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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 882 Beiträge:
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10Parale Am: 16.05.2019 21:21:12 Gelesen: 115279# 733 @  
@ 10Parale [#732]

Am 5. Juni 2019 wird bei David Feldmann in Genf eine 81 Parale Marke zum Ausruf gebracht, eine von 2 ungebrauchten Stücken mit breiten Rändern und Originalgummi.

Wer gerade von der Stockholmia 2019 zurückkehrt und noch etwas Taschengeld übrig hat, kann diesen Schatz zu einem Schätzpreis von 160 - 200´000 Euro und mehr erwerben.

Vor wenigen Tagen trafen sich in Sibiu auf dem großen Platz im historischen, mittelalterlichen Ortskern die europäischen Minister zu gemeinsamen Gesprächen. Mir fiel dabei ein, welche Schätze Rumänien birgt; wertvolle Mineralien, fruchtbarer Ackerboden, 3000 Wölfe (einmaliger Bestand! - im Schwarzwald gibt es 1 Wolf), Millionen von Schafen, das Donaudelta und und und natürlich die Ochsenköpfe der Moldau.

Der Katalog zu der o.g. Auktion heißt: "ROMANIA - Eerly Postal History & Classic Stamps" und zeigt Schätze der klassischen rumänischen Philatelie.

Ein Studium dieses Kataloges (oder bei philasearch) kann ich jedem Rumänien Sammler nur ans Herzen legen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 17.05.2019 18:38:53 Gelesen: 115073# 734 @  
@ 10Parale [#733]

Ich kann den Aufruf von 10 Parale nur unterstützen. Das Angebot bei David Feldman ist wirklich beachtlich, wobei das Angebot sich keineswegs nur auf teure Ochsenköpfe beschränkt, sondern ein sehr breites Spektrum zeigt:

Lose 20000-20119: Early Postal History
ein sehr schönes Angebot mit vielen Seltenheiten zu zum Teil tiefen Ausrufpreisen (Estimate)
Lose 20120-20161: Classic Stamps
nur 42 Lose, aber ein paar "Riesenkracher"
Lose 20162-20243: Foreign Post Offices
weitere 82 Lose, sehr interessant, aber zum Teil auch entsprechend teuer
Lose 20244-20247: Collections
nur 4 Lose, wovon das letzte "Literatur" ist: 52 Bücher & Kataloge

Die Auktion findet unmittelbar nach der Ausstellung in Stockholm statt. Dort werden ja auch ein paar "Kleinigkeiten" verkauft.

Vielleicht bleibt ja auch für die "Normal-Sterblichen" dabei etwas übrig. Wir werden hinsehen und mitmachen.

Heinz
 
10Parale Am: 27.05.2019 21:45:09 Gelesen: 113696# 735 @  
@ Heinz 7 [#734]

Na ja, als "Normal-Sterblicher" freut es mich besonders, dass es bei David Feldmann auch 2 Lose gibt, die meinem Pseudonamen "10Parale" alle Ehre machen.

Es handelt sich um 2- Reprint Bögen zum Ausruf von je 8.000,-- bzw. 1.000 Euro, wobei der erste, teure Bogen eine Mischung von Marken der 2. Moldau-Ausgabe bietet und der Bogen zu 1.000 Euro 8 Reprints der 10 Parale bietet, die jedoch nie zur Ausgabe gelangte, weil das Zeitungsporto auf 5 Parale gesenkt wurde, wie du uns ja weiter oben erklärt hast.

Wie gern hätte ich diesen Bogen, aber ich glaube, der Endpreis wird nichts für Normal-Sterbliche sein.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 28.05.2019 22:45:38 Gelesen: 113513# 736 @  
@ 10Parale [#735]

Du kannst Dich erinnern, dass ich Dich vor über 5 Jahren gefragt habe, woher Dein Philaseiten-Name kommt. Ich wusste von diesen Versuchsdrucken und Reprints, sie sind in der Tat sehr faszinierend.

Weil sie auch sehr selten sind, könntest Du recht haben; vermutlich werden sie teuer. Aber auch hier gilt; immer wieder muss man sein Glück versuchen, manchmal sind die Preise auch erstaunlich tief.

(Andernfalls hätte ich niemals meine Sammlung aufbauen können).

Happy hunting!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 20:35:37 Gelesen: 112409# 737 @  
@ 10Parale [#735]

Es ist schade, dass Du heute nicht an die Auktion gefahren bist, wie Du es Dir ja überlegt hast.

Das Angebot bei David Feldmann war aussergewöhnlich, und es gab viele Lose, die mich interessier(t)en. Darum fuhr ich gestern Abend nach Genf und war heute an der Auktion dabei.

Angefangen hat es für mich ernüchternd.

Die ersten vier Lose gingen wieder ab wie Raketen. Die Startpreise von je Euro 200 wurden pulverisiert und es kamen vier Mal nur Ergebnisse über Euro 1.000 zustande. Ich befürchtete wieder eine Rumänien-Auktion zu erleben, wo praktisch "alles" zu gewaltig hohen Preisen an ein und denselben Sammler geht. Wir haben solche Auktionen in den vergangenen Jahren oft erlebt.

Später aber ergaben sich auch Möglichkeiten für aufmerksame Sammler zu vernünftigen Preisen sehr seltenes Material zu erwerben. Einzelne Stücke waren ausserordentlich, vermutlich zum Teil auch erstmals überhaupt an einer Auktion.

Die Auktion war ja mehrteilig und stammte vermutlich aus verschiedenen Einlieferungen (siehe Beitrag 734).

Die Lose 20135 - 20139 zeigten 5 sehr seltene Einheiten mit Gorjan-Reprints. Sie blieben jedoch alle unverkauft, bis auf Los 20139, das zu 90% des Estimates = Euro 900 verkauft wurde.



Du wirst an dem Bild sicher Deine Freude haben.

(Fortsetzung folgt)

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 22:50:34 Gelesen: 112397# 738 @  
@ 10Parale [#730]

Eine 81 Parale-Marke ungebraucht wurde 2019 verkauft (siehe [#731]), nun kam eine gestempelte hinzu.

Das Exemplar (Handbuch F.H. Seite 372/1) hatte einen moderaten Ausruf bei David Feldman, stieg aber in kurzer Zeit auf einen hohen Preis von Euro 60'000 + 22 % = Euro 73'200.



Das ist mehr als voller Katalogpreis. Bei anderen Ländern ist das "undenkbar", bei Rumänien kam es in den letzten 15 Jahren mehrfach vor!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.06.2019 12:36:47 Gelesen: 112214# 739 @  
@ Heinz 7 [#734]

Bei David Feldman kam am 5.6.2019 ein hochinteressantes Angebot von Rumänien-Material zum Verkauf, aufgeteilt auf drei Bereiche (siehe Beitrag [#734]).

Vor allem die erste Sektion "early postal history" enthielt allerhand ungewöhnliches und zum Teil sehr seltenes Material, das darüber hinaus teilweise ausgezeichnet erläutert war. So wurde z.B. genau erklärt, was ein "INAM" ist. Solche Formulare werden bei seltenen Gelegenheiten angeboten, sind aber weitgehend unbekannt.



Los 20009 war z.B. sehr genau erklärt:

"Moldavian coat of arms and reading ”Principality of Moldavia, Administrative Council 1849” – very fine, attractive and scarce. Atop of the document there is a manuscript notation reading” This Inam having been used was passed through Treasury and sent to the Controller for investigation” and signed Cararescu

Note: full translation of the document may be viewed on line.

Document translation:

INAM

The post house shall release four horses to the presenter (of this ticket) for travelling from Jassy to Fokshani for the benefit of the Administration and back with payment of progon from the Treasury. Not missing art. 10 of the contract (black, oval stamp: Principality of Moldavia, Administrative Council 1849) Great Treasurer (signature)

Section III Section Chief

No. 69. No. 137 (signature) Holban

1854, the month of February, day 8

Jassy

7 (manuscript)"

Der Ausrufpreis von nur Euro 100 war natürlich eine "Einladung" an alle Rumänien-Sammler, doch blieb dafür das Interesse absehbar. Das Stück wurde nicht sehr teuer. Bei anderen Stücken waren die Bietergefechte deutlich heftiger.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.06.2019 10:00:27 Gelesen: 111854# 740 @  
@ 10Parale [#730]

An hohe Preise für gutes Rumänien-Material haben wir Sammler uns ja seit Langem gewöhnen müssen.

Dabei spielt die Qualität meistens eine entscheidende Rolle. Dass für extrem schöne Stücke auch extrem hohe Preise bezahlt werden, ist die Regel, nicht die Ausnahme. Darum ist die Versuchung gross, beim Qualitätsanspruch Abstriche zu machen. Ich warne aber vor solchen "Ausweichmanövern". Qualitativ ungenügende Ergebnisse erzielen dann (in der Regel) auch keine guten Preise, wenn sie später verkauft werden. Auf unserem "engen Markt" Rumänien mag es in den letzten Jahren viele Ausnahmen gegeben haben (Tendenz: "alles" wurde teuer verkauft), aber ein zweit- oder drittklassiges Stück bleibt ein minderwertiges Exemplar im Vergleich zu den wirklich schönen Stücken.

Zweifellos in die Kategorie der guten Stücke gehört folgendes Los



Los 1514 der heutigen Corinphila-Auktion 14. Juni 2019.

Die Marke hat einen Katalogpreis von Euro 5'000. Sie wurde heute aber für CHF 11'000 verkauft, dazu kommen 21 % Aufgeld.

Die 54-Parale Marke (= Michel Nr. 2) ist deutlich tiefer bewertet als die Grossraritäten 27 Parale, 81 Parale oder 108 Parale (Michel Nrn. 1, 3 und 4). Ich kenne viele Sammler, die versuchen, sich "wenigstens" eine Michel Nr. 2 zu sichern (und die Nummern 1,3,4 auslassen); das wird offenbar auch nicht einfacher, die Preise gehen eher aufwärts als abwärts.

Heinz
 
10Parale Am: 14.06.2019 22:05:16 Gelesen: 111821# 741 @  
@ Heinz 7 [#740]

Es ist sicher mitunter auch ein großer Verdienst der ARGE Rumänien und Ihres Vorsitzenden, Herrn Fritz Heimbüchler, dass die 4 ersten Marken des Fürstentums Moldau nahezu vollständig gelistet, geprüft und bewertet wurden. Neben der Provenienz ist damit auch die Originalität gesichert. Wenn Auktionshäuser wie Corinphila oder auch ab und an andere Auktionatoren dann solche teuren Stücke wunderbar in Katalogen und auf ihren Homepages präsentieren, ist das alles zusammen mit ein Garant für starke Preise, wie es heute wohl wieder in Zürich geschah.

Ich persönlich verstehe jeden Sammler, - denn auch ich gehöre dazu -, der solch einen Ochsenkopf sein Eigen nennen möchte und dafür auch den qualitativen Abstrich in Kauf nimmt (nehmen würde). Es ist gut, vor "Ausweichmanövern" zu warnen. Jedoch gilt dies nur für den, der nicht die nötige Geduld aufbringt, um den richtigen Moment abzupassen. Ich meinerseits wäre froh, ich hätte die finanziellen Mittel, aber schließlich muss ich einsehen, dass es leider in meinem Lieblings-Sammelgebiet "Rumänien" unerschwingliche Stücke gibt. Deshalb gewinne ich langsam auch den notwendigen Abstand vor diesem Sammelgebiet, auch wenn es mir schwer fällt.

Liebe Grüße

10Parale
 
Wildenhain Am: 15.06.2019 13:03:38 Gelesen: 111781# 742 @  

 
buzones Am: 15.06.2019 13:23:08 Gelesen: 111774# 743 @  
@ Wildenhain [#742]

?
 
Heinz 7 Am: 16.06.2019 18:55:22 Gelesen: 111720# 744 @  
@ buzones [#743]
@ Wildenhain [#742]

Wir wissen nicht, welche Mitteilung uns Wildenhain machen wollte, aber ich zeige einmal eine Postkarte mit Zusatzfrankatur, die uns eine sehr ähnliche Marke zeigt wie in Bild 742 gezeigt.



Das ist eine P 60 (Postkarte 60) aus dem Jahr 1918, mit einer Zusatzfrankatur einer Zwangszuschlagsmarke: eine Kriegssteuer verlangte, dass alle Schreiben mit einer 5 Bani-Marke ergänzt werden mussten (ausser bei Orts-Schreiben). Im Bild gezeigt die "Timbru-de-Ajutor"-Marke Michel Nr. 7, ebenfalls von 1918 (Farbänderung).

Solche Ganzsachen sind seltener, als uns ihr tiefer Katalogpreis vermuten liesse, besonders in schöner Erhaltung.

@ 10Parale [#741]

Ich möchte, nein, ich "muss" auch noch 10 Parale widersprechen (er wird mir dies nicht übelnehmen?). Den Schluss, sich vom Sammelgebiet "Rumänien" abzuwenden, nur, weil es bei dem Gebiet sehr teure Stücke gibt, ist in meinen Augen die genau falsche Entscheidung. Man kann/darf/soll ein Sammelgebiet auch pflegen, wenn man es nicht "komplett" sammeln kann. Sonst darf man ganz viele attraktive Länder nicht sammeln: Rumänien, Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Österreich, Italien - die Aufzählung ist nicht vollständig - alle, alle Gebiete haben teure Exemplare (übrigens: auch Bermuda!); müssen wir darum einen Bogen darum machen? Ich sage: nein! Im Gegenteil!

Und mit meiner Empfehlung, auf Qualitätsstücke zu achten wollte ich NICHT sagen, dass man nicht auch zweitklassige Stücke sammeln soll/darf. Man SOLL sich dann einfach NICHT "reich-rechnen", wie dies leider viele Sammler tun. Viele Sammler kaufen zweite oder dritte Qualität ein, meinen dann aber, ihre Bestände zu den hohen Preisen der "Luxus-Stücke" bewerten zu dürfen. Das geht natürlich nicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Also - Appell an 10 Parale: "Sammelgebiet Rumänien" = weitersammeln! :-)

Es gibt, gerade bei Händlern in Deutschland, noch sehr viel Material, das sehr günstig ist, und mit dem sich trefflich eine sehr interessante Sammlung bauen lässt. Und auch das Sammeln von Ganzsachen ist eine Empfehlung an alle Sammler, die hoffen, auch mit sehr kleinen Mitteln sehr gute Stücke erwerben zu können!

Du hast den grossen Vorteil, dass Du Dich bei Ganzsachen auskennst... im Gegensatz zu fast allen Briefmarkensammlern. Das ist DIE Chance, auch gute Stücke zu kaufen, die es für auch ganz wenig Geld gibt!

Heinz
 
10Parale Am: 16.06.2019 22:21:32 Gelesen: 111698# 745 @  
@ Heinz 7 [#744]

"Also - Appell an 10 Parale: "Sammelgebiet Rumänien" = weitersammeln! :-)

Hallo Heinz,

Stockholm, Genf, Zürich. Das sind 3 Orte, wo wir in den letzten 3 Wochen mit philatelistischen Preziosen konfrontiert wurden. Bei D. Feldmann in Genf wäre ich gerne dabei gewesen, denn die 900,-- Euro für den Gorjan-Reprint mit der 10Parale hätte ich noch knapp überbieten könne (ein kurzes Bieter-Gefecht hätte ich dann möglicherweise verloren!) In Zürich bei Corinphila war ich wegen eines Gerichtstermins verhindert und mein schriftliches Gebot für einen 30 Parale Brief der 1. Gewichtsstufe mit den seltenen M1-Stempeln von Tekutsch lag leider unter dem Endresultat von über 800 Schweizer Franken.

Wie ich dir bereits berichtet habe, hatte ich in Stockholm nach meinem Besuch der Ausstellung vor einem Kaufhaus einen Zusammenprall mit einem Fahrradfahrer. Wir beide hatten einen Schutzengel und ich verbrachte die nächsten beiden Tage in Schock-Starre als Zuschauer des Stockholm-Marathons und des VASA-Museums.

Zu Hause angekommen habe ich meine verbleibenden Stücke der Rumänien-Sammlung betrachtet und bin froh, dass ich diese "kleinen Preziosen", die mir nun fast heilig sind, noch möglichst lange als mein Sammel-Eigentum betrachten kann.

Insofern ist alles gut. Ich sammle nun einfach quer Beet, weil ich überall etwas Schönes und für mich "Wertvolles" und "Mitteilsames" finden kann. Die beste Anerkennung finde ich in der persönlichen Anerkennung. Ich möchte auch das, was ich von nun an sammle, lieber mal nach meinem Ableben verschenken als mich daran auch noch irrtümlich "reich zu rechnen". Ich bin sicher, dass man mit philatelistischen Geschenken auch viel Freude bereiten kann. Ist doch okay, das du mir widersprichst. Ich nehme dir das nicht übel.

Vielleicht zum Schluss noch dies. Es wird oft beklagt, dass die Philatelie ein aussterbendes Hobby ist. Ich glaube das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne nur viel mehr solche Sammler, die haben ein oder mehrere Sammelgebiete (nehmen wir Bermuda!), die sammeln und sammeln, und versuchen zu komplettieren, tragen zusammen und rennen den Neuheiten hinterher und dann festzustellen, dass sie sich die beiden ersten Postmeister-Marken von Hamilton 1849-56 nicht leisten können. Selbst frühe Briefe mit manchen Victoria-Ausgaben sind unbezahlbar. Ich glaube, diese Art der Philatelie ist tatsächlich am Aussterben.

So, und wer sich die beiden runden Hamilton Direktor Marken leisten kann, für den ist auch der Rest ein Klacks. Ganz oben auf dem Olymp gibt es auch noch Gewinner und Verlierer. Sind wir froh, dass sich hier ein fester, zukunftsträchtiger Markt etabliert hat und es jedem freisteht, bei plöztlich einsetzendem Reichtum sich bei Auktionshäusern diese Preziosen zu besorgen. Ich habe mir heute den Robson Lowe Katalog Bermuda 1974 besorgt, um meinen Horizont ein wenig zu erweitern. Das muss für meine Ansprüche "im Moment" reichen.

Der Scan zeigt eine schöne, aktuelle Marke aus Schweden zu 21 Kronen. Passt zu Stockholm.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.06.2019 19:46:53 Gelesen: 110714# 746 @  
An anderem Ort wurde gewünscht, dass wir in diesem Thema einmal eine echte Michel Nr. 19 sehen. Vor mehr als sechs Jahren gab es dies zwar schon einmal, siehe Pepe [#16], aber eine Wiederholung kann nicht schaden



Anbei zeige ich zwei ungebrauchte Stücke.

Der rumänische Spezialkatalog unterscheidet drei verschiedene Drucke, die sich in der Farbe und in den verwendeten Papieren unterscheiden. Es gibt sehr hellblaue Stücke, aber auch sehr dunkle, und das Briefmarkenpapier ist weiss oder gelblich.

Michel begnügt sich mit einer Nummer (19) und dem Hinweis "hell- bis dunkelblau (Töne)". Zumstein katalogisierte drei Nuancen:

19 = blau
19a = hellblau
19b = dunkelblau

Die Preise dafür lagen nahe beieinander:

19 = CHF 80 / 55 (ungebraucht/gestempelt)
19a = CHF 100 / 60
19b = CHF 110 / 75.

Das war im Katalog "Zumstein Ost 1992".

Heinz
 
123zoltann Am: 03.07.2019 05:42:36 Gelesen: 110380# 747 @  
Übrigens sammle ich auch rumänische Postgeschichte aus der Periode 1940-1959, meine Briefsammlung reicht jedoch bis 2005, d.h. bis zur Währungsreform. Diesen späteren Teil meiner Sammlung werde ich nun verkaufen, da mir das zu viel wird. Es geht nun mal um tausende Belege und um eine Sammlung richtig pflegen zu können, muß man einfach reduzieren. Weswegen ich das erwähne: ich las so einige interessante Beiträge von Dir auf diesem Forum und sah auch schöne Belege aus der Inflationszeit von 1945-47, die mir nach wie vor sehr viel Spaß macht. Vor Allem sammle ich die Belege, die mit Sonderzuschlagsmarken frankiert sind. Wie Du sicherlich weißt, sind diese Belege sehr selten echt gelaufen und dann auch noch portogerecht frankiert anzutreffen.

Manche Rumänien-"Spezialisten" betrachten diese Stücke als Machwerke von Philatelisten, die sammelunwürdig sind. Ich sehe das ganz anders. Diese Serien aus der Infla-Zeit wären ohne die echt gelaufenen Belege größtenteils völlig uninteressant, die Belege dokumentieren jedoch, daß auch diese Marken zur Frankierung von Briefsendungen hergenommen wurden, wenn auch nur von Sammlern. Schöne Frankaturen sind schließlich ja meistens von uns Sammlern geschaffen und geht es denn nicht auch um Ästhetik in unserem Hobby? Um jedoch wieder zum Thema zurückzukehren: einige Ausgaben konnte ich bislang, trotz meiner über 40 jährigen Tätigkeit auf diesem Gebiete, trotzdem noch nicht als echt gelaufene Sendungen finden, so z.B. die Marken der Ausgaben "OSP 1945", CGM 1945, "Reforma Agrara" von 1946. Gerne würde ich mal sehen, was andere Sammler diesbezüglich bieten können.

Gruß an Alle

[Beitrag redaktionell teilweise verschoben aus dem Thema "Hotelpost - Ausgaben aus Siebenbürgen "]
 
10Parale Am: 06.07.2019 22:22:56 Gelesen: 110202# 748 @  
@ 123zoltann [#747]

Schöne Frankaturen sind schließlich ja meistens von uns Sammlern geschaffen und geht es denn nicht auch um Ästhetik in unserem Hobby?

Das ist wahrlich eine gute, eine neue, eine wichtige Frage, die ich für die Ausübung meines Hobbies durchaus mit befürworte. Ich würde dieses Hobby nicht ausüben, wenn es meine Sinne nicht bewegen würde.

Ästhetik ist ein weitaus dehnbarer Begriff. Es kann ästhetisch sein, alle Zähnungs-, Wasserzeichen- und Papiervarianten einer bestimmten Briefmarke zusammenzutragen, oder wie du sagst, - was Sammler oft mit Freude tun -, eine schöne Frankatur zusammenzustellen, um einem anderen Sammler oder Nichtsammler damit eine Freude zu bereiten. Man kann einen Liebesbrief mit Herzen dekorieren usw.

Heinz 7 schreibt (wohl mich meinend) in Beitrag #555 des Themas "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt":

wenn sich jemand vom Thema "Rumänien" abwendet, weil es "zu teuer" ist, und er dann zu "Bermuda" wechselt, dann kommt er sinnbildlich "vom Regen in die Traufe".

Nun gut, stimmt ja auch. Eine gewisse Frustration bei einem Land, dass einem auch aus privaten Gründen sehr am Herzen liegt, sei gestattet, wenn schon bestimmte Stempel in Kombination mit einer bestimmten Marke für Otto Normalsterblich nicht mehr erreichbar sind.

Meine Frau (Rumänin) hat mich gerade aufgeklärt, weshalb ich Bermuda sammle: zur Recherche. Das war mir gar nicht so bewusst, aber es macht mir riesig Spaß, mich in ein neues Gebiet einzuarbeiten. Es gibt noch einen anderen Grund, aber man muss ja nicht alles erklären müssen.

Ich kann Heinz 7 jedoch beruhigen, ich werde den Rumänien Sammlern hier treu bleiben und zeige einen seltenen Landpostbeleg, dem ich auf einem weißen Blatt Papier einen modernen englischen Beleg entgegengesetzt habe, aus ästhetischen Gründen. Erklärung kleingedruckt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 11.08.2019 23:34:22 Gelesen: 106925# 749 @  
@ Heinz 7 [#740]

Vor ein paar Wochen habe ich eine sehr schöne Nummer 2 in Farbe gezeigt.

Heute zeige ich ein Bild von 1941. Grobe, Hannover, führte mitten im Krieg u.a. seine 69. Auktion durch (November 1941). Dabei kam auch eine 54 Parale-Marke auf Fragment zum Verkauf.

"54 Parale blauauf blassgrün, breitr. Kabinettbriefstück, leichte Buntstiftspuren" lautet die Beschreibung auf Seite 82 des Kataloges.

Das gute Stück wurde auch abgebildet, auf Fototafel 1 (im separatem Teil "Abbildungen").



Auf den Fototafeln wurde das Stück falsch angeschrieben "2989", es handelt sich aber um Los "2889" (siehe Hauptkatalog).

Im Handbuch I von Heimbüchler (1994) finden wir dieses Stück, gelistet auf Seite 312/313 als Nummer 9. Mit folgendem Text:

"FOKSCHANI 9/9? Briefstück. Pfenninger Unterlagen. 108 Köhler. Rotstiftstrich entfernt. Mängel".

Hier tönt also die Beschreibung deutlich weniger positiv. Offenbar wurde die Marke nach 1941 behandelt; jemand hat den Rotstift-Strich entfernt (und dabei vermutlich die Mängel verursacht, die im Handbuch erwähnt sind, noch nicht aber im Auktionskatalog Grobe 1941).

Dass die Marke 312/313-09 bei Grobe zum Verkauf stand (69. Auktion), diese Angabe fehlt im Handbuch Heimbüchler.

Heinz
 
Pete Am: 01.09.2019 14:46:56 Gelesen: 104450# 750 @  
Bei der Durchsicht diverser Posten Rumänien von alt bis neu fielen u.a. die beiden nachfolgenden Exemplare auf:



Rumänien Mi-Nr. 105

Handelt es sich bei der Lochung der Mi-Nr. 105 um eine Spielerei eines Sammlers oder liegt hier Absicht seitens der Postverwaltung vor? Letzteres gab es eine Zeit lang für Frankaturen von Paketkarten des Deutschen Reiches, um höherwertige Nominalen für Sammelzwecke bereits vorab uninteressant zu machen.



Rumänien Mi-Nr. 128

Um was für eine Entwertung (Posthorn mit der integrierten Zahl "14") handelt es sich bei der Mi-Nr. 128?

Danke.

Gruß
Pete
 
Heinz 7 Am: 01.09.2019 18:46:20 Gelesen: 104424# 751 @  
@ Pete [#750]

Hallo Pete,

solche Lochungen sind ungewöhnlich und meines Wissens nicht von der Post gewollt/systamatisch angebracht. Vielleicht handelt es sich um eine Vorsichtsmassnahme einer offiziellen Stelle, die mit der Vorab-Lochung ihrer Briefmarken die private Verwendung verhindern wollte? Solche Kennzeichnungen von Marken, die von Firmen gekauft wurden, gibt es viele aus der Schweiz. Genaues zu Rumänien kann ich aber auch nicht sagen.

Besser sieht es aus mit dem Stempel, da kann ich dir Auskunft geben.

Die Postboten erhielten solche numerierten Posthornstempel, um die Briefe zu kennzeichnen. 1896-1912 sind (meines Wissens) die frühesten/spätest bekannten Daten für diese Stempel, von denen es mehr als 200 verschiedene gibt. Bei Dragomir wurden diese Stempel katalogisiert auf Seite 293-295 unter der Gruppe C13.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.09.2019 19:41:47 Gelesen: 104415# 752 @  
@ Pete [#750]

Ich habe in Beitrag [#751] geschrieben, dass die Vorab-Lochung vielleicht erfolgte, um eine missbräuchliche Verwendung dieser Marken zu verhindern.

Eine Firma, die dies wirklich durchführte, war die Bank von Rumänien.



Diese Postkarte trägt eine Marke mit der Lochung "BdR" (Banque de Roumanie) (kopfstehend).

Die Marken, die dermassen behandelt wurden, werden "Perfin"s genannt, herkommend vom englischen Begriff: "perforated initials".

Heinz
 
Pete Am: 01.09.2019 21:28:22 Gelesen: 104406# 753 @  
@ Heinz 7 [#751] und [#752]

Danke für die Info!

Handelt es sich bei der Entwertung auf der Mi-Nr. 128 um eine Art "Nachträglich entwertet"-Stempel des Briefträgers oder kam die Entwertung zum Einsatz auf Sendungen, welcher dem Postboten frankiert zwecks Transport zum Postamt/Zustellung mitgegeben wurden und innerhalb des eigenen Zustellbezirks verblieben?

Die Lochung auf der Mi-Nr. 105 hätte ich nicht als Firmenlochung angesehen, mag dies allerdings auch nicht ausschließen. Firmenlochungen auf rumänischen Marken liegen mir in sehr wenigen Exemplaren einige Jahrzehnte später (allerdings noch vor 1948) vor. Das gute Stück ist im Album in die Kuriositätenecke gewandert, in welcher auch andere Ausreißer aus Rumänien aus dem 20. Jahrhundert abgelegt wurden.

Gruß
Pete
 
Heinz 7 Am: 10.09.2019 00:02:33 Gelesen: 103633# 754 @  
@ Pete [#753]

Ich will gestehen, dass ich mir nicht ganz sicher bin betr. deine Anfrage.

Ich gehe davon aus, dass "die Entwertung zum Einsatz auf Sendungen (kam), welcher dem Postboten frankiert zwecks Transport zum Postamt/Zustellung mitgegeben wurden und innerhalb des eigenen Zustellbezirks verblieben?".

Vielleicht (vermutlich) weiss Nor die sichere Antwort.

***

Ich habe mich sehr gefreut, als ich nach langer Suche den folgenden Auktionskatalog kaufen konnte:
60. Auktion Hans Grobe, Hannover; in zwei Teilen: Katalog und separate Fototafeln.



Auf der 1. Seite der Fototafeln werden 12 Raritäten gezeigt, wovon die Hälfte (6) aus Rumänien kommt. Diese Auktion ist ein wichtiger Referenz-Katalog für Rumänien-Sammler. Die Auktion fand vor mehr als 80 Jahren statt!

Mehr davon später.

Heinz
 
10Parale Am: 12.09.2019 21:10:34 Gelesen: 103507# 755 @  
@ Pete [#753]

"Handelt es sich bei der Entwertung auf der Mi-Nr. 128 um eine Art "Nachträglich entwertet"-Stempel des Briefträgers oder kam die Entwertung zum Einsatz auf Sendungen, welcher dem Postboten frankiert zwecks Transport zum Postamt/Zustellung mitgegeben wurden und innerhalb des eigenen Zustellbezirks verblieben?"

Ich meine mal gelesen zu haben, dass beides möglich war. Die Entwertung mittels dieser Posthornstempel ging ja einher mit normalen Tagestempel und diente hauptsächlich zur Überwachung und Nachverfolgung der Zustellung von Postsendungen innerhalb der Zustellbezirke in Bukarest.

Deshalb findet sich dieser Stempel auch sehr häufig auf den niederen Werten der Serie "Spic de griu" zu 1 ½ bani, 1 ban, 1 bani und 3 bani. Dieser werden immer zu relativ hohen Preisen im Internet und auf Auktionen angeboten, gibt es aber meiner Ansicht nach zu häufig, um solche Preise zu rechtfertigen.

Jedoch wurden diese Stempel mutmaßlich auch verwendet, um Frankaturen aus dem In- und Ausland, die nicht gestempelt waren, zu entwerten. Dies muss dann von Sammlern gesucht werden und hat seinen Preis verdient.

Ich zeige hier einen vollständigen Kartenbrief, der am 3. Dezember 1909 in Tirgu Neamt gschrieben wurde und dessen Inhalt sicher an anderer Stelle hier im Forum noch einmal vorgestellt werden muss, worauf ich jetzt aber nicht eingehen kann. Er zeigt einen relativ seltenes Posthornstempelchen mit 5 Schnüren und der Ziffer 27. Das heißt, der Empfänger, - der Direktor Stambler -, wohnte im Zustellbezirk 27 in Bukarest in der STRADA GRIVITEI No. 148". Rückseitig noch der CURSA 2 Stempel innerhalb von Bukarest, der den Zustellweg vom Hauptpostamt zum Bezirk 27 dokumentiert.

Interessant auch der Kartenbrief selbst, ein LC7, eine Ganzsache zu 2 x 5 Bani, hier mit Zusatzfrankatur von 5 Bani.

Dieser Kartenbrief hat mein Herz wieder ein wenig für die rumänische Philatelie geöffnet. Der Inhalt beschäftigt sich mit einer österreichischen Marke, doch dazu muss ich noch Studien betreiben.

Liebe Grüße

10Parale




 
bignell Am: 12.09.2019 21:49:26 Gelesen: 103499# 756 @  
@ 10Parale [#755]

Hallo 10Parale,

Der Inhalt beschäftigt sich mit einer österreichischen Marke, doch dazu muss ich noch Studien betreiben.

Im Handbuch Dr Ferchenbauer sind keine Kehrdruckpaare der öst. Jubiläumsausgabe von 1908 erwähnt. Jetzt gilt es nur noch den Brief zu finden, in dem der Herr Ojehowski das Kehrdruckpaar "eingesandt" hat.

Liebe Grüße, harald
 
Heinz 7 Am: 12.09.2019 23:06:57 Gelesen: 103489# 757 @  
@ 10Parale [#755]
@ bignell [#756]

Interessant ist, dass damals schon - offenbar - Bela Sekula im Briefmarken-Handel tätig war! Ein Kehrdruck-Paar der Jubiläumsmarke Österreich 1908 ist aber auch mir nicht bekannt.

@ Heinz 7 [#754]

1994 gab Fritz Heimbüchler sein (erstes) Handbuch zu den Rumänischen Ochsenköpfen heraus. Auf den Seiten 222-231 wurden wichtige Rumänien-Sammlungen vorgestellt:

Seite 223-224: Öffentliche Sammlungen
Seite 224-231: Ehemalige Privatsammlungen

5 Museen wurden genannt und 16 private Sammlungen.

Auf Seite 227/228 lesen wir:

"Ein grosser Rumäniensammler und Kenner war auch Heinrich Birnbach, der als Briefmarkenhändler viele Jahre in Bukarest lebte und später als Direktor einer Firma in Berlin tätig war."

Heimbüchler schrieb, dass seine Sammlung im Januar 1939 bei Grobe versteigert wurde. Im Grobe Katalog wird der Name des Sammlers meines Wissens nirgends erwähnt, aber es ist unzweifelhaft diese berühmte Sammlung, die hier angeboten wurde.

Die Sammlung umfasste 339 Lose, nämlich die Nummern 2737-3075. Nicht weniger als 226 Lose wurden fotografiert, das gibt einen herrlichen Eindruck über die Sammlung die mit grössten Raritäten glänzen konnte. Die Sammlung umfasste viele Briefe. Das wertvollste Stück war wohl Los 2757, eine der ganz seltenen ungebrauchten Exemplare der Nr. 1: 27 Parale rosa.

Im obigen Beitrag ist die Marke gezeigt. Die rechte untere Ecke sei "minimal verschönt" heisst es im Katalog Grobe.

Wieviel das gute Stück letztlich kostete, weiss ich nicht. Es ist registriert in der Kartei Heimbüchler als Nummer 264/265 Nr. 9.

(Fortsetzung folgt)

Heinz
 

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