Am: 01.12.2016 12:48:30 Gelesen: 80296# 148 @  
@ Kontrollratjunkie [#145]

Lieber Herr S.,

glauben Sie denn wirklich immer alles, was geschrieben wird? Ich sehe mir eine Marke unabhängig von Höhe/Tiefe der Signatur oder der Beschreibung im Befund/Attest an und mache mir mein eigenes Bild. Mit Hinblick auf Ihr Vorhaben, Prüfer für Ostsachsen zu werden, kann ich Ihnen diese Vorgehensweise ans Herz legen.

Ich sammel seit über 40 Jahren Briefmarken der in meinem Profil aufgeführten Gebiete und gehöre weder einem Verein an noch bin ich Prüfer. Seit geraumer Zeit fallen mir Prüfungen aus einem meiner Sammelgebiete auf, die ich mir gern von Dritten erklären lasse.

Viele Grüße

Harald Wimmer
 
Carsten Burkhardt Am: 01.12.2016 13:55:30 Gelesen: 80241# 149 @  
@ Markus Pichl [#147]

Ich kann mich nur wiederholen. Mangels zeitnaher Vergleichsstempel würde ich die Prüfung ablehnen. Wenn mir andere Abschläge auf Bedarfspost oder Paketkarten-Abschnitten über den Weg laufen, werde ich sie posten. In meinem Regal liegen 2 Kilo neue PK-Abschnitte Köpfe, Pieck und Fünfjahrplan, die irgendwann aufgearbeitet werden. Allerdings herrscht ein gewaltiger Stau von einigen Tausend unbearbeiteter Scans mit Stempelabschlägen.

Viele Grüße
Carsten
 
Markus Pichl Am: 01.12.2016 15:27:17 Gelesen: 80157# 150 @  
@ Carsten Burkhardt [#149]

Dann lass' ich mich einmal überraschen, ob in Zukunft zeitnahe Stempelabschläge auf unverfänglichen Paketkartenabschnitten oder Firmenbriefen auftauchen und meine rein persönliche Einschätzung, dass es sich um zeitgerechte Abschläge vom 31.1.54 handelt, bestätigen oder nicht.

Nächstes Jahr ist es dann 10 Jahre her, seit dem ich die Marken habe.

MfG
Markus
 
Markus Pichl Am: 01.12.2016 15:57:44 Gelesen: 80129# 151 @  
@ Harald Wimmer [#143]

Hallo Harald,

in der Angebotsbeschreibung ist des Weiteren auch ein Fotoattest Ströh BPP, ebenfalls auf "einwandfrei, selten" lautend, aufgeführt. Soll heißen, zwei BPP-Prüfer haben diese Marke in der Qualität als "einwandfrei" eingestuft.

Im Michel-Katalog findet sich zu MiNr. 90/91 kein spezifischer Hinweis, dass Zahnverkürzungen oder sogar Fehlzähne der übliche Zustand sind bzw. sich herstellungsbedingt begründen. Es gibt nur den besagten allgemeinen Hinweis, dass sich bei den Marken der Sowjetischen Zone, aufgrund der schwierigen materiellen und technischen Umstände in der Herstellung, keine einheitlichen Qualitätsstufen in Bezug Durchstich, Zähnung und Zentrierung festlegen lassen. Siehe auch Beitrag [#48].

Nun haben wir aber auch gesehen, dass es diese Marken, auf sogen. Zigarettenpapier, auch mit einwandfreier Zähnung gibt. Solche sind dann halt doppelt einwandfrei oder einwandfreier als einwandfrei.

Selbst wenn die hinterfragte, unter BPP-Prüfern als "einwandfrei" gesehene Marke als solche gelten sollte, so ist der Umstand, welcher trotz der mangelhaften Zähnung zur Beurteilung "einwandfrei" führt, im Attest aufzuführen. Da sich sonst der objektive Empfängerhorizont fragt, warum diese mit Zahnmängeln behaftete Marke als "einwandfrei" beurteilt wird?

Ferner gebe ich zu bedenken, wenn in objektiver Hinsicht eine Argumentation auf "einwandfrei" lautend nicht standhalten sollte, sich der Prüfer, der eine solche Marke als "einwandfrei" beurteilt, gegenüber anderen Prüfern, die eine solche als mangelhaft beurteilen, einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Kunden senden in der Regel zu den Prüfern, die eine solche Marke als "einwandfrei" attestieren.

Es bedarf also der Klärung, ob die hinterfragte in objektiver Hinsicht "einwandfrei" ist?

MfG
Markus
 
Carsten Burkhardt Am: 01.12.2016 17:06:10 Gelesen: 80076# 152 @  
@ Markus Pichl [#151]

Mich würde dann doch mal das zum Attest gehörige Bild, das rückseitig aufgeklebt und mit Prägesiegel versehen ist, interessieren. Bei Marken ohne Bildattest ist es üblich, sich darauf zu berufen, dass die Qualität tiefstgeprüft auf den Tag der Prüfung bezogen gilt. Der Kunde kann ja nachträglich die Zähne abgemacht haben durch unsachgemäße Behandlung.

Oh, ich sehe gerade, wer der Händler ist. Na da muss man doch nicht so genau hinschauen, oder?

Viele Grüße
Carsten
 
ginonadgolm Am: 01.12.2016 20:09:40 Gelesen: 79956# 153 @  
@ Harald Wimmer [#143]
@ Harald Wimmer [#148]

Hallo Herr Wimmer,

man muß wirklich nicht alles glauben, was geschrieben wird!

Aber zur Wahrheit gehört auch, daß man nichts wegläßt, zum Beispiel, daß ein anderer Prüfer zum gleichen Ergebnis gekommen ist !

Meine Vermutung eines speziellen Kleinkrieges gegen Herrn Schulz wird dadurch doch nur bestätigt.

Beim nächsten mal also die komplette Wahrheit, sonst machen sich sich selbst unglaubwürdig!

Ingo aus dem Norden
 
Markus Pichl Am: 02.12.2016 09:13:44 Gelesen: 79739# 154 @  
@ ginonadgolm [#153]

Hallo Ingo,

Harald Wimmer hat nichts verheimlicht.

Er fragt lediglich, ob die Zähnung "tadellos einwandfrei" ist, verlinkt auf das Angebot, dort kann jeder die Beschreibung nachlesen und zeigt exakt die Bilder, welche im Angebot zur Verfügung gestellt werden. Würde dort auch das Attest Ströh abgebildet sein, welches es sicherlich gibt, sonst wäre es nicht aufgeführt, dann hätte Harald Wimmer ganz sicherlich auch dieses gezeigt.

Durchaus gibt es Beispiele, dass Marken mehr als nur einmal BPP-attestiert wurden und die Angaben zu Echtheit oder der Qualität nicht standhalten, dies noch nicht einmal etwas mit neuen Erkenntnissen zu tun hat.

Es geht auch nicht darum, ob zwei BPP-Prüfer ggf. nur der subjektiven Meinung sind, die Marke wäre einwandfrei sondern wie die Qualität in objektiver Hinsicht zu beurteilen ist. Siehe meinen Beitrag [#151].

MfG
Markus
 
Harald Wimmer Am: 02.12.2016 09:53:41 Gelesen: 79702# 155 @  
@ ginonadgolm [#153]

Aber zur Wahrheit gehört auch, daß man nichts wegläßt, zum Beispiel, daß ein anderer Prüfer zum gleichen Ergebnis gekommen ist !

Demnach soll die Marke also nicht erneut geprüft werden, sondern nur das beiliegende Attest abgeschrieben werden. An diese Möglichkeit hätte ich denken müssen.

Viele Grüße

Harald Wimmer
 
Harald Wimmer Am: 02.12.2016 10:00:26 Gelesen: 79694# 156 @  
Hallo,

der Stempel soll nur auf eingeschriebenen Briefen als Eingangsbestätigung verwendet worden sein. Wer kann mehr Auskunft geben?



Viele Grüße

Harald Wimmer
 
Markus Pichl Am: 02.12.2016 10:48:26 Gelesen: 79642# 157 @  
Hallo,

hier noch zum Vergleich eine andere postfrische MiNr. 91 b W, Fotoattest Ströh BPP "einwandfrei".

Bildquelle Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer, Bonn.



Die Marke wurde unter Los-Nr. 7885 in der 125. Auktion von Dr. Reinhard Fischer zum Ausruf von Euro 3.000.- angeboten und mit Euro 2.800.- zugeschlagen.

Siehe auch hier: http://www.reinhardfischerauktionen.de/435-0-highlights-auktion-125.html (Verlinkung auf die Highlights der 125. Auktion, dort wird die Marke aufgezeigt. Das Zuschlagergebnis habe ich soeben beim Auktionshaus telefonisch erfragt. Die Auktion fand am 26.05.2012 statt).

Soll heißen, bei einwandfreier Zähnung bekommt man augenscheinlich einen weitaus höheren Preis am Markt bewilligt, als in dem in Beitrag [#143] verlinkten Angebot vom Anbieter Christian E. Geigle Briefmarkenfachhandel gefordert wird (dort Festpreis Euro 1.450.-)

http://www.philasearch.com/de/i_9385_112032/1370_Sowjetische_Zone/9385-0003033525.html?breadcrumbId=1480585704.6457&row_nr=41

MfG
Markus
 
stampmix Am: 02.12.2016 10:56:58 Gelesen: 79631# 158 @  
@ Harald Wimmer [#28]

Hallo zusammen,

es ist jetzt der 128. Beitrag dieses Threads, der die Beurteilungen des BPP-Prüfers Dirk Schulz thematisiert. Es wäre angebracht, diesen doch sehr gravierenden Fall aus dem allgemeinen Thread auszulagern.

@ ginonadgolm [#153]

Ich habe kein Problem damit, dass der BPP nicht über jedes Stöckchen springt. Dass er bis heute nicht konkret Stellung bezogen hat, erhöht nur die Fallhöhe. Und nein, die Beiträge von Harald Wimmer sehe ich nicht als "Kleinkrieg". Sie haben ihre volle Berechtigung, sind sachlich vorgetragen, und warten in weiten Teilen immer noch auf eine befriedigende Antwort. Gespannt bin ich darauf, ob noch genügend Material bis zu einer Stellungnahme des BPP (oder Dirk Schulz) vorhanden ist.

mit bestem Gruß
stampmix
 
stampmix Am: 02.12.2016 11:05:39 Gelesen: 79618# 159 @  
@ Markus Pichl [#157]

Der Briefmarkenfachhandel Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christian E.Geigle wirbt mit folgender Aussage:

Das Vertrauen vieler tausend Kunden auf unsere Leistungsfähigkeit und unser kompromissloses Bekenntnis zu höchstmöglicher Qualität haben diesen beachtlichen Unternehmenserfolg ermöglicht und unseren exzellenten Ruf auf dem Philateliemarkt begründet. [1]

Dem ist nichts hinzuzufügen.

stampmix

[1] http://www.geigle-philatelie.de/ueberuns/index.php
[2] http://www.philasearch.com/de/i_9385_112032/1370_Sowjetische_Zone/9385-0003033525.html?breadcrumbId=1480585704.6457&row_nr=41
 
Markus Pichl Am: 02.12.2016 11:07:17 Gelesen: 79617# 160 @  
@ Harald Wimmer [#156]

Hallo Harald,

das Bild wirkt auf mich so, als wenn der Block mit Abdrucken von einer Stempelimitation versehen wurde und auf einer starken Fremdunterlage haftet (was der eine oder andere Ganove macht, wenn rückseitig "Stempel falsch" drauf steht).

Keine Quetschränder und unter dem Unterbuchstaben "d" sowie über der Postamtsziffer "1" ist der Aussenkreis unförmig bzw. eingedellt. Dann fällt noch der Punkt, zwischen den beiden oberen E-Balken auf, der immer gleichstark mitabdruckt.

Das sieht nicht gut aus. Ich gehe mich mal umschauen, notfalls umhören.

MfG
Markus
 
drmoeller_neuss Am: 02.12.2016 12:24:35 Gelesen: 79531# 161 @  
@ Markus Pichl [#160]

Stutzig macht mich die Unterlage. Sieht aus wie modernes Packpapier. In den (Nach-)kriegszeiten war das Papier wesentlich schlechter. Ausserdem ist es unwahrscheinlich, dass jemand den Block auf ein Päckchen klebt, und dass dann der Block trotzdem so gut abgestempelt wird. Vielleicht sollte Harald Wimmer den Block einfach ablösen - ein besonderen Wert hat das "Briefstück" nicht, da die Stempel nicht übergehen.
 
stampmix Am: 02.12.2016 13:02:02 Gelesen: 79494# 162 @  
@ drmoeller_neuss [#161]

Vielleicht sollte Harald Wimmer den Block einfach ablösen - ein besonderen Wert hat das "Briefstück" nicht, da die Stempel nicht übergehen.


Das ist keine so gute Idee, da nach der Replatzierung der Block nicht mehr "ursprünglich haftend" wäre. ;-)

Im Gegensatz zum Attest: Das haftet immer, auch ursprünglich.
 
Graf Zack Am: 02.12.2016 16:47:37 Gelesen: 79329# 163 @  
@ Markus Pichl [#123]

Neben anderen Dingen fällt mir das erste R in Erfurt als völlig anders auf, dazu ein zu hoher Punkt hinter dem Monat und keiner hinter der Jahresangabe. Vor allem aber ist der echte Stempel abgenutzt, was man an den Strichen unterhalb der Datumszeile erkennen kann.

Viele Grüße
Alwin
 
Markus Pichl Am: 02.12.2016 21:39:23 Gelesen: 79134# 164 @  
Hallo,

wenn man das Bild von dem hinterfragten Block vergrößert, dann erkennt man, dass links oben ein Stockfleck vom Block auf die braune Unterlage übergeht und auf selbiger sich auch ein Stockfleck rechts unten neben dem Block befindet. Jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Stockflecken recht schnell entstehen können und nicht unbedingt dafür stehen, dass der Block seit 1945 auf dieser Unterlage haftet. Mir wurden auch schon Sammlungen mit stockfleckigen Briefmarken aus den 1990er-Jahren vorgelegt.

Im nachstehenden Vergleichsbild habe ich den rechten oberen Stempelabdruck von dem Block, mit vier anderen in Vergleich gebracht. Die Vergleichsabschläge stammen von eingeschriebenen Sendungen, bei denen das Stempelgerät jeweils als Ankunftsstempel verwendet wurde.



Leider haben die einzelnen Bilder nur recht niedrige Bildauflösungen, dennoch sind unter einen gewissen Vorbehalt Unterschiede zu erkennen. Die Abschläge als Ankunftsstempel zeigen deutliche Quetschränder, auch die Ziffern der versch. Stempeldaten. Hingegen ich bei den fraglichen Abdrucken auf dem Block keine Quetschränder erkennen kann, die Ziffern im Datum recht sauber sind, jedoch die "4" von "46" jeweils etwas verkümmert wirkt. Dies könnte sich darin begründen, dass die Abdrucke auf dem Block von einem Imitiat stammen und in diesem die Ziffern in der Datumsbrücke ein Stück tiefer standen.

Lange Rede, kurzer Sinn. Der Stempel "ERFURT 1 d" findet sich im Moment nur als Ankunftsstempel unzweifelhaft echt und zeitgerecht verwendet. Ankunftsstempel werden von Stempelfälschern gerne kleschiert, weil sich diese hierzu besser eignen, wenn plan und vollständig abgeschlagen. Zweifel, an einer echten und zeitgerechten Entwertung von dem hinterfragten Block, können aus vorstehenden Gründen durchaus erhoben werden.

MfG
Markus
 
Werner P. Am: 03.12.2016 15:13:24 Gelesen: 78928# 165 @  
@ Markus Pichl [#164]

Ich finde die hier gemachten Feststellungen hochinteressant und lerne dabei fleissig. Also bitte nicht übelnehmen oder gar als Angriff verstehen, wenn ich jetzt eine - möglicherweise - dumme Frage stelle:

Mir fiel auf, dass bei dem Erfurt-Stempel über der 1 (also auf 14 Uhr) überall die wohl gleiche Delle ist. Ebenso sehe ich die Delle unter dem d im Aussenkreis zumindest bei den späteren Abschlägen auch. Ebenso fiel mir auf, dass die untere Quersehne rechts beim Anschluss an den Innenkreis wohl immer leicht verdickt ist.

Würde ein Stempelfälscher solche Feinheiten "einbauen"? Oder würde das nicht evtl. doch ein kleines Indiz für die Echtheit des Stempels darstellen? Möglicherweise aber ein in Privatbesitz befindliches echtes Stempelgerät, das später für Falschstempel genutzt wurde? Dies deshalb, weil ich jetzt völlig unfachmännisch vermute, dass der gezeigte Stempelabdruck erstaunlich viel "ausgelutschter" aussieht, als der des Vortages und eher zu dem von 1948 passt.

Oder liege ich da völlig daneben?

MfG,

Werner
 

Das Thema hat 215 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6   7   8 9 oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.