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Thema: (?) (186/200) Zweisprachige und mehrsprachige Stempel Weltweit oh Deutschund Italien
Heinrich3 Am: 05.02.2017 18:56:11 Gelesen: 39564# 1 @  
Hallo in die Runde,

gerade in meinem Sammelbereich Baltikum gibt es viele zweisprachige Stempel aus der Sowjetzeit, allerdings auch aus der Zeit vor 1918. Ich fange mal mit je 1 Stempel aus Lettland und Litauen an. Links, d.h an 1. Stelle, die kyrillische Bezeichnung des Ortes, rechts die "einheimische" in lateinisch. Die Aussprache ist gleich.



Die Texte sind: ДОБЕЛЕ ЛАТ.CCP DOBELE und КРИЖКАДЪНИС ЛИТ.CCP KRYŽKALNIS, wobei das ЛАТ. für lettisch und ЛИТ. für litauisch steht. CCP auf deutsch Sozialistische Sowjet-Republik

Wer kann auch etwas bieten?

Grüße aus München von Heinrich
 
volkimal Am: 05.02.2017 20:07:49 Gelesen: 39544# 2 @  
@ Heinrich3 [#1]

Hallo Heinrich,

ein interessantes Thema, dass Du heute angefangen hast. Es gibt zahlreiche Beispiele dazu. Einige davon sind bekannt, andere sehr ungewöhnlich. Von mir heute ein Stempel aus der Hauptstadt von Saudi-Arabien, aus Riad:



In diesem Fall ist der Name von Riad in Arabisch (الرياض) und Englisch (Riyadh) angegeben. Dieser Bandstempel weist nicht nur zwei verschiedene Sprachen auf, auch das Datum ist in zwei verschiedenen Kalendern angegeben. Dazu mehr, wenn ich beim Thema "Die unterschiedlichen Kalender" zu den verschiedenen arabischen Kalendern komme.

Wer kann mir sagen, was die Abkürzung "A.P." hinter Riyadh bedeutet?

Viele Grüße
Volkmar
 
jmh67 Am: 05.02.2017 20:49:51 Gelesen: 39536# 3 @  
@ volkimal [#2]

Wir hatten neulich einen ähnlichen Stempel im Arabische-Stempel-Thread diskutiert. A.P. steht höchstwahrscheinlich für "Airport", d. h. Flughafen.

-jmh
 
volkimal Am: 05.02.2017 22:00:17 Gelesen: 39529# 4 @  
@ jmh67 [#3]

Hallo jmh,

dankeschön! Das passt auch gut zur Übersetzung ins Arabische:



Nur das rot eingefärbte Zeichen finde ich nicht beim Stempel.

Hast Du eigentlich meine Frage beim Thema "Stempel mit arabischer Inschrift erkennen und entziffern" gesehen? Hier der Link:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=144376

Bisher hat noch keiner darauf geantwortet.

Viele Grüße
Volkmar
 
jmh67 Am: 05.02.2017 22:31:30 Gelesen: 39518# 5 @  
Ich kann zwar kein Arabisch, aber ist das Zeichen nicht der Artikel "al" oder "ar"?

-jmh
 
filunski Am: 05.02.2017 23:11:42 Gelesen: 39509# 6 @  
@ Heinrich3 [#1]

Hallo Heinrich,

super Thema, danke für den Start dazu! ;-)

Da hatte ich gerade heute einen schönen passenden Stempel dazu, der mir immer noch etwas Kopfzerbrechen bereitet und diese Sprachkombination hatten wir bislang, wenn ich nicht irre, auch noch in keinem anderen Thema.

Hier der Stempel:



Die beiden hier vertretenen Sprachen kennt natürlich jeder.

Englisch und ... ja was noch?

Der Stempel stammt aus Äthiopien und die zweite Sprache ist Amharisch (wahrscheinlich bin ich der Einzige der bis vor ein paar Stunden gar nicht wusste, dass es diese Sprache überhaupt gibt :-().

Der Abschlag stammt aus Addis Abeba, genauer dem internationalen Flughafen. So, jetzt traue ich mich kaum zu fragen, was da auf Amharisch steht. Ich habe danach bereits "gegoogelt" und bin auch ein wenig fündig geworden, aber doch nicht richtig schlau daraus geworden. Addis Abeba steht da nicht in Amharisch, das müsste anders aussehen. Zur Zeit des Abschlags hieß der dortige Flughafen noch "Haile Selassie" Airport (nach dem bekannten Herrscher), aber auch das steht dort nicht. Vielleicht liest hier ja doch jemand mit, der da etwas Licht rein bringen kann?

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 06.02.2017 00:12:22 Gelesen: 39498# 7 @  
@ filunski [#6]

Hallo Peter,

dieses "Rätsel" hat mich gereizt, und ich habe den PC nochmal hochgefahren. Vorher hatte ich nur das Smartphone benutzt.

Etwas Licht kann ich vielleicht ins Dunkel bringen.

Oberhalb des Kurzsteges steht natürlich ኢትዮጵያ = Äthiopien.
Im Bogen oben vermute ich Folgendes: አየር ፡ ጣቢያ ፡ አአ
አየር = Luft
ጣቢያ = Station
አአ = አዲስ አበባ = Addis Abeba (abgekürzt)

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 06.02.2017 00:18:09 Gelesen: 39495# 8 @  
@ volkimal [#7]

Hallo Volkmar,

Ganz toll, dankeschön!

Die Doppelpunkte hatte ich nicht als solche erkannt, macht so aber durchaus Sinn. "Luft-Station" ist also der Flughafen.

Späte Grüße,
Peter
 
filunski Am: 07.02.2017 00:25:42 Gelesen: 39446# 9 @  
Hallo zusammen,

es gibt nicht nur zweisprachige, sondern manchmal auch dreisprachige Stempel.

Eine gute Quelle für zweisprachige Stempel ist Belgien (Flämisch/Französisch) und von dort stammt auch der folgende dreisprachige Stempel (war schon mal Bestandteil eines Sonntagsrätsels: ;-))



Neben Flämisch und Französisch wird hier der Ortsname noch in der Kunstsprache Esperanto angegeben (Sonderstempel zum Esperanto-Kongress 1928).

Viele Grüße,
Peter
 
Heinrich3 Am: 07.02.2017 09:29:52 Gelesen: 39420# 10 @  
Hallo,

da muß ich wohl noch einen dreisprachigen Stempel nachlegen:



Dieser Stempel ist in drei Sprachen: Englisch, darüber in hebräisch und unten im Rund in Arabisch.

Der Inhalt ist immer gleich: Der gute Zaun - Metulla. Der Beleg ist Propaganda für die Zeit von etwa 1980 bis 2000, als die Nordgrenze Israels zum Libanon zwar durch einen "Zaun" geschützt war, dieser aber durchlässig war. Im Süden des Libanon leben vor allem Drusen, eine islamische Sekte, die auch im Norden Israels ansässig war und den Juden gegenüber positiv eingestellt ist.
Metulla ist dort eine Grenzstadt in Israel, in der damals auch Libanesen arbeiteten oder auch ärztlich behandelt wurden.

Das Ende kam 2000, als die Hisbollah den Süden des Libanon eroberte und sogleich Metullah mit Raketen beschoß. Die obigen Infos aus dem englischsprachigen Wikipedia.

Zu der Zeile über dem Datum darf ich volkimal gekürzt zitieren (Danke!):

Nach dem Datums-Umrechner: http://calendarhome.com/calculate/convert-a-date/
16. Dezember 1980 = 9 Teveth 5741 = 9 טבת 5741
Genaueres in nächster Zeit im Thema "Die unterschiedlichen Kalender".

Heinrich
 
filunski Am: 08.02.2017 15:11:49 Gelesen: 39370# 11 @  
@ Heinrich3 [#10]

Lieber Heinrich,

interessanter Stempel, der mich daran erinnert hat einen anderen Stempel aus Israel herauszusuchen:



Für die "Schiffspost-Spezies" wahrscheinlich ein "alter Hut", mehr dazu gleich, hier aber ganz passend wie ich meine. Dieser Stempel ist nicht nur dreisprachig (Ortsname wieder in lateinischer, hebräischer und arabischer Schrift), sondern wie der Schriftzug "BATEAUX DE PLAISANCE" (Französisch) darunter zeigt sogar viersprachig.

Was verbirgt sich nun hinter den "Bateaux de plaisance", etwas locker kann man das als Vergnügungsdampfer (Mehrzahl) übersetzen, bezeichnet aber die Touristen- oder Kreuzschifffahrt.

Der Stempel stammt von einem in Haifa eingesetzten mobilen Schiffspostamt. Es wurde immer dann wenn Kreuzfahrtschiffe in Haifa anlegten an Bord dieser Schiffe eingerichtet, fertigte dort die Schiffspost ab und leitete diese dann weiter an das Hauptpostamt von Haifa.

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 09.02.2017 19:31:18 Gelesen: 39330# 12 @  
@ filunski [#11]

Hallo Peter, ein sehr schönes Beispiel!

Ich habe ein kleines Problem mit den zweisprachigen Stempeln. In einigen Ländern mit fremden Schriften gab oder gibt es Stempel, in denen der Ortsname zusätzlich in lateinischer Schrift angegeben ist. Hier ein paar Beispiele aus China:



Changsha (chinesisch 長沙市 engl. und deutsch Changsha) ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Hunan.
Juikin = Ort und Lage Lage unklar
Suchow evtl. = Suzhou (chinesisch 蘇州市 engl. Suzhou ) ist eine bezirksfreie Stadt im Osten der Volksrepublik China nahe Shanghai.

In welcher Sprache ist der Name angegeben?

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 09.02.2017 23:25:45 Gelesen: 39317# 13 @  
Hallo Volkmar,

im Zweifelsfall würde ich immer davon ausgehen, daß die chinesische Bezeichnung nach der örtlichen Aussprache oder in Mandarin widergegeben wurde. Allerdings muß man bedenken, daß es 2 verschiedene Haupt-Methoden und eine Anzahl weiterer dafür gibt. Die ältere nach Wade-Giles versucht, die Laute mit Silben des amerikanischen Englisch zu schreiben. Das seit 1957 bestehende Pinyin ist von den Chinesen selbst entwickelt.

Nun habe ich die Briefmarken nicht nachgeschlagen, denke aber, daß sie alle vor 1957 erschienen. Also kommen die Unterschiede nach meiner Ansicht nur von der unterschiedlichen Umschrift. Im Internet sind sicherlich die Namen nach Pinyin geschrieben. Also sind die lateinisch geschriebenen Orte nicht einer anderen Sprache als dem Chinesisch zuzuordnen.

Grüße eines früheren Chinesisch-Studenten
Heinrich
 
jmh67 Am: 10.02.2017 07:02:37 Gelesen: 39309# 14 @  
@ volkimal [#12]

Wikipedia hilft: Juikin wird heute Ruijin geschrieben. Bei Suchow kann es sich um Xuzhou in Jiangsu, Suzhou in Jiangsu, un das heutige Jiuquan in Gansu oder das heutige Yibin in Sichuan handeln, da hilft nur das Vergleichen der chinesischen Schriftzeichen.

-jmh
 
volkimal Am: 10.02.2017 09:53:55 Gelesen: 39297# 15 @  
@ Heinrich3 [#13]

Hallo Heinrich,

sehr interessant. Wade-Giles kannte ich bisher nicht. Das Ergebnis, dass die chinesische Bezeichnung nach der örtlichen Aussprache widergegeben wurde, war aber genau meine Vermutung.

Jetzt die große Frage: Sind das dann zweisprachige Stempel? Eigentlich wäre wohl zweischriftig passender. Allerdings gibt es bei einigen chinesischen Orten durchaus Stempel, bei denen die lateinische Angabe mit anderen Sprachen übereinstimmt. Zum Beispiel gibt es den Stempel 北京/PEKING (deutsche Schreibweise) oder 青島/TSINGTAO (englische Schreibweise).

Insgesamt meine ich, dass diese Stempel weiter zum Thema "Zweisprachige und mehrsprachige Stempel Weltweit" zählen sollen. Genauso die dreisprachigen oder vielleicht besser dreischriftigen Stempel aus Isreal.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.02.2017 09:54:43 Gelesen: 39296# 16 @  
@ jmh67 [#14]

Hallo,

danke für die Info. Da ist mir ein interessanter Fehler unterlaufen. Ich habe natürlich bei Wikipedia nach Juikin gesucht. Es kam die Meldung: Der Artikel „Juikin“ existiert in der deutschsprachigen Wikipedia nicht. Als ich anschließend bei Google nach Juikin suchte, wurde u.a. "Ruijin - Wikipedia" angezeigt. Diese Seite habe ich aber erst gar nicht geöffnet, da ich zuerst bei Wikipedia gesucht hatte. Mein Fehler: Ich habe nicht gemerkt, dass es eine englische Seite war.



Zu Suchow: Inzwischen habe ich diesen Stempel entdeckt. Durch den Vergleich der Shriftzeichen ergibt sich, dass es sich um Xuzhou = 徐州市 und nicht um einen der Orte namens Suzhou handelt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.03.2017 18:49:03 Gelesen: 39230# 17 @  
Hallo zusammen,

bei diesem Stempel bin ich mir weder sicher, wie viele Sprachen noch wie viele Schriften zu sehen sind:



Beim Text in der Mitte kommen eindeutig die hebräische und die englische Sprache vor. Was ist aber mit der Wort "Kristallnacht"? Es ist ein deutsches Wort, das in die englische Sprache übernommen wurde. Zählt das jetzt als deutsche oder englische Sprache? Bekannter ist das Wort "Kindergarten", das ebenfalls ins Englische übernommen wurde.



Jetzt das nächste Problem: Was für eine Sprache und Schrift ist in der roten Ellipse. Es könnte arabisch sein, sicher bin ich mir da aber absolut nicht. Normalerweise wird die arabische Schrift in israelischen Stempeln viel "runder" geschrieben (siehe [#10] ).

Wer kann mir weiterhelfen? Sind es jetzt zwei, drei oder vier Sprachen?



Jetzt noch ein nettes Detail. Bei der isralischen Marke "blue and white" ist nur der rechte Teil vorgegeben. Ähnlich wie bei den Marken Individuell konnte man links ein eigenes Bild zudrucken lassen. Ein findiger Händler hat dort aus Anlass "70 Jahre Kristallnacht" lauter brennende Synagogen abgebildet.

Bei dieser Marke ist es die brennende Synagoge aus Bork. Es ist eine kleine ungewöhnliche Fachwerksynagoge. In der Nacht des 9. November 1938 wurde auch die Borker Synagoge geplündert und ihre Inneneinrichtung zerstört. Die Bebauung in Bork war aber sehr eng und man hatte Angst, dass ein Feuer übergreifen könnte. Daher wurde die Borker Synagoge nie angezündet.

Zur Borker Synagoge: http://www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/selm-bork/besucherinformationen.html

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 06.03.2017 23:44:03 Gelesen: 39180# 18 @  
Hallo zusammen,

heute mal einen mehrsprachigen Stempel bei dem eindeutig nicht nur verschiedene Schriften sondern tatsächlich drei verschiedene Sprachen vorkommen:



Der Stempel stammt aus dem damals innerhalb des Russischen Zarenreichs autonomen Großfürstentum Finnland, aus der Stadt Wyborg oder auch Wiborg auf Deutsch. Der Ortsname im Stempeltext ist * VIBORG * WIIPURI * / BbIБOPГЪ Schwedisch/Finnisch/Russisch (in kyrillischer Schrift).

Hier auch der Beleg dazu:



Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 12.03.2017 16:14:55 Gelesen: 39134# 19 @  
Hallo zusammen,

heute ein zweisprachiges Beispiel aus Marokko:



Hier sind der Stempelkopf, das Werbeklischee und auch die Briefmarken zweisprachig (arabisch/französisch). Leider ist der arabische Name von Marrakech im Stempel kaum zu erkennen.

Im Werbeklischee heißt es "Mettez vos fonds en securite C.E.N.". Es geht um eine sichere Kapitalanlage bei C.E.N. Im Internet habe ich mit dieser Abkürzung die Schweizer Regionalbank Caisse d’Epargne de Nyon gefunden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Marokkanische Post für diese Bank Reklame macht.

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 12.03.2017 22:04:17 Gelesen: 39116# 20 @  
@ volkimal [#19]

Hallo Volkmar,

ich tippe auf Caisse d'Epargne Nationale = Nationale Sparkasse.

Gruß
Heinrich
 
DERMZ Am: 18.03.2017 17:15:15 Gelesen: 39068# 21 @  
Guten Tag,

es regnet und regnet schon den ganzen Tag - wo kann man dann Sonne tanken? Natürlich im Flugzeug, wenn es über den Wolken reist - in diesem Zusammenhang fiel mir ein Stempel aus Belgien, besser gesagt Brüssel ein.



Sowohl Stempelkopf aus Brüssel, als auch Werbefahne für SABENA sind zweisprachig, französisch und holländisch:

Ich wünsche einen guten Flug

Olaf
 
volkimal Am: 18.03.2017 20:09:59 Gelesen: 39054# 22 @  
@ Heinrich3 [#20]

Hallo Heinrich,

das wird es sein. Dankeschön!

Da ich das Thema gerade geöffnet habe noch zwei Stempel aus Österreich in deutsch und ukrainisch:



Der im Jahr 1967 gegründete Ukrainische Briefmarken‑Sammler‑Verein in Österreich übernahm eine wichtige politische Rolle, die man einer solchen Organisation in keiner Weise zutrauen würde. Durch seine guten Verbindungen zu österreichischen Regierungsstellen gelang es die Österreichische Post davon zu überzeugen, bei Veranstaltungen des Vereins Sonderpoststempel mit ukrainischer Thematik und teilweise ukrainischer Beschriftung zu verwenden. Bis zum heutigen Tag sind über 150 solcher österreichischer Sonderstempel erschienen, die dazu dienen, Informationen über die Geschichte, Kultur, Politik, Religion und das Brauchtum der Ukraine mit philatelistischen Mitteln zu verbreiten [1].

2010 wurde der Ukrainische Briefmarken‑Sammler‑Verein in Österreich aufgelöst.

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://www.oeug-wien.at/ukrainer-in-wien.html
 
filunski Am: 23.03.2017 11:41:32 Gelesen: 39004# 23 @  
Hallo zusammen,

heute mal ein Beleg mit gleich zwei verschieden-zweisprachigen Stempeln. Möglich war so etwas in der ehemaligen Österreichischen KuK Monarchie. Beide Stempel sind Österreichische Stempel.

Der Tagesstempel aus Trient/Trento in Deutsch/Italienisch und der Ankunftsstempel aus Laibach/Ljubljana in Deutsch/Slowenisch:



Beste Grüße,
Peter
 
filunski Am: 28.03.2017 17:35:00 Gelesen: 38941# 24 @  
Hallo zusammen,

heute mal ein zweisprachiger Stempel bei dem die eine Sprache sicherlich vielen Lesern ungewöhnlich vorkommt, derartige Stempel aber sogar recht häufig vorkommen. ;-)

Der Abschlag, ein Maschinenstempel, kommt aus Südafrika, genauer aus Kapstadt:



Es fällt auf, dass hier zwei verschiedene Ortsnamen in den Stempelköpfen stehen, nämlich Kapstadt einmal auf Englisch "CAPETOWN" und dann noch in der ebenfalls dort verwendeten Amtssprache Afrikaans "KAAPSTAD".

Beste Grüße,
Peter
 
filunski Am: 29.03.2017 14:08:03 Gelesen: 38891# 25 @  
Hallo zusammen,

als Fortsetzung zum gestrigen Beitrag noch ein Maschinenstempel aus Capetown/Kaapstad diesmal auch mit zweisprachigem Werbetext:



"SPANDEER MINDER / SPAAR MEER - SPEND LESS / SAVE MORE" (gebt weniger aus / spart mehr)

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 29.03.2017 23:37:40 Gelesen: 38857# 26 @  
Hallo zusammen,

gleich nochmals Südafrika. ;-)

Bei diesem Maschinenstempel (SECAP?) ist die Zweisprachigkeit nicht gleich so augenfällig:



Der Ortsname MIDDELBURG bleibt in Englisch und Afrikaans gleich, lediglich der kleine Zusatz danach belegt die Zweisprachigkeit CAPE (das E ist nicht komplett abgedruckt) bzw. KAAP.

Beste Grüße,
Peter
 
filunski Am: 02.04.2017 19:18:03 Gelesen: 38799# 27 @  
Verehrte Leser,

jetzt mal ein etwas außergewöhnlicher zweisprachiger Stempel, bei dem ich mal Hilfe benötige:



Oben Chinesisch, aber welcher Ort? Unten, eventuell Tibetische Schrift, gleicher Ort?

Wer kann weiterhelfen?

Danke und beste Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 02.04.2017 20:27:41 Gelesen: 38784# 28 @  
@ filunski [#27]

Hallo Peter,

mit Tibetisch liegst Du richtig.

Der Stempel kommt aus der Großgemeinde Gongbujiangda 工布江达镇 (Die ersten vier Zeichen sind die vier rechten Zeichen oben im Stempel) in Tibet. Sie liegt ca. 270 km östlich von Lhasa.

Unten steht der Kreis Gongbo'gyamda tibetisch: ཀོང་པོ་རྒྱ་མདའ་རྫོང་ Bis auf die beiden letzten Zeichen steht dieser Name unten im Stempel.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 03.04.2017 14:16:51 Gelesen: 38756# 29 @  
@ volkimal [#28]

Hallo Volkmar,

herzlichen Dank für die Übersetzung! ;-) Demnächst habe ich da noch mehr (von einem chinesischen Bekannten der diese Stempel von jemandem erhielt der 2007 per Zug nach Lhasa fuhr).

So, inzwischen aber noch einen Abstecher nach Kanada. Dort gibt es ja auch zwei Amtssprachen und überall im Land ist (fast) alles in Englisch und Französisch beschriftet. Bei den Poststempeln ist dies aber lange nicht der Fall, es gibt aber auch dort zweisprachige Exemplare.

Hier zwei moderne Tintenstrahlentwertungen mit zweisprachigem Werbetext:



Bei diesem hier aus Montreal steht die Zeile mit Datumsangabe, Postcode und Maschinenkennung unten.

Beim nächsten aus Stoney Creek steht diese Zeile oben:



Beste Grüße,
Peter
 
filunski Am: 04.04.2017 00:44:35 Gelesen: 38724# 30 @  
Hallo zusammen,

zu später Stunde habe ich hier noch einen Exoten (wieder von meinem chinesischen Bekannten, der aber auch nicht alles, was da drin steht lesen kann), und ich bin mir sicher, die wenigsten hier haben solch einen Stempel je gesehen. ;-)



Der Stempel stammt wohl aus dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang und zwar aus dem Stadtbezirk Karamay (oben im Stempel), vielleicht kann Volkmar das ja auch bestätigen.

Unten steht dann wohl der Name "Karamay" auf Uigurisch (Arabisch-Persisch), gefolgt von der PLZ 834008.

Mehr Informationen dazu sind jederzeit willkommen! ;-)

Beste Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 04.04.2017 09:34:40 Gelesen: 38703# 31 @  
@ filunski [#30]

Hallo Peter,

fast richtig. Karamay ist die Stadt und in dem Fall nicht der Stadtbezirk (obwohl es den auch gibt).

Hier die Zeichen im Einzelnen:

新疆 = Xinjiang (Provinz)
克拉玛依 = Karamay (Stadt)
قاراماي = Karamay (Stadt)
834008 = Postleitzahl (gehört zum Stadtbezirk Baijiantan)

Viel Spaß beim Eingeben in die Datenbank.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.04.2017 10:15:11 Gelesen: 38700# 32 @  
@ filunski [#27]

Hallo Peter,

hier noch die komplette Übersetzung des Stempels:

西藏 = Tibet (Autonomes Gebiet)
工布江达镇 = Gongbujiangda (Großgemeinde)
ཀོང་པོ་རྒྱ་མདའ་རྫོང་ = Gongbo'gyamda (Kreis)
营业 = Unternehmen/Geschäft (Nach dem Übersetzer)

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 04.04.2017 12:06:36 Gelesen: 38688# 33 @  
@ volkimal [#31]
@ volkimal [#32]

Hallo Volkmar,

super, herzlichen Dank für die Ergänzungen/Korrekturen! ;-)

Herzliche Grüße,
Peter
 
filunski Am: 04.04.2017 12:50:50 Gelesen: 38679# 34 @  
Hallo zusammen,

zur Abwechslung mal wieder einen etwas "einfacheren" Stempel bei dem auch meine "mitteleuropäischen Sprachkenntnisse" ausreichen. Ein ähnlicher Stempel wurde schon mal in einem anderen Thema gezeigt, dieser passt aber auch sehr gut hierher.

Maschinenstempel aus Guatemala mit viersprachigem (Spanisch/Englisch/Französisch/Deutsch) Werbeklischee/Entwerter:



Beste Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 04.04.2017 15:01:06 Gelesen: 38665# 35 @  
@ filunski [#34]

Hallo Peter,

sehr schönes Beispiel eines mehrsprachigen Stempels!

Da Du schon zwei verschiedene zusätzliche Sprachen bei chinesischen Stempeln gezeigt hast, von mir noch ein dritter Fall. Einer Sprache und Schrift, von der ich noch nie gehört hatte, bis mich Jacques (Merkuria) aufgeklärt hat - es ist Zhuang:



广西 = Guangxi = Autonomes Gebiet in Südchina.
横县 = Heng County bzw. Hengxian = Stadtbezirk von Nanning in dem das Postamt liegt.
西津 = Xijin = Ortsteil von Hengxian in Chinesisch.
SIƄ CINƄ = Ortsname in der Zhuang-Sprache bzw. Schrift

1957 wurde die phonetische Zhuang-Schrift auf Grundlage des lateinischen Alphabets mit einigen Sonderzeichen eingeführt. Diese wurde 1986 dahingehend reformiert, dass nun keine Sonderzeichen mehr verwendet werden. Der Ortsname "SIƄ CINƄ " müsste seit 1986 "SIHCINH" geschrieben werden. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zhuang_(Sprache)#Schrift

Mehr zu dem Beleg erfahrt ihr hier: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=133813#M60 und in den folgenden Beiträgen.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 05.04.2017 23:03:16 Gelesen: 38607# 36 @  
@ volkimal [#35]

Hallo Volkmar,

toll! Auch ich kannte diese Sprache bislang noch nicht.

So, jetzt auch wieder eine ungewöhnliche und sicher sehr seltene Sprachkombination auf einem Stempel.

Der Stempel kommt aus der Tschechoslowakei:



Ein Gelegenheitsstempel aus der Stadt Uschhorod (Deutsch: Ungwar), von der ihr sicherlich alle schon gehört habt! ;-)

Die Sprachen sind Slowakisch Užhorod und Ukrainisch (bzw. auch Russisch) Ужгород. Mehr zu dieser interessanten Stadt mit wechselvoller Geschichte/Staatszugehörigkeit im link [1].

Es gab dort aber nicht nur zweisprachige Gelegenheits-/Sonderstempel, sondern auch Tagesstempel:



Beste Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Uschhorod
 
volkimal Am: 08.04.2017 13:39:21 Gelesen: 38515# 37 @  
Hallo zusammen,

heute zwei zweisprachige Ersttagsstempel aus dem hohen Norden:



Beide Stempel kommen aus Grönlands Hauptstadt Nûk (grönländisch, heutige Schreibweise Nuuk) bzw. Godthåb (dänisch). Auch der Text ist zweisprachig: Frimærkets udgivelsesdag (dänisch) bzw. Ulloq frimærkip atulerfia (grönländisch).

In Grönland ist die Amtssprache Grönländisch, Dänisch ist die rechtlich berücksichtigte Verkehrssprache.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 13.04.2017 18:11:07 Gelesen: 38385# 38 @  
Liebe Freunde des Themas,

heute mal wieder was aus dem anscheinend für mehrsprachige Stempel unerschöpflichen "Topf" China:



Dieser Tagesstempel stammt aus der Stadt Kaxgar (auch Kaschgar) [1], im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang.

Zusammen mit Volkmar haben wir versucht das was da steht zu entschlüsseln. Dank Volkmars Chinesisch Kenntnisse waren die chinesischen Schriftzeichen schnell entziffert:

新疆 = Xinjiang (autonomes Gebiet)
喀什 = Kaxgar = Name der Stadt

Jetzt steht da aber noch mehr, schließlich ist der Stempel ja auch zweisprachig.

ҚӘХҚӘR, ist natürlich auch der Name der Stadt und zwar in Uigurischer Sprache. So weit, so gut, aber in welcher Schrift. Ist doch einfach oder klar werden jetzt wohl viele sagen, natürlich in Kyrillisch. Dachten wir auch erst, aber in Kyrillisch würde es anders aussehen, nämlich so Қәшқәр. Sieht irgendwie nicht so aus! :-(

Nach einiger Suche kamen wir drauf, die Schrift ist "Yengi Yezik".

Schon mal gehört? Aber sicher. ;-)

Für diejenigen, die es nicht wissen (wozu ich mich selbst auch bis vor wenigen Tagen zählen durfte) hier die Erklärung dazu aus Wikipedia:

ҚӘХҚӘR ist die Schreibweise in „Yengi Yezik“ = neue Schrift, dem modifizierten lateinischen Alphabet, das von 1959 bis 1982 die offizielle uigurische Schrift in China war und bis heute als offizielle Transkription des Uigurischen dient, sowie dem modifizierten kyrillischen Alphabet, das die Uiguren in der Sowjetunion verwendeten bzw. heute u. a. in Kasachstan verwenden.

Beste Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)
 
volkimal Am: 13.04.2017 21:29:54 Gelesen: 38367# 39 @  
@ filunski [#38]

Hallo Peter,

Du schreibst Dank Volkmars Chinesisch Kenntnisse waren die chinesischen Schriftzeichen schnell entziffert - das ist zu viel des Lobes. Ich habe leider keine Chinesisch Kenntnisse.

Vor allem aufgrund der vielen fremden Sprachen und Schriften in der Kalender-Sammlung habe ich inzwischen eine Reihe Techniken entwickelt um Texte in fremden Schriften zu entziffern. Bei einigen Sprachen klappt das ganz gut (z.B. Chinesisch, Koreanisch) bei anderen wie dem Arabischen klappt es gar nicht. Ortsnamen und Daten aus Thailand klappen auch einigermaßen, andere thailändische Texte dagegen überhaupt nicht (siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=133407 ).

Hier noch ein weiterer zweisprachiger Stempel:



Stempel aus Nord-Korea in Koreanisch und Englisch. Weitere Informationen zum Stempel und zur Jahreszahl 101 siehe http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/126753 .

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 23.04.2017 14:36:57 Gelesen: 38232# 40 @  
Hallo zusammen,

auch bei den Tagesstempeln aus Nordkorea gibt es Stempel mit zwei Schriften bzw. Sprachen:



Dieses sind die typischen Stempel für die Auslandspost. Der Stempel kommt aus Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas. Bei der Schrift ist es eindeutig. Oben ist die koreanische Schrift: 조선 = Korea. Unten der Ortsname in lateinischer Schrift. Bei der Sprache kann man wieder fragen, ob die Schreibweise Pyongyang englisch oder koreanisch ist.

Beleg siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=150845

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 23.04.2017 15:11:49 Gelesen: 38224# 41 @  
Hallo,

aus Brüssel vom 02.10.1963 einen zweisprachigen Stempel, auf Brief an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim.

Gruß
Manne


 
Journalist Am: 01.05.2017 10:31:48 Gelesen: 38124# 42 @  
Hallo an alle,

es folgt ein zweisprachiger Stempel aus Marokko:



Oben arabisch, unten französisch - der Stempel wurde auf einer Einschreibpostache aus Marokko abgeschlagen.



viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 01.05.2017 10:43:53 Gelesen: 38120# 43 @  
Hallo an alle,

hier noch ein zweisprachiger Stempel, vermutlich oben arabisch, unten leicht erkennbar englisch:



Der Stempel stammt, wie man selbst lesen kann, aus dem Irak und hier aus der Hauptstadt Baghdad. Er befand sich auf einer Einschreibpostsache der dortigen Post nach Deutschland auf der Rückseite als Abgangsstempel zusammen mit einem anderen rein arabischen Stempel.

Was im oberen Teil in arabisch steht, kann ich leider nicht sagen - vielleicht das selbe wie unten in englisch ?

viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 01.05.2017 11:16:30 Gelesen: 38117# 44 @  
@ Journalist [#43]

Hallo Jürgen,

natürlich kann man davon ausgehen, dass der obere Text dem unteren entspricht. Mit dem Google-Übersetzer kann man es bei der Ortsangabe auch erkennen:

Iraq - Bagdad =



Beim Rest des Textes kann man es nicht so einfach sehen. Da müsste man schon arabisch können.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 07.05.2017 11:15:59 Gelesen: 38014# 45 @  
Hallo zusammen,

heute mal ein, wie ich meine besonders schöner, Sonderstempel aus einer etwas entlegenen Ecke dieser Welt:



Er stammt von der zu Südafrika gehörenden Marion Insel [1], Ortsname auf Englisch Marion Island, Afrikaans Marioneiland und diese ziert auch das Stempelbild.

Hier noch der komplette Beleg dazu:



Viele Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Marion-Insel
 
Journalist Am: 10.05.2017 18:24:52 Gelesen: 37946# 46 @  
@ volkimal [#44]

Hallo Volkmar,

danke für die Ergänzung - bezüglich des Google-Übersetzers bin ich noch nicht so geübt - wie wir den der entsprechende Schriftzug da eingeben ?

Nun aber noch für alle ein weiterer zweisprachiger Stempel aus Afrika - genauer gesagt aus Äthiopien beziehungsweise der dortigen Hauptstadt Addis Abeba.



Der obere Teil dürfte in der dortigen Landessprache Amharisch verfasst sein, der untere Teil ist in englisch.

viele Grüße Jürgen
 
filunski Am: 15.05.2017 23:04:43 Gelesen: 37832# 47 @  
Hallo zusammen,

mal wieder eine Sprachkombination die wir auch noch nicht hatten:



Der Stempel ist aus Kiew, noch zu Sowjetzeiten, und die beiden Sprachen sind Russisch und Ukrainisch.

Russisch Киев/Kijew, Ukrainisch Київ/Kyjiw

Ebenfalls schön m.E. der ganze Beleg dazu welcher in die USA ging:



Beste Grüße,
Peter
 
filunski Am: 16.05.2017 17:49:22 Gelesen: 37801# 48 @  
Hallo zusammen,

heute mal wieder einer bei dem ich Hilfe benötige:



Ist er wirklich zweisprachig oder nur "zweischriftlich"?

Der Stempel stammt aus Kuwait-City, wahrscheinlich vom Safat Post Office (Postamt am Safat-Square), das steht unten SAFAT-KUWAIT.

Aber was steht oben in arabischer Schrift? Das hier الكويت = al-Kuwait könnte links stehen.

Danke für jegliche Aufklärung dazu! :-)

Peter
 
volkimal Am: 16.05.2017 20:57:53 Gelesen: 37786# 49 @  
@ filunski [#48]

Hallo Peter,

oben rechts steht الصفاة‎‎ = Safat.

Die Frage zweisprachig oder zweischriftig stellt sich bei vielen Stempeln. Einerseits wird in Kuwait Arabisch gesprochen, andererseits entspricht die Ortsbezeichnung mit lateinischer Schrift in der Regel auch der englischen Bezeichnung des Ortes. Was war aber zuerst da, die Bezeichnung des Ortes in lateinischer Schrift oder der englische Name ?

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 16.05.2017 23:01:11 Gelesen: 37774# 50 @  
@ volkimal [#49]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für die Ergänzung! :-)

Du hast völlig Recht, eine genaue Abgrenzung zweisprachig - zweischriftig wird wohl nicht immer gelingen. In diesem Fall, meine ich, könnten wir aber schon von zweisprachig ausgehen Arabisch/Englisch.

Viele Grüße,
Peter
 
Journalist Am: 23.05.2017 11:29:51 Gelesen: 37669# 51 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute folgenden Stempel aus Armenien vorstellen, der zweisprachig sein dürfte:



Im rechten Teil sieht es für mich zumindest so aus, als könnten diese Schriftzeichen armenisch sein ?

viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 23.05.2017 12:02:27 Gelesen: 37665# 52 @  
@ Journalist [#51]

Hallo Jürgen,

du hast recht! Die Schrift bzw. Sprache ist armenisch.

ՀԱՅԱՍՏԱՆ = Armenien
ԵՐԵևԱՆ = Jerevan. Nach Wikipedia wird der Ort allerdings etwas anders geschrieben: ԵՐևԱՆ

Diese ungewöhnliche Stempelform (Zweikreisspeichenstempel) habe ich schon unter dem Thema "Berg-Karabach: Post aus einem nicht anerkannten Land" vorgestellt. Siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=8715&CP=0&F=1

Der äußere Ring des Stempels ist drehbar und die Uhrzeit der Aufgabe steht oben. Hier die Stempel aus meiner Sammlung:



Dein Stempel würde sich auch gut in der Datenbank machen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 26.05.2017 14:56:37 Gelesen: 37560# 53 @  
Hallo zusammen,

da ich den Beleg gerade beim Thema "Die unterschiedlichen Kalender" vorgestellt habe, kann ich den Stempel auch einmal hier zeigen:



Stempel aus Bursa, der viertgrößten Stadt der Türkei in Arabisch = بورسا und Französisch = Brousse.

Auf Türkisch, Englisch und Deutsch heißt die Stadt Bursa.

Das Datum im Stempel ist nach dem gregorianischen Kalender und dem Rumi-Kalender angegeben. Siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=153325

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 03.06.2017 21:23:05 Gelesen: 37426# 54 @  


Auf diesen 2 Belegen aus Indien prangen 2sprachige Stempel - Oben in Hindi, unten Englisch.

Sie wiederholen die vorgedruckten Texte der Schmuck-FDC.

Schöne Pfingsten wünscht
Heinrich
 
Max78 Am: 06.06.2017 22:21:50 Gelesen: 37379# 55 @  
@ filunski [#23]

Servus zusammen,

um Peters Karte zu folgen, hier noch ein weiteres Beispiel über Laibach aus dem Jahre 1901. Der eigentliche Grund des Erwerbs war für mich der Ankunftstempel Hohenheim, ich muss aber ehrlich zugeben, dass mir nun die beiden Stempel aus Möttling und Laibach besser gefallen:



Zur Ganzsache selbst kann ich leider nichts sagen, da kann nur Ingo oder die Spezis zum Gebiet KuK-Monarchie weiterhelfen. Einem Kommentar von ihm in einem seiner Beiträge kann ich nur zustimmen. Die Ganzsache an sich ist ohne Zweifel der beste Träger für einen Abschlag. Irgendwie bin ich froh darüber, dass der Michel die Bewertungen für Ganzsachen im Keller hält. All die, die sich am Katalogwert orientieren, fallen als Käuferkonkurrenz weg ;-)

allen einen schönen Abend, mit Grüßen Max
 
filunski Am: 09.06.2017 22:59:40 Gelesen: 37310# 56 @  
Hallo zusammen,

einen Stempel aus Grönland hatten wir ja schon mal [#38], hier noch Einen, ebenfalls in den beiden Sprachen Dänisch/Grönländisch. Die zweite Sprache aber in der alten Rechtschreibung:



Der Ort SDR. STRØMFJORD, ausgeschrieben auf Dänisch Søndre Strømfjord oder auf Grönländisch (alte Rechtschreibung) Kangerdlugssuak (neue Rechtschreibung Kangerlussuaq) besteht mehr oder weniger aus dem dortigen internationalen Flughafen [1].

Auch der weitere Stempeltext ist wieder zweisprachig:

JUL I GRØNLAND (Weihnachten in Grönland) auf Dänisch, und auf Grönländisch KALÂTDLIT NUNÃNE JÛTDLE. Dabei heißt KALÂTDLIT NUNÃNE oder nach neuer Rechtschreibung Kalaallit Nunaat, Land der Kalaallit, nach dem größten in Grönland ansässigen Volk.

Der Hubschrauber ist hier schon beschrieben: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=149638

Viele Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kangerlussuaq
 
Journalist Am: 14.06.2017 19:49:26 Gelesen: 37246# 57 @  
@ volkimal [#52]

Hallo Volkmar,

danke für die Ergänzungen zu meinen Beitrag.

Anbei heute noch ein neuer zweisprachiger Stempel aus Qatar in arabisch und englisch:



Viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 14.06.2017 20:45:14 Gelesen: 37240# 58 @  
Hallo zusammen,

da ich beim Thema "Die unterschiedlichen Kalender" gerade bei den Stempeln mit arabischen Schriftzeichen angekommen bin heute zwei Stempel aus dem Osmanischen Reich. In diesem Fall aus der Türkei:



Die Namen der Orte im oberen Bereich wurden mit arabischen Schriftzeichen geschrieben - genauer genommen entsprechen diese aber mehr dem Persischen. Die kleinen Unterschiede sieht man hier:
Fatih (Istanbul):

Arabisch = الفاتح (إسطنبول)
Persisch = فاتح (استانبول)

Damit ist zwar die Schrift geklärt aber noch nicht die Sprache. Da beide Orte in der Türkei liegen, denke ich, dass auch der türkische Name im Stempel steht - wie gesagt in persischer Schrift.



Unten im Stempel stehen wie bei den Inschriften der Karte die französischen Namen der Orte. Eyoub trägt heute den Namen Eyüp. Fatih ist heute im türkischen identisch mit Fatih. Beide Orte gehören heute zu Istanbul.

Weitere Informationen zu den Stempeln und dem Datum nach dem Rumi-Kalender im Beitrag http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=154880

Viele Grüße
Volkmar
 
Journalist Am: 20.06.2017 17:36:13 Gelesen: 37132# 59 @  
Hallo an alle,

heute möchte ich einen zweisprachigen Stempel aus Eritrea zeigen:



Oben dürfte es sich um den arabischen Ortsnamen handeln (?), unten der Ortsname Asmara lesbar für uns Europäer. :-)

viele Grüße Jürgen
 
filunski Am: 20.06.2017 17:48:45 Gelesen: 37129# 60 @  
@ Journalist [#59]

Hallo Jürgen,

oben steht auch der Ortsname, ኣስመራ = Asmera in Tigrinya [1]. ;-)

Toller Stempel, danke fürs Zeigen.

Viele Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Tigrinya_(Sprache)
 
volkimal Am: 20.06.2017 20:23:07 Gelesen: 37113# 61 @  
Hallo zusammen,

ich glaube, einen Stempel aus Ceylon hatten wir bei diesem Thema noch nicht:



Absenderfreistempel aus Colombo, der Hauptstadt Ceylons, dem heutigen Sri Lanka. Laut dem "International Postage Meter Stamp Catalog" ist es ein Stempel vom Hersteller Neopost (Typ 205).

Der Text im Wertrahmen ist Englisch. Der Ortsstempel ist in der singhalesische Sprache Sinhala (කොළඹ) und in Englisch (Colombo). Leider ist das Werbeklischee schlecht erkennbar. Dort ist das Logo der Firma Hoechst mit dem deutschen Namen "HOECHST" abgebildet. Es ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber es handelt sich sogar um einen dreisprachigen Stempel. Hier der ganze Brief:



Viele Grüße
Volkmar

Hier noch der Link zum Absenderfreistempel: https://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/Sri_Lanka
 
Heinrich3 Am: 26.06.2017 12:01:37 Gelesen: 36934# 62 @  
Hallo,

die Tschechoslowakei war in den 1930er Jahren noch mehrsprachig, wie aus den Abschnitten unten zu sehen ist. Ortsnamen in Tschechisch und Deutsch, Ungarisch (beide oben) und Tschechisch und Ukrainisch. Inzwischen ist mindestens das Deutsch ganz verschwunden aus der Tschechischen Republik.




 
Journalist Am: 28.06.2017 17:47:40 Gelesen: 36882# 63 @  
@ volkimal [#61]

Hallo Volkmar und an alle anderen,

ergänzend zu Deinen Posting möchte ich hier auch einen zweisprachigen Absenderfreistempel oder sogar Postfreistempel zeigen:



Oben die Schrift dürfte arabisch sein, unten ist es französisch - Cassablanca - Centre de Tri (Briefzentrum)

viele Grüße Jürgen
 
jmh67 Am: 28.06.2017 18:30:32 Gelesen: 36876# 64 @  
@ Heinrich3 [#62]

Ohne jetzt Erbsen zählen zu wollen: Bei dem Stempel mit dem ungarischen Ortsnamen ist die "Erstsprache" wohl slowakisch. Bei den ukrainischen (manche sagen auch russinischen oder ruthenischen) Ortsnamen ist der lateinisch geschriebene Text "nur" die Umschrift des kyrillischen. Palanok und Sinovir hatten aber auch noch ungarische Namen (Palánka und Alsószinevér), Palanok obendrein noch einen (wenn auch wenig gebrauchten) deutschen (Plankendorf), aber dann hätten die Stempel wohl Übergröße haben müssen. ;-)

-jmh
 
volkimal Am: 21.08.2017 19:06:12 Gelesen: 35836# 65 @  
Hallo zusammen,

auf dieser Postkarte ist ein weiterer zweisprachiger Stempel aus Ceylon:



Der Ortsname Kandy ist außer in Englisch noch in Sinhala (Singhalesisch) angegeben: මහ නුවර

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 21.08.2017 21:05:05 Gelesen: 35814# 66 @  
@ jmh67 [#64]

Diese von Dir aufgegriffene Unterscheidung "Zweisprachig oder zweischriftig" wurde im Beitrag [#15] als nicht klar trennbar angesehen und es hat bisher keinen Einwand gegeben - wer soll es festlegen? Die bisherigen Beiträge haben sicherlich manchem neues geboten, was bei mehrsprachigen Stempeln (davon hätten wir bedeutend weniger) eben nicht in dem Maße eingetreten wäre. Ich gebe zu, daß ich bei den Stempeln aus der Tschechoslowakei genauer hätte sein müssen.

Noch eine schöne Woche wünscht
Heinrich
 
Heinrich3 Am: 03.11.2017 10:09:53 Gelesen: 34500# 67 @  
Hallo,

dieses Thema ist eingeschlafen - schade. Also versuche ich es mit einem Stempel aus der Ukraine wieder zu beleben, als sie noch Teil der Sowjetunion war. Der Stempel zum 24. Kongress der KP der Ukraine 1971 hat links den Text in ukrainisch und rechts in russisch.

Für die jungen Mitglieder: KP = Kommunistische Partei



Schönes Wochenende wünscht
Heinrich
 
filunski Am: 15.11.2017 00:00:20 Gelesen: 34205# 68 @  
Hallo zusammen,

heute mal eine Sprachkombination die wir sicher noch nicht hatten und die man so schnell (noch zumindest) nicht wiederfindet

Die Sprachkombination ist Englisch/Maori, und wo kommt der wohl her?

Ja klar, aus Neuseeland:



Ein Ersttagssonderstempel zu einer Markenneuausgabe die Begriffe in Englisch und Maori (Te Reo Māori) [1] zeigt.



Te Reo Māori ist neben Englisch und Gebärdensprache in Neuseeland anerkannte Amtssprache.

Viele Grüße,
Peter

[1] https://www.tpk.govt.nz/en/whakamahia/te-reo-maori
 
volkimal Am: 26.11.2017 15:01:38 Gelesen: 33963# 69 @  
Hallo zusammen,

heute ein arabischer Stempel aus Aleppo (Syrien):



Frankreich erhielt 1919 das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon und konnte seine Herrschaft in Syrien bis zum 17. April (Nationalfeiertag) 1946 aufrechterhalten konnte, als die Syrische Republik ausgerufen wurde. Geschichtlich bedingt sind die Stempel in Syrien in arabisch und französisch. Aleppo = حلب (arabisch) = Alep (französisch).

Ganz nett: es ist nicht nur ein zweisprachiger Stempel sondern gleichzeitig auch ein Schnapszahlstempel vom 7.7.77.

Viele Grüße
Volkmar
 
Journalist Am: 03.12.2017 13:05:28 Gelesen: 33812# 70 @  
Hallo an alle,

ich möchte hier heute einen zweisprachigen Stempel aus Oman (Muscat) vom dortigen Flughafen vorstellen:



Was oben in arabisch steht, kann ich leider nicht sagen, unten steht zumindest in englisch "Airport Heights".

Viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 03.12.2017 14:18:21 Gelesen: 33808# 71 @  
@ Journalist [#70]

Hallo Jürgen,

das ist ganz einfach. Oben steht dasselbe auf arabisch: Airport Heights = مرتفعات المطار

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 15.12.2017 21:27:11 Gelesen: 33486# 72 @  
Hallo zusammen,

heute die Sprachkombination Chinesisch/Esperanto:



Eine Übersetzung der Texte und weitere Informationen findet ihr hier:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=168474

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.12.2017 19:39:08 Gelesen: 33152# 73 @  
Hallo zusammen,

Die verschiedenen Schreibweisen von Pjöngjang

Bei Stempeln mit zwei Schriften stellt sich für mich immer wieder die große Frage danach, ob dort auch wirklich zwei Sprachen sind. Ich möchte das Problem einmal mit ein paar Stempel aus Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas erläutern.





Bei Wikipedia heißt es:

„Pjöngjang (koreanisch 평양 [pʰjʌ̹ŋja̠ŋ], MR P'yŏngyang, RR Pyeongyang, YR Phyeng.yang), auch Pjongjang, Pyongyang oder in der DDR Ph(j)öngjang geschrieben, ist die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und liegt im Südwesten des Landes.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pj%C3%B6ngjang

Was steckt dahinter?
평양 = Koreanisch
P'yŏngyang = MR = McCune-Reischauer ist zusammen mit der revidierten Romanisierung und der Yale-Romanisierung eine der am meisten gebrauchten Umschriften für die koreanische Schrift.
Pyeongyang = RR = Die revidierte Romanisierung des Koreanischen ist seit dem Jahr 2000 die offizielle Umschrift für die koreanische Sprache in Südkorea. In dieser Funktion löste sie eine Umschrift ab, die auf der McCune-Reischauer basiert und von 1984 an gültig war.
Phyeng.yang = YR = Yale-Romanisierung bezeichnet vier an der Yale-Universität entwickelte Umschrift-Systeme für die ostasiatischen Sprachen Hochchinesisch, Kantonesisch, Koreanisch und Japanisch.
Pjongjang = Pjongjang ist eine alternative, näher an der Aussprache orientierte Schreibweise, wie sie beispielsweise die Neue Zürcher Zeitung verwendet.
Pyongyang = Pyongyang ist im englischsprachigen Raum üblich.
Ph(j)öngjang = Schreibweise in der DDR
 

Der erste Stempel ist eindeutig Koreanisch. Wie sieht es mit Nr. 2 und 3 aus – welche Sprache ist es? Der zweite Stempel erinnert an die Schreibweise von Pjöngjang nach der Yale-Romanisierung. Allerdings passt der erste Vokal im Stempel nicht („O“ statt „E“). Im dritten Stempel wurde die englischsprachigen Raum übliche Schreibweise Pyongyang verwendet – aber ist es wirklich Englisch oder ist „nur“ eine Transkriptionen des Koreanischen in die Lateinische Schrift?

Viele Grüße
Volkmar
 

jmh67 Am: 22.12.2017 07:22:22 Gelesen: 33132# 74 @  
@ volkimal [#73]

Die Sprache ist natürlich immer Koreanisch, nur die Wiedergabe ist jeweils eine andere, weil man sich lange nicht auf eine lateinische Umschrift einigen konnte. Da brauchen wir aber nur um die Ecke zu schauen: Wird zum Beispiel die ukrainische Währung nun lateinisch Griwna, Hriwna oder Hrivna geschrieben?

-jmh
 
volkimal Am: 07.01.2018 20:48:10 Gelesen: 32390# 75 @  
Hallo zusammen,

noch ein Beispiel zur Frage "mehrsprachig" oder "mehrschriftig":



Es ist ein Stempel von einem mobilen Postamt in Israel. Daher die Abbildung des Autos unten. Wenn man auf der Seite http://www.bait-tov.com/store/pic.php?ID=mc163-2 auf die Pfeile klickst siehst man noch mehr davon.

Auf dem Stempel siehst man drei Schriften: Die lateinische, hebräische und arabische Schrift. Jetzt kommt aber ein Problem, dass immer wieder bei Stempeln mit 2 Schriften auftaucht: Welche Sprachen sind es? Insbesondere was für eine Sprache ist „BI’QUA YERIHO“?

Oben steht: בקעת יריחו = Jericho-Tal (von rechts nach links lesen)

Die Stadt Jericho heißt
Jericho in Deutsch
Jericho in Englisch
Jéricho in Französisch

Im englischen Wikipedia findet man https://en.wikipedia.org/wiki/Jericho :
Jericho (/ˈdʒɛrɪkoʊ/; Arabic: أريحا‎ Arīḥā [ʔaˈriːħaː]; Hebrew: יְרִיחוֹ‎ Yeriḥo) is a city in the Palestinian Territories and is located near the Jordan River in the West Bank.

Yeriho ist also kein Englisch, sondern der hebräische Name der Stadt mit lateinischer Schrift geschrieben - es ist also eine Transkription. Beim Arabischen sieht man an der Lautschrift, dass es ein anderer Name sein muss. Demnach sind es eigentlich nur zwei Sprachen aber drei Schriften. Das Thema würde (glaube ich) zu lang, aber eigentlich wäre es günstiger wenn es heißt "Zweisprachige und mehrsprachige Stempel oder Stempel mit mehreren Schriften Weltweit ohne Deutschland und Italien"

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 07.01.2018 23:57:11 Gelesen: 32360# 76 @  
Zwei- und mehrsprachige Stempel?

Diese kann man dort erwarten, wo eine Postverwaltung bzw. -gesellschaft in einer Nation tätig ist, wo es mehr als eine Amtssprache gibt.

Belgien (mit flämisch/niederländisch und wallonisch/französisch) ist ein bekannter Fall, Kanada mit französisch und englisch, Grönland mit dänisch und grönländisch, Finnland mit finnisch und schwedisch.

Allerdings treibt es nicht jedes Land mit mehreren Amstsprachen so weit: die Schweiz mit 3 bzw. 4 Amtssprachen tut es nicht (jedenfalls nicht mit den Stempeltexten, also den Ortsnamen, die sind stets nur in der lokal herrschenden der verschiedenen Amtssprachen). Luxemburg macht es ähnlich.

Ein interessanter Sonderfall ist die Post des Vatikan: Ort in der Regel in italienisch, aber vielen Stempeln die sonstigen Textinhalte auf Latein.
 
volkimal Am: 08.01.2018 20:55:17 Gelesen: 32271# 77 @  
@ EdgarR [#76]

Hallo EdgarR,

Du schreibst, dass man zweisprachige Stempel dort erwarten kann, wo es mehr als eine Amtssprache gibt. Das stimmt natürlich.

Ein anderer Fall sind aber Länder mit fremden Schriften. Hier zum Beispiel zwei Stempel aus Afghanistan, in dem die arabische Schrift verwendet wird.



Bei beiden Stempeln steht oben der arabische Name Kabuls = کابل . Beim ersten Stempel ist unten der Name der Stadt eindeutig in der französischen Schreibweise Kaboul. Beim zweiten Stempel ist es dagegen die englische Schreibweise Kabul. In Afghanistan gab es allerdings nie die Amtssprache Französisch oder Englisch. So weit ich es herausbekommen kann, stand Afghanistan aber eher unter britischem bzw. sowjetischen Einfluss als unter französischem Einfluss.

Weshalb dann der französische Name Kaboul im Stempel? Ich gehe davon aus, dass man neben der arabischen Schrift auch noch die lateinische Schrift verwenden wollte. So konnte man den Aufgabeort auch im Ausland lesen. Da Französisch die offizielle Postsprache ist, hat man bei Kabul zunächst den französischen Namen in den Stempel eingesetzt. Später verwendete man dann die englische Schreibweise. Obwohl der Name von کابل [ˈkɒːbul] dem Namen [ˈkɑːbʊl] sehr ähnlich klingt, gehe ich hier zumindest beim französischen Namen nicht von einer Transkription sondern tatsächlich von der zweiten Sprache - Französisch - aus. Beim englischen Namen könnte man darüber streiten.

Ich weiß nicht, ob auch kleinere Orte Stempel mit lateinischer Schrift hatten. Dort würde ich dann eher von einer Transkription als von Englisch oder Französisch reden.

Das Stempeldatum wurde außer in unserem auch noch nach dem iranischen Kalender angegeben. Weitere Informationen siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=168385#M121 und die folgenden Beiträge

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 09.01.2018 09:21:40 Gelesen: 32177# 78 @  
@ volkimal [#77]

Hallo Volkmar,

bei Stempeln wie den von Dir gezeigten - also mit exotischen Schriften und aus der "guten alten Zeit" - habe ich den Verdacht, der Grund für die Transkription der Ortsnamen in lateinische Schrift, oder sogar die Doppelung der Ortsnamen ins französische oder englische, könnte vielleicht etwas mit Bestimmungen des Weltpostvereins zu tun haben? Wegen internationalem Briefverkehr und so?

Stutzig machte mich nämlich Dein Kabul-Stempel mit "KABOUL" - also auf französisch, der "Weltpostvereinssprache". Denn Afghanistan hat nun wirklich keinerlei Berührung mit französischem Kolonialwesen gehabt.

Es müsste doch festzustellen sein, ob es nicht zumindest vorzeiten einschlägige Bestimmungen des Weltpostvereins gab die derartiges vorsahen?

Phile Grüße
EdgarR
 
volkimal Am: 14.01.2018 10:27:14 Gelesen: 31865# 79 @  
@ EdgarR [#78]

Hallo EdgarR,

die Frage Es müsste doch festzustellen sein, ob es nicht zumindest vorzeiten einschlägige Bestimmungen des Weltpostvereins gab die derartiges vorsahen? finde ich sehr interessant. Ich habe aber keine Ahnung, ob es solch eine Bestimmung gab. Vielleicht weiß ein anderes Philaseiten-Mitglied mehr dazu.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 14.01.2018 10:31:06 Gelesen: 31862# 80 @  
Hallo zusammen,

das Großfürstentum Finnland war seit 1809 ein mit einer weitgehenden inneren Autonomie ausgestatteter Teil des Russischen Reiches. Es entstand, nachdem das seit Jahrhunderten zu Schweden gehörende Finnland infolge mehrerer russisch-schwedischer Kriege an Russland abgetreten werden musste, und endete 1917 infolge der russischen Revolutionen in der Unabhängigkeit Finnlands.



Wie man an der Postkarte sieht, gab es in Finnland drei offizielle Sprachen: Schwedisch (links), Finnisch (rechts) und Russisch (unten). Auch die Stempel aus der Zeit um 1900 waren dreisprachig. Die drei Ortsnamen beim Stempel sind in derselben Reihenfolge angegeben. Als Beispiel zwei dieser Stempel auf einer finnischen Ganzsache von 1896. Aufgegeben wurde die Karte in Wyborg, das damals noch den alten deutschen Namen Wiborg hatte. Die Karte ging nach Helsinki, wo sie den zweiten dreisprachigen Stempel erhielt.



Der Stempel aus Wyborg hat den Stempeltext: * VIBORG B. * WIIPURIA S. * / ВЫБОРГЪ Ж. А. Um welche Sprachen handelt es sich?
Wyborg ist eine Stadt in der Oblast Leningrad in Russland. Sie liegt in der historischen Region Karelien zwischen Sankt Petersburg und der finnischen Grenze. In Karelien sprach man damals Karelisch. Die karelische Sprache gehört zum ostseefinnischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen. Nach Wikipedia hat Wyborg folgende Namen:

deutsch: Wyborg, früher Wiborg, Wiburg (veraltet)
englisch: Vyborg
schwedisch: Viborg
finnisch: Viipuri
russisch: Выборг
 

Im Stempel aus Wyborg (laut Wikipedia eine Transkription des russischen Выборг) steht links der schwedische Name VIBORG und unten der russische Name ВЫБОРГЪ, rechts steht WIIPURIA. Das ist vermutlich eine alte finnische Schreibweise. Hinter dem Ortsnamen ist jeweils noch ein Zusatz.

Nun zum Ankunftsstempel aus Helsinki. Links steht der Schwedische Name HELSINGFORS, rechts der finnische Name HELSINKI. Aber was ist unten? Der russische Name der Stadt ist laut Wikipedia ХЕ́ЛЬСИНКИ, im Stempel steht aber ГЕЛЬСИНГФОРСЪ. Das soll laut Wikipedia eine Transkription des schwedischen Namens Helsingfors ins Kyrillische sein. Hat man hier wirklich eine Transkription benutzt, obwohl russisch doch eine der offiziellen Sprachen in Finnland war? Ortsnamen haben sich im Laufe der Zeit häufig verändert. Kann es sein, dass ГЕЛЬСИНГФОРСЪ ein früherer russischer Name von Helsinki ist. Ich weiß es nicht.

Viele Grüße
Volkmar
 

DERMZ Am: 14.01.2018 11:13:14 Gelesen: 31855# 81 @  
@ volkimal [#80]

Hallo Volkmar,

ich bin nun wahrlich kein Russisch-Experte, aber ich meine mich an mein Schul-Russisch erinnern zu können, da dass Russische Alphabet kein "H" kennt, wird dieses entweder in ein "Х" oder ein "Г" transkribiert.

Ich glaube, heute wird eher das "X" - gesprochen wie "CH" - genutzt, das "Г" - gesprochen wie "G" - wird heute eher weniger genutzt.

Ob man damals eher den schwedischen oder den finnischen Namen transkribiert hat, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Viele Grüsse
Olaf
 
Heinrich3 Am: 14.01.2018 12:22:54 Gelesen: 31836# 82 @  
@ volkimal [#80]

Hallo Volkmar,

auf Deine Frage: Kann es sein, dass ГЕЛЬСИНГФОРСЪ ein früherer russischer Name von Helsinki ist. Ich weiß es nicht.

ГЕЛЬСИНГФОРСЪ zurücktranskibiert lese ich Gelsingfors, was zusammen mit Olafs vorstehender Info eine reine Transkription des schwedischen Namens in Russische ergibt.

Schönen Sonntag von
Heinrich3
 
volkimal Am: 14.01.2018 14:08:51 Gelesen: 31816# 83 @  
Hallo zusammen,

vorhin habe ich die beiden finnischen Stempel bei Philaseiten eingestellt. Dabei ist mir etwas aufgefallen. Da ich selbst keinen solchen Stempel besitze, zeige ich die Stempel von Heinrich3 bzw. Balat44 aus der Datenbank:





Nach dem Ende des Großfürstentums Finnland wurden die dreisprachigen Stempel aptiert. Der russische Ortsname wurde entfernt, so dass "nur noch" zweisprachige Stempel (Schwedisch/Finnisch) übrig blieben.

Viele Grüße
Volkmar
 
KaraBenNemsi Am: 14.01.2018 21:01:36 Gelesen: 31741# 84 @  
@ volkimal [#80]

Hallo Volkmar,

seinerzeit hieß Helsinki auf Russisch Helsingfors, was tatsächlich nur eine Übernahme aus dem Schwedischen ist, denn der schwedische Einfluss war in Finnland zu russisch-zaristischer Zeit sehr groß und das Schwedische vorherrschende Sprache in Helsinki. Erst mit der Unabhängigkeit setzte sich im Russischen der finnische Name Helsinki durch.

So wird es ausdrücklich im russischen Wikipedia-Artikel zu Helsinki erklärt [1].

Viele Grüße

Carsten

[1]: https://ru.wikipedia.org/wiki/Хельсинки
 
volkimal Am: 14.01.2018 21:36:24 Gelesen: 31733# 85 @  
@ KaraBenNemsi [#84]

Hallo Carsten,

dankeschön! Damit ist die Frage des russischen Namens geklärt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Basalt44 Am: 18.01.2018 11:26:19 Gelesen: 31433# 86 @  
Hallo Volkmar,

bedauerlicherweise ist Dir bei der Erklärung des Ortsnamens Wyborg ein kleiner Fehler unterlaufen. Die Abkürzungen hinter dem Ortsnamen ("B."= Bangård (schwedisch) bzw. "As."= Asema (finnisch)= BAHNHOF) weisen daraufhin, dass es sich hier um ein Bahnhofspostamt handelt.

Viele Grüße aus Berlin
Werner
 
volkimal Am: 18.01.2018 12:50:58 Gelesen: 31420# 87 @  
@ Basalt44 [#86]

Hallo Werner,

sehr schön, dass Du den Fehler bemerkt und korrigiert hast. Mir fehlen einfach die Sprachkenntnisse. KaraBenNemsi hat die beiden kyrillischen Zeichen erklärt. Ich stelle deshalb den Stempel aus Wyborg noch einmal komplett vor.



Der Stempeltext ist: * VIBORG. B. * WIIPURI. As. * / ВЫБОРГЪ. Ж. А.
schwedisch: Viborg B. = Viborg Bangård
finnisch: Wiipuri As. = Wiipuri Asema
russisch: Выборгъ Ж. Д.

Der schwedische bzw. finnische Zusatz bedeutet jeweils Bahnhof. Die kyrillischen Zeichen Ж. Д. kommen von железная дорога (= Eisenbahn) oder Железнодорожная станция (= Bahnhof)

Es handelt sich also um ein Bahnhofspostamt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 22.01.2018 18:52:02 Gelesen: 31152# 88 @  
Hallo zusammen,

heute einmal ein viersprachiger Stempel Hebräisch/Arabisch/Englisch/Latein:



Im Inneren steht:

1. Zeile: נצרת (Hebräisch) = Nazareth (von rechts nach links zu lesen)
2. Zeile: Datum: דיכשת תבט יכ = 5724 Tevet 20 = 20.10.5724 AM = 05.01.1964 AD
3. Zeile: Nazareth (Englisch)
4. Zeile: Datum: 5.1.1964
5. Zeile: الناصرة (Arabisch) = Nazareth (von rechts nach links zu lesen)

Oberer Bogen: ???? (Hebräisch)
Unterer Bogen: Peregrinatio papae pauli VI (Latein) = Eine Pilgerreise von Papst Paul VI. (nach Google Übersetzer)

Zur Jahreszahl: דיכשת = 4 + 20 + 300 + 400 = 724 (die 5000 wird im Stempel nicht angegeben)
 

Viele Grüße
Volkmar
 

volkimal Am: 11.02.2018 13:19:25 Gelesen: 29295# 89 @  
Hallo zusammen,

diesmal ein zweisprachiger Stempel Deutsch/Chinesisch aus der Schweiz:



Die Übersetzung der chinesischen Zeichen ist zum Glück sofort angegeben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.02.2018 17:41:13 Gelesen: 29144# 90 @  
Hallo zusammen,

diesmal wieder ein dreisprachiger Stempel:



Auf Zypern gibt es Ersttagsstempel, die zwar keine Ortsbezeichnung haben. Dafür ist der Landesname in drei Sprachen aufgeführt: CYPRUS - ΚΥΠΡΟΣ - KIBRIS (Englisch/Griechisch/Türkisch).

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 17.02.2018 18:11:30 Gelesen: 29130# 91 @  
Hallo,

ein Luftpost-Brief an die Fa. Schmid-Schlenker, zweisprachiger Tagesstempel von Ramat Gan vom 06.04.1954. Ramat Gan ist eine Stadt in der Nähe von Tel Aviv in Israel.

Gruß
Manne


 
volkimal Am: 17.02.2018 18:32:53 Gelesen: 29122# 92 @  
@ Manne [#91]

Hallo Manne,

der Stempel dürfte sogar dreisprachig sein. Links steht der Name in Englisch oder eine Transkription in die lateinische Schrift, oben ist der hebräische Name רמת גן = Gartenhöhe und rechts derselbe Ort noch einmal in arabisch رمات غان .

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 17.02.2018 18:55:30 Gelesen: 29117# 93 @  
@ volkimal [#92]

Danke für die Ergänzung.

Gruß
Manne
 
Jürgen Zalaszewski Am: 22.02.2018 15:55:37 Gelesen: 28939# 94 @  
Hallo zusammen,

der folgende mehrsprachige Stempel aus Moskau (?) fiel mir gerade beim Aufräumen in die Hände. In dem Werbetext kann man den englischen Text Visit U.S. S. R. und den deutschen Text Besucht / die / Sowjet /Union erkennen.

Leider kann ich das Datum nicht entziffern. Jemand eine Ahnung, wann dieser Werbestempel verwendet wurde?



Beste Grüße

Jürgen
 
Altmerker Am: 22.02.2018 17:59:05 Gelesen: 28922# 95 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#94]

Wann erkenne ich leider nicht. Aber ich erkenne den Werbestempel des staatlichen Reisebüros "Intourist" wieder. Gefühlt 1960er Jahre.

Gruß
Uwe
 
Jürgen Zalaszewski Am: 23.02.2018 19:18:22 Gelesen: 28872# 96 @  
Hallo Uwe,

Danke für den Hinweis.

Beste Grüße

Jürgen
 
volkimal Am: 24.02.2018 09:01:44 Gelesen: 28838# 97 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#94]

Hallo Jürgen,

als kleine Ergänzung: In den Jahren 60-er Jahren gab es eine Reihe sowjetischer Ganzsachen zum Thema "Visit the USSR". Du findest einige, wenn Du bei Delcampe unter Briefmarken den Begriff "Visit intourist" oder nur "visit" eingibst.

Ich vermute, dass auch in deinem Stempel das Wort "the" steht, es aber gerade nicht zu sehen ist.

Viele GRüße
Volkmar
 
volkimal Am: 24.02.2018 18:04:12 Gelesen: 28808# 98 @  
Hallo zusammen,

heute ein Brief aus Addis Abeba in Äthiopien:



Der Ortsname "Addis Abeba" und die Postamtsnummer 1 sind sowohl in der Äthiopischen Schrift "አዲስ ፡ አበባ" bzw. als auch in der lateinischen Schrift angegeben.

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Zalaszewski Am: 25.02.2018 09:21:00 Gelesen: 28768# 99 @  
@ volkimal [#97]

Hallo Volkmar,

danke für den Hinweis.

Viele Grüße
Jürgen
 
volkimal Am: 03.04.2018 13:16:49 Gelesen: 27944# 100 @  
Hallo zusammen,

ein indischer Stempel in Englisch und Hindi





Ersttagsstempel zum 100-ten Jahrestag der Hafen-Kommissare in Kalkutta. Was sagt man dazu in Deutsch - Hafenkommissar, Hafenbeauftragte oder wie?
Stempeltext: पोर्ट आयुक्तों कलकत्ता / 1870 / नई दिल्ली / NEW DELHI / 1970 / PORT COMMISSIONERS CALCUTTA

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.04.2018 15:03:29 Gelesen: 27199# 101 @  
Hallo zusammen,

als Finnland noch zum Russischen Reich gehörte waren die Stempel dreisprachig (Finnisch/Schwedisch/Russisch). Später waren die Stempel zum Teil zweisprachig Finnisch/Schwedisch:





Der Brief kommt aus Hanko, der südlichsten Stadt Finnlands. Aufgegeben wurde er im Stadtteil Hangöby (Schwedisch) = Hangonkylä (Finnisch). Laut Wikipedia ist Hanko offiziell zweisprachig mit Finnisch als Mehrheits- und Schwedisch als Minderheitssprache [1].

Der Brief ging nach Myllykoski in Südfinnland. Der Ankunftsstempel auf der Rückseite ist Finnisch und damit nur einsprachig.

Der Absender war ein Briefmarkenhändler, der seinen Beruf gleich in vier Sprachen angibt: Finnisch/Schwedisch/Englisch/Deutsch.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Hanko.
 
filunski Am: 10.05.2018 22:27:14 Gelesen: 26973# 102 @  
Liebe Stempelfreunde,

heute mal einen ganz ungewöhnlichen zweisprachigen Stempel, ungewöhnlich in mehrfacher Sicht.

Das "einfachste" daran sind noch die beiden verwendeten Sprachen, Französisch und Englisch. Gibt es ja ziemlich oft, gerade in dem Land, woher auch dieser Stempel kommt. Nur diesmal ist es ein Feldpoststempel und zwar aus Kanada:



So weit, so gut, aber so wird sich jetzt sicherlich so mancher nicht mit dem Thema vertraute Betrachter fragen, wo sind denn nun in diesem Abkürzungsdurcheinander die zwei Sprachen? ;-)

Dann fangen wir mal oben an: MPO 310 BPM, steht für Military Post Office (Nr.) 310 Bureau Postal Militaire (= Feldpostamt)

Weiter steht dann unten: CFS / SFC ALERT NT K0K 3S0

Das bedeutet Canadian Forces Station / Station des Forces canadiennes Alert (= Ortsname) Northwest Territories (Kanadische Provinz) K0K 3S0 (Postal Code = PLZ).

Der Militärstützpunkt Alert ist eine von der Kanadischen Luftwaffe betriebene Flugbasis und gleichzeitig nicht nur die nördlichste Flugbasis weltweit, sondern auch der nördlichst gelegene, dauerhaft bewohnte Ort auf der Welt, 840 km südlich vom geographischen Nordpol. [1]

So "spannend" kann Stempelbetrachtung auch sein! ;-)

Viele Grüße,
Peter

[1] http://www.rcaf-arc.forces.gc.ca/en/8-wing/alert.page
 
filunski Am: 11.05.2018 21:45:38 Gelesen: 26927# 103 @  
Hallo zusammen,

heute mal ein paar zweisprachige Stempel aus Thailand (auch hier wieder die Frage ob zweisprachig oder "zwei-schriftlich"?).

Auf den Thailändischen Stempeln findet man die Ortsangabe in Thai-Schrift und nach dem Lateinischen Alphabet.

Hier ein Tagesstempel aus dem Badeort Hua Hin, in Thai หัวหิน:



Volkmar (volkimal) hätte an diesem Stempel wohl auch seine Freude, denn er ist nicht vom 1.7.1957, sondern vom 1.7.2014. Datumsangabe nach der buddhistischen Zeitrechnung (siehe Thema "Die unterschiedlichen Kalender"), das Jahr ist im buddhistischen Kalender 2557.

Bei den folgenden zwei Stempeln kann man jetzt auch eindeutig von zweisprachig sprechen. Sie stammen wider aus Hua Hin, aber diesmal dem Postamt Hua Hin Beach (englisch), auf Thai Hat Hua Hin (Lateinische Schrift) oder ชายหาดหัวหิน (Thai Schrift):



Der rechte Stempel noch ziemlich "frisch" vom 26.4.2018 (Jahr 2561 nach dem buddhistischen Kalender).

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 12.05.2018 23:43:35 Gelesen: 26870# 104 @  
Liebe Stempelfans,

heute eine Sprachkombination die wir noch nicht hatten und die es auch gar nicht so oft gibt, aber erst mal der Stempel:



Der Ort dürfte wohl bekannt sein, spätestens seit dort auch Bundeswehreinheiten stationiert sind. Es handelt sich um die Stadt Prizren im Kosovo. Aber wo ist der denn nun zweisprachig?

In diesem Fall auch gleich noch eine "zweisprachige Stempelkuriosität". Der Stempel ist in Serbisch und Albanisch, kurios in diesem Fall, dass die Stadt sowohl auf Serbisch, als auch auf Albanisch den gleichen Namen trägt, nämlich Prizren.

Eindeutiger ist da aber dann der nächste Fall:



Diesmal wieder aus dem Kosovo, der Stadt Gnjilane, serbisch, bzw. Gjilan, albanisch.

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 13.05.2018 23:50:07 Gelesen: 26824# 105 @  
Guten Abend zusammen,

zweisprachige Tagesstempel aus China hatten wir schon, auch die Kombination chinesisch/tibetisch.

Aber diesen, wie ich meine sehr interessanten Gelegenheitsstempel aus Tibet möchte ich den interessierten Stempelfreunden nicht vorenthalten. ;-)



Abgebildet der Potala Palast in Lhasa, und hier die Übersetzung der Inschrift:

西 藏 = Xīzàng = Tibet (Chinesisch)
ལྷ་ས་པོ་ཏ་ལ་ = Lhasa Potala (Tibetisch)
拉萨布达拉 = Lhasa Potala (Chinesisch)

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 15.05.2018 22:50:34 Gelesen: 26728# 106 @  
Hallo zusammen,

Asien bildet immer wieder eine gute Quelle für zwei- und mehrsprachige Stempel. Von dort auch die heutige, bislang hier im Thema noch nicht vertretene Sprachenkombination.

Dieser Stempel stammt aus Kambodscha, aus dem Ort Angkor, jedem dürfte die weltbekannte Tempelanlage Angkor Wat ein Begriff sein.



Unten die Inschrift in englischer Sprache, oben in der Amtssprache Kamboschas, Khmer.

សៀមរាប = Siĕmréab = Siem Reap (Provinz, gleichzeitig auch Name der Hauptstadt)
អង្គរ = Ângkôr = Angkor (Ortsname)

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 16.05.2018 08:43:53 Gelesen: 26703# 107 @  
@ filunski [#105]

Hallo Peter,

sehr schöne Beispiele. Vor allem der Stempel aus Lhasa gefällt mir gut!

Viele Grüße
Volkmar
 
Mondorff Am: 17.05.2018 11:53:37 Gelesen: 26636# 108 @  
Saluti,

diese Kombination hatten wir noch nicht:



Französisch - englisch- luxemburgisch

Schönen Gruß
DiDi
 
Mondorff Am: 18.05.2018 13:49:53 Gelesen: 26558# 109 @  
Und dann habe ich noch einige zweisprachige Maschinen-Werbestempel:



luxemburgisch - französisch



französisch - deutsch / luxemburgisch - französisch



Esperanto - französisch / französisch - lateinisch
 
EdgarR Am: 18.05.2018 17:50:22 Gelesen: 26540# 110 @  
Neu und alt?

Einen habe ich hier, aus Griechenland:



Der stellt mich vor ein bisschen ein Problem.

Oberer Stempeltext ist einfach: PEIRAIAS (= Πειραιάς), so heißt die Stadt Piräus auf neugriechisch.

In PIREUS vermutete ich erst mal eine gängige WPV-Sprache, also französisch oder englisch - aber das passt leider nicht. Also?

Altgriechisch vielleicht? Wäre dann Πειραιεύς - nach den konventionellen Transliterationsregeln allerdings PEIRAIEUS. Na ja, mit ein wenig Zurechtbiegen der Regeln vielleicht ?

Also mein Tipp: Neugriechisch und altgriechisch. Oder hat jemand einen richtigeren Vorschlag?
 
filunski Am: 18.05.2018 22:42:28 Gelesen: 26522# 111 @  
@ EdgarR [#110]

Hallo Edgar,

wieder ein ungewöhnlicher zweisprachiger Stempel! ;-)

Oben Neugriechisch, da gibt's wohl keine Zweifel.

Unten, nun ja, Altgriechisch mit Schreibfehler oder eine andere Sprache, aber meist auch dann falsch!? Die gängigen Sprachen scheiden aus, englisch PIRAEUS, französisch LE PIRÉE, italienisch PIREO.

Aber eine Sprache gibt es, da wäre die Schreibweise PIREUS, genau so richtig, nämlich Polnisch! Also ist der Stempelkopf zweisprachig Neugriechisch/Polnisch. Diese Kombination dürfte eher selten sein und ob das so gewollt war, da habe ich eher meine Zweifel. :-0

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 10.06.2018 12:52:56 Gelesen: 23832# 112 @  
Hallo zusammen,

bei diesem Brief hatte ich zuerst gedacht, dass er aus Indien stammt:



Wikipedia hat mich aber eines besseren belehrt. सिंहदरवार = Singha Durbar = Löwenpalast ist ein Palast in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. तौलिहवा = Taulihawa ist eine Stadt im gleichnamigen Distrikt im Süden Nepals, 11 km von der indischen Grenze entfernt. Da der Brief aus Nepal kommt, sind die Sprache im Stempel Nepalesisch. Zusätzlich ist jeweils eine Transkription in die lateinische Schrift angegeben.





Das Wort Einschreibebrief ergibt beim Übersetzen ins Nepalesische दर्ता पत्र. Das erste Wort in stimmt mit dem ersten Wort in der zweiten Zeile des violetten Rechteckstempel überein. Und schon wieder habe ich mich zunächst vertan. Es ist wohl doch kein Einschreibestempel, denn beim zweiten Wort fand ich नं = Nein. Insgesamt ergibt sich also दर्ता नं = Nicht eingeschrieben.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 10.06.2018 15:55:59 Gelesen: 23813# 113 @  
@ filunski [#9]

Guten Sonntag,

nachdem wir in Belgien zwei- und dreisprachige Stempel "relativ" häufig finden, biete ich heute einen viersprachigen an:



Der Ortsname Ostende - wie üblich - in Flämisch und Französisch, in der Werbefahne dann Englisch und Spanisch: VISIT / OSTEND / THE QUEEN OF / SEASIDE RESORTS // VISITAD / OSTENDE / REINA DE / LAS PLAYAS.

Also: Besucht Ostende, die Königin der Seebäder

Viele Grüße

Olaf
 
Parachana Am: 17.06.2018 11:40:00 Gelesen: 23560# 114 @  
Guten Tag,

habe einen Stempel aus Griechenland. Zählt es hier auch als zweisprachig?



Antiparos, eine kleine Insel in Griechenland.

VG
Uwe
 
volkimal Am: 17.06.2018 14:44:22 Gelesen: 23532# 115 @  
@ Parachana [#114]

Hallo Uwe,

natürlich gehört dieser Stempel auch zu diesem Thema. Bei fremden Schriften ist es häufig gar nicht möglich festzustellen, ob es sich bei einem Ortsnamen in lateinischer Schrift eine Transkription oder wirklich um eine andere Sprache wie z.B. Englisch oder Französisch handelt.

Auch von mir ein Griechischer Stempel aus ΑΘΗΝΑΙ = Athen:



Bei diesem Stempel ist es noch schwieriger zu sagen um was für Sprachen es sich dabei handelt. Der untere Name sieht aus wie wenn es lateinische Schrift ist. Man kann denselben Namen aber auch mit griechischen Buchstaben schreiben. Bei Großbuchstaben sieht beides gleich aus, erst bei Groß- und Kleinschreibung sieht man den Unterschied:

Lateinische Schrift: KENTPIKON = Kentpikon
Griechische Schrift: ΚΕΝΤΡΙΚΟΝ = Κεντρικον

Ich gehe also davon aus, dass beides Griechisch ist. Jetzt habe ich gerade entdeckt, dass Κεντρικον nach dem Google-Übersetzer Zentral bedeutet. Es dürfte also nichts anderes als ein Stempel vom Postamt Athen-Zentrum sein.

Das Problem stellt sich aber bei Deinem Stempel nicht. ANTIPAROS wurde eindeutig mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Im Griechischen gibt es die Buchstaben "R" bzw. "S" nicht.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.06.2018 20:35:21 Gelesen: 23296# 116 @  
Hallo zusammen,

heute ein zweisprachiger Sonderstempel Chinesisch/Esperanto aus Changshu (常熟) in der Provinz Jiangsu (江苏):





Der Stempel erschien aus Anlass des 7. nationalen Volkskongresses im Jahr 1988.
Oben steht der entsprechende Text in Chinesisch:

中华人民共和国第 = Volksrepublik China
七届全国人民代表大合 = 7. Nationaler Volkskongress
Unten ist der entsprechende Text in Esperanto:
La 7-a Kongreso de nacia popolo de PRĈ = Der 7. nationale Volkskongress der Volksrepublik China
PRĈ ist die Abkürzung der Volksrepublik China = Populara Respubliko Ĉinio

Als Abbildung sieht man 5 Sterne im Kreis sowie zwei Lorbeerzweige. Die 5 Sterne gehören zum offiziellen Emblem der Volksrepublik China [1]

Der Stempel befindet sich auf einer Ganzsache zum Jahr des Hasen, dass vom 29. Januar 1987 bis zum 16. Februar 1988 dauerte.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China
 
volkimal Am: 08.07.2018 10:59:30 Gelesen: 22205# 117 @  
Hallo zusammen,

Der Art. 4 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) hält seit 1999 fest: "Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch."

Im Art. 70 Abs. 1 BV heisst es zudem: "Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes."

Deutsch: Schweiz, Französisch: Suisse, Italienisch: Svizzera und Rätoromanisch: Svizra Lateinisch: Helvetia

Über die Verteilung der vier Sprachen innerhalb der Schweiz kann man einiges bei Wikipedia nachlesen [1]. Als Landkarte ist zu sehen [2].

Aufgrund der vier verschiedenen Sprachen benutzt man bei den Briefmarken den lateiniscen Namen des Landes Helvetia.

Bei den Stempeln fallen die vier Sprachen nicht so auf. Eine Ausnahme bilden einige Ersttagsstempel:



Dreisprachiger Ersttagsstempel: Italienisch/Französisch/Deutsch. Ob es dreisprachige Gelegenheitsstempel gibt, oder ob es textgleiche Serienstempel in den verschiedenen Sprachen gibt weiß ich bisher nicht. Zur vierten Sprache, dem Rätoromanisch, komme ich demnächst.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachen_in_der_Schweiz
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz#/media/File:Karte_Schweizer_Sprachgebiete_2018.png
 
Altmerker Am: 14.07.2018 13:11:43 Gelesen: 21811# 118 @  
Mein Theodor-Herzl-Exponat i.A. (Im Aufbau) bringt doch einige mehrsprachige Stempel (und Marken). Ich fange heute mal mit Basel an. Das hebräische Wort kann ich nicht übersetzen und verlasse mich mal auf die Weisheit des Kollektivs oder besser die Schwarmintelligenz.

Viele Grüße
Uwe


 
volkimal Am: 14.07.2018 14:51:36 Gelesen: 21803# 119 @  
@ Altmerker [#118]

Hallo Uwe,

dort steht schlicht und einfach ישראל = Israel.

Viele Grüße
Volkmar
 
Altmerker Am: 14.07.2018 15:14:25 Gelesen: 21798# 120 @  
@ volkimal [#119]

Ich danke Dir. Da kann ich das auch bei den zweisprachigen Stempeln in Deutschland # 138 sauber einfügen!

Gruß
Uwe
 
volkimal Am: 25.07.2018 15:36:06 Gelesen: 21122# 121 @  
Hallo zusammen,

auch dieser Ersttagsstempel aus Nepal ist zweisprachig Englisch/Nepalesisch:



Das Stempeldatum ist in zwei Kalendern angegeben. Nach dem gregorianischen Kalender: 20. Mai 1974 und nach dem nepalesischen Kalender: 7 Jesth 2031 = 07.02.2031.

Mehr zum nepalesischen Kalender findet ihr hier in den Beiträgen 81 bis 94: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=137669#M81

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.07.2018 23:11:30 Gelesen: 20898# 122 @  
Hallo zusammen,

im Beitrag [#117] habe ich einen dreisprachigen Ersttagsstempel aus der Schweiz gezeigt. Dabei fehlt die vierte schweizer Sprache, das Rätoromanisch. Ich habe zwar inzwischen einige Stempel dazu bekommen, muss mich aber erst noch in Ruhe mit der Sprache beschäftigen. Deshalb vorher noch ein zweisprachiger Stempel Deutsch/französisch aus Biel/Bienne, den ich in Trier gefunden habe:



Aufgrund des Textes im Werbeklischee passt er besonders gut in dieses Thema. Es heißt dort "Biel die interessante zweisprachige Stadt". Im Stempelkopf steht "BIEL (BIENNE) 1". Heute müsste dort "BIEL/BIENNE" stehen, denn die Stadt hat laut der französischen Wikipedia-Seite seit dem 01.01.2005 den offiziellen administrativen zweisprachigen Namen Biel/Bienne.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.07.2018 15:13:08 Gelesen: 20754# 123 @  
Hallo zusammen,

heute komme ich, wie angekündigt, zur rätoromanischen Sprache

Als rätoromanische Sprachen – manchmal auch Alpenromanisch – wird eine Gruppe romanischer Sprachen in der Schweiz und Italien bezeichnet, nämlich Bündnerromanisch (im Schweizer Kanton Graubünden), Ladinisch (im Dolomitengebiet) und Furlanisch oder Friaulisch (in Friaul). Bei jeder dieser drei rätoromanischen Sprachen lassen sich zusätzlich verschiedene Dialekte unterscheiden.

Bei der vierten Amtssprache der Schweiz handelt es sich also um das Bündnerromanisch, das in Graubünden gesprochen wird.





Diese drei Stempel zeigen es deutlich, denn alle drei haben den Zusatz Grischun, die rätoromanische Bezeichnung von Graubünden.

Diese Stempel habe ich bisher noch nicht in meiner Sammlung. Sie stammen von der sehr umfangreichen Seite „Poststempel Graubuenden". Dort heißt es zum Glück:

Copyright: Alle Daten der Chronik dürfen unbeschränkt verwendet werden. Die Reproduktion von Belegen ist nur erlaubt mit Quellenangabe:

http://www.poststempel-graubuenden.ch


Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 07.08.2018 23:57:39 Gelesen: 20399# 124 @  
Hallo zusammen,

soeben lief mir beim Freigeben von Stempeln in der Datenbank dieses außergewöhnliche Exemplar über den Weg:



Der Abschlag einer Daguin Maschine. So, wo ist der denn nun zweisprachig, ist doch alles in Französisch oder nicht?

Eben nicht, der Werbetext ist in Provenzalisch oder auch Okzitanisch, das teilweise heute noch in Südfrankreich, in der Provence gesprochen wird.

Der Text "QU'A VIST PARIS E NOUN CASSIS A REN VIST" heißt übersetzt "Wer Paris besucht hat und nicht Cassis, hat nichts besucht."

Vielen Dank an Didi (Mondorff), der uns diesen interessanten Abschlag bereit gestellt hat! ;-)

Viele Grüße,
Peter

https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/237396
 
Altmerker Am: 09.08.2018 16:11:31 Gelesen: 20265# 125 @  
@ volkimal [#119]



Hier ein Stempel aus Wien, in dem auch nur Israel hebräisch dargestellt sein dürfte.

Gruß
Uwe
 
Altmerker Am: 11.08.2018 12:37:12 Gelesen: 20160# 126 @  
@ Altmerker [#125]

Jetzt fand ich auch noch den 5 Jahre älteren Stempel aus Wien.

Viele Grüße
Uwe


 
filunski Am: 14.08.2018 15:56:08 Gelesen: 20038# 127 @  
Hallo zusammen,

mal wieder ein ziemlicher "Exot" und eine auch nicht so häufig vorkommende Sprachkombination, obwohl es die beiden weltweit wohl am meisten gesprochenen Sprachen sind. ;-)

Der Stempel ist Chinesisch - Englisch.



So, was haben wir denn da?

Zuerst den einfacheren, den unteren Teil:

THE GREAT-WALL STATION OF CHINA

Das verstehen ja noch alle, die "Große-Mauer Station" Chinas. Also ein Postamt an der "Großen-Mauer" (bei uns ist dafür wohl der Begriff "Chinesische Mauer" gängiger)?

Weit gefehlt, oben steht auch, wo sich diese Poststation befindet:

中国南极长城站

Das versteht jetzt wahrscheinlich kaum mehr einer der Mitleser. Ich konnte auch nicht alles entziffern und fragte deshalb bei meinem chinesischen Bekannten nach.

中国 = China

南极 = Südpol

长城站 = Große-Mauer Station (Great-Wall Station)

So und jetzt wissen wir auch, wo sich diese Poststelle befindet, nämlich am Südpol! [1]

Viele Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe-Mauer-Station
 
Altmerker Am: 14.08.2018 22:12:41 Gelesen: 20009# 128 @  
@ filunski [#127]

Hammer-Stempel, da lohnt es, einen Bekannten zu haben, der sich mit der Schrift auskennt. Ich wäre schon stolz gewesen, einen Stempel von der Chinesischen Mauer zu besitzen und dann liegt alles ganz woanders. Danke fürs Zeigen.
 
Altmerker Am: 15.08.2018 10:00:44 Gelesen: 19970# 129 @  


Christoph hat angeregt, den Stempel mal hier zu zeigen: Volkmar oder jemand anders kann vermutlich die hebräischen Schriftzeichen entschlüsseln. Ich vermute, dass da ganz schlicht "Theodor Herzl" und "125. Geburtstag" steht, aber sicher bin ich natürlich nicht.

Ich denke, seine Vermutung stimmt.

Gruß
Uwe
 
volkimal Am: 15.08.2018 20:59:26 Gelesen: 19937# 130 @  
@ filunski [#127]
@ Altmerker [#129]

Hallo Peter,

das ist wirklich ein toller Stempel! Sehr schönes Beispiel zu diesem Thema.

Hallo Uwe,

ich kann gerne versuchen, den hebräischen Text zu entziffern. Im Moment fehlen mir aber die Möglichkeiten. Wir sind im Urlaub und ich antworte mit dem Smartphone.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.08.2018 10:40:31 Gelesen: 19839# 131 @  
@ Altmerker [#129]

Hallo Uwe,

da wir wider zu Hause sind, kann ich deine Vermutung jetzt bestätigen. Im Stempel steht:

בנימין זאב הרצל = Theodor Herzl
שנה להולדתו 125 = Sein 125. Geburtstag

Die hebräischen Zeichen kommen von Wikipedia bzw. Word, die Übersetzung lieferte Google. Es ist mir mal wieder nicht gelungen, bei Philaseiten die "125" an die richtige Position (so wie im Stempel) zu bekommen. Das ist ein übliches Problem bei Schriften, die von rechts nach links geschrieben werden.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 19.08.2018 10:10:11 Gelesen: 19706# 132 @  
Hallo zusammen,

heute ein Erstflugbeleg der Lufthansa von Dhahran in Saudi-Arabien nach Neu-Delhi, der Hauptstadt Indiens:





Der Aufgabestempel vom Dhahran Airport = مطار الظهران ist Englisch/Arabisch. Zusätzlich ist das Datum nach unserem und nach dem islamischen Kalender angegeben. 03.04.1967 AD = 22.12.1386 AH.

Siehe dazu https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=172984#M126

Der Ankunftsstempel vom 04.04.1967 aus New Delhi = नई दिल्ली ist in Englisch und Hindi. Dely = वित steht vermutlich für Delivery = वितरण

Viele Grüße
Volkmar
 
Altmerker Am: 20.08.2018 08:43:20 Gelesen: 19628# 133 @  
@ volkimal [#131]

Besten Dank! Hier kommt nun der Geburtstagsstempel zum 120.

Gruß
Uwe


 
Journalist Am: 20.08.2018 15:25:17 Gelesen: 19603# 134 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute einen nicht alltäglichen Stempel aus Myanmar vorstellen, der im oberen Teil die eigene Schrift enthält (?) und im unteren Teil englisch sein dürfte - den REG dürfte hier als Abkürzung für "Registered" stehen (der Stempel befindet sich auch auf der Rückseite eines Einschreibens von dort) und unten die Hauptstadt Rangun - GPO (General Post Office).



Der Stempel ist sehr sauber und gut lesbar, daher vermute ich, das er noch nicht lange im Einsatz ist - ob die obere inländische Schrift das selbe zeigt, wie unten kann ich nicht sagen, es würde aber Sinn ergeben.

Zu weiteren Info noch ein Link zu wikipedia zu Myanmar:

https://de.wikipedia.org/wiki/Myanmar

Viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 20.08.2018 23:16:38 Gelesen: 19572# 135 @  
@ Journalist [#134]

Hallo Jürgen,

mit Deiner Vermutung zur Übersetzung des birmanischen Textes dürftest du richtig liegen. Ich habe zwar nicht alles herausbekommen, aber ein paar der Zeichen sind klar:

ရန်ကုန် = Rangun = Yangon
စာတိုက် = Post office

Das nächste Zeichen ist eine Ligatur, die ich nicht herausbekommen habe.
Auch die Zeile, die dem registered entsprechen müsste, ist nicht klar. Google liefert:

registered = မှတ်ပုံတင် oder umgekehrt မပတ = Niemand

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.08.2018 11:14:02 Gelesen: 19536# 136 @  
@ Journalist [#134]

Hallo Jürgen,

jetzt hatte ich doch noch die richtige Idee und das Zeichen am Ende herausbekommen.

ကြီး bedeutet groß. Allerdings wird das Zeichen als Ligatur bei Word nicht so angezeigt, wie es im Stempel steht. Bei Word sieht es so aus:



Insgesamt steht also oben im Stempel: „ ရန်ကုန် စာတိုက ကြီး “ also “Rangun großes Postamt”. Das passt sehr gut zu “Yangon GPO” = “Yangon General Post Office”

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.08.2018 21:26:25 Gelesen: 19080# 137 @  
Hallo zusammen!

Der bündnerromanische Dialekt Sursilvan

Nach der Einführung ins rätoromanische im Beitrag [#123] komme ich heute zum ersten Dialekt des Bündnerromanischen, dem Sursilvan. Sursilvan wird im Vorderrheintal und dessen Seitentälern gesprochen und geschrieben. Nur geschrieben wird Sursilvan überdies in der Region Imboden (Il Plaun) mit den Ortschaften Domat/Ems, Rhäzüns (Razén), Bonaduz und Trin. Die gesprochenen Ortsdialekte der letztgenannten Dörfer gehören dagegen zu dem zweiten bündnerromanischen Dialekt, dem Sutsilvan.



Der Ort Ems (deutsch) = Domat (rätoromanisch) ist eine politische Gemeinde in der Region Imboden des Kantons Graubünden in der Schweiz. Bis 1943 hieß der Ort offiziell Ems. Danach bekam er den offiziellen Namen Domat/Ems - ein Doppelname aus dem rätoromanischen und deutschen Namen der Ortschaft. Ausgesprochen wird es meistens als Domatems.

Unten im Stempel steht „Il vitg denter tumas“ = „Das Dorf zwischen den Hügeln“. Als „Tuma“ bezeichnet man die markanten und landschaftsprägenden Erdaufschüttungen im Gebiet von Domat/Ems.

Bei der Übersetzung der verschiedenen rätoromanischen Sprachen hilft die Seite http://www.pledarigrond.ch/rumantschgrischun/# Zur Übersetzung des Dialekts Sursilval wird man zur Seite http://www.vocabularisursilvan.ch/ weitergeleitet.

Weitere Informationen:

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnerromanisch
https://de.wikipedia.org/wiki/Domat/Ems

Viele Grüße
Volkmar
 
merkuria Am: 31.08.2018 13:15:12 Gelesen: 18812# 138 @  
Ein zweisprachiger Stempel präsentiert uns auch die Schweizer Gemeinde Marmorera (italienisch) / Marmels (deutsch).

Marmorera/Marmels [1] war bis zum 31. Dezember 2015 eine politische Gemeinde im Oberhalbstein (Bezirk Albula) des Kantons Graubünden. Bekannt wurde Marmorera in den 50er Jahren durch den Bau eines Staudammes. Das alte Dorf Marmorera wurde 1954 zerstört und durch den Marmorera-Stausee geflutet. Ein neues Marmorera wurde oberhalb des Stausees und der Julierpassstrasse aufgebaut. Die Bevölkerung des neuen Marmorera betrug 2014 noch ganze 31 Personen! Am 1. Januar 2016 fusionierte Marmorera mit den Gemeinden Bivio, Cunter, Mulegns, Riom-Parsonz, Salouf, Savognin, Sur und Tinizong-Rona zur neuen Gemeinde Surses. Der vorliegende Stempel ist auch in der Stempel-Datenbank zu finden!



Einschreibebrief von Marmorera nach Tinzen gestempelt 7.1.1911.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Marmorera
 
filunski Am: 07.09.2018 23:28:09 Gelesen: 18196# 139 @  
Hallo zusammen,

mal wieder eine Sprachkombination die wir noch nicht hatten, Maschinenstempel aus Spanien:



Die Ortsangabe bei diesem Stempelkopf ist zweisprachig, BILBAO-BILBO. Sprachkombination Spanisch/Baskisch, Bilbo ist der baskische Name der Stadt Bilbao.

Ungewöhnlich insofern, als auch die "Euskaltzaindia" (Königliche Akademie der Baskischen Sprache) [1], die Bezeichnung Bilbao bevorzugt.

Viele Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigliche_Akademie_der_Baskischen_Sprache
 
EdgarR Am: 07.09.2018 23:51:02 Gelesen: 18192# 140 @  
@ filunski [#139]

Hallo Peter,

die Stadt(-Verwaltung) hat m. W. praktisch unverzüglich nach dem Erlass des Autonomiestatuts vor rund 40 Jahren beschlossen/bestimmt, dass sie auf Euskara eben "Bilbo" heiße. so wie San Sebasstian "Donostia" und Vitoria "Gasteiz".

Allerdings muss ich zugeben, dass Dein Stempel der erste ist, der mir unterkommt mit einer doppelten Ortsbezeichnung auf Spanisch (bzw. korrekterweise Castellano) und Euskara.

Anders bei Straßenschildern in der ganzen Gegend: Da ist das seit Jahrzehnten Standard - uns seit Jahrzehnten ist es auch lokaler Brauch, die spanischen Bezeichnungen regelmäßig nächtens zu übermalen und unleserlich zu machen. MMn ein wenig dümmlich, wenn man doch gerne ausländische Touristen und deren Geld in die Gegend locken möchte.

Phile Grüße EdgarR
 
volkimal Am: 13.09.2018 16:55:20 Gelesen: 17950# 141 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Rätoromanischen. Heute der:

Unterdialekt Tuatschin des bündnerromanischen Dialekts Sursilvan

Tujetsch ist eine politische Gemeinde in der Region Surselva es schweizerischen Kantons Graubünden. Tujetsch umfasst die folgenden elf Fraktionen (Reihenfolge talabwärts): Tschamut, Selva, Dieni, Rueras, Zarcuns, Camischolas, Gonda, Sedrun, Bugnei, Surrein, Cavorgia.

Im Tujetsch und in der Val Medel wird Sursilvan = Surselvisch in Form des Unterdialekt Tuatschin gesprochen.



Unten im Stempel steht „Beinvegni tier nus“. Übersetzt bedeutet es „Willkommen bei uns“.

Der Stempel gehört mir nicht, sondern er stammt von der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch .

Die Übersetzung lieferte die Seite http://www.vocabularisursilvan.ch/

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 13.09.2018 17:09:27 Gelesen: 17945# 142 @  
@ volkimal [#141]

Hallo Volkmar,

hilf mir mal auf's Fahrrad - wo ist denn in dem Stempel die zweite Sprache? Ich unterstelle doch mal, dass der Ortsname "Rueras" im dem Tuatschin-Dialekt genau so lautet?

Phile Grüße Edgar
 
volkimal Am: 13.09.2018 17:13:15 Gelesen: 17944# 143 @  
@ EdgarR [#142]

Hallo Edgar,

wie wäre es mit dem Text „Beinvegni tier nus“ unten im Stempel? Wie ich schrieb, bedeutet es übersetzt „Willkommen bei uns“.

Wird bei Dir nicht alles angezeigt?

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 13.09.2018 17:36:06 Gelesen: 17942# 144 @  
@ volkimal [#143]

Genau das ist ja mein Monitum; ich denke, der Ortsname lautet im Tuatschin-Dialekt "Rueras". Dass er auf "Amtsdeutsch" genauso lautet wäre dann unerheblich - der Stempel wäre dann "oben" Tuatschin und "unten" genauso Tuatschin. Also EINsprachig, nicht?
 
volkimal Am: 13.09.2018 18:11:41 Gelesen: 17935# 145 @  
@ EdgarR [#144]

Hallo Edgar,

jetzt verstehe ich den Einwand. Ich ging davon aus, dass oben der deutsche Name steht und unten der Text im Rätoromanischen.

Ob der Ort in Tuatschin genauso heißt, kann ich nicht sagen, da ich nichts dazu gefunden habe.

Wenn Du meinst, dass es nicht zweisprachig ist, weil der Ort in beiden Sprachen gleich heißt - was hältst du von diesem Stempel:

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=173307#M52

Ist der ein- oder zweisprachig?

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 13.09.2018 18:47:09 Gelesen: 17931# 146 @  
@ volkimal [#145]

Haha - da hast Du ins Schwarze getroffen! Wenn ein Ortsname 2 mal auftaucht und jedesmal genau gleich geschrieben wird - und sonst nichts dabei ist, was auf zwei verschiedene Sprachen hinweist, dann wird es in der Tat prekär. Nun ja, bei Deinem Gais-Stempel könnte man immerhin noch mit Analogieschlüssen von anderen Südtiroler Stempeln argumentieren, die eben "echt" zweisprachig sind.

Bei denjenigen Schweizer Stempeln die ich so kenne da ist der Ortsname eigentlich immer nur einmal vorhanden, und im Regelfall in der Sprache, die dem zutreffenden Sprachgebiet zuzuordnen ist - also Zürich und nicht Zurigo, Genève und nicht Genf usw.

Ob das aber für so eher winzige Sprachinselchen wie der des Dingsda-Dialekts auch gilt, oder eher nicht - keine Ahnung. Ist aber eine interessante Frage.

Sherlock, übernehmen Sie!
 
filunski Am: 13.09.2018 19:49:46 Gelesen: 17925# 147 @  
@ EdgarR [#146]

Sherlock, übernehmen Sie!


Lieber Edgar und auch Volkmar,

ich bin zwar nicht "Sherlock" (und schon gar nicht Holmes und auch nicht Dr. Watson, :-)) aber ich versuche doch mal zu übernehmen und kann hier einen echten Zweisprachler, Deutsch und "Dingsda-Dialekt" (hier Rätoromanisch), vorstellen:



Er kommt aus dem malerischen Örtchen Bergün/Bravuogn im Schweizer Kanton Graubünden [1].

Viele Grüße,
Peter

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Berg%C3%BCn/Bravuogn
 
volkimal Am: 13.09.2018 20:04:38 Gelesen: 17920# 148 @  
@ EdgarR [#146]

Hallo Edgar,

einen weiteren Stempel aus der Schweiz mit zweisprachigem Ortsnamen habe ich im Beitrag [#137] vorgestellt: Domat/Ems.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.09.2018 21:34:02 Gelesen: 17695# 149 @  
Hallo zusammen!

Der bündnerromanische Dialekt Sutsilvan (Sutselvisch)

Heute komme ich zum zweiten Dialekt des Bündnerromanischen, dem Sutsilvan. Sutselvisch wird im Domleschg, am Heinzenberg, im Schams und im Ferreratal im Kanton Graubünden verwendet. Als Schulsprache findet man das Sutselvische lediglich in der Primarschule in Donat am Schamserberg.



Dieser Stempel ist wieder eindeutig zweisprachig. Der Name Feldis ist deutsch, Veulden dagegen rätoromanisch. Inzwischen benutzt man den Doppelnamen Feldis/Veulden.

Feldis/Veulden ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Domleschg im Kreis Domleschg in der Region Viamala des Kantons Graubünden in der Schweiz. Noch 1880 sprach die Bevölkerung fast einheitlich Rätoromanisch (94,7 %; die Mundart Sutselvisch).

Der rätoromanische Werbespruch „Sulegl, ruos a beala vesta“ bedeutet übersetzt „Sonne, Stille und schöne Aussicht“.

Für die Übersetzung habe ich die folgende Seite benutzt: http://www.pledarigrond.ch/sutsilvan/

Viele Grüße
Volkmar
 
Quincy Am: 19.09.2018 16:21:43 Gelesen: 17668# 150 @  
In Irland sind die Poststempel in der Regel in gälischer Sprache. Zweisprachige Stempel entstehen, wenn die eigentlichen Poststempel mit Werbeabschlägen (Slogan Postmarks) kombiniert werden, die oft in englischer Sprache sind.

Im gezeigten Beispiel kann man die verschiedenen Schreibweisen der südirischen Stadt Cork (gälisch: Corcaigh) erkennen.



Viele Grüße vom Irland-Sammler Quincy
 
volkimal Am: 02.10.2018 22:09:12 Gelesen: 16576# 151 @  
Hallo zusammen!

Der bündnerromanische Dialekt Surmiran (Surmeirisch bzw. Oberhalbsteinisch)

Der dritte Dialekt des Bündnerromanischen Surmiran wird im Oberhalbstein und in Teilen des Albulatales im Kanton Graubünden gesprochen. Die Bezeichnung Surmeir (wörtlich: ob der Mauer) bezieht sich auf die Felswand Moir, das schwierigste Hindernis am Weg durch die Schynschlucht zwischen Scharans und Alvaschein und von jeher Grenze zwischen Domleschg und Albulatal.



Tinizong ist einer der Orte im Val d’Err. Dieses ist ein Tal im Schweizer Kanton Graubünden. Der Ort wurde am 1. Januar 1998 zusammen mit Rona zur neuen Gemeinde Tinizong-Rona fusioniert wurde. Seit 2016 gehört der Ort zur Gemeinde Surses. Ca. 50 % der Einwohner von Tinizong-Rona sprechen rätoromanisch.

Im Stempel steht unten „Val d’Err“ sowie „Fauna – Excursiungs – Flora“.

„Val“ kommt aus dem räteromanischen und bedeutet „Tal“.
„Err“ ist das keltische Wort für „Schnee“.
Das Wort „Excursiungs“ leitet sich vermutlich vom räteromanischen Wort excurṣiụn = Ausflug, Exkursion ab.
Beim Übersetzen half die Seite http://www.udg.ch/dicziunari/vallader/impressum

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 15.10.2018 10:39:19 Gelesen: 15876# 152 @  
Hallo zusammen,

Der Dialekt Bargunsegner (der Sumeirischen Sprache)

Der rätoromanische Dialekt Bargunsegner wird in Bergün/Bravuogn im Kanton Graubünden und in Teilen des Albulatals gesprochen wird. Er gehört zur surmeirischen Sprache.

Die Primarschule in Bergün/Bravuogn ist einsprachig deutsch. Rätoromanisch wird als Fremdsprachenfach unterrichtet. Bargunsegner wird traditionell im Oberengadiner Idiom Puter geschrieben. Daher wird dieses Idiom auch im Unterricht verwendet.





Somit gehören die Stempel aus Bergün/Bravuogn gleichzeitig zum vierten Dialekt des Bündnerromanischen, dem Puter. Auf Puter gehe ich im nächsten Beitrag näher ein.

Der Ort Bergün (deutsch) bzw. Bravuogn (rätoromanisch) hat seit 1943 offiziell den Doppelnamen Bergün/Bravuogn. Insofern ist es wieder eindeutig ein zweisprachiger Stempel. Bergün/Bravuogn liegt in der Region Albula im schweizerischen Kanton Graubünden.

Der Tagesstempel kommt von der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 01.11.2018 12:18:10 Gelesen: 15070# 153 @  
Hallo zusammen,

Der bündnerromanische Dialekt Puter (Oberengadinisch)


Oberengadinisch (räteromanisch Puter, mit Betonung auf der langen zweiten Silbe, deshalb bisweilen auch Putèr geschrieben) ist ein rätoromanisches Idiom und wird im Oberengadin zwischen Maloja und Cinuos-chel sowie in Bergün im Kanton Graubünden gesprochen.



Sils/Segl im Engadin

Sils (deutsch) bzw. Segl (rätoromanisch) ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz. Damit ist der Stempel wieder zweisprachig.

Bis ins 19. Jahrhundert sprachen alle Bewohner Puter, eine rätoromanische Sprache. Doch gab es bereits 1880 eine beträchtliche deutschsprachige Minderheit. Dennoch behauptete sich bis zum Zweiten Weltkrieg eine romanischsprachige Mehrheit (1941 62%). 1970 stellten die Deutschen erstmals eine relative Mehrheit. Heute können sich noch 33% der Einwohnerschaft auf Romanisch unterhalten. Behördensprachen sind Deutsch und Romanisch.



Sils besteht aus den beiden Ortsteilen Sils Maria und Sils Baselgia.
Sils Maria: Maria ist eine abgeschliffene Form des rätoromanischen Maioria, was Meierei oder «Gutshof» bedeutet.
Sils Baselgia: Baselgia ist das rätoromanische Wort für «Kirche» (vgl. Basilika).
Die Europamarke aus dem Jahr 1977 zeigt den Ortsteil Sils Baselgia.

Der Tagesstempel und der Stempel aus Sils Maria kommen von der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch.

Viele Grüße
Volkmar
 
Journalist Am: 02.11.2018 20:51:19 Gelesen: 14898# 154 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute einen zweisprachigen Stempel aus Indien zeigen:



Der untere Teil ist englisch, ob der obere Teil die selbe Aussage wie unten in englisch hat, kann ich leider nicht sagen, es dürfte sich aber um einen nicht alltäglichen zweisprachigen Innendienststempel handeln, den er befindet sich auf einer Einschreiben Postsache aus Indien an die Deutsche Post.

Viele Grüße Jürgen
 
filunski Am: 02.11.2018 23:32:10 Gelesen: 14864# 155 @  
@ Journalist [#154]

Hallo Jürgen,

toller Stempel und jeden Tag bekommt ihr so Einen, auch noch so schön abgeschlagen, sicher auch nicht zu sehen! :-)

Der untere Teil ist englisch, so weit ist alles klar. Der obere Teil müsste Tamil sein, eine Sprache die vom Volk der Tamilen in Südindien und auch in Sri Lanka gesprochen wird. Die Stadt Chennai ist vielen wahrscheinlich besser unter ihrem früheren Namen "Madras" bekannt. Den englischen Text habe ich mal versucht in verschiedene Übersetzer einzugeben (Englisch-Tamil), dabei kam alles mögliche raus aber leider nicht annähernd das, was hier oben im Stempel steht. Noch nicht mal den Ortsnamen "Chennai"/சென்னை konnte ich da erkennen. Es bleibt also erst mal noch ein Rätsel, was da auf Tamil im Stempel steht.

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 02.11.2018 23:51:27 Gelesen: 14859# 156 @  
@ filunski [#155]

Hallo Peter,

versuche es anstelle von Tamil einmal mit Hindi. Das passt besser. Ich bin aber gerade in Ringelstein und habe nur das Smartphone und kann es nicht so gut einstellen.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 02.11.2018 23:56:21 Gelesen: 14858# 157 @  
@ volkimal [#156]

Hallo Volkmar,

super Idee und "Volltreffer"! ;-)

Du hast völlig Recht, der obere Text ist nicht in Tamil, sondern in Hindi und da kommt dieser Text heraus:

निदेशक विदेश डाक चेन्नई = Director Foreign Post Chennai

Danke und herzlichen Gruß,
Peter
 
filunski Am: 03.11.2018 13:49:00 Gelesen: 14742# 158 @  
Verehrte Freunde der mehrsprachigen Stempel,

mal wieder Einen bei dem wir zumindest alles was drin steht auch lesen können ;-)



STANISLAU BAHNHOF / STANISŁAWÓW DWORZEC

Die Herkunft ist leicht am Wertstempel der Ganzsache zu erkennen, Österreich aus der Zeit der k.u.k. Monarchie. Aus dieser Zeit kennen wir viele zweisprachige Stempel, vor allem aus dem Gebiet des heutigen Tschechiens, also meist Deutsch/Tschechisch. Da liegt die Vermutung nahe, dass dieser hier auch dazu gehört. Leider nicht! Vor allem an den östlichen Rändern der damaligen k.u.k. Monarchie gab es noch allerhand andere ethnische und sprachliche Eigenheiten.

Die Sprachkombination hier ist Deutsch/Polnisch. Aber der Ort selbst gehört längst nicht mehr zu Polen. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte hatte er alle möglichen Herren über sich wofür alleine schon die verschiedensprachigen Ortsbezeichnungen Zeugnis ablegen.

Heute heißt er Iwano-Frankiwsk/Івано-Франківськ und gehört zur West-Ukraine. Weitere Ortsnamen lauteten, russisch Ивано-Франковск Iwano-Frankowsk, polnisch Stanisławów, deutsch Stanislau, bis 1962 Stanislaw Станислав, ukrainisch Stanyslawiw Станиславів und dann auch noch jiddisch Stanislew, sowie ungarisch Sztanyiszló. Läßt also hoffen noch weitere Stempel von dort in anderen Sprachen zu entdecken!

Viele Grüße,
Peter
 
Journalist Am: 04.11.2018 09:32:21 Gelesen: 14631# 159 @  
@ filunski [#155] und [#157]

Hallo Volkmar und Peter,

danke für das Überprüfen der Schrift und was dort tatsächlich steht - ja der Stempel scheint sehr neu zu sein, deshalb ist er scheinbar auch noch so sauber uns lesbar, was in der Regel bei indischen Stempeln eher die Ausnahme ist.

Viele Grüße Jürgen
 
filunski Am: 04.11.2018 14:19:29 Gelesen: 14585# 160 @  
Hallo zusammen,

Heute mal einen etwas längeren „Ausflug“ zu zweisprachigen Stempeln nach Georgia. Nicht das Georgia in den USA sondern nach Georgien, der ehemaligen Sowjetrepublik zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer. In Landessprache Sakartwelo/საქართველო und damit sind wir auch schon beim Thema, die Georgier haben nicht nur eine eigene Sprache sondern auch eine eigene Schrift. Damit wieder eine reichliche Fundgrube für zweisprachige Stempel!

Diese gab es bereits zu Sowjetzeiten, hier ein paar Beispiele aus der Hauptstadt, bei uns bekannt unter dem Namen Tiflis oder Tbilisi, in Landessprache Tbilissi/თბილისი und in Russisch ТБИЛИСИ.

Zweisprachige Tagesstempel Russisch/Georgisch:



ТБИЛИСИ 14 თბილისი



ТБИпочтAMT 2 თბილფოსტაში, hier steht TBILPOSTAMT in beiden Sprachen



ТБИЛИСИ почтAMT თბილისი ფოსტაში = TBILISI POSTAMT

Ein besonders „Schöner“, ist noch dieser Sonderstempel zur 1500 Jahr Feier des Landes im Jahre 1958:



ფოსტაში ТБИЛИСИ почтAMT = Postamt (Georgisch) TBILISI POSTAMT (Russisch)

Und darüber 1500 წელი links, 1500 лEт rechts = 1500 Jahre

Den „interessanten“ Beleg dazu möchte ich euch auch nicht vorenthalten ;-)



Nach der Unabhängigkeit im Jahre 1991, war dann auch bei den Poststempeln das Ende für die ungeliebte russische Sprache gekommen. Hier ein moderner Tagesstempel aus Tiflis, die Landesbezeichnung jetzt in englischer Sprache:



Aber heute findet man nicht nur englisch/georgische Stempel, sondern, wie z.B. in einer anderen großen Stadt des Landes, Batumi/ბათუმი, auch noch eine weitere Variante.

Erst mal die englisch/georgische Version:



Dann erinnerte man sich anscheinend an eine weitere UPU Sprache:



Hier der Landesname „ GEORGIE“ in Französisch!

So, damit erst mal genug aus Georgien.

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 15.11.2018 00:23:16 Gelesen: 14026# 161 @  
Hallo zusammen,

heute habe ich mal wieder eine auch nicht zu häufig zu findende Sprachkombination, diesmal auf einem Sonderstempel aus der Stadt Llandudno. Wo ist denn das nun wieder und welche Sprache(n) spricht man denn dort?

In Zeiten des Internet und Dank "Tante Google" bleibt das ja nicht lange ein Geheimnis.

Llandudno ist ein ganz bekanntes walisisches Seebad. Amtssprache ist dort neben Englisch auch Walisisch/Welsh auch als Kymrisch bezeichnet. Somit finden wir hier die Sprachkombination Walisisch/Englisch.



Was steht da nun neben der walisischen Ortsbezeichnung LLANDUDNO - GWYNEDD (Gwynedd heißt das "County" zu dem die Stadt gehört)?

EIN TREF A'I HYBRYDOLODD oder auf Englisch INSPIRED BY OUR TOWN, auf Deutsch "inspiriert von unserer Stadt". Welche Stadt da gemeint ist wissen wir ja schon, aber wer wurde da inspiriert und wozu?

Gemeint ist der britische Schriftsteller Lewis Carroll. Eines seiner auch bei uns bekannten Werke ist "Alice im Wunderland". Genau dieser Lewis Carroll verbrachte immer in Llandudno mit der Familie Liddell seine Ferien. Die Familie, für deren Tochter Alice er seine berühmte Kindergeschichte schrieb.

Ausgegeben wurde dieser Sonderstempel anlässlich einer Briefmarkenausgabe zu Alice im Wunderland im Jahre 1979.



Viele Grüße,
Peter
 
Heinrich3 Am: 20.11.2018 13:16:03 Gelesen: 13770# 162 @  
Hallo,

soeben gefunden in einem PPA-Erwerb:



Tschechoslowakischer Stempel aus 1935 für die Stadt Most = Brüx, also Tschechisch und Deutsch jeweils für Brücke.

Gruß
Heinrich
 
Heinrich3 Am: 20.11.2018 13:32:56 Gelesen: 13768# 163 @  
Hallo,

wie konnte ich nur diesen Stempel übersehen ?



Karlovy Vary / Karlsbad als Tschechoslowakischer Stempel aus 1935 Tschechisch und Deutsch

Nochmals grüßt
Heinrich
 
Altmerker Am: 23.11.2018 15:07:13 Gelesen: 13659# 164 @  
@ Heinrich3 [#1]

Nun, es ist nicht die Entdeckung, aber der Ankunftsstempel eines Einschreibens aus der DDR in Vilnius zeigt kyrillische und litauische Schrift.

Gruß
Uwe


 
filunski Am: 26.11.2018 13:19:35 Gelesen: 13469# 165 @  
@ Altmerker [#164]

Hallo Uwe,

der passt doch "astrein" hier ins Thema! ;- Danke fürs Zeigen.

Hier gleich noch ein schöner "Zweisprachler" aus Marokko. Die Sprachkombination liegt hier nahe, Französisch/Arabisch:



Unten auf Französisch CASABLANCA CENTRE DE TRI = Briefzentrum (Sortierzentrum) Casablanca. Oben dasselbe auf Arabisch, wird von rechts nach links gelesen. Also rechts der Ortsname Casablanca - الدار البيضاء
und links Centre de Tri - مركز الفرز

Hier der komplette Beleg dazu:



Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 26.11.2018 13:47:35 Gelesen: 13460# 166 @  
Hallo zusammen,

ich mache wieder einmal mit dem Räteromanischen weiter:

Pontresina

Pontresina (Rumauntsch/Puter: Puntraschigna) ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Ursprünglich benutzten die Bewohner Puter, ein rätoromanisches Idiom, zur Verständigung. Doch mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs wurde die Sprache rasch zurückgedrängt. Der kontinuierliche Rückgang des Romanischen hält bis heute an (letzter Wert von 2000: 7,94 %).

In diesem Fall ist der Ortsname Deutsch, aber das Werbeklischee zweisprachig Deutsch/Puter:



Der Stempel ist nicht von mir, sondern er kommt wieder von der Seite: http://www.poststempel-graubuenden.ch

Was bedeutet “Üna carta illustrada es surpraisa giavüschada”?
Die Seite http://www.udg.ch/dicziunari/puter/impressum liefert folgende Ergebnisse:

Üna = Eine
Carta = Karte
illustrada = ??? aber illustraziụn = Bild => carta illustrada = Ansichtskarte
Giavüsch = Wunsch, giavüṣchẹda = erwünscht
Surpraisa = Überraschung

Insgesamt würde ich den Text z.B. wie folgt übersetzen: „Eine Ansichtskarte ist eine erwünschte Überraschung“. Er stimmt also nicht ganz mit dem deutschen Text überein.

Viele Grüße
Volkmar
 
Altmerker Am: 26.11.2018 14:01:47 Gelesen: 13459# 167 @  
Deutsche Schrift auf dänischem Stempel, ich hätte es fast ignoriert. Ich hatte im Urlaub mal ein Abo der Zeitung bestellt.

Viele Grüße
Uwe


 
filunski Am: 06.12.2018 23:43:04 Gelesen: 12996# 168 @  
Guten Abend zusammen,

hier habe ich mal wieder ein besonders interessantes mehrsprachiges Exemplar gefunden.

Der Stempel selbst stammt aus Österreich, aus Graz, Grundsprache also Deutsch, die beiden anderen Sprachen dort aber eher selten anzutreffen. ;-)



Anlass für diesen Sonderstempel war die Eröffnung eines SOS Kinderdorfs in Indien, in dem Ort Bylakuppe, Heimat tibetanischer Flüchtlinge. Die beiden Sprachen die man hier noch findet müssten Tibetanisch (oben) und Hindi (Mitte) sein.

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 08.12.2018 13:57:02 Gelesen: 12969# 169 @  
@ filunski [#168]

Hallo Peter,

toll, was Du alles so findest. Das ist für mich ein super-Beispiel zu diesem Thema!

Der obere Text ist eindeutig in Tibetischer Schrift geschrieben. Bei der Sprache kommen theoretisch mehrere infrage: Tibetisch, Dzongkha und Ladakhisch. Ich gehe aber davon aus, dass es Tibetisch (nicht Tibetanisch) ist.

Die Schrift des mittleren Textes ist Devanagari, die Sprache hast du mit Hindi richtig erkannt.

Oben rechts steht एस ओ एस = SOS. In der unteren Zeile ist es का दो सौ वाँ बाल ग्राम. दो सौ वाँ = zweihundert und बाल ग्राम = Kinderdorf.

Die Zeichen für Eröffnung habe ich nicht alle gefunden.

An die Tibetische Schrift traue ich mich nicht so richtig heran. Ein Versuch lässt sich auch schlecht überprüfen, da beim Übersetzer kein Tibetisch vorhanden ist. Es wird natürlich derselbe Text wie in Deutsch und Hindi sein. Die 200 dürfte unten rechts stehen. Zumindest sehe ich dort etwas ähnliches wie die beiden letzten Zeichen der 2 = und direkt dahinter die 100 =

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.12.2018 13:38:23 Gelesen: 12498# 170 @  
Hallo zusammen,

die beiden letzten Stempel zum bündnerromanischen Dialekt Puter stammen wieder von der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch



Celerina/Schlarigna (deutsch/italienisch Celerina, rätoromanisch Schlarigna) ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Schweizer Kantons Graubünden. Bis zum Beginn des Fremdenverkehrs sprach die gesamte Einwohnerschaft Puter, eine rätoromanische Mundart. Gaben 1860 noch 96 % und 1880 noch 76,9 % Romanisch als Muttersprache an, so sank dieser Wert 1900 auf 68 und 1941 auf 50 %. Heute gibt es mehr Italienisch- als Romanischsprachige. Dies ist auf die Zuwanderung vermögender Italiener zurückzuführen.

La Punt-Chamues-ch ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Schweizer Kantons Graubünden. Amts- und Schulsprache ist der Oberengadiner Dialekt (Puter) des Rätoromanischen, zusammen mit Deutsch. Bis zum Aufkommen des Fremdenverkehrs sprachen die Bewohner alle Romanisch. Die Sprache wich bis 1880 stark zurück. Damals gaben nur noch 71,6 % Romanisch als Muttersprache an. Wie man leicht erraten kann, heißt der rätoromanische Text „Ideel e centreel“ im Stempel übersetzt „Ideal und zentral“.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 19.01.2019 00:19:30 Gelesen: 11398# 171 @  
Hallo zusammen,

mal wieder eine interessante zweisprachige Kombination, obwohl wir die Sprachkombination schon mal hatten.

Die beiden Sprachen in dem Stempel sind Französisch und Niederländisch und der Stempel kommt aus Afrika!

Wo gibt's denn so was?

Französisch/Niederländisch, diese Sprachkombination ist ganz typisch für Belgien. Die zweite Amtssprache, dort in den flämischen Landesteilen gebraucht, ist Niederländisch, nicht Flämisch/Vlaams (auch Belgisch-Niederländisch), das ist "nur" ein Dialekt.

So, damit sind wir dann wieder in Afrika, in einer belgischen Kolonie, Belgisch-Kongo (Congo-Belge):



Der Stempel stammt aus Élisabethville (französisch), oder auch Elisabethstad (niederländisch). Élisabethville war nach der Hauptstadt Leopoldville die zweitgrößte Stadt des Landes. Heute heißt sie Lubumbashi.

Bleiben wir gleich in Leopoldville, oder auch Leopoldstad. Natürlich gab es auch dort zweisprachige Stempel und einen, wegen seiner Anordnung der Inschrift etwas ungewöhnlichen, kann ich hier zeigen:



Hier hat man den in beiden Sprachen gleich lautenden Anfang, LEOPOLD, wohl um PLatz zu sparen, nur einmal dargestellt, gefolgt von VILLE (französisch) und darunter STAD (niederländisch). Dieser Stempel auch noch mit Zusatz, LUCHTHAVEN (niederländisch) und AEROGARE (französisch) für Flughafen. Die Stadt heißt heute Kinshasa und ist die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo (von 1971-97 Zaire).

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 20.01.2019 14:55:37 Gelesen: 11260# 172 @  
Hallo zusammen,

heute mal einen mehrsprachigen Maschinenstempel mit Verteilung der Mehrsprachigkeit auf verschiedene Stempelköpfe:



Der Maschinenstempel, das Fabrikat kenne ich leider nicht, stammt aus Israel, aus der Stadt Haifa.

Im Stempelkopf links oben der Ortsname auf Hebräisch חיפה (Cheifa) und darunter auf حيفا Arabisch (Ḥayfā). Im rechten Stempelkopf wieder oben Hebräisch und unten in Englisch (gleichlautend auch im Deutschen) HAIFA.

Eine Besonderheit auch die Datumsangabe, rechts für alle hier lesbar, 03.01.2016. Links in hebräischen Schriftzeichen. Aus denen werde ich aber nicht ganz schlau. Aber dazu und auch zu dem hier verwendeten Kalender kann sicher Volkmar etwas beitragen. ;-)

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 20.01.2019 15:35:54 Gelesen: 11256# 173 @  
@ filunski [#172]

Hallo Peter,

ein sehr schönes Beispiel! Das hebräische Datum ist nach dem jüdischen Kalender:



In der ersten Zeile ist angegeben, welche hebräischen Zeichen dort stehen und was sie übersetzt ergeben. In der zweiten Zeile steht, wie die Zahlen (von rechts nach links gelesen) addiert werden müssen.

Wie Du siehst ist das Stempeldatum der 03.01.2016 AD = 22. Tevet 5776 AM. Die "5000" wird grundsätzlich nicht mit angegeben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 24.01.2019 15:21:42 Gelesen: 11074# 174 @  
Hallo zusammen,

heute ein Brief mit zwei zweisprachigen Stempeln. Leider ist beim Ankunftsstempel nur eine Sprache zu erkennen. Zum Glück gibt es aber Delcampe. Hier ist ein kleiner Brief von Alexandria (Ägypten) nach Zagreb in Kroatien:



Als ich den ungarischen Ankunftsstempel auf der Rückseite sah war ich sehr erstaunt. Ich wusste zwar, dass zur Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie auch Teile des Balkans gehörten. Wie groß Ungarn damals war, ahnte ich aber nicht. Kroation gehörte damals zu Ungarn. Somit erstreckte sich das Gebiet Ungarns bis ans Mittelmeer. Mit Fiume hatte Ungarn auch einen Hafen am Mittelmeer. Der Brief sollte über Triest nach Zagreb gehen. Triest gehörte damals zu Österreich.

Siehe: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/56/Austria-Hungary1899.JPG



Zu den beiden Stempeln: Der Aufgabestempel aus Alexandria verm. vom 05.01.1907 ist Englisch und Arabisch.

Der Ankunftsstempel aus Zagreb vom 11.01.1907 ist Ungarisch und Kroatisch. Da der ungarische Name Zágráb nicht zu erkennen ist, hier zwei Stempel von Delcampe. Zusätzlich die Marke aus Fiume (Italiensche Besetzung), die den Bezug zu Ungarn sehr gut zeigt.





Viele Grüße
Volkmar
 
Altmerker Am: 25.01.2019 09:03:35 Gelesen: 11020# 175 @  
@ volkimal [#52]

Ich kann einen typisch russisch gestalteten Stempel beisteuern, der aber das Armenische beinhaltet. Es geht ums 2750-jährige Jubiläum Jerewans.

Gruß
Uwe


 
volkimal Am: 01.02.2019 14:12:15 Gelesen: 10603# 176 @  
Hallo zusammen,

nach dem Beitrag [#170] geht es weiter mit dem Räteromanischen:

Der bündnerromanische Dialekt Vallader (Unterengadinisch)

Hiermit komme ich zu dem nächsten rätoromanisches Idiom, dem unterengadinischen Vallader. Vallader wird im Unterengadin zwischen Martina und Zernez sowie in der Val Müstair, beide Gebiete im Osten des Kantons Graubünden, gesprochen.

Der erste Stempel kommt aus Zernez:



Zernez ist eine politische Gemeinde in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair des Schweizer Kantons Graubünden. 1880 gaben 84 %, 1900 79 % und 1941 78 % der Bürger Romanisch (in der Variante des Vallader) als Muttersprache an. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Anteil des Romanischen zwar weiter zurück, doch ist dieses nach wie vor Mehrheitssprache.

Auf dem Stempel steht in Räteromanisch „Urlaub, Sommer, Winter Nationalpark“
vacạnzas = Urlaub, Ferien
stà = Sommer
inviẹrn = Winter
parc = Park
naziunạl = national

Die Übersetzung liefert die Seite http://www.udg.ch/dicziunari/vallader/impressum

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.02.2019 11:02:19 Gelesen: 9616# 177 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Dialekt Vallader (Unterengadinisch):



Susch ist ein Dorf in der Gemeinde Zernez, die im Kreis Sur Tasna im Bezirk Inn des Kantons Graubünden in der Schweiz liegt. Bis am 31. Dezember 2014 war Susch eine eigene politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 wurde sie mit der Gemeinde Lavin in die Gemeinde Zernez fusioniert. Die Alltagssprache in Susch ist das bündnerromanische Idiom Vallader. Schon im 19. Jahrhundert ging eine Minderheit zur Deutschen Sprache über. Gaben 1880 noch 74 % der Bewohner Romanisch als Muttersprache an, waren es 1900 noch 71 %. 1990 konnten sich 86 % und im Jahr 2000 85 % auf Romanisch verständigen.

Lavin ist ein Dorf in der Gemeinde Zernez, die im Kreis Sur Tasna im Bezirk Inn des Kantons Graubünden in der Schweiz liegt. Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine kleine deutschsprachige Minderheit. Dennoch benutzt bis heute die grosse Mehrheit der Einwohner die bündnerromanische Mundart Vallader als Alltagssprache.

Der rätoromanische Text in den Stempeln bedeutet übersetzt:
Stempel aus Susch: Immez l’Engiadina = In der Mitte des Engadin
Stempel aus Lavin: Lö da recreaziun = Ort/Platz der Erholung

Beide Stempel kommen von der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch

Viele Grüße
Volkmar
 
Journalist Am: 24.02.2019 20:17:04 Gelesen: 9307# 178 @  
Hallo an alle,

hier ein Stempel im oberen Teil mit arabischer Schrift und unten in englisch aus dem Irak:



Wie sieht es eigentlich bei Stempeln aus dem arabischen Raum bezüglich des Datums aus, wird das so wie bei uns auch angezeigt wie im folgenden Fall auch aus dem Irak oder ist dies eher doch die Ausnahme?



Viele Grüße Jürgen
 
EdgarR Am: 24.02.2019 20:53:05 Gelesen: 9300# 179 @  
@ Journalist [#178]

Hallo Jürgen,

einfache Frage - klare Antwort: unterschiedlich

In der Stempeldatenbank einfach mal die in Frage kommenden Länder Algerien bis Sudan bzw. Mauretanien bis Pakistan aufrufen und gucken! Die Vielfalt ist eine nicht enden wollende.

Zu den verschiedenen Kalendern und den Umrechnungen in unser gewohntes Gregorianisches Kalendarium kann am allerbesten unser Kalenderspezi Volkmar Werdermann (Volkimal) Auskunft geben. Was der nicht weiß das gibt es nicht.

Phile Grüße EdgarR
 
volkimal Am: 25.02.2019 14:45:38 Gelesen: 9250# 180 @  
@ Journalist [#178]

Hallo Jürgen,

zu Deiner Frage bzgl. der Stempeldaten bei Stempeln aus dem arabischen Raum hat Edgar schon richtig geschrieben, dass es unterschiedlich gehandhabt wird. Etwas vereinfacht zusammengefasst kann man sagen, dass heutzutage in Saudi-Arabien der islamische Kalender und im Iran der iranische Kalender verwendet wird. In allen anderen arabischen Ländern benutzt man bei den Stempeln unseren, also den gregorianischen Kalender.

In Saudi-Arabien und dem Iran verwendet man für unseren Kalender unsere, das heißt die modernen arabischen Ziffern. Beim Datum nach dem islamischen bzw. iranischen Kalender werden sowohl unsere als auch die arabisch-indischen Ziffern benutzt.

In den anderen arabischen Ländern werden häufig unsere Ziffern verwendet. Es gibt aber auch Stempel mit unserem Datum in arabisch-indischen Ziffern. Zum Beispiel bei diesem Stempel aus dem Irak:



Im Beitrag https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=186637 erkläre ich den Stempel.

Weitere Informationen:

Islamischer Kalender: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=172984#M126
Iranischer Kalender: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=161064#M111
Arabische Staaten, unser Kalender: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=182126#M141 (etwas später geht es weiter)

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 09.03.2019 14:07:32 Gelesen: 8828# 181 @  
Hallo zusammen,

vom letzten Ort mit dem Dialekt Vallader (Unterengadinisch) kann ich ebenfalls keine eigenen Stempel zeigen sondern muss auf die Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch zurückgreifen:



Scuol, deutsch Schuls ist eine politische Gemeinde in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair, des Schweizer Kantons Graubünden. Der Ort hieß bis 1943 offiziell Schuls, 1943–1970 Scuol/Schuls, seither Scuol. Der Name Scuol stammt vom lateinischen scopulus «Klippe» und bezieht sich auf den Standort der Kirche San Geer.



Engiadina = Engadin
75 ons viafiẹr = 75 Jahre Bahnlinie

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 25.03.2019 15:18:23 Gelesen: 8329# 182 @  
Hallo zusammen!

Der bündnerromanische Dialekt Jauer (Münstertalerisch)

Hiermit komme ich zu dem nächsten rätoromanisches Idiom, dem Jauer bzw. Münstertalerisch. Dieser Dialekt wird im Münstertal (Val Müstair) als angestammte Mehrheitssprache gesprochen. Der Name leitet sich ab vom Wort für ich = „jau“ ab.

Santa Maria Val Müstair:

Bis 1995 wurde der Ort offiziell Santa Maria im Münstertal genannt. Er war bis zum 31. Dezember 2008 eine politische Gemeinde im Kreis Val Müstair im Bezirk Inn des Schweizer Kantons Graubünden. Am 1. Januar 2009 hat Santa Maria Val Müstair mit den übrigen Schweizer Gemeinden der Talschaft (Fuldera, Lü, Müstair, Tschierv und Valchava) zur Gemeinde Val Müstair fusioniert.



Schreibweise des Ortsnamens bis 1995 „Santa Maria im Münstertal“



Schreibweise des Ortsnamens ab 1995 „Santa Maria Val Müstair“

Entsprechend des rätoromanischen Zusatzes beim Ortsnamen ist der Stempel vom 29.5.1995 zweisprachig Deutsch/Rätoromanisch. Der Ortsname Santa Maria ist zwar in beiden Sprachen gleich, der Zusatz „Idealer Ferienort“ ist aber eindeutig Deutsch.

Die Stempel entstammen wieder der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.04.2019 19:25:34 Gelesen: 7833# 183 @  
Hallo zusammen,

heute folgt mein letzter Beitrag zur rätoromanischen Sprache. Es guht diesmal um Rumantisch Grischun

Rumantsch Grischun (auf Deutsch übersetzt wörtlich Bündner Romanisch, nicht zu verwechseln mit Bündnerromanisch) ist die auf Initiative der Lia Rumantscha vom Sprachwissenschaftler Heinrich Schmid in den 1970er und 1980er Jahren entwickelte gemeinsame Schriftsprache für die rätoromanischen Idiome. Seit 2001 ist Rumantsch Grischun offizielle Amtsschriftsprache im Kanton Graubünden und im Bund für den Verkehr mit der romanischsprachigen Bevölkerung; in den romanischen Gemeinden dient indes nach wie vor das jeweilige Idiom als Amtssprache. Die gemeinsame Schriftsprache bezweckt die Stärkung des Romanischen und damit den Erhalt der bedrohten Sprache.



Der Stempel kommt wieder von der Seite http://www.poststempel-graubuenden.ch

Samedan

Samedan oder Samaden ist ein Dorf und eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Schweizer Kantons Graubünden.

Die Einwohner der Gemeinde sprachen ursprünglich Puter, ein rätoromanisches Idiom. Doch schon im 19. Jahrhundert drang das Deutsche vor. 1880 gaben nur noch 47 % Romanisch als Muttersprache an. Doch sprachen im Jahr 2000 dank dem Einfluss der Schule, an der auch auf Romanisch unterrichtet wird, noch 42 % Romanisch. Behördensprachen sind Deutsch und Romanisch.

Der Stempeltext "50 onns Pro Aero Sgol spezial Samedan - Agno" bedeutet "50 Jahre Pro Aero Sonderflug Samedan - Agno"

Die Worte sgol spezial = Sonderflug bzw. onn = Jahr habe ich mit Hilfe der Seite http://www.pledarigrond.ch/rumantschgrischun/ übersetzt.

Viele Grüße
Volkmar
 
jmh67 Am: 12.04.2019 20:44:58 Gelesen: 7821# 184 @  
Zur Abwechslung mal arabisch und französisch - mir ist neulich dieser Stempel aus Zarzis in Tunesien über den Weg gelaufen.



-jmh
 
volkimal Am: 13.05.2019 17:43:20 Gelesen: 6920# 185 @  
Hallo zusammen,

diese philatelistische Karte aus Tibet habe ich in Essen mitgenommen:



Die Marken sind mit einem Einkreisstempel bzw. einem roten Maschinenstempel vom 16.05.2002 entwertet:



Die Stempel kommen aus Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet. Oben ist der chinesische unten der tibetische Name: Lhasa = 拉萨 = ལྷ་ས. Rechts unten steht weiterhin in chinesisch: 平信(出)1. Ich habe etwas Probleme, den Sinn zu erkennen.

半 = Hälfte, halb
信 = Brief, Botschaft
出 = raus, ausgehen

Vielleicht kann man es übersetzen als "Stempel Nr. 1 für ausgehende Post". Allerdings weiß ich nicht, was dabei das "halb" bedeutet.

Die beiden anderen Stempel sind vermutlich nicht philatelisisch sondern privaten Ursprungs:



Auch der Stempel mit der Abbildung des Poleta-Palastes ist zweisprachig Tibetisch/Chinesisch.

Die Ansichtskarte zeigt eine Fahrradfahrerin mit einer Kappe des italienischen Radsportteams Del Tongo Colnago [1]. Auf der Bildseite ist auch der Ankunftsstempel aus 上海 = Shanghai vom 20.05.2002. Die Karte hat für den Weg von ca. 4000 km also vier Tage benötigt.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Del_Tongo
 
volkimal Am: 26.05.2019 11:36:03 Gelesen: 6524# 186 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit ein paar Stempeln aus dem autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten der Volksrepublik China. Die Stempel dort sind häufig zweisprachig Chinesisch/Uigurisch:



Die beiden Stempel kommen aus 乌鲁木齐 = ئۈرۈمچى =Ürümqi, der Hauptstadt von Xinjiang. Beim Tagesstempel ist unten rechts zusätzlich eine Angabe zum Postamt. Dort steht 扬予江路5. Das letzte Zeichen bedeutet Straße. Bei Google-Maps konnte ich diese Straße allerdings nicht finden. Kann einer von Euch sagen, ob der rote Stempel ein offizieller Poststempel ist?



Im Pferdestempel ist unten rechts die Ortsangabe in Chinesisch. Dort steht nebeneinander新疆 = Xinjiang (Provinz) und 特克斯 = Tekes (Ort). Links daneben dürfte dieselbe Angabe in Uigurisch stehen. Die arabischen Schriften werden von rechts nach links geschrieben. Dort kann ich nur die Provinz Xinjiang = شینجاڭ (rechter Teil) zuordnen. Den Ort Tekes kann ich nicht in Uigurisch finden.

Wer die kompletten Belege sehen möchte und etwas mehr über die Pferdestempel vom selben Tag erfahren möchte, kann sich den Beitrag https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=204234 ansehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.06.2019 17:18:07 Gelesen: 6176# 187 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit den zweisprachigen Stempeln aus Xinjiang in Chinesisch/Uigurisch:



Dank der Postleitzahl 832200 lässt sich der Ort leicht finden. Die Karte kommt aus Manas. Oben im Stempel stehen 新疆 = Xinjiang (Provinz) und 玛纳斯 = Manas (Ort). Unten ist zunächst der Ortsname in Uigurisch angegeben ماناس = Manas. Es folgt 头宫(代). Mit 头宫 ist vermutlich der große Buddha-Tempel in Manas gemeint. Er befindet sich ca. 2 km vom Stadtzentrum entfernt. Im Internet ist allerdings kein Postamt in der Nähe des Tempels verzeichnet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.06.2019 17:08:55 Gelesen: 5931# 188 @  
Hallo zusammen,

als vorläufig letzten zweisprachigen Stempel Chinesisch/Uigurisch möchte ich diese Karte zeigen. Die Karte wurde am 04.05.2001 in Gulja im autonomen Gebiet Xinjiang aufgegeben.



Oben im Stempel:
新疆 = Xinjiang (Provinz)
伊宁= Gulja (Ort)

Unten im Stempel:
غۇلجا (Uigurisch) = Gulja (Ort)
解放路 = Jiefang Straße

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.07.2019 10:46:01 Gelesen: 5465# 189 @  
Hallo zusammen,

ich bleibe in Ostasien wechsele aber nach Japan hinüber. Hier ein zweisprachiger Stempel Japanisch/Englisch von der Winterolympiade 1972 in Sapporo:



Im Stempelkopf steht auf japanisch: 札幌オリンピック村 = Sapporo, Olympisches Dorf
Im Werbeklischee heißt es: 札幌オリンピック冬季大会記念 = Olympische Winterspiele von Sapporo

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.07.2019 11:47:34 Gelesen: 5061# 190 @  
@ volkimal [#189]

Hallo zusammen,

ein weiterer zweisprachiger Stempel Japanisch/Englisch:



Der Stempel kommt aus Kanazawa Bunko = 金沢文庫 in Yokohama = 横浜 .
Auf dem Stempel geht es um das Kanazawabunko Art Festival = 金沢文庫芸術祭 .
Das Stempeldatum 14.09. Heisei 15 nach dem Gengō-System entspricht dem 14.09.2003 nach unserem Kalender.

Der Kanazawabunko in Yokohama, Präfektur Kanagawa bewahrt das kulturelle Erbe der Hōjō und macht es der Öffentlichkeit zugänglich. Träger ist die Präfektur Kanagawa. [1]

Die Abbildung zeigt das Logo des Kanazawabunko Art Festivals. Es stellt einen Tempel mit einem Flötenspieler dar.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kanazawa_Bunko
 
volkimal Am: 24.07.2019 10:04:16 Gelesen: 4700# 191 @  
Hallo zusammen,

nch einer Reihe von asiatischen Belegen wechsel ich heute nach Südafrika:



Der Landesname Südafrika im Wertstempel ist angegeben als South Africa (Englisch) und Suid Afrika (Afrikaans). Afrikaans, früher auch Kapholländisch oder Kolonial-Niederländisch genannt, ist eine der elf Amtssprachen in Südafrika und eine anerkannte Minderheitensprache in Namibia. Es ist aus dem Neuniederländischen des 17. Jahrhunderts entstanden.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 03.08.2019 11:19:30 Gelesen: 4315# 192 @  
Hallo zusammen,

heute ein Stempel aus Griechenland:



Der Ortsname ist in Griechisch und in einer Trankription des Griechischen in die lateinische Schrift. Dieses ist aber gleichzeitig der englische bzw. deutsche Name der Stadt: Thessaloniki = Θεσσαλονίκη bzw. in Großbuchstaben: THESSALONIKI = ΘΕΣΣΑΛΟΝΙΚΗ.
Wie man sieht, stehen für das "i" verschiedene Buchstaben im Stempel.

Hierzu fand ich bei Wikipedia [1]:

Durch den Zusammenfall vieler altgriechischer Vokalphoneme kann z. B. der Laut [i] im Neugriechischen mit ι, η, υ, ει, υι oder οι geschrieben werden. Dadurch ist das Erlernen der griechischen Rechtschreibung auch für Muttersprachler mit Schwierigkeiten verbunden.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisches_Alphabet
 
Heinrich3 Am: 03.08.2019 14:32:46 Gelesen: 4303# 193 @  
Hallo,

hier ein zweisprachiger Stempel aus Indien in Hindi und Englisch. Neben den Sprachen, die in den indischen Teilstaaten anerkannt sind, werden Hindi und Englisch sehr oft auf Gelegenheitsstempeln verwendet. Hier ein Stempel aus Bombay, seit längerem nur noch Mumbai wie schon immer in der Landessprache.


 
volkimal Am: 09.08.2019 09:46:02 Gelesen: 4024# 194 @  
Hallo zusammen,

heute eine Ansichtskarte aus Hongkong mit einem Stempel Englisch/Chinesisch:





Im Stempelkopf steht der chinesische Name 香港 zwischen den beiden Silben "Hong" und "Kong". Damit man die Stempelform besser erkennen kann, habe ich ein zweites Beispiel von Delcampe daneben gesetzt.

Wer weiß, was die Angaben "2000" und "H3" bzw. "0700" und "K18" in den Stempeln bedeuten?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 20.08.2019 15:47:00 Gelesen: 3645# 195 @  
Hallo zusammen,

heute wieder einmal ein Beispiel aus Grönland. Der Brief kommt aus Kangerlussuaq (grönl.) = Søndre Strømfjord (dänisch) = großer Fjord (übersetzt). Auf dem Stempel ist vermutlich ein Schneehuhn abgebildet.



Dank Peters Beitrag [#56] ist die Übersetzung sofort klar:

JUL I GRØNLAND (Weihnachten in Grönland) auf Dänisch, und auf Grönländisch KALÂTDLIT NUNÃNE JÛTDLE. Dabei heißt KALÂTDLIT NUNÃNE oder nach neuer Rechtschreibung Kalaallit Nunaat, Land der Kalaallit, nach dem größten in Grönland ansässigen Volk.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 23.08.2019 16:51:01 Gelesen: 3497# 196 @  
Hallo zusammen,

dieser Nebenstempel auf Ersttagsbriefen der Mongolei ist sogar fünfsprachig:



Premier jour (französisch)
Анханы өдөр (mongolisch)
Первый день (russisch)
Erster Tag (deutsch)
First day (englisch)

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.08.2019 08:07:25 Gelesen: 3191# 197 @  
Hallo zusammen,

in der Schweiz gibt es vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Das Rätoromanisch spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. In verschiedenen Beiträgen zwischen [#123] und [#183] gehe ich ausführlich aufs Rätoromanische und die verschiedenen Dialekte ein.



Entsprechend der Sprachenvielfalt gibt es einige dreisprachige Schweizer Stempel oder Nebenstempel. Häufiger sind allerdings die zwei oder einsprachigen Stempel bzw. Nebenstempel.



Die Belege zu den Nebenstempeln seht ihr auf [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=210063
 
filunski Am: 01.09.2019 14:06:41 Gelesen: 3168# 198 @  
Hallo zusammen,

von mir heute mal ein zweisprachiger Stempel aus einem Land, wo man diese nicht vermutet und auch nur ganz selten findet.

Aus Australien! Welche Sprachen werden da anzutreffen sein? Natürlich Englisch und ... ?

Seht selbst:



Maschinenstempel aus Sydney mit zweisprachigem Werbeslogan Englisch/Französisch:

USE AUSTRALIAN / PRODUCTS / DEMANDEZ / LES PRODUITS / AUSTRALIENS, die Aufforderung australische Produkte zu verwenden.

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 14.09.2019 15:41:41 Gelesen: 2592# 199 @  
@ filunski [#198]

Hallo Peter,

ein schönes Beispiel! Von mir heute ein Stempel aus Laos ohne Datum:



Wenn man Abkürzungen mitzählt, ist der Stempel sogar dreisprachig Laotisch/Französisch/Englisch.
Postes Lao (franz.) = Laotische Post
WWF (engl.) = World Wildlife Fund (ab 1986 World Wide Fund For Nature)
Beim laotischen Text habe ich nicht herausbekommen, was dort steht. Alle Eingaben in den Google-Übersetzer haben nichts gebracht. Auch Wikipedia hat mir nicht geholfen:

Einige Versuche:
Laos = ປະເທດລາວ, amtlich ສາທາລະນະລັດ ປະຊາທິປະໄຕ ປະຊາຊົນລາວ
Vientiane (Hauptstadt) = ວຽງຈັນ
World Wildlife Fund = ກອງທຶນສັດປ່າໂລກ
First day = ກວມເອົາ

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.10.2019 19:00:28 Gelesen: 1852# 200 @  
Hallo zusammen,

heute einmal ein ägyptischer Stempel:





Oben im Stempel ist die arabische Schrift, den unteren Ortsnamen "Cairo" kann man zumindest als Englisch bezeichnen.

Kann jemand von euch sagen, was die beiden Buchstaben R.D. bedeuten?

Es gibt ein Postamt in Cairo, Ramsis Downtown = القاهرة رمسيس وسط البلد

Ganz oben steht Cairo = القاهرة , der Rest hat aber keine Ähnlichkeit.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.10.2019 11:24:14 Gelesen: 1458# 201 @  
Hallo zusammen,

einen britischen Stempel mit deutschem Text findet man nicht so häufig. Wenn dann im deutschen Text "aufgehaben" auch noch ein Rechtschreibefehler ist, finde ich den Stempel um so besser. Beim Zudruck links ist das Wort "aufgehoben" dagegen richtig geschrieben.



Den Abbildung des Stempels erhielt ich gestern von Uwe Seif von der Poststempelgilde. Vielen Dank dafür.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 20.10.2019 14:33:57 Gelesen: 1197# 202 @  
Hallo zusammen,

ein zweisprachiger Stempel Arabisch/Französisch aus Casablanca (Marokko)= الدار البيضاء:



Der Ortsstempel ist zweisprachig, das Werbeklischee nur Französisch. Es zeigt symbolisch den Hafen von Casablanca als "Tor von Marokko" (franz.: Porte du Maroc) eingerahmt von einem Hochhaus und dem Turm der Hassan-II.-Moschee.

Viele Grüße
Volkmar
 
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